Mein sei, Agni, der Glanz in den Wettrufen; wir, dich entzündend, wollen unseren Leib stärken; mir sollen sich die vier Himmelsrichtungen neigen; mit dir als Aufseher wollen wir die Schlachten gewinnen.
agne manyuṃ pratinudan pareṣāṃ tvaṃ no gopāḥ pari pāhi viśvataḥ apāñco yantu nivatā durasyavo 'maiṣāṃ cittaṃ prabudhāṃ vi neśat
Agni, den Zorn der anderen zurückstoßend, sei unser Hüter, beschütze uns von allen Seiten; abwärts, in die Tiefe, sollen die Übelwollenden gehen; ihr Denken, ihr Erwachtsein soll ganz und gar zunichtewerden.
mama devā vihave santu sarva indravanto maruto viṣṇur agniḥ mamāntarikṣam urulokam astu mahyaṃ vātaḥ pavatāṃ kāmāyāsmai
Mein sollen alle Götter im Wettruf sein, samt Indra die Maruts, Viṣṇu, Agni; mein sei der weiträumige Luftraum; für mich, für diesen meinen Wunsch, wehe der Wind.
mahyaṃ yajantāṃ mama yānīṣṭākūtiḥ satyā manaso me astu eno mā ni gāṃ katamac canāhaṃ viśve devā abhi rakṣantu meha
Für mich sollen sie opfern; mein Wunsch, den ich gehegt habe, sei wahr; auch meines Sinnes Wunsch sei wahr; in keine Schuld will ich geraten; alle Götter sollen mich hier beschützen.
Auf mich sollen die Götter durch Opfer Reichtum bringen; auf mir sei der Segenswunsch, auf mir die Göttergerufung; die göttlichen Hotars sollen uns dies erwerben; unversehrt wollen wir sein an Leib, mit guten Helden.
Wort für Wort
mayi
auf mich (Lok.Sg.)
devā
die Götter (Nom.Pl.)
draviṇam
Reichtum (Akk.Sg.)
ā
herbei (Präverb)
yajantāṃ
sollen bringen durch Opfer (3.Pl.Impv.)
mayi
auf mir (Lok.Sg.)
āśīr
der Segenswunsch (Nom.Sg.)
astu
sei (3.Sg.Impv.)
mayi
auf mir (Lok.Sg.)
devahūtiḥ
deva 'Gott' + hūti 'Anrufung' → Göttergerufung, Götteranrufung (Nom.Sg.)
daivāḥ
die göttlichen (Nom.Pl.)
hotāraḥ
Hotars, Opferpriester (Nom.Pl.)
saniṣan
sollen erwerben (3.Pl.Subj.)
na
uns (Akk.Pl.)
etad
dies (Akk.Sg.n.)
ariṣṭāḥ
unversehrt (Nom.Pl.)
syāma
wollen wir sein (1.Pl.Opt.)
tanvā
an Leib (Instr.Sg.)
suvīrāḥ
su 'gut' + vīra 'Held' → mit guten Helden (Nom.Pl.)
daivīḥ ṣaḍ urvīr uru naḥ kṛṇota viśve devāsa iha mādayadhvam mā no vidad abhibhā mo aśastir mā no vidad vṛjinā dveṣyā yā
Ihr sechs göttlichen Weiten, macht uns Raum; alle Götter, erfreut euch hier; nicht soll uns Bedrängnis finden, noch üble Rede; nicht sollen uns krumme, hassenswerte Wege finden.
Ihr drei Göttinnen, gewährt uns großen Schutz, unserer Nachkommenschaft, unserem Leib und was gedeiht; nicht wollen wir verlassen werden an Nachkommenschaft, nicht an Leibern; nicht wollen wir dem Hassenden ausgeliefert sein, o König Soma.
uruvyacā no mahiṣaḥ śarma yachatv asmin have puruhūtaḥ purukṣu sa naḥ prajāyai haryaśva mṛḍendra mā no rīriṣo mā parā dāḥ
Der weiträumige Büffel gewähre uns Schutz, der Vielgerufene bei diesem Ruf, der Viehreiche; sei uns gnädig für unsere Nachkommenschaft, du mit den falben Rossen, Indra; schade uns nicht, gib uns nicht preis.
Wort für Wort
uruvyacā
uru 'weit' + vyacas 'Raum, Weite' → der weiträumige (Nom.Sg.)
no
uns (Dat.Pl.)
mahiṣaḥ
der Büffel (Epitheton Indras) (Nom.Sg.)
śarma
Schutz (Akk.Sg.n.)
yachatv
gewähre (3.Sg.Impv.)
asmin
bei diesem (Lok.Sg.)
have
Ruf (Lok.Sg.)
puruhūtaḥ
puru 'viel' + hūta 'gerufen' → der Vielgerufene (Nom.Sg.)
purukṣu
puru 'viel' + kṣu 'Nahrung, Vieh' → der Viehreiche, Nahrungsreiche (Nom.Sg.) [?]
sa
er (Nom.Sg.)
naḥ
uns (Dat.Pl.)
prajāyai
für die Nachkommenschaft (Dat.Sg.)
haryaśva
hari 'falb, goldgelb' + aśva 'Ross' → o Falbrossiger (Vok.Sg., Epitheton Indras)
Dhātṛ, Vidhātṛ, der Herr der Welt, der Gott Savitṛ, der Bezwinger feindlicher Absicht; die Ādityas, die Rudras, beide Aśvins, die Götter – sie sollen den Opferherrn vor Verderben schützen.
ye naḥ sapatnā apa te bhavantv indrāgnibhyām ava bādhāmaha enān ādityā rudrā uparispṛśo no ugraṃ cettāram adhirājam akrata
Die unsere Rivalen sind, die sollen entfernt sein; mit Indra und Agni stoßen wir sie hinweg; die Ādityas und die Rudras, die selbst bis zum Himmel reichen, haben uns einen gewaltigen Wächter, einen Oberkönig geschaffen. [Anm.: „uparispṛśaḥ" („himmelsberührend") ist Epitheton der Ādityas/Rudras selbst, nicht – wie in der Vorfassung – auf „uns" bezogen.]
arvāñcam indram amuto havāmahe yo gojid dhanajid aśvajid yaḥ imaṃ no yajñaṃ vihave śṛṇotv asmākam abhūr haryaśva medī
Von dorther rufen wir Indra herbei, den Herwärtsgewandten, der Rinder gewinnt, Reichtum gewinnt, Rosse gewinnt; er höre unser Opfer beim Wettruf; sei unser, du mit den falben Rossen, Bundesgenosse.
Wort für Wort
arvāñcam
den Herwärtsgewandten (Akk.Sg.)
indram
Indra (Akk.Sg.)
amuto
von dorther (Adv.)
havāmahe
wir rufen herbei (1.Pl.Präs.Med.)
yo
der welcher (Nom.Sg.)
gojid
go 'Rind' + jit 'gewinnend' → Rinder gewinnend (Nom.Sg.)