Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 1

Sūkta 23

naktaṃjātāsi oṣadhe rāme kṛṣṇe asikni ca idaṃ rajani rajaya kilāsaṃ palitaṃ ca yat

Du bist nachtgeboren, o Pflanze (oṣadhi), dunkelfarben, schwarz und schwärzlich; färbe, o Färberin, dies hier, das Kilāsa (weiße Hautflecken, wohl Vitiligo) und das Ergrauen.

Wort für Wort
naktaṃjātāsi
du bist nachtgeboren (naktaṃjātā+asi)
oṣadhe
o Pflanze (Vok.Sg.)
rāme
dunkelfarben (Vok.Sg.)
kṛṣṇe
schwarz (Vok.Sg.)
asikni
schwärzlich (Vok.Sg.)
ca
und
idaṃ
dies (Akk.Sg.)
rajani
o Färberin (Vok.Sg.)
rajaya
färbe (2.Sg.Impv.)
kilāsaṃ
das Kilāsa (weiße Hautflecken) (Akk.Sg.)
palitaṃ
das Ergrauen (Akk.Sg.)
ca
und
yat
das (Akk.Sg.)

kilāsaṃ ca palitaṃ ca nir ito nāśayā pṛṣat ā tvā svo viśatāṃ varṇaḥ parā śuklāni pātaya

Kilāsa und das Ergrauen laß von hier verschwinden, du Gesprenkelte; die eigene, natürliche Farbe soll in ihn eindringen [Anm.: das Sanskrit hat wörtlich „in dich“ (tvā); ob damit noch die Pflanze oder – wie hier angenommen – die kranke Person gemeint ist, ist unklar], die weißen Flecken laß hinwegfliegen.

Wort für Wort
kilāsaṃ
das Kilāsa (Akk.Sg.)
ca
und
palitaṃ
das Ergrauen (Akk.Sg.)
ca
und
nir
fort (Verbalpräfix)
ito
von hier
nāśayā
laß verschwinden (2.Sg.Impv.)
pṛṣat
du Gesprenkelte (Vok.Sg.)
ā
herein (Verbalpräfix)
tvā
in dich [?] (Akk.Sg.)
svo
die eigene (Nom.Sg.)
viśatāṃ
soll eindringen (3.Sg.Impv.)
varṇaḥ
Farbe (Nom.Sg.)
parā
hinweg (Verbalpräfix)
śuklāni
die weißen Flecken (Akk.Pl.)
pātaya
laß fliegen (2.Sg.Impv.)

asitaṃ te pralayanam āsthānam asitaṃ tava asiknī asy oṣadhe nir ito nāśayā pṛṣat

Schwarz ist dein Lager, schwarz dein Standort; schwarz bist du, o Pflanze; laß es, du Gesprenkelte, von hier verschwinden.

Wort für Wort
asitaṃ
schwarz (Nom.Sg.)
te
dein (Gen.Sg.)
pralayanam
Lager (Nom.Sg.)
āsthānam
Standort (Nom.Sg.)
asitaṃ
schwarz (Nom.Sg.)
tava
dein (Gen.Sg.)
asiknī
schwärzlich (Nom.Sg.)
asy
bist du (2.Sg.Präs.)
oṣadhe
o Pflanze (Vok.Sg.)
nir
fort (Verbalpräfix)
ito
von hier
nāśayā
laß verschwinden (2.Sg.Impv.)
pṛṣat
du Gesprenkelte (Vok.Sg.)

asthijasya kilāsasya tanūjasya ca yat tvaci dūṣyā kṛtasya brahmaṇā lakṣma śvetam anīnaśam

Des im Knochen entstandenen Kilāsa und des im Körper entstandenen, das sich auf der Haut zeigt – des von der Dūṣī, der „Verderberin“ [Anm.: dūṣī gilt als Name eines krankheitsverursachenden weiblichen Dämons], gemachten weißen Mals habe ich mit dem Zauberwort das Verschwinden bewirkt.

Wort für Wort
asthijasya
des im Knochen entstandenen (Gen.Sg.)
kilāsasya
des Kilāsa (Gen.Sg.)
tanūjasya
des im Körper entstandenen (Gen.Sg.)
ca
und
yat
das
tvaci
auf der Haut (Lok.Sg.)
dūṣyā
von der Dūṣī (Dämonin) (Instr.Sg.)
kṛtasya
des gemachten (Gen.Sg.)
brahmaṇā
mit dem Zauberwort (Instr.Sg.)
lakṣma
Mal (Akk.Sg.)
śvetam
weißes (Akk.Sg.)
anīnaśam
ich habe verschwinden lassen (1.Sg.Aor.)

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