Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 4

Sūkta 26

manve vāṃ dyāvāpṛthivī subhojasau sacetasau ye aprathethām amitā yojanāni pratiṣṭhe hy abhavataṃ vasūnāṃ te no muñcatam aṃhasaḥ

Ich denke an euch, Himmel und Erde, die Wohlnährenden, Einträchtigen, die ihr euch über unermessliche Weiten ausgebreitet habt; ihr wurdet der feste Grund der Schätze – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
manve
ich denke (1.Sg.Präs.Med.)
vāṃ
an euch (Akk.Du.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
subhojasau
su 'wohl' + bhojasau 'nährend' → die Wohlnährenden (Vok.Du.)
sacetasau
sa 'mit' + cetasau 'Sinn/einträchtig' → die Einträchtigen (Vok.Du.)
ye
die (Nom.Du.)
aprathethām
habt euch ausgebreitet (2.Du.Impf.Med.)
amitā
unermeßliche (Akk.Pl.)
yojanāni
Weiten (Akk.Pl.)
pratiṣṭhe
der feste Grund (Nom.Du.)
hy
fürwahr (Partikel)
abhavataṃ
wurdet ihr (2.Du.Impf.)
vasūnāṃ
der Schätze (Gen.Pl.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

pratiṣṭhe hy abhavataṃ vasūnāṃ pravṛddhe devī subhage urūcī dyāvāpṛthivī bhavataṃ me syone te no muñcatam aṃhasaḥ

Ihr wurdet der feste Grund der Schätze, ihr Erhabenen, Göttlichen, Glückbringenden, Weitreichenden; Himmel und Erde, seid mir hold – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
pratiṣṭhe
der feste Grund (Nom.Du.)
hy
fürwahr (Partikel)
abhavataṃ
wurdet ihr (2.Du.Impf.)
vasūnāṃ
der Schätze (Gen.Pl.)
pravṛddhe
ihr Erhabenen (Vok.Du.)
devī
göttliche (Vok.Du.)
subhage
glückbringende (Vok.Du.)
urūcī
weitreichende (Vok.Du.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
bhavataṃ
seid (2.Du.Impv.)
me
mir (Dat.Sg.)
syone
hold (Vok.Du.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

asantāpe sutapasau huve 'ham urvī gambhīre kavibhir namasye dyāvāpṛthivī bhavataṃ me syone te no muñcatam aṃhasaḥ

Die Nichtpeinigenden, wohltätig Erhitzten rufe ich an, die Weiten, die Tiefen, die von den Sehern Verehrten; Himmel und Erde, seid mir hold – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
asantāpe
ihr Nichtpeinigenden (Vok.Du.)
sutapasau
wohltätig Erhitzten (Vok.Du.)
huve
rufe an (1.Sg.Präs.Med.)
'ham
ich (Nom.Sg.)
urvī
die Weiten (Vok.Du.)
gambhīre
die Tiefen (Vok.Du.)
kavibhir
von den Sehern (Instr.Pl.)
namasye
die verehrten (Vok.Du.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
bhavataṃ
seid (2.Du.Impv.)
me
mir (Dat.Sg.)
syone
hold (Vok.Du.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

ye amṛtaṃ bibhṛtho ye havīṃṣi ye srotyā bibhṛtho ye manuṣyān dyāvāpṛthivī bhavataṃ me syone te no muñcatam aṃhasaḥ

Die ihr die Unsterblichkeit tragt, die Opferspenden, die ihr die Ströme tragt, die Menschen; Himmel und Erde, seid mir hold – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
ye
die ihr (Nom.Du.)
amṛtaṃ
die Unsterblichkeit (Akk.Sg.)
bibhṛtho
tragt (2.Du.Präs.)
ye
die ihr (Nom.Du.)
havīṃṣi
die Opferspenden (Akk.Pl.)
ye
die ihr (Nom.Du.)
srotyā
die Ströme (Akk.Pl.)
bibhṛtho
tragt (2.Du.Präs.)
ye
die ihr (Nom.Du.)
manuṣyān
die Menschen (Akk.Pl.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
bhavataṃ
seid (2.Du.Impv.)
me
mir (Dat.Sg.)
syone
hold (Vok.Du.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

ye usriyā bibhṛtho ye vanaspatīn yayor vāṃ viśvā bhuvanāny antaḥ dyāvāpṛthivī bhavataṃ me syone te no muñcatam aṃhasaḥ

Die ihr die Morgenkühe (Strahlen) tragt, die Waldbäume, in denen alle Wesen enthalten sind; Himmel und Erde, seid mir hold – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
ye
die ihr (Nom.Du.)
usriyā
die Morgenkühe/Strahlen (Akk.Pl.)
bibhṛtho
tragt (2.Du.Präs.)
ye
die ihr (Nom.Du.)
vanaspatīn
die Waldbäume (Akk.Pl.)
yayor
in denen (Lok.Du.)
vāṃ
euch (Gen./Lok.Du.)
viśvā
alle (Nom.Pl.)
bhuvanāny
Wesen (Nom.Pl.)
antaḥ
enthalten (Adv.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
bhavataṃ
seid (2.Du.Impv.)
me
mir (Dat.Sg.)
syone
hold (Vok.Du.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

ye kīlālena tarpayatho ye ghṛtena yābhyām ṛte na kiṃ cana śaknuvanti dyāvāpṛthivī bhavataṃ me syone te no muñcatam aṃhasaḥ

Die ihr mit Milchtrank labt, mit Schmalz, ohne die niemand etwas vermag; Himmel und Erde, seid mir hold – ihr beide löst uns von der Not.

Wort für Wort
ye
die ihr (Nom.Du.)
kīlālena
mit Milchtrank (Instr.Sg.)
tarpayatho
labt (2.Du.Präs.)
ye
die ihr (Nom.Du.)
ghṛtena
mit Schmalz (Instr.Sg.)
yābhyām
ohne die beiden (Instr.Du.)
ṛte
ohne (Präp.)
na
nicht/niemand
kiṃ
etwas (Akk.Sg.)
cana
irgend (Partikel)
śaknuvanti
vermögen (3.Pl.Präs.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Vok.Du.)
bhavataṃ
seid (2.Du.Impv.)
me
mir (Dat.Sg.)
syone
hold (Vok.Du.)
te
ihr beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
löst (2.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

yan medam abhiśocati yenayena vā kṛtaṃ pauruṣeyān na daivāt staumi dyāvāpṛthivī nāthito johavīmi te no muñcatam aṃhasaḥ

Was mich an Schuld quält, wodurch auch immer es begangen wurde, sei es von Menschen, sei es von Göttern – ich preise Himmel und Erde, in Not rufe ich sie an; sie beide sollen uns von der Not lösen.

Wort für Wort
yan
was (Nom.Sg.)
medam
mich (Akk.Sg.)
abhiśocati
quält (3.Sg.Präs.)
yenayena
yena 'wodurch' + yena 'wodurch' (Reduplikation) → wodurch auch immer (Instr.Sg.)
vā
oder
kṛtaṃ
begangen wurde (Nom.Sg.)
pauruṣeyān
von Menschen (Abl.Sg.)
na
sei es (Adv.)
daivāt
von Göttern (Abl.Sg.)
staumi
ich preise (1.Sg.Präs.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Du.)
nāthito
in Not (Nom.Sg.Ptz.)
johavīmi
rufe ich immer wieder an (1.Sg.Präs.)
te
sie beide (Nom.Du.)
no
uns (Akk.Pl.)
muñcatam
sollen lösen (3.Du.Impv.)
aṃhasaḥ
von der Not (Abl.Sg.)

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