Dich nehme ich für Speisekraft, dich für Saftkraft – ihr seid die windgleichen Zugtiere. Der Gott Savitṛ treibe euch an zum trefflichsten Werk. Schwellt an, ihr unverletzlichen Kühe, für Indras Anteil! Nachkommenreich, ohne Siechtum, ohne Auszehrung (yakṣma) – kein Dieb soll Macht über euch haben, kein Übelredner. Fest möget ihr bei diesem Herrn der Rinder sein – schütze die zahlreichen Tiere des Opferherrn!
Wort für Wort
iṣe
für Speisekraft (Dat.Sg. von iṣ- 'Labung, Speisekraft')
vasoḥ pavitramasi dyaurasi pṛthivyasi mātariśvano gharmo'si viśvadhā asi | parameṇa dhāmnā dṛṃhasva mā hvārmā te yajñapatirhvārṣīt
Du bist das Läuterungsmittel des Guten (Vasu). Du bist der Himmel, du bist die Erde, du bist der Gharma, der Glutkessel des Mātariśvan, du bist der Allesspendende. Festige dich durch höchste Wesenheit! Weiche nicht ab! Dein Opferherr soll nicht fehlgehen!
Wort für Wort
vasoḥ
des Guten / Vasu (Gen.Sg.)
pavitramasi
pavitram 'Läuterungsmittel' + asi 'du bist' (Sandhi)
dyaurasi
dyauḥ 'Himmel' + asi 'du bist' (Sandhi)
pṛthivyasi
pṛthivī 'Erde' + asi 'du bist' (Sandhi)
mātariśvano
Mātariśvans (Gen.Sg., Beiname Vāyus/Agnis: 'der im Mutterschoß Heranwachsende')
gharmo'si
gharmaḥ 'der Gharma (Glutkessel)' + asi 'du bist' (Sandhi)
viśvadhā
der Allesspendende (Nom.Sg., viśva+dhā)
asi
du bist (2.Sg.Präs.)
|
(Versgrenze, kein Wort)
parameṇa
mit höchster (Instr.Sg.)
dhāmnā
Wesenheit (Instr.Sg.)
dṛṃhasva
festige dich (2.Sg.Impv.Med. von dṛh)
mā
mā (Vetitiv-Partikel: 'nicht', gehört zu hvāḥ in hvārmā)
hvārmā
hvāḥ 'weiche ab' (2.Sg.Aor.Inj. von hvṛ) + mā 'nicht' (zweite Vetitiv-Partikel, gehört zu hvārṣīt) (Sandhi: ḥ+m→rm)
te
dein (Gen.Sg.)
yajñapatirhvārṣīt
yajñapatiḥ 'der Opferherr' (Kompositum yajña+pati) + hvārṣīt 'er fehlging' (3.Sg.Aor.Inj. von hvṛ; mit vorausgehendem mā: Vetitiv 'soll nicht fehlgehen') (Sandhi)
Du bist das hundertströmige Läuterungsmittel des Guten, du bist das tausendströmige Läuterungsmittel des Guten. Der Gott Savitṛ, der gut Ausgießende, der Wunscherfüllende (kāmadhukṣ), möge dich mit dem hundertströmigen Läuterungsmittel des Guten reinigen.
Wort für Wort
vasoḥ
des Guten (Gen.Sg.)
pavitramasi
pavitram 'Läuterungsmittel' + asi 'du bist' (Sandhi)
Sie ist die Alllebende, sie ist die Allwirkende, sie ist die Allnährende [?]. Dich, den Anteil Indras, benetze ich mit Soma [?]. O Viṣṇu, schütze die Opfergabe!
O Agni, Herr des Gelübdes! Ich werde das Gelübde vollziehen. Möge ich das vermögen! Das gelinge mir! Hiermit trete ich von der Unwahrheit zur Wahrheit über.
Wort für Wort
agne
o Agni (Vok.Sg.)
vratapate
vrata 'Gelübde' + pati 'Herr' → 'Herr des Gelübdes' (Vok.Sg., Kompositum)
vrataṃ
das Gelübde (Akk.Sg.)
cariṣyāmi
ich werde vollziehen (1.Sg.Fut. von √car)
tacchakeyaṃ
tat 'das' + śakeyam 'möge ich vermögen' (1.Sg.Opt. von √śak, Sandhi t+ś→cch)
tanme
tat 'das' + me 'mir' (Sandhi)
rādhyatām
es gelinge (3.Sg.Impv.Pass. von √rādh)
idamahamanṛtātsatyamupaimi
idam 'hiermit' + aham 'ich' + anṛtāt 'von der Unwahrheit' (Abl.) + satyam 'zur Wahrheit' (Akk.) + upaimi 'trete ich hinzu' (1.Sg.Präs. von upa-i) (Sandhi mehrerer Wörter)
Wer schirrt dich an? Er schirrt dich an. Wofür schirrt er dich an? Dafür schirrt er dich an – euch beiden für das Werk, euch beiden für den Diensteifer.
Verbrannt ist der Unhold (rakṣas), verbrannt sind die Mißgunst-Dämonen (arātayaḥ); ausgeglüht ist der Unhold, ausgeglüht sind die Mißgunst-Dämonen. Ich gehe den weiten Luftraum entlang.
Wort für Wort
pratyuṣṭaṃ
verbrannt (Nom.Sg., Ptz.Perf.Pass. von prati-uṣ)
rakṣaḥ
der Unhold (rakṣas, Nom.Sg.)
pratyuṣṭā
verbrannt (Nom.Pl.)
arātayo
die Mißgunst-Dämonen (Nom.Pl.)
niṣṭaptaṃ
ausgeglüht (Nom.Sg., Ptz.Perf.Pass. von ni-tap)
rakṣo
der Unhold (Nom.Sg.)
niṣṭaptā
ausgeglüht (Nom.Pl.)
arātayaḥ
die Mißgunst-Dämonen (Nom.Pl.)
urvantarikṣamanvemi
uru 'weit' + antarikṣam 'Luftraum' + anu 'entlang' + emi 'ich gehe' (1.Sg.Präs. von i) (Sandhi mehrerer Wörter)
Du bist die Deichsel – schädige den Schädiger! Schädige den, der uns schädigt! Schädige den, den wir schädigen! Du bist das Tragkräftigste, Gewinnreichste, Erfreulichste, Liebste der Götter, das die Götter am meisten herbeiruft.
Wort für Wort
dhūrasi
dhūḥ 'Deichsel' + asi 'du bist' (Sandhi)
dhūrva
schädige (2.Sg.Impv. von dhvṛ 'schädigen'; Wortspiel mit dhūḥ 'Deichsel')
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans ergreife ich dich, dem Agni genehm; ich ergreife dich, Agni und Soma genehm.
Wort für Wort
devasya
des Gottes (Gen.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
savituḥ
Savitṛs (Gen.Sg.)
prasave'śvinorbāhubhyāṃ
prasave 'im Antrieb' (Lok.Sg.) + aśvinoḥ 'der beiden Aśvin' (Gen.Dual) + bāhubhyāṃ 'mit den Armen' (Instr.Dual) (Sandhi mehrerer Wörter)
Dich nehme ich zum Gedeihen, nicht zur Mißgunst [?] – zur Sonnenwelt will ich blicken [?]. Fest sollen die Türpfosten auf der Erde stehen! Ich gehe dem weiten Luftraum nach. Dich setze ich in den Nabel der Erde, in den Schoß der Aditi. O Agni, schütze die Opfergabe!
Wort für Wort
bhūtāya
zum Gedeihen/Werden (Dat.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
nārātaye
na 'nicht' + arātaye 'zur Mißgunst' (Dat.Sg., Sandhi) [?]
svarabhivikhyeṣaṃ
svaḥ 'Sonnenwelt' + abhivikhyeṣam 'ich will blicken' (1.Sg.Subj., Sandhi) [?]
dṛṃhantāṃ
sie sollen fest stehen (3.Pl.Impv. von dṛh)
duryāḥ
die Türpfosten (Nom.Pl.)
pṛthivyāmurvantarikṣamanvemi
pṛthivyām 'auf der Erde' (Lok.) + uru 'weit' + antarikṣam 'Luftraum' + anu 'entlang' + emi 'ich gehe' (1.Sg.) (Sandhi mehrerer Wörter)
Ihr beide seid Läuterungsmittel, dem Viṣṇu zugehörig. Auf Antrieb des Savitṛ läutere ich empor mit dem lückenlosen Läuterungsmittel, mit den Strahlen der Sonne. Ihr göttlichen Wasser, voranschreitend, voranreinigend – führet heute zuerst dieses Opfer, führet zuerst den Opferherrn, den wohlgeschaffenen, den götterzugewandten Opferherrn.
Euch erwählte Indra im Kampf gegen Vṛtra; ihr erwähltet Indra im Kampf gegen Vṛtra. Besprengt seid ihr. Dem Agni genehm besprenge ich dich; Agni und Soma genehm besprenge ich dich. Reinigt euch für das göttliche Werk, für das Götteropfer! Was an euch unrein war, das haben sie hinweggeschlagen – dieses Unreine an euch reinige ich hiermit.
Wort für Wort
yuṣmā
yuṣmān 'euch' (Akk.Pl., sandhi-verkürzt)
indro'vṛṇīta
indraḥ 'Indra' + avṛṇīta 'erwählte' (3.Sg.Impf.Med. von vṛ, Sandhi)
vṛtratūrye
im Kampf gegen Vṛtra (Lok.Sg., Kompositum vṛtra+tūrya)
śarmāsyavadhūtaṃ rakṣo'vadhūtā arātayo 'dityāstvagasi prati tvāditirvettu adrirasi vānaspatyo grāvā'si pṛthubudhnaḥ prati tvā'dityāstvagvettu
Du bist Schutzdach. Hinweggeschüttelt ist der Unhold, hinweggeschüttelt die Mißgunst-Dämonen. Du bist die Haut der Aditi – als solche möge Aditi dich erkennen. Du bist der Fels, der vom Baum stammt, du bist der Preßstein mit breiter Grundfläche – als solche möge die Haut der Aditi dich erkennen.
Du bist der Leib Agnis, das Aussenden der Rede. Zum Göttermahl ergreife ich dich. Du bist der große, vom Baum stammende Preßstein – bereite du diese Opfergabe für die Götter, bereite sie gut zu, bereite sie zu! Komm, Opferbereiter! Komm, Opferbereiter!
Du bist ein Hahn mit honigsüßer Zunge – künde Labung und Kraft! Mit dir wollen wir das Verbundene [?] gewinnen. Du bist regengewachsen – als regengewachsen möge man dich erkennen. Fortgereinigt sei der Unhold, fortgereinigt die Mißgunst-Dämonen, hinweggeschlagen der Unhold. Vāyu möge euch aussondern, der Gott Savitṛ mit goldener Hand möge euch mit lückenloser Hand empfangen.
Du bist Kühnheit. Hinweg, o Agni! Erschlage den rohfressenden Agni-Unhold, vertreibe den Leichenfresser! Fahre den Götteropferer! Du bist fest – festige die Erde! Dich lege ich hin, brahmanreich, herrschaftsreich, stammesreich, zum Erschlagen des Nebenbuhlers.
Wort für Wort
dhṛṣṭirasyapā'gne
dhṛṣṭiḥ 'Kühnheit' + asi 'du bist' + apa 'hinweg' + agne 'o Agni' (Sandhi mehrerer Wörter)
O Agni, ergreife das Segenswort (brahma)! Du bist der Träger – festige den Luftraum! Dich lege ich hin, brahmanreich, herrschaftsreich, stammesreich, zum Erschlagen des Nebenbuhlers. Du bist der Halter – festige den Himmel! Dich lege ich hin, brahmanreich, herrschaftsreich, stammesreich, zum Erschlagen des Nebenbuhlers. Nach allen Himmelsgegenden lege ich dich hin. Aufgeschichtet seid ihr, aufwärts geschichtet – mit der Glut der Bhṛgus und Aṅgiras' sollt ihr glühen.
śarmāsyavadhūtaṃ rakṣo'vadhūtā arātayo'dityāstvagasi prati tvā'ditirvettu dhiṣaṇā'si parvatī prati tvā'dityāstvagvettu divaskambhanīrasi dhiṣaṇā'si pārvateyī prati tvā parvatī vettu
Du bist Schirm. Hinweggeschüttelt ist der Unhold, hinweggeschüttelt die Mißgunst-Dämonen. Du bist die Haut der Aditi – dich möge Aditi erkennen. Du bist die Dhiṣaṇā (Sinnkraft), die Bergentstammte [?] – dich möge die Haut der Aditi erkennen. Du bist die Himmelsstütze, du bist die Dhiṣaṇā, die vom Berg Stammende – dich möge der Berg erkennen.
Wort für Wort
śarmāsyavadhūtaṃ
śarma 'Schirm' + asi 'du bist' + avadhūtam 'hinweggeschüttelt' (Sandhi)
Du bist Getreidekorn – erquicke die Götter! Für den Einatem nehme ich dich, für das Geben dich, für den Durchatem dich. Der langen Ausdehnung entlang setze ich dich zum Leben. Der Gott Savitṛ mit goldener Hand möge dich mit lückenloser Hand empfangen. Zum Sehen nehme ich dich – du bist die Milch der großen Wasser.
Wort für Wort
dhānyamasi
dhānyam 'Getreidekorn' + asi 'du bist' (Sandhi)
dhinuhi
erquicke (2.Sg.Impv. von dhinv)
devān
die Götter (Akk.Pl.)
prāṇāya
für den Einatem (Dat.Sg.)
tvo
tvā 'dich' (sandhi-verkürzt vor Vokal)
dānāya
für das Geben (Dat.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
vyānāya
für den Durchatem (Dat.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
dīrghāmanu
dīrghām 'der langen' (Akk.Sg.fem.) + anu 'entlang' (Sandhi)
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans säe ich zusammen. Zusammen seien die Wasser mit den Kräutern, zusammen die Kräuter mit dem Saft. Die reichen Wasser sollen sich mit den beweglichen mischen, die honigreichen sollen sich mit den honigreichen mischen.
Wort für Wort
devasya
des Gottes (Gen.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
savituḥ
Savitṛs (Gen.Sg.)
prasave'śvinorbāhubhyāṃ
prasave 'im Antrieb' (Lok.) + aśvinoḥ 'der beiden Aśvin' (Gen.Dual) + bāhubhyāṃ 'mit den Armen' (Instr.Dual) (Sandhi)
pūṣṇo
Pūṣans (Gen.Sg.)
hastābhyām
mit den Händen (Instr.Dual)
saṃ
zusammen (Adv./Verbalpräfix)
vapāmi
ich säe (1.Sg.Präs.)
samāpa
sam 'zusammen' + āpaḥ 'Wasser' (Nom.Pl., Sandhi)
oṣadhībhiḥ
mit den Kräutern (Instr.Pl.)
samoṣadhayo
sam 'zusammen' + oṣadhayaḥ 'Kräuter' (Nom.Pl., Sandhi)
Zum Gebären verbinde ich dich. Dies gehört Agni, dies gehört Agni und Soma. Für Labung nehme ich dich – du bist der Gharma. Alllebend sei er – dich möge Savitṛ reifen lassen im höchsten Firmament.
Wort für Wort
janayatyai
zum Gebären (Dat.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
saṃyaumīdamagneridamagnīṣomayoriṣe
saṃyaumi 'ich verbinde' (1.Sg.Präs. von sam-yu) + idam 'dies' + agneḥ 'gehört Agni' (Gen.) + idam 'dies' + agnīṣomayoḥ 'gehört Agni und Soma' (Gen.Dual) + iṣe 'für Labung' (Dat., Sandhi mehrerer Wörter)
Fürchte dich nicht, erzittere nicht! Unermüdlich [?] sei das Opfer, unermüdlich [?] soll die Nachkommenschaft des Opferherrn sein. Für Trita nehme ich dich, für Dvita nehme ich dich, für Ekata nehme ich dich.
Wort für Wort
mā
mā (Vetitiv-Partikel: 'nicht', gehört zu bher)
bhermā
bher 'fürchte dich' (2.Sg.Aor.Inj.Med. von bhī) + mā 'nicht' (zweite Vetitiv-Partikel, gehört zu saṃvikthāḥ, Sandhi)
saṃvikthā
erzittere (2.Sg.Aor.Inj.Med. von saṃ-vij; mit vorausgehendem mā: Vetitiv 'nicht')
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans nehme ich dich entgegen, die für die Götter Opferbereitende. Du bist Indras rechter Arm, tausendspitzig, hundertfach glühend. Du bist Vāyu, scharfglühend, die Waffe gegen den Hasser.
Wort für Wort
devasya
des Gottes (Gen.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
savituḥ
Savitṛs (Gen.Sg.)
prasave'śvinorbāhubhyāṃ
prasave 'im Antrieb' (Lok.) + aśvinoḥ 'der beiden Aśvin' (Gen.Dual) + bāhubhyāṃ 'mit den Armen' (Instr.Dual) (Sandhi)
pṛthivi devayajanyoṣadhyāste mūlaṃ mā hiṃsiṣaṃ vrajaṃ gaccha goṣṭhānaṃ varṣatu te dyaubadhāna deva savitaḥ paramasyāṃ pṛthivyāṃ śatena pāśairyo'smāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmastamato mā mauk
O Erde, Opferstätte der Götter! O Pflanze, deine Wurzel möchte ich nicht verletzen. Geh zum Pferch, zum Rinderstand – der Himmel möge dir regnen! Binde, o Gott Savitṛ, auf der fernsten Erde mit hundert Fesseln – wer uns haßt und den wir hassen, den laß von hier nicht los!
Wort für Wort
pṛthivi
o Erde (Vok.Sg.)
devayajanyoṣadhyāste
devayajani 'Opferstätte der Götter' (Vok.Sg., Kompositum) + oṣadhi 'o Pflanze' (Vok.Sg.) + te 'deine' (Gen., Sandhi mehrerer Wörter)
mūlaṃ
die Wurzel (Akk.Sg.)
mā
mā (Vetitiv-Partikel: 'nicht', gehört zu hiṃsiṣam)
hiṃsiṣaṃ
möchte ich verletzen (1.Sg.Aor.Inj. von hiṃs; mit vorausgehendem mā: Vetitiv 'nicht')
apāraruṃ pṛthivyai devayajanādvadhyāsaṃ vrajaṃ gaccha goṣṭhānaṃ varṣatu te dyaurbadhāna deva savitaḥ paramasyāṃ pṛthivyā śatena pāśairyo'smāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmastamato mā mauk araro divaṃ mā papto drapsaste dyāṃ mā skan vrajaṃ gaccha goṣṭhānaṃ varṣatu te dyaurbadhāna deva savitaḥ paramasyāṃ pṛthivyāṃ śatena pāśairyo'smāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmastamato mā mauk
Fern von der Opferstätte der Erde möchte ich den Feindseligen [?] erschlagen. Geh zum Pferch, zum Rinderstand – der Himmel möge dir regnen! Binde, o Gott Savitṛ, auf der fernsten Erde mit hundert Fesseln – wer uns haßt und den wir hassen, den laß von hier nicht los! Nicht fliege, du Mißgünstiger [araru, ?], zum Himmel; dein Tropfen springe nicht zum Himmel! Geh zum Pferch, zum Rinderstand – der Himmel möge dir regnen! Binde, o Gott Savitṛ, auf der fernsten Erde mit hundert Fesseln – wer uns haßt und den wir hassen, den laß von hier nicht los!
Wort für Wort
apāraruṃ
apa 'fern' + araruṃ 'den Feindseligen' (Akk.Sg., Sandhi) [?]
pṛthivyai
der Erde (Gen./Dat.Sg., possessiv zu devayajanāt)
devayajanādvadhyāsaṃ
devayajanāt 'von der Opferstätte' (Abl.Sg.) + vadhyāsam 'möchte ich erschlagen' (1.Sg.Opt. von han, Sandhi)
Mit dem Gāyatrī-Versmaß umfasse ich dich, mit dem Triṣṭubh-Versmaß umfasse ich dich, mit dem Jagatī-Versmaß umfasse ich dich. Fein bist du, hold bist du, angenehm bist du, gut zu sitzen bist du, kraftvoll bist du und milchreich bist du.
Wort für Wort
gāyatreṇa
mit dem Gāyatrī-Versmaß (Instr.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
chandasā
Versmaß (Instr.Sg.)
parigṛhṇāmi
ich umfasse (1.Sg.Präs.)
traiṣṭubhena
mit dem Triṣṭubh-Versmaß (Instr.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
chandasā
Versmaß (Instr.Sg.)
parigṛhṇāmi
ich umfasse (1.Sg.Präs.)
jāgatena
mit dem Jagatī-Versmaß (Instr.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
chandasā
Versmaß (Instr.Sg.)
parigṛhṇāmi
ich umfasse (1.Sg.Präs.)
sukṣmā
fein (Nom.Sg.)
cāsi
ca 'und' + asi 'du bist' (Sandhi)
śivā
hold (Nom.Sg.)
cāsi
ca 'und' + asi 'du bist' (Sandhi)
syonā
angenehm (Nom.Sg.)
cāsi
ca 'und' + asi 'du bist' (Sandhi)
suṣadā
gut zu sitzen (Nom.Sg., Kompositum su+sad)
cāsyūrjasvatī
ca 'und' + asi 'du bist' + ūrjasvatī 'kraftvoll' (Nom.Sg., Sandhi)
Bevor der Grausame sich heranschleicht, o Erhabener [?] – nachdem du die Erde, die Lebendes gebende, emporgehoben hast: die Bahnen haben sie mit Eigenkräften zum Mond bewegt [?]; diese verehren die Weisen, indem sie ihr zuweisen. Setze die Besprengungswasser hin – du bist die Erschlagung des Hassers.
Wort für Wort
purā
bevor (Adv.)
krūrasya
des Grausamen (Gen.Sg.)
visṛpo
des Heranschleichens (Gen.Sg., von visṛp) [?]
virapśinnudādāya
virapśin 'o Erhabener' [?] (Vok.Sg.) + ud 'empor' + ādāya 'genommen habend' (Gerundium, Sandhi)
Verbrannt ist der Unhold, verbrannt die Mißgunst-Dämonen; ausgeglüht ist der Unhold, ausgeglüht die Mißgunst-Dämonen. Ungeschärft bist du, den Nebenbuhler vernichtend – dich, den Kampfstarken, fege ich rein zum Sieg im Wettkampf. Verbrannt ist der Unhold, verbrannt die Mißgunst-Dämonen; ausgeglüht ist der Unhold, ausgeglüht die Mißgunst-Dämonen. Ungeschärft bist du, den Nebenbuhler vernichtend – dich, die Kampfstarke, fege ich rein zum Sieg im Wettkampf.
Du bist der Aditi Gürtelband, du bist Viṣṇus Werk [?]. Für Kraft nehme ich dich. Mit unbetrogenem Auge blicke ich auf dich herab. Du bist die Zunge Agnis, die gut rufende, für die Götter. Sei mir zu jeder Stätte, zu jedem Opferspruch!
Auf Antrieb Savitṛs läutere ich dich empor mit dem lückenlosen Läuterungsmittel, mit den Strahlen der Sonne. Auf Antrieb Savitṛs läutere ich euch empor mit dem lückenlosen Läuterungsmittel, mit den Strahlen der Sonne. Du bist Glut, du bist Glanz, du bist Unsterblichkeit; 'Stätte' ist dein Name, lieb den Göttern; du bist die unangreifbare Opferstätte.
Wort für Wort
savitustvā
savituḥ 'Savitṛs' (Gen.) + tvā 'dich' (Sandhi)
prasava
im Antrieb (Lok.Sg., sandhi-verkürzt für prasave)
utpunāmyacchidreṇa
utpunāmi 'ich läutere empor' + acchidreṇa 'mit dem lückenlosen' (Sandhi)