Quellen der Menschheit

Suśruta-Saṃhitā · Sutrasthana

Adhyāya 12: gnikarmavidhir Das Verfahren der Kauterisation (Agnikarma)

Das zwölfte Kapitel, „Über das Verfahren der Kauterisation“ (*agnikarma*), stellt das Brennen mit Feuer als wirksamer noch als das Ätzmittel dar, da so behandelte Krankheiten nicht wiederkehren. Als Kauterisationsmittel dienen je nach betroffenem Gewebe Pippalī, Tierkot, Metallinstrumente oder auch Honig, Melasse und Öl; unterschieden werden vier Formen – Kreis, Punkt, Linie, Bestreichen – sowie vier Verbrennungsgrade von der bloß versengten bis zur übermäßig tiefen Verbrennung, deren jeweilige Merkmale und Nachbehandlung genau beschrieben werden. Eigene Abschnitte gelten der Behandlung von Rauchschäden – mit den Symptomen Husten, Atemnot und Geruchsverlust – sowie von Verbrennungen durch Sonnenhitze, Kälte oder den „Blitz Indras“. Als Wundheilsalbe wird unter anderem eine Zubereitung aus Mañjiṣṭhā (Färberröte), Sandelholz und Mūrvā genannt.

Die vier Grade der Feuerverbrennung (Vers 16–27)
GradMerkmaleBehandlung
Pluṣṭa (versengt)verfärbt, übermäßig angesengterneute Wärme durch Feuer und erhitzende Arzneien
Durdagdha (unzureichend verbrannt)Blasenbildung, heftiges Brennen, Rötung, Reifungsschmerzsowohl kühlende als auch wärmende Behandlung
Samyagdagdha (richtig verbrannt)Farbe einer Palmenfrucht, wohlgeformt, nicht zu tief reichendSalbe aus Tugākṣīrī, Plakṣa-Rinde, Sandelholz und Gairika mit Süßholz und Ghee
Atidagdha (übermäßig verbrannt)herabhängendes Fleisch, geschädigte Gefäße, Sehnen, Gelenke, Knochen, Fieber, Brennen, Durst, OhnmachtEntfernen des zerfallenen Fleisches, danach kühlende Behandlung, z. B. mit Śāli-Reiskleie

athāto'gnikarmavidhimadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun werden wir das Kapitel über das Verfahren der *agnikarma* (die Feuerbehandlung, Kauterisation) erklären.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So wie der erhabene Dhanvantari sprach:

kṣārādagnirgarīyān kriyāsu vyākhyātaḥ taddagdhānāṃ rogā ṇāmapunarbhāvādbheṣajaśastrakṣārairasādhyānāṃ tatsādhyatvācca

Unter den Behandlungsmethoden wird das Feuer als wirksamer als das *kṣāra* (das Ätzmittel) erklärt, denn die damit behandelten Krankheiten kehren nicht wieder, und Krankheiten, die mit Arzneien, *śastra* (dem scharfen Instrument, dem Messer) und *kṣāra* nicht heilbar sind, werden durch das Feuer doch heilbar.

athemāni dahanopakaraṇāni bhavantitadyathā pippalyajāśakṛdgo dantaśaraśalā-kājāmbavauṣṭhetaralauhāḥ kṣaudra guḍasnehāśca tatra pippalya jāśakṛdgodantaśaraśa-lākāstvaggatānāṃ jāmbavauṣṭhetaralauhāmāṃsagatānāṃ kṣaudra guḍasnehāḥ sirāsnāyusandhyasthigatānām

Es folgen nun die Instrumente zum Kauterisieren, nämlich: Pippalī (langer Pfeffer), Ziegenkot, Rinderkot, ein Zahn, ein Pfeil, eine Sonde (*śalākā*), ferner die Jāmbava-, Auṣṭha-, Itara- und Eiseninstrumente, sowie Honig, Melasse (*guḍa*) und Öl (*sneha*). Dabei werden Pippalī, Ziegenkot, Rinderkot, Zahn, Pfeil und Sonde bei Zuständen angewendet, die die Haut betreffen, die genannten Metallinstrumente bei Zuständen, die das Fleisch betreffen, und Honig, Melasse und Öl bei Zuständen, die Blutgefäße (*sirā*), Sehnen (*snāyu*), Gelenke (*sandhi*) und Knochen (*asthi*) betreffen.

tatrāgnikarma sarvartuṣu kuryādanyatra śaradgrīṣmābhyāṃ tatrāpyātya yike'gnikarmasādhye vyādhau tatpratyanīkaṃ vidhiṃ kṛtvā

Die Feuerbehandlung kann man zu jeder Jahreszeit anwenden, außer im Herbst (*śarad*) und im Sommer (*grīṣma*); doch selbst dann, wenn ein dringender Fall vorliegt, der nur durch *agnikarma* heilbar ist, wende man sie an, nachdem man zuvor die der Jahreszeit entgegenwirkenden Gegenmaßnahmen getroffen hat.

sarvavyādhiṣvṛtuṣu ca picchilamannaṃ bhuktavataḥ mūḍhagarbhā śmarībhagandarodarārśomukharogeṣvabhuktavataḥ karma kurvīta

Bei allen Krankheiten und zu jeder Jahreszeit führe man die Behandlung an jemandem durch, der zuvor schleimige (*picchila*) Speise gegessen hat; bei Steckengeburt (*mūḍhagarbha*), Blasenstein (*aśmarī*), Fistel (*bhagandara*), Bauchwassersucht (*udara*), Hämorrhoiden (*arśas*) und Mundkrankheiten hingegen führe man sie an einem nüchternen Patienten durch.

tatra dvividhamagnikarmāhureke tvagdagdhaṃ māṃsadagdhaṃ ca ihatu sirāsnāyusandhyasthiṣvapi na pratiṣiddho'gni

Manche sagen, die Feuerbehandlung sei zweifacher Art: Verbrennung der Haut und Verbrennung des Fleisches; hier jedoch ist das Feuer auch bei Blutgefäßen, Sehnen, Gelenken und Knochen nicht verboten.

tatra śabdaprādurbhāvo durgandhatā tvaksaṃkocaśca tvagdagdhe kapota varṇatā'lpaśvaya-thuvedanā śuṣkasaṃkucitavraṇatā ca māṃsadagdhe kṛṣṇonnatavraṇatā srāvasannirodhaśca sirāsnāyudagdhe rukṣāruṇatā karkaśasthiravraṇatā ca sandhyasthidagdhe

Bei der Verbrennung der Haut zeigen sich ein knisterndes Geräusch, übler Geruch und ein Zusammenziehen der Haut; bei der Verbrennung des Fleisches taubengraue Farbe, geringe Schwellung und Schmerz sowie eine trockene, zusammengezogene Wunde (*vraṇa*); bei der Verbrennung von Blutgefäßen und Sehnen eine schwarze, erhabene Wunde und Unterdrückung des Ausflusses; bei der Verbrennung von Gelenk und Knochen eine trockene, rötliche Farbe sowie eine harte, feste Wunde.

tatra śirorogādhimanthayorbhrūlalāṭaśaṅkhapradeśeṣu dahetvartmarogeṣvārdrālaktakapraticchannāṃ dṛṣṭiṃ kṛtvā vartmaromakūpān

Bei Kopfkrankheiten und *adhimantha* (heftiger Augenentzündung) kauterisiere man an den Stellen von Augenbrauen, Stirn und Schläfen; bei Lidkrankheiten (*vartmaroga*) bedecke man zuvor das Auge mit einem feuchten, in Lack getränkten Tuch und kauterisiere dann die Haarwurzeln der Lider.

tvaṅmāṃsasirāsnāyusandhyasthisthite'tyugraruji vāyāvucchritakaṭhina suptamāṃse vraṇe granthyarśo'budabhagandarāpacīślīpadacarmakīlatilakālakāntravṛddhisandhisirācchedanādiṣu nāḍīśoṇitātipravṛttiṣucāignakarma kuryāt

Man führe die Feuerbehandlung durch bei einem in Haut, Fleisch, Blutgefäßen, Sehnen, Gelenken oder Knochen sitzenden, überaus heftig schmerzenden *vāta*-Leiden, bei erhabenem, hartem und gefühllosem Fleisch, an der Wunde, bei Knoten (*granthi*), Hämorrhoiden, Tumor (*arbuda*), Fistel, Skrofeln (*apacī*), Elephantiasis (*ślīpada*), Hautwarzen (*carmakīla*), Muttermalen (*tilakālaka*), Eingeweidebruch (*antravṛddhi*), beim Durchtrennen von Gelenk und Blutgefäß und dergleichen, sowie bei übermäßigem Ausfluss aus Fisteln (*nāḍī*) und bei starker Blutung.

tatra valayabinduvilekhāpratisāraṇānīti dahanaviśeṣāḥ

Dabei unterscheidet man folgende Arten der Kauterisation: Kreis (*valaya*), Punkt (*bindu*), Linie (*vilekhā*) und Bestreichen (*pratisāraṇa*).

bhavati cātra rogasya saṃsthānamavekṣya samyaṅnarasya marmāṇi balābalaṃ ca vyādhiṃ tathartuṃ ca samīkṣya samyaktato'vyavasyedbhiṣagagnikarma

Dazu heißt es: Der Arzt betrachte sorgfältig die Gestalt der Krankheit, die lebenswichtigen Punkte (*marman*) des Menschen, seine Kraft oder Schwäche, die Krankheit selbst und die Jahreszeit, und erst nachdem er dies genau geprüft hat, entscheide er sich für die Feuerbehandlung.

tatra samyagdagdhe madhusarpirbhyāmabhyaṅgaḥ

Ist die Verbrennung richtig ausgeführt, so salbe man die Stelle mit Honig und Ghee (geklärter Butter).

athemānagninā pariharetpittaprakṛtimantaḥśoṇitaṃ bhinnakoṣṭhamanuddhṛta śalyaṃ durbalaṃ bālaṃ vṛddhaṃ bhīrumanekavraṇapīḍitamasvedyāṃśceti

Von der Feuerbehandlung sollen ausgenommen werden: wer von Natur aus zu *pitta* neigt, wer innerlich blutet, wer an Darmruhr (*bhinnakoṣṭha*) leidet, aus dem ein Fremdkörper (*śalya*) noch nicht entfernt wurde, wer schwach, ein Kind, ein Greis, ängstlich oder von mehreren Wunden geplagt ist, sowie jene, die keine Schwitzbehandlung vertragen.

ata ūrdhvamitarathādagdhalakṣaṇaṃ vakṣyāmaḥ tatra snigdhaṃ rūkṣaṃ vā cāśritya dravyamagnirdahati agnisaṃtapto hi snehaḥ sūkṣmasirānusāritvāttvagādīnanupraviśyāśu dahati tasmāt snehadagdhe'dhikā rujo bhavanti

Nun wollen wir die Merkmale einer Verbrennung durch ein anderes Mittel als das Feuer selbst beschreiben. Das Feuer verbrennt sowohl fettige (*snigdha*) als auch trockene (*rūkṣa*) Substanzen; erhitztes Öl (*sneha*) jedoch dringt, da es den feinsten Blutgefäßen folgt, rasch in Haut und tiefere Gewebe ein und verbrennt sie; deshalb sind bei einer Verbrennung durch heißes Öl die Schmerzen stärker.

tatra pluṣṭaṃ durdagdhaṃ samyagdagdhamatidagdhaṃ ceti caturvidhamagnidagdham tatra yadvivarṇaṃ pluṣyate'timātraṃ tat pluṣṭaṃ yatrottiṣṭhanti sphoṭā stīvrāścoṣadāharāgapākaveda-nāścirāccopaśāmyanti taddurdagdhaṃ samyagdagdhamanavagāḍhaṃ tālavarṇaṃ susaṃsthitaṃ pū-rvalakṣaṇayuktaṃ ca atidagdhe māṃsāvalambanaṃ gātraviśleṣaḥ sirāsnāyusandhya-sthivyāpādanamatimātraṃ jvaradāha pipāsā mūrcchāścopadra vā bhavanti vraṇaścāsya cireṇa rohati rūḍhaśca vivarṇo bhavati tadetaccaturvidhamagnidagdhalakṣaṇamātmakarmaprasādhakaṃ bhavati

Man unterscheidet vier Arten der Feuerverbrennung: die versengte (*pluṣṭa*), die unzureichend verbrannte (*durdagdha*), die richtig verbrannte (*samyagdagdha*) und die übermäßig verbrannte (*atidagdha*). Versengt ist, was verfärbt und übermäßig angesengt ist. Unzureichend verbrannt ist, wo Blasen entstehen und heftiges Brennen, Rötung sowie Reifungsschmerz auftreten, die sich erst nach langer Zeit legen. Richtig verbrannt ist, was nicht zu tief reicht, die Farbe einer Palmenfrucht hat, wohlgeformt ist und die genannten richtigen Merkmale aufweist. Bei übermäßiger Verbrennung hängt das Fleisch herab, die Glieder lösen sich auf, Blutgefäße, Sehnen, Gelenke und Knochen werden übermäßig geschädigt, Fieber, Brennen, Durst und Ohnmacht treten als Begleiterscheinungen (*upadrava*) auf, die Wunde heilt nur langsam, und ist sie verheilt, bleibt sie verfärbt. Diese vier Merkmale der Feuerverbrennung entscheiden über den Erfolg der jeweiligen Behandlung.

bhavanti cātra agninā kopitaṃ raktaṃ bhṛśaṃ jantoḥ prakupyati tatastenaiva vegena pittamasyābhyudīryate

Dazu heißt es: Durch das Feuer wird das Blut des Lebewesens heftig erregt, und durch eben diese Kraft wird zugleich sein *pitta* aufgewühlt.

tulyavīrye ubhe hyete rasato dra vyatastathā tenāsya vedanāstīvrāḥ prakṛtyā ca vidahyate

Beide, Blut und *pitta*, sind von gleicher Kraft, sowohl ihrem Geschmack (*rasa*) als auch ihrer Substanz nach; deshalb sind seine Schmerzen heftig, und die Stelle entzündet sich von Natur aus.

sphoṭāḥ śīghraṃ prajāyante jvarastṛṣṇā ca bādhate dagdhasyopaśamārthāya cikitsā saṃpravakṣyate

Rasch entstehen Blasen, Fieber und Durst quälen den Verbrannten; zur Linderung des Verbrannten wird nun die Behandlung dargelegt.

pluṣṭasyāgnipratapanaṃ kāryamuṣṇaṃ tathauṣadham śarīre svinnabhūyiṣṭhe svinnaṃ bhavati śoṇitam

Bei einer versengten Stelle wende man erneut Wärme durch Feuer sowie erhitzende Arzneien an; ist der Körper stark zum Schwitzen gebracht, gerät auch das Blut in Fluss.

prakṛtyā hyudakaṃ śītaṃ skandayatyatiśoṇitam tasmāt sukhayati hyuṣṇaṃ nanu śītaṃ kathaṃcana

Wasser ist von Natur aus kalt und lässt überschüssiges Blut gerinnen; deshalb tut Wärme wohl, kaltes Wasser hingegen keineswegs.

śītāmuṣṇāṃ ca durdagdhe kriyāṃ kuryādbhiṣak punaḥ ghṛtālepanasekāṃstu śītānevāsya kārayet

Bei einer unzureichenden Verbrennung wende der Arzt sowohl kühlende als auch wärmende Behandlung erneut an; Einreibungen und Übergießungen mit Ghee jedoch lasse man stets kühl ausführen.

samyagdagdhe tugākṣīrīplakṣacandanagairikaiḥ sāmṛtaiḥ sarpiṣā snigdhairālepaṃ kārayedbhiṣak

Bei richtiger Verbrennung lasse der Arzt eine Salbe aus Tugākṣīrī (Bambusmanna), Plakṣa-Rinde, Sandelholz (*candana*) und rotem Ocker (*gairika*), zusammen mit Süßholz und in Ghee eingerührt, auftragen.

grāmyānūpaudakaiścainaṃ piṣṭairmāṃsaiḥ pralepayet pittavidra dhivaccainaṃ saṃtatoṣmāṇamācaret

Man bestreiche die Stelle auch mit dem zerstoßenen Fleisch von Haustieren, Sumpf- und Wassertieren, und behandle sie, solange die Hitze anhält, wie einen *pitta*-Abszess (*pittavidradhi*).

atidagdhe viśīrṇāni māṃsānyuddhṛtya śītalām kriyāṃ kuryādbhiṣak paścācchālitaṇḍulakaṇḍanaiḥ

Bei übermäßiger Verbrennung entferne der Arzt das zerfallene Fleisch und wende danach eine kühlende Behandlung an, etwa mit der Kleie von Śāli-Reiskörnern.

tindukītvakkapālairvā ghṛtamiśraiḥ pralepayet vraṇaṃ guḍūcīpatrairvā chādayedathavaudakaiḥ

Oder man bestreiche mit Tindukī-Rinde und -Fruchtschalen, mit Ghee vermischt; oder man bedecke die Wunde mit Guḍūcī-Blättern oder mit Wasserpflanzen.

kriyāṃ ca nikhilāṃ kuryādbhiṣak pittavisarpavat madhūcchiṣṭaṃ samadhukaṃ rodhraṃ sarjarasaṃ tathā

Der Arzt führe die gesamte Behandlung wie bei einer *pitta*-bedingten Erysipel-Erkrankung (*pittavisarpa*) durch, mit Bienenwachs, Süßholz, Rodhra-Rinde und Sarjarasa (dem Harz des Sāla-Baumes).

mañjiṣṭhāṃ candanaṃ mūrvāṃ piṣṭvā sarpirvipācayet sarveṣāmagnidagdhānāmetadro paṇamuttamam

Man zerstoße Mañjiṣṭhā (Färberröte), Sandelholz und Mūrvā und koche sie mit Ghee ein; dies ist die beste Wundheilbehandlung (*ropaṇa*) für alle Arten von Feuerverbrennungen.

snehadagdhe kriyāṃ rūkṣāṃ viśeṣeṇāvacārayet ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi dhūmopahatalakṣaṇam

Bei einer Verbrennung durch heißes Öl wende man insbesondere eine austrocknende (*rūkṣa*) Behandlung an. Nun will ich die Merkmale einer durch Rauch geschädigten Person beschreiben.

śvasiti kṣauti cātyarthamapyādhamati kāsate cakṣuṣoḥ paridāhaśca rāgaścaivopajāyate

Er keucht, niest übermäßig, atmet schwer, hustet, und in den Augen entstehen Brennen und Rötung.

sadhūmakaṃ niśvasiti ghreyamanyanna vetti ca tathaiva ca rasān sarvān śrutiścāsyopahanyate

Er atmet mit rauchigem Geruch, kann Gerüche nicht mehr unterscheiden, ebenso wenig alle Geschmäcker (*rasa*), und auch sein Gehör wird geschädigt.

tṛṣṇādāhajvarayutaḥ sīdatyatha ca mūrcchati dhūmopahata ityeṣaḥ śṛṇu tasya cikitsitam

Von Durst, Brennen und Fieber begleitet, sinkt er dahin und wird ohnmächtig; so ist der vom Rauch Geschädigte. Höre nun seine Behandlung.

sarpirikṣurasaṃ drā kṣāṃ payo vā śarkarāmbu vā madhurāmlau rasau vā'pi vamanāya pradāpayet

Man gebe ihm zum Erbrechen Ghee, Zuckerrohrsaft, Traubensaft, Milch oder Zuckerwasser, oder auch süße und saure Säfte.

vamataḥ koṣṭhaśuddhiḥ syāddhūmagandhaśca naśyati vidhinā'nena śāmyanti sadanakṣavathujvarāḥ

Durch das Erbrechen wird der Verdauungstrakt gereinigt und der Rauchgeruch verschwindet; durch dieses Verfahren werden Mattigkeit, Niesen und Fieber gelindert.

dāhamūrcchātṛḍādhmānaśvāsakāsāśca dāruṇāḥ madhurairlavaṇāmlaiśca kaṭukaiḥ kavalagrahaiḥ

Brennen, Ohnmacht, Durst, Blähungen sowie schwere Atemnot und Husten behandle man mit süßen, salzigen, sauren und scharfen Mundspülungen (*kavalagraha*).

samyaggṛhṇātīndri yārthān manaścāsya prasīdati śirovirecanaṃ cāsmai dadyādyogenaśāstravit

Dann nimmt er die Sinnesobjekte wieder richtig wahr, und sein Geist beruhigt sich; der kundige Arzt gebe ihm zudem ein passend zusammengesetztes kopfreinigendes Mittel (*śirovirecana*).

dṛṣṭirviśudhyate cāsya śirogrīvaṃ ca dehinaḥ avidāhi laghu snigdhamāhāraṃ cāsya kalpayet

Sein Sehvermögen klärt sich, ebenso Kopf und Nacken des Betroffenen; man richte ihm eine nicht brennende, leichte und fettige Kost.

uṣṇavātātapairdagdhe śītaḥ kāryo vidhiḥ sadā śītavarṣānilairdagdhe snigdhamuṣṇaṃ ca śasyate

Bei einer durch heißen Wind oder Sonnenhitze verursachten Verbrennung wende man stets eine kühlende Behandlung an; bei einer durch Kälte, Regen oder kalten Wind verursachten Verbrennung wird eine fettige und wärmende Behandlung empfohlen.

tathā'titejasā dagdhe siddhirnāsti kathaṃcana indra vajrāgnidagdhe'pi jīvati pratikārayet snehābhyaṅgaparīṣekaiḥ pradehaiśca tathā bhiṣak

Bei einer Verbrennung durch übermäßig starke Hitze gibt es hingegen keinerlei Erfolgsaussicht; doch selbst wer vom Blitz Indras (*indravajra*) verbrannt wurde, kann noch am Leben sein - dann behandle der Arzt ihn mit ölhaltigen Einreibungen, Übergießungen und Umschlägen.

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