Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Aindra-Kāṇḍa

Kapitel 21 Uṣas- und Aśvin-Lieder, dann Indra: Somatrank und Wettbewerb

Die ersten Verse gelten Uṣas (Morgenröte) und den Aśvins, ab Vers 307 überwiegend Indra.

pratyu adarśyāyatyū3cchantī duhitā divaḥ apo mahī vṛṇute cakṣuṣā tamo jyotiṣkṛṇoti sūnari

Sie ist sichtbar geworden, die heranleuchtende Tochter des Himmels; die Große deckt mit ihrem Blick das Dunkel auf [Anm.: apo = apa u ‚weg/auf‘]; die Freundlich-Schöne schafft Licht.

imā u vāṃ diviṣṭaya usrā havante aśvinā ayaṃ vāmahve 'vase śacīvasū viśaṃviśaṃ hi gacchathaḥ

Diese Himmelsverlangen [oder: Himmelszeit-Feiern, diviṣṭayaḥ] [?] rufen euch, ihr beiden Lichten, Aśvins. Ich rufe euch zur Gunst, ihr Kraftreichen; denn ihr geht zu jedem Stamm.

ku ṣṭhaḥ ko vāmaśvinā tapāno devā martyaḥ ghnatā vāmaśmayā kṣapamāṇoṃśunetthamu ādunyathā

Wo seid ihr? Wer, ihr Aśvins, ist der Quälende [?], der Sterbliche, [den] ihr Götter [?] — ihr schlagt ihn mit Steinen [?] in der Nacht, den Zürnenden, den Stengel [?], und so habt ihr gezittert [?] [Anm.: Textzustand fraglich].

ayaṃ vāṃ madhumattamaḥ sutaḥ somo diviṣṭiṣu tamaśvinā pibataṃ tiro ahnyaṃ dhattaṃ ratnāni dāśuṣe

Dieser euer honigsüßester, gepresster Soma ist bei den Himmelszeit-Feiern [?]. Ihn trinkt, ihr Aśvins, den vom Tage her Abgesetzten [?] [Anm.: tiro ahnyam unsicher]; bringt dem Spender Kleinode.

ā tvā somasya galdayā sadā yācannahaṃ jyā bhūrṇiṃ mṛgaṃ na savaneṣu cukrudhaṃ ka īśānaṃ na yāciṣat

Mit einem Tropfen [?] Soma bitte ich dich stets, du Erregten [?] [Anm.: galdayā unsicher; Textzustand fraglich], der wie ein Hirsch bei den Pressungen zornig wurde: wer würde den Herrscher nicht bitten?

adhvaryo drāvayā tvaṃ somamindraḥ pipāsati upo nūnaṃ yuyuje vṛṣṇā harī ā ca jagāma vṛtrahā

Adhvaryu, lass du den Soma laufen; Indra will trinken. Er hat gewiss die beiden stierhaften Falben angeschirrt, und der Vṛtra-Töter ist herbeigekommen.

abhī ṣatastadā bharendra jyāyaḥ kanīyasaḥ purūvasurhi maghavanbabhūvitha bharebhare ca havyaḥ

Bring das her, Indra, an die Anwesenden [?] [Anm.: abhī ṣataḥ unsicher], das Größere für den Geringeren [?]. Denn du bist, Gabenreicher, reich an Gütern geworden, und in Kampf um Kampf bist du anzurufen.

yadindra yāvatastvametāvadahamīśīya stotāramiddadhiṣe radāvaso na pāpatvāya raṃsiṣam

Wenn ich, Indra, so viel vermöchte wie du, dann [würde ich] den Sänger stützen, du Güterspender; nicht würde ich mich zu Bösem gehen lassen [?] [Anm.: Wortlaut dadhiṣe (2. Sg.); Textzustand fraglich, Parallele RV 7.32.18 didhiṣeya].

tvamindra pratūrtiṣvabhi viśvā asi spṛdhaḥ aśastihā janitā vṛtratūrasi tvaṃ tūrya taruṣyataḥ

Du, Indra, bist in den Kämpfen der Überwinder aller Gegner. Du bist der Vernichter der Schmähung, der Erzeuger, der Vṛtra-Bezwinger; du bist der Rasche [gegenüber] dem Angreifenden [?].

pra yo ririkṣa ojasā divaḥ sadobhyaspari na tvā vivyāca raja indra pārthivamati viśvaṃ vavakṣitha

Der du mit Kraft über die Sitze des Himmels hinausragst: dich fasst der irdische Raum nicht, Indra; du bist über alles hinausgewachsen.

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