brahmāsya śīrṣaṃ bṛhad asya pṛṣṭhaṃ vāmadevyam udaram odanasya chandāṃsi pakṣau mukham asya satyaṃ viṣṭārī jātas tapaso'dhi yajñaḥ
Das Brahman (heilige Wort) ist sein Haupt, das Bṛhad-Sāman sein Rücken, das Vāmadevya der Bauch des Odana (Reisbrei); die Versmaße sind seine Flügel, die Wahrheit sein Mund; der Ausgebreitete ist geboren, aus der Glut(-askese) das Opfer.
Wort für Wort
brahmāsya
brahma 'das Brahman' + asya 'sein' → das Brahman ist sein (Nom.Sg.+Gen.Sg.)
śīrṣaṃ
Haupt (Nom.Sg.)
bṛhad
das Bṛhad-Sāman (Nom.Sg.)
asya
sein (Gen.Sg.)
pṛṣṭhaṃ
Rücken (Nom.Sg.)
vāmadevyam
das Vāmadevya-Sāman (Nom.Sg.)
udaram
Bauch (Nom.Sg.)
odanasya
des Odana/Reisbreis (Gen.Sg.)
chandāṃsi
die Versmaße (Nom.Pl.)
pakṣau
Flügel (Nom.Du.)
mukham
Mund (Nom.Sg.)
asya
sein (Gen.Sg.)
satyaṃ
die Wahrheit (Nom.Sg.)
viṣṭārī
der Ausgebreitete (Nom.Sg.)
jātas
geboren (Nom.Sg.)
tapaso'dhi
tapasaḥ 'aus der Glut' + adhi 'darauf/aus' → aus der Glut (Abl.Sg.+Präp.)
anasthāḥ pūtāḥ pavanena śuddhāḥ śucayaḥ śucim api yanti lokam naiṣāṃ śiśnaṃ pra dahati jātavedāḥ svarge loke bahu straiṇam eṣām
Ohne Gebein, gereinigt durch den Wind, geläutert, rein gehen sie in die reine Welt ein; ihr Glied verbrennt der Jātavedas nicht; in der Himmelswelt ist ihnen viel Weibliches zuteil. [Anm.: Wer mit den „Gebeinlosen" gemeint ist, ist umstritten – vermutlich früh Verstorbene oder Fehlgeburten.]
Die den ausgebreiteten Odana kochen, denen begleitet niemals Unheil; Yama ehrt sie, sie gehen zu den Göttern, sie berauschen sich mit den somaverwandten Gandharvas. [Anm.: Satzbau der zweiten Vershälfte unsicher; Subjekt von „āste"/„upa yāti" nicht eindeutig.]
viṣṭāriṇam odanam ye pacanti nainān yamaḥ pari muṣṇāti retaḥ rathī ha bhūtvā rathayāna īyate pakṣī ha bhūtvāti divaḥ sam eti
Die den ausgebreiteten Odana kochen, denen raubt Yama nicht den Samen; als Wagenlenker fährt er dahin auf dem Wagen, als Vogel fliegt er über den Himmel hinweg.
Wort für Wort
viṣṭāriṇam
den ausgebreiteten (Akk.Sg.)
odanam
Odana (Akk.Sg.)
ye
die (Nom.Pl.)
pacanti
kochen (3.Pl.Präs.)
nainān
na 'nicht' + enān 'diesen' → nicht diesen (Akk.Pl.)
yamaḥ
Yama (Nom.Sg.)
pari
ringsum (Verbalpräfix)
muṣṇāti
raubt (3.Sg.Präs.)
retaḥ
den Samen (Akk.Sg.)
rathī
als Wagenlenker (Nom.Sg.)
ha
fürwahr (Partikel)
bhūtvā
geworden (Absolutiv)
rathayāna
auf dem Wagen (Instr.Sg.)
īyate
fährt dahin (3.Sg.Präs.Med.)
pakṣī
als Vogel (Nom.Sg.)
ha
fürwahr (Partikel)
bhūtvāti
bhūtvā 'geworden' + ati 'über... hinweg' → geworden, über (Absolutiv+Adv.)
Dies ist der ausgebreitete, beste Träger der Opfer; nachdem er den Ausgebreiteten gekocht hat, ist er in den Himmel eingegangen; Āṇḍīka, Kumuda breitet er aus, Bisa, Śālūka, Śaphaka, Mulālī [Anm.: Bezeichnungen von Wasserpflanzen, Übersetzung der Einzelnamen unsicher] – alle diese Ströme sollen zu dir kommen, in der Himmelswelt honigreich schwellend; ringsum sollen dich die Lotosteiche umgeben.
Schmalzteiche mit honigenen Ufern, mit gutem Wasser, gefüllt mit Milch, mit Wasser, mit Dickmilch – alle diese Ströme sollen zu dir kommen, in der Himmelswelt honigreich schwellend; ringsum sollen dich die Lotosteiche umgeben.
Vier Krüge gebe ich, vierfach, gefüllt mit Milch, mit Wasser, mit Dickmilch – alle diese Ströme sollen zu dir kommen, in der Himmelswelt honigreich schwellend; ringsum sollen dich die Lotosteiche umgeben.
imam odanaṃ ni dadhe brāhmaṇeṣu viṣṭāriṇaṃ lokajitaṃ svargam sa me mā kṣeṣṭa svadhayā pinvamāno viśvarūpā dhenuḥ kāmadughā me astu
Diesen ausgebreiteten Odana, der die Himmelswelt gewinnt, lege ich bei den Brahmanen nieder; er möge mir nicht schwinden, durch Eigenkraft schwellend; eine allgestaltige, wunscherfüllende Kuh sei er mir.
Wort für Wort
imam
diesen (Akk.Sg.)
odanaṃ
Odana (Akk.Sg.)
ni
nieder (Verbalpräfix)
dadhe
lege ich (1.Sg.Präs.Med.)
brāhmaṇeṣu
bei den Brahmanen (Lok.Pl.)
viṣṭāriṇaṃ
den ausgebreiteten (Akk.Sg.)
lokajitaṃ
loka 'Welt' + jitam 'gewinnend' → der die Welt gewinnt (Akk.Sg.)