Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Aindra-Kāṇḍa

Kapitel 19 Indra-Lieder: Hilferuf, Somapressung, Gabenbitte

Zehn Verse an Indra, im Wechsel Preis, Einladung zum Somatrunk und Bitte um Gaben.

ita ūtī vo ajaraṃ prahetāramaprahitam āśuṃ jetāraṃ hetāraṃ rathītamamatūrtaṃ tugriyāvṛdham

Von hier aus [wollen wir] mit Hilfe für euch den Unalternden, den Antreiber, den selbst nicht Angetriebenen, den Raschen, Sieger, Schleuderer, besten Wagenkämpfer, den Unbezwungenen, den Förderer des Tugrya-Geschlechts [?] [rufen] [Anm.: Verb fehlt im Wortlaut, ergänzt].

mo ṣu tvā vāghataśca nāre asmanni rīraman ārāttādvā sadhamādaṃ na ā gahīha vā sannupa śrudhi

Keine Sänger oder Opferherren [vāghataḥ] sollen dich fern von uns festhalten. Selbst aus der Ferne komm zu unserem gemeinsamen Gastmahl; oder bist du hier, so höre bei uns zu.

sunota somapāvne somamindrāya vajriṇe pacatā paktīravase kṛṇudhvamitpṛṇannitpṛṇate mayaḥ

Presst Soma für den Somatrinker, den Keulenträger Indra; kocht das Gargekochte zur Gunst [ihm]; macht es so: der Freigebige verschafft dem Freigebigen Labsal [?].

yaḥ satrāhā vicarṣaṇirindraṃ taṃ hūmahe vayam sahasramanyo tuvinṛmṇa satpate bhavā samatsu no vṛdhe

Den, der die Gegner niederwirft und alles überschaut, Indra, den rufen wir. Tausendmütiger, Vielkräftiger, Herr des Guten, sei in den Kämpfen für unser Gedeihen da.

śacībhirnaḥ śacīvasū divānaktaṃ diśasyatam mā vāṃ rātirupa dasatkadā ca nāsmadrātiḥ kadā ca na

Mit euren Kräften, ihr beiden Kraftreichen, weist [oder: gewährt] uns bei Tag und Nacht [Beistand] zu [?] [Anm.: die beiden Angerufenen sind nicht genannt]. Nie soll eure Gabe ausgehen; nie soll eure Gabe uns fehlen.

yadā kadā ca mīḍhuṣe stotā jareta martyaḥ ādidvandeta varuṇaṃ vipā girā dharttāraṃ vivratānām

Wann immer der sterbliche Sänger dem Spendenreichen [Indra?] lobsingt, so soll er auch sogleich Varuṇa, den Erhalter der verschiedenartigen Bräuche [Anm.: vivratānām auch ‚der Verschiedenwilligen‘], mit erregtem Lied verehren.

pāhi gā andhaso mada indrāya medhyātithe yaḥ sammiślo haryoryo hiraṇyaya indro vajrī hiraṇyayaḥ

Trink, singe [?] im Rausch des Saftes für Indra, o Medhyātithi [?] [Anm.: gā kann ‚singe‘ oder ‚die Kühe/Lieder‘ sein; Textzustand fraglich]; er, der bei den beiden Falben verbunden ist, der goldene, Indra, der Keulenträger, der goldene.

ubhayaṃ śṛṇavacca na indro arvāgidaṃ vacaḥ satrācyā maghavāntsomapītaye dhiyā śaviṣṭha ā gamat

Beides soll uns Indra hören, dieses Wort, uns zugewandt; der Gabenreiche soll, du Stärkster, mit gleichgerichtetem [?] Gedanken zum Somatrunk herbeikommen.

mahe ca na tvādrivaḥ parā śulkāya dīyase na sahasrāya nāyutāye vajrivo na śatāya śatāmagha

Auch für einen großen Kaufpreis, Steinträger, wirst du nicht weit weggegeben; nicht für tausend, nicht für zehntausend, Keulenträger, nicht für hundert, du Hundertgütiger.

vasyāṃ indrāsi me pituruta bhrāturabhuñjataḥ mātā ca me chadayathaḥ samā vaso vasutvanāya rādhase

Besser [als Vater] bist du mir, Indra, als der Vater und als der Bruder, der nichts abgibt [?]. Und die Mutter und du, ihr beide gewährt mir Schutz [wörtl. Bedeckung; Anm.: Konstruktion unsicher], du Guter, zum Erlangen von Gütern, zur Gabe [?].

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