āvatas ta āvataḥ parāvatas ta āvataḥ ihaiva bhava mā nu gā mā pūrvān anu gāḥ pitṝn asuṃ badhnāmi te dṛḍham
Von nah und von fern bist du zurückgeholt – bleib hier und geh nicht fort! Geh nicht den früheren Vorvätern nach; deinen Lebensatem binde ich dir fest.
yad dudrohitha śepiṣe striyai puṃse acittyā unmocanapramocane ubhe vācā vadāmi te
Was du gefrevelt hast, was du geflucht hast, gegen Frau oder Mann, unwissentlich – die Lösung und die Befreiung, beide spreche ich dir mit meinem Wort zu.
yat enaso mātṛkṛtāc cheṣe pitṛkṛtāc ca yat unmocanapramocane ubhe vācā vadāmi te
Von der Schuld, die durch die Mutter entstanden und noch übrig ist, und die durch den Vater entstanden ist – die Lösung und die Befreiung, beide spreche ich dir mit meinem Wort zu.
yat te mātā yat te pitā jamir bhrātā ca sarjataḥ pratyak sevasva bheṣajaṃ jaradaṣṭiṃ kṛṇomi tvā
Was Mutter, Vater, Schwester und Bruder dir angetan haben mögen – nimm dagegen das Heilmittel an; ich mache dich zum Greis, der ein hohes Alter erreicht.
Herbeigerufen, komm zurück, kundig des Aufstiegs vom Weg, des Emporsteigens, des Herantretens, des Gangs von einem Lebenden zum anderen. [Anm.: Deutung von „jīvato jīvataḥ ayanam“ unsicher.]
Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben! Ich mache dich zum Greis; ich habe die Krankheit aus deinen Gliedern vertrieben, das Gliederfieber von dir.
aṅgabhedo aṅgajvaro yaś ca te hṛdayāmayaḥ yakṣmaḥ śyena iva prāpaptad vacā sāḍhaḥ parastarām
Gliederbrechen, Gliederfieber und die Herzkrankheit, die dich befiel wie ein herabstoßender Habicht – durch das Wort ist sie überwunden und weit fortgejagt.
namo yamāya namo astu mṛtyave namaḥ pitṛbhya uta ye nayanti utpāraṇasya yo veda tam agniṃ puro dadhe 'smā ariṣṭatātaye
Verehrung sei Yama, Verehrung dem Tod, Verehrung den Vätern und denen, die die Seelen geleiten! Den Agni, der das Hinüberführen kennt, setze ich diesem voran, zu seinem Unversehrtbleiben.
aitu prāṇa aitu mana aitu cakṣur atho balam śarīram asya sam vidāṃ tat padbhyāṃ prati tiṣṭhatu
Es komme der Atem, es komme der Geist, es komme das Augenlicht und die Kraft; wir sollen seinen Körper wiedererkennen – auf seinen Füßen stehe er wieder fest!
prāṇenāgne cakṣuṣā saṃ sṛjemaṃ sam īraya tanvā saṃ balena vetthāmṛtasya mā nu gān mā nu bhūmigṛho bhuvat
Verbinde ihn, Agni, mit Lebensatem, mit Augenlicht; belebe ihn, verbinde ihn mit Körperkraft; du kennst die Unsterblichkeit – er soll nicht dorthin gehen, nicht zum Erdhaus werden!
Wort für Wort
prāṇenāgne
mit Lebensatem – Agni (Instr.Sg.+Vok.Sg., sandhi)
cakṣuṣā
mit Augenlicht (Instr.Sg.)
saṃ
zusammen (Präverb)
sṛjemaṃ
verbinde ihn! (2.Sg.Impv., sandhi)
sam
zusammen (Präverb)
īraya
belebe! (2.Sg.Impv.)
tanvā
mit Körper (Instr.Sg.)
saṃ
zusammen (Präverb)
balena
mit Kraft (Instr.Sg.)
vetthāmṛtasya
du kennst – der Unsterblichkeit (2.Sg.Perf.+Gen.Sg., sandhi)
Diese Zunge, drinnen redend, ist dir eng verbunden; durch dich habe ich die Krankheit vertrieben und die hundert Heilkräfte des Fiebers verkündet. [Anm.: „baddhā paniṣpadā“ ist philologisch unsicher.]
ayaṃ lokaḥ priyatamo devānām aparājitaḥ yasmai tvam iha mṛtyave diṣṭaḥ puruṣa jajñiṣe sa ca tvānu hvayāmasi mā purā jaraso mṛthāḥ
Diese Welt ist die liebste der Götter, die unbesiegte; für den Tod, dem du bestimmt warst, o Mensch, als du geboren wurdest – gerade sie rufen wir dich zurück; stirb nicht vor dem hohen Alter!