Der, dessen Formel gedeiht, der zum Mutterschoß gelangt ist, unsterblichen Lebensodems, wachsend, wohlgeboren, unversehrten Lebensodems, erstrahlend wie der Tag – Trita, der Träger, hat die drei [Welten] getragen. [Anm.: Vers gehört zum notorisch dunklen Vena-Lied; Einzelheiten unsicher.]
ā yo dharmāṇi prathamaḥ sasāda tato vapūṃṣi kṛṇuṣe purūṇi dhāsyur yoniṃ prathama ā viveśā yo vācam anuditāṃ ciketa
Der zuerst sich auf die Ordnungen niedersetzte, davon schaffst du die vielen Wundergestalten; der Nahrungspendende ist zuerst in den Mutterschoß eingegangen, der die noch ungesprochene Rede erkannte. [Anm.: Bildhafte Stelle unsicher gedeutet.]
yas te śokāya tanvaṃ rireca kṣarad dhiraṇyaṃ śucayo 'nu svāḥ atrā dadhete amṛtāni nāmāsme vastrāṇi viśa erayantām
Der dir für die Glut den Leib überließ, es fließe das Gold, die eigenen reinen Ströme hinterher; hier legen sie die unsterblichen Namen nieder; uns sollen die Stämme Gewänder herbeischicken. [Anm.: Eine der textlich schwierigsten Stellen des Vena-Lieds (Crux); Übersetzung unsicher.]
pra yad ete prataraṃ pūrvyaṃ guḥ sadaḥsada ātiṣṭhanto ajuryam kaviḥ śuṣasya mātarā rihāṇe jāmyai dhuryaṃ patim erayethām
Als diese weiter vorwärts zum uralten Ziel gingen, an jedem Sitz das Unalternde einnehmend, hat der Seher die beiden Mütter des Śuṣṇa, die sich leckenden, der Schwester den zugtragenden Gatten geschickt. [Anm.: Vers textlich und inhaltlich stark umstritten (Crux).]
Wort für Wort
pra
fort, vorwärts (Präverb)
yad
als (Konj.)
ete
diese (Nom.Pl.m.)
prataraṃ
weiter voran (Adv.)
pūrvyaṃ
zum uralten [Ziel] (Akk.Sg.n.)
guḥ
gingen (3.Pl.Aor.)
sadaḥsada
sadas 'Sitz' + -sada- (distributive Reduplikation: 'an jedem ... Sitz') → an jedem Sitz (Lok.Sg.)
ātiṣṭhanto
einnehmend (Nom.Pl.Ptz.Präs.)
ajuryam
das Unalternde (Akk.Sg.n.)
kaviḥ
der Seher (Nom.Sg.)
śuṣasya
des Śuṣṇa (Dämon) (Gen.Sg.)
mātarā
die beiden Mütter (Akk.Du.)
rihāṇe
die sich leckenden (Akk.Du.Ptz.)
jāmyai
der Schwester (Dat.Sg.)
dhuryaṃ
den zugtragenden (Akk.Sg.m.)
patim
den Gatten (Akk.Sg.)
erayethām
hat geschickt (Perf./Impf.Med., ungewöhnliche Form) [?]
tad ū ṣu te mahat pṛthujman namaḥ kaviḥ kāvyenā kṛṇomi yat samyañcāv abhiyantāv abhi kṣām atrā mahī rodhacakre vāvṛdhete
Das ist wahrlich deine große, weitgehende Verehrung; durch Sehertum vollbringe ich als Seher dies: dass die beiden gemeinsam Herantretenden über die Erde hin, hier die beiden Großen ihre Grenzen ausgebildet haben. [Anm.: Deutung unsicher.]
sapta maryādāḥ kavayas tatakṣus tāsām id ekām abhy aṃhuro gāt āyor ha skambha upamasya nīḍe pathāṃ visarge dharuṇeṣu tasthau
Sieben Grenzen zimmerten die Seher; von diesen ist einer, der Bedrängte, gegangen; die Stütze des Lebens steht im Nest des Höchsten, an den Haltepunkten, wo die Wege sich verzweigen. [Anm.: „der Bedrängte" (aṃhuraḥ) unsicher gedeutet.]
utāmṛtāsur vrata emi kṛnvann asur ātmā tanvas tat sumadguḥ uta vā śakro ratnaṃ dadhāty ūrjayā vā yat sacate havirdāḥ
Und mit unsterblichem Lebensodem gehe ich, das Gelübde erfüllend; der Lebensodem ist die Seele des Leibes, das ist sein rechter Ruf; oder auch der Mächtige verleiht den Schatz, den, der mit Kraft dem Opferspender beisteht.
Wort für Wort
utāmṛtāsur
und mit unsterblichem Lebensodem (uta+amṛtāsuḥ, sandhi)
uta putraḥ pitaraṃ kṣatram īḍe jyeṣṭhaṃ maryādam ahvayant svastaye darśan nu tā varuṇa yās te viṣṭhā āvarvratataḥ kṛṇavo vapūṃṣi
Und der Sohn verehrt den Vater als Herrschaft, den ältesten; sie riefen die Grenzsetzung an, zum Heil; nun sollen sie jene deine Stätten sehen, o Varuṇa; du wirst, dem Gelübde folgend, Wundergestalten schaffen. [Anm.: Deutung unsicher.]
Die eine Hälfte füllst du mit der anderen Hälfte an Milch, mit der anderen Hälfte wächst du, o Kraftvoller, Unfehlbarer; wir wollen den hilfreichen Freund stärken, Varuṇa, den frischen Sohn der Aditi; die von Sehern verkündeten Wundergestalten haben wir ihm gesagt, den beiden Welten, wahrredend.