Dich, die Süße, verbinde ich mit dem Süßen, die Scharfe mit dem Scharfen, die Unsterbliche mit dem Unsterblichen, die Honigreiche mit dem Honigreichen, mit dem Soma – du bist Soma; koche dich für die Aśvins, koche dich für Sarasvatī, koche dich für Indra, den guten Retter (Sutrāman).
Wort für Wort
svādvīṃ
die Süße (Akk.Sg.f., von svādu- 'süß')
tvā
dich (Akk.Sg.)
svādunā
mit dem Süßen (Instr.Sg.)
tīvrāṃ
die Scharfe (Akk.Sg.f.)
tīvreṇāmṛtāmamṛtena
tīvreṇa 'mit dem Scharfen' + amṛtām 'die Unsterbliche' + amṛtena 'mit dem Unsterblichen' → mit dem Scharfen, die Unsterbliche, mit dem Unsterblichen (Sandhi-Verschmelzung dreier Wörter)
madhumatīṃ
die Honigreiche (Akk.Sg.f.)
madhumatā
mit dem Honigreichen (Instr.Sg.)
sṛjāmi
ich verbinde/entlasse (1.Sg.Präs.)
saṃ
zusammen (Präverb zu sṛjāmi)
somena
mit Soma (Instr.Sg.)
somo'syaśvibhyāṃ
somaḥ 'Soma' + asi 'bist du' + aśvibhyām 'für die beiden Aśvins' → Soma bist du; für die Aśvins (Sandhi)
parīto ṣiñcatā sutaṃ somo ya uttamaṃ haviḥ dadhanvā yo naryo apsvantarā suṣāva somamadribhiḥ
Begießt ringsum den gepressten Soma, den Soma, der die höchste Opfergabe ist, der geflossen ist, den mannhaften, der inmitten der Wasser ist – der Priester hat den Soma mit den Presssteinen gepresst.
Wort für Wort
parīto
pari + ā + itaḥ/-o: ringsum, rings herum (Adv.)
ṣiñcatā
siñcata, begießt (Imperativ 2.Pl., retroflex nach vorausg. r)
sutaṃ
den gepressten (Akk.Sg.m., PPP von su-)
somo
somaḥ, den Soma (Akk.Sg., verkürzt)
ya
yaḥ, der (Rel.Pron. Nom.Sg.m.)
uttamaṃ
die höchste (Nom.Sg.n., zu haviḥ)
haviḥ
die Opfergabe (Nom.Sg.n.)
dadhanvā
dadhanvān, der geflossen ist (Perfektpartizip Nom.Sg.m. von dhanv- 'laufen, fließen')
yo
yaḥ, der (Rel.Pron.)
naryo
naryaḥ, der mannhafte (Nom.Sg.m.)
apsvantarā
apsu 'in den Wassern' + antarā 'inmitten' → inmitten der Wasser (Sandhi)
suṣāva
hat gepresst (Perfekt 3.Sg. von su-, Subjekt: der Priester)
somamadribhiḥ
somam 'den Soma' + adribhiḥ 'mit den Presssteinen' (bloße Sandhi-Verschmelzung)
Brahman und Kṣatra läutern sich, auch Glanz und Indra-Kraft; mit dem Rauschtrank ist der Soma, gepresst und hinzugepresst, zum Rausch bereitet. Mit dem hellen Glanzstoff speise, o Gott, die Gottheiten; mit dem Saft gib dem Opferer Speise.
Wort für Wort
brahma
das Brahman, die Priestermacht (Nom.Sg.n.)
kṣatraṃ
die Kṣatra-Macht, Herrschermacht (Nom.Sg.n.)
pavate
läutert sich (3.Sg.Präs.Med.)
teja
tejaḥ, Glanz (Nom.Sg.n., verkürzt)
indriyaṃ
die Indra-Kraft (Nom.Sg.n.)
surayā
mit dem Rauschtrank, der Surā (Instr.Sg.)
somaḥ
der Soma (Nom.Sg.)
suta
sutaḥ, gepresst (Nom.Sg.m., verkürzt)
āsuto
āsutaḥ, hinzugepresst (Nom.Sg.m.)
madāya
zum Rausch (Dat.Sg.)
śukreṇa
mit dem hellen Glanzstoff (Instr.Sg.)
deva
o Gott (Vok.Sg.)
devatāḥ
die Gottheiten (Akk.Pl.)
pipṛgdhi
speise, sättige (Imperativ 2.Sg. von pṛc- 'sättigen')
kuvidaṅga yavamanto yavaṃ cidyathā dāntyanupūrvaṃ viyūya ihehaiṣāṃ kṛṇuhi bhojanāni ye barhiṣo nama uktiṃ yajanti upayāmagṛhīto'syaśvibhyāṃ tvā sarasvatyai tvendrāya tvā sutrāmṇa eṣa te yonistejase tvā vīryāya tvā balāya tvā
Ob wohl, fürwahr, die Gerstenbesitzer, wie sie die Gerste verteilen, der Reihe nach verteilend essen – bereite hier und da diesen Speisen, die der Opferstreu die Verehrungsrede opfern. Mit dem Ergreifungsgefäß bist du ergriffen; dich für die Aśvins, dich für Sarasvatī, dich für Indra, den Sutrāman – dies ist dein Ursprungsort; dich für den Glanz, dich für die Manneskraft, dich für die Stärke.
Getrennt ist fürwahr für euch beide das von den Göttern Bestimmte, am Sitz Bereitete – vermischt euch nicht im höchsten Himmelsraum. Du, Surā, bist die Kraftvolle [?]; dies ist der Soma – verletze mich nicht, in deinen eigenen Schoß eingehend.
Wort für Wort
nānā
getrennt, verschieden (Adv.)
hi
fürwahr (Partikel)
vāṃ
für euch beide (Dat.Dual von yuvām)
devahitaṃ
deva 'Gott' + hita 'gesetzt' → das von den Göttern Bestimmte (Nom.Sg.n.)
sadaskṛtaṃ
sadas 'Sitz' + kṛta 'gemacht' → das am Sitz Bereitete (Nom.Sg.n.)
mā
nicht (Prohibitiv-Partikel, mit sṛkṣāthāṃ)
saṃ
zusammen (Präverb zu sṛkṣāthāṃ)
sṛkṣāthāṃ
vermischt euch (Injunktiv/Konj. 2.Dual, prohibitiv mit mā: 'vermischt euch nicht')
Mit dem Ergreifungsgefäß bist du ergriffen; du bist der Aśvin-Glanz, die Sarasvatī-Manneskraft, die Indra-Stärke – dies ist dein Ursprungsort; dich zur Freude, dich zur Wonne, dich zur Größe.
Wort für Wort
upayāmagṛhīto'syāśvinaṃ
upayāmagṛhītaḥ 'mit dem Ergreifungsgefäß ergriffen' + asi 'bist du' + āśvinam 'aśvinisch' (Sandhi)
Du bist Glanz – lege Glanz in mich. Du bist Manneskraft – lege Manneskraft in mich. Du bist Stärke – lege Stärke in mich. Du bist Vitalkraft – lege Vitalkraft in mich. Du bist Eifer – lege Eifer in mich. Du bist Übermacht – lege Übermacht in mich.
Die Kraft, die den Tiger, nach beiden Seiten schützend, sowohl den Wolf beschützt, den Falken, den befiederten Vogel und den Löwen – die möge diesen Opferer vor Bedrängnis schützen.
Wort für Wort
yā
die (Rel.Pron. Nom.Sg.f., bez. auf Kraft)
vyāghraṃ
den Tiger (Akk.Sg.)
viṣūcikobhau
viṣūcikā 'nach beiden Seiten (schützend)' + ubhau 'beide' (Sandhi)
Was der Sohn, hocherfreut saugend, der Mutter an Nahrung abgezehrt hat [Anm.: Bild vom Säugling, der die Mutter 'aussaugt'] – dafür werde ich nun, o Agni, schuldenfrei. Unverletzt seid, ihr beiden Eltern; mit mir seid ihr verbunden – verbindet mich mit Glück; seid getrennt – trennt mich vom Übel.
Die Götter dehnten das Opfer aus, als Heilmittel die beiden Ärzte, die Aśvins; mit der Rede ist Sarasvatī die Ärztin; sie beide verleihen Indra die Indra-Kräfte.
Die jungen Grasspitzen sind die Erscheinungsform der Weihe; die jungen Ähren sind die Erscheinungsform des Prāyaṇīya-Opfers; die Erscheinungsform des Somakaufs sind die gerösteten Körner; die Somastengel sind der Honig.
Der Milchbrei ist die Erscheinungsform des Gastempfangs; Nagnahu [Anm.: eine Pflanze oder Zutat, unsicher] ist die Erscheinungsform des Mahāvīra-Kessels; dies ist die Erscheinungsform der Upasad-Tage, der drei Nächte: die gebraute Surā.
Wort für Wort
ātithyarūpaṃ
ātithya 'Gastempfang' + rūpam 'Erscheinungsform' → die Erscheinungsform des Gastempfangs (Kompositum)
Die Erscheinungsform des gekauften Soma ist die ringsum vergossene Parisrut, die ringsherum ausgegossen wird; für die Aśvins ist es die gemolkene Milch als Heilmittel, für Indra das Indra-Getränk, durch Sarasvatī.
Wort für Wort
somasya
des Soma (Gen.Sg.)
rūpaṃ
Erscheinungsform (Nom.Sg.n.)
krītasya
des gekauften (Gen.Sg., PPP von krī-)
parisrutpari
parisrut 'die Parisrut (Trank)' + pari 'ringsum' (Sandhi)
Der Lehnstuhl ist die Erscheinungsform des Königsstuhls [?]; für den Altar der Krug, der Surā-Behälter; inmitten ist für den Nordaltar die Erscheinungsform: das Kārotara-Gefäß, der Arzt.
Durch den Altar wird der Altar vollendet, durch die Opferstreu die Opferstreu und die Indra-Kraft; durch den Opferpfahl wird der Opferpfahl vollendet; durch das vorangetragene Feuer wird das Feuer vollendet.
Der Havirdhāna-Wagenschuppen gehört den Aśvins; der Āgnīdhra-Schuppen gehört Sarasvatī; das Sadaskṛt, der Versammlungsschuppen, gehört Indra als Indra-Anteil; das Patnīśāla, das Gattinnenhaus, dem Gārhapatya-Feuer.
Wort für Wort
havirdhānaṃ
havis 'Opfergabe' + dhāna 'Behälter' → der Havirdhāna-Wagenschuppen (Nom.Sg.n., Kompositum)
Durch die Weisungen erlangt er die Weisungen, durch die Āprī-Lieder die Āprī-Verehrung des Opfers, durch die Vor-Opfer die Nach-Opfer, durch die Vaṣaṭ-Rufe die Opfergüsse.
Durch Opfertiere erlangt er Tiere, durch die Opferkuchen die Opfergaben, durch die Versmaße die Samidhenī-Verse, durch die Yājyā-Sprüche die Vaṣaṭ-Rufe.
Wort für Wort
paśubhiḥ
durch Opfertiere (Instr.Pl.)
paśūnāpnoti
paśūn 'Tiere' + āpnoti 'erlangt er' (Sandhi)
puroḍāśairhavīṃṣyā
puroḍāśaiḥ 'durch die Opferkuchen' + havīṃṣi 'die Opfergaben' (Sandhi)
Geröstete Körner sind der Brei, Mehlschrot ist das Umgestreute; Milch und Dickmilch, die Erscheinungsform des Soma ist die Frischkäse-Speise als Opfergabe, das Vājina-Getränk der Honig.
Die Erscheinungsform der gerösteten Körner ist die Kuvala-Frucht [?]; die Erscheinungsform des Umgestreuten sind die Weizenkörner; die Erscheinungsform des Mehlschrots ist die Brustbeere; die Upavāka-Körner sind die Erscheinungsform des Breis.
Die Gerstenkörner sind die Erscheinungsform der Milch; die Karkandhu-Früchte sind die Erscheinungsform der Dickmilch; das Vājina-Getränk ist die Erscheinungsform des Soma; die Frischkäse-Speise ist die Erscheinungsform des Soma-Gehörigen.
'Lasst hören!' – das sind die Stotriya-Verse; die Antwort ist die entsprechende Form; 'Opfere!' ist die Erscheinungsform der Dhāyyā-Verse; die Pragātha-Strophen sind die 'Ye-yajāmahe'-Formeln [?].
Mit Halbversen erlangt er die Erscheinungsform der Uktha-Lieder, mit einzelnen Wörtern die Erscheinungsform der Nivid-Sprüche, mit den Praṇava-Lauten die Erscheinungsform der Śastra-Rezitationen; mit Milch wird der Soma vollendet.
Wort für Wort
ardha
halb- (Kompositionsvorderglied zu ṛcaiḥ: 'Halbvers')
Den Aśvins gehört die Morgenpressung; durch Indra wird die Mittagspressung indraisch; den Allgöttern gehört durch Sarasvatī die dritte, die Abendpressung, vollendet.
Durch die Vāyu-Gefäße erlangt er die Vāyu-Anteile, durch das Sieb [?] die Droṇakalaśa-Kufe, durch die beiden Krüge die beiden Ambhṛṇa-Gefäße bei der Pressung, durch die Kochtöpfe erlangt er die Kochtöpfe.
Durch die Yajus-Formeln werden die Soma-Becher vollendet, durch die Becher die Preisgesänge und die Lobsprüche, durch die Versmaße die Uktha- und Śastra-Rezitationen, durch das Sāman wird das Schlussbad vollendet.
Wort für Wort
yajurbhirāpyante
yajurbhiḥ 'durch die Yajus-Formeln' + āpyante 'werden vollendet' (Sandhi)
grahā
grahāḥ, die Soma-Becher (Nom.Pl.)
grahai
grahaiḥ, durch die Becher (Instr.Pl., verkürzt)
stomāśca
stomāḥ 'die Preisgesänge' + ca 'und' (Sandhi)
viṣṭutīḥ
die Lobsprüche (Nom./Akk.Pl.)
chandobhirukthāśastrāṇi
chandobhiḥ 'durch die Versmaße' + ukthā-śastrāṇi 'die Uktha- und Śastra-Rezitationen' (Sandhi)
sāmnāvabhṛtha
sāmnā 'durch das Sāman' + avabhṛthaḥ 'das Schlussbad' (Sandhi, verkürzt)
Durch die Iḍā-Sprüche erlangt er die Ritual-Genüsse, durch das Sūktavāka die Segenswünsche, durch das Śaṃyu, den Schlusssegen, die Patnīsaṃyāja-Opfer der Gattin, durch das Samiṣṭayajus den rechten Abschluss.
Durch das Gelübde erlangt er die Weihe, durch die Weihe erlangt er den Opferlohn, durch den Opferlohn erlangt er den Glauben, durch den Glauben wird die Wahrheit erlangt.
Wort für Wort
vratena
durch das Gelübde (Instr.Sg.)
dīkṣāmāpnoti
dīkṣām 'die Weihe' + āpnoti 'erlangt er' (Sandhi)
dīkṣayā''pnoti
dīkṣayā 'durch die Weihe' + āpnoti 'erlangt er' (Sandhi)
dakṣiṇām
den Opferlohn (Akk.Sg.)
dakṣiṇā
durch den Opferlohn (Instr.Sg., verkürzt für dakṣiṇayā)
Soviel ist die Erscheinungsform des Opfers, was von den Göttern mit dem Brahman gemacht wurde – dies alles erlangt er, wenn beim Opfer die Sautrāmaṇī gepresst ist.
Wort für Wort
etāvadrūpaṃ
etāvat 'soviel' + rūpam 'Erscheinungsform' (Sandhi) → soviel ist die Erscheinungsform
yajñasya
des Opfers (Gen.Sg.)
yaddevairbrahmaṇā
yat 'was' + devaiḥ 'von den Göttern' + brahmaṇā 'mit dem Brahman' (Sandhi)
Das surāversehene, auf der Opferstreu sitzende, gutsöhnige Opfer treiben die büffelhaften Priester mit Verehrungen an; den Soma bei den Gottheiten im Himmel tragend, möchten wir, die Opferer, mit gutem Lobgesang Indra berauschen.
Wort für Wort
surāvantaṃ
das surāversehene (Akk.Sg.m., surā+vant)
barhiṣadaṃ
das auf der Opferstreu sitzende (Akk.Sg.m., barhis+sad)
suvīraṃ
das gutsöhnige (Akk.Sg.m., su+vīra)
yajñaṃ
Opfer (Akk.Sg.)
hinvanti
treiben an (3.Pl.Präs.)
mahiṣā
mahiṣāḥ, die büffelhaften (Priester) (Nom.Pl.m., verkürzt)
namobhiḥ
mit Verehrungen (Instr.Pl.)
dadhānāḥ
tragend (Part.Präs.Med. Nom.Pl.m. von dhā-)
somaṃ
Soma (Akk.Sg.)
divi
im Himmel (Lok.Sg.)
devatāsu
bei den Gottheiten (Lok.Pl.)
mademendraṃ
madema 'möchten wir berauschen' (Optativ 1.Pl.) + indram 'Indra' (Sandhi)
Dein Saft, der in den Pflanzen zusammengetragen ist, die Kraft des mit Surā gemischten, gepressten Soma – mit diesem Rausch belebe den Opferer, belebe Sarasvatī, die beiden Aśvins, Indra und Agni.
Den Soma, den die beiden Aśvins dem Dämon Namuci abgepresst haben, den Sarasvatī für die Indra-Kraft ausgepresst hat – diesen, den hellen, honigreichen Indu, den Soma, den König, lasse ich hier dich genießen.
Wort für Wort
yamaśvinā
yam 'den (Soma)' + aśvinā 'die beiden Aśvins' (Sandhi)
Was hier vom Saft des saftvollen, gepressten Soma klebengeblieben ist, was Indra mit seinen Kräften getrunken hat – das lasse ich mit gütigem Sinn diesen Soma, den König, hier dich genießen.
Wort für Wort
yadatra
yat 'was' + atra 'hier' (Sandhi)
riptaṃ
klebengeblieben (Nom.Sg.n., PPP)
rasinaḥ
des saftvollen (Gen.Sg.)
sutasya
des gepressten (Gen.Sg.)
yadindro
yat 'was' + indraḥ 'Indra' (Sandhi)
apibacchacībhiḥ
apibat 'getrunken hat' (3.Sg.Impf.) + śacībhiḥ 'mit seinen Kräften' (Sandhi)
Den Vätern, den svadhā-mächtigen, svadhā, Verehrung! Den Großvätern, den svadhā-mächtigen, svadhā, Verehrung! Den Urgroßvätern, den svadhā-mächtigen, svadhā, Verehrung! Die Väter haben gegessen, die Väter haben sich erfreut, die Väter haben sich gesättigt – Väter, reinigt euch!
Wort für Wort
pitṛbhyaḥ
den Vätern (Dat.Pl.)
svadhāyibhyaḥ
den svadhā-mächtigen (Dat.Pl.)
svadhā
svadhā (Opferformel, Ruf beim Totenopfer)
namaḥ
Verehrung! (Ausrufwort)
pitāmahebhyaḥ
den Großvätern (Dat.Pl.)
svadhāyibhyaḥ
den svadhā-mächtigen (Dat.Pl.)
svadhā
svadhā (Opferformel)
namaḥ
Verehrung!
prapitāmahebhyaḥ
den Urgroßvätern (Dat.Pl.)
svadhāyibhyaḥ
den svadhā-mächtigen (Dat.Pl.)
svadhā
svadhā (Opferformel)
namaḥ
Verehrung!
akṣan
haben gegessen (3.Pl.Aorist von aś- 'essen')
pitaro
pitaraḥ, die Väter (Nom.Pl.)
'mīmadanta
amīmadanta, haben sich erfreut (3.Pl.Aorist Med.)
pitaro
pitaraḥ, die Väter (Nom.Pl.)
'tītṛpanta
atītṛpanta, haben sich gesättigt (3.Pl.Aorist Med. von tṛp-)
Es mögen mich die somakundigen Väter reinigen, es mögen mich die Großväter reinigen, es mögen mich die Urgroßväter reinigen, mit dem hundertjährigen Läuterungssieb; es mögen mich die Großväter reinigen, es mögen mich die Urgroßväter reinigen mit dem hundertjährigen Läuterungssieb – auf dass ich das ganze Leben erlange.
Es mögen mich die göttlichen Geschlechter reinigen, es mögen mich mit dem Geist die Gedanken reinigen, es mögen mich alle Wesen reinigen – reinige mich, o Jātavedas.
Die allgöttliche, läuternde Göttin ist gekommen, in der diese vielen Körper mit erschlafftem Rücken [?] sind – durch sie uns erfreuend bei den gemeinsamen Festmählern, möchten wir Herren der Reichtümer sein.
dve sṛtī aśṛṇavaṃ pitṝṇāmahaṃ devānāmuta martyānām tābhyāmidaṃ viśvamejatsameti yadantarā pitaraṃ mātaraṃ ca
Zwei Wege habe ich vernommen, den der Väter und den der Götter und der Sterblichen; auf diesen beiden vereinigt sich alles Bewegliche, was zwischen Vater und Mutter ist.
Diese Opfergabe sei mir zur Fortpflanzung, zehn Helden-Söhne umfassend, die ganze Sippe umfassend, zum Heil; zum Gewinn des Selbst, zum Gewinn der Nachkommenschaft, zum Gewinn des Viehs, zum Gewinn der Welt, zum Gewinn der Furchtlosigkeit. Agni möge mir zahlreiche Nachkommenschaft schaffen; Speise, Milch, Samen legt in uns.
Wort für Wort
idaṃ
diese (Nom.Sg.n.)
haviḥ
Opfergabe (Nom.Sg.n.)
prajananaṃ
zur Fortpflanzung (Nom.Sg.n., Prädikatsnomen)
me
mir (Dat.Sg.)
astu
sei (Imperativ 3.Sg. von as-)
daśavīraṃ
zehn Helden-Söhne umfassend (Nom.Sg.n., daśa+vīra)
sarvagaṇaṃ
die ganze Sippe umfassend (Nom.Sg.n., sarva+gaṇa)
svastaye
zum Heil (Dat.Sg.)
ātmasani
zum Gewinn des Selbst (Dat.Sg., ātma+sani)
prajāsani
zum Gewinn der Nachkommenschaft (Dat.Sg.)
paśusani
zum Gewinn des Viehs (Dat.Sg.)
lokasanyabhayasani
lokasani 'zum Gewinn der Welt' + abhayasani 'zum Gewinn der Furchtlosigkeit' (Sandhi)
Auf mögen sich erheben die unteren, die oberen und die mittleren, die somakundigen Väter, die als sanfte [?] gegangen sind, die ordnungskundigen – sie mögen uns, die Väter, bei den Anrufungen beistehen.
Die Aṅgiras', unsere Väter, die Navagvas, die Atharvans, die Bhṛgus, die somakundigen – in deren Wohlwollen, der Opferwürdigen, möchten wir sein, in deren gesegneter guter Gesinnung.
Wort für Wort
aṅgiraso
aṅgirasaḥ, die Aṅgiras' (Nom.Pl., Eigenname)
naḥ
unsere (Gen.Pl.)
pitaro
pitaraḥ, Väter (Nom.Pl.)
navagvā
navagvāḥ, die Navagvas (Nom.Pl., Eigenname)
atharvāṇo
atharvāṇaḥ, die Atharvans (Nom.Pl., Eigenname)
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus (Nom.Pl., Eigenname)
somyāsaḥ
die somakundigen (Nom.Pl.)
teṣāṃ
deren (Gen.Pl.)
vayaṃ
wir (Nom.Pl.)
sumatau
im Wohlwollen (Lok.Sg.)
yajñiyānāmapi
yajñiyānām 'der Opferwürdigen' (Gen.Pl.) + api 'auch' (Sandhi)
Die unsere früheren, somakundigen Väter, die den Somatrank fortgeleitet haben, die Vortrefflichsten – mit ihnen möge Yama, sich mitfreuend, die Opfergaben, begehrend mit den Begehrenden, nach Belieben genießen.
tvaṃ soma pra cikito manīṣā tvaṃ rajiṣṭhamanu neṣi panthām tava praṇītī pitaro na indo deveṣu ratnamabhajanta dhīrāḥ
Du, o Soma, bist mit Einsicht kundig gemacht worden; du führst uns den geradesten Pfad entlang; unter deiner Führung, o Indu, haben die Väter, die Weisen, sich bei den Göttern des Kleinods teilhaftig gemacht.
Wort für Wort
tvaṃ
du (Nom.Sg.)
soma
o Soma (Vok.Sg.)
pra
(Präverb zu cikito)
cikito
cikitāḥ, kundig gemacht (Nom.Sg.m.)
manīṣā
mit Einsicht (Instr.Sg.)
tvaṃ
du (Nom.Sg.)
rajiṣṭhamanu
rajiṣṭham 'den geradesten' (Akk.Sg.m.) + anu 'entlang' (Sandhi)
Durch dich haben ja unsere früheren Väter, o läuternder Soma, die heiligen Werke vollbracht, die Weisen; siegreich, unwiderstehlich [?], die Umfriedung [?] der Wasser umhüllend – sei uns, o Freigebiger, gnädig mit Helden-Söhnen und Rossen.
Du, o Soma, mit den Vätern übereinstimmend, hast dich über Himmel und Erde ausgedehnt; dir wollen wir, o Indu, mit der Opfergabe dienen – wir möchten Herren der Reichtümer sein.
Wort für Wort
tvaṃ
du (Nom.Sg.)
soma
o Soma (Vok.Sg.)
pitṛbhiḥ
mit den Vätern (Instr.Pl.)
saṃvidāno'nu
saṃvidānaḥ 'übereinstimmend' (Nom.Sg.m., Part.) + anu 'entlang, über' (Sandhi)
barhiṣadaḥ pitara ūtya rvāgimā vo havyā cakṛmā juṣadhvam ta ā gatāvasā śantamenāthā naḥ śaṃ yorarapo dadhāta
Ihr auf der Opferstreu sitzenden Väter, kommt zum Beistand herbei; diese Opfergaben haben wir für euch bereitet – nehmt sie wohlgefällig an; kommt herbei mit heilsamstem Beistand, und gewährt uns dann Heil und Wohlfahrt, unversehrt.
Wort für Wort
barhiṣadaḥ
die auf der Opferstreu sitzenden (Vok.Pl.)
pitara
pitaraḥ, Väter (Vok.Pl., verkürzt)
ūtya
ūtaye 'zum Beistand' (Dat.Sg., Textform hier verkürzt) [?]
rvāgimā
wohl verschrieben für 'ā gata imā', 'kommt herbei; diese' [?] (Textform unsicher)
vo
für euch (Dat.Pl. von yūyam)
havyā
havyāni, Opfergaben (Akk.Pl.n., verkürzt)
cakṛmā
cakṛma, haben wir bereitet (1.Pl.Perfekt, verkürzt)
ā'haṃ pitṝntsuvidatrāṃ2 avitsi napātaṃ ca vikramaṇaṃ ca viṣṇoḥ barhiṣado ye svadhayā sutasya bhajanta pitvasta ihāgamiṣṭhāḥ
Ich habe die leicht zu findenden [?] Väter erlangt, und den Enkel [?] und den Schritt des Viṣṇu; die auf der Opferstreu Sitzenden, die mit svadhā am gepressten Soma, an der Speise teilhaben – sie mögen am liebsten hierherkommen.
upahūtāḥ pitaraḥ somyāso barhiṣyeṣu nidhiṣu priyeṣu ta ā gamantu ta iha śruvantvadhi bruvantu te'vantvasmān
Herbeigerufen sind die somakundigen Väter zu den auf der Opferstreu bereiteten, lieben Niederlegungen der Opfergaben; sie mögen herkommen, sie mögen hier hören, mögen uns zusprechen, mögen uns beistehen.
Herkommen mögen zu uns die somakundigen, feuergeläuterten [Anm.: agniṣvātta, 'durch Feuer wohlschmeckend gemacht'] Väter auf den Götterwegen; bei diesem Opfer sich mit svadhā erfreuend, mögen sie uns zusprechen, mögen uns beistehen.
Ihr feuergeläuterten Väter, kommt hierher; setzt euch, gut geleitet, an jeden Sitz; esst die auf der Opferstreu dargereichten Opfergaben; dann verleiht uns Reichtum mit allen Helden-Söhnen.
Wort für Wort
agniṣvāttāḥ
die feuergeläuterten (Vok.Pl.)
pitara
pitaraḥ, Väter (Vok.Pl., verkürzt)
eha
iha 'hierher' (Adv., Lautvariante)
gacchata
kommt (Imperativ 2.Pl.)
sadaḥ
an jeden Sitz (Akk.Sg.n., distributiv)
–
(Bindestrich, kennzeichnet die Wiederholung 'sadaḥ - sadaḥ' = 'an jeden Sitz')
sadaḥ
an jeden Sitz (Akk.Sg.n., Wiederholung)
sadata
setzt euch (Imperativ 2.Pl.)
supraṇītayaḥ
gut geleitet (Nom.Pl.m.)
attā
eßt (Imperativ 2.Pl., verkürzt für atta)
havīṃṣi
die Opfergaben (Akk.Pl.n.)
prayatāni
dargereichten (Akk.Pl.n.)
barhiṣyathā
barhiṣi 'auf der Opferstreu' (Lok.Sg.) + atha 'dann' (Sandhi)
ye agniṣvāttā ye anagniṣvāttā madhye divaḥ svadhayā mādayante tebhyaḥ svarāḍasunītimetāṃ yathāvaśaṃ tanvaṃ kalpayāti
Die feuergeläuterten und die nicht feuergeläuterten Väter, die inmitten des Himmels sich mit svadhā erfreuen – ihnen möge der Svarāj (Selbstherrscher) dieses Lebensgeleit nach Belieben zu einem neuen Körper gestalten.
Wort für Wort
ye
die (Rel.Pron. Nom.Pl.m.)
agniṣvāttā
agniṣvāttāḥ, die feuergeläuterten (Nom.Pl., verkürzt)
ye
die (Rel.Pron. Nom.Pl.m.)
anagniṣvāttā
anagniṣvāttāḥ, die nicht feuergeläuterten (Nom.Pl., verkürzt)
agniṣvāttānṛtumato havāmahe nārāśaṃse somapīthaṃ ya āśuḥ te no viprāsaḥ suhavā bhavantu vayaṃ syāma patayo rayīṇām
Die feuergeläuterten, jahreszeitengerechten Väter rufen wir an, beim Nārāśaṃsa-Spruch, die eifrig zum Somatrank kommen; sie, die redekundigen, mögen uns leicht zu rufen sein – wir möchten Herren der Reichtümer sein.
Das Knie beugend [?], zur rechten Seite euch niedersetzend, sprecht ihr alle zu diesem Opfer zu; verletzt uns nicht, o Väter, in irgendeiner Weise, wenn wir euch ein Unrecht aus menschlicher Unzulänglichkeit angetan haben.
āsīnāso aruṇīnāmupasthe rayiṃ dhatta dāśuṣe martyāya putrebhyaḥ pitarastasya vasvaḥ pra yacchata ta ihorjaṃ dadhāta
Sitzend im Schoß der rötlichen Flammen [?], gewährt Reichtum dem opferspendenden Sterblichen; den Söhnen gebt, ihr Väter, von diesem Gut, gebt hier Kraft.
Welchen Reichtum du, o Agni, Opferspeise-Fahrender, uns zudenkst – diesen mache uns mit Lobreden ruhmvoll, ihn, den bei den Göttern zu preisenden Genossen.
Der Agni, der Opferspeise-Fahrer, der die Ordnung Mehrende, möge den Vätern opfern; er möge fürwahr die Opfergaben ankündigen, sowohl den Göttern als auch den Vätern.
tvamagna īḍitaḥ kavyavāhanāvāḍḍhavyāni surabhīṇi kṛtvī prādāḥ pitṛbhyaḥ svadhayā te akṣannaddhi tvaṃ deva prayatā havīṃṣi
Du, o Agni, gepriesener Opferspeise-Fahrer, hast, nachdem du die Opfergaben wohlriechend gemacht hast, sie herbeigeführt; du hast sie den Vätern mit svadhā übergeben; sie haben sie gegessen – iss auch du, o Gott, die dargereichten Opfergaben.
ye ceha pitaro ye ca neha yāṃśca vidma yāṃ2 u ca na pravidma tvaṃ vettha yati te jātavedaḥ svadhābhiryajñaṃ sukṛtaṃ juṣasva
Die Väter, die hier sind, und die nicht hier sind, die wir kennen, und die wir nicht kennen – du weißt, wie viele es sind, o Jātavedas; nimm mit den svadhā-Rufen das wohlgetane Opfer wohlgefällig an.
Wort für Wort
ye
die (Rel.Pron. Nom.Pl.m.)
ceha
ca 'und' + iha 'hier' (Sandhi)
pitaro
pitaraḥ, Väter (Nom.Pl.)
ye
die (Rel.Pron. Nom.Pl.m.)
ca
und (Konj.)
neha
na 'nicht' + iha 'hier' (Sandhi)
yāṃśca
yān 'die (wir kennen)' + ca 'und' (Sandhi)
vidma
wir kennen (1.Pl.Präs. von vid-)
yāṃ2
yān, die (Akk.Pl.m., Ziffer=Fußnotenmarke)
u
fürwahr, auch (Partikel)
ca
und (Konj.)
na
nicht (Negation)
pravidma
wir kennen genau (1.Pl.Präs.)
tvaṃ
du (Nom.Sg.)
vettha
weißt (2.Sg.Perfekt von vid-)
yati
wie viele (Zahladverb)
te
sie (Nom.Pl.m., Bezug: Väter)
jātavedaḥ
o Jātavedas (Vok.Sg.)
svadhābhiryajñaṃ
svadhābhiḥ 'mit den svadhā-Rufen' + yajñam 'das Opfer' (Sandhi)
idaṃ pitṛbhyo namo astvadya ye pūrvāso ya uparāsa īyuḥ ye pārthive rajasyā niṣattā ye vā nūnaṃ suvṛjanāsu vikṣu
Dies sei heute Verehrung den Vätern, den früheren und den späteren, die gegangen sind, die im irdischen Luftraum sich niedergelassen haben, oder die jetzt unter den gutumschlossenen Volksstämmen sind.
Und wie unsere früheren, uralten Väter, o Agni, die Ordnung eilig erlangten, rein an sie herantretend [?], im Erkenntnisstreben, Lobsprüche verkündend – so haben sie, den Erdboden spaltend, die rötlichen Kühe [?] freigelegt.
uśantastvā ni dhīmahyuśantaḥ samidhīmahi uśannuśata ā vaha pitṝn haviṣe attave
Begehrend wollen wir dich niedersetzen, begehrend wollen wir dich entzünden; begehrend fahre die Begehrenden, die Väter, zur Opfergabe her, damit sie essen.
Soma, der König, gepresst, unsterblich, hat mit dem Ṛjīṣa den Tod verlassen; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Aus den Wassern hat der Kruṅ [Anm.: ein Vogel, wohl Kranich oder Reiher] [?], der Aṅgiras, mit Weisheit die Milch herausgetrunken; durch die Ordnung ist sie Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Den Soma hat aus den Wassern der im Lichten weilende Schwan mit dem Versmaß herausgetrunken; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Wort für Wort
somamadbhyo
somam 'den Soma' + adbhyaḥ 'aus den Wassern' (Sandhi)
vyapibacchandasā
vyapibat 'hat herausgetrunken' + chandasā 'mit dem Versmaß' (Sandhi)
Aus der Speise, dem Parisrut-Trank, hat mit dem Brahman Prajāpati den Saft, das Kṣatra, die Milch, den Soma herausgetrunken; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Wort für Wort
annātparisruto
annāt 'aus der Speise' + parisrutaḥ 'des Parisrut-Tranks' (Sandhi)
Der Same gibt beim Eintreten in den Schoß den Harnanteil [?] auf; der von der Nachgeburtshaut umhüllte Embryo gibt bei der Geburt die Fruchthülle auf; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Nachdem er sie gesehen hatte, unterschied Prajāpati die beiden Formen, Wahrheit und Unwahrheit; Unglauben legte Prajāpati in die Unwahrheit, Glauben in die Wahrheit; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Mit dem Wissen hat Prajāpati die beiden Formen, das Gepresste und das Zugepresste, herausgetrunken; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Wort für Wort
vedena
mit dem Wissen (Instr.Sg.)
rūpe
die beiden Formen (Akk.Dual)
vyapibat
hat herausgetrunken (3.Sg.Impf.)
sutāsutau
das Gepresste und das Zugepresste (Akk.Dual, Kompositum)
Nachdem er ihn gesehen hatte, hat Prajāpati mit dem Hellen den Saft des Parisrut, den hellen, die Milch, den Soma herausgetrunken; durch die Ordnung ist er Wahrheit, Indra-Kraft, ausgetrunken, hell an Somatrank – dies ist die Indra-Kraft Indras, diese Milch, Unsterblichkeit, Honig.
Mit Blei als Webgewicht [?] weben die einsichtsvollen Weisen mit dem Geist das Gewebe, mit dem Wollfaden; die Aśvins weben das Opfer, Savitṛ und Sarasvatī weben es, Varuṇa webt heilkundig die Erscheinungsform Indras.
Wort für Wort
sīsena
mit Blei als Webgewicht [?] (Instr.Sg.)
tantraṃ
das Gewebe (Akk.Sg.n.)
manasā
mit dem Geist (Instr.Sg.)
manīṣiṇa
manīṣiṇaḥ, die einsichtsvollen (Nom.Pl.m., verkürzt)
Diese seine unsterbliche Gestalt haben mit ihren Kräften drei Gottheiten, sich dabei vereinend, geschaffen; die Haare wurden mit den Grasspitzen gebildet, vielfach wie mit jungen Ähren; seine Haut, sein Fleisch entstanden wie aus gerösteten Körnern.
Wort für Wort
tadasya
tat 'diese' + asya 'seine' (Sandhi)
rūpamamṛtaṃ
rūpam 'Gestalt' + amṛtam 'unsterbliche' (Sandhi)
śacībhistasro
śacībhiḥ 'mit ihren Kräften' + tisraḥ 'drei' (Sandhi)
Dies weben die beiden Aśvins, die Ärzte, auf Rudras Bahn wandelnd; Sarasvatī webt die innere Verzierung; Knochen und Mark weben sie mit Milchbrei, mit dem Kārotara-Gefäß, das sie an der Haut der Kühe anbringen [?].
Wort für Wort
tadaśvinā
tat 'dies' + aśvinā 'die beiden Aśvins' (Sandhi)
bhiṣajā
die beiden Ärzte (Nom.Dual)
rudravartanī
auf Rudras Bahn wandelnd (Nom.Dual, Kompositum)
sarasvatī
Sarasvatī (Nom.Sg.)
vayati
webt (3.Sg.Präs.)
peśo
peśaḥ, die Verzierung (Akk.Sg.n.)
antaram
die innere (Akk.Sg.n.)
asthi
Knochen (Akk.Sg.n.)
majjānaṃ
Mark (Akk.Sg.)
māsaraiḥ
mit Milchbrei (Instr.Pl.)
kārotareṇa
mit dem Kārotara-Gefäß (Instr.Sg.)
dadhato
dadhataḥ, sie anbringend (Nom.Pl.m., verkürzt) [?]
sarasvatī manasā peśalaṃ vasu nāsatyābhyāṃ vayati darśataṃ vapuḥ rasaṃ parisrutā na rohitaṃ nagnahurdhīrastasaraṃ na vema
Sarasvatī webt mit Geist das kunstvolle Gut, mit den beiden Nāsatyas die schöne Gestalt; den Saft webt sie wie mit dem Parisrut-Trank das Rote, wie der Kluge mit Nagnahu-Farbstoff das Schiffchen beim Weben.
Wort für Wort
sarasvatī
Sarasvatī (Nom.Sg.)
manasā
mit Geist (Instr.Sg.)
peśalaṃ
das kunstvolle (Akk.Sg.n.)
vasu
Gut (Akk.Sg.n.)
nāsatyābhyāṃ
mit den beiden Nāsatyas (Instr.Dual, Aśvin-Beiname)
Mit Milch schufen sie das Helle, Unsterbliche, das Erzeugende; mit Surā erzeugten sie aus dem Harn den Samen; die Unbedachtsamkeit, den bösen Sinn abwehrend, hielten sie den Uvadhya-Unrat, den Blähungswind, das Geblüt [?] fern von hier.
Indra, der gute Retter, schuf mit dem Herzen die Wahrheit; mit dem Opferkuchen erzeugte Savitṛ die Leber; die Lunge, indem Varuṇa heilkundig wirkte; die beiden Nieren – mit den Vāyu-Anteilen mindert er nicht die Galle.
Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom.Sg.)
sutrāmā
der gute Retter (Nom.Sg.m., Beiname)
hṛdayena
mit dem Herzen (Instr.Sg.)
satyaṃ
die Wahrheit (Akk.Sg.n.)
puroḍāśena
mit dem Opferkuchen (Instr.Sg.)
savitā
Savitṛ (Nom.Sg.)
jajāna
schuf (3.Sg.Perfekt von jan-)
yakṛt
die Leber (Akk.Sg.n.)
klomānaṃ
die Lunge (Akk.Sg.)
varuṇo
varuṇaḥ, Varuṇa (Nom.Sg.)
bhiṣajyan
heilkundig wirkend (Part.Präs. Nom.Sg.m.)
matasne
die beiden Nieren (Akk.Dual)
vāyavyairna
vāyavyaiḥ 'mit den Vāyu-Anteilen' + na 'nicht' (Sandhi)
āntrāṇi sthālīrmadhu pinvamānā gudāḥ pātrāṇi sudughā na dhenuḥ śyenasya patraṃ na plīhā śacībhirāsandī nābhirudaraṃ na mātā
Die Gedärme sind wie Kochtöpfe, Honig aufschwellend spendend; die Eingeweide sind wie Gefäße, wie eine gutmelkende Kuh; wie die Feder des Falken ist die Milz, durch ihre Kräfte; wie ein Lehnstuhl ist der Nabel; wie eine Mutter ist der Bauch.
Der Krug [Anm.: Bild für ein Körperorgan im Beckenbereich] ist der Vaniṣṭhu [?], der Erzeuger durch seine Kräfte, in dem zuerst im Schoß der Keim ist, noch innen; das Plāśi [?] ist sichtbar geworden, hundertströmig wie eine Quelle; wie die Krughüterin melkt sie svadhā für die Väter.
mukhaṃ sadasya śira it satena jihvā pavitramaśvināsantsarasvatī cappaṃ na pāyurbhiṣagasya vālo vastirna śepo harasā tarasvī
Der Mund ist der Sitz, das Haupt fürwahr ist durch das Sieb [?]; die Zunge ist das Läuterungssieb; die beiden Aśvins waren dabei; Sarasvatī bildete wie den Cappa [?]; wie der Cappa ist der After; der Arzt-Priester bildete das Barthaar; wie die Harnblase ist das Glied, eilig durch Glut [?].
Durch die Aśvins, durch die beiden Soma-Becher wurde das unsterbliche Auge geschaffen; durch den Ziegenbock, durch die gekochte Opfergabe der Glanz; die Wimpern wurden mit Weizenkörnern und Kuvala-Früchten gebildet; wie ein Schmuck kleiden sie sich in Hell und Dunkel.
Wie ein Schaf, ein Widder, ist an der Nase gebildet zur Manneskraft; der unsterbliche Pfad des Atems ist durch die beiden Soma-Becher; Sarasvatī schuf mit Upavāka-Körnern den Zwischenatem; die Nasenlöcher erzeugte sie, wie Opferstreu, mit Brustbeeren.
Die Erscheinungsform Indras ist der Stier, zur Stärke; durch die beiden Ohren das unsterbliche Gehör, durch die beiden Soma-Becher; wie Gerste bilden die Barthaare an der Braue die Wimpern [?]; die Karkandhu-Frucht entstand als der Honig, der Bienenhonig, aus dem Mund.
ātmannupasthe na vṛkasya loma mukhe śmaśrūṇi na vyāghraloma keśā na śīrṣanyaśase śriyai śikhā siṃhasya loma tviṣirindriyāṇi
Im Schoß des Selbst ist es wie das Haar des Wolfes; im Gesicht sind die Barthaare wie das Fell des Tigers; am Haupt sind die Haare zu Ruhm und zu Glanz wie der Schopf; wie das Fell des Löwen sind der Glanz und die Indra-Kräfte.
Wort für Wort
ātmannupasthe
ātmani 'im Selbst' + upasthe 'im Schoß' (Sandhi)
na
wie (Vergleichspartikel)
vṛkasya
des Wolfes (Gen.Sg.)
loma
das Haar (Nom.Sg.n.)
mukhe
im Gesicht (Lok.Sg.)
śmaśrūṇi
die Barthaare (Nom.Pl.n.)
na
wie (Vergleichspartikel)
vyāghraloma
das Fell des Tigers (Nom.Sg.n., Kompositum vyāghra+loman)
Die Glieder am Selbst bildeten die beiden Ärzte, die Aśvins; das Selbst mit den Gliedern vereinigte Sarasvatī; die Erscheinungsform Indras, das hundertfach gemessene Leben, verlieh mit dem Mond das unsterbliche Licht.
Wort für Wort
aṅgānyātman
aṅgāni 'die Glieder' + ātman 'am Selbst' (Sandhi)
bhiṣajā
die beiden Ärzte (Nom.Dual)
tadaśvinātmānamaṅgaiḥ
tat 'dies' + aśvinā 'die beiden Aśvins' + ātmānam 'das Selbst' + aṅgaiḥ 'mit den Gliedern' (Sandhi)
Sarasvatī trägt im Schoß den Keim, den innerlichen, durch die Aśvins, wie die wohltätige Gattin; mit dem Saft der Wasser, wie Varuṇa mit dem Sāman, erzeugt der König Indra im Wasser zum Glanz.
Der Glanz des Viehs ist die Opfergabe, indra-kraft-versehen; mit dem Parisrut-Trank, mit Milch vermischt, ist der Bienenhonig; durch die Aśvins, die Ärzte, ist er gemolken; durch Sarasvatī, durch das Gepresste und Zugepresste ist er unsterblich – der Soma, der Indu.