te 'vadan prathamā brahmakilbiṣe 'kūpāraḥ salilo mātariśvā vīḍuharās tapa ugraṃ mayobhūr āpo devīḥ prathamajā ṛtasya
Sie sprachen als Erste über die Sünde gegen das Brahman: der Ozean, die Flut, Mātariśvan (der Wind); feste Kraft entziehend, die gewaltige, wohltuende Glut; die göttlichen Wasser, die zuerst geborenen der Wahrheit (ṛta).
Wort für Wort
te
sie (Nom.Pl.)
'vadan
sprachen (avadan, sandhi, 3.Pl.Impf.)
prathamā
als Erste (Nom.Pl.)
brahmakilbiṣe
brahman 'Brahman, heiliges Wort' + kilbiṣa 'Sünde, Vergehen' → über die Sünde gegen das Brahman (Lok.Sg.)
König Soma war der Erste, der die Brahmanenfrau, ohne zu zürnen, wieder zurückgab; Varuṇa und Mitra waren die Begleiter der Rückführung; Agni, der Hotar, führte sie an der Hand zurück.
Nur mit der Hand darf sie ergriffen werden, ihre Bürgschaft; 'Brahmanenfrau' soll man sagen; sie darf nicht durch einen Boten weggeschickt werden – so steht es; so ist das Reich des Kṣatriya geschützt.
Wort für Wort
hastenaiva
nur mit der Hand (hastena+eva, sandhi)
grāhya
zu ergreifen (Nom.Sg.n.Ger.)
ādhir
die Bürgschaft (Nom.Sg.)
asyā
ihre (Gen.Sg.f.)
brahmajāyeti
brahman 'Priester' + jāyā 'Frau' → 'Brahmanenfrau' – so (sandhi)
Die man 'die Sternenhafte' nennt, 'die mit aufgelöstem Haar', die als Unheil auf das Dorf herabfällt – diese Brahmanenfrau versengt das Reich, in dem der brennende Meteor niedergefallen ist. [Anm.: Deutung von „śaśa ulkuṣīmān“ (Komet/Meteor) unsicher]
Wort für Wort
yām
die (Akk.Sg.f.)
āhus
man nennt (3.Pl.Perf.)
tārakaiṣā
'die Sternenhafte' – diese (sandhi)
vikeśīti
vi 'auseinander, los' + keśa 'Haar' → 'mit aufgelöstem Haar' – so (sandhi)
duchunāṃ
als Unheil (Akk.Sg.f.)
grāmam
auf das Dorf (Akk.Sg.)
avapadyamānām
herabfallend (Akk.Sg.f.Ptz.)
sā
diese (Nom.Sg.f.)
brahmajāyā
brahman 'Priester' + jāyā 'Frau' → die Brahmanenfrau (Nom.Sg.)
brahmacārī carati veviṣad viṣaḥ sa devānāṃ bhavaty ekam aṅgam tena jāyām anv avindad bṛhaspatiḥ somena nītāṃ juhvaṃ na devāḥ
Der Brahmacārin (Studiosus) wandert, eifrig wirkend unter den Stämmen [Anm.: „veviṣad viṣaḥ“ unsicher]; er wird eines der Glieder der Götter; durch ihn fand Bṛhaspati seine Gattin wieder, die von Soma weggeführt worden war – wie die Götter das Opferlöffel.
Wort für Wort
brahmacārī
brahman 'heiliges Wort, Studium' + cārin 'wandelnd' → der Brahmacārin, Studiosus (Nom.Sg.)
Die Götter sprachen früher über sie, die Sieben Ṛṣis, die sich durch Askese niedergelassen hatten: furchtbar ist die weggeführte Frau eines Brahmanen; sie bringt Unheil im höchsten Himmelsraum.
Wort für Wort
devā
die Götter (Nom.Pl.)
vā
fürwahr
etasyām
über sie (Lok.Sg.f.)
avadanta
sprachen (3.Pl.Impf.Med.)
pūrve
früher (Adv.)
saptaṛṣayas
sapta 'sieben' + ṛṣi 'Seher' → die Sieben Ṛṣis (Nom.Pl.)
tapasā
durch Askese (Instr.Sg.)
ye
die welche (Nom.Pl.m.)
niṣeduḥ
sich niedergelassen hatten (3.Pl.Perf.)
bhīmā
furchtbar (Nom.Sg.f.)
jāyā
die Frau (Nom.Sg.)
brāhmaṇasyāpanītā
eines Brahmanen – weggeführte (Gen.Sg.+Nom.Sg.f., sandhi)
ye garbhā avapadyante jagad yac cāpalupyate vīrā ye tṛhyante mitho brahmajāyā hinasti tān
Die Keime, die fehlgeboren werden, das Vieh, das verlorengeht, die Helden, die sich gegenseitig zermalmen – die Brahmanenfrau ist es, die sie zerstört.
Wort für Wort
ye
die welche (Nom.Pl.m.)
garbhā
Keime (Nom.Pl.)
avapadyante
fehlgeboren werden (3.Pl.Präs.)
jagad
das Vieh (Nom.Sg.n.)
yac
das
cāpalupyate
und verlorengeht (ca+apalupyate, sandhi)
vīrā
Helden (Nom.Pl.)
ye
die welche (Nom.Pl.m.)
tṛhyante
sich zermalmen (3.Pl.Präs.Pass.)
mitho
gegenseitig (Adv.)
brahmajāyā
brahman 'Priester' + jāyā 'Frau' → die Brahmanenfrau (Nom.Sg.)
uta yat patayo daśa striyāḥ pūrve abrāhmaṇāḥ brahmā ced dhastam agrahīt sa eva patir ekadhā
Und wenn eine Frau vorher zehn Ehemänner gehabt hat, die keine Brahmanen waren – wenn ein Brahmane ihre Hand ergriffen hat, so ist eben er allein ihr wahrer Ehemann.
Wort für Wort
uta
und
yat
wenn
patayo
Ehemänner (Nom.Pl.)
daśa
zehn
striyāḥ
einer Frau (Gen.Sg.)
pūrve
vorher (Adv.)
abrāhmaṇāḥ
a- 'nicht' + brāhmaṇa 'Brahmane' → keine Brahmanen (Nom.Pl.)
Nachdem sie die Brahmanenfrau zurückgegeben, sich mit den Göttern von Schuld befreit haben, teilen sie sich die Kraft der Erde und verehren den Weitschreitenden.
Wort für Wort
punardāya
zurückgegeben habend (Absolutiv)
brahmajāyāṃ
brahman 'Priester' + jāyā 'Frau' → die Brahmanenfrau (Akk.Sg.)
Nicht entsteht auf seinem Feld ein Lotosteich, nicht die Wurzelfaser im Wasserbecken, in dessen Reich die Brahmanenfrau aus Unachtsamkeit zurückgehalten wird.
nāsmai pṛśniṃ vi duhanti ye 'syā doham upāsate yasmin rāṣṭre nirudhyate brahmajāyācittyā
Nicht melken sie ihm die gesprenkelte Kuh recht aus, die ihren Erguss erwarten, in dessen Reich die Brahmanenfrau aus Unachtsamkeit zurückgehalten wird.
Wort für Wort
nāsmai
nicht ihm (na+asmai, sandhi)
pṛśniṃ
die gesprenkelte Kuh (Akk.Sg.)
vi
aus- (Präverb)
duhanti
melken (3.Pl.Präs.)
ye
die welche (Nom.Pl.m.)
'syā
ihren (asyāḥ, sandhi)
doham
Erguss, Milch (Akk.Sg.)
upāsate
erwarten (3.Pl.Präs.Med.)
yasmin
in dessen (Lok.Sg.)
rāṣṭre
Reich (Lok.Sg.)
nirudhyate
zurückgehalten wird (3.Sg.Präs.Pass.)
brahmajāyācittyā
brahman 'Priester' + jāyā 'Frau' (→ Brahmanenfrau) + acitti 'Unachtsamkeit' → die Brahmanenfrau – aus Unachtsamkeit (sandhi)
Nicht ist seine Milchkuh glückbringend, nicht erträgt sein Zugstier das Joch, wo die getrennte Gattin des Brahmanen in schlimmer Nacht fern von ihm weilt.