Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Strīparva

Kapitel 10: kṛpādīnāṃ dhṛtarāṣṭrasamīpe vacanaṃ prasthānaṃ ca Kṛpa und die beiden anderen berichten Dhṛtarāṣṭra und Gāndhārī vom Nachtangriff und ziehen in drei Richtungen davon

Auf dem Weg der Kuru-Frauen und des Königs zum Schlachtfeld begegnen ihnen Kṛpa, Kṛtavarman und Aśvatthāman, die überlebenden Wagenkämpfer, melden den Tod der Söhne und den nächtlichen Überfall auf das Pāṇḍava-Lager und trennen sich aus Furcht vor Rache.

vaiśaṃpāyana uvāca; krośamātraṃ tato gatvā dadṛśus tān mahārathān; śāradvataṃ kṛpaṃ drauṇiṃ kṛtavarmāṇam eva ca

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie eine Krośa weit gegangen waren, erblickten sie jene Großwagenkämpfer: Kṛpa, den Śāradvata, den Sohn des Droṇa und Kṛtavarman.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.Sg., 3.Sg.Perf.)
krośamātraṃ tato gatvā
nur eine Krośa weit, dann gegangen (Akk./Adv., Abs.)
dadṛśus tān mahārathān
erblickten jene Großwagenkämpfer (3.Pl.Perf./Akk.Pl.)
śāradvataṃ kṛpaṃ drauṇiṃ
den Śāradvata Kṛpa, den Droṇa-Sohn (Akk.Sg.)
kṛtavarmāṇam eva ca
und auch Kṛtavarman (Akk.Sg.)

te tu dṛṣṭvaiva rājānaṃ prajñācakṣuṣam īśvaram; aśrukaṇṭhā viniḥśvasya rudantam idam abruvan

Diese aber, kaum dass sie den König erblickt hatten, den Herrn, dessen Auge die Einsicht ist, wie er weinte, sprachen mit tränenerstickter Kehle und seufzend zu ihm die folgenden Worte.

Wort für Wort
te tu dṛṣṭvaiva rājānam
diese aber, kaum gesehen den König (Nom.Pl., Abs., Akk.Sg.)
prajñācakṣuṣam īśvaram
den Einsichtsäugigen, den Herrn (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
aśrukaṇṭhā viniḥśvasya
mit tränenerfüllter Kehle, aufseufzend (Nom.Pl., Abs.)
rudantam idam abruvan
zu dem Weinenden dies sprachen sie (Akk.Sg.Part.Präs., 3.Pl.Impf.)

prajñācakṣus: Epitheton des Blinden, „dessen Auge die Einsicht ist“.

putras tava mahārāja kṛtvā karma suduṣkaram; gataḥ sānucaro rājañ śakralokaṃ mahīpatiḥ

„Dein Sohn, großer König, hat eine überaus schwer zu vollbringende Tat vollbracht und ist samt seinem Gefolge, o König, in die Welt des Śakra gegangen, der Herr der Erde.

Wort für Wort
putras tava mahārāja
dein Sohn, großer König (Nom.Sg./Gen./Vok.)
kṛtvā karma suduṣkaram
nach Vollbringen einer überaus schwer zu vollbringenden Tat (Abs./Akk.Sg.)
gataḥ sānucaro rājañ
gegangen, samt Gefolge, o König (PPP Nom.Sg./Vok.)
śakralokaṃ mahīpatiḥ
in die Welt des Śakra, der Erdherr (Akk.Sg./Nom.Sg.)

duryodhanabalān muktā vayam eva trayo rathāḥ; sarvam anyat parikṣīṇaṃ sainyaṃ te bharatarṣabha

Von Duryodhanas Heer sind nur wir drei Wagenkämpfer übrig geblieben; alles andere, dein Heer, ist aufgerieben, o Stier der Bharatas.“

Wort für Wort
duryodhanabalān muktā
vom Heer des Duryodhana befreit/übrig (Abl.Sg., PPP Nom.Pl.)
vayam eva trayo rathāḥ
wir allein, drei Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
sarvam anyat parikṣīṇam
alles andere ist aufgerieben (Nom.Sg.n., PPP)
sainyaṃ te bharatarṣabha
das Heer von dir, Stier der Bharatas (Nom.Sg./Gen./Vok.)

muktā: „freigekommen/entronnen“ aus dem Heer.

ity evam uktvā rājānaṃ kṛpaḥ śāradvatas tadā; gāndhārīṃ putraśokārtām idaṃ vacanam abravīt

So zum König gesprochen habend, sagte darauf Kṛpa, der Śāradvata, zu Gāndhārī, die von der Trauer um ihre Söhne gepeinigt war, diese Worte:

Wort für Wort
ity evam uktvā rājānam
so gesprochen habend zum König (Abs./Akk.Sg.)
kṛpaḥ śāradvatas tadā
Kṛpa, der Śāradvata, damals (Nom.Sg.)
gāndhārīṃ putraśokārtām
zu Gāndhārī, von Sohnestrauer bedrückt (Akk.Sg.f.)
idaṃ vacanam abravīt
dieses Wort sprach er (Akk.Sg.n., 3.Sg.Impf.)

abhītā yudhyamānās te ghnantaḥ śatrugaṇān bahūn; vīrakarmāṇi kurvāṇāḥ putrās te nidhanaṃ gatāḥ

„Furchtlos kämpfend, viele Scharen von Feinden erschlagend und Heldentaten vollbringend, sind deine Söhne in den Tod gegangen.

Wort für Wort
abhītā yudhyamānās te
furchtlos, kämpfend, sie (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
ghnantaḥ śatrugaṇān bahūn
erschlagend viele Feindesscharen (Part.Präs./Akk.Pl.)
vīrakarmāṇi kurvāṇāḥ
Heldentaten vollbringend (Akk.Pl., Part.Präs.Med.)
putrās te nidhanaṃ gatāḥ
deine Söhne sind in den Tod gegangen (Nom.Pl., PPP)

dhruvaṃ saṃprāpya lokāṃs te nirmalāñ śastranirjitān; bhāsvaraṃ deham āsthāya viharanty amarā iva

Gewiss haben sie fleckenlose, durch die Waffe gewonnene Welten erreicht und wandeln, einen strahlenden Leib angenommen, wie Unsterbliche umher.

Wort für Wort
dhruvaṃ saṃprāpya lokāṃs te
gewiss erlangt habend die Welten, sie (Adv., Abs., Akk.Pl.)
nirmalāñ śastranirjitān
fleckenlose, durch Waffen eroberte (Akk.Pl.)
bhāsvaraṃ deham āsthāya
einen strahlenden Leib angenommen (Akk.Sg., Abs.)
viharanty amarā iva
wandeln umher wie Unsterbliche (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)

sarve hy abhimukhāḥ śūrā yudhyamānā hatāribhiḥ

Alle Helden nämlich kämpften, [ihnen] zugewandt, mit denen, die ihre Feinde erschlagen hatten [?].

Wort für Wort
sarve hy abhimukhāḥ śūrāḥ
alle nämlich zugewandt, die Helden (Nom.Pl.)
yudhyamānā
kämpfend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
hatāribhiḥ
mit den Feindetötern / mit den Erschlagenen [?] (Instr.Pl., Bahuvrīhi)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, verderbt bzw. syntaktisch unklar: hatāribhiḥ kann „mit solchen, die Feinde erschlagen haben“ oder „mit solchen, deren Feinde erschlagen sind“ bedeuten; das Bezugswort ist unsicher.

na hi kaś cid dhi śūrāṇāṃ yudhyamānaḥ parāṅmukhaḥ; śastreṇa nidhanaṃ prāpto na ca kaś cit kṛtāñjaliḥ

Denn keiner von den Helden, der kämpfte, hat sich abgewandt; durch die Waffe ist [jeder] in den Tod gelangt, und keiner [hat] mit gefalteten Händen [um Gnade gefleht].

Wort für Wort
na hi kaś cid dhi śūrāṇām
denn keiner von den Helden (Gen.Pl.)
yudhyamānaḥ parāṅmukhaḥ
der Kämpfende [war] abgewandt (Part.Präs.Med./Nom.Sg.)
śastreṇa nidhanaṃ prāptaḥ
durch die Waffe den Tod erlangt (Instr.Sg./Akk.Sg., PPP)
na ca kaś cit kṛtāñjaliḥ
und keiner mit gefalteten Händen (Bahuvrīhi Nom.Sg.)

Verb „war/hat“ zu ergänzen.

etāṃ tāṃ kṣatriyasyāhuḥ purāṇāṃ paramāṃ gatim; śastreṇa nidhanaṃ saṃkhye tān na śocitum arhasi

Dies nennt man für den Kṣatriya seit alters den höchsten Weg: den Tod durch die Waffe in der Schlacht. Um sie musst du nicht trauern.

Wort für Wort
etāṃ tāṃ kṣatriyasyāhuḥ
genau diesen nennen sie für den Kṣatriya (Akk.Sg.f./Gen.Sg., 3.Pl.Perf.)
purāṇāṃ paramāṃ gatim
den alten, höchsten Weg (Akk.Sg.f.)
śastreṇa nidhanaṃ saṃkhye
Tod durch die Waffe in der Schlacht (Instr./Akk./Lok.Sg.)
tān na śocitum arhasi
um sie zu trauern sollst du nicht (Akk.Pl., Inf., 2.Sg.Präs.)

na cāpi śatravas teṣām ṛdhyante rājñi pāṇḍavāḥ; śṛṇu yat kṛtam asmābhir aśvatthāmapurogamaiḥ

Auch ihre Feinde, die Pāṇḍavas, haben keinen Erfolg, o Königin. Höre, was von uns mit Aśvatthāman an der Spitze getan wurde.

Wort für Wort
na cāpi śatravas teṣām
und auch nicht ihre Feinde (Nom.Pl./Gen.Pl.)
ṛdhyante rājñi pāṇḍavāḥ
gedeihen/haben Erfolg, Königin, die Pāṇḍavas (3.Pl.Präs.Med./Vok.Sg.f./Nom.Pl.)
śṛṇu yat kṛtam asmābhiḥ
höre, was getan wurde von uns (Imp., PPP, Instr.Pl.)
aśvatthāmapurogamaiḥ
mit Aśvatthāman als Anführer (Instr.Pl., Bahuvrīhi)

adharmeṇa hataṃ śrutvā bhīmasenena te sutam; suptaṃ śibiram āviśya pāṇḍūnāṃ kadanaṃ kṛtam

Als wir hörten, dass dein Sohn von Bhīmasena wider die Rechtsordnung erschlagen worden war, drangen wir in das Lager der schlafenden Pāṇḍavas ein und richteten ein Blutbad an.

Wort für Wort
adharmeṇa hataṃ śrutvā
wider das Recht erschlagen, gehört habend (Instr.Sg., PPP, Abs.)
bhīmasenena te sutam
von Bhīmasena, deinen Sohn (Instr.Sg./Akk.Sg.)
suptaṃ śibiram āviśya
das schlafende Lager betreten habend (Akk.Sg., Abs.)
pāṇḍūnāṃ kadanaṃ kṛtam
der Pāṇḍavas Gemetzel wurde vollbracht (Gen.Pl./Nom.Sg., PPP)

suptam ist grammatisch auf śibiram bezogen: „das Lager, in dem [die Männer] schliefen“.

pāñcālā nihatāḥ sarve dhṛṣṭadyumnapurogamāḥ; drupadasyātmajāś caiva draupadeyāś ca pātitāḥ

Die Pañcālas, Dhṛṣṭadyumna an der Spitze, sind alle erschlagen, und auch die Söhne des Drupada und die Söhne der Draupadī sind gefällt.

Wort für Wort
pāñcālā nihatāḥ sarve
die Pañcālas erschlagen, alle (Nom.Pl., PPP)
dhṛṣṭadyumnapurogamāḥ
Dhṛṣṭadyumna an der Spitze (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
drupadasyātmajāś caiva
und des Drupada Söhne (Gen.Sg./Nom.Pl.)
draupadeyāś ca pātitāḥ
und die Draupadeyas gefällt (Nom.Pl., PPP Kaus.)

tathā viśasanaṃ kṛtvā putraśatrugaṇasya te; prādravāma raṇe sthātuṃ na hi śakyāmahe trayaḥ

Nachdem wir so die Schar der Feinde deiner Söhne niedergemetzelt haben, sind wir aus der Schlacht geflohen; wir drei können nicht standhalten.

Wort für Wort
tathā viśasanaṃ kṛtvā
so ein Niedermetzeln vollbracht habend (Akk.Sg., Abs.)
putraśatrugaṇasya te
an der Feindesschar deiner Söhne (Gen.Sg.)
prādravāma raṇe
wir flohen im Kampf (1.Pl.Impf./Lok.Sg.)
sthātuṃ na hi śakyāmahe trayaḥ
standzuhalten nicht nämlich vermögen wir, drei (Inf., 1.Pl.Präs.Med., Nom.Pl.)

te hi śūrā maheṣvāsāḥ kṣipram eṣyanti pāṇḍavāḥ; amarṣavaśam āpannā vairaṃ pratijihīrṣavaḥ

Denn jene Helden, die großen Bogenschützen, die Pāṇḍavas, werden bald kommen, dem Zorn verfallen und auf Rache sinnend.

Wort für Wort
te hi śūrā maheṣvāsāḥ
denn jene Helden, große Bogenschützen (Nom.Pl.)
kṣipram eṣyanti pāṇḍavāḥ
bald werden kommen die Pāṇḍavas (Adv., 3.Pl.Fut.)
amarṣavaśam āpannā
in die Gewalt des Zorns geraten (Akk.Sg., PPP Nom.Pl.)
vairaṃ pratijihīrṣavaḥ
Rache zu vergelten begehrend (Akk.Sg./Nom.Pl., Desiderativ-Adj.)

nihatān ātmajāñ śrutvā pramattān puruṣarṣabhāḥ; ninīṣantaḥ padaṃ śūrāḥ kṣipram eva yaśasvini

Wenn sie hören, dass ihre Söhne erschlagen wurden, werden die Helden, die Stiere unter den Männern, o Ruhmreiche, der Fährte [von uns] Achtlosen alsbald nachgehen wollen.

Wort für Wort
nihatān ātmajāñ śrutvā
erschlagene Söhne gehört habend (Akk.Pl., Abs.)
pramattān puruṣarṣabhāḥ
[uns] Unachtsame, die Stiere unter den Männern (Akk.Pl./Nom.Pl.)
ninīṣantaḥ padaṃ śūrāḥ
die Fährte verfolgen wollend, die Helden (Part.Desid., Akk.Sg., Nom.Pl.)
kṣipram eva yaśasvini
ganz bald, Ruhmreiche (Adv., Vok.Sg.f.)

Syntax knapp: pramattān [?] bezieht sich wohl auf die Angreifer selbst (in der Nacht sorglos/berauscht) oder auf die Erschlagenen; ninīṣantaḥ padam „der Spur folgen wollend“ ist idiomatisch gedeutet.

pāṇḍūnāṃ kilbiṣaṃ kṛtvā saṃsthātuṃ notsahāmahe; anujānīhi no rājñi mā ca śoke manaḥ kṛthāḥ

Nachdem wir den Pāṇḍavas ein Unrecht angetan haben, wagen wir nicht, hier zu bleiben. Gib uns Erlaubnis, Königin, und richte deinen Sinn nicht auf die Trauer.

Wort für Wort
pāṇḍūnāṃ kilbiṣaṃ kṛtvā
den Pāṇḍavas Unrecht getan habend (Gen.Pl./Akk.Sg., Abs.)
saṃsthātuṃ notsahāmahe
zu bleiben wagen wir nicht (Inf., 1.Pl.Präs.Med.)
anujānīhi no rājñi
gib Erlaubnis uns, Königin (Imp.2.Sg., Dat./Akk.Pl., Vok.Sg.f.)
mā ca śoke manaḥ kṛthāḥ
und nicht in Trauer den Sinn richte (Lok.Sg., Akk.Sg., Injunktiv 2.Sg.Med.)

rājaṃs tvam anujānīhi dhairyam ātiṣṭha cottamam; niṣṭhāntaṃ paśya cāpi tvaṃ kṣatradharmaṃ ca kevalam

Und du, König, gib uns Erlaubnis und halte höchste Standhaftigkeit aufrecht. Sieh das Ende und ebenso allein die Pflicht des Kṣatriya.“

Wort für Wort
rājaṃs tvam anujānīhi
König, du, gib Erlaubnis (Vok.Sg., Nom.Sg., Imp.)
dhairyam ātiṣṭha cottamam
Standhaftigkeit halte aufrecht, und die höchste (Akk.Sg., Imp., Akk.Sg.)
niṣṭhāntaṃ paśya cāpi tvam
das Ende sieh auch du (Akk.Sg., Imp.)
kṣatradharmaṃ ca kevalam
und die Kṣatriya-Pflicht allein (Akk.Sg.)

ity evam uktvā rājānaṃ kṛtvā cābhipradakṣiṇam; kṛpaś ca kṛtavarmā ca droṇaputraś ca bhārata

So zum König gesprochen und ihn rechtsherum umkreist habend, [gingen] Kṛpa, Kṛtavarman und der Sohn des Droṇa, o Bhārata,

Wort für Wort
ity evam uktvā rājānam
so gesprochen habend zum König (Abs., Akk.Sg.)
kṛtvā cābhipradakṣiṇam
und rechtsherum umkreist habend (Abs., Adv.)
kṛpaś ca kṛtavarmā ca
und Kṛpa und Kṛtavarman (Nom.Sg.)
droṇaputraś ca bhārata
und der Droṇa-Sohn, Bhārata (Nom.Sg., Vok.Sg.)

Der Satz setzt sich im nächsten Vers fort.

avekṣamāṇā rājānaṃ dhṛtarāṣṭraṃ manīṣiṇam; gaṅgām anu mahātmānas tūrṇam aśvān acodayan

den König Dhṛtarāṣṭra, den Weisen, anblickend, [und] trieben die Hochgesinnten längs der Gaṅgā eilig die Rosse an.

Wort für Wort
avekṣamāṇā rājānam
hinblickend auf den König (Nom.Pl., Part.Präs.Med., Akk.Sg.)
dhṛtarāṣṭraṃ manīṣiṇam
Dhṛtarāṣṭra, den Weisen (Akk.Sg.)
gaṅgām anu mahātmānaḥ
entlang der Gaṅgā, die Hochgesinnten (Präp., Nom.Pl.)
tūrṇam aśvān acodayan
eilig die Rosse trieben sie an (Adv., Akk.Pl., 3.Pl.Impf.)

apakramya tu te rājan sarva eva mahārathāḥ; āmantryānyonyam udvignās tridhā te prayayus tataḥ

Nachdem sie aber fortgezogen waren, o König, verabschiedeten sich alle diese Großwagenkämpfer voneinander, voller Unruhe, und zogen dann in drei Richtungen auseinander.

Wort für Wort
apakramya tu te rājan
fortgegangen aber sie, o König (Abs., Nom.Pl., Vok.)
sarva eva mahārathāḥ
alle eben, Großwagenkämpfer (Nom.Pl.)
āmantryānyonyam udvignāḥ
voneinander Abschied genommen, beunruhigt (Abs., Adv., Nom.Pl.)
tridhā te prayayus tataḥ
dreifach sie zogen los, danach (Adv., 3.Pl.Perf.)

jagāma hāstinapuraṃ kṛpaḥ śāradvatas tadā; svam eva rāṣṭraṃ hārdikyo drauṇir vyāsāśramaṃ yayau

Kṛpa, der Śāradvata, ging damals nach Hāstinapura; der Hārdikya [Kṛtavarman] in sein eigenes Reich; der Droṇa-Sohn zur Einsiedelei des Vyāsa.

Wort für Wort
jagāma hāstinapuraṃ kṛpaḥ
ging nach Hāstinapura, Kṛpa (3.Sg.Perf., Akk.Sg.)
śāradvatas tadā
der Śāradvata damals (Nom.Sg.)
svam eva rāṣṭraṃ hārdikyaḥ
in sein eigenes Reich, der Hārdikya (Akk.Sg., Nom.Sg.)
drauṇir vyāsāśramaṃ yayau
der Droṇa-Sohn zur Einsiedelei des Vyāsa ging (Nom.Sg., Akk.Sg., 3.Sg.Perf.)

evaṃ te prayayur vīrā vīkṣamāṇāḥ parasparam; bhayārtāḥ pāṇḍuputrāṇām āgaskṛtvā mahātmanām

So zogen jene Helden davon und blickten einander an, aus Furcht bedrückt, weil sie an den hochgesinnten Söhnen des Pāṇḍu Frevel begangen hatten.

Wort für Wort
evaṃ te prayayur vīrāḥ
so zogen sie, die Helden (3.Pl.Perf., Nom.Pl.)
vīkṣamāṇāḥ parasparam
einander anblickend (Part.Präs.Med., Adv.)
bhayārtāḥ
von Furcht bedrängt (Nom.Pl., Tatpuruṣa)
pāṇḍuputrāṇām āgaskṛtvā mahātmanām
an den Pāṇḍu-Söhnen, den Hochgesinnten, Frevel begangen habend (Gen.Pl., Abs.)

sametya vīrā rājānaṃ tadā tv anudite ravau; viprajagmur mahārāja yathecchakam ariṃdamāḥ

Nachdem die Helden dann mit dem König zusammengekommen waren, gingen sie, o Großkönig, bei noch nicht aufgegangener Sonne auseinander, wohin es ihnen beliebte, die Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
sametya vīrā rājānam
zusammengekommen, die Helden, mit dem König (Abs., Nom.Pl., Akk.Sg.)
tadā tv anudite ravau
damals aber, als die Sonne noch nicht aufgegangen war (Lok.abs.)
viprajagmur mahārāja
gingen auseinander, Großkönig (3.Pl.Perf., Vok.)
yathecchakam ariṃdamāḥ
nach Wunsch, die Feindebezwinger (Adv., Nom.Pl.)

samāsādyātha vai drauṇiṃ pāṇḍuputrā mahārathāḥ; vyajayanta raṇe rājan vikramya tadanantaram

Nachdem sie Drauṇi erreicht hatten, besiegten ihn die Söhne des Pāṇḍu, die Großwagenkämpfer, in der Schlacht, o König, mit Tapferkeit, unmittelbar danach [?].

Wort für Wort
samāsādyātha vai drauṇim
erreicht habend nun fürwahr den Droṇa-Sohn (Abs., Akk.Sg.)
pāṇḍuputrā mahārathāḥ
die Pāṇḍu-Söhne, Großwagenkämpfer (Nom.Pl.)
vyajayanta raṇe rājan
besiegten [ihn] in der Schlacht, König (3.Pl.Impf.Med., Lok., Vok.)
vikramya tadanantaram
tapfer vorgehend, unmittelbar danach (Abs., Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Bezug ist unklar (Objekt von vyajayanta nicht genannt; ergänzt: Drauṇi) und der Vers fügt sich nicht sicher in den Erzählverlauf.

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