Du bist Glut (tejas), klar, unsterblich, Schützer der Lebenszeit; beschütze meine Lebenszeit. Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen des Pūṣan nehme ich dich.
Wort für Wort
tejo'si
tejaḥ 'Glut' (Nom.) + asi 'du bist' (2.Sg.Präs.) [Sandhi: aḥ→o]
Dieses Zügelband der Wahrheitsordnung (ṛta) haben die weisen [Väter] schon früher im Leben, bei den Opferhandlungen (vidatha), ergriffen; das ist bei uns, bei diesem gepressten [Soma], gegenwärtig geworden, das Geheimnis (sāman) der Wahrheitsordnung, den Weg nicht verfehlend [?].
Wort für Wort
imāmagṛbhṇan
imām 'dieses' (Akk.f.) + agṛbhṇan 'sie haben ergriffen' (3.Pl.Impf.) [Sandhi]
abhidhā asi bhuvanamasi yantā'si dhartā sa tvamagniṃ vaiśvānaraṃ saprathasaṃ gaccha svāhākṛtaḥ
Du bist die Benennung (abhidhā), du bist die Welt (bhuvana), du bist der Lenker (yantṛ), du bist der Träger (dhartṛ); so geh du zu Agni Vaiśvānara, dem Weitreichenden, als der mit Svāhā Versehene.
Wort für Wort
abhidhā
die Benennung (Nom.)
asi
du bist (2.Sg.Präs.)
bhuvanamasi
bhuvanam 'die Welt' (Nom.) + asi 'du bist' (2.Sg.Präs.) [Sandhi]
yantā'si
yantā 'der Lenker' (Nom.) + asi 'du bist' (2.Sg.Präs.) [Sandhi]
svagā tvā devebhyaḥ prajāpataye brahmannaśvaṃ bhantsyāmi devebhyaḥ prajāpataye tena rādhyāsam taṃ badhāna devebhyaḥ prajāpataye tena rādhnuhi
Als guten Gang [habend, weihe ich] dich den Göttern, dem Prajāpati; o Brahmane, ich werde das Pferd für die Götter, für Prajāpati anbinden; damit möge ich Erfolg haben. Binde du es an für die Götter, für Prajāpati; damit habe Erfolg.
Wort für Wort
svagā
als guten Gang habend (Nom.)
tvā
dich (Akk., enklit.)
devebhyaḥ
den Göttern (Dat.Pl.)
prajāpataye
dem Prajāpati (Dat.)
brahmannaśvaṃ
brahman 'o Brahmane' (Vok.) + aśvam 'das Pferd' (Akk.) [Sandhi]
Dich, als Prajāpati genehm, besprenge ich; dich, als Indra-Agni genehm, besprenge ich; dich, als Vāyu genehm, besprenge ich; dich, als den All-Göttern genehm, besprenge ich; dich, als allen Göttern genehm, besprenge ich. Wer das Rennpferd zu töten trachtet, gegen den geht Varuṇa vor - fern sei der Sterbliche, fern der Hund.
Dem Agni svāhā, dem Soma svāhā, der Wonne der Gewässer svāhā, dem Savitṛ svāhā, dem Vāyu svāhā, dem Viṣṇu svāhā, dem Indra svāhā, dem Bṛhaspati svāhā, dem Mitra svāhā, dem Varuṇa svāhā.
Dem Brummlaut svāhā, dem Gebrummten svāhā, dem Wiehernden svāhā, dem Losgewieherten svāhā, dem Schnaubenden svāhā, dem Weitergeschnaubten svāhā, dem Geruch svāhā, dem Gerochenen svāhā, dem Hingelegten svāhā, dem Sich-Niedergesetzten svāhā, dem Gefesselten svāhā, dem Sich-Bewegenden svāhā, dem Sitzenden svāhā, dem Liegenden svāhā, dem Schlafenden svāhā, dem Wachenden svāhā, dem Girrenden svāhā, dem Erwachten svāhā, dem sich Streckenden [Gähnenden] svāhā, dem Aufgesperrten svāhā, dem Zusammengezogenen svāhā, dem Dastehenden svāhā, dem Weggang svāhā, dem Fortgehenden svāhā.
Dem Gehenden svāhā, dem Laufenden svāhā, dem Losrennen svāhā, dem Losgerannten svāhā, dem Pfeiflaut svāhā, dem Gepfiffenen svāhā, dem Sich-Niedersetzenden svāhā, dem Aufgestandenen svāhā, der Schnelligkeit svāhā, der Kraft svāhā, dem Sich-Wendenden svāhā, dem Gewendeten svāhā, dem Sich-Schüttelnden svāhā, dem Geschüttelten svāhā, dem Gehorchen-Wollenden svāhā, dem Hörenden svāhā, dem Schauenden svāhā, dem Erblickten svāhā, dem Angeschauten svāhā, dem Augenblinzeln svāhā; was es frisst, dem gilt svāhā, was es trinkt, dem gilt svāhā, was es an Harn macht, dem gilt svāhā, dem Tuenden svāhā, dem Getanen svāhā.
tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt
Jenes erstrebenswerte Licht (bharga) des Gottes Savitṛ wollen wir uns vergegenwärtigen, der unsere Gedanken (dhī) antreiben möge. [Anm.: die berühmte Sāvitrī-Strophe.]
ajījano hi pavamāna sūryaṃ vidhāre śakmanā payaḥ gojīrayā raṃhamāṇaḥ purandhyā
Denn du hast, o läuternder [Soma], die Sonne erzeugt; im Halt durch deine Fähigkeit die Milch; mit der die Rinder belebenden, eilend mit reicher Fülle (purandhi).
Durchmessend nach dem Maß, überragend durch den Vater bist du; ein Roß bist du, ein Hengst bist du, ein Renner bist du, ein Erfreulicher bist du, ein Renner bist du, ein Zuggenosse bist du, preiswürdig bist du, ein Bulle bist du, von männlichem Sinn bist du, mit dem Namen 'der Ziehende' bist du, mit dem Namen 'das Junge' bist du; folge dem Gatten der Ādityas [der Sonne]. Ihr Götter, Hüter der Himmelsrichtungen, beschützt hier dieses den Göttern geweihte, zum Opfer besprengte Pferd; die Lust sei hier, hier möge Freude walten, hier sei Festigkeit, hier Eigenfestigkeit - svāhā.
Wort für Wort
vibhūrmātrā
vibhūḥ 'durchmessend' (Nom.) + mātrā 'nach dem Maß' (Instr.) [Sandhi]
prabhūḥ
überragend (Nom.)
pitrā'śvo'si
pitrā 'durch den Vater' (Instr.) + aśvaḥ 'ein Roß' (Nom.) + asi 'du bist' (2.Sg.Präs.) [Sandhi]
hayo'syatyo'si
hayaḥ 'ein Hengst' (Nom.) + asi 'du bist' + atyaḥ 'ein Renner' (Nom.) + asi 'du bist' [Sandhi]
mayo'syarvā'si
mayaḥ 'ein Erfreulicher' (Nom.) + asi + arvā 'ein Renner' (Nom.) + asi [Sandhi]
saptirasi
saptiḥ 'ein Zuggenosse' (Nom.) + asi 'du bist' [Sandhi]
vājyasi
vājī 'preiswürdig' (Nom.) + asi 'du bist' [Sandhi]
Wem svāhā, für wen svāhā, für welchen [von mehreren] svāhā - svāhā! Dem darüber Nachgedachten svāhā; dem Denksinn (manas), dem Prajāpati, svāhā; dem Erkenntnisbewusstsein (citta), der erkannten Aditi, svāhā; der Aditi, der Großen, svāhā; der Aditi, der gut Gnädigen, svāhā; der Sarasvatī svāhā; der Sarasvatī, der Läuternden, svāhā; der Sarasvatī, der Hohen, svāhā; dem Pūṣan svāhā; dem Pūṣan, dem Wegbeschützer, svāhā; dem Pūṣan, dem Männerstärkenden [?], svāhā; dem Tvaṣṭṛ svāhā; dem Tvaṣṭṛ, dem [?], svāhā; dem Tvaṣṭṛ, dem Vielgestaltigen, svāhā; dem Viṣṇu svāhā; dem Viṣṇu, dem [?], svāhā; dem Viṣṇu, dem Strahlengehüllten (śipiviṣṭa), svāhā.
Jeder Sterbliche möchte die Freundschaft des Gottes, des Führers (netṛ), wählen; jeder trachtet nach Reichtum (rai); den Glanz (dyumna) möchte er wählen, um zu gedeihen - svāhā.
Im [Land] des Brahmanen möge ein Brahmane, glanzvoll an brahmanischer Kraft, geboren werden; im Reich möge ein Adliger (rājanya), ein Held, ein guter Bogenschütze, ein Durchbohrer, ein Großwagenbesitzer geboren werden; eine gutmelkende Milchkuh, ein lastenziehender, schneller Zugochse, ein Zuggenosse, reiche Fülle (purandhi), eine siegreiche Frau, ein Wagenlenker, ein Versammlungstüchtiger, jugendlicher Held möge diesem Opferveranstalter geboren werden. Bei jedem Wunsch möge uns Parjanya regnen lassen; fruchtreich mögen unsere Pflanzen reifen; Erwerb und Bewahrung (yogakṣema) mögen sich für uns fügen.
Wort für Wort
ā
her (Präverb, verstärkend zu jāyatām)
brahman
im Bereich des Brahmanen (Lok., Kürzung von brahmani)
Der östlichen Richtung svāhā, der hierher gewandten [Zwischen-]Richtung svāhā, der südlichen Richtung svāhā, der hierher gewandten svāhā, der westlichen Richtung svāhā, der hierher gewandten svāhā, der nördlichen Richtung svāhā, der hierher gewandten svāhā, der oberen Richtung svāhā, der hierher gewandten svāhā, der unteren Richtung svāhā, der hierher gewandten svāhā.
Den Gewässern svāhā, den Wassern svāhā, dem Wasser svāhā, den stillstehenden [Gewässern] svāhā, den fließenden svāhā, den strömenden svāhā, den Brunnenwassern svāhā, den Küchenwassern svāhā, den zu haltenden [Wassern, in Behältern] svāhā, der Flut (arṇava) svāhā, dem Meer svāhā, der Woge svāhā.
Dem Wind svāhā, dem Rauch[gewölk] svāhā, der Wolke svāhā, dem Gewölk svāhā, dem Blitzenden svāhā, dem Donnernden svāhā, dem Losdonnernden svāhā, dem Regnenden svāhā, dem Herabregnenden svāhā, dem heftig Regnenden svāhā, dem rasch Regnenden svāhā, dem Aufziehenden [Wolke] svāhā, dem Aufgezogenen svāhā, dem Sprühenden svāhā, dem Nieselnden svāhā, den Sprühregen svāhā, den Rauschenden [Wassern] svāhā, dem Nebel svāhā.
Dem Agni svāhā, dem Soma svāhā, dem Indra svāhā, der Erde svāhā, dem Luftraum svāhā, dem Himmel svāhā, den Himmelsrichtungen svāhā, den Zwischenrichtungen svāhā, der weiten Richtung svāhā, der hierher gewandten Richtung svāhā.
Den Gestirnen svāhā, den zu den Gestirnen Gehörigen svāhā, Tag und Nacht svāhā, den Halbmonaten svāhā, den Monaten svāhā, den Jahreszeiten svāhā, den Erscheinungen der Jahreszeiten svāhā, dem Jahr svāhā, Himmel und Erde svāhā, dem Mond svāhā, der Sonne svāhā, den Strahlen svāhā, den Vasus svāhā, den Rudras svāhā, den Ādityas svāhā, den Maruts svāhā, den All-Göttern svāhā, den Wurzeln svāhā, den Zweigen svāhā, den Baumherren svāhā, den Blüten svāhā, den Früchten svāhā, den Pflanzen svāhā.
Wort für Wort
nakṣatrebhyaḥ
den Gestirnen (Dat.Pl.)
svāhā
svāhā (Ruf)
nakṣatriyebhyaḥ
den zu den Gestirnen Gehörigen (Dat.Pl.)
svāhā
svāhā (Ruf)
'horātrebhyaḥ
ahorātrebhyaḥ 'Tag und Nacht' (Dat.Pl., Sandhi-Elision)
Der Erde svāhā, dem Luftraum svāhā, dem Himmel svāhā, der Sonne svāhā, dem Mond svāhā, den Gestirnen svāhā, den Gewässern svāhā, den Pflanzen svāhā, den Baumherren svāhā, den Umherschwimmenden [Tieren] svāhā, den Beweglichen und Unbeweglichen svāhā, den Kriechtieren svāhā.
Dem Leben (asu) svāhā, dem Guten (vasu) svāhā, dem Weitreichenden svāhā, dem Vivasvant svāhā, dem Scharglanz svāhā, dem Scharherrn svāhā, dem Überwältiger svāhā, dem Oberherrn svāhā, der Kraft (śūṣa) svāhā, dem Dahinkriechenden svāhā, dem Mond svāhā, dem Licht svāhā, dem Dämmerungswandler svāhā, dem bei Tage Herrschenden svāhā.
Dem [Monat] Madhu svāhā, dem Mādhava svāhā, dem Śukra svāhā, dem Śuci svāhā, dem Nabhas svāhā, dem Nabhasya svāhā, der Labung (iṣ) svāhā, der Saftfülle (ūrj) svāhā, der Kraft (sahas) svāhā, dem Sahasya svāhā, der Glut (tapas) svāhā, dem Tapasya svāhā, dem Herrn der Bedrängnis (aṃhas) svāhā. [Anm.: Madhu bis Tapasya sind die zwölf vedischen Monatsnamen.]
Dem Kampfpreis (vāja) svāhā, dem Antrieb (prasava) svāhā, dem Wassergeborenen svāhā, der Einsicht (kratu) svāhā, dem Himmelslicht (svar) svāhā, dem Haupt svāhā, dem Durchdringenden svāhā, dem Letzten svāhā, dem letzten Weltlichen svāhā, dem Herrn der Welt svāhā, dem Oberherrn svāhā, dem Prajāpati svāhā.
Die Lebenszeit möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Einatem möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Ausatem möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Zwischenatem möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Aufatem möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Gleichatem möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Auge möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Gehör möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; die Rede möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Denksinn möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Selbst möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Gebet (brahman) möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Licht möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Himmelslicht möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; der Rücken möge sich durch das Opfer fügen - svāhā; das Opfer möge sich durch das Opfer fügen - svāhā.