Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 3

Sūkta 18

imāṃ khanāmy oṣadhiṃ vīrudhāṃ balavattamām yayā sapatnīṃ bādhate yayā saṃvindate patim

Diese Pflanze grabe ich aus, die kraftvollste der Kräuter, mit der man die Nebenfrau verdrängt, mit der man den Gatten gewinnt.

Wort für Wort
imāṃ
diese (Akk.Sg.f.)
khanāmy
ich grabe aus (1.Sg.Präs.)
oṣadhiṃ
Pflanze (Akk.Sg.)
vīrudhāṃ
der Kräuter (Gen.Pl.)
balavattamām
die kraftvollste (Akk.Sg.Superl.)
yayā
mit der (Instr.Sg.)
sapatnīṃ
die Nebenfrau (Akk.Sg.)
bādhate
man verdrängt (3.Sg.Präs.Med.)
yayā
mit der (Instr.Sg.)
saṃvindate
man gewinnt (3.Sg.Präs.Med.)
patim
den Gatten (Akk.Sg.)

uttānaparṇe subhage devajūte sahasvati sapatnīṃ me parā ṇuda patiṃ me kevalaṃ kṛdhi

Mit ausgebreiteten Blättern, Glückliche, von den Göttern angetrieben, Kraftvolle – stoß mir die Nebenfrau fort, mach mir den Gatten allein zu eigen.

Wort für Wort
uttānaparṇe
mit ausgebreiteten Blättern (Vok.Sg.Adj.)
subhage
o Glückliche (Vok.Sg.)
devajūte
von den Göttern angetrieben (Vok.Sg.Adj.)
sahasvati
o Kraftvolle (Vok.Sg.)
sapatnīṃ
die Nebenfrau (Akk.Sg.)
me
mir (Dat.Sg.)
parā
fort (Präverb)
ṇuda
stoß! (2.Sg.Impv.)
patiṃ
den Gatten (Akk.Sg.)
me
mir (Dat.Sg.)
kevalaṃ
allein zu eigen (Akk.Sg.Adj.)
kṛdhi
mach! (2.Sg.Impv.)

nahi te nāma jagrāha no asmin ramase patau parām eva parāvataṃ sapatnīṃ gamayāmasi

Ich habe nicht deinen Namen genannt, und du sollst dich nicht an diesem Gatten erfreuen; in die fernste Ferne schicken wir die Nebenfrau.

Wort für Wort
nahi
nicht
te
deinen (Gen.Sg.)
nāma
Namen (Akk.Sg.)
jagrāha
habe ich genannt (1.Sg.Perf.)
no
und nicht
asmin
an diesem (Lok.Sg.)
ramase
du sollst dich erfreuen (2.Sg.Präs.Med.)
patau
Gatten (Lok.Sg.)
parām
fernste (Akk.Sg.f.)
eva
geradezu
parāvataṃ
Ferne (Akk.Sg.)
sapatnīṃ
die Nebenfrau (Akk.Sg.)
gamayāmasi
wir schicken (1.Pl.Präs.Kaus.)

uttarāham uttara uttared uttarābhyaḥ adhaḥ sapatnī yā mamādharā sādharābhyaḥ

Die Höhere bin ich, die Höchste unter den Hohen; unten sei die Nebenfrau, die unter mir steht, die Niedrigste unter den Niedrigen.

Wort für Wort
uttarāham
die Höhere bin ich (uttarā+aham)
uttara
die Höchste (Nom.Sg.f.)
uttared
unter den Hohen (uttarā+it)
uttarābhyaḥ
unter den Hohen (Abl.Pl.)
adhaḥ
unten
sapatnī
die Nebenfrau (Nom.Sg.)
yā
die (Nom.Sg.f.)
mamādharā
unter mir die Niedrigere (mama+adharā)
sādharābhyaḥ
die Niedrigste unter den Niedrigen (sā+adharābhyaḥ)

aham asmi sahamānātho tvam asi sāsahiḥ ubhe sahasvatī bhūtvā sapatnīṃ me sahāvahai

Ich bin die Bezwingende, und du bist die Siegreiche; beide, kraftvoll geworden, wollen wir meine Nebenfrau bezwingen.

Wort für Wort
aham
ich (Nom.Sg.)
asmi
bin (1.Sg.Präs.)
sahamānātho
die Bezwingende, und (Nom.Sg.f.+atho)
tvam
du (Nom.Sg.)
asi
bist (2.Sg.Präs.)
sāsahiḥ
die Siegreiche (Nom.Sg.)
ubhe
beide (Nom.Du.f.)
sahasvatī
kraftvoll (Nom.Du.f.Adj.)
bhūtvā
geworden (Gerundium)
sapatnīṃ
die Nebenfrau (Akk.Sg.)
me
meine (Gen.Sg.)
sahāvahai
wir wollen bezwingen (1.Du.Opt.Med.)

abhi te 'dhāṃ sahamānām upa te 'dhāṃ sahīyasīm mām anu pra te mano vatsaṃ gaur iva dhāvatu pathā vār iva dhāvatu

An dich habe ich die Bezwingende gelegt, zu dir habe ich die noch Stärkere gelegt; dein Sinn folge mir nach, wie eine Kuh dem Kalb nachläuft, wie Wasser bergab dem Weg nachläuft.

Wort für Wort
abhi
an- (Präverb)
te
dich (Akk.Sg.)
'dhāṃ
habe ich gelegt (1.Sg.Impf.)
sahamānām
die Bezwingende (Akk.Sg.f.)
upa
zu- (Präverb)
te
dir (Dat.Sg.)
'dhāṃ
habe ich gelegt (1.Sg.Impf.)
sahīyasīm
die noch Stärkere (Akk.Sg.f.Komp.)
mām
mir (Akk.Sg.)
anu
nach- (Präverb)
pra
vorwärts- (Präverb)
te
dein (Gen.Sg.)
mano
Sinn (Nom.Sg.)
vatsaṃ
dem Kalb (Akk.Sg.)
gaur
die Kuh (Nom.Sg.)
iva
wie
dhāvatu
möge nachlaufen (3.Sg.Impv.)
pathā
auf dem Weg (Instr.Sg.)
vār
Wasser (Nom.Sg.)
iva
wie
dhāvatu
möge nachlaufen (3.Sg.Impv.)

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks