Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 5

Hymne 5.33 Lied auf den Gürtel (Mekhalā) des Brahmacārin

ya imāṃ devo mekhalām ābabandha / yaḥ saṃnanāha ya u mā yuyoja | / yasya devasya praśiṣā carāmi / sa pāram icchāt sa u mā vi muñcāt ||

Der Gott, der mir diesen Gürtel umgebunden hat, / der [mich] gegürtet, der mich angeschirrt hat, / auf dessen Geheiß ich wandle: / der soll das Ende wünschen, und er soll mich lösen.

āhutāsy abhihuta / ṛṣīṇām asy āyudham | / pūrvā vratasya prāśnatī / vīraghnī bhava mekhale ||

Angeopfert bist du, überopfert; / der Seher Waffe bist du; / die du als Erste vom Gelübde kostest, / sei heldenverderbend, Gürtel.

mṛtyor ahaṃ brahmacārī yad asmi / bhūtān niryācan puruṣaṃ yamāya | / tam ahaṃ brahmaṇā tapasā śrameṇa- / -anayainaṃ mekhalayā sināmi ||

Weil ich der Brahmacārin des Todes bin, / für Yama Wesen [und] einen Mann erbittend: / den binde ich hier durch Brahman, Askese und Mühe / mit diesem Gürtel fest.

ayaṃ vajras tarpayatāṃ vratena- / -avāsya rāṣṭram abhi hantu jīvam | / bhinattu skandhān pra śṛṇātūṣṇihāḥ ||

Dieser Vajra soll durch das Gelübde sättigen [?], / sein Reich, sein Leben niederschlagen; / er soll die Schultern spalten, die Nackensehnen zerbrechen.

adharottaram adharottareṇa / gūḍhaḥ pṛthivyā mot sṛpat | / vajreṇāvahataḥ śayām ||

Oben-unten durch das Unten-oben, / verborgen, dass er nicht von der Erde herauskriecht: / vom Vajra niedergeschlagen soll er liegen [?].

yo jināti tam anv iccha / yo jināti tam ij jahi | / jinato vajra sāyaka sīmantam / anvañcam anu pātaya ||

Wer schädigt, den suche auf; wer schädigt, den erschlage; / für den Schädiger, Vajra, Pfeil, / lass ihn mit dem Scheitel nach hinten gewandt fallen.

yad aśnāmi balaṃ kurve / vajram ā dadā iti | / skandhān amuṣya śātayan / vṛtrasyeva śacīpatiḥ ||

„Was ich esse, mache ich zu Kraft; / den Vajra habe ich ergriffen“ – / des dort Schultern zerschmetternd, / wie der Herr der Śacī den Vṛtra.

yat pibāmi saṃ pibāmi / samudra iva saṃpibaḥ | / prāṇān amuṣya saṃpiban / saṃ pibāmy ahaṃ pibam ||

Was ich trinke, das trinke ich zusammen, / wie das Meer alles zusammentrinkt. / Seine Lebenshauche einschlürfend, / schlürfe ich als Trinkender ein.

yad girāmi saṃ girāmi / samudra iva saṃgiraḥ | / prāṇān amuṣya saṃgiran / saṃ girāmy ahaṃ giram ||

Was ich verschlucke, das verschlucke ich zusammen, / wie das Meer alles zusammenverschlingt. / Seine Lebenshauche verschlingend, / verschlinge ich als Verschlingender.

śraddhāyā duhitā tapaso 'dhi jātā / svasa rṣīṇāṃ bhūtakṛtāṃ babhūva | / sā no mekhale matim ā dhehi medhām / atho no dhehi tapa indriyaṃ ca ||

Śraddhās Tochter, aus der Askese geboren, / wurde die Schwester der Ṛṣis, der Wesenschaffenden: / du, Gürtel, gib uns Einsicht, Verstand, / und gib uns Askese und Sinneskraft.

yāṃ tvā pūrve bhūtakṛta / ṛṣayaḥ paribedhire | / sā tvaṃ pari ṣvajasva mā / dīrghāyutvāya mekhale ||

Dich, die früher die wesenschaffenden / Ṛṣis umschlossen [paribedhire] [?]: / du umarme mich / zu langem Leben, Gürtel.