brahma jajñānaṃ prathamaṃ purastād vi sīmataḥ suruco vena āvaḥ sa budhnyā upamā asya viṣṭhāḥ sataś ca yonim asataś ca vi vaḥ
Das Brahman (heilige Wort), zuerst am Anfang geboren, hat der leuchtende Vena über die Grenzen hinaus enthüllt [Anm.: einer der philologisch umstrittensten Verse der vedischen Literatur; „purastāt“ hier zeitlich („zuvor“) statt räumlich („im Osten“) gedeutet]; er offenbarte die in der Tiefe gegründeten höchsten Stätten und entfaltete den Ursprung des Seienden und des Nichtseienden.
anāptā ye vaḥ prathamā yāni karmāṇi cakrire vīrān no atra mā dabhan tad va etat puro dadhe
Die euch zuerst nicht erreicht haben, welche Werke sie auch vollbracht haben mögen – sie sollen unsere Helden hier nicht schädigen; das stelle ich euch hiermit voran.
sahasradhāra eva te sam asvaran divo nāke madhujihvā asaścataḥ tasya spaśo na ni miṣanti bhūrṇayaḥ padepade pāśinaḥ santi setave
Mit tausend Strömen ertönten sie im Himmelsgewölbe, mit honigsüßer Zunge, unerschöpflich; seine Wächter blinzeln nicht, die eifrigen; an jedem Schritt stehen die Fesselträger bereit, um zu binden.
Wort für Wort
sahasradhāra
sahasra 'tausend' + dhāra 'Strom' → mit tausend Strömen (Nom.Pl.)
eva
eben
te
sie (Nom.Pl.)
sam
zusammen (Präverb)
asvaran
ertönten (3.Pl.Impf.)
divo
im Himmel (Lok.Sg.)
nāke
madhu 'Honig' + jihvā 'Zunge' → mit honigsüßer Zunge (Nom.Pl.)
pary ū ṣu pra dhanvā vājasātaye pari vṛtrāṇi sakṣaṇiḥ dviṣas tad adhy arṇaveneyase sanisraso nāmāsi trayodaśo māsa indrasya gṛhaḥ
Lauf recht wohl umher zum Gewinn der Kraft, die Widerstände überwindend; dies führst du über den Feind hinweg mit der Flut; 'Sanisras' ist dein Name, der dreizehnte Monat, das Haus Indras. [Anm.: Vers sprachlich sehr unsicher, Bezug und Bedeutung von „Sanisras“ unklar]
Wort für Wort
pary
umher (Präverb)
ū
wahrlich (Partikel)
ṣu
wohl (Partikel)
pra
vor- (Präverb)
dhanvā
lauf (2.Sg.Impv.)
vājasātaye
zum Gewinn der Kraft (Dat.Sg.)
pari
über (Präverb)
vṛtrāṇi
die Widerstände (Akk.Pl.n.)
sakṣaṇiḥ
überwindend (Nom.Sg.)
dviṣas
den Feind (Akk.Sg.) [?]
tad
dies (Akk.Sg.n.)
adhy
hinweg (Präverb)
arṇaveneyase
mit der Flut führst du (Instr.Sg.+2.Sg.Präs., sandhi) [?]
cakṣuṣo hete manaso hete brahmaṇo hete tapasaś ca hete menyā menir asy amenayas te santu ye 'smāṃ abhyaghāyanti
Geschoss des Auges, Geschoss des Geistes, Geschoss des Brahman, Geschoss der Askese (tapas) – du bist das furchtbare Geschoss der Zornmacht [Anm.: „menyā menir“ – Wortspiel mit ungeklärter Bedeutung]; machtlos sollen jene sein, die uns Übles wollen.
indrasya gṛho 'si taṃ tvā pra padye taṃ tvā pra viśāmi sarvaguḥ sarvapūruṣaḥ sarvātmā sarvatanūḥ saha yan me 'sti tena
Du bist das Haus Indras; zu dir trete ich, in dich gehe ich ein, mit all meinem Vieh, all meinen Leuten, mit meiner ganzen Seele, meinem ganzen Leib, samt allem, was mir gehört.
Wort für Wort
indrasya
Indras (Gen.Sg.)
gṛho
das Haus (Nom.Sg.)
'si
du bist (2.Sg.Präs.)
taṃ
zu dir (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hin- (Präverb)
padye
ich trete (1.Sg.Präs.Med.)
taṃ
in dich (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hinein- (Präverb)
viśāmi
ich gehe (1.Sg.Präs.)
sarvaguḥ
mit all meinem Vieh (Nom.Sg., Kompositum)
sarvapūruṣaḥ
mit all meinen Leuten (Nom.Sg., Kompositum)
sarvātmā
mit meiner ganzen Seele (Nom.Sg., Kompositum)
sarvatanūḥ
mit meinem ganzen Leib (Nom.Sg., Kompositum)
saha
sarva 'all, ganz' + go 'Rind, Vieh' → mit all meinem Vieh (Nom.Sg.)
yan
sarva 'all' + pūruṣa 'Mensch, Leute' → mit all meinen Leuten (Nom.Sg.)
indrasya śarmāsi taṃ tvā pra padye taṃ tvā pra viśāmi sarvaguḥ sarvapūruṣaḥ sarvātmā sarvatanūḥ saha yan me 'sti tena
Du bist der Schutz Indras; zu dir trete ich, in dich gehe ich ein, mit all meinem Vieh, all meinen Leuten, mit meiner ganzen Seele, meinem ganzen Leib, samt allem, was mir gehört.
Wort für Wort
indrasya
Indras (Gen.Sg.)
śarmāsi
der Schutz – du bist (śarma+asi, sandhi)
taṃ
zu dir (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hin- (Präverb)
padye
ich trete (1.Sg.Präs.Med.)
taṃ
in dich (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hinein- (Präverb)
viśāmi
ich gehe (1.Sg.Präs.)
sarvaguḥ
sarva 'all, ganz' + go 'Rind, Vieh' → mit all meinem Vieh (Nom.Sg.)
sarvapūruṣaḥ
sarva 'all' + pūruṣa 'Mensch, Leute' → mit all meinen Leuten (Nom.Sg.)
indrasya varmāsi taṃ tvā pra padye taṃ tvā pra viśāmi sarvaguḥ sarvapūruṣaḥ sarvātmā sarvatanūḥ saha yan me 'sti tena
Du bist die Rüstung Indras; zu dir trete ich, in dich gehe ich ein, mit all meinem Vieh, all meinen Leuten, mit meiner ganzen Seele, meinem ganzen Leib, samt allem, was mir gehört.
Wort für Wort
indrasya
Indras (Gen.Sg.)
varmāsi
die Rüstung – du bist (varma+asi, sandhi)
taṃ
zu dir (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hin- (Präverb)
padye
ich trete (1.Sg.Präs.Med.)
taṃ
in dich (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hinein- (Präverb)
viśāmi
ich gehe (1.Sg.Präs.)
sarvaguḥ
mit all meinem Vieh (Nom.Sg., Kompositum)
sarvapūruṣaḥ
sarva 'all, ganz' + go 'Rind, Vieh' → mit all meinem Vieh (Nom.Sg.)
sarvātmā
sarva 'all' + pūruṣa 'Mensch, Leute' → mit all meinen Leuten (Nom.Sg.)
indrasya varūtham asi taṃ tvā pra padye taṃ tvā pra viśāmi sarvaguḥ sarvapūruṣaḥ sarvātmā sarvatanūḥ saha yan me 'sti tena
Du bist der Schirm Indras; zu dir trete ich, in dich gehe ich ein, mit all meinem Vieh, all meinen Leuten, mit meiner ganzen Seele, meinem ganzen Leib, samt allem, was mir gehört.
Wort für Wort
indrasya
Indras (Gen.Sg.)
varūtham
der Schirm (Nom.Sg.n.)
asi
du bist (2.Sg.Präs.)
taṃ
zu dir (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hin- (Präverb)
padye
ich trete (1.Sg.Präs.Med.)
taṃ
in dich (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pra
hinein- (Präverb)
viśāmi
ich gehe (1.Sg.Präs.)
sarvaguḥ
mit all meinem Vieh (Nom.Sg., Kompositum)
sarvapūruṣaḥ
sarva 'all, ganz' + go 'Rind, Vieh' → mit all meinem Vieh (Nom.Sg.)
sarvātmā
sarva 'all' + pūruṣa 'Mensch, Leute' → mit all meinen Leuten (Nom.Sg.)