Die Kühe sind gekommen und haben Glück gebracht; im Stall sollen sie sich niederlassen und sich bei uns wohlfühlen. Reich an Nachwuchs, vielgestaltig sollen sie hier sein, die vielen, die für Indra Morgen für Morgen gemolken werden.
indro yajvane gṛṇate ca śikṣata uped dadāti na svaṃ muṣāyati bhūyobhūyo rayim id asya vardhayann abhinne khilye ni dadhāti devayum
Indra steht dem Opfernden und dem Lobsänger bei; er gibt hinzu, er stiehlt nicht das Eigene; immer mehr mehrt er dessen Reichtum und setzt den Gottergebenen auf ungeteiltem Weideland ein.
Wort für Wort
indro
Indra (Nom.Sg.)
yajvane
dem Opfernden (Dat.Sg.)
gṛṇate
dem Lobsänger (Dat.Sg.)
ca
und
śikṣata
steht bei (3.Sg.Präs.Med.)
uped
hinzu (Partikel)
dadāti
er gibt (3.Sg.Präs.)
na
nicht
svaṃ
das Eigene (Akk.Sg.)
muṣāyati
stiehlt (3.Sg.Präs.)
bhūyobhūyo
bhūyaḥ 'mehr' + bhūyaḥ 'mehr' (Reduplikation) → immer mehr
na tā naśanti na dabhāti taskaro nāsām āmitro vyathir ā dadharṣati devāṃś ca yābhir yajate dadāti ca jyog it tābhiḥ sacate gopatiḥ saha
Diese Kühe gehen nicht verloren, kein Dieb schädigt sie, kein feindlicher Unglücksbringer bedrängt sie; mit ihnen opfert er den Göttern und gibt Gaben – lange bleibt der Herr der Kühe mit ihnen zusammen.
na tā arvā reṇukakāṭo 'śnute na saṃskṛtatram upa yanti tā abhi urugāyam abhayaṃ tasya tā anu gāvo martasya vi caranti yajvanaḥ
Kein staubaufwirbelndes Ross erreicht sie [Anm.: „reṇukakāṭaḥ" unsicher, evtl. Bild für einen Verfolger], sie geraten nicht in die Falle [Anm.: „saṃskṛtatram" unsicher, auch als „Opfer-/Schlachtstätte" gedeutet] – dem Weitschreitenden gehört ihre Sicherheit; ihm, dem opfernden Sterblichen, folgend weiden die Kühe ringsum.
Kühe sind Glück (Bhaga), Kühe sind für mich Indra, wonach ich verlange; Kühe sind der erste Trank des Soma. Diese Kühe hier, ihr Leute, sind Indra – mit Herz und Sinn begehre ich Indra.
Ihr Kühe macht selbst den Mageren fett, den Unansehnlichen macht ihr wohlgestaltet; ein gutes Haus schafft ihr, ihr mit der guten Stimme – groß wird euer Ansehen in den Versammlungen genannt.
Wort für Wort
yūyaṃ
ihr (Nom.Pl.)
gāvo
Kühe (Vok.Pl.)
medayatha
macht fett (2.Pl.Präs.)
kṛśaṃ
den Mageren (Akk.Sg.)
cid
selbst (Partikel)
aśrīraṃ
den Unansehnlichen (Akk.Sg.)
cit
selbst (Partikel)
kṛṇuthā
macht (2.Pl.Präs.)
supratīkam
wohlgestaltet (Akk.Sg.)
bhadraṃ
gutes (Akk.Sg.)
gṛhaṃ
Haus (Akk.Sg.)
kṛṇutha
schafft (2.Pl.Präs.)
bhadravāco
bhadra 'gut' + vācaḥ 'Stimme' → mit der guten Stimme (Vok.Pl.)
prajāvatīḥ sūyavase ruśantīḥ śuddhā apaḥ suprapāṇe pibantīḥ mā va stena īśata māghaśaṃsaḥ pari vo rudrasya hetir vṛṇaktu
Reich an Nachwuchs, weiß glänzend auf guter Weide, reines Wasser trinkend an guter Tränke – nicht soll der Dieb über euch Macht haben, noch der Übelwünschende; Rudras Geschoss möge euch verschonen.
Wort für Wort
prajāvatīḥ
reich an Nachwuchs (Nom.Pl.)
sūyavase
auf guter Weide (Lok.Sg.)
ruśantīḥ
weiß glänzend (Nom.Pl.Ptz.)
śuddhā
reines (Akk.Sg.)
apaḥ
Wasser (Akk.Sg.)
suprapāṇe
su 'gut' + prapāṇe 'an der Tränke' → an guter Tränke (Lok.Sg.)
pibantīḥ
trinkend (Nom.Pl.Ptz.)
mā
nicht (Prohibitiv)
va
über euch (Akk.Pl.)
stena
der Dieb (Nom.Sg.)
īśata
soll Macht haben (3.Sg.Impv.Med.)
māghaśaṃsaḥ
mā 'nicht' + agha 'Übel' + śaṃsaḥ 'wünschend' → noch der Übelwünschende (Nom.Sg.)