Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Aindra-Kāṇḍa

Kapitel 37 Indra, Soma, Savitṛ und Agni: längere Verse mit Refrains

Längere Verse (Ṛgveda-Parallelen); teils unsicherer Textzustand.

trikadrukeṣu mahiṣo yavāśiraṃ tuviśuṣmastṛmpatsomamapibadviṣṇunā sutaṃ yathāvaśam sa īṃ mamāda mahi karma karttave mahāmuruṃ sainaṃ saścaddevo devaṃ satya induḥ satyamindram

Bei den Trikadrukas trank der Mächtige, Kraftvolle, sich sättigend, den mit Gerste vermischten Soma, von Viṣṇu [?] gepresst, nach Belieben. Er berauschte sich daran, um große Tat zu tun; den Großen, Weiten soll dieser Gott, der wahre Tropfen, als Gott den wahren Indra erreichen. [Anm.: trikadrukeṣu = Bezeichnung von Somagefäßen oder Tagen, unsicher]

ayaṃ sahasramānavo dṛśaḥ kavīnāṃ matirjyotirvidharma bradhnaḥ samīcīruṣasaḥ samairayadarepasaḥ socetasaḥ svasare manyumantaścitā goḥ

Dieser (Soma) mit tausendfachem Maß [?], Blick der Seher, Einsicht, Licht, Stütze; der Rote [?] ließ die einträchtigen Morgenröten zusammen aufgehen, die makellosen, gleichgesinnten, zur Wohnstatt [?], zornvollen [?], nach der Kuh [?]. [Anm.: Textzustand fraglich]

endra yāhyupa naḥ parāvato nāyamacchā vidathānīva satpatirastā rājeva satpatiḥ havāmahe tvā prayasvantaḥ suteṣvā putrāso na pitaraṃ vājasātaye maṃhiṣṭhaṃ vājasātaye

Komm her, Indra, von fern zu uns, nicht wie [?] ein guter Hausherr zu Zusammenkünften, wie ein König, Herr der Guten, ein Schütze [?]. Wir rufen dich, Opfergabenreiche, bei den Pressungen, wie Söhne den Vater, zum Beutegewinn, den Freigebigsten zum Beutegewinn.

tamindraṃ johavīmi maghavānamugraṃ satrā dadhānamapratiṣkutaṃ śravāṃsi bhūriḥ maṃhiṣṭho gīrbhirā ca yajñiyo vavartta rāye no viśvā supathā kṛṇotu vajrī

Ihn, Indra, rufe ich immer wieder, den Gabenreichen, Grimmigen, der allzeit (Gutes) bereithält, den Unwiderstehlichen, der viele Ruhmestaten (vollbringt). Der Freigebigste, mit Liedern und in der Weihehandlung zu Verehrende, möge sich (uns) zuwenden; zum Reichtum soll uns alle Wege gut machen der Keilträger.

astu śrauṣṭpuro agniṃ dhiyā dadha ā nu tyacchardho divyaṃ vṛṇīmaha indravāyū vṛṇīmahe yaddha krāṇā vivasvate nābhā sandāya navyase adha pra nūnamupa yanti dhītayo devāṃacchā na dhītayaḥ

Es geschehe: er möge hören! Vorne setzen wir Agni mit Andacht; nun wählen wir jene himmlische Schar, Indra und Vāyu wählen wir. Wenn ... dem Vivasvat ... am Nabel [?] ... zum Neuen [?]. Dann gehen jetzt die Andachten hin, wie Andachten zu den Göttern. [Anm.: Textzustand fraglich]

pra vo mahe matayo yantu viṣṇave marutvate girijā evayāmarut pra śardhāya pra yajyave sukhādaye tavase bhandadiṣṭaye dhunivratāya śavase

Zu euch, den Großen: die Gedanken sollen gehen zu Viṣṇu, zum Marutbegleiteten [?], liedgeboren [Anm.: „evayāmarut“ Eigenname oder Beiwort, unsicher]; zum Trotzigen, Verehrungswürdigen, gut Essenden [?], Kraftvollen, Preiswürdigsten, Schüttler-Ordnungen (dhunivrata) Haltenden, Starken.

ayā rucā hariṇyā punāno viśvā dveṣāṃsi tarati sayugvabhiḥ sūro na sayugvabhiḥ dhārā pṛṣṭhasya rocate punāno aruṣo hariḥ viśvā yadrūpā pariyāsyṛkvabhiḥ saptāsyebhirṛkvabhiḥ

Mit diesem gelben Licht klärend überwindet er alle Feindschaften mit seinen Gleichgespannten, wie die Sonne mit ihren Gleichgespannten. Der Strom des Rückens leuchtet, klärend, der rötliche Falbe. Wenn du alle Gestalten umkreist mit den Strahlenden [?], den siebenmündigen Strahlenden.

abhi tyaṃ devaṃ savitāramoṇyoḥ kavikratumarcāmi satyasavaṃ ratnadhāmabhi priyaṃ matim ūrdhvā yasyāmatirbhā adidyutatsavīmani hiraṇyapāṇiramimīta sukratuḥ kṛpā svaḥ

Zu jenem Gott Savitṛ hin singe ich in den beiden Bechern [?], dem seherweisen, wahren Antrieb, Schatzbewahrer, zur lieben Einsicht. Dessen hoch aufragender Glanz [?] leuchtete auf bei seinem Antrieb; der Goldhändige, Kluge maß aus Gnade das Licht ab.

agniṃ hotāraṃ manye dāsvantaṃ vasoḥ sūnuṃ sahaso jātavedasaṃ vipraṃ na jātavedasam ya ūrdhvayā svadhvaro devo devācyā kṛpā ghṛtasya vibhrāṣṭimanu śukraśociṣa ājuhvānasya sarpiṣaḥ

Agni, den Rufer, halte ich für den Gabenreichen, den Sohn der Stärke [?], Jātavedas, den Seher wie Jātavedas. Der aufrecht, gut opfernd, als Gott mit gottzugewandter Gnade (wirkt); dem Glanz des Ghees nach, dem hell Leuchtenden, dem zugegossen wird, dem Schmelzbutter.

tava tyannaryaṃ nṛto 'pa indra prathamaṃ pūrvyaṃ divi pravācyaṃ kṛtam yo devasya śavasā prāriṇā asu riṇannapaḥ bhuvo viśvamabhyadevamojasā videdūrjaṃ śatakraturvidediṣam

Diese deine männliche Tat, Männerbewegender [?], Indra: die Wasser als erste, urzeitliche, im Himmel zu verkündende wurde getan; der du durch des Gottes Kraft das Leben freiließest, die Wasser strömen ließest [?]. Du wurdest durch Kraft über alles Gottlose Herr; finden möge der Hundertkräftige Stärke, finden Labung.

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