idaṃ janāso vidatha mahad brahma vadiṣyati na tat pṛthivyāṃ no divi yena prāṇanti vīrudhaḥ
Dies, ihr Leute, sollt ihr wissen: ein großes Zauberwort wird verkündet werden [Anm.: Hymnus 1.32 ist ein rätselhaftes Weisheits-/Brahmodya-Lied, dessen genauer Sinn umstritten ist] – das, wodurch die Pflanzen (vīrudh) atmen, ist weder auf der Erde noch im Himmel zu finden.
yad rodasī rejamāne bhūmiś ca niratakṣatam ārdraṃ tad adya sarvadā samudrasyeva śrotyāḥ
Was die beiden Welthälften (Rodasī) [Anm.: rodasī bezeichnet meist „Himmel und Erde“ als Paar; das Verhältnis zum separat genannten „bhūmi“ („Erde“) in dieser Zeile ist unklar] und die Erde, erzitternd, herausgeformt haben – das ist heute noch feucht, allezeit, wie der Strom des Meeres.
viśvam anyām abhīvāra tad anyasyām adhi śritam dive ca viśvavedase pṛthivyai cākaraṃ namaḥ
Alles ist in der einen [Welt] geborgen [Anm.: „abhīvāra“ ist ein seltenes, unsicher gedeutetes Wort; Syntax und Sinn dieser Zeile sind in der Forschung umstritten], das andere ist auf der anderen gegründet; dem Himmel, dem Allwissenden, und der Erde habe ich Verehrung erwiesen.
Wort für Wort
viśvam
alles (Nom.Sg.)
anyām
in der einen (Lok.Sg.)
abhīvāra
geborgen [?] (Nom.Sg.)
tad
das (Nom.Sg.)
anyasyām
auf der anderen (Lok.Sg.)
adhi
darauf (Verbalpräfix)
śritam
gegründet (Nom.Sg.)
dive
dem Himmel (Dat.Sg.)
ca
und
viśvavedase
viśva 'alle' + vedas 'wissend' (Dat.Sg.) → der Allwissende