Was vom Wachenden fern hinweggeht, das Göttliche, das ebenso auch vom Schlafenden fortgeht, das weithin Wandernde, der Lichter einziges Licht — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes (śiva-saṅkalpa) sein!
Wodurch die tätigen, weisen Männer beim Opfer ihre Werke vollbringen, die Verständigen in den Opferversammlungen (vidatha), das nie zuvor dagewesene, geheimnisvolle Wesen (yakṣa) im Innern der Geschöpfe — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes sein!
Was Erkenntnis ist und Bewusstsein und Festigkeit, was das unsterbliche Licht im Innern der Geschöpfe ist, ohne das kein Werk irgend getan wird — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes sein!
Wodurch dieses Gewordene, die Welt, das Zukünftige, alles vom Unsterblichen umfasst ist, wodurch das Opfer mit den sieben Hotṛ-Priestern ausgebreitet wird — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes sein!
In dem die Ṛc-Verse, das Sāman, die Yajus-Sprüche festgegründet sind wie die Speichen in der Radnabe, in dem das ganze Denken der Geschöpfe eingewoben ist — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes sein!
Was die Menschen mit Zügeln lenkt, wie ein guter Wagenlenker die Pferde, wie die Rennpferde; das im Herzen Gegründete, das Flinke, Schnellste — das, mein Geist, möge heilvollen Sinnes sein!
Sinīvālī, du Breitgezopfte [?] (pṛthuṣṭuke), die du der Götter Schwester bist, mögest du die dargebrachte Opfergabe gerne annehmen; schenke uns, Göttin, Nachkommenschaft.
Wort für Wort
sinīvāli
o Sinīvālī (Vok.Sg., Göttin der Neumondnacht)
pṛthuṣṭuke
o Breitgezopfte [?] (Vok.Sg., Kompositum pṛthu 'breit' + stuka 'Haarlocke, Zopf', Beiname der Sinīvālī)
yā
die du (Nom.Sg.f.)
devānāmasi
devānām 'der Götter' (Gen.Pl.) + asi 'du bist' (2.Sg.Präs. von √as) → Sandhi
Du, Agni, warst der erste Aṅgiras, der Seher, der Gott, der heilvolle Freund der Götter; in deinem Dienst wurden die Seher durch ihr Wissen wirkkräftig geboren, die Maruts mit den blitzenden Speeren.
tvaṃ no agne tava deva pāyubhirmaghono rakṣa tanvaśca vandya trātā tokasya tanaye gavāmasyanimeṣaṃ rakṣamāṇastava vrate
Du, Agni, beschütze uns, o Gott, mit deinen Schutzmächten, die Freigebigen und ihre Leiber; Verehrungswürdiger, du bist der Retter der Nachkommenschaft, des Sprösslings, der Rinder, unablässig wachend in deinem Dienst.
Bring Hilfe herab für die in Wehen Liegende, du Wissender; sogleich hat er den Bullen geboren; der rötliche Glanz ist das leuchtende Antlitz; der Sohn der Iḍā wurde in rechter Ordnung geboren. [Anm.: dunkler, mythisch-obskurer Vers zur Geburt Agnis, mehrere Wendungen unsicher, ?]
Wort für Wort
uttānāyāmava
uttānāyām 'für die (rückwärts) Ausgestreckte, in Wehen Liegende' (Dat./Lok.Sg.f.) + ava 'herab' → Sandhi
Wir ersinnen für den Kraftvollen ein Kraftlied, einen Lobruf für den Lobbegehrenden, nach Art der Aṅgiras mit reinen Preisliedern; dem Preiswürdigen, dem Lobsingenden, dem berühmten Mann [Agni] wollen wir den Lobgesang singen.
pra vo mahe mahi namo bharadhvamāṅgūṣyaṃ śavasānāya sāma yenā naḥ pūrve pitaraḥ padajñā arcanto aṅgiraso gā avindan
Bringt dar dem Großen eure große Verehrung, dem Kraftvollen das preiswürdige Sāman-Lied, durch das unsere früheren Väter, die Aṅgiras, die die rechte Spur kannten, singend die Kühe fanden.
Es begehren dich die somakundigen Freunde, sie pressen den Soma, bereiten Labungen, ertragen die Verwünschung der Menschen; Indra, denn irgendeine Einsicht kommt von dir her.
Wort für Wort
icchanti
sie begehren (3.Pl.Präs. von √iṣ)
tvā
dich (Akk.Sg.)
somyāsaḥ
die somakundigen, somazugehörigen (Nom.Pl.)
sakhāyaḥ
Freunde (Nom.Pl.)
sunvanti
sie pressen (3.Pl.Präs. von √su)
somaṃ
den Soma (Akk.Sg.)
dadhati
sie bereiten (3.Pl.Präs. von √dhā)
prayāṃsi
Labungen (Akk.Pl.n.)
titikṣante
sie ertragen (3.Pl.Präs.Intens.Med. von √tij/tyaj, hier von √tiks 'ertragen')
na te dūre paramā cidrajāṃsyā tu pra yāhi harivo haribhyām sthirāya vṛṣṇe savanā kṛtemā yuktā grāvāṇaḥ samidhāne agnau
Nicht sind dir fern selbst die fernsten Räume; so komm doch herbei, du Falbenbesitzer, mit den beiden Falben; für den starken Bullen sind diese Somapressungen bereitet, die Presssteine sind gerüstet bei entzündetem Feuer.
Dem Unbezwingbaren in Kämpfen, in Schlachten, dem Erfüller, dem Sonnenlicht-Gewinner, dem Wasser-Gewinner, dem Hüter der Schar (vṛjana), dem im Kampf Geborenen, dem in guter Wohnstatt Wohnenden, dem Ruhmreichen, dem Siegenden — dir, Soma, wollen wir zujubeln.
Soma gibt die Milchkuh, Soma das schnelle Rennpferd, Soma gibt den tatkräftigen Helden, den zur Opfersitzung, zur Opferversammlung, zur Versammlung Passenden, den auf die Väter Hörenden — wer ihm dargebracht hat.
tvamimā oṣadhīḥ soma viśvāstvamapo ajanayastvaṃ gāḥ tvamā tatanthorvantarikṣaṃ tvaṃ jyotiṣā vi tamo vavartha
Du hast diese Pflanzen, Soma, alle, du hast die Wasser erzeugt, du die Kühe; du hast den weiten Luftraum ausgespannt, du hast mit Licht die Finsternis vertrieben.
devena no manasā deva soma rāyo bhāgaṃ sahasāvannabhi yudhya mā tvā tanadīśiṣe vīryasyobhayebhyaḥ pracikitsā gaviṣṭau
Mit göttlichem Sinn kämpfe für uns, göttlicher Soma, um den Anteil am Reichtum kämpfe, du Gewaltiger; niemand soll dich schwächen [?] — du gebietest über die Manneskraft; sei bedacht auf beide Parteien im Streben nach Rindern.
Wort für Wort
devena
mit göttlichem (Instr.Sg.)
no
für uns (Akk.Pl.)
manasā
Sinn (Instr.Sg.)
deva
o göttlicher (Vok.Sg.)
soma
o Soma (Vok.Sg.)
rāyo
des Reichtums (Gen.Sg., sandhi-verkürzt für rāyaḥ)
bhāgaṃ
den Anteil (Akk.Sg.)
sahasāvannabhi
sahasāvan 'o Gewaltiger' (Vok.Sg.) + abhi 'gegen, um' → Sandhi
yudhya
kämpfe (2.Sg.Impv.Med. von √yudh)
mā
nicht (Vetitiv-Partikel, zu tanat 'schwächen'; mā tvā tanat = 'niemand soll dich schwächen', impersonal)
tvā
dich (Akk.Sg.)
tanadīśiṣe
tanat 'schwäche, schädige' (3.Sg.Inj.Aor. von √tan, hier i.S.v. 'schwächen', mit vorausgehendem mā: Vetitiv, impersonal: 'niemand soll dich schwächen') + īśiṣe 'du gebietest' (2.Sg.Präs.Med. von √īś, + Gen. vīryasya) → Sandhi
Acht Himmelsgegenden der Erde erblickte er, drei Wüstenstrecken mit ihren Wegstrecken (yojanā), die sieben Ströme; der goldäugige Gott Savitṛ ist gekommen, dem Opfernden begehrenswerte Kleinode verleihend.
Der goldhändige Savitṛ, der alles Überschauende, bewegt sich zwischen Himmel und Erde; er vertreibt die Krankheit, eilt zur Sonne, mit dunklem Gewölk erreicht er den Himmel.
Der goldhändige Herr (asura), der gute Führer, der Gütige, der gute Gaben Habende, möge herwärts kommen, die Unholde (rakṣas) und Zauberer (yātudhāna) vertreibend; der Gott hat sich abends dort hingestellt, gepriesen werdend.
ye te panthāḥ savitaḥ pūrvyāso'reṇavaḥ sukṛtā antarikṣe tebhirno adya pathibhiḥ sugebhī rakṣā ca no adhi ca brūhi deva
Deine früheren Wege, o Savitṛ, staublosen, wohlgemachten im Luftraum — auf diesen leicht zu gehenden Wegen beschütze uns heute, und sprich für uns Fürbitte, o Gott.
apnasvatīmaśvinā vācamasme kṛtaṃ no dasrā vṛṣaṇā manīṣām adyūtye'vase ni hvaye vāṃ vṛdhe ca no bhavataṃ vājasātau
Eine gewinnbringende Rede, ihr Aśvin, macht uns, ihr Wundertäter, Bullen — gewährt uns Weisheit; um unbestreitbaren [?] Beistand rufe ich euch beide herbei, und zur Stärkung; und seid uns beim Erringen der Beute beistehend.
Wort für Wort
apnasvatīmaśvinā
apnasvatīm 'gewinnbringende' (Akk.Sg.f.) + aśvinā 'o Aśvin' (Vok.Du.) → Sandhi
Mit Tagen und Nächten beschützt uns allseits, ihr Aśvin, mit unversehrten Wohlfahrten; das mögen uns Mitra, Varuṇa gewähren, Aditi, der Strom, die Erde und der Himmel.
Sich im dunklen Gewölk bewegend, das Unsterbliche und das Sterbliche zur Ruhe bringend, kommt Savitṛ mit goldenem Wagen heran, der Gott, die Welten schauend.
O Nacht, den irdischen Raum des Vaters [Himmel] hast du erfüllt mit den Wohnstätten des Himmels, den Sitzen; du Große breitest dich aus; das schimmernde Dunkel kommt herbei.
Frühmorgens rufen wir Agni, frühmorgens Indra, frühmorgens Mitra und Varuṇa, frühmorgens die Aśvin, frühmorgens Bhaga, Pūṣan, Brahmaṇaspati; frühmorgens wollen wir Soma und Rudra anrufen.
Bhaga, den frühmorgens Siegenden, den Gewaltigen, wollen wir anrufen, den Sohn der Aditi, der der Verteiler ist, den selbst der Arme im Gedenken, selbst der Rasche, selbst der König anspricht: 'Bhaga, gib mir Anteil!'
Wort für Wort
prātarjitaṃ
prātaḥ 'frühmorgens' + jitam 'siegend, den Siegenden' → Sandhi
bhaga praṇetarbhaga satyarādho bhagemāṃ dhiyamudavā dadannaḥ bhaga pra no janaya gobhiraśvairbhaga pra nṛbhirnṛvantaḥ syāma
Bhaga, du Führer, Bhaga, dessen Gabe wahr ist, Bhaga, fördere diese unsere Andacht, uns Gaben gebend; Bhaga, lass uns hervorgehen mit Rindern und Rossen, Bhaga, lass uns durch Männer mannhaft sein.
Wort für Wort
bhaga
o Bhaga (Vok.Sg.)
praṇetarbhaga
praṇetaḥ 'o Führer' (Vok.Sg.) + bhaga 'o Bhaga' → Sandhi
satyarādho
o dessen Gabe wahr ist (Vok.Sg., Kompositum satya 'wahr' + rādhas 'Gabe')
Und jetzt mögen wir glückbegabt (bhagavant) sein, und beim Herannahen des Abends, und mitten am Tag, und beim Aufgang der Sonne, du Gabenreicher — wir mögen in der Gunst der Götter sein.
Wort für Wort
utedānīṃ
uta 'und' + idānīm 'jetzt' → Sandhi
bhagavantaḥ
glückbegabt (Nom.Pl.)
syāmota
syāma 'mögen wir sein' (1.Pl.Opt.) + uta 'und' → Sandhi
prapitva
beim Herannahen des Abends (Lok.Sg., sandhi-verkürzt für prapitve)
bhaga eva bhagavāṃ2 astu devāstena vayaṃ bhagavantaḥ syāma taṃ tvā bhaga sarva ijjohavīti sa no bhaga pura etā bhaveha
Bhaga selbst möge glückbegabt sein, ihr Götter; dadurch mögen wir glückbegabt sein; dich, Bhaga, ruft ja jeder an; du, Bhaga, sei uns hier der Vorangehende.
Wort für Wort
bhaga
Bhaga (Nom.Sg.)
eva
selbst
bhagavāṃ2
glückbegabt (Nom.Sg., mit Vedendehnung notiert)
astu
möge sein (3.Sg.Impv. von √as)
devāstena
devāḥ 'o Götter' (Vok.Pl.) + tena 'dadurch' (Instr.) → Sandhi
vayaṃ
wir (Nom.Pl.)
bhagavantaḥ
glückbegabt (Nom.Pl.)
syāma
mögen wir sein (1.Pl.Opt.)
taṃ
den (Akk.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
bhaga
o Bhaga (Vok.Sg.)
sarva
jeder (Nom.Sg., sandhi-verkürzt für sarvaḥ)
ijjohavīti
it 'ja' + johavīti 'ruft an' (3.Sg.Präs.Intens. von √hū) → Sandhi
Zum Opfer haben sich die Morgenröten geneigt, wie zu Dadhikrāvan [?] für den lichten Ort; den hergewandten, Güter findenden Bhaga mögen uns, wie Rosse den Wagen, die kräftigen Rosse herführen.
Rossereiche, kuhreiche Morgenröten, männerreiche, mögen uns immerdar aufleuchten, die glückverheißenden, Schmalz melkend, von allen Seiten reichlich angeschwollen; ihr, beschützt uns immer mit Wohlergehen.
pathaspathaḥ paripatiṃ vacasyā kāmena kṛto abhyānaḍarkam sa no rāsacchurudhaścandrāgrā dhiyaṃ – dhiyaṃ sīṣadhāti pra pūṣā
Den Hüter jedes einzelnen Weges habe ich aus Verlangen mit meiner Rede [gepriesen]; er hat den Lobgesang erreicht; er möge uns Beute-Güter [?], glänzendspitzige [?], gewähren; jeden einzelnen Gedanken möge Pūṣan zum Ziel führen.
Wort für Wort
pathaspathaḥ
eines jeden Weges (Gen.Sg., mit Reduplikation: 'Weg für Weg')
paripatiṃ
den Hüter (Akk.Sg., Kompositum pari 'ringsum' + pati 'Herr')
vacasyā
mit meiner Rede (Instr.Sg., sandhi-verkürzt für vacasyayā)
kāmena
aus Verlangen (Instr.Sg.)
kṛto
gemacht, gepriesen (Nom.Sg., sandhi-verkürzt für kṛtaḥ)
Schmalzreich, der Wesen Herrlichkeit, weit, breit, Süßigkeit melkend, wohlgeschmückt sind Himmel und Erde; durch Varuṇas Ordnung auseinandergestützt, alterlos, von reichem Samen.
ye naḥ sapatnā apa te bhavantvindrāgnibhyāmava bādhāmahe tān vasavo rudrā ādityā uparispṛśaṃ mograṃ cettāramadhirājamakran
Die unsere Widersacher sind, die sollen fern sein; mit Indra und Agni vertreiben wir sie; die Vasus, Rudras, Ādityas haben [mich] zum himmelberührenden, gewaltigen, wahrnehmenden Oberherrscher gemacht.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
naḥ
unsere (Gen.Pl.)
sapatnā
Widersacher (Nom.Pl.)
apa
fern (Adv.)
te
die (Nom.Pl.)
bhavantvindrāgnibhyāmava
bhavantu 'sollen sein' (3.Pl.Impv. von √bhū) + indrāgnibhyām 'mit Indra und Agni' (Instr.Du.) + ava 'hinweg' → Sandhi
bādhāmahe
wir vertreiben (1.Pl.Präs.Med. von √bādh)
tān
sie (Akk.Pl.)
vasavo
die Vasus (Nom.Pl.)
rudrā
die Rudras (Nom.Pl.)
ādityā
die Ādityas (Nom.Pl.)
uparispṛśaṃ
den himmelberührenden (Akk.Sg., Kompositum upari 'oben' + spṛś 'berührend')
Kommt her, Nāsatya, mit den dreimal elf Göttern hierher zum Honigtrunk, ihr Aśvin; verlängert das Leben, wischt die Gebrechen fort, wehrt die Feindschaft ab, seid uns beistehend.
Dies ist euer Loblied, Maruts, dies das Wort des Māndārya, des ehrwürdigen Sängers; dieses möge unserem Leib Kraft [?] verschaffen; wir möchten diese kräftige, rasch schenkende Labung (iṣam) erlangen.
Mit gemeinsamen Lobliedern, mit gemeinsamem Versmaß umhüllt, mit gemeinsamem Maß sind die sieben göttlichen Seher; dem Weg der Früheren nachschauend, ergriffen die Weisen ihn wie Wagenlenker die Zügel.
Wort für Wort
sahastomāḥ
mit gemeinsamen Lobliedern (Nom.Pl., Kompositum saha 'mit' + stoma 'Loblied')
sahacchandasa
mit gemeinsamem Versmaß (Nom.Pl., sandhi-verkürzt für sahacchandasaḥ)
āvṛtaḥ
umhüllt (Nom.Pl.)
sahapramā
mit gemeinsamem Maß (Nom.Pl., Kompositum saha 'mit' + pramā 'Maß')
na tadrakṣāṃsi na piśācāstaranti devānāmojaḥ prathamajaṃ hyetat yo bibharti dākṣāyaṇaṃ hiraṇyaṃ sa deveṣu kṛṇute dīrghamāyuḥ sa manuṣyeṣu kṛṇute dīrghamāyuḥ
Das überwinden weder Rakṣas noch Piśāca; denn dies ist der Götter erstgeborene Kraft; wer das von Dakṣa stammende Gold trägt, der schafft sich bei den Göttern langes Leben, der schafft sich bei den Menschen langes Leben.
Wort für Wort
na
nicht
tadrakṣāṃsi
tat 'das' + rakṣāṃsi 'die Rakṣas' (Nom.Pl.n.) → Sandhi
Was die Nachkommen Dakṣas an Gold banden für Śatānīka, ihm wohlgesinnt, das binde ich mir an, für hundert Herbste, damit ich lebenslang sei, bis ich vom Alter erreicht bin.
Und uns höre Ahi Budhnya, der Ungeborene Einfüßige, die Erde, das Meer; alle Götter, die die Weltordnung (ṛta) mehren, angerufen; die gepriesenen, von Sehern verkündeten Sprüche mögen uns beistehen.
Diese Lobreden opfere ich, schmalztriefend, mit der Zunge/dem Löffel, den seit alters her Königen, den Ādityas; es höre uns Mitra, Aryaman, Bhaga, der Kraftgeborene Varuṇa, Dakṣa, Aṃśa.
Sieben Seher sind im Leib eingesetzt, sieben bewachen ihn beständig, unermüdlich; sieben Wasser sind zum Ort des Schlafenden gegangen; dort sind wachend, schlaflos, die zwei beständig sitzenden Götter. [Anm.: dunkler, körperbezogener Vers, mehrere Bezüge unsicher, ?]
Wort für Wort
sapta
sieben
ṛṣayaḥ
Seher (Nom.Pl.)
pratihitāḥ
eingesetzt (Nom.Pl.)
śarīre
im Leib (Lok.Sg.)
sapta
sieben
rakṣanti
bewachen (3.Pl.Präs. von √rakṣ)
sadamapramādam
sadam 'beständig' (Adv.) + apramādam 'unermüdlich' (Adv.) → Sandhi
saptāpaḥ
sapta 'sieben' + āpaḥ 'Wasser' → Sandhi
svapato
des Schlafenden (Gen.Sg., sandhi-verkürzt für svapataḥ)
lokamīyustatra
lokam 'zum Ort' (Akk.) + īyuḥ 'sind gegangen' (3.Pl.Perf. von √i) + tatra 'dort' → Sandhi
jāgṛto
wachend (Nom.Du., sandhi-verkürzt für jāgṛtaḥ)
asvapnajau
die zwei schlaflosen (Nom.Du., Kompositum a- 'nicht' + svapna 'Schlaf' + ja 'geboren')
satrasadau
die zwei beständig sitzenden (Nom.Du., Kompositum satra 'beständig' + sad 'sitzend')
Erhebe dich, Brahmaṇaspati; die Gottverlangenden bitten dich; herzu mögen die Maruts kommen, die gut Schenkenden; Indra, sei rasch herbei, gemeinsam mit ihnen.
brahmaṇaspate tvamasya yantā sūktasya bodhi tanayaṃ ca jinva viśvaṃ tadbhadraṃ yadavanti devā bṛhadvadema vidathe suvīrāḥ ya imā viśvā viśvakarmā yo naḥ pitā 'nnapate'nnasya no dehi
Brahmaṇaspati, sei du der Lenker dieses wohlgesprochenen Wortes, und belebe die Nachkommenschaft; all das ist heilvoll, was die Götter begünstigen; wir wollen laut sprechen in der Opferversammlung als gute Männer. Der du all dies bist, Allwirker, der du unser Vater bist, Herr der Speise — gib uns von der Speise.
Wort für Wort
brahmaṇaspate
o Brahmaṇaspati (Vok.Sg.)
tvamasya
tvam 'du' + asya 'dieses' (Gen.) → Sandhi
yantā
Lenker (Nom.Sg.)
sūktasya
des wohlgesprochenen Wortes (Gen.Sg.)
bodhi
sei (aufmerksam) (2.Sg.Impv. von √budh, hier i.S.v. 'sei du')
tanayaṃ
Nachkommenschaft (Akk.Sg.)
ca
und
jinva
belebe (2.Sg.Impv. von √ji/jinv)
viśvaṃ
all (Nom.Sg.n.)
tadbhadraṃ
tat 'das' + bhadram 'heilvoll' → Sandhi
yadavanti
yat 'was' + avanti 'begünstigen' (3.Pl.Präs. von √av) → Sandhi