Quellen der Menschheit

Kauṣītaki-Brāhmaṇa (Śāṅkhāyana-Brāhmaṇa)

Adhyāya 1 Agnis drei Körper

Khaṇḍa 1: Der Auftakt-Mythos des Werks – Götter und Menschen wohnten einst gemeinsam in dieser Welt; weil Agni den Menschen in seiner vollen Gestalt unerträglich „schrecklich zu berühren“ war, teilten die Götter ihn in drei Körper: eine geläuterte Gestalt in den Gewässern, eine reinigende im Wind, eine lichte in der Sonne, während seine gütige, opfertaugliche Gestalt den Menschen verblieb. Die Verehrung aller drei Gestalten macht Agni beim Opfer wieder „vollständig“ und erschließt dem Opfernden die drei Welten. Khaṇḍa 2 (33 Pādas, 2026-09-18 ergänzt): etiologische Deutung der Sāmidhenī-/Ājyabhāga-/Samyājya-Formeln und Monatszahlen der Feuerlegung anhand des Neu- und Vollmondopfers. Khaṇḍa 3 (33 Pādas, 2026-09-18 ergänzt): der Mythos von Agnis Flucht vor dem Götter-Asura-Kampf und seiner Verbergung in den Jahreszeiten, als Begründung für Vor-/Nachopfer und den Zeitpunkt der (wiederholten) Feuerlegung (Neumond nach Āṣāḍha, Punarvasū-Mondhaus). Khaṇḍa 4 (20 Pādas, 2026-09-18 ergänzt): die Verteilungsformeln (Vibhakti) der Vor-/Nachopfer als verkürzte Ṛgveda-Zitate, Zahl Sechs (Jahreszeiten), und die beiden Ājyabhāga-Spenden (Vṛtra-Töter/Soma) als Ausgleich für Vollmondopfer und Soma-Bezug. Khaṇḍa 5 (26 Pādas): Die Pāda-Verse der Sāmidhenī-Reihe als Pańkti, ihr Ineinandergreifen, das leise (upāṃśu) Sprechen von Vibhakti, Ājyabhāga und Havis, das laute letzte Anuyāja, die Ablehnung des ausschließlich agnigeweihten Verfahrens, die Dakṣiṇā und die Adityā-Schlussspende.

asmin vai loka ubhaye deva manuṣyā āsuḥ | te devāḥ svargaṃ lokaṃ yanto agnim ūcuḥ | tvaṃ no asya lokasya adhyakṣa edhi iti | tān agnir uvāca | atha yad vo aham ghorasaṃsparśatamo asmi | anapacāyitāro manuṣyāḥ | katham vas tad bhaviṣyati yan manuṣyeṣv iti | te devā ūcuḥ | tasya vai te vayam ghorās tanūr vinidhāsyāmaḥ | atha yā eva te śivā śagmā yajñiyā tanūḥ | tayā iha manuṣyebhyo bhaviṣyasi iti | tasya apsu pavamānām adadhuḥ | vāyau pāvakām | āditye śucim | atha yā eva asya śivā śagmā yajñiyā tanūr āsīt | tayā iha manuṣyebhyo atapat | etā vā agnes tanvaḥ | tad yad etā devatā yajati | atra agniḥ sāṅgaḥ satanūḥ prīto bhavati | tā vai tisro bhavanti | trayo vā ime lokāḥ | imān eva tal lokān āpnoti

In dieser Welt lebten einst beide zugleich, Götter und Menschen. Die Götter, im Begriff, zur himmlischen Welt zu gehen, sprachen zu Agni: „Sei du der Aufseher über diese (irdische) Welt für uns!“ Zu ihnen sprach Agni: „Da ich für euch von schrecklichster Berührung bin, erweisen mir die Menschen keine Ehrerbietung. Wie soll das nun für euch werden, dass ich unter den Menschen (weile)?“ Die Götter sprachen: „Von dir werden wir die schrecklichen Körper beiseitelegen; mit demjenigen deiner Körper aber, der gütig, heilsam und opfertauglich ist, wirst du hier für die Menschen (da) sein.“ Von ihm legten sie die läuternde (Gestalt) in die Gewässer, die reinigende in den Wind, die lichte in die Sonne; mit demjenigen seiner Körper aber, der gütig, heilsam und opfertauglich war, brannte (leuchtete) er hier für die Menschen. Dies sind also Agnis (drei) Körper. Indem man diesen (drei) Gottheiten opfert, wird Agni dabei, vollständig an Gliedern, vollständig an Körper, zufrieden. Diese (Opfergaben) sind drei, denn drei sind diese Welten (Erde, Luftraum, Himmel); ebendiese Welten erlangt man dadurch. [Anm.: Die Quelle markiert mehrere Pādas dieses Khaṇḍa im Ritualtext beiläufig mit der Anwendungsrubrik „(agnyādhāna)“ – ein Hinweis auf die liturgische Verwendung dieser Stelle bei der Feuerlegung, kein Bestandteil des fortlaufenden Wortlauts.]

paurṇamāsam prathamāyai tantram bhavati | āmāvāsyam dvitīyāyai | tena ha asya darśapūrṇamāsāv anvārabdhau bhavataḥ | īḍitavatyau havyavāḍvatyau prathamāyai samyājye | tat samyājyā rūpam | dvyagnī dvitīyāyai | dvau hi agnī yajati | sapta asya sāmidhenīkāstṛtīyā | saptadaśa sāmidhenīkā vā iṣṭipaśubandhāḥ | tad iṣṭipaśubandhān āpnoti | sadvantāv ājyabhāgau bhavataḥ | asāni iti vā agnīn ādhatte | syām iti kāmayate | sa yadi ha vā api svaiṣāvīra iva sann agnīn ādhatte | kṣipra eva sambhavati | kṣipre bhogyatām aśnute | yaḥ sadvantau kurute | virājau samyājye | śrīr virāḍ annādyam | śriyo virājo annādyasya upāptyai | tā vai gāyatryo bhavanti | gāyatro vā agnir gāyatracchandāḥ | svena eva tac chandasā agnīn ādhatte | tā vā upāṃśu bhavanti | retaḥsiktir vā agnyādheyam | upāṃśu vai retaḥ sicyate | abhirūpā bhavanti | yad yajñe abhirūpaṃ tat samṛddhaṃ yajñasya eva samṛddhyai | dvādaśa dadyāt | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsaraḥ | saṃvatsarasya eva āptyai | aśvaṃ trayodaśam dadāti | yas trayodaśo māsas tasya āpyai |

[1] Das Vollmondopfer ist der Leitfaden (tantra) für das Erste, [2] das Neumondopfer für das Zweite. [3] Dadurch nun sind für ihn Neu- und Vollmondopfer (mit der Feuerlegung) verknüpft. [4] Die Verse „Īḍitavatī“ und „Havyavāḍvatī“ sind die Samyājya-Spendeverse für das Erste; [5] das ist die Gestalt der Samyājya-Verse. [6] Die „Zwei-Feuer“-Formel gilt für das Zweite; [7] denn er opfert dabei zwei Feuern. [8] Sieben Sāmidhenī-Verse (Kindholz-Sprüche) sind für das Dritte [Anm.: die Wortform im Quelltext („saptasasa“) ist verderbt/unklar segmentiert; hier probeweise als „sapta asya“, „seine sieben“, aufgelöst]. [9] Siebzehn Sāmidhenī-Verse aber kennzeichnen die Iṣṭi- und Paśubandha-Opfer (Speise- und Tieropfer); [10] dadurch erlangt er die Iṣṭi- und Paśubandha-Opfer. [11] Die beiden Ājyabhāga-Spenden (Butteranteile) sind „mit sad“ (d.h. mit dem Zusatzwort „sat“ versehen). [12] Mit dem Gedanken „Ich möge sein“ richtet er die Feuer ein; [13] „ich möge sein“ – das begehrt er. [14] Wenn er nun, mag er auch gleichsam heldenlos/kraftlos sein [?, Wortbildung „svaiṣāvīra“ unsicher], dennoch die Feuer einrichtet, [15] so gelangt er gleichwohl rasch zum Gedeihen, [16] rasch erlangt er den Genuss (des Wohlstands). [17] Wer die beiden „mit sad“-Spenden vollzieht, [18] für den sind die beiden Virāj-Verse die Samyājya-Verse. [19] Virāj ist Glanz und Speise-und-Trank; [20] (dies gilt) zur Erlangung von Glanz, von Virāj, von Speise-und-Trank. [21] Diese (Verse) sind Gāyatrī-Verse; [22] denn Agni ist gāyatrisch, ihm eignet das Gāyatrī-Metrum; [23] mit eben diesem seinem eigenen Metrum richtet er die Feuer ein. [24] Diese (Handlungen) geschehen leise/unhörbar gemurmelt (upāṃśu); [25] das Niederlegen der Feuer ist gleichsam ein Ausgießen von Samen; [26] denn leise/unhörbar wird der Same ausgegossen. [27] Sie sind wohlgestaltet; [28] was beim Opfer wohlgestaltet ist, das ist vollkommen/gedeihlich – zum Gedeihen eben des Opfers. [29] Er soll zwölf(fach) geben; [30] zwölf Monate nämlich sind das Jahr; [31] (dies gilt) zur Erlangung eben des (ganzen) Jahres. [32] Als Dreizehntes gibt er ein Pferd; [33] (dies gilt) zur Erlangung des dreizehnten Monats (des Schaltmonats). [Anm.: Dieses Khaṇḍa erklärt etiologisch, warum bei der Feuerlegung (Agnyādhāna) Elemente des Neu- und Vollmondopfers (Darśapūrṇamāsa) als Vorbild dienen – Verszahlen, Metren und Einzelformeln werden jeweils zahlensymbolisch (7/17 Sāmidhenīs, 12+1 Monate) und lautlich (upāṃśu = leise, als Bild für den Samenerguss) gedeutet.]

deva asurā vā eṣu lokeṣu samyattā āsuḥ | tebhyo agnir apākrāmat | sa ṛtūn prāviśat | te devā hatvā asurān vijitya agnim anvaicchan | tam yamaś ca varuṇaś ca anvapaśyatām | tam upāmantrayanta | tam ājñapayan | tasmai varam adaduḥ | sa ha etam varam vavre | prayājān me anuyājāṃś ca kevalān ghṛtam ca apām puruṣam ca oṣadhīnām iti | tasmād āhur āgneyāḥ prayāja anuyājā āgneyam ājyam iti | tato vai devā abhavan | parā asurāḥ | bhavaty ātmanā | parā asya dveṣyo ya evam veda | tad āhuḥ kasminn ṛtau punar ādadhīta iti | varṣāsv iti ha eka āhuḥ | varṣāsu vai sarve kāmāḥ | sarveṣām eva kāmānām āptyai | madhyā varṣe punar vasū nakṣatram udīkṣya punar ādadhīta | punar mā vasu vittam upanamatv iti | atho punaḥ kāmasya upāptyai | tad vai na tasmin kāle pūrvapakṣe punar vasubhyām sampadyate | yā eva eṣā āṣāḍhyā upariṣṭād amāvāsyā bhavati | tasyām punar ādadhīta | sā punar vasubhyām sampadyate | upāpto amāvāsyāyām kāmo bhavati | upāpto varṣāsu | upāptaḥ punar vasvoḥ | tasmāt tasyām punar ādadhīta | pañcakapālaḥ puroḍāśo bhavati | pañcapadā paṅktiḥ | pāṅkto vai yajño yajñasya eva āptyai |

[1] Götter und Asuras waren in diesen Welten im Kampf miteinander verstrickt. [2] Von ihnen entfernte sich Agni; [3] er ging in die Jahreszeiten ein (verbarg sich in ihnen). [4] Die Götter, nachdem sie die Asuras geschlagen und besiegt hatten, suchten nach Agni. [5] Ihn erblickten Yama und Varuṇa; [6] sie redeten ihn an; [7] sie unterwiesen ihn; [8] sie gaben ihm einen Wunsch. [9] Er nun erbat sich diesen Wunsch: [10] „Mir sollen die Vor- und Nachopfer (Prayāja und Anuyāja) allein gehören, sowie das Schmelzbutter der Gewässer und die Wesenheit der Pflanzen.“ [Anm.: „das Schmelzbutter der Gewässer“ und „die Wesenheit/Person der Pflanzen“ sind rätselhafte Formeln – vermutlich Erscheinungsformen Agnis in Wasser und Pflanzen, anknüpfend an seine Verbergung.] [11] Deshalb sagt man: Die Vor- und Nachopfer sind Agni-geweiht, das Schmelzbutter-Opfer ist Agni-geweiht. [12] Dadurch wurden die Götter überlegen, [13] die Asuras unterlagen; [14] ebenso wird (der Opferer) selbst überlegen, [15] sein Feind unterliegt, wer dies so weiß. [16] Dazu sagt man: „In welcher Jahreszeit sollte man das Feuer von neuem einrichten?“ [17] „In der Regenzeit“, sagen die einen; [18] denn in der Regenzeit sind alle Wünsche (erfüllbar); [19] zur Erlangung eben aller Wünsche. [20] In der Mitte der Regenzeit, nachdem man auf das Punarvasū-Mondhaus geachtet hat, sollte man von neuem einrichten – [21] „möge mir das erworbene Gut wieder zukommen“ [Wortspiel mit „Punarvasū“, dem „wiederkehrenden Gut“], [22] und dies zur Wiedererlangung des früheren Wunsches. [23] Das Mondhaus fällt aber zu jener Zeit nicht mit dem tatsächlichen Punarvasū in der ersten Monatshälfte zusammen [Anm.: kalendarische Unstimmigkeit]; [24] welcher Neumond auch immer nach dem Vollmond des Āṣāḍha eintritt, [25] an diesem sollte man von neuem einrichten; [26] dieser fällt mit Punarvasū zusammen. [27] Erlangt wird der Wunsch am Neumond, [28] erlangt in der Regenzeit, [29] erlangt durch die beiden Punarvasū-Sterne; [30] deshalb sollte man an diesem Neumond von neuem einrichten. [31] Der Opferkuchen wird auf fünf Scherben dargebracht; [32] die Paṅkti hat fünf Versfüße; [33] das Opfer ist paṅkti-artig (fünfteilig) – zur Erlangung eben des ganzen Opfers.

vibhaktibhiḥ prayāja anuyājān yajati | ṛtavo vai prayāja anuyājāḥ | ṛtubhya enam tat samāharanti | agra āyāhi vītaye agnim dūtam vṛṇīmahe agninā agniḥ samidhyate agnir vṛtrāṇi jaṅghanad agneḥ stomam manāmahe agnā yo martyo duva ity etām ṛcām pratīkāni vibhaktayaḥ | tā vai ṣaḍ bhavanti | ṣaḍ vā ṛtavaḥ | ṛtubhya eva enam tat punaḥ samāharati | yathāyatham uttamau prayāja anuyājau yajati | tathā ha asya prayāja anuyājebhyo anitam bhavati | vārtraghnaḥ pūrva ājyabhāgaḥ pāpmana eva vadhāya | atho ha asya paurṇamāsāt tantrād anitam bhavati | agnim stomena bodhaya ity agnaye buddhimate pūrvam kuryād iti ha eka āhuḥ | svapiti iva vā etasya agnir yo agmim udvāsayate | tad eva enam tat punaḥ prabodhayati iti | vārtraghnas tv eva sthitaḥ | agna āyūṃṣi pavasa ity uttarasya puronuvākyā | pavasa it tat saumyam rūpam | kevala āgneyo hi yajña kratuḥ | tad yat pavamānasya kīrtayati | tathā ha asya saumyād ājyabhāgād anitam bhavati |

[1] Mit Verteilungsformeln (Vibhakti) opfert er die Vor- und Nachopfer (Prayāja und Anuyāja); [2] die Vor- und Nachopfer sind ja die Jahreszeiten; [3] von den Jahreszeiten her bringen sie ihm dies zusammen. [4] „Komm zuerst her zum Mahl“, „Wir erwählen Agni als Boten“, „Durch Agni wird Agni entzündet“, „Agni schlug die Feinde“, „Wir denken an Agnis Loblied“, „O Agni, welcher Sterbliche dir dient“ – die Anfangsworte dieser Ṛgveda-Verse sind die Verteilungsformeln. [5] Diese sind sechs an der Zahl; [6] sechs sind ja die Jahreszeiten; [7] von den Jahreszeiten her bringt er ihm dies wiederum zusammen. [8] Er opfert das jeweils letzte Vor- und Nachopfer der Reihe nach; [9] so bleibt ihm nichts von den Vor- und Nachopfern unbeglichen [Anm.: „anitam“, wörtl. etwa „ungetilgt“, Deutung unsicher]. [10] Der Vṛtra-Töter (Agni) ist die erste Ājyabhāga-Spende, zur Tötung eben des Übels; [11] und so bleibt ihm nichts vom Vollmondopfer-Leitfaden unbeglichen. [12] „Wecke Agni mit dem Loblied“ – dies solle man zuerst für den wachsamen Agni tun, sagen die einen; [13] denn gleichsam schläft dessen Agni, der das alte Feuer ablegt; [14] eben dieser Vers weckt ihn dann wieder auf. [15] Der Vṛtra-Töter aber bleibt bestehen. [16] „O Agni, läutere die Lebenszeiten“ ist die Einleitungsformel des zweiten Ājyabhāga; [17] „läutere“ – das ist die Soma-Gestalt davon; [18] denn das Opferwerk ist ja rein Agni-geweiht; [19] dass er dabei den „Läuternden“ (Soma) erwähnt, [20] so bleibt ihm auch nichts von der Soma-bezogenen Ājyabhāga-Spende unbeglichen.

pada paṅktayo yājyā puronuvākyāḥ | pañca padā paṅktiḥ | pāṅkto vai yajño yajñasya eva āptyai | vyatiṣaktā bhavanti | vyatiṣaktā iva vā ime prāṇā ātmānam bhuñjanti iti | sā sarvā eva sasāmidhenīka upāṃśu bhavaty āpūrvābhyām anuyājābhyām | ā hy ato vibhaktayo anuprotā bhavanti | atho sarve vai kāmā vibhaktiṣu | tasmād upāṃśu bhavanti | sarveṣām eva kāmānām āptyai | uccais tv eva uttamena anuyājena yajati | uccaiḥ sūkta vāka śamyu vāka āvāha | tad yathā vidam ity āvir naṣṭam kruyāt | evam tad āviḥ kāmān karoty āpam iti | trayam ha eke upāṃśu kurvanti vibhaktīr uttaram ājya bhāgam havir iti | etāvad dhy āgantu bhavati iti | sā vā upāṃśu niruktā bhavati | dvayam vā agre rūpam niruktam ca aniruktam ca | tad eva asya tena āpnoti | sarva āgneyam ha eke kurvanti | na tathā kuryāt | tasyai punar utsyūto jarat saṃvyāhaḥ punaḥ saṃskṛtaḥ kadratho anaḍvān hiraṇyam vā dakṣiṇā | punaḥ karma hy etat | ādityā dvitīyā | pratiṣṭhā vā aditiḥ | pratiṣṭhityā eva pratiṣṭhityā eva |

[1] Die Yājyā- und Puronuvākyā-Verse bestehen aus Pādas und sind fünfzeilig (Paṅkti); [2] fünf Pādas sind eine Paṅkti; [3] fünffach (pāṅkta) ist ja das Opfer, (dies geschieht) eben zur Erlangung des Opfers. [4] Sie sind ineinander verflochten; [5] denn diese Lebenshauche gleichsam ineinander verflochten genießen das Selbst (ātman) – so (sagt man). [6] Diese (Reihe) ist als ganze samt den Sāmidhenī-Versen leise (upāṃśu) zu sprechen, bis zu den beiden letzten Nachopfern (Anuyāja); [7] denn bis dorthin sind die Verteilungsformeln (Vibhakti) aufgereiht; [8] und alle Wünsche liegen ja in den Verteilungsformeln. [9] Darum werden sie leise gesprochen, [10] zur Erlangung aller Wünsche. [11] Laut aber opfert er mit dem letzten Anuyāja; [12] laut (sind) Sūktavāka und Śaṃyuvāka, (dann) der Āvāha [Anm.: Text an dieser Stelle verderbt, Lesung unsicher]. [13] Wie man etwas Verlorenes „Ich habe es gefunden“ sagend offen hervorholen würde, [14] so macht er die Wünsche offenbar: „Ich habe es erlangt“ – so (sagt man). [15] Ein Dreifaches, sagen einige, sprechen sie leise: die Verteilungsformeln, das nachfolgende Ājyabhāga (Buttergabe) und den Havis-(Vers) – so (heißt es); [16] denn so viel ist das Hinzukommende – so (sagt man). [17] Jene (Formel) wird aber leise ausdrücklich ausgesprochen (nirukta); [18] denn zweifach ist die Gestalt am Anfang: ausgesprochen und nicht ausgesprochen. [19] Eben dadurch erlangt er (beides) von ihr. [20] Einige lassen (alles) ganz auf Agni bezogen sein; [21] so soll man es nicht machen. [22] Als deren Dakṣiṇā (gilt): ein wieder zusammengenähtes altes Gewand, ein neu hergerichteter, rotbrauner Stier oder Gold. [23] Denn dies ist ein Wiederholungsritus; [24] die Ādityā-(Spende) ist die zweite; [25] Aditi ist ja der Halt, [26] (dies) eben zum Halt, eben zum Halt.

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