Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 5

Hymne 5.38 Preis des langhaarigen Ekstatikers (Keśin)

keśy agniṃ keśī viṣaṃ / keśī bibharti rodasī | / keśī viśvaṃ svar dṛśe / keśīdaṃ jyotir ucyate ||

Der Langhaarige trägt Feuer, der Langhaarige das Gift, / der Langhaarige trägt Himmel und Erde; / der Langhaarige [trägt] die ganze Sonne, sie zu sehen; / der Langhaarige – dieses Licht wird er genannt.

munayo vātaraśanāḥ / piśaṅgā vasate malāḥ | / vātasyānu dhrājiṃ yanti / yad devāso ayukṣata ||

Die Munis, vom Wind gegürtet, kleiden sich in Braungelbes, in Schmutz; / sie folgen dem Sturmlauf des Windes, / wenn die Götter sich [ihm] angeschirrt haben.

unmaditā mauneyena / vātām̐ ā tasthimā vayam | / śarīred asmākaṃ yūyaṃ / martāso abhi paśyatha ||

„Vom Muni-Wesen [Ekstase] Berauschte, / sind wir auf die Winde gestiegen. / Nur eure Leiber seht ihr von uns, / ihr Sterblichen.“

antarikṣeṇa patati / svar bhūtāvacākaśat | / munir devasya-devasya / saukṛtyāya sakhā hitaḥ ||

Durch den Luftraum fliegt er, / alle Wesen anblickend, das Licht [die Sonne]; / der Muni ist für den guten Vollzug [des Werks] / jedem einzelnen Gott als Freund bestellt.

indrasyāśvo vāyoḥ sakhā- / -atho deveṣito muniḥ | / ubhā samudrāv ā kṣayati / sadyaḥ pūrvam utāparam ||

Des Indra Ross, des Vāyu Freund, / dazu der von den Göttern angetriebene Muni: / beide Meere durchmisst er / sogleich, das östliche wie das westliche.

gandharvāṇām apsarasāṃ / devānāṃ caraṇe caran | / muniḥ ketasya saṃvidvān / sakhā svādur madintamaḥ ||

Auf dem Wandel der Gandharven, der Apsaras / und der Götter wandelnd, / [ist] der Muni des Keta Kenner, / ein Freund, süß, höchst berauschend.

vāyur asmā upāmanthat / pinaṣṭi smā kunaṃnamā | / munir viṣasya pātreṇa / yad rudreṇāpibat saha ||

Vāyu hat ihm gequirlt, / es zermahlt [ihm] die Kunaṃnamā [Zauberpflanze/Zauberin?]; / der Muni [trank] aus dem Becher des Gifts, / als er mit Rudra zusammen trank.

saṃyukte dyāvāpṛthivī / tiṣṭhantī avicartye | / keśenaikasya devasya / vy aṣṭabhnāc chacīpatiḥ ||

Verbunden stehen Himmel und Erde, / einander nicht ausweichend; / mit dem Haar des einen Gottes / hat der Herr der Śacī [Indra] [sie] auseinandergestemmt/gestützt.