ni ṣasāda ghṛtavrato varuṇaḥ pastyāsvā sāmrājyāya sukratuḥ mṛtyoḥ pāhi vidyotpāhi
Varuṇa, dessen Ordnung aus Schmalz (ghṛta) besteht, hat sich in den Wohnstätten niedergelassen, der Einsichtsvolle, zur Allherrschaft. Beschütze mich vor dem Tod, beschütze mich vor dem Blitz [?].
Wort für Wort
ni
nieder (Präverb zu ṣasāda)
ṣasāda
hat sich niedergelassen (Perf.3.Sg., ni+sad)
ghṛtavrato
ghṛta 'Schmalz' + vrata 'Ordnung' → dessen Ordnung aus Schmalz besteht (Nom.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom., Eigenname)
pastyāsvā
pastyāsu 'in den Wohnstätten' (Lok.Pl.) + ā '[verstärkendes Präverb zu ṣasāda]' [Sandhi]
sāmrājyāya
zur Allherrschaft (Dat.)
sukratuḥ
su 'gut' + kratu 'Einsicht' → der Einsichtsvolle (Nom.)
mṛtyoḥ
vor dem Tod (Abl., bei u-Stamm = Gen.-Form)
pāhi
beschütze (2.Sg.Imp.)
vidyotpāhi
vidyot 'vor dem Blitz [?]' (Abl.) + pāhi 'beschütze' [Sandhi]
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen des Pūṣan besprenge ich dich mit der Heilkraft (bhaiṣajya) der Aśvin zur Kraft (tejas), zum brahmanischen Glanz (brahmavarcas); ich besprenge dich mit der Heilkraft der Sarasvatī zur Manneskraft (vīrya), zum Speisegenuss (annādya); ich besprenge dich mit der indrischen Kraft (indriya) Indras zur Stärke, zum Glanz, zum Ruhm.
Wort für Wort
devasya
des Gottes (Gen.)
tvā
dich (Akk.)
savituḥ
Savitṛs (Gen., Eigenname)
prasave'śvinorbāhubhyāṃ
prasave 'beim Antrieb' (Lok.) + aśvinoḥ 'der beiden Aśvin' (Gen.Dual) + bāhubhyām 'mit den Armen' (Instr.Dual) [Sandhi]
pūṣṇo
des Pūṣan (Gen., Eigenname) [Sandhi: aḥ→o]
hastābhyām
mit den Händen (Instr.Dual)
aśvinorbhaiṣajyena
aśvinoḥ 'der beiden Aśvin' (Gen.Dual) + bhaiṣajyena 'mit der Heilkraft' (Instr.) [Sandhi]
śiro me śrīryaśo mukhaṃ tviṣiḥ keśāśca śmaśrūṇi rājā me prāṇo amṛtaṃ samrāṭ cakṣurvirāṭ śrotram
Mein Haupt ist Glanz (śrī), mein Antlitz Ruhm (yaśas), Feuerglut (tviṣi) sind Haare und Bart. Mein Atem ist der König, die Unsterblichkeit der Allherrscher (samrāṭ), das Auge der Allglänzende (virāṭ), das Gehör [?].
jihvā me bhadraṃ vāṅmaho mano manyuḥ svarāḍ bhāmaḥ modāḥ pramodā aṅgulīraṅgāni mitraṃ me sahaḥ
Meine Zunge ist das Heilsame (bhadra), die Rede das Große (mahat), der Geist der Zorn (manyu), der Selbstherrscher (svarāṭ) der Grimm (bhāma); Freude und Vorfreude sind Finger und Glieder, mein Bündnis [Mitra] ist die Kraft (sahas).
Mein Nabel ist Denken und Erkenntnis, mein After ist Ehrerbietung; das Gesäß, Wonne und Nachwonne sind meine Hoden, Glücksanteil und Glückseligkeit ist das Glied. Mit den Unterschenkeln und Füßen bin ich Rechtsordnung (dharma); im Stamm (viś) ist der König gegründet.
prati kṣatre prati tiṣṭhāmi rāṣṭre pratyaśveṣu prati tiṣṭhāmi goṣu pratyaṅgeṣu prati tiṣṭhāmyātman prati prāṇeṣu prati tiṣṭhāmi puṣṭe prati dyāvāpṛthivyoḥ prati tiṣṭhāmi yajñe
Fest stehe ich in der Herrschermacht, fest stehe ich im Reich; fest stehe ich unter den Pferden, unter den Rindern; fest stehe ich in den Gliedern, im Selbst; fest stehe ich unter den Lebensatmen, im Gedeihen (puṣṭi); fest stehe ich zwischen Himmel und Erde, im Opfer.
Wort für Wort
prati
fest (Präverb zu tiṣṭhāmi)
kṣatre
in der Herrschermacht (Lok.)
prati
fest (Präverb)
tiṣṭhāmi
stehe ich (1.Sg.Präs.)
rāṣṭre
im Reich (Lok.)
pratyaśveṣu
prati 'fest' (Präverb) + aśveṣu 'unter den Pferden' (Lok.Pl.) [Sandhi]
prati
fest (Präverb)
tiṣṭhāmi
stehe ich (1.Sg.Präs.)
goṣu
unter den Rindern (Lok.Pl.)
pratyaṅgeṣu
prati 'fest' (Präverb) + aṅgeṣu 'in den Gliedern' (Lok.Pl.) [Sandhi]
Die dreifachen Götter, die Elf, die Dreiunddreißig, die Gabenreichen (surādhas), mit Bṛhaspati als Hauspriester (purohita) - beim Antrieb des Gottes Savitṛ mögen die Götter mich mitsamt den Göttern schützen. [Anm.: die Zahlangaben zählen wohl die 33 vedischen Götter.]
Die Ersten verbinden sich mit den Zweiten, die Zweiten mit den Dritten, die Dritten [verbinden sich]; mit der Wahrheit verbinde sich die Wahrheit, mit dem Opfer das Opfer, mit den Yajus-Formeln die Yajus-Formeln, mit den Sāman-Gesängen die Sāman-Gesänge, mit den Ṛc-Versen die Ṛc-Verse, mit den Puronuvākyā-Sprüchen die Puronuvākyā-Sprüche, mit den Yājyā-Sprüchen die Yājyā-Sprüche, mit den Vaṣaṭ-Rufen die Vaṣaṭ-Rufe, mit den Opfergüssen die Opfergüsse - sie mögen meine Wünsche erfüllen. Bhūḥ, svāhā.
lomāni prayatirmama tvaṅma ānatirāgatiḥ māṃsaṃ ma upanatirvasvasthi majjā ma ānatiḥ
Die Haare sind meine Ausstreckung (prayati), meine Haut ist Beugung (ānati) und Ankunft, das Fleisch ist mein Sichnähern (upanati), das Fett ist der Knochen, das Mark ist meine Beugung. [Anm.: ungewöhnliche Körper-Handlungs-Gleichsetzungen.]
Wort für Wort
lomāni
die Haare (Nom.Pl.)
prayatirmama
prayatiḥ 'Ausstreckung' (Nom.) + mama 'meine' (Gen.) [Sandhi]
tvaṅma
tvak 'Haut' (Nom.) + ma 'meine' (Gen., enklit.) [Sandhi: k→ṅ]
Was an Sünde im Dorf, was in der Wildnis, was in der Versammlung, was bei den Sinnesorganen (indriya), was gegenüber dem Śūdra, was gegenüber dem Vollbürger (arya), was für Sünde wir begangen haben, was gegen die Ordnung (dharma) eines Einzelnen - du bist die Entsühnung (avayajana) davon.
yadāpo aghnyā iti varuṇeti śapāmahe tato varuṇa no muñca avabhṛtha nicumpuṇa nicerurasi nicumpuṇaḥ ava devairdevakṛtameno'yakṣyava martyairmartyakṛtaṃ pururāvṇo deva riṣaspāhi
Wenn wir schwören, indem wir 'die Gewässer sind unverletzlich' sagen, 'Varuṇa' sagen - davon, Varuṇa, entbinde uns! Abwaschung (avabhṛtha), Nicumpuṇa [?], du bist der Einschleicher (nicerú), Nicumpuṇa - entsühne uns von der götterverursachten Sünde mit den Göttern, entsühne von der menschenverursachten [Sünde] mit den Menschen; du Gott des Vielrufenden (Pururāvan) [?], beschütze vor Schaden (riṣas).
samudre te hṛdayamapsvantaḥ saṃ tvā viśantvoṣadhīrutāpaḥ sumitriyā na āpa oṣadhayaḥ santu durmitriyāstasmai santu yo'smāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmaḥ
Im Meer ist dein Herz, innerhalb der Gewässer; die Pflanzen und die Gewässer mögen in dich eingehen. Gutgesinnt (sumitriya) sollen uns die Gewässer und Pflanzen sein; feindlichgesinnt (durmitriya) sollen sie dem sein, der uns hasst, und dem, den wir hassen.
Wie einer, der sich vom Holzpflock löst, verschwitzt, gebadet, wie etwas vom Schmutz Gereinigtes, wie Schmalz durch die Seihe (pavitra) gereinigt - die Gewässer mögen mich von Sünde reinigen.
apo adyānvacāriṣaṃ rasena samasṛkṣmahi payasvānagna ā'gamaṃ taṃ mā saṃ sṛja varcasā prajayā ca dhanena ca
Die Gewässer habe ich heute betreten; mit dem Saft haben wir uns vereinigt. Milchreich, o Agni, bin ich gekommen; verbinde mich damit [?], mit Glanz, mit Nachkommenschaft und mit Reichtum.
Du bist Brennholz (edhas) - wir wollen gedeihen; du bist Brennscheit (samidh); du bist Glut (tejas) - lege Glut in mich. Es hat sich vereint die Erde, es hat sich vereint die Morgenröte, es hat sich vereint die Sonne, es hat sich vereint diese ganze Welt. Möge ich das Licht des Vaiśvānara [Agni] werden und reiche Wünsche erlangen. Bhūḥ, svāhā.
samit 'Brennscheit' (Nom.) + asi 'du bist' [Sandhi]
tejo'si
tejaḥ 'Glut' (Nom.) + asi 'du bist' [Sandhi]
tejo
tejaḥ 'Glut' (Akk.) [Sandhi: aḥ→o]
mayi
in mich (Lok.)
dhehi
lege (2.Sg.Imp.)
samāvavarti
es hat sich vereint (Perf.3.Sg.Med., sam-ā-vṛt)
pṛthivī
die Erde (Nom.)
samuṣāḥ
sam 'zusammen' (Präverb, Verb elidiert) + uṣāḥ 'Morgenröte' (Nom.) [Sandhi] → es hat sich vereint die Morgenröte
samu
sam 'zusammen' (Präverb) + u '[Betonungspartikel]' [Sandhi]
sūryaḥ
die Sonne (Nom.)
samu
sam 'zusammen' (Präverb) + u '[Betonungspartikel]' [Sandhi]
viśvamidaṃ
viśvam 'die ganze' (Nom.) + idam 'diese' (Nom.) [Sandhi]
jagat
Welt (Nom.)
vaiśvānarajyotirbhūyāsaṃ
vaiśvānara 'des Vaiśvānara [Agni]' + jyotiḥ 'Licht' (Nom.) + bhūyāsam 'möge ich werden' (Opt.1.Sg.) [Sandhi] → möge ich das Licht des Vaiśvānara werden
Ich lege dir das Brennscheit dazu, Agni, Herr des Gelübdes; ich nähere mich dir mit dem Gelübde und dem Glauben (śraddhā). Ich entzünde dich, ich, der Geweihte (dīkṣita).
yatra brahma ca kṣatraṃ ca samyañco carataḥ saha taṃllokaṃ puṇyaṃ prajñeṣaṃ yatra devāḥ sahāgninā
Wo Priesterschaft (brahma) und Herrschermacht (kṣatra) einträchtig zusammen wandeln, jene heilvolle Welt möchte ich erlangen, wo die Götter samt Agni sind.
Wort für Wort
yatra
wo
brahma
Priesterschaft (Nom.)
ca
und
kṣatraṃ
Herrschermacht (Nom.)
ca
und
samyañco
samyañcaḥ 'einträchtig' (Nom.Dual) [Sandhi: aḥ→o]
carataḥ
sie beide wandeln (3.Dual.Präs.)
saha
zusammen (Adv.)
taṃllokaṃ
tam 'jene' (Akk.) + lokam 'Welt' (Akk.) [Sandhi]
puṇyaṃ
heilvolle (Akk.)
prajñeṣaṃ
möchte ich erlangen [?] (1.Sg.Opt.)
yatra
wo
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
sahāgninā
saha 'samt' (Adv.) + agninā 'mit Agni' (Instr.) [Sandhi]
Mit deinem Stengel (aṃśu) vermische sich dein Stengel, mit deinem Gelenk (parus) dein Gelenk. Dein Duft (gandha) möge den Soma fördern zum Rausch, der unwandelbare (acyuta) Saft.
Wort für Wort
aṃśunā
mit dem Stengel (Instr.)
te
dein (Gen.)
aṃśuḥ
der Stengel (Nom.)
pṛcyatāṃ
er vermische sich (3.Sg.Imp.Pass.)
paruṣā
mit dem Gelenk (Instr.)
paruḥ
das Gelenk (Nom.)
gandhaste
gandhaḥ 'der Duft' (Nom.) + te 'dein' (Gen.) [Sandhi]
siñcanti pari ṣiñcantyutsiñcanti punanti ca surāyai babhrvai made kintvo vadati kintvaḥ
Sie gießen ein, sie begießen ringsum, sie schöpfen aus und läutern [den Soma] für den bräunlichen (babhru) Branntwein (surā), im Rausch. Was sagt er wohl [?], was [?].
Den mit gerösteten Körnern (dhānā), mit Brei (karambha), mit Backwerk (apūpa) versehenen, mit dem Preisgesang (uktha) versehenen [Opfertrank] - o Indra, genieße ihn am Morgen bei uns.
Wort für Wort
dhānāvantaṃ
dhānā 'geröstete Körner' + vant 'versehen mit' → den mit gerösteten Körnern Versehenen (Akk.)
Singt dem Indra ein gewaltiges Lied, o Maruts, dem stärksten Vṛtratöter, durch das die Wahrheitsmehrer (ṛtāvṛdhaḥ) das göttliche wache Licht für den Gott erzeugten.
yo bhūtānāmadhipatiryasmiṃllokā adhi śritāḥ ya īśe mahato mahāṃstena gṛhṇāmi tvāmahaṃ mayi gṛhṇāmi tvāmaham
Der Herr der Wesen (adhipati), auf dem die Welten gegründet sind, der als der Große über das Große herrscht - mit dessen [Macht] ergreife ich dich, ich; in mir ergreife ich dich, ich.
Du bist als Upayāma [Opfergerät] ergriffen: dich für die Aśvin, dich für Sarasvatī, dich für Indra, den guten Beschützer (Sutrāman). Dies ist dein Schoß [Ursprungsort]: dich für die Aśvin, dich für Sarasvatī, dich für Indra, den guten Beschützer.
Wort für Wort
upayāmagṛhīto'syaśvibhyāṃ
upayāmagṛhītaḥ 'als Upayāma ergriffen' (Nom., Ritual-Fachbegriff) + asi 'du bist' + aśvibhyām 'für die beiden Aśvin' (Dat.Dual) [Sandhi]
prāṇapā me apānapāścakṣuṣpāḥ śrotrapāśca me vāco me viśvabheṣajo manaso'si vilāyakaḥ
Mein Einatem-Schützer, mein Ausatem-Schützer, mein Augenschützer und mein Ohrschützer bist du; für meine Rede bist du das Allheilmittel (viśvabheṣaja), für den Geist bist du der Auflöser (vilāyaka).
aśvinakṛtasya te sarasvatikṛtasyendreṇa sutrāmṇā kṛtasya upahūta upahūtasya bhakṣayāmi
Von dem durch die Aśvin Bereiteten, von dem durch Sarasvatī Bereiteten, von dem durch Indra, den guten Beschützer, Bereiteten - herbeigerufen, von dem Herbeigerufenen genieße ich.
Wort für Wort
aśvinakṛtasya
aśvinā 'durch die Aśvin' + kṛtasya 'von dem Bereiteten' → von dem durch die Aśvin Bereiteten (Gen.)
Entflammt im Antlitz der Morgenröten, mit dem Frühlicht, hat Indra, der Erstlingstäter, sich stärkend, mit den drei[mal] dreißig Göttern, der Keulenarmige, Vṛtra erschlagen und die Türen weit aufgerissen.
Narāśaṃsa, der Held, [dieses] bemessend, Tanūnapāt gegenüber der Stätte (dhāman) des Opfers, mit Kuhfett das Fettstück (vapā) versehend, mit Honig salbend, mit Goldschmuck glänzend (candrī), opfert der Einsichtsvolle (pracetas).
Gepriesen von den Göttern, der Falbenbesitzer, der Beistand Bringende, das Feuer anfachend, mit der Opfergabe sich kräftigend, der Burgenzerstörer (Purandara), der Kuhhürdenspalter, der Keulenarmige, möge zum Opfer kommen, zu uns, es sich gefallen lassend.
Wort für Wort
īḍito
īḍitaḥ 'gepriesen' (Nom., Ppp.) [Sandhi: aḥ→o]
devairharivāṃ2
devaiḥ 'von den Göttern' (Instr.Pl.) + harivān 'der Falbenbesitzer' (Nom.) [Sandhi; '2' = Dehnungszeichen der vedischen Rezitation]
Sich das Streu (barhis) gefallen lassend, möge sich der Falbenbesitzer, unser Indra, auf das ostwärts gerichtete, nach der Richtung der Erde ausgebreitete, sich ausbreitende, behagliche [Streu] setzen, der Weitausgedehnte, mit den Ādityas vereint, mit den Vasus gleichgesinnt (sajoṣas).
Zu Indra sollen die eilenden Türen [?] gehen wie Frauen mit gutem Gatten zu dem Bullen [Manne]; die göttlichen Türen sollen sich ringsum öffnen, die guten Söhne habenden, sich mit Macht dem Helden entgegen ausbreitend.
Uṣas und Nakt [Morgen- und Nachtröte], die beiden hohen, dem hohen [Indra], die milchreichen, gutmelkenden [Kühe], den Helden Indra, den ausgespannten Faden mit Schmuck zusammenwebend, den Gott der Götter, die opferwürdigen, schönbeschmückten [surukme].
Die göttlichen [Priester], vielfach das [Recht des] Manu bemessend, die beiden Hotṛ-Priester, Indra [verehrend], die ersten, wohlredenden, am Haupt des Opfers mit Honig es darbietend - das nach Osten gerichtete Licht mögen die beiden mit der Opfergabe mehren.
Wort für Wort
daivyā
die göttlichen (Nom.Dual)
mimānā
bemessend (Nom.Dual, Part.)
manuṣaḥ
des Manu (Gen.)
purutrā
vielfach (Adv.)
hotārāvindraṃ
hotārau 'die beiden Hotṛ-Priester' (Nom.Dual) + indram 'Indra' (Akk.) [Sandhi]
prathamā
die ersten (Nom.Dual)
suvācā
die wohlredenden (Nom.Dual)
mūrdhan
am Haupt (Lok.)
yajñasya
des Opfers (Gen.)
madhunā
mit Honig (Instr.)
dadhānā
darbietend (Nom.Dual, Part.Med.)
prācīnaṃ
das nach Osten gerichtete (Akk.)
jyotirhaviṣā
jyotiḥ 'Licht' (Akk.) + haviṣā 'mit der Opfergabe' (Instr.) [Sandhi]
Die drei Göttinnen, durch die Opfergabe sich mehrend, Indra sich gefallen lassend wie Frauen ihrem Gatten, den ungerissenen Faden mit Milch [versehend] - Sarasvatī, die Göttin Iḍā, Bhāratī, die Allsiegreiche (viśvatūrti).
Tvaṣṭṛ, der dem Bullen Indra die Kraft (śuṣma) verleiht, der Unerkannte [?], hat viele Dinge erleuchtet [?] zum Ruhm; der samenreiche Stier [Tvaṣṭṛ], dem Bullen [Indra] opfernd, möge am Haupt des Opfers die Götter salben.
vanaspatiravasṛṣṭo na pāśaistmanyā samañjañchamitā na devaḥ indrasya havyairjaṭharaṃ pṛṇānaḥ svadāti yajñaṃ madhunā ghṛtena
Der Baumherr (vanaspati, der Opferpfahl), von den Fesseln losgelassen, sich selbst salbend, gottgleich wie ein Schlachtpriester (śamitṛ), mit den Opfergaben Indras Bauch füllend, macht das Opfer wohlschmeckend mit Honig und Schmalz.
Den Tropfen (stoka) Somasaft nimmt der Held Indra entgegen, sich wie ein Bulle gebärdend, der bullengleiche, allbezwingende (turāṣāḍ); mit schmalzbesprengtem (ghṛtapruṣ) Sinn sich freuend, mögen sich die unsterblichen Götter berauschen - svāhā!
Es komme Indra zur Hilfe her zu uns, hier gepriesen; ein Mitzecher (sadhamāda) sei der Held. Sich an Kraft (taviṣī) mehrend, dessen viele [Kräfte sind] - er möge wie der Himmel die überwältigende Herrschermacht nähren.
ā na indro dūrādā na āsādabhiṣṭikṛdavase yāsadugraḥ ojiṣṭhebhirnṛpatirvajrabāhuḥ saṅge samatsu turvaṇiḥ pṛtanyūn
Zu uns möge Indra von fern, zu uns von nah kommen, der Beistand Schaffende, zur Hilfe, der Gewaltige; mit den stärksten [Kräften], der Männerherr, der Keulenarmige, im Zusammenstoß, in den Schlachten der Bezwinger der Angreifer.
ā na indro haribhiryātvacchārvācīno'vase rādhase ca tiṣṭhāti vajrī maghavā virapśīmaṃ yajñamanu no vājasātau
Zu uns möge Indra mit den Falben herkommen, hierher gewandt, zur Hilfe und zum Gelingen (rādhas); der Keulenträger, der Gabenreiche (maghavan), möge sich bei diesem gewaltigen [virapśin] Opfer einstellen, uns folgend im Kampf um Beute (vājasāti).
trātāramindramavitāramindraṃ have – have suhavaṃ śūramindram hvayāmi śakraṃ puruhūtamindraṃ svasti no maghavā dhātvindraḥ
Den Retter Indra, den Beschützer Indra rufe ich bei jedem Ruf; den leicht anzurufenden Helden Indra rufe ich, den Mächtigen (śakra), den Vielgerufenen Indra. Wohlergehen möge uns der Gabenreiche, Indra, verleihen.
Indra, der gute Beschützer, mit guter Zuflucht, möge mit seinen Hilfen gnädig sein, der Allwissende (viśvavedas); er möge die Feindschaft vertreiben, Furchtlosigkeit schaffen; wir möchten Herren der guten Heldenkraft (suvīrya) sein.
Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom.)
sutrāmā
der gute Beschützer (Nom.)
svavāṃ2
der mit guter Zuflucht (Nom.; '2' = Dehnungszeichen)
In dessen Wohlwollen (sumati), des Opferwürdigen, in seiner guten, wohlgesinnten Gunst möchten wir sein; der gute Beschützer, mit guter Zuflucht, Indra, möge uns die Feindschaft weit fort, beiseite halten.
Wort für Wort
tasya
dessen (Gen.)
vayaṃ
wir (Nom.)
sumatau
im Wohlwollen (Lok.)
yajñiyasyāpi
yajñiyasya 'des Opferwürdigen' (Gen.) + api 'auch' [Sandhi]
Mit den erfreulichen Falben, o Indra, komm her, mit den pfauenfederhaarigen; mögen dich keine [Feinde] aufhalten, wie einen Vogel der Vogelfänger [?]; wie über die Steppe (dhanvan) hinweg, so fahre über sie hinweg. [Anm.: Stelle syntaktisch schwierig.]
Wort für Wort
ā
her (Präverb zu yāhi)
mandrairindra
mandraiḥ 'mit den erfreulichen' (Instr.Pl.) + indra 'o Indra' (Vok.) [Sandhi]
haribhiryāhi
haribhiḥ 'mit den Falben' (Instr.Pl.) + yāhi 'komm' (2.Sg.Imp.) [Sandhi]
mayūraromabhiḥ
mit den pfauenfederhaarigen (Instr.Pl.)
mā
nicht (Vetitiv-Partikel)
tvā
dich (Akk.)
ke
welche [Feinde] (Nom.Pl.)
cinni
cit 'irgendwelche' + ni '[verstärkendes Präverb]' [Sandhi]
evedindraṃ vṛṣaṇaṃ vajrabāhuṃ vasiṣṭhāso abhyarcantyarkaiḥ sa na stuto vīravaddhātu gomadyūyaṃ pāta svastibhiḥ sadā naḥ
So besingen die Vasiṣṭhas mit Lobliedern (arka) den bullenhaften, keulenarmigen Indra; er, gepriesen, möge uns [Gut] mit Söhnen (vīravat), mit Rindern (gomat) verleihen. Beschützt uns immer mit eurem Segen (svasti).
Wort für Wort
evedindraṃ
eva 'so' + id 'gerade' + indram 'Indra' (Akk.) [Sandhi]
Entflammt ist Agni, die Aśvin sind da, erhitzt ist der Gharma-Topf, gepresst ist der Weitherrscher (virāṭ, Soma); es melkt die milchreiche Kuh Sarasvatī hier den klaren, indrischen Soma.
Die Leibesschützer, die beiden Ärzte, die beiden Aśvin, sind beim gepressten [Soma]; Sarasvatī soll mit Honig, die Räume durchziehend, das indrische [Gut] dem Indra auf rechten Wegen zuführen.
Für Indra bringt Sarasvatī den Somatropfen dar, mit Narāśaṃsa den Nagnahu; die beiden Aśvin, die Ärzte, haben beim gepressten [Soma] den Honig, das Heilmittel, dargebracht. [Anm.: 'Nagnahu' - Nebengottheit, Bedeutung unsicher.]
Sarasvatī, den Soma darbringend, hat dem Indra die indrischen Kräfte, die Manneskraft, verliehen; mit den Iḍā-Spenden haben die beiden Aśvin Labung (iṣ), Saftfülle (ūrj) und Reichtum zusammengebracht.
Die beiden Aśvin brachten den von Namuci gepressten, klaren Soma, mit dem Umflossenen (parisrut, Branntwein); Sarasvatī hat ihn mit dem Streu für Indra zum Trinken herbeigebracht.
kavaṣyo na vyacasvatīraśvibhyāṃ na duro diśaḥ indro na rodasī ubhe duhe kāmāntsarasvatī
Wie die weiträumigen [?] Türflügel für die Aśvin, wie die Himmelsrichtungen [weit geöffnet], wie Indra beide Welthälften [durchmisst] - Sarasvatī melkt [unsere] Wünsche.
Uṣas und Nakt, die Aśvin bei Tag, Indra am Abend mit den indrischen Kräften - sich einträchtig verbindend, salben sich die beiden Schönverzierten mit Sarasvatī.
Trinkt bei uns, ihr Aśvin, bei Tag; beschütze bei Nacht, Sarasvatī; die göttlichen Hotṛ, die Ärzte, trinkt, und Indra zugleich, beim gepressten [Soma].
Die drei, dreifach - Sarasvatī, die Aśvin, Bhāratī, Iḍā - haben mit dem Umflossenen [Branntwein] den scharfen Soma, den Rauschtrank, für Indra ausgepresst.
Die Aśvin spendeten Heilmittel, Sarasvatī den Honig als Heilmittel für uns; für Indra hat Tvaṣṭṛ Ruhm, Glanz, Form um Form beim gepressten [Soma] verliehen.
Zur rechten Zeit (ṛtuthā) [wirkt] Indra, der Baumherr, sich abmühend, mit dem Umflossenen den Milchtrank (kīlāla); für die beiden Aśvin melkt die Milchkuh Sarasvatī den Honig.
Wie mit Milch haben die beiden Aśvin den Soma mit dem Māsara-Trank, mit dem Umflossenen, zusammen dargebracht, mit Sarasvatī; svāhā - für Indra ist der gepresste Honigtrank.
Wort für Wort
gobhirna
gobhiḥ 'mit Milch' (Instr.Pl.) + na 'wie' [Sandhi]
Die Aśvin brachten die Opfergabe, das indrische Gut des Namuci dar; mit Weisheit (dhī) hat Sarasvatī das Klare vom Asura [Namuci] her herbeigebracht; die Gabe (magha) haben sie für Indra herbeigetragen.
Diesen Indra haben die Herdentiere zugleich, die beiden Aśvin, Sarasvatī - ihn darbietend - mit der Opfergabe angesungen, im Opfer, mit den indrischen Kräften.
Wort für Wort
tamindraṃ
tam 'diesen' (Akk.) + indram 'Indra' (Akk.) [Sandhi]
ya indra indriyaṃ dadhuḥ savitā varuṇo bhagaḥ sa sutrāmā haviṣpatiryajamānāya saścata
Die dem Indra die indrische Kraft verliehen haben - Savitṛ, Varuṇa, Bhaga - er, der gute Beschützer, der Herr der Opfergabe, möge dem Opferveranstalter (yajamāna) beistehen.
Savitṛ und Varuṇa, die Kraft verleihend dem opferspendenden (dāśvat) Yajamāna, haben das Gut des Namuci ergriffen; der gute Beschützer verlieh die Stärke, die indrische Kraft.
Varuṇa verlieh die Herrschermacht, die indrische Kraft; Savitṛ mit Bhaga den Glanz; der gute Beschützer mit dem Ruhm die Stärke - dies verleihend, haben sie das Opfer erlangt.
Die Aśvin haben mit Rindern die indrische Kraft, mit Pferden Manneskraft und Stärke [verliehen]; mit der Opfergabe haben Indra und Sarasvatī den Opferveranstalter gestärkt.
tā nāsatyā supeśasā hiraṇyavartanī narā sarasvatī haviṣmatīndra karmasu no'vata
Die beiden Nāsatya [Aśvin], die schönverzierten, mit goldener Bahn (hiraṇyavartani), die Männer (narā), Sarasvatī, die Opfergabenreiche, und Indra - beschützt uns bei den Ritualwerken.
tā bhiṣajā sukarmaṇā sā sudughā sarasvatī sa vṛtrahā śatakraturindrāya dadhurindriyam
Die beiden guttätigen (sukarman) Ärzte, sie, die gutmelkende Sarasvatī, er, der Vṛtratöter, der Hundertkräftige (śatakratu) - sie haben Indra die indrische Kraft verliehen.
Wie einen Sohn die beiden Eltern, so habt ihr Aśvin dem Indra geholfen mit weisen Künsten (kāvya), mit Wundertaten (daṃsana), als du, Indra, den Branntwein mit deinen Kräften (śacī) austrankst; Sarasvatī hat dich, Gabenreicher, davon befreit.
Bei dem [Feuer], bei dem Pferde, Stiere, Ochsen, unfruchtbare Kühe und Widder freigelassen dargebracht sind - für den Milchtrank-Trinker, den mit Soma auf dem Rücken versehenen, den Ordner (vedhas), erzeuge mit dem Herzen eine schöne Dichtung für Agni.
Ich habe die Opfergabe in deinen Mund gegossen, Agni, wie mit dem Opferlöffel das Schmalz, wie in der Camū-Schale den Soma; verleih uns Beute verschaffenden, an guten Söhnen reichen, gepriesenen, ruhmvollen, großen Reichtum.
Die Aśvin verliehen mit ihrem Glanz das Auge; mit dem Lebensatem Sarasvatī die Manneskraft; mit der Rede, Indra, mit der Stärke - sie haben Indra die indrische Kraft verliehen.
Wort für Wort
aśvinā
die Aśvin (Nom.Dual)
tejasā
mit ihrem Glanz (Instr.)
cakṣuḥ
das Auge (Akk.)
prāṇena
mit dem Lebensatem (Instr.)
sarasvatī
Sarasvatī (Nom.)
vīryam
die Manneskraft (Akk.)
vācendro
vācā 'mit der Rede' (Instr.) + indraḥ 'Indra' (Nom.) [Sandhi]
Mit Rindern versehen, wohlan, ihr Nāsatya, mit Pferden versehen kommt her, ihr Aśvin, ihr wandernden [?] Rudras, männerschützend (nṛpāyya). [Anm.: Bezug der Rudra-Anrede auf die Aśvin ungewöhnlich.]
indrā yāhi citrabhāno sutā ime tvāyavaḥ aṇvībhistanā pūtāsaḥ
Komm her, Indra, du Glanzreicher (citrabhānu); gepresst sind diese, dich begehrenden [Somatropfen], mit den feinen [Fingern durch] Ausbreitung geläutert.
Die Aśvin sollen den Honigtrank trinken, mit Sarasvatī gleichgesinnt; Indra, der gute Beschützer, der Vṛtratöter, sollen den somischen Honigtrank sich gefallen lassen.