brahma jajñānaṃ prathamaṃ purastād vi sīmataḥ suruco vena āvaḥ sa budhnyā upamā asya viṣṭhāḥ sataś ca yonim asataś ca vi vaḥ
Das Brahma (die heilige Urmacht), zuerst geboren, im Vorderen, jenseits der Grenze [Anm.: sīmataḥ, Bedeutung unsicher], der Seher Vena, der Schönleuchtende, enthüllte es. Er deckte dessen tiefste, höchste Standorte auf, die Wurzel des Seienden und die des Nichtseienden.
Diese väterliche Herrschaft trete voran, für die erste Geburt, in den Welten fest gegründet; für sie mögen sie diesen schönleuchtenden, gewundenen [Anm.: hvāram/ahyam – Wortbedeutung unsicher, evtl. 'schlangenhaft'] Gharma-Trank bereiten, zur ersten Labung.
Wort für Wort
iyaṃ
diese (Nom.Sg.f.)
pitryā
väterliche (Nom.Sg.f.Adj.)
rāṣṭry
Herrschaft (Nom.Sg.)
etv
trete voran! (3.Sg.Impv.)
agre
vorn (Adv.)
prathamāya
für die erste (Dat.Sg.)
januṣe
Geburt (Dat.Sg.)
bhuvaneṣṭhāḥ
bhuvana 'Welt' + stha (zu sthā- 'stehen') → in den Welten fest gegründet (Nom.Sg.f.)
pra yo jajñe vidvān asya bandhur viśvā devānāṃ janimā vivakti brahma brahmaṇa uj jabhāra madhyān nicair uccaiḥ svadhā abhi pra tasthau
Der, welcher wissend hervortrat, sein Verwandter, verkündet alle Geburten der Götter; er hob das heilige Wort aus dem heiligen Wort empor [Anm.: Wortspiel – das Brahma bringt das Brahma aus sich selbst hervor], aus der Mitte nieder und hinauf; aus eigener Kraft trat er hervor.
sa hi vidaḥ sa pṛthivyā ṛtasthā mahī kṣemaṃ rodasī askabhāyat mahān mahī askabhāyad vi jāto dyāṃ sadma pārthivaṃ ca rajaḥ
Denn er ist der Wissende, er steht in der Wahrheit fest auf der Erde; die große Erde, den Himmel stützte er auseinander zum sicheren Bestand; der Große, groß geboren, stützte den Himmel und die irdische Stätte und den Luftraum auseinander.
sa bhudhnyād āṣṭra januṣo 'bhy agram bṛhaspatir devatā tasya samrāṭ ahar yac chukraṃ jyotiṣo janiṣṭātha dyumanto vi vasantu viprāḥ
Er trieb aus der Tiefe [Anm.: sa budhnyād āṣṭra... – Wortlaut und Bedeutung dieser Zeile sind philologisch stark umstritten, hier sinngemäß wiedergegeben] empor an die Spitze der Geburt; Bṛhaspati ist seine Gottheit, sein Herrscher; als der lichte Tag aus dem Licht geboren wurde, da mögen die glanzvollen Seher ringsum leuchten.
nūnaṃ tad asya kāvyo hinoti maho devasya pūrvyasya dhāma eṣa jajñe bahubhiḥ sākam itthā pūrve ardhe viṣite sasan nu
Jetzt treibt ihn die Dichterweisheit dieses großen, uralten Gottes zu seiner Stätte an; er wurde mit vielen zugleich so geboren, in der vorderen Hälfte, in der gelösten Welt, nun schlummernd [Anm.: dieser Vers gilt als einer der dunkelsten der Saṃhitā; Einzelheiten der Übersetzung bleiben unsicher].
yo 'tharvāṇaṃ pitaraṃ devabandhuṃ bṛhaspatiṃ namasāva ca gachāt tvaṃ viśveṣāṃ janitā yathāsaḥ kavir devo na dabhāyat svadhāvān
Wer sich mit Verehrung dem Atharvan-Vater, dem Götterverwandten Bṛhaspati nähert – du sollst der Erzeuger von allem sein; wie der Dichter, der Gott, machtvoll aus eigener Kraft, nicht täuscht.
Wort für Wort
yo
wer (Nom.Sg.)
'tharvāṇaṃ
dem Atharvan (Akk.Sg.)
pitaraṃ
Vater (Akk.Sg.)
devabandhuṃ
deva 'Gott' + bandhu 'Verwandter' → den Götterverwandten (Akk.Sg.)