muñcāmi tvā haviṣā jīvanāya kam ajñātayakṣmād uta rājayakṣmāt grāhir jagrāha yady etad enaṃ tasyā indrāgnī pra mumuktam enam
Ich befreie dich mit dem Opfer, auf dass du lebest, von unbekannter Schwindsucht und von der königlichen Schwindsucht; hat dich der Würgegeist (Grāhi) ergriffen, so befreit ihn, Indra und Agni, von ihr.
yadi kṣitāyur yadi vā pareto yadi mṛtyor antikaṃ eva tam ā harāmi nirṛter upasthād aspārśam enaṃ śataśāradāya
Ob sein Leben schon verbraucht ist, ob er schon dahingegangen, oder ob er dem Tod ganz nahe ist – ich hole ihn vom Schoß der Nirṛti zurück; unversehrt habe ich ihn berührt für hundert Herbste.
sahasrākṣeṇa śatavīryeṇa śatāyuṣā haviṣāhārṣam enam indro yathainaṃ śarado nayāty ati viśvasya duritasya pāram
Mit tausendäugigem, hundertkräftigem, hundertjährigem Opfer habe ich ihn hergeholt, auf dass Indra ihn durch die Herbste führe, hinüber über alles Unheil.
Wort für Wort
sahasrākṣeṇa
sahasra 'tausend' + akṣa 'Auge' → mit dem 'Tausendäugigen' (Opferbezeichnung, Instr.Sg.)
śatavīryeṇa
śata 'hundert' + vīrya 'Kraft' → mit dem 'Hundertkräftigen' (Instr.Sg.)
śatāyuṣā
śata 'hundert' + āyus 'Leben' → mit dem 'Hundertjährigen' (Instr.Sg.)
śataṃ jīva śarado vardhamānaḥ śataṃ hemantān chatam u vasantān śataṃ te indro agniḥ savitā bṛhaspatiḥ śatāyuṣā haviṣāhārṣam enam
Hundert Herbste lebe, wachsend, hundert Winter, auch hundert Frühlinge; hundert Jahre seien dir von Indra, Agni, Savitṛ, Bṛhaspati gewährt; mit hundertjährigem Opfer habe ich ihn hergeholt.
Wort für Wort
śataṃ
hundert
jīva
lebe! (2.Sg.Impv.)
śarado
Herbste (Akk.Pl.)
vardhamānaḥ
wachsend (Nom.Sg.Part.)
śataṃ
hundert
hemantān
Winter (Akk.Pl.)
chatam
hundert (śatam)
u
auch
vasantān
Frühlinge (Akk.Pl.)
śataṃ
hundert
te
dir (Dat.Sg.)
indro
Indra (Nom.Sg.)
agniḥ
Agni (Nom.Sg.)
savitā
Savitṛ (Nom.Sg.)
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati (Nom.Sg.)
śatāyuṣā
śata 'hundert' + āyus 'Leben' → mit dem 'Hundertjährigen' (Instr.Sg.)
jarāyai tvā pari dadāmi jarāyai ni dhuvāmi tvā jarā tvā bhadrā neṣṭa vy anye yantu mṛtyavo yān āhur itarān chatam
Dem Greisenalter übergebe ich dich, für das Greisenalter schüttle ich dich; ein gütiges Greisenalter führe dich; fort mögen die anderen Tode gehen, die man 'die anderen Hundert' nennt.
abhi tvā jarimāhita gām ukṣaṇam iva rajjvā yas tvā mṛtyur abhyadhatta jāyamānaṃ supāśayā taṃ te satyasya hastābhyām ud amuñcad bṛhaspatiḥ
Dich hat das Alter umschlungen wie mit einem Strick den Stier; den Tod, der dich bei der Geburt mit guter Fessel umschlungen hat – den hat Bṛhaspati mit den Händen der Wahrheit von dir gelöst.
Wort für Wort
abhi
um- (Präverb)
tvā
dich (Akk.Sg.)
jarimāhita
das Alter hat umschlungen (jarimā+āhita)
gām
das Rind (Akk.Sg.)
ukṣaṇam
den Stier (Akk.Sg.)
iva
wie
rajjvā
mit einem Strick (Instr.Sg.)
yas
welcher (Nom.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
mṛtyur
der Tod (Nom.Sg.)
abhyadhatta
umschlungen hat (3.Sg.Impf.Med.)
jāyamānaṃ
bei der Geburt (Akk.Sg.Part.)
supāśayā
su- 'gut' + pāśa 'Fessel' → mit guter Fessel (Instr.Sg.)