imaṃ me varuṇa śrudhī havamadyā ca mṛḍaya tvāmasvasyurā cake
Höre, Varuṇa, diesen meinen Ruf, und sei heute gnädig; dich, der ich nach gutem Wohlergehen verlange, habe ich herbeigerufen. [Anm.: 'asvasyuḥ' wörtlich 'nach Heil verlangend'.]
tattvā yāmi brahmaṇā vandamānastadā śāste yajamāno havirbhiḥ aheḍamāno varuṇeha bodhyuruśaṃsa mā na āyuḥ pra moṣīḥ
Darum bitte ich dich, dich mit Andacht (brahman) preisend; das erbittet der Opferveranstalter mit den Opfergaben. Nicht zürnend sei hier aufmerksam, Varuṇa, du Weitgepriesener (uruśaṃsa); raube uns nicht unsere Lebenszeit.
Wort für Wort
tattvā
tat 'darum' + tvā 'dich' (Akk., enklit.) [Sandhi]
yāmi
ich bitte (1.Sg.Präs.)
brahmaṇā
mit Andacht (Instr.)
vandamānastadā
vandamānaḥ 'preisend' (Nom.Part.) + tat 'das' (Akk.) + ā (Präverb zu śāste) [Sandhi]
tvaṃ no agne varuṇasya vidvān devasya heḍo va yāsisīṣṭhāḥ yajiṣṭho vahnitamaḥ śośucāno viśvā dveṣāṃsi pra mumugdhyasmat
Du, Agni, der du den Zorn des Gottes Varuṇa kennst, mögest du ihn am ehesten besänftigen; der bestopfernde, fahrendste (vahnitama), hellauflodernde, löse alle Feindschaften von uns.
Wort für Wort
tvaṃ
du (Nom.)
no
uns (Dat./Akk., enklit.)
agne
Agni (Vok.)
varuṇasya
des Varuṇa (Gen.)
vidvān
kennend (Nom., Perf.Part.)
devasya
des Gottes (Gen.)
heḍo
heḍaḥ 'den Zorn' (Akk.) [Sandhi: aḥ→o]
va
ava 'weg' (Präverb, elidiert a) [Sandhi]
yāsisīṣṭhāḥ
mögest du am ehesten besänftigen (2.Sg.Desid.Aor.Med.)
sa tvaṃ no agne'vamo bhavotī nediṣṭho asyā uṣaso vyuṣṭau ava yakṣva no varuṇaṃ rarāṇo vīhi mṛḍīka suhavo na edhi
So sei du, Agni, uns der Nächste, der Nahestehendste, beim Aufleuchten dieser Morgenröte; besänftige durch Opfer für uns Varuṇa, gerne gebend; komm herbei, gnädiger; sei uns leicht anzurufen.
Die große Mutter der Guttätigen (suvrata), die Herrin der Wahrheitsordnung (ṛta), wollen wir wohl zur Hilfe herbeirufen: die Machtreiche, die Alterlose, die Weitreichende, die guten Schutz Gewährende, Aditi, die gute Führerin.
Wort für Wort
mahīmū
mahīm 'die große' (Akk.f.) + u 'wohl' (Partikel) [Sandhi]
Die gute Beschützerin Erde, den Himmel, den Fehlerfreien, die guten Schutz gewährende Aditi, die gute Führerin, das göttliche Schiff mit gutem Ruder, das schuldlose, nicht leckende - möchten wir besteigen, zum Heil.
pra bāhavā sisṛtaṃ jīvase na ā no gavyūtimukṣataṃ ghṛtena ā mā jane śravayataṃ yuvānā śrutaṃ me mitrāvaruṇā havemā
Streckt eure Arme aus zu unserem Leben; benetzt unsere Weide mit Schmalz; lasst mich unter den Leuten bekannt werden, ihr Jugendlichen; hört meinen Ruf, Mitra und Varuṇa.
Heilsam mögen uns die preisreichen [Rosse/Götter] bei den Anrufungen sein, beim Götterdienst, von gemessenem Lauf, schön lobsingend, den Drachen, den Wolf, die bösen Geister zermalmend; ganz und gar mögen sie die Krankheiten von uns fernhalten.
vāje-vāje'vata vājino no dhaneṣu viprā amṛtā ṛtajñāḥ asya madhvaḥ pibata mādayadhvaṃ tṛptā yāta pathibhirdevayānaiḥ
Bei jedem Kampfpreis helft uns, ihr preisreichen, redekundigen, unsterblichen, wahrheitskundigen [Götter], bei den Gewinnen; trinkt von diesem Honigtrank, berauscht euch; gesättigt zieht auf den Götterpfaden dahin.
Entflammt ist Agni, mit dem Brennscheit wohlentflammt, der Erwählenswerte; das Gāyatrī-Versmaß ist die indrische Kraft; die dreijährige Kuh hat das Kraftfutter verliehen. [Anm.: solche Formeln verbinden Gottheit, Versmaß und Opfertier symbolisch.]
Tanūnapāt, von reiner Ordnung, und die Leibesschützerin Sarasvatī; das Uṣṇih-Versmaß ist die indrische Kraft; die [im zweiten Jahr stehende] Kuh [?] hat das Kraftfutter verliehen.
Wort für Wort
tanūnapācchucivratastanūpāśca
tanūnapāt 'Tanūnapāt' (Nom.) + śucivrataḥ 'von reiner Ordnung' (Nom.) + tanūpāḥ 'die Leibesschützende' (Nom.f., zu sarasvatī) + ca 'und' [Sandhi]
sarasvatī
Sarasvatī (Nom.)
uṣṇihā
das Uṣṇih-Versmaß (Nom.)
chanda
Versmaß (Nom.)
indriyaṃ
die indrische Kraft (Nom.)
dityavāḍgaurvayo
dityavāṭ 'die [im zweiten Jahr stehende]' (Nom.) [?] + gauḥ 'Kuh' (Nom.) + vayaḥ 'Kraftfutter' (Akk.) [Sandhi]
Mit den Iḍā-Spenden ist Agni preiswürdig, der Gott Soma, der unsterbliche; das Anuṣṭubh-Versmaß ist die indrische Kraft; die fünfjährige [?] Kuh hat das Kraftfutter verliehen.
Mit gutem Streu versehen ist Agni, mit Pūṣan verbunden, mit ausgebreitetem Streu, unsterblich; das Bṛhatī-Versmaß ist die indrische Kraft; die Kuh mit dreijährigem Kalb hat das Kraftfutter verliehen.
Die göttlichen Türen, die großen Himmelsrichtungen, der Gott Bṛhaspati, das Gebet verkörpernd; das Paṅkti-Versmaß ist hier die indrische Kraft; die vierjährige Kuh hat das Kraftfutter verliehen.
Uṣas [und Nakt], die beiden jungen, schönverzierten, die unsterblichen All-Götter; das Triṣṭubh-Versmaß ist hier die indrische Kraft; die tragende [?] Kuh hat das Kraftfutter verliehen.
Die göttlichen Hotṛ, die beiden Ärzte, mit Indra vereint, im Bunde verbunden; das Jagatī-Versmaß ist die indrische Kraft; der Zugochse und die Kuh haben das Kraftfutter verliehen.
Die drei, Iḍā, Sarasvatī, Bhāratī, die Maruts, die Stämme (viś); das Virāj-Versmaß ist hier die indrische Kraft; die Milchkuh hat wie gewöhnlich das Kraftfutter verliehen.
Tvaṣṭṛ, der Wunderbare, der [?] (turīpa), Indra-Agni, die beiden das Gedeihen Mehrenden; das zweifüßige Versmaß ist die indrische Kraft; der Stierochse und die Kuh haben wie gewöhnlich das Kraftfutter verliehen.
Unser Schlachtpriester sei der Baumherr, Savitṛ, der das Glück antreibt; das Kakubh-Versmaß ist hier die indrische Kraft; die unfruchtbare Kuh, die trächtige, haben das Kraftfutter verliehen.
Svāhā rufend möge Varuṇa, der gute Herrscher, das Opfer zum Heilmittel machen; das Aticchandas-Versmaß ist die indrische Kraft; der große Stier und die Kuh haben das Kraftfutter verliehen.
Durch die Jahreszeit Frühling, o Götter, sind die Vasus mit dem dreifachen Lied gepriesen; durch den Rathantara-Sāman, durch die Glut hat die Opfergabe dem Indra Kraftfutter verliehen.
Durch die Jahreszeit Sommer sind die Rudras im fünfzehnfachen Stoma gepriesen; durch den Bṛhat-Sāman, durch den Ruhm kommt Stärke - die Opfergabe hat dem Indra Kraftfutter verliehen.
Durch die Jahreszeit Regenzeit sind die Ādityas im siebzehnfachen Stoma gepriesen; durch das Vairūpa-Sāman, durch die Allkraft hat die Opfergabe dem Indra Kraftfutter verliehen.
Wort für Wort
varṣābhirṛtunā''dityā
varṣābhiḥ 'durch die Regenzeit' (Instr.Pl.) + ṛtunā 'durch die Jahreszeit' (Instr.) + ādityāḥ 'die Ādityas' (Nom.Pl.) [Sandhi]
Durch die Jahreszeit Herbst sind die Ṛbhus im einundzwanzigfachen Stoma gepriesen; durch das Vairāja-Sāman, durch den Glanz kommt Glanz - die Opfergabe hat dem Indra Kraftfutter verliehen.
Durch die Jahreszeit Winter sind die Maruts im dreiunddreißigfachen Stoma gepriesen; durch Kraft kommen die Śakvarī-Verse, die Übermacht - die Opfergabe hat dem Indra Kraftfutter verliehen.
Durch die Jahreszeit Tauzeit sind die unsterblichen Götter im dreiunddreißigfachen Stoma gepriesen; durch Wahrheit kommen die reichen [Kühe], die Herrschermacht - die Opfergabe hat dem Indra Kraftfutter verliehen.
Der Hotṛ möge opfern: mit dem Brennscheit dem Agni am Sitz der Iḍā, den Aśvin, Indra, Sarasvatī; der rauchfarbene Bock wie mit Weizen, mit Kuvala-Früchten das Heilmittel, den Honig; mit jungem Gras wie die Glut, die indrische Kraft; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere! [Anm.: diese formelhaften Passagen (21.29-47) verknüpfen jeweils eine Gottheit mit einem Tier- oder Substanzgleichnis; wörtlich, teils elliptisch übersetzt.]
Der Hotṛ möge opfern dem Tanūnapāt, der Sarasvatī; der Schafbock wie das Heilmittel, es auf honigreichem Weg bringend, den Aśvin, dem Indra die Manneskraft; mit Brustbeeren, mit Upavāka-Pflanzen das Heilmittel, mit jungen Ähren; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern dem Narāśaṃsa wie dem Nagnahu, dem Herrn, mit Branntwein das Heilmittel; der Widder ist Sarasvatī, die Ärztin, wie ein glänzender Wagen; das Fettstück ist der Aśvin, die Manneskraft des Indra; mit Brustbeeren, mit Upavāka das Heilmittel, mit jungen Ähren; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern der Iḍā, gepriesen, darbringend, der Sarasvatī, dem Indra, ihn mit Stärke mehrend, mit dem Stier die indrische Kraft der Kuh, den Aśvin, dem Indra das Heilmittel; mit Gerste, mit Karkandhu-Früchten den Honig, mit geröstetem Korn wie den Māsara-Trank; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern dem Streu, das weich wie Wolle ist, dem Arzt, den Nāsatya, den beiden Ärzten, den Aśvin; die Stute mit Fohlen ist die Ärztin, die Milchkuh ist Sarasvatī, die Ärztin, die die Heilmittel melkt, für Indra das Heilmittel; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
hotā yakṣadduro diśaḥ kavaṣyo na vyacasvatīraśvibhyāṃ na duro diśa indro na rodasī dughe duhe dhenuḥ sarasvatyaśvinendrāya bheṣajaṃ śukraṃ na jyotirindriyaṃ payaḥ somaḥ parisrutā ghṛtaṃ madhu vyantvājyasya hotaryaja
Der Hotṛ möge opfern den Türen, den Himmelsrichtungen, wie den weiträumigen [?] Türflügeln, den Aśvin wie den Türen, den Himmelsrichtungen, wie Indra den beiden Welthälften, den beiden Melkenden; die Milchkuh ist Sarasvatī, dazu die Aśvin, für Indra das Heilmittel, wie das klare Licht, die indrische Kraft; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
hotā yakṣatsupeśasoṣe naktaṃ divā'śvinā samañjāte sarasvatyā tviṣimindre na bheṣajaṃ śyeno na rajasā hṛdā śriyā na māsaraṃ payaḥ somaḥ parisrutā ghṛtaṃ madhu vyantvājyasya hotaryaja
Der Hotṛ möge opfern den schönverzierten Uṣas und Nakt; bei Tag salben sich die Aśvin mit Sarasvatī; die Glut gilt für Indra wie das Heilmittel, wie ein Falke durch den Luftraum, mit dem Herzen, mit Glanz wie der Māsara-Trank; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern den beiden göttlichen Hotṛ, den Ärzten, den Aśvin, dem Indra wie dem Wachsamen, bei Tag wie bei Nacht mit den Heilmitteln; die Kraft gilt Sarasvatī, der Ärztin, die mit Blei [?] die Heilmittel melkt, die indrische Kraft; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern den drei Göttinnen wie dem Heilmittel; die drei, von dreifacher Substanz, die Tätigen, die goldene Gestalt gilt für Indra, den Aśvin; Iḍā wie Bhāratī, durch die Rede Sarasvatī - die Größe für Indra melkend, die indrische Kraft; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
hotā yakṣat surerasamṛṣabhaṃ naryāpasaṃ tvaṣṭāramindramaśvinā bhiṣajaṃ na sarasvatīmojo na jūtirindriyaṃ vṛko na rabhaso bhiṣag yaśaḥ surayā bheṣajaṃ śriyā na māsaraṃ payaḥ somaḥ parisrutā ghṛtaṃ madhu vyantvājyasya hotaryaja
Der Hotṛ möge opfern dem [?], dem Stier, dem mannhaft Wirkenden, Tvaṣṭṛ, Indra, den Aśvin wie dem Arzt, der Sarasvatī; die Kraft wie der Antrieb, die indrische Kraft; wie der reißende Wolf, der Arzt, der Ruhm; mit Branntwein das Heilmittel, mit Glanz wie den Māsara-Trank; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern dem Baumherrn, dem Schlachtpriester, dem Hundertkräftigen, wie dem furchtbaren Zorn, dem König, dem Tiger, mit Verehrung den Aśvin, den Grimm; Sarasvatī, die Ärztin, melkt für Indra die indrische Kraft; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern dem Agni - svāhā! - des Schmalzes, den Tropfen - svāhā! - der Fettstücke, jeweils einzeln - svāhā! - den Bock den Aśvin - svāhā! - den Widder der Sarasvatī - svāhā! - den Stier dem Indra, dem Löwen, der Übermacht, die indrische Kraft - svāhā! - Agni wie das Heilmittel - svāhā! - den Soma, die indrische Kraft - svāhā! - Indra, dem guten Beschützer, Savitṛ, Varuṇa, dem Herrn der Ärzte - svāhā! - dem Baumherrn, dem lieben Trank wie das Heilmittel - svāhā! - den Göttern, den Schmalztrinkern, sich dies gefallen lassend, Agni, das Heilmittel; Milch, Soma, Umflossenes, Schmalz und Honig mögen die Gaben des Schmalzopfers begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern den beiden Aśvin vom Fettstück des Bockes; sie sollen sich das Fettopfer gefallen lassen - o Hotṛ, opfere! Der Hotṛ möge opfern der Sarasvatī vom Fettstück des Widders; sie soll sich das Fettopfer gefallen lassen - o Hotṛ, opfere! Der Hotṛ möge opfern dem Indra vom Fettstück des Stieres; er soll sich das Fettopfer gefallen lassen - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern den Aśvin, der Sarasvatī, dem Indra, dem guten Beschützer; diese Somatränke, branntweinhaft, mit Böcken, mit Widdern, mit Stieren gepresst, wie mit jungen Ähren, mit geröstetem Korn, die mächtigen Rauschtränke, mit dem Māsara-Trank verfeinert, klar, milchreich, unsterblich - dargebracht sind euch die honigfließenden Tränke; diese sollen die Aśvin, Sarasvatī, Indra, der gute Beschützer, der Vṛtratöter, sich gefallen lassen, den somischen Honigtrank; sie mögen ihn trinken, begehren - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern: die beiden Aśvin sollen heute von der Opfergabe des Bockes essen; von der Mitte her ist das Fett herausgenommen, vor den Feindschaften, vor dem menschlichen Zugriff; sie sollen jetzt essen von der Weide der Fluren, die vom Gras sich ernähren, die wohlfließenden [?], die den hundert Rudras Geweihten [?], die von Agni Verzehrten, die fett Ruhenden, von der Seite, von der Hüfte, von der geschärften Spitze [?], von den Ausgesonderten, Glied für Glied Fressenden - so sollen es die beiden Aśvin machen; sie sollen sich die Opfergabe gefallen lassen - o Hotṛ, opfere! [Anm.: diese Passage (43-46) enthält seltene, schwer deutbare Ausdrücke der Zerlegungssprache; Übersetzung als Annäherung, mehrfach mit [?] markiert.]
Der Hotṛ möge opfern: Sarasvatī soll heute von der Opfergabe des Widders essen; von der Mitte her ist das Fett herausgenommen, vor den Feindschaften, vor dem menschlichen Zugriff; sie soll jetzt essen von der Weide der Fluren [wie oben] - so soll es Sarasvatī machen; sie soll sich die Opfergabe gefallen lassen - o Hotṛ, opfere!
Wort für Wort
hotā
der Hotṛ (Nom.)
yakṣat
möge opfern (3.Sg.Inj.Aor.)
sarasvatīṃ
der Sarasvatī (Akk.)
meṣasya
des Widders (Gen.)
haviṣa
haviṣaḥ 'von der Opfergabe' (Gen./Abl.) [Sandhi-Kürzung]
Der Hotṛ möge opfern: Indra soll heute von der Opfergabe des Stieres essen; von der Mitte her ist das Fett herausgenommen [wie oben] - so soll es Indra machen; er soll sich die Opfergabe gefallen lassen - o Hotṛ, opfere!
Der Hotṛ möge opfern dem Baumherrn; denn er ist mit dem am festesten haltenden, am kräftigsten greifenden Strick angebunden. Wo der beiden Aśvin, der Opfergabe des Bockes, liebe Stätten sind, wo der Sarasvatī, der Opfergabe des Widders, liebe Stätten, wo des Indra, der Opfergabe des Stieres, liebe Stätten, wo Agnis liebe Stätten, wo Somas liebe Stätten, wo des Indra, des guten Beschützers, liebe Stätten, wo Savitṛs liebe Stätten, wo Varuṇas liebe Stätten, wo des Baumherrn liebe Trankstätten sind, wo der Götter, der Schmalztrinker, liebe Stätten, wo Agnis, des Hotṛ, liebe Stätten sind - dorthin hat er, gleichsam lobpreisend, gleichsam nachpreisend, gleichsam losgelassen wie der Übermächtigere, das Opfertier gemacht; so soll es der göttliche Baumherr machen; er soll sich die Opfergabe gefallen lassen - o Hotṛ, opfere! [Anm.: diese Passage ist stark elliptisch und dunkel; die Übersetzung ist eine Annäherung.]
Der Hotṛ möge opfern dem Agni Sviṣṭakṛt [dem 'gut geopfert Habenden']; Agni ist gegangen zu den lieben Stätten der Opfergabe des Bockes der Aśvin; er ist gegangen zu den lieben Stätten der Opfergabe des Widders der Sarasvatī; er ist gegangen zu den lieben Stätten der Opfergabe des Stieres des Indra; er ist gegangen zu Agnis lieben Stätten; er ist gegangen zu Somas lieben Stätten; er ist gegangen zu den lieben Stätten des Indra, des guten Beschützers; er ist gegangen zu Savitṛs lieben Stätten; er ist gegangen zu Varuṇas lieben Stätten; er ist gegangen zu des Baumherrn lieben Trankstätten; er ist gegangen zu den lieben Stätten der Götter, der Schmalztrinker; er möge opfern zu Agnis, des Hotṛ, lieben Stätten; er möge dies opfern. Die eigene Größe möge er beim Mitopfern erlangen [?]; die Opferungen mögen Labung schaffen; jener, der Feueraltar (adhvara), der Allwissende (jātavedas), soll sich die Opfergabe gefallen lassen - o Hotṛ, opfere!
Das göttliche Streu gilt der Sarasvatī, das gutegötterhafte dem Indra, den Aśvin; wie die Glut das Auge in den Augen, so haben sie durch das Streu die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn (vasuvana) mögen sie den Anteil des Gutes (vasudheya) begehren - opfere!
Die göttlichen Türen gelten den Aśvin, den Ärzten, dem Indra, der Sarasvatī; wie der Atem die Manneskraft in der Nase, so haben die Türen die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Die beiden göttlichen Uṣas gelten den Aśvin, dem guten Beschützer Indra, der Sarasvatī; wie die Stärke die Rede im Mund, so haben die beiden Uṣas die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Die göttliche Gefährtin Sarasvatī, die Aśvin, haben Indra gestärkt; wie das Gehör in den Ohren, so hat der Ruhm durch die beiden Gefährtinnen die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Die göttlichen, mit Saftkraft begossenen, gutmelkenden [Kühe] gelten dem Indra; Sarasvatī, die Aśvin, die Ärzte, sollen uns beschützen; wie das klare Licht in den beiden Brüsten, so haben die beiden Begossenen die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Die göttlichen Ärzte der Götter, die beiden Hotṛ, Indra, die Aśvin, mit den Vaṣaṭ-Rufen; Sarasvatī - wie die Glut im Herzen, so hat die Andacht durch die beiden Hotṛ die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Die drei göttlichen, die drei Göttinnen gelten den Aśvin: Iḍā, Sarasvatī; wie die Kraft in der Mitte, am Nabel, so haben sie für Indra die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
deva indro narāśaṃsastrivarūthaḥ sarasvatyaśvibhyāmīyate rathaḥ reto na rūpamamṛtaṃ janitramindrāya tvaṣṭā dadhadindriyāṇi vasuvane vasudheyasya vyantu yaja
Der Gott Indra, Narāśaṃsa, der dreifach Schützende, mit Sarasvatī, den Aśvin - so fährt der Wagen; wie der Same die Gestalt, die unsterbliche Erzeugerin, so hat Tvaṣṭṛ für Indra die indrischen Kräfte verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
devo devairvanaspatirhiraṇyaparṇo aśvibhyāṃ sarasvatyā supippala indrāya pacyate madhu ojo na jūtirṛṣabho na bhāmaṃ vanaspatirno dadhadindriyāṇi vasuvane vasudheyasya vyantu yaja
Der göttliche Baumherr mit den Göttern, mit goldenem Laub, den Aśvin, mit Sarasvatī, mit guten Früchten - für Indra wird der Honig gekocht; wie die Kraft der Antrieb, wie der Stier der Grimm, so hat der Baumherr uns die indrischen Kräfte verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Das göttliche Streu der Abwehrenden [?] beim Opfer, ausgebreitet für die Aśvin, weich wie Wolle, für Sarasvatī behaglich - dein Sitz, Indra; für die Herrschaft den Zorn, den König, haben sie durch das Streu die indrische Kraft verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Der göttliche Agni Sviṣṭakṛt hat den Göttern geopfert, jedem nach seiner Art: den beiden Hotṛ, Indra, den Aśvin, mit der Rede der Rede, Sarasvatī, Agni, Soma; gut geopfert ist Sviṣṭakṛt, gut geopfert Indra, der gute Beschützer, Savitṛ, Varuṇa, der Arzt; gut geopfert der göttliche Baumherr, gut geopfert die Götter, die Schmalztrinker; gut geopfert Agni, durch Agni; der Hotṛ dem Hotṛ, Sviṣṭakṛt - wie den Ruhm, so hat er die indrische Kraft, die Saftfülle, die Ehrerbietung, die Svadhā verliehen; beim Gutgewinn mögen sie den Anteil des Gutes begehren - opfere!
Agni hat sich heute diesen Opferveranstalter als Hotṛ erwählt, Kochspeisen kochend, Opferkuchen kochend, den Bock für die Aśvin, den Widder für Sarasvatī, den Stier für Indra bindend, für die Aśvin, für Sarasvatī, für Indra, den guten Beschützer, die Branntwein-Soma-Tränke auspressend.
Von gutem Schoß ist heute der göttliche Baumherr geworden, für die Aśvin durch den Bock, für Sarasvatī durch den Widder, für Indra durch den Stier; er hat sie ausgestattet [?]; vom Fett her habt ihr sie gekocht, ergriffen, gestärkt, mit den Opferkuchen; die Aśvin, Sarasvatī, Indra, der gute Beschützer, [nehmen] die Branntwein-Soma-Tränke voran [?]. [Anm.: einzelne Verbformen unsicher gedeutet.]
tvāmadya ṛṣa ārṣeya ṛṣīṇāṃ napādavṛṇītāyaṃ yajamāno bahubhya ā saṅgatebhya eṣa me deveṣu vasu vāryāyakṣyata iti tā yā devā deva dānānyadustānyasmā ā ca śāsvā ca gurasveṣitaśca hotarasi bhadravācyāya preṣito mānuṣaḥ sūktavākāya sūktā brūhi
Dich, o Ṛṣi, Nachkomme der Ṛṣis, Sohnessohn der Ṛṣis, hat heute dieser Opferveranstalter aus den vielen Versammelten erwählt, mit den Worten: 'Dieses erwünschte Gut will ich mir unter den Göttern erwerben' - so [sprach er]. Was ihr Götter an Gaben nicht gegeben habt, das befiehl uns und ordne an; du bist der Angerufene, der Hotṛ, gesandt zur guten Rede (bhadravācya), der menschliche [Priester], zur Sūkta-Ansage - sprich die Sūktas! [Anm.: Syntax stellenweise unsicher.]