Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 5

Hymne 5.36 Lösung von Varuṇas Fesseln und Meineid

ye vāruṇā uta nairṛtā / vanaspatīnāṃ vīrudhāṃ ca pāśāḥ | / ye bhaumā bhūmyā adhi saṃbabhūvus / te tvā na hiṃsāñ chivatātir astu te ||

Die Fesseln, die varuṇischen und die nairṛtischen, / der Bäume und der Kräuter; / die erdgebundenen, die aus der Erde entstanden sind: / diese sollen dich nicht schädigen; Heil sei dir.

ye antarikṣe divi ye ca pāśā / anne vicṛttā bahudhā sinanti | / ye paśubhyo adhi saṃbabhūvus / te tvā na hiṃsāñ chivatātir astu te ||

Die Fesseln im Luftraum, im Himmel, / die in der Speise verknotet vielfach binden, / die bei den Tieren entstanden sind: / diese sollen dich nicht schädigen; Heil sei dir.

yaṃ mānuṣaṃ manuṣyāḥ śapante Bhatt. yan / yāṃ vā hotrāṃ pitryām ārabhante | / samāmyo varuṇo ya ājagāma / sa tvā na hiṃsāc chivatātir astu te ||

Was Menschliches die Menschen verfluchen / oder welche väterliche Opfergabe sie begonnen haben, / oder der Varuṇa der Zusammenkunft, der gekommen ist: / der soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.

apaḥ pragāhya yadi vā samāmiṣe / agnim ārebhiṣe yadi vā samiddham | / vidvān avidvān anṛtaṃ yad uvaktha / tat tvā na hiṃsāc chivatātir astu te || the refrain (4d, 5d, 6e, 7e) is written in K

Wenn du, in die Wasser getaucht, [zusammen?] verletzt hast [samāmiṣe] [?], / oder das Feuer angefasst hast, sei es entzündet; / wissend oder unwissend hast du Unwahres gesprochen: / das soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.

yat pratīcyāṃ dṛṣatpiṣṭām̐ / āmapeṣām̐ āmapātre papātha | / hīnaḥ satyenānṛtaṃ yad uvaktha / tat tvā na hiṃsāc chivatātir astu te ||

Was du im Westen, auf dem Stein Gemahlenes, / rohes Mehl im rohen Gefäß getrunken hast, / von der Wahrheit verlassen, weil du Unwahres gesprochen hast: / das soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.

yaṃ bāṇavantaṃ sudihaṃ saṃbharanti / yaṃ vā hastaṃ brāhmaṇasyārabhante | / samāmyo varuṇo yaṃ jaghāna / tasya śmaśānād adhi loṣṭa ābhṛtaḥ / sa tvā na hiṃsāc chivatātir astu te ||

Den pfeilbesetzten, gut geschärften, den sie zusammentragen, / oder die Hand des Brahmanen, die sie anfassen, / den der Varuṇa der Zusammenkunft erschlug – / von dessen Leichenstätte ist eine Erdscholle geholt: / diese soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.

yaṃ grāvāṇam ārabhante / yenāṃśūn abhiṣuṇvanti somam | / yad vā dhanaṃ dhanakāmo niremiṣe / kṣetraṃ gām aśvaṃ puruṣaṃ vobhayādat / tat tvā na hiṃsāc chivatātir astu te ||

Den Presstein, den sie anfassen, / mit dem sie die Stengel des Soma pressen, / oder den Besitz, den du, besitzbegierig, [niremiṣe: unklar] [?], / Feld, Kuh, Ross, Mann, oder beides [ubhayādat: unklar] [?]: / das soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.

apaḥ pragāhya yadi vā vyāmiṣe / agnim ārebhiṣe yadi vā samiddham | / jāmyā hastaṃ kṛtam ārebhiṣe read gṛhyam instead of kṛtam?) / dhanur vottatam iti cakramitha | / manyau vā rājño varuṇasyāsi saktaḥ / sa tvā na hiṃsāc chivatātir astu te ||

Wenn du, in die Wasser getaucht, auseinander verletzt hast [?], / oder das Feuer angefasst hast, sei es entzündet, / die von der Verwandten gemachte Hand hast du angefasst [?], / oder einen gespannten Bogen hast du umschritten [?]; / oder du bist an Varuṇas, des Königs, Zorn gebunden: / der soll dich nicht schädigen; Heil sei dir.