Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Strīparva

Kapitel 4: saṃsāragahanavarṇanam Vidura schildert das Dickicht des Saṃsāra: Embryo, Geburt, Verstrickung und Tod

Auf Dhṛtarāṣṭras Frage beschreibt Vidura den Weg des Wesens von der Empfängnis über Geburt, Anhaftung und Verblendung bis zum Tod und weist auf das Dharma als Weg zur Erlösung hin.

dhṛtarāṣṭra uvāca; kathaṃ saṃsāragahanaṃ vijñeyaṃ vadatāṃ vara; etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tattvam ākhyāhi pṛcchataḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: „Wie ist das Dickicht des Saṃsāra zu erkennen, Bester der Redenden? Das möchte ich hören; erkläre mir, dem Fragenden, die Wahrheit [darüber].“

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Perf.)
kathaṃ saṃsāragahanaṃ vijñeyam
wie das Dickicht des Saṃsāra zu erkennen ist (Akk. Sg. n.; Gerundiv)
vadatāṃ vara
Bester der Redenden (Vok. Sg.; Gen. Pl.)
etad icchāmy ahaṃ śrotum
dies wünsche ich zu hören (1.Sg.Präs.; Inf.)
tattvam ākhyāhi
erkläre die Wahrheit (Imp. 2.Sg.)
pṛcchataḥ
dem Fragenden (Dat./Gen. Sg. Part.Präs.)

vidura uvāca; janmaprabhṛti bhūtānāṃ kriyāḥ sarvāḥ śṛṇu prabho; pūrvam eveha kalale vasate kiṃ cid antaram

Vidura sprach: „Höre, Herr, alle Handlungen der Wesen von der Geburt an. Zuerst weilt [das Wesen] hier im Kalala [Embryonalstadium] eine kurze Zeitspanne.“

Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach (Perf.)
janmaprabhṛti
von der Geburt an (Adv.-Kompositum)
bhūtānāṃ kriyāḥ sarvāḥ
aller Wesen Handlungen (Gen. Pl.; Nom. Pl. f.)
śṛṇu prabho
höre, Herr (Imp. 2.Sg.; Vok.)
pūrvam eva iha kalale
zuerst eben hier im Kalala (Adv.; Lok. Sg.)
vasate kiṃ cid antaram
weilt eine kurze Weile (3.Sg.Präs. Med.; Akk. adverbial)

antaram in kiṃ cid antaram: als „Zwischenzeit, Weile“ gefasst.

tatas tu vāyuvegena kalalaṃ kiṃ cid antaram

Sodann [entwickelt sich] durch den Andrang des Windes das Kalala nach einer kurzen Zwischenzeit [?].

Wort für Wort
tatas tu
sodann aber (Adv.)
vāyuvegena
durch die Wucht des Windes (Instr. Sg.)
kalalaṃ
das Kalala (Nom./Akk. Sg. n.)
kiṃ cid antaram
eine kurze Weile (Akk. adverbial)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, elliptisch; Verb fehlt, Ergänzung sinngemäß.

tataḥ sa pañcame 'tīte māse māṃsaṃ prakalpayet; tataḥ sarvāṅgasaṃpūrṇo garbho māse prajāyate

Dann, wenn der fünfte Monat verstrichen ist, bildet es Fleisch aus; danach entsteht im [folgenden] Monat der Embryo, an allen Gliedern vollständig.

Wort für Wort
tataḥ sa pañcame 'tīte māse
dann er, wenn der fünfte Monat vergangen ist (Adv.; Nom.; Lok. abs.)
māṃsaṃ prakalpayet
bildet Fleisch aus (Opt. 3.Sg. Kaus.)
tataḥ sarvāṅgasaṃpūrṇaḥ
danach an allen Gliedern vollständig (Nom. Sg. m.; Bahuvrīhi)
garbho māse prajāyate
der Embryo im Monat entsteht (Nom.; Lok.; 3.Sg.Präs. Med.)

Welcher Monat mit māse gemeint ist, bleibt unbestimmt.

amedhyamadhye vasati māṃsaśoṇitalepane; tatas tu vāyuvegena ūrdhvapādo hy adhaḥśirāḥ

Er weilt inmitten von Unreinem, mit Fleisch und Blut beschmiert; dann [liegt er] durch die Wucht des Windes mit den Füßen nach oben und dem Kopf nach unten.

Wort für Wort
amedhyamadhye vasati
inmitten von Unreinem weilt er (Lok.; 3.Sg.Präs.)
māṃsaśoṇitalepane
mit Fleisch und Blut beschmiert (Lok./Adj.; Kompositum)
tatas tu vāyuvegena
dann aber durch die Wucht des Windes (Adv.; Instr.)
ūrdhvapādo hy adhaḥśirāḥ
die Füße oben, den Kopf unten (Nom. Sg. m.; Bahuvrīhi)

yonidvāram upāgamya bahūn kleśān samṛcchati; yonisaṃpīḍanāc caiva pūrvakarmabhir anvitaḥ

Zur Tür des Schoßes gelangt, erleidet er viele Leiden, und zwar durch das Gepresstwerden im Schoß, verbunden mit den Taten früherer [Existenzen].

Wort für Wort
yonidvāram upāgamya
zur Tür des Schoßes gelangt (Akk.; Gerundium)
bahūn kleśān samṛcchati
viele Leiden trifft er an (Akk. Pl.; 3.Sg.Präs.)
yonisaṃpīḍanāt ca eva
und eben durch das Pressen des Schoßes (Abl. Sg.)
pūrvakarmabhir anvitaḥ
mit früheren Taten verbunden (Instr. Pl.; Part. Nom. Sg. m.)

tasmān muktaḥ sa saṃsārād anyān paśyaty upadravān; grahās tam upasarpanti sārameyā ivāmiṣam

Von jenem [Schoß] befreit, sieht er, aus dem Saṃsāra heraus, andere Bedrängnisse; Dämonen (grahāḥ) nähern sich ihm wie Hunde dem Fleisch.

Wort für Wort
tasmān muktaḥ
davon befreit (Abl.; Part. Nom. Sg. m.)
sa saṃsārād
er, aus dem Saṃsāra (Nom.; Abl.)
anyān paśyati upadravān
andere Plagen sieht er (Akk. Pl.; 3.Sg.Präs.)
grahās tam upasarpanti
Ergreifer/Dämonen nähern sich ihm (Nom. Pl.; Akk.; 3.Pl.Präs.)
sārameyā iva āmiṣam
wie Hunde dem Fleisch (Nom. Pl.; Part.; Akk.)

grahāḥ: „Ergreifer“, dämonische Wesen bzw. Krankheitsdämonen; hier mit „Dämonen“ wiedergegeben [?].

tataḥ prāptottare kāle vyādhayaś cāpi taṃ tathā; upasarpanti jīvantaṃ badhyamānaṃ svakarmabhiḥ

Dann, wenn die spätere Zeit erreicht ist, nähern sich ihm auch Krankheiten, dem Lebenden, der durch seine eigenen Taten gefesselt wird.

Wort für Wort
tataḥ prāptottare kāle
dann, wenn die spätere Zeit erreicht ist (Adv.; Lok. abs.)
vyādhayaḥ ca api
und auch Krankheiten (Nom. Pl. f.)
taṃ tathā
ihm ebenso (Akk. Sg.; Adv.)
upasarpanti jīvantam
nähern sich dem Lebenden (3.Pl.Präs.; Part. Akk.)
badhyamānaṃ svakarmabhiḥ
der gefesselt wird durch eigene Taten (Part.Pass. Akk.; Instr. Pl.)

baddham indriyapāśais taṃ saṅgasvādubhir āturam; vyasanāny upavartante vividhāni narādhipa; badhyamānaś ca tair bhūyo naiva tṛptim upaiti saḥ

Ihn, der mit den Fesseln der Sinne gebunden ist, ergriffen von den Süßigkeiten der Anhaftung, bedrängen mancherlei Nöte, Herrscher der Menschen; und von ihnen wieder und wieder gefesselt, findet er doch keine Sättigung.

Wort für Wort
baddham indriyapāśaiḥ taṃ
ihn, gebunden mit den Schlingen der Sinne (Part. Akk. Sg.; Instr. Pl.)
saṅgasvādubhir āturam
von den Süßigkeiten der Anhaftung bedrängt (Instr. Pl.; Akk. Sg. m.)
vyasanāni upavartante
Nöte stellen sich ein (Nom. Pl. n.; 3.Pl.Präs. Med.)
vividhāni narādhipa
mannigfaltige, Herrscher der Menschen (Nom. Pl. n.; Vok.)
badhyamānaḥ ca taiḥ bhūyaḥ
und von ihnen wiederum gefesselt (Part.Pass.; Instr. Pl.; Adv.)
na eva tṛptim upaiti saḥ
keineswegs erlangt er Sättigung, er (3.Sg.Präs.)

tadā na vetti caivāyaṃ prakurvan sādhv asādhunī

Dann weiß dieser nicht, [dass er] Gutes und Schlechtes tut.

Wort für Wort
tadā na vetti ca ayam
dann weiß dieser nicht (3.Sg.Präs.)
prakurvan
tuend (Part.Präs. Nom. Sg.)
sādhv asādhunī
Gutes und Schlechtes (Akk. Du. n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Konstruktion knapp, sādhv asādhunī als Objekt von prakurvan gefasst [?].

tathaiva parirakṣyanti ye dhyānapariniṣṭhitāḥ

Ebenso werden sie [ihn] beschützen, die in der Meditation fest gegründet sind [?].

Wort für Wort
tathā eva
ebenso (Adv.)
parirakṣyanti
sie werden beschützen (3.Pl.Fut.)
ye dhyānapariniṣṭhitāḥ
die in Meditation fest gegründet sind (Nom. Pl. m.; Kompositum)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, im Zusammenhang schwer einzuordnen; Wiedergabe unsicher.

ayaṃ na budhyate tāvad yamalokam athāgatam; yamadūtair vikṛṣyaṃś ca mṛtyuṃ kālena gacchati

Dieser erkennt zunächst nicht, dass die Welt Yamas herangekommen ist; von Yamas Boten fortgezerrt, geht er zur [gegebenen] Zeit dem Tod entgegen.

Wort für Wort
ayaṃ na budhyate tāvat
dieser erkennt zunächst nicht (3.Sg.Präs. Med.)
yamalokam atha āgatam
die Welt Yamas, dann herangekommen (Akk. Sg.; Part.)
yamadūtair vikṛṣyan ca
und von Yamas Boten fortgezogen (Instr. Pl.; Part.Präs.)
mṛtyuṃ kālena gacchati
geht zum Tod mit der Zeit (Akk.; Instr.; 3.Sg.Präs.)

vāgghīnasya ca yanmātram iṣṭāniṣṭaṃ kṛtaṃ mukhe; bhūya evātmanātmānaṃ badhyamānam upekṣate

Und dem der Rede Beraubten [gilt]: was immer im Mund an Erwünschtem und Unerwünschtem getan ist [?]; wieder und wieder sieht er gleichgültig zu, wie er selbst sich durch sich selbst fesselt.

Wort für Wort
vāgghīnasya ca
und des der Rede Beraubten (Gen. Sg. m.)
yat mātram iṣṭāniṣṭaṃ
was immer an Erwünschtem und Unerwünschtem (Nom./Akk. n.; Dvandva)
kṛtaṃ mukhe
getan im Mund (Part. n.; Lok.)
bhūyaḥ eva ātmanā ātmānam
wiederum eben durch sich selbst sich selbst (Adv.; Instr.; Akk.)
badhyamānam upekṣate
als Gefesselten übersieht/duldet er (Part.Pass. Akk.; 3.Sg.Präs. Med.)

Halbvers 1 syntaktisch unsicher (vāgghīna, mukhe); Wiedergabe tentativ.

aho vinikṛto loko lobhena ca vaśīkṛtaḥ; lobhakrodhamadonmatto nātmānam avabudhyate

Ach, getäuscht ist die Welt und von der Gier unterworfen; von Gier, Zorn und Rausch verwirrt, erkennt sie sich selbst nicht.

Wort für Wort
aho vinikṛto lokaḥ
ach, betrogen ist die Welt (Interj.; Part. Nom. Sg. m.)
lobhena ca vaśīkṛtaḥ
und von der Gier unterworfen (Instr.; Part.)
lobhakrodhamadonmattaḥ
von Gier, Zorn und Rausch verrückt (Nom. Sg. m.; Kompositum)
na ātmānam avabudhyate
erkennt sich selbst nicht (Akk.; 3.Sg.Präs. Med.)

kulīnatvena ramate duṣkulīnān vikutsayan; dhanadarpeṇa dṛptaś ca daridrān parikutsayan

Er freut sich an seiner edlen Abkunft und verachtet die Niedriggeborenen; vom Stolz auf Reichtum berauscht, schmäht er die Armen.

Wort für Wort
kulīnatvena ramate
an der edlen Herkunft erfreut er sich (Instr.; 3.Sg.Präs. Med.)
duṣkulīnān vikutsayan
die Schlechtgeborenen verachtend (Akk. Pl.; Part.Präs.)
dhanadarpeṇa dṛptaḥ ca
und vom Hochmut des Reichtums stolz (Instr.; Part. Nom.)
daridrān parikutsayan
die Armen schmähend (Akk. Pl.; Part.Präs.)

mūrkhān iti parān āha nātmānaṃ samavekṣate; śikṣāṃ kṣipati cānyeṣāṃ nātmānaṃ śāstum icchati

„Toren“, sagt er zu den anderen, sich selbst betrachtet er nicht; er wirft anderen Zurechtweisung hin, sich selbst zu unterweisen will er nicht.

Wort für Wort
mūrkhān iti parān āha
„Toren“, sagt er den anderen (Akk. Pl.; Perf. 3.Sg.)
na ātmānaṃ samavekṣate
sich selbst betrachtet er nicht (Akk.; 3.Sg.Präs. Med.)
śikṣāṃ kṣipati ca anyeṣām
und Zurechtweisung schleudert er auf andere (Akk.; 3.Sg.Präs.; Gen. Pl.)
na ātmānaṃ śāstum icchati
sich selbst zu belehren will er nicht (Inf.; 3.Sg.Präs.)

śikṣāṃ kṣipati: „Belehrung/Zurechtweisung hinwerfen“; Bedeutung idiomatisch angesetzt.

yadā prājñāś ca mūḍhāś ca dhanavanto 'tha nirdhanāḥ; kulīnāś cākulīnāś ca mānino 'thāpy amāninaḥ; sarve pitṛvanaṃ prāptāḥ svapanti vigatatvacaḥ; nirmāṃsair asthibhūyiṣṭhair gātraiḥ snāyunibandhanaiḥ; kiṃ viśeṣaṃ prapaśyanti tatra teṣāṃ pare janāḥ; yena pratyavagaccheyuḥ kularūpaviśeṣaṇam; yadā sarve samaṃ nyastāḥ svapanti dharaṇītale; kasmād anyonyam icchanti pralabdhum iha durbudhāḥ; pratyakṣaṃ ca parokṣaṃ ca yo niśamya śrutiṃ tv imām

Wenn Weise und Toren, Reiche und Besitzlose, Edelgeborene und Unedle, Stolze und auch Unstolze, alle im Leichenwald angekommen sind, schlafen sie, der Haut beraubt, mit fleischlosen, meist aus Knochen bestehenden, durch Sehnen zusammengebundenen Gliedern. Welchen Unterschied sehen dort die anderen Leute an ihnen, woran sie den Vorzug von Abkunft und Gestalt erkennen könnten? Wenn alle gleichermaßen auf den Erdboden hingelegt schlafen, weshalb wollen die Unverständigen einander hier betrügen? [Wer] das Sichtbare und das Unsichtbare, diese Überlieferung, vernommen hat, [ … ].

Wort für Wort
yadā prājñāś ca mūḍhāś ca dhanavanto 'tha nirdhanāḥ
wenn Weise und Toren, Reiche und Arme (Nom. Pl. m.)
kulīnāś ca akulīnāś ca mānino 'tha api amāninaḥ
Edle und Unedle, Stolze und Unstolze (Nom. Pl. m.)
sarve pitṛvanaṃ prāptāḥ svapanti vigatatvacaḥ
alle, im Leichenwald angelangt, schlafen hautlos (Nom. Pl.; Part.; 3.Pl.Präs.)
nirmāṃsair asthibhūyiṣṭhair gātraiḥ snāyunibandhanaiḥ
mit fleischlosen, knochenreichen, sehnengebundenen Gliedern (Instr. Pl. n.)
kiṃ viśeṣaṃ prapaśyanti tatra teṣāṃ pare janāḥ
welchen Unterschied sehen dort an ihnen die anderen Leute (Akk.; 3.Pl.Präs.; Gen.; Nom.)
yena pratyavagaccheyuḥ kularūpaviśeṣaṇam
wodurch sie den Vorzug von Herkunft und Gestalt erkennen könnten (Instr.; Opt. 3.Pl.; Akk.)
yadā sarve samaṃ nyastāḥ svapanti dharaṇītale
wenn alle gleich hingelegt auf dem Erdboden schlafen (Adv.; Part.; Lok.)
kasmād anyonyam icchanti pralabdhum iha durbudhāḥ
warum wollen einander hier die Unverständigen täuschen (Abl.; 3.Pl.Präs.; Inf.; Nom. Pl.)
pratyakṣaṃ ca parokṣaṃ ca yo niśamya śrutim tv imām
wer das Sichtbare und Unsichtbare, diese Überlieferung, gehört hat (Akk.; Nom.; Gerundium)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der letzte Satz bricht ab (Nachsatz fehlt), daher offen gelassen; pratyakṣaṃ ca parokṣaṃ ca als Objekt zu niśamya gefasst [?].

adhruve jīvaloke 'smin yo dharmam anupālayan; janmaprabhṛti varteta prāpnuyāt paramāṃ gatim

Wer in dieser unbeständigen Lebenswelt, das Dharma bewahrend, von der Geburt an [so] lebt, der würde das höchste Ziel erlangen.

Wort für Wort
adhruve jīvaloke 'smin
in dieser unbeständigen Lebenswelt (Lok. Sg. m.)
yo dharmam anupālayan
wer das Dharma hütend (Nom.; Akk.; Part.Präs. Kaus.)
janmaprabhṛti varteta
von der Geburt an lebe (Adv.; Opt. 3.Sg. Med.)
prāpnuyāt paramāṃ gatim
der würde erlangen das höchste Ziel (Opt. 3.Sg.; Akk. Sg. f.)

evaṃ sarvaṃ viditvā vai yas tattvam anuvartate; sa pramokṣāya labhate panthānaṃ manujādhipa

So, alles erkennend, wer der Wahrheit folgt, der gewinnt den Weg zur Erlösung, Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
evaṃ sarvaṃ viditvā vai
so alles erkannt habend fürwahr (Adv.; Akk. n.; Gerundium)
yas tattvam anuvartate
wer der Wahrheit folgt (Nom.; Akk.; 3.Sg.Präs. Med.)
sa pramokṣāya labhate
der erlangt zur Erlösung (Dat. Sg.; 3.Sg.Präs. Med.)
panthānaṃ manujādhipa
den Weg, Herrscher der Menschen (Akk. Sg.; Vok.)

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