ā no agne sumatiṃ saṃbhalo gamed imāṃ kumārīṃ saha no bhagena juṣṭā vareṣu samaneṣu valgur oṣaṃ patyā saubhagam astu asyai
Agni, es komme zu uns huldvolle Gesinnung als Beistand [Anm.: saṃbhalaḥ ist ein Hapax legomenon unsicherer Bedeutung]; dieses Mädchen sei, zusammen mit uns, von Bhaga (dem Gott des Glücks und der Zuteilung) geliebt, in den Freiersversammlungen lieblich und anmutig [Anm.: valgu oṣam ist textlich unsicher und wird hier nur ungefähr wiedergegeben]; Glück mit dem Gatten werde ihr zuteil.
Das von Soma geliebte, das vom Zauberwort (brahma) geliebte, das von Aryaman zusammengebrachte Glück (bhaga) – durch die Wahrheit des Gottes Dhātṛ (des Ordners) bewirke ich, dass sie einen Gatten findet.
Wort für Wort
somajuṣṭaṃ
soma 'Soma' + juṣṭa 'geliebt' → das von Soma geliebte (Akk.Sg.)
brahmajuṣṭam
brahman 'Zauberwort, heilige Rede' + juṣṭa 'geliebt' → das vom Zauberwort geliebte (Akk.Sg.)
aryamnā
von Aryaman (Instr.Sg.)
saṃbhṛtaṃ
zusammengebrachte (Akk.Sg.Part.)
bhagam
Glück (Akk.Sg., Bhaga)
dhātur
des Dhātṛ (Gen.Sg., Gottheit)
devasya
des Gottes (Gen.Sg.)
satyena
durch die Wahrheit (Instr.Sg.)
kṛṇomi
bewirke ich (1.Sg.Präs.)
pativedanam
pati 'Gatte' + vedana (zu vid- 'finden') → das Gattenfinden (Akk.Sg.)
iyam agne nārī patim videṣṭa somo hi rājā subhagāṃ kṛṇoti suvānā putrān mahiṣī bhavāti gatvā patiṃ subhagā vi rājatu
Diese Frau, Agni, möge einen Gatten finden; denn König Soma macht, wenn er ausgepresst wird, glückhaft; sie werde Mutter von Söhnen, werde Herrin (mahiṣī); zum Gatten gegangen, leuchte die Glückliche hervor.
Wie dieser Wildesel, o Freigebiger, lieblich und den wilden Tieren teuer, einen guten Sitz gefunden hat [Anm.: suṣadā babhūva ist unsicher übersetzt], so sei diese Frau, von Bhaga geliebt, ihrem Gatten von Herzen zugetan und lasse ihn nie im Stich.
bhagasya nāvam ā roha pūrṇām anupadasvatīm tayopapratāraya yo varaḥ pratikāmyaḥ
Besteige das volle Schiff des Bhaga, das keine Lecks hat [Anm.: anupadasvatīm ist ein unsicher gedeutetes Hapax legomenon]; mit ihm befördere herüber den Freier, der dir nach Wunsch ist.
Dies ist das Gold, dies der Gulgulu (Räucherharz), und dies das Rinderfett [Anm.: aukṣa ist unsicher gedeutet, wörtlich etwa 'vom Stier/Rind stammend'], und Bhaga selbst – diese haben dich dem Gatten gegeben, damit dich der Freier nach Wunsch gewinne. Savitṛ führe dich her, es führe dich der Gatte, der dir nach Wunsch ist.
Wort für Wort
idaṃ
dies (Nom.Sg.)
hiraṇyaṃ
das Gold (Nom.Sg.)
gulgulv
der Gulgulu (Nom.Sg., Räucherharz)
ayam
dies (Nom.Sg.)
aukṣo
das Rinderfett (Nom.Sg.) [?]
atho
und auch (Konj.)
bhagaḥ
Bhaga (Nom.Sg.)
ete
diese (Nom.Pl.)
patibhyas
dem Gatten (Dat.Pl./Sg.)
tvām
dich (Akk.Sg.)
aduḥ
haben gegeben (3.Pl.Perf./Aor.)
pratikāmāya
prati- 'gemäß, nach' + kāma 'Wunsch' → dem Freier nach Wunsch (Dat.Sg.)