Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 5

Hymne 5.31 Die Totenkuh (Dakṣiṇā-Kuh)

atyāsarat prathamā dhokṣyamāṇā / sarvān yajñān bibhratī vaiśvadevī | / upa vatsaṃ sṛjata vāśyate gaur / vy asṛṣṭa sumanā hiṃ kṛṇoti ||

Vorausgeeilt ist die Erste, die gemolken werden soll, / alle Opfer tragend, die Allgöttliche; / lasst das Kalb zu ihr; die Kuh brüllt; / freigelassen, wohlgesinnt macht sie „hiṃ“.

badhāna vatsam abhi dhehi bhuñjatīṃ / ni dya godhug upa sīda dugdhi | / iḍām asmā odanaṃ pinvamānā / kīlālaṃ ghṛtaṃ madam annabhāgam ||

Binde das Kalb, gib [ihr] die Genießende hin; / setz dich nieder, Melker, melke. / Für ihn [Iḍā], den Reisbrei, sie schwellend lassend, / Süßtrank, Schmelzbutter, Rausch, Speiseanteil.

sā dhāvatu yamarājñaḥ savatsā / sukṛtāṃ pathā prathameha dattā | / atṛṣṭa dattā prathamedam āgan / vatsena gāṃ saṃ sṛja viśvarūpām ||

Sie soll laufen zu König Yama mit ihrem Kalb, / auf dem Pfad der Rechttäter, als Erste hier gegeben. / Ungedürstet, als Erste gegeben, kam sie hierher: / verbinde mit dem Kalb die allgestaltige Kuh.

prathamedam āgan prathamā dattetād / yasmim̐l loke sadya u tvā dadāti | / sainaṃ dheno prathamā pārayāsi / śraddhayā dattā parame vyoman ||

Als Erste kam sie hierher, als Erste ist sie gegeben, / in welcher Welt man dich sogleich gibt. / Du, Kuh, sollst ihn als Erste hinüberbringen, / mit Vertrauen gegeben, im höchsten Himmelsraum.

jānīhi sma saṃskṛte dheno gopatiṃ / yas tvā dadāti prathamāṃ svadhānām | / pūrvā hi tatra sukṛtaḥ parehy / athaiṣa aitā jarasaḥ parastāt ||

Erkenne, du Wohlgerüstete, Kuh, den Herrn der Kühe, / der dich gibt, die erste Svadhā-Gabe. / Geh voran dorthin zu den Rechttätern; / dann kommt dieser nach, jenseits des Alters.

ati dhenur anaḍvāham / aty anyad vayo akramīt | / ati vatsānāṃ pitaraṃ / ṛṣabhaṃ pratimāsarat || read ṛṣabham atimāsarat? (see PS 5.31.7d)

Die Kuh ist über den Ochsen hinausgegangen, / über anderes Getier ist sie hinausgeschritten; / über der Kälber Vater, / den Stier, ist sie hinausgelaufen.

jyotiṣmatī sukṛto yāhi sūre / syonās te dheno patayo bhavantu | / sapta tvā sūryā anvātapantu / yamaṃ dhāva māti saraḥ parācīḥ || read parācaiḥ with K? (see PS 5.37.5c)

Lichtvoll geh, Rechttäter, zur Sonne; / wohltuend seien dir, Kuh, die Herren. / Sieben Sonnen sollen dich bescheinen; / lauf zu Yama, laufe nicht abgewandt an ihm vorbei [?].

dātre *'mutra mahyaṃ duhānā- / -ubhau lokau bhuñjatī vi kramasva | / iṣam ūrjaṃ dakṣiṇāḥ saṃvasānā / bhagasya dhārām avase pratīmaḥ ||

Für den Geber dort [?], für mich Milch gebend, / beide Welten genießend, schreite aus; / Trank und Kraft, die Dakṣiṇās, zusammen bekleidet [?], / des Bhaga Strom nehmen wir zum Schutz entgegen.

sahasrāṅgā śataṃ jyotīṃṣy asyā / yajñasya paprir amṛtā svargā | / sā na aitu dakṣiṇā viśvarūpā- / -ahiṃsantīṃ prati gṛhṇīma enām ||

Tausendgliedrig, hundert Lichter sind ihr, / des Opfers Erfüllerin, unsterblich, himmelsgehend: / sie, die Dakṣiṇā, allgestaltig, soll zu uns kommen; / die Unversehrte, diese nehmen wir an.