Von vorn angespannt, fahre, o Jātavedas! Agni, erkenne, was hier vollzogen wird; du bist der Arzt, der Bereiter des Heilmittels – durch dich mögen wir Rind, Roß, Mensch gewinnen.
tathā tad agne kṛṇu jātavedo viśvebhir devaiḥ saha saṃvidānaḥ yo no dideva yatamo jaghāsa yathā so asya paridhiṣ patāti
So bewirke dies, Agni, o Jātavedas, mit allen Göttern einträchtig, daß jener, wer immer er ist, der uns verspottet und verzehrt hat, in die ihn selbst umschließende Falle stürze.
akṣyau ni vidhya hṛdayaṃ ni vidhya jihvāṃ ni tṛnddhi pra dato mṛṇīhi piśāco asya yatamo jaghāsāgne yaviṣṭha prati śṛṇīhi
Durchbohre ihm die Augen, durchbohre ihm das Herz, durchbohre und zerschneide ihm die Zunge, zermalme ihm die Zähne – welcher Piśāca ihn auch immer verzehrt hat, zermalme du ihn, Agni, du Jüngster!
yad asya hṛtaṃ vihṛtaṃ yat parābhṛtam ātmano jagdhaṃ yatamat piśācaiḥ tad agne vidvān punar ā bhara tvaṃ śarīre māṃsam asum erayāmaḥ
Was von seinem Selbst geraubt, verstreut, weggetragen, gefressen wurde von den Piśāca – das trage du, kundiger Agni, wieder herbei; wir bringen dem Körper das Fleisch, den Lebensatem, wieder.
āme supakve śabale vipakve yo mā piśāco aśane dadambha tad ātmanā prajayā piśācā vi yātayantām agado 'yam astu
Am Rohen, am gut Gegarten, am gescheckten, am durch-Gegarten – welcher Piśāca mich beim Essen betrogen hat, das sollen die Piśāca mit meinem eigenen Selbst und meiner Nachkommenschaft wieder gutmachen; gesund sei dieser hier!
kṣire mā manthe yatamo dadambhākṛṣṭapacye aśane dhānye yaḥ tad ātmanā prajayā piśācā vi yātayantām agado 'yam astu
An der Milch, am Rührtrank hat mich betrogen, wer es war, an der ungepflügt gereiften Speise, am Korn – das sollen die Piśāca mit meinem eigenen Selbst und meiner Nachkommenschaft wieder gutmachen; gesund sei dieser hier!
Wort für Wort
kṣire
an der Milch (Lok.Sg.)
mā
mich (Akk.Sg.)
manthe
am Rührtrank (Lok.Sg.)
yatamo
wer immer (Nom.Sg.)
dadambhākṛṣṭapacye
betrogen hat – an der ungepflügt Gereiften (3.Sg.Perf.+Lok.Sg., sandhi)
apāṃ mā pāne yatamo dadambha kravyād yātūnām śayane śayānam tad ātmanā prajayā piśācā vi yātayantām agado 'yam astu
Beim Trinken des Wassers hat mich betrogen, wer es war, der fleischfressende Yātu-Dämon, während ich lag im Lager – das sollen die Piśāca mit meinem eigenen Selbst und meiner Nachkommenschaft wieder gutmachen; gesund sei dieser hier!
divā mā naktaṃ yatamo dadambha kravyād yātūnām śayane śayānam tad ātmanā prajayā piśācā vi yātayantām agado 'yam astu
Bei Tag oder bei Nacht hat mich betrogen, wer es war, der fleischfressende Yātu-Dämon, während ich lag im Lager – das sollen die Piśāca mit meinem eigenen Selbst und meiner Nachkommenschaft wieder gutmachen; gesund sei dieser hier!
kravyādam agne rudhiraṃ piśācaṃ manohanaṃ jahi jātavedaḥ tam indro vājī vajreṇa hantu chinattu somaḥ śiro asya dhṛṣṇuḥ
Den fleischfressenden, blutigen Piśāca, den Sinnraubenden, erschlage, Agni, o Jātavedas! Ihn soll Indra, der Rossestarke, mit dem Vajra erschlagen; Soma, der Kühne, soll ihm den Kopf abschneiden.
Wort für Wort
kravyādam
den fleischfressenden (Akk.Sg.)
agne
Agni (Vok.Sg.)
rudhiraṃ
blutigen (Akk.Sg.)
piśācaṃ
Piśāca (Akk.Sg.)
manohanaṃ
manas 'Sinn' + han 'raubend, tötend' → den Sinnraubenden (Akk.Sg.)
sanād agne mṛṇasi yātudhānān na tvā rakṣāṃsi pṛtanāsu jigyuḥ sahamūrān anu daha kravyādo mā te hetyā mukṣata daivyāyāḥ
Von alters her zermalmst du, Agni, die Yātudhāna (Zauberer/Hexenwesen); nie haben dich die Rakṣas (Dämon/Unhold) in den Kämpfen besiegt. Verbrenne die Fleischfresser samt ihrem Anhang; nicht sollen sie deinem göttlichen Geschoß entrinnen! [Anm.: „sahamūrān“ (Anhang) ist ein seltenes, unsicher gedeutetes Wort.]
Wort für Wort
sanād
von alters her
agne
Agni (Vok.Sg.)
mṛṇasi
zermalmst du (2.Sg.Präs.)
yātudhānān
yātu 'Zauberkraft' + dhāna 'besitzend' → die Yātudhāna (Zauberer) (Akk.Pl.)
tārṣṭāghīr agne samidhaḥ prati gṛhṇāhy arciṣā jahātu kravyād rūpaṃ yo asya māṃsaṃ jihīrṣati
Nimm, Agni, die Tārṣṭāghī-Brennscheite mit deiner Flamme an; der fleischfressende Dämon, der sein Fleisch rauben will, soll seine Gestalt aufgeben und fliehen.