Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans nehme ich dich entgegen. Du bist mannhaft. Hiermit schneide ich die Hälse der Unholde ab. Du bist Gerste – halte fern von uns den Haß, halte fern die Mißgunst. Für den Himmel nehme ich dich, für den Luftraum dich, für die Erde dich; läutern sollen dich die Welten, die Vätersitze. Du bist der Vätersitz.
Deine Wohnstätten möchten wir erreichen, wo die vielgehörnten, unermüdlichen Kühe sind; dort eben strahlt reichlich der höchste Schritt des weitschreitenden Viṣṇu hervor. [Anm.: de_lit von Durchlauf 1 entsprach hier nicht dem Sanskrit-Text (sa) und wurde anhand des Originals neu übersetzt.] Dich, brahmanreich, herrschaftsreich, reichtumsgedeihenreich, führe ich herum. Festige das Segenswort, festige die Herrschaft, festige das Leben, festige die Nachkommenschaft.
Wort für Wort
agreṇīrasi
agreṇīḥ 'der Vorangehende/Leiter' + asi 'du bist'
svāveśa
gut zum Eintreten / leicht zugänglich (Nom./Vok., su-āveśa)
dyām 'den Himmel' (Akk.) + agreṇa 'mit der Spitze' (Instr.) + aspṛkṣaḥ 'hast du berührt' (Aor.2.Sg., Sandhi mit elidiertem Visarga vor Vokal; Konsistenz mit folgenden 2.Sg.-Formen aprāḥ/adṛṃhīḥ)
āntarikṣaṃ
den Luftraum (Akk.)
madhyenāprāḥ
madhyena 'mit der Mitte' (Instr.) + aprāḥ 'hast du gefüllt' (Aor.)
pṛthivīmupareṇādṛṃhīḥ
pṛthivīm 'die Erde' (Akk.) + upareṇa 'mit dem unteren Teil' (Instr.) + adṛṃhīḥ 'hast du gefestigt' (Aor.)
Deine Stätten, zu denen wir zu gelangen wünschen, wo die vielgehörnten, unermüdlichen Kühe sind – dort eben ist die höchste Stätte des weitschreitenden Viṣṇu enthüllt worden, reichlich. Dich, brahmanreich, herrschaftsreich, reichtumsgedeihenreich, führe ich herum. Festige das Segenswort, festige die Herrschaft, festige das Leben, festige die Nachkommenschaft.
parivīrasi pari tvā daivīrviśo vyayantāṃ parīmaṃ yajamānaṃ rāyo manuṣyāṇām divaḥ sūnurasyeṣa te pṛthivyāṃlloka āraṇyaste paśuḥ
Du bist der Umgebende, der Held; um dich mögen die göttlichen Stämme sich ausbreiten, um diesen Opferherrn die Reichtümer der Menschen. Du bist der Sohn des Himmels; dies ist deine Stätte auf der Erde; das Wildtier ist dein Tier.
upāvīrasyupa devāndaivīrviśaḥ prāguruśijo vahnitamān deva tvaṣṭarvasu rama havyā te svadantām
Du bist der Herannahende; zu den Göttern kommen die göttlichen Stämme, die begehrenden, tragfähigsten. O Gott Tvaṣṭṛ, ruhe im Guten; deine Opfergaben mögen munden.
Ihr Reichen, erfreuet euch, o Bṛhaspati, mit einem Strom an Gütern! Dich, o Götteropfergabe, binde ich mit der Fessel der Wahrheit an. Wage es, o Mensch!
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans schirre ich dich an, Agni und Soma genehm, für die Wasser dich, für die Pflanzen dich. Dir möge die Mutter zustimmen, der Vater, der leibliche Bruder, der Genoss-Freund. Agni und Soma genehm besprenge ich dich.
Du bist der Behälter der Wasser. Die göttlichen Wasser sollen munden, das Gemundete sei eben die Götteropfergabe. Zusammen möge dein Atem mit dem Wind gehen, zusammen die Glieder mit den Opferwürdigen, zusammen der Opferherr mit dem Segenswunsch.
Mit Schmalz gesalbt, möget ihr beide, o Reiche, das Vieh beschützen; legt Liebes in den Opferherrn. Tritt ein aus dem weiten Luftraum, vereint mit dem göttlichen Wind; opfere selbst von dieser Opfergabe; werde eins mit ihrem Leib. Als Regen im regenreichsten Opfer setze den Opferherrn ins Opfer – svāhā! Den Göttern, den Göttern – svāhā!
māhirbhūrmā pṛdākurnamasta ātānānarvā prehi ghṛtasya kulyā upa ṛtasya pathyā anu
Nicht sei eine Schlange, nicht ein Fleckenwurm. Verehrung sei dir, du Ausgestreckter; komm heran, geh voran, zu den Kanälen des Schmalzes, den Wegen der Wahrheit entlang.
vācaṃ te śundhāmi prāṇaṃ te śundhāmi cakṣuste śundhāmi śrotraṃ te śundhāmi nābhiṃ te śundhāmi meḍhraṃ te śundhāmi pāyuṃ te śundhāmi caritrāṃste śundhāmi
Deine Rede reinige ich, deinen Atem reinige ich, dein Auge reinige ich, dein Gehör reinige ich, deinen Nabel reinige ich, dein Glied reinige ich, deinen After reinige ich, deine Gliedmaßen reinige ich.
Dein Geist möge anschwellen, deine Rede möge anschwellen, dein Atem möge anschwellen, dein Auge möge anschwellen, dein Gehör möge anschwellen. Was an dir grausam verletzt ist, was dich befallen hat, das möge dir anschwellen; was verworfen ist, das möge dir gereinigt werden, Heil den Tagen. O Pflanze, beschütze! O Beil, verletze ihn nicht!
Du bist der Anteil der Unholde – hinausgeworfen ist der Unhold. Hiermit trete ich auf den Unhold; hiermit dränge ich den Unhold hinab; hiermit führe ich den Unhold in die unterste Finsternis. Mit Schmalz mögen sich Himmel und Erde bedecken. Vāyu nehme die Tropfen; Agni möge das Schmalz genießen – svāhā! Zum svāhā-gemachten, zur hochwolkigen Marut-Sphäre gehet.
idamāpaḥ pra vahatāvadyaṃ ca malaṃ ca yat yaccābhidudrohānṛtaṃ yacca śepe abhīruṇam āpo mā tasmādenasaḥ pavamānaśca muñcatu
Dies, ihr Wasser, tragt fort – die Schande und den Schmutz, was auch an Unrecht ich getan habe, und was ich als Furchtloses geschworen habe. Von dieser Sünde mögen mich die Wasser und der sich Läuternde befreien.
saṃ te mano manasā saṃ prāṇaḥ prāṇena gacchatām reḍasyagniṣṭvā śrīṇātvāpastvā samariṇanvātasya tvā dhrājyai pūṣṇo raṃhyā ūṣmaṇo vyathiṣat prayutaṃ dveṣaḥ
Zusammen gehe dein Geist mit meinem Geist, zusammen dein Atem mit meinem Atem. Im Versehren [?] möge Agni dich zubereiten; die Wasser haben dich zusammenfließen lassen. Zum Dahinschießen des Windes, zur Schnelligkeit des Pūṣan – vor der Hitze soll die entfernte Feindschaft wanken [?].
Trinket das Schmalz, ihr Schmalztrinker; trinket das Fett, ihr Fetttrinker. Du bist die Opfergabe des Luftraums – svāhā! Den Himmelsrichtungen, Zwischenrichtungen, Anfangsrichtungen, Nebenrichtungen, Oberrichtungen, den Richtungen – svāhā!
aindraḥ prāṇo aṅge aṅge ni dīdhyadaindra udāno aṅge aṅge nidhītaḥ deva tvaṣṭarbhūri te saṃ sametu salakṣmā yadviṣurūpaṃ bhavāti devatrā yantamavase sakhāyo'nu tvā mātā pitaro madantu
Der Indra-Atem möge in jedem Glied erstrahlen, der Indra-Ausatem sei in jedem Glied niedergelegt. O Gott Tvaṣṭṛ, reichlich möge dir alles zukommen, mit gleichem Merkmal, was auch verschiedengestaltig ist. Zu den Göttern dich begleitend, zur Hilfe, mögen sich die Freunde, dir folgend, Mutter und Väter erfreuen.
Geh zum Ozean – svāhā! Geh zum Luftraum – svāhā! Geh zum Gott Savitṛ – svāhā! Geh zu Mitra und Varuṇa – svāhā! Geh zu Tag und Nacht – svāhā! Geh zu den Versmaßen – svāhā! Geh zu Himmel und Erde – svāhā! Geh zum Opfer – svāhā! Geh zum Soma – svāhā! Geh zum himmlischen Gewölk – svāhā! Geh zu Agni Vaiśvānara – svāhā! Meinem Geist, meinem Herzen gib Ruhe; zum Himmel gehe dein Rauch, zum Sonnenlicht; die Erde fülle mit Asche – svāhā!
Wort für Wort
samudraṃ
zum Ozean (Akk.)
gaccha
geh (Imp.)
svāhā
svāhā
'ntarikṣaṃ
(a)ntarikṣam 'zum Luftraum' (Akk., mit Elision)
gaccha
geh
svāhā
svāhā
devaṃ
zum Gott (Akk.)
savitāraṃ
Savitṛ (Akk.)
gaccha
geh
svāhā
svāhā
mitrāvaruṇau
zu Mitra und Varuṇa (Akk.Du.)
gaccha
geh
svāhā
svāhā
'horātre
ahorātre 'zu Tag und Nacht' (Akk.Du., mit Elision)
mā'po mauṣadhīrhiṃsīrdhāmno dhāmno rājaṃstato varuṇa no muñca yadāhuraghnyā iti varuṇeti śapāmahe tato varuṇa no muñca sumitriyā na āpa oṣadhayaḥ santu durmitriyāstasmai santu yosmāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmaḥ
Nicht sollst du die Wasser, nicht die Pflanzen verletzen, von Stätte zu Stätte, o König; davon, o Varuṇa, mach uns frei. Was sie 'unverletzlich' nennen – 'o Varuṇa' schwören wir – davon, o Varuṇa, mach uns frei. Gut befreundet sollen uns die Wasser und Pflanzen sein; feindlich gesinnt sollen sie dem sein, der uns haßt und den wir hassen.
agnervo'pannagṛhasya sadasi sādayāmīndrāgnyorbhāgadheyī stha mitrāvaruṇayorbhāgadheyī stha viśveṣāṃ devānāṃ bhāgadheyī stha amūryā upa sūrye yābhirvā sūryaḥ saha tā no hinvantvadhvaram
Euch setze ich auf den Sitz von Agnis heimloswerdendem [?] Haus. Ihr beide seid die Anteilnehmerinnen von Indra und Agni; ihr beide seid die Anteilnehmerinnen von Mitra und Varuṇa; ihr beide seid die Anteilnehmerinnen aller Götter – jene bei der Sonne, mit denen die Sonne zusammen ist: diese mögen uns das Opfer fördern.
Für das Herz nehme ich dich, für den Geist dich, für den Himmel dich, für die Sonne dich. Richte dieses Opfer aufwärts aus, im Himmel, unter den Göttern, das Priesteramt.
soma rājan viśvāstvaṃ prajā upāvaroha viśvāstvāṃ prajā upāvarohantu śṛṇotvagniḥ samidhā havaṃ me śṛṇvantvāpo dhiṣaṇāśca devīḥ śrotā grāvāṇo viduṣo na yajñaṃ śṛṇotu devaḥ savitā havaṃ me svāhā
O König Soma, zu allen Geschöpfen steige du herab; alle Geschöpfe mögen zu dir herabsteigen. Es höre Agni mit dem Brennscheit meinen Ruf; es hören die Wasser und die göttlichen Dhiṣaṇās; hörend seien die Preßsteine, wie die Wissenden das Opfer hören; es höre der Gott Savitṛ meinen Ruf – svāhā!
Ihr göttlichen Wasser, des Apām Napāt Woge, die eure opfergabenwürdige, indrakraftreiche, berauschendste ist – die gebet den Göttern, zu den Göttern hin, den Glänzendes-Trinkenden, deren Anteil ihr seid – svāhā!
Du bist der Furchenzieher; dich hebe ich empor zur Ansiedlung des Ozeans. Zusammen sind die Wasser mit den Wassern gegangen, zusammen die Pflanzen mit den Pflanzen.
Wort für Wort
kārṣirasi
kārṣiḥ 'der Furchenzieher' + asi 'du bist'
samudrasya
des Ozeans (Gen.)
tvā
dich (Akk.)
kṣityā
zur Ansiedlung (Dat./Instr.)
unnayāmi
hebe ich empor (1.Sg.)
samāpo
sam 'zusammen' + āpaḥ 'die Wasser' (Nom.Pl.)
adbhiragmata
adbhiḥ 'mit den Wassern' (Instr.Pl.) + agmata 'sind gegangen' (Aor.3.Pl.)
samoṣadhībhiroṣadhīḥ
sam 'zusammen' + oṣadhībhiḥ 'mit den Pflanzen' (Instr.Pl.) + oṣadhīḥ 'die Pflanzen' (Nom.Pl.)
yamagne pṛtsu martyamavā vājeṣu yaṃ junāḥ sa yantā śaśvatīriṣaḥ svāhā
Den Sterblichen, o Agni, den du in den Kämpfen schützt, den du in den Kämpfen um den Siegespreis anspornst, der wird beständig Labung erlangen – svāhā!
Wort für Wort
yamagne
yam 'den' (Akk., Relativpron.) + agne 'o Agni' (Vok.)
Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans nehme ich dich entgegen. Du bist der Rauschende (Somasaft); mache dieses Opfer tief für Indra, das bestausgepreßte, mit dem obersten Seihgerät, kraftvoll, honigreich, milchreich. Ihr beide seid die Fasser; die Gotterhörenden mögen mich sättigen.
mano me tarpayata vācaṃ me tarpayata prāṇaṃ me tarpayata cakṣurme tarpayata śrotraṃ me tarpayatātmānaṃ me tarpayata prajāṃ me tarpayata paśūnme tarpayata gaṇānme tarpayata gaṇā me mā vi tṛṣan
Sättigt mir den Geist, sättigt mir die Rede, sättigt mir den Atem, sättigt mir das Auge, sättigt mir das Gehör, sättigt mir das Selbst, sättigt mir die Nachkommenschaft, sättigt mir das Vieh, sättigt mir die Scharen; meine Scharen sollen nicht dürsten.
Für Indra, den Vasu-begleiteten, den Rudra-begleiteten, nehme ich dich; für Indra, den Āditya-begleiteten, nehme ich dich; für Indra, den Anfeinder-Tötenden, nehme ich dich; für den Falken, den Somaträger, nehme ich dich; für Agni, den Reichtumsgedeihenspender, nehme ich dich.
Wort für Wort
indrāya
für Indra (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
vasumate
den Vasu-begleiteten (Dat.)
rudravata
den Rudra-begleiteten (Dat.)
indrāya
für Indra
tvā
dich
''dityavata
(ā)dityavate 'den Āditya-begleiteten' (Dat., mit Elision)
indrāya
für Indra
tvā
dich
'bhimātighne
abhimātighne 'den Anfeinder-Tötenden' (Dat., mit Elision)
Was dein Licht, o Soma, im Himmel ist, was auf der Erde, was im weiten Luftraum – damit schaffe diesem Opferherrn weiten Reichtum; sprich zugunsten der Gabe.
Ihr beide seid erquicklich, Vṛtra-überwindend, gabenfreudig, die Gattinnen der Unsterblichkeit. Ihr göttlichen Frauen, führet dieses Opfer zu den Göttern; herbeigerufen, trinket vom Soma.
Fürchte dich nicht, erzittere nicht! Fasse Kraft, o Dhiṣaṇā! Fest seiend, möget ihr beide festigen, Kraft möget ihr beide verleihen. Das Übel ist geschlagen wie durch Soma.
Wort für Wort
mā
nicht (Vetitiv/Prohibitiv)
bhermā
bher 'fürchte dich' (Inj.) + mā 'nicht'
saṃ
Verbpräfix zu vikthāḥ
vikthā
erzittere (Inj.)
ūrjaṃ
Kraft (Akk.)
dhatsva
fasse (Imp.Med.)
dhiṣaṇe
o Dhiṣaṇā (Vok.)
vīḍvī
fest (Nom.Du.f.)
satī
seiend (Nom.Du.f., Part.)
vīḍayethāmūrjaṃ
vīḍayethām 'möget ihr beide festigen' (Imp.Du.Med.) + ūrjam 'Kraft' (Akk.)