vaṣaṭ te pūṣann asmint sūtāv aryamā hotā kṛṇotu vedhāḥ sisratāṃ nāry ṛtaprajātā vi parvāṇi jihatāṃ sūtavā u
Vaṣaṭ dir, Pūṣan, bei dieser Geburt! Aryaman (Gott der Gemeinschaft), der Hotṛ-Priester, der Ordner, vollziehe sein Werk; die Frau, die nach der Wahrheitsordnung Gebärende, löse sich; die Gelenke sollen sich öffnen zur Geburt.
Wort für Wort
vaṣaṭ
Vaṣaṭ (Opferruf)
te
dir (Dat.Sg.)
pūṣann
o Pūṣan (Vok.Sg.)
asmint
bei dieser (Lok.Sg.)
sūtāv
Geburt (Lok.Sg.)
aryamā
Aryaman (Gott der Gemeinschaft) (Nom.Sg.)
hotā
der Hotṛ-Priester (Nom.Sg.)
kṛṇotu
vollziehe (3.Sg.Impv.)
vedhāḥ
der Ordner (Nom.Sg.)
sisratāṃ
sie löse sich (3.Sg.Impv.)
nāry
die Frau (Nom.Sg.)
ṛtaprajātā
ṛta 'Wahrheit(sordnung)' + prajātā 'geboren, gebärend' (Nom.Sg.) → die nach der Wahrheitsordnung Geborene/Gebärende
Die vier Richtungen des Himmels, die vier der Erde — und die Götter haben die Leibesfrucht in Bewegung gesetzt; sie sollen sie zur Geburt hin freilegen.
sūṣā vy ūrṇotu vi yoniṃ hāpayāmasi śrathayā sūṣaṇe tvam ava tvaṃ biṣkale sṛja
Die gute Geburtshelferin Sūṣā möge sich öffnen, den Schoß weit öffnen wir; löse die Bänder, o gute Löserin Sūṣaṇā; lass los, o Löserin des Kindes, Biṣkalā! [Anm.: Sūṣā, Sūṣaṇā und Biṣkalā sind sonst nicht belegte Namen/Beinamen von Geburtsgöttinnen; ihre genaue Bedeutung, vor allem „Biṣkalā“, ist unklar]
Nicht im Fleisch, nicht im Fett, nicht im Mark sei es festgewachsen; fort gehe die gesprenkelte Nachgeburtshülle; dem Hund zum Fraß falle die Eihaut — es falle die Eihaut herab.
vi te bhinadmi mehanaṃ vi yoniṃ vi gavīnike vi mātaraṃ ca putraṃ ca vi kumāraṃ jarāyuṇāva jarāyu padyatām
Ich löse dir den Harnkanal, löse den Schoß, löse die beiden Harnwege, löse die Mutter und das Kind, löse den Knaben von der Eihaut — es falle die Eihaut herab.