Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Aindra-Kāṇḍa

Kapitel 22 Indra-Lieder: Soma, Vṛtra-Tat und der Vogel im Himmel

Vers 319/320 rufen das Bild des Vogels; Vers 321 ist eine Schöpfungsaussage (Vena, Brahman).

asāvi devaṃ goṛjīkamandho nyasminnindro januṣemuvoca bodhāmasi tvā haryaśva yajñairbodhā na stomamandhaso madeṣu

Gepresst ist der göttliche Saft, mit Milch gemischt [?]; bei ihm hat Indra von Geburt an zugesprochen [?]. Wir wecken dich, Falbenfahrer, mit Verehrungen; achte auf unser Loblied im Rausch des Saftes.

yoniṣṭa indra sadane akāri tamā nṛbhiḥ purūhūta pra yāhi aso yathā no 'vitā vṛdhaściddado vasūni mamadaśca somaiḥ

Deine Sitzstätte, Indra, ist am Sitz bereitet; dorthin geh mit den Männern, Vielgerufener, damit du unser Helfer bist, unser Förderer, der Güter gibt und sich an Somas berauscht.

adardarutsamasṛjo vi khāni tvamarṇavānbadbadhānāṃ aramṇāḥ mahāntamindra parvataṃ vi yadvaḥ sṛjaddhārā ava yaddānavānhan

Du hast aufgerissen und losgelassen die Öffnungen [Quellen]; du hast die Fluten, die gestauten, zur Ruhe [oder: zum Fließen] gebracht [?]. Den großen Berg, Indra, [spaltest du], als er euch [die Wasser] entließ, als er die Dānavas mit Strömen niederschlug [?] [Anm.: RV 5.32.1; Sinn der Verben unsicher].

suṣvāṇāsa indra stumasi tvā saniṣyantaścittuvinṛmṇa vājam ā no bhara suvitaṃ yasya konā tanā tmanā sahyāmā tvotāḥ

Wir, die wir pressen, preisen dich, Indra, Beute erstrebend, Vielkräftiger, [um] Kampfpreis. Bring uns Wohlsein herbei, damit wir mit [Nachkommen] und aus uns selbst, von dir beschützt, obsiegen [?] [Anm.: konā tanā unsicher].

jagṛhmā te dakṣiṇamindra hastaṃ vasūyavo vasupate vasūnām vidmā hi tvā gopatiṃ śūra gonāmasmabhyaṃ citraṃ vṛṣaṇaṃ rayindāḥ

Wir haben deine rechte Hand ergriffen, Indra, Güter begehrend, Herr der Güter. Denn wir kennen dich als Herrn der Rinder, Held: gib uns glänzenden, kraftvollen Reichtum [?].

indraṃ naro nemadhitā havanti yatpāryā yunajate dhiyastāḥ śūro nṛṣātā śravasaśca kāma ā gomati vraje bhajā tvaṃ naḥ

Indra rufen die Männer [in Bedrängnis], wenn sie jene zielführenden Gedanken anschirren. Held, Beschützer der Männer, und Verlangen nach Ruhm: hab Anteil an uns im rinderreichen Gehege.

vayaḥ suparṇā upa sedurindraṃ priyamedhā ṛṣayo nādhamānāḥ apa dhvāntamūrṇuhi pūrdhi cakṣurmumugdhyā3smānnidhayeva baddhān

Wie Vögel, Schönflügler, setzten sich die Seher, die Priyamedhas, bittend zu Indra. Decke die Finsternis weg, fülle das Auge, löse uns wie mit Fesseln Gebundene [?].

nāke suparṇamupa yatpatantaṃ hṛdā venanto abhyacakṣata tvā hiraṇyapakṣaṃ varuṇasya dūtaṃ yamasya yonau śakunaṃ bhuraṇyum

Als sie im Himmelsraum den Schönbeflügelten dahinfliegen sahen, sie ihn mit dem Herzen begehrend anschauten: den goldflügeligen Boten des Varuṇa, den Vogel im Schoß des Yama, den Hastigen.

brahma jajñānaṃ prathamaṃ purastādvi sīmataḥ suruco vena āvaḥ sa budhnyā upamā asya viṣṭhāḥ sataśca yonimasataśca vivaḥ

Das zuerst geborene Brahman [Gebet, heilige Kraft] hat von vorn her der Strahlende [Vena] von der Grenze an hell aufgedeckt. Er hat die tiefgründigen, seine nächsten Standorte, aufgetan, die Geburtsstätte des Seienden und Nichtseienden.

apūrvyā purutamānyasmai mahe vīrāya tavase turāya virapśine vajriṇe śantamāni vacāṃsyāsmai sthavirāya takṣuḥ

Unvergleichliche, allerzahlreichste, wohltuendste Worte haben die Sänger für diesen großen Helden, den Kräftigen, den Raschen, den Prächtigen, den Keulenträger, für diesen Alten gezimmert.

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