Gāndhārī sprach: Den Avanti-Fürsten, von Bhīmasena niedergestreckt, fressen Geier und Schakale – den Helden mit vielen Verwandten, [nun] wie einen ohne Verwandte.
Wort für Wort
gāndhārī uvāca
Gāndhārī sprach (Nom.Sg.f., 3.Sg.Perf.)
āvantyaṃ bhīmasenena
den Avanti-Fürsten, von Bhīmasena (Akk./Instr.Sg.)
bhakṣayanti nipātitam
fressen [ihn], den Niedergestreckten (3.Pl.Präs./Part.Kaus.Akk.)
Ihn, den Helden, der auf dem Heldenlager liegt und [einst] die Schutzsuchenden Klagenden erreichte [?], umsitzen ringsum weinend die Frauen des Avanti-Fürsten.
Wort für Wort
śayānaṃ vīraśayane
den auf dem Heldenlager Liegenden (Akk.Sg.)
vīram
den Helden (Akk.Sg.)
ākrandasāriṇam
der zu den Hilferufen eilt (Akk.Sg., Kompositum)
āvantyam abhito
den Avanti-Fürsten ringsum (Akk./Adv.)
nāryo rudatyaḥ
Frauen, weinend (Nom.Pl.f., Part.Präs.)
paryupāsate
sitzen umher (3.Pl.Präs.Med.)
ākrandasārin: wörtlich ‚zum Hilferuf eilend‘ (einer, der Notrufenden zu Hilfe kommt); Deutung nicht ganz sicher.
Von dem, der von Sohnestrauer verzehrt war und sein Gelübde bewahrte, von Indras Sohn [Arjuna], wurde in der Schlacht der Sohn des Vṛddhakṣatra [Jayadratha] niedergestreckt.
Wort für Wort
putraśokābhitaptena
von dem von Sohnestrauer Gequälten (Instr.Sg.)
pratijñāṃ parirakṣatā
der das Gelübde schützte (Part.Präs.Instr.)
pākaśāsaninā saṃkhye
von Pākaśāsanis Sohn [Arjuna] in der Schlacht (Instr./Lok.)
vārddhakṣatrir
der Sohn des Vṛddhakṣatra (Nom.Sg.)
nipātitaḥ
wurde niedergestreckt (Part.Pass.Kaus.)
pākaśāsani = Sohn des Pākaśāsana (Indra), d. h. Arjuna; vārddhakṣatri = Jayadratha.
Sieh diesen Jayadratha getötet, der elf Heerscharen besiegt hatte [und] von dem Hochgesinnten beschützt wurde, [von dem], der die Wahrheit erfüllen wollte.
Wort für Wort
ekādaśa camūr jitvā
elf Heere besiegt habend (Abs., Akk.Pl.)
rakṣyamāṇaṃ mahātmanā
der Beschützte, vom Hochgesinnten (Part.Pass.Akk./Instr.)
satyaṃ cikīrṣatā
von dem, der die Wahrheit [sein Wort] wahr machen wollte (Desid.-Part.Instr.)
paśya hatam enaṃ
sieh diesen Getöteten (Imp./Part.Pass.Akk.)
jayadratham
Jayadratha (Akk.Sg.)
Der Vers ist syntaktisch knapp; ‚der Hochgesinnte‘ (mahātman) und ‚der die Wahrheit erfüllen wollte‘ beziehen sich wohl auf Arjuna, der Jayadratha erschlug, während dieser von elf Heeren geschützt war. [?]
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternzusatz mit vermerkter Verderbnis (‚sic‘) im Text; Konstruktion und Sinn unklar, daher nur wörtlich wiedergegeben.
kiṃ nu duḥkhataraṃ kṛṣṇa paraṃ mama bhaviṣyati; yat sutā vidhavā bālā snuṣāś ca nihateśvarāḥ
Was wird mir, o Kṛṣṇa, noch schmerzlicher sein, als dass die Tochter [zur] Witwe [wurde], das junge Mädchen, und die Schwiegertöchter, deren Herren erschlagen sind?
Wort für Wort
kiṃ nu duḥkhataraṃ kṛṣṇa
was denn [ist] schmerzlicher, o Kṛṣṇa (Komp., Vok.)
paraṃ mama bhaviṣyati
Größeres wird mir sein (Fut.3.Sg., Gen./Dat.)
yat sutā vidhavā bālā
dass die Tochter verwitwet [ist], jung (Nom.Sg.f.)
snuṣāś ca
und die Schwiegertöchter (Nom.Pl.f.)
nihateśvarāḥ
deren Herren erschlagen sind (Bahuvrīhi Nom.Pl.f.)