Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 5

Hymne 5.19 Eintracht und Versöhnung im Haus

sahṛdayaṃ sāṃmanasyam / avidveṣaṃ kṛṇomi vaḥ | / anyo anyam abhi haryata / vatsaṃ jātam ivāghnyā ||

Herzenseinigkeit, Einmütigkeit, Freisein von Hass schaffe ich euch. / Sehnt euch einander entgegen, / wie eine Kuh nach dem neugeborenen Kalb.

anuvrataḥ pituḥ putro / mātrā bhavatu savrataḥ | / jāyā patye madhumatīṃ / vācaṃ vadatu śantivām ||

Der Sohn sei dem Vater gehorsam, mit der Mutter eines Gelübdes [= einträchtig]; / die Gattin rede zum Gatten ein honigsüßes, friedvolles Wort.

mā bhrātā bhrātaraṃ dvikṣan / mā svasāram uta svasā | / samyañcaḥ savratā bhūtvā / vācaṃ vadata bhadrayā ||

Nicht hasse der Bruder den Bruder, / nicht die Schwester die Schwester; / einmütig, gleichen Gelübdes geworden, / sprecht ein heilsames Wort.

yena devā na viyanti / no ca vidviṣate mithaḥ | / tat kṛṇmo brahma vo gṛhe / saṃjñānaṃ puruṣebhyaḥ ||

Das Brahman, durch das die Götter nicht auseinandergehen / und einander nicht hassen, / das machen wir in eurem Haus: / Einmütigkeit für die Menschen.

jyāyasvantaś cittino mā vi yauṣṭa / saṃrādhayantaḥ sadhurāś carantaḥ | / anyo anyasmai valgu vadanta eta / samagrā stha sadhrīcīnāḥ ||

Ihr, die ihr Ältere habt und verständig seid, trennt euch nicht; / einander zum Gelingen bringend, im gleichen Joch gehend, geht einher. / Einander Freundliches zusprechend kommt her; / vollzählig seid ihr, einander zugewandt.

samānī prapā saha vo 'nnabhāgaḥ / samāne yoktre saha vo yunajmi | / samyañco 'gniṃ saparyata- / -arā nābhim ivābhitaḥ ||

Gemeinsam sei eure Tränke, gemeinsam euer Anteil an der Speise; / an dasselbe Joch schirre ich euch gemeinsam. / Vereint verehrt Agni, / wie Speichen ringsum die Nabe.

yena devā haviṣā yajatrā / apa pāpmānam aghnata | / krodhaṃ manyum anṛtaṃ bhāmaṃ / duruktam abhiśocanam / āre yakṣmaṃ ni dadhmasi ||

Mit der Opfergabe, mit der die verehrungswürdigen Götter / die Sünde weggeschlagen haben: / Zorn, Wut, Unwahrheit, Glut [bhāma], Schmähwort, Bekümmerung – / fern davon setzen wir den Yakṣma (die Auszehrung) nieder.

sadhrīcīnān vaḥ saṃmanasaḥ kṛṇomy / ekaśnuṣṭīn saṃvananena saṃhṛdaḥ | / devā ived amṛtaṃ rakṣamāṇāḥ / sāyaṃprātaḥ susamitir vo astu ||

Einander zugewandt, einmütig mache ich euch, / [im Gehorsam] eines Sinnes [ekaśnuṣṭīn: Bedeutung unsicher] [?], durch Zuneigung herzeins; / wie Götter, die das Unsterbliche hüten, / abends und morgens sei euch gute Zusammenkunft.