ā tvā gan rāṣtraṃ saha varcasod ihi prāṅ viśāṃ patir ekarāṭ tvaṃ vi rāja sarvās tvā rājan pradiśo hvayantūpasadyo namasyo bhaveha
Zu dir komme das Königtum samt Glanz; erhebe dich, tritt vorwärts; du sei der Herr der Stämme, der alleinige Herrscher; du herrsche weithin; dich, o König, mögen alle Himmelsrichtungen rufen; sei hier ein Ort der Zuflucht [Anm.: upasadya wörtlich 'zum Nahen/Aufsuchen', hier als 'Zuflucht' wiedergegeben] und verehrungswürdig.
Wort für Wort
ā
her- (Präverb)
tvā
zu dir (Akk.Sg.)
gan
komme (3.Sg.Aor.Inj.)
rāṣtraṃ
das Königtum (Nom.Sg.)
saha
samt (Postposition)
varcasod
mit Glanz empor- (Instr.+Präverb)
ihi
tritt! (2.Sg.Impv.)
prāṅ
vorwärts (Adv.)
viśāṃ
der Stämme (Gen.Pl.)
patir
Herr (Nom.Sg.)
ekarāṭ
eka 'ein, allein' + rāj- 'Herrscher' → der Alleinherrscher (Nom.Sg.)
tvāṃ viśo vṛṇatāṃ rājyāya tvām imāḥ pradiśaḥ pañca devīḥ varṣman rāṣṭrasya kakudi śrayasva tato na ugro vi bhajā vasūni
Dich mögen die Stämme zur Königsherrschaft erwählen, dich diese fünf göttlichen Himmelsrichtungen; setze dich auf den Gipfel, den höchsten Punkt des Reiches; von dort, Gewaltiger, teile uns Güter zu.
Zu dir mögen die Stammesgenossen kommen, dich anrufend; Agni, der flinke Bote, laufe herbei; Gattinnen und Söhne seien wohlgesinnt; du, der Gewaltige, blicke auf reichlichen Tribut, der dir dargebracht wird [Anm.: der Satzbau des letzten Versteils ist unsicher überliefert].
aśvinā tvāgre mitrāvaruṇobhā viśve devā marutas tvā hvayantu adhā mano vasudeyāya kṛṇuṣva tato na ugro vi bhajā vasūni
Die beiden Aśvins zuerst, Mitra und Varuṇa beide, alle Götter, die Maruts mögen dich rufen; richte nun deinen Sinn auf die Gabe von Gütern; von dort, Gewaltiger, teile uns Güter zu.
indrendra manuṣyāḥ parehi saṃ hy ajñāsthā varuṇaiḥ saṃvidānaḥ sa tvāyam ahvat sve sadhasthe sa devān yakṣat sa u kalpayad viśaḥ
Indra, Indra – Menschen rufen dich, komm heran; denn du bist erkannt worden, mit den Varuṇas übereinstimmend; er hat dich in seiner eigenen Versammlungsstätte gerufen; er möge den Göttern opfern und die Stämme wohlordnen.
pathyā revatīr bahudhā virūpāḥ sarvāḥ saṃgatya varīyas te akran tās tvā sarvāḥ saṃvidānā hvayantu daśamīm ugraḥ sumanā vaśeha
Die reichen Wege, auf vielfache Weise verschiedengestaltig, haben sich alle versammelt und dir mehr Raum geschaffen; sie alle mögen, übereinstimmend, dich als die Zehnte rufen [Anm.: daśamīm 'die Zehnte' – der Bezug dieser Zählung ist in der Forschung umstritten]; du, Gewaltiger, sei wohlgesinnt und wohne hier [Anm.: vaśa lässt sich sowohl als 'wohnen' als auch als 'willig sein' deuten].