athāto'nnapānavidhimadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Regeln von Speise und Trank erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Sutrasthana
Das mit 532 Versen umfangreichste Kapitel des Sūtrasthāna, „Über die Regeln von Speise und Trank" (annapānavidhi), entfaltet als Antwort Dhanvantaris auf eine Frage Suśrutas eine vollständige Materia medica der Ernährung. Systematisch durchmustert werden zunächst die Getreidearten – die Reissorten śāli, ṣaṣṭika und vrīhi, Hülsenfrüchte wie Mudga und Māṣa, Sesam, Gerste und Weizen –, danach in sechs Gruppen das Fleisch von Wasser-, Sumpf-, Haus-, Raub-, Einhuf- und Wildtieren des trockenen Landes (Jāṅgala- und Ānūpa-Tiere), gefolgt von Früchten, Gemüse, Wurzelknollen wie Vidārī und Śatāvarī, Salzen (allen voran Saindhava) sowie Metallen und Edelsteinen von Gold bis Diamant. Jede Gruppe wird nach Geschmack, Wirkkraft und vipāka (Nachverdauungswirkung) sowie Wirkung auf die drei doṣa Vāta, Pitta und Kapha charakterisiert. Ein zweiter großer Block behandelt zubereitete Speisen – Reisschleime, Fleischgerichte, Suppen (yūṣa), Süßspeisen – sowie das passende Begleitgetränk (anupāna) für jede Speisenkategorie. Den Abschluss bildet ein ausführlicher diätetischer Verhaltenskodex: Küchenhygiene, Tischordnung nach Gefäßmaterial, Reihenfolge der Geschmäcker, richtiges Essverhalten, die vier Formen der Verdauungsstörung (ajīrṇa) mit ihrer Behandlung, die fehlerhaften Essweisen samaśana, viṣamāśana und adhyaśana sowie die zwanzig grundlegenden Eigenschaften (guṇa) der Stoffe und der physiologische Weg der Nahrung durch die sieben Körpergewebe. Damit erweist sich das Kapitel als das dietetische Kernstück der gesamten Saṃhitā, das Materia medica und praktische Ernährungslehre in einer selten erreichten Vollständigkeit verbindet.
| Kategorie | Empfohlene Beispiele |
|---|---|
| Getreide | Ṣaṣṭika-Reis, Gerste, Weizen, roter Śāli-Reis, Mungbohnen, Āḍhakī, Linsen |
| Fleisch | Wachtel, Rebhuhn, Sāraṅga, Antilope, Gazelle, Pinjala, Pfau, Varmi, Schildkröte |
| Früchte | Granatapfel, Āmalaka, Weintraube, Dattel, Paruṣaka, Rājādana, Zitronatzitrone |
| Gemüse | Satīna, Vāstuka, Cuccu, Cillī, Rettich, Potikā, Maṇḍūkaparṇī, Jīvantī |
| Milchprodukte | Kuhmilch und Kuhghee |
| Salze | Saindhava |
| Saures | Dhātrī (Āmalaka), Granatapfel |
| Scharfes | Pippalī, Ingwer |
| Bitteres | Paṭola, Vārtāka |
| Süßes | Ghee |
| Adstringierendes | Honig, Betelnuss, Paruṣaka |
| Zuckerrohrprodukt | Zucker (Śarkarā) |
| Getränke | Honigwein, Āsava |
| Gruppe | Repräsentative Beispiele |
|---|---|
| Langbeinige Wildtiere | Eṇa, Hariṇa, Kuraṅga (Gazellen), Ṛkṣa (Bär) u. a. |
| Scharrvögel | Lāva (Wachtel), Tittiri (Rebhuhn), Kapiñjala, Pfau, Haushahn |
| Hackvögel | Kapota (Taube), Bhṛṅgarāja, Śuka (Papagei), Sārikā |
| Höhlenbewohner | Löwe, Tiger, Wolf, Bär, Leopard |
| Krallentiere | Krähe, Kaṅka, Ulūka (Eule), Gṛdhra (Geier) |
| Baumtiere | Mūṣika, Vānara (Affe) |
| Erdlochbewohner | Godhā (Waran), Śaśa (Hase), Nakula (Mungo), Schlangen |
| Haustiere (Jāṅgala) | Pferd, Rind, Ziege, Schaf, Esel, Kamel |
| Uferbewohner (Ānūpa) | Elefant, Büffel, Gavaya, Varāha (Schwein), Nashorn |
| Schwimmvögel | Haṃsa (Gans), Sārasa (Kranich), Cakravāka |
| Muscheltiere | Śaṅkha, Śukti, Śambūka |
| Kriechtiere | Kūrma (Schildkröte), Kumbhīra (Krokodil), Karkaṭaka (Krebs) |
| Fische | Fluss- und Meeresfische, z. B. Rohita, Pāṭhīna, Timi |
| Salz | Eigenschaften |
|---|---|
| Saindhava | (Steinsalz) augenfördernd, herzerfreuend, appetitfördernd, leicht, ölig, süßlich, kühl; das beste, doṣa-beseitigende Salz |
| Sāmudra | (Meersalz) süß in der Verdauungswirkung, nicht sehr heiß, leicht abführend, ölig, lindert Koliken |
| Viḍa | appetitfördernd, scharf, heiß, fördert den Abgang von vāta |
| Sauvarcala | leicht, heiß, klärend, scharf; gegen Gulma, Koliken, Verstopfung |
| Romaka | scharf, sehr heiß, aphrodisierend, harntreibend, stuhlbrechend |
| Audbhida | (Erdsalz) leicht, scharf, heiß, feuchtigkeitserzeugend, fein, fördert den vāta-Abgang |
| Guṇa | Wirkung |
|---|---|
| Kalt | erfrischend, bindend; gegen Ohnmacht, Durst, Schweiß, Brennen |
| Heiß | Gegenteil; fördert die Verdauung |
| Ölig | Geschmeidigkeit, Weichheit, Kraft, Hautfarbe |
| Trocken | Gegenteil von ölig; wirkt rau, zusammenziehend, bindend |
| Schleimig | belebend, kräftigend, wundheilend; vermehrt kapha; schwer |
| Klar | Gegenteil; trocknet aus, entzieht Nässe, wundheilend |
| Scharf | verursacht Brennen und Eiterung, fördert den Ausfluss |
| Weich | Gegenteil von scharf |
| Schwer | erzeugt Mattigkeit und Belag, verleiht aber Kraft, Sättigung, Aufbau |
| Leicht | Gegenteil; reduziert Überschüssiges, fördert die Heilung |
| Flüssig | befeuchtend |
| Dicht | grobstofflich, bewirkt Bindung |
| Wohlriechend | appetitanregend |
| Übelriechend | Gegenteil; verursacht Übelkeit und Appetitlosigkeit |
| Beweglich | fördert den Ausscheidungsfluss (anulomana) |
| Langsam/Mild | hält den Lebensgang gemächlich in Gang |
| Durchdringend | erfasst zunächst den ganzen Körper, noch vor der Verdauung |
| Auflösend | löst, sich ausbreitend, die Bindungen der Körpergewebe |
| Schnellwirkend | eilt rasch wie Öl auf Wasser durch den Körper |
| Fein | dringt in die feinsten Körperkanäle (srotas) ein |
athāto'nnapānavidhimadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Regeln von Speise und Trank erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So sprach der erhabene Dhanvantari.
dhanvantarimabhivādya suśruta uvāca prāgabhihitaḥ prāṇināṃ punarmūlamāhāro bala-varṇaujasāṃ ca sa ṣaṭsu raseṣvāyattaḥ rasāḥ punardravyāśrayiṇaḥ dravyarasaguṇavīryavipākanimitte ca kṣayavṛddhī doṣāṇāṃ sāmyaṃ ca brahmāderapi ca lokasyāhāraḥ sthityutpattivināśahetuḥ āhārādevābhivṛddhirbalamārogyaṃ varṇendriyaprasādaśca tathā hyāhāravaiṣamyādasvāsthyam tasyāśitapītalīḍhakhāditasya nānādra vyā-tmakasyānekavidhavikalpasyānekavidhaprabhāvasya pṛthak pṛthagdravyarasaguṇavī-ryavipākakarmāṇīcchāmi jñātuṃ na hyanavabuddhasvabhāvā bhiṣajaḥ svasthānuvṛttiṃ roganigrahaṇaṃ ca kartuṃ samarthāḥ āhārāyattāśca sarvaprāṇino yasmāttasmādannapā-navidhimupadiśatu me bhagavānityuktaḥ provāca bhagavān dhanvantariḥ atha khalu vatsa suśruta yathāpraśnamucyamānamupadhārayasva
Suśruta verehrte Dhanvantari und sprach: Es wurde bereits gesagt, dass die Nahrung die Wurzel des Lebewesens ist und ebenso die Wurzel von Kraft, Teint und Vitalität; sie beruht auf den sechs Geschmacksrichtungen, und die Geschmäcker wiederum sind an die Substanzen gebunden. Durch Substanz, Geschmack, Eigenschaft, Wirkkraft und *vipāka* (Verdauungswirkung, das, was nach der Verdauung wirksam wird) entstehen Abnahme und Zunahme sowie das Gleichgewicht der *doṣa* (Körpersäfte). Selbst für die Welt, angefangen bei Brahmā, ist die Nahrung die Ursache von Bestehen, Entstehen und Vergehen. Aus der Nahrung allein entstehen Wachstum, Kraft, Gesundheit sowie Klarheit von Teint und Sinnesorganen; denn durch ein Ungleichgewicht der Nahrung entsteht Unwohlsein. Für diese Nahrung — die gegessen, getrunken, geleckt und gekaut wird, die aus vielerlei Substanzen besteht und vielfältige Varianten und Wirkungen hat — möchte ich die einzelnen Wirkungen von Substanz, Geschmack, Eigenschaft, Wirkkraft und *vipāka* erkennen; denn Ärzte, die deren Wesen nicht verstanden haben, sind nicht imstande, die Gesunden gesund zu erhalten und Krankheiten zu bezwingen. Und da alle Lebewesen von der Nahrung abhängen, möge der Erhabene mir die Regeln von Speise und Trank lehren. So angesprochen, sprach der erhabene Dhanvantari: Nun denn, mein Kind Suśruta, vernimm, was entsprechend deiner Frage gesagt wird.
tatra lohitaśālikalamakardamakapāṇḍukasugandhakaśakunāhṛtapuṣpāṇḍakapuṇḍa-rīkamahāśāliśītabhīrukarodhrapuṣpakadīrghaśūkakāñcanakamahiṣamahāśūka hāyanakadūṣakamahādūṣakaprabhṛtayaḥ śālayaḥ
Zu den *śāli*-Sorten (Reis) zählen: Lohitaśāli, Kalama, Kardamaka, Pāṇḍuka, Sugandhaka, Śakunāhṛta, Puṣpāṇḍaka, Puṇḍarīka, Mahāśāli, Śītabhīru, Karodhrapuṣpaka, Dīrghaśūka, Kāñcanaka, Mahiṣamahāśūka, Hāyanaka, Dūṣaka, Mahādūṣaka und andere.
madhurā vīryataḥ śītā laghupākā balāvahāḥ pittaghnālpānilakaphāḥ snigdhā baddhālpavarcasaḥ
Sie sind süß im Geschmack, kühl in der Wirkkraft, leicht verdaulich, kraftspendend, besänftigen das *pitta* (Gallen-Doṣa), erregen *vāta* (Wind-Doṣa) und *kapha* (Schleim-Doṣa) nur wenig, sind ölig und bewirken festen, spärlichen Stuhlgang.
teṣāṃ lohitakaḥ śreṣṭho doṣaghnaḥ śukramūtralaḥ cakṣuṣyo varṇabalakṛt svaryo hṛdyastṛṣāpahaḥ
Unter ihnen ist der Lohitaka der beste: Er beseitigt die *doṣa*, fördert Samen und Harn, ist gut für die Augen, verleiht Teint und Kraft, stärkt die Stimme, ist herzstärkend und stillt den Durst.
vraṇyo jvaraharaścaiva sarvadoṣaviṣāpahaḥ tasmādalpāntaraguṇāḥ kramaśaḥ śālayo'varāḥ
Er ist gut für Wunden, senkt Fieber und beseitigt alle *doṣa* sowie Gift. Von ihm ausgehend besitzen die übrigen *śāli*-Sorten der Reihe nach nur wenig geringere Eigenschaften.
ṣaṣṭikakāṅgukamukundakapītakapramodakakākalakāsanapuṣpakamahāṣaṣṭikacūrṇakakuravakakedāraprabhṛtayaḥ ṣaṣṭikāḥ
Zu den *ṣaṣṭika*-Sorten (kurzreifende Reisarten) zählen: Ṣaṣṭika, Kāṅgu, Mukundaka, Pītaka, Pramodaka, Kākalaka, Āsanapuṣpaka, Mahāṣaṣṭika, Cūrṇaka, Kuravaka, Kedāra und andere.
rase pāke ca madhurāḥ śamanā vātapittayoḥ śālīnāṃ ca guṇaistulyā bṛṃhaṇāḥ kaphaśukralāḥ
Sie sind im Geschmack und im *vipāka* süß, besänftigen *vāta* und *pitta*, gleichen in ihren Eigenschaften den *śāli*-Sorten, wirken kräftigend und mehren *kapha* und Samen.
ṣaṣṭikaḥ pravarasteṣāṃ kaṣāyānuraso laghuḥ mṛduḥ snigdhastridoṣaghnaḥ sthairyakṛdbalavardhanaḥ
Unter ihnen ist der *ṣaṣṭika*-Reis selbst der beste: Er hat einen leicht herben Nebengeschmack, ist leicht verdaulich, mild, ölig, beseitigt alle drei *doṣa*, verleiht Standfestigkeit und mehrt die Kraft.
vipāke madhuro grāhī tulyo lohitaśālibhiḥ śeṣāstvalpāntarāstasmāt ṣaṣṭikāḥ kramaśo guṇaiḥ
Im *vipāka* ist er süß und stopfend und dem Lohitaśāli gleichwertig; die übrigen *ṣaṣṭika*-Sorten besitzen der Reihe nach nur geringfügig andere Eigenschaften.
kṛṣṇavrīhiśālāmukhajatumukhanandīmukhalāvākṣakatvari takakukkuṭāṇḍakapārāvatakapāṭalaprabhṛtayo vrīhayaḥ
Zu den *vrīhi*-Sorten (einer weiteren Reisart) zählen: Kṛṣṇavrīhi, Śālāmukha, Jatumukha, Nandīmukha, Lāvākṣa, Katvarītaka, Kukkuṭāṇḍaka, Pārāvataka, Pāṭala und andere.
kaṣāyamadhurāḥ pāke'madhurā vīryato'himāḥ alpābhiṣyandinastulyāḥ ṣaṣṭikairbaddhavarcasaḥ
Sie sind herb-süß im Geschmack, im *vipāka* nicht süß, in ihrer Wirkkraft nicht kühlend, verursachen wenig Verschleimung, gleichen den *ṣaṣṭika*-Sorten und bewirken festen Stuhlgang.
kṛṣṇavrīhirvarasteṣāṃ kaṣāyānuraso laghuḥ tasmādalpāntaraguṇāḥ kramaśo vrīhayo'pare
Unter ihnen ist der Kṛṣṇavrīhi der beste: Er hat einen herben Nebengeschmack und ist leicht verdaulich; von ihm ausgehend besitzen die übrigen *vrīhi*-Sorten der Reihe nach nur wenig geringere Eigenschaften.
dagdhāyāmavanau jātāḥ śālayo laghupākinaḥ kaṣāyā baddhaviṇmūtrā rūkṣāḥ śleṣmāpakarṣaṇāḥ
*Śāli*-Reis, der auf gebranntem Waldland gewachsen ist, ist leicht verdaulich, herb, bewirkt festen Stuhl- und Harngang, ist trocken und vermindert *kapha*.
sthalajāḥ kaphapittaghnāḥ kaṣāyāḥ kaṭukānvayāḥ kiṃcitsatiktamadhurāḥ pavanānalavardhanāḥ
Auf trockenem Land gewachsener Reis beseitigt *kapha* und *pitta*, ist herb mit scharfem Nebengeschmack, leicht bitter-süß und mehrt *vāta* sowie das Verdauungsfeuer.
kaidārā madhurā vṛṣyā balyāḥ pittanibarhaṇāḥ īṣatkaṣāyālpamalā guravaḥ kaphaśukralāḥ
Auf Nassfeldern gewachsener Reis ist süß, aphrodisisch, kräftigend, besänftigt *pitta*, ist leicht herb, erzeugt wenig Ausscheidung, ist schwer verdaulich und mehrt *kapha* und Samen.
ropyātiropyā laghavaḥ śīghrapākā guṇottarāḥ adāhino doṣaharā balyā mūtravivardhanāḥ
Umgepflanzter und mehrfach umgepflanzter Reis ist leicht verdaulich, reift rasch, besitzt überlegene Eigenschaften, verursacht kein Brennen, beseitigt die *doṣa*, ist kräftigend und fördert den Harnfluss.
śālayaśchinnarūḍhā ye rūkṣāste baddhavarcasaḥ tiktāḥ kaṣāyāḥ pittaghnālaghupākāḥ kaphāpahāḥ
*Śāli*-Reis, der nach dem Schneiden erneut nachgewachsen ist, ist trocken, bewirkt festen Stuhlgang, ist bitter und herb, besänftigt *pitta*, ist leicht verdaulich und beseitigt *kapha*.
vistareṇāyamuddiṣṭaḥ śālivargo hitāhitaḥ iti śālivargaḥ atha kudhānyavargaḥ tadvat kudhānyamudgādimāṣādīnāṃ ca vakṣyate
Damit ist ausführlich die Gruppe der *śāli*-Sorten mit ihrem Nutzen und Schaden dargelegt. So endet die Gruppe der *śāli*-Sorten. Nun folgt die Gruppe der Minderkörner; ebenso werden danach die Hülsenfrüchte, angefangen bei Mudga und Māṣa, behandelt werden.
koradūṣakaśyāmākanīvāraśāntanuvarakoddālakapriyaṅgumadhūlikānandī mukhī-kuru vindagavedhukasarabaruka todayipirṇīmukundakaveṇuyavaprabhṛtayaḥ kudhānyaviśeṣāḥ
Zu den Minderkörnern zählen: Koradūṣaka, Śyāmāka, Nīvāra, Śāntanu, Varaka, Uddālaka, Priyaṅgu, Madhūlikā, Nandīmukhī, Kuruvinda, Gavedhuka, Sarabaruka, Todayi, Pirṇī, Mukundaka, Veṇuyava und andere.
uṣṇāḥ kaṣāyamadhurā rūkṣāḥ kaṭuvipākinaḥ śleṣmaghnā baddhanisyandā vātapittaprakopaṇāḥ
Sie sind heiß in der Wirkkraft, herb-süß im Geschmack, trocken, scharf im *vipāka*, beseitigen *kapha*, hemmen den Ausfluss und erregen *vāta* und *pitta*.
kaṣāyamadhurasteṣāṃ śītaḥ pittāpahaḥ smṛtaḥ kodra vaśca sanīvāraḥ śyāmākaśca saśāntanuḥ
Unter ihnen gelten Kodrava mit Nīvāra sowie Śyāmāka mit Śāntanu als herb-süß, kühl und *pitta*-besänftigend.
kṛṣṇā raktāśca pītāśca śvetāścaiva priyaṅgavaḥ yathottaraṃ pradhānāḥ syū rūkṣāḥ kaphaharāḥ smṛtāḥ
Priyaṅgu gibt es in schwarzer, roter, gelber und weißer Farbe; sie werden der Reihe nach jeweils vorzüglicher, sind trocken und gelten als *kapha*-beseitigend.
madhūlī madhurā śītā snigdhā nandīmukhī tathā viśoṣī tatra bhūyiṣṭhaṃ varukaḥ samukundakaḥ
Madhūlī ist süß, kühl und ölig, ebenso Nandīmukhī, die zudem stark austrocknend wirkt; ebenso auch Varaka und Mukundaka.
rūkṣā veṇuyavā jñeyā vīryoṣṇā kaṭupākinaḥ baddhamūtrāḥ kaphaharāḥ kaṣāyā vātakopanāḥ
Veṇuyava ist als trocken zu erkennen, heiß in der Wirkkraft, scharf im *vipāka*, bewirkt festen Harngang, beseitigt *kapha*, ist herb und erregt *vāta*.
mudgavanamudgakalāyamakuṣṭhamasūramaṅgalyacaṇakasatīnatripuṭakahareṇvāḍhakīprabhṛtayo vaidalāḥ
Zu den Hülsenfrüchten zählen: Mudga, Vanamudga, Kalāya, Makuṣṭha, Masūra, Maṅgalya, Caṇaka, Satīna, Tripuṭaka, Hareṇu, Āḍhakī und andere.
kaṣāyamadhurāḥ śītāḥ kaṭupākā marutkarāḥ baddhamūtrapurīṣāśca pittaśleṣmaharāstathā
Sie sind herb-süß, kühl, scharf im *vipāka*, erregen *vāta*, bewirken festen Stuhl- und Harngang und beseitigen *pitta* und *kapha*.
nātyarthaṃ vātalāsteṣu mudgā dṛṣṭiprasādanāḥ pradhānā haritāstatra vanyā mudgasamāḥ smṛtāḥ
Unter ihnen erregen die Mudga-Bohnen *vāta* nicht übermäßig und klären das Augenlicht; die grünen sind darunter die besten, und die wilden Mudga gelten als den gewöhnlichen gleichwertig.
vipāke madhurāḥ proktā masūrā baddhavarcasaḥ makuṣṭhakāḥ kṛmikarāḥ kalāyāḥ pracurānilāḥ
Masūra gilt im *vipāka* als süß und bewirkt festen Stuhlgang, Makuṣṭha begünstigt pathogene Mikroorganismen, Kalāya vermehrt *vāta* reichlich.
āḍhakī kaphapittaghnī nātivātaprakopaṇī vātalāḥ śītamadhurāḥ sakaṣāyā virūkṣaṇāḥ
Āḍhakī beseitigt *kapha* und *pitta* und erregt *vāta* nicht übermäßig; die Hülsenfrüchte im Allgemeinen erregen *vāta*, sind kühl-süß, leicht herb und stark austrocknend.
kaphaśoṇitapittaghnāścaṇakāḥ puṃstvanāśanāḥ ta eva ghṛtasaṃyuktāstridoṣaśamanāḥ param
Caṇaka-Erbsen beseitigen *kapha*, Blut und *pitta*, mindern jedoch die Zeugungskraft; mit Ghee vermischt jedoch besänftigen sie alle drei *doṣa* trefflich.
hareṇavaḥ satīnāśca vijñeyā baddhavarcasaḥ ṛte mudgamasūrābhyāmanye tvādhmānakārakāḥ
Hareṇu und Satīna sind als stuhlfestigend zu erkennen; außer Mudga und Masūra verursachen die übrigen Hülsenfrüchte Blähungen.
māṣo gururbhinnapurīṣamūtraḥ snigdhoṣṇavṛṣyo madhuro'nilaghnaḥ saṃtarpaṇaḥ stanyakaro viśeṣādbalapradaḥ śukrakaphāvahaśca
Die Māṣa-Bohne ist schwer verdaulich, löst Stuhl und Harn, ist ölig, heiß, aphrodisisch und süß, besänftigt *vāta*, nährt kräftig, fördert die Muttermilch, verleiht besonders viel Kraft und mehrt Samen und *kapha*.
kaṣāyabhāvānna purīṣabhedī na mūtralo naiva kaphasya kartā svādurvipāke madhuro'lasāndraḥ saṃtarpaṇaḥ stanyarucipradaśca
Alasāndra ist wegen seines herben Anteils weder stuhllösend noch harntreibend noch *kapha*-erzeugend; er ist wohlschmeckend, im *vipāka* süß, nährend und fördert Muttermilch und Appetit.
māṣaiḥ samānaṃ phalamātmaguptamuktaṃ ca kākāṇḍaphalaṃ tathaiva āraṇyamāṣā guṇataḥ pradiṣṭā rūkṣāḥ kaṣāyā avidāhinaśca
Der Frucht der Māṣa-Bohne gleicht Ātmaguptā sowie ebenso die Frucht des Kākāṇḍa; die Wildmāṣa-Bohnen gelten den Eigenschaften nach als trocken, herb und nicht brennend.
uṣṇaḥ kulattho rasataḥ kaṣāyaḥ kaṭurvipāke kaphamārutaghnaḥ śukrāśmarīgulmaniṣūdanaśca sāṃgrāhikaḥ pīnasakāsahantā
Kulattha ist heiß in der Wirkkraft, herb im Geschmack, scharf im *vipāka*, beseitigt *kapha* und *vāta*, vertreibt Samenleiden, Blasensteine und Bauchgeschwülste, wirkt stopfend und heilt Schnupfen und Husten.
ānāhamedogudakīlahikkāśvāsāpahaḥ śoṇitapittakṛcca kaphasya hantā nayanāmayaghno viśeṣato vanyakulattha uktaḥ
Er beseitigt Blähungen, Fettleibigkeit, Analfisteln, Schluckauf und Atemnot, erzeugt jedoch Blut und *pitta*; der wilde Kulattha gilt als *kapha*-beseitigend und besonders als Heilmittel gegen Augenkrankheiten.
īṣatkaṣāyo madhuraḥ satiktaḥ sāṃgrāhikaḥ pittakarastathoṣṇaḥ tilo vipāke madhuro baliṣṭhaḥ snigdho vraṇe lepana eva pathyaḥ
Sesam ist leicht herb, süß und leicht bitter, wirkt stopfend, erzeugt *pitta*, ist heiß, im *vipāka* süß, sehr kräftigend, ölig und als Umschlag auf Wunden zuträglich.
dantyo'gnimedhājanano'lpamūtrastvacyo'tha keśyo'nilahā guruśca tileṣu sarveṣvasitaḥ pradhāno madhyaḥ sito hīnatarāstathā'nye
Er ist gut für die Zähne, fördert Verdauungsfeuer und Verstand, vermindert die Harnmenge, ist gut für die Haut und das Haar, besänftigt *vāta* und ist schwer verdaulich. Unter allen Sesamsorten ist der schwarze der beste, der mittlere ist mittelmäßig, der weiße und die übrigen sind geringer.
yavaḥ kaṣāyo madhuro himaśca kaṭurvipāke kaphapittahārī vraṇeṣu pathyastilavacca nityaṃ prabaddhamūtro bahuvātavarcāḥ
Gerste ist herb-süß, kühl, scharf im *vipāka*, beseitigt *kapha* und *pitta*, ist bei Wunden zuträglich wie Sesam, macht den Harn stets fest und mehrt *vāta* und Stuhlgang beträchtlich.
sthairyāgnimedhāsvaravarṇakṛcca sapicchilaḥ sthūlavilekhanaśca medomaruttṛḍharaṇo'tirūkṣaḥ prasādanaḥ śoṇitapittayośca
Sie verleiht Standfestigkeit, stärkt Verdauungsfeuer, Verstand, Stimme und Teint, ist leicht schleimig, schabt groben Belag ab, vermindert Fett, *vāta* und Durst, ist sehr trocken und klärend für Blut und *pitta*.
ebhirguṇairhīnataraistu kiṃcidvidyādyavebhyo'tiyavānaśeṣaiḥ godhūma ukto madhuro guruśca balyaḥ sthiraḥ śukrarucipradaśca
Man wisse, dass Atiyava-Gerste diese Eigenschaften in geringerem Maße besitzt als die gewöhnliche Gerste. Weizen gilt als süß, schwer verdaulich, kräftigend, festigend und fördert Samen und Appetit.
snigdho'tiśīto'nilapittahantā sandhānakṛcchleṣmakaraḥ saraśca rūkṣaḥ kaṣāyo viṣaśoṣaśukrabalāsadṛṣṭikṣayakṛdvidāhī
Er ist ölig, sehr kühl, besänftigt *vāta* und *pitta*, fördert die Wundheilung, erzeugt jedoch *kapha* und wirkt abführend; trocken und herb zehrt er dagegen wie Gift, mindert Samen, Kraft, Schleim und Sehkraft und verursacht Brennen.
kaṭurvipāke madhurastu śimbaḥ prabhinnaviṇmārutapittalaśca sitāsitāḥ pītakaraktavarṇā bhavanti ye'nekavidhāstu śimbāḥ
Śimba hingegen ist im *vipāka* süß trotz scharfen Geschmacks, löst den Stuhl und erregt *vāta* und *pitta*; die vielfältigen Śimba-Arten sind weiß, schwarz, gelb und rot gefärbt.
yathāditaste guṇataḥ pradhānā jñeyāḥ kaṭūṣṇā rasapākayośca sahādvayaṃ mūlakajāśca śimbāḥ kuśimbivallīprabhavāstu śimbāḥ
In der genannten Reihenfolge sind sie den Eigenschaften nach als vorzüglicher zu erkennen, scharf und heiß in Geschmack und *vipāka* zugleich; auch aus Rettich entstehen Schoten, und ebenso wachsen Schoten an der Kuśimbī-Ranke.
jñeyā vipāke madhurā rase ca balapradāḥ pittanibarhaṇāśca vidāhavantaśca bhṛśaṃ virūkṣā viṣṭabhya jīryantyanilapradāśca
Sie sind als im *vipāka* wie im Geschmack süß zu erkennen, kraftspendend, besänftigen *pitta*, verursachen jedoch heftiges Brennen, sind stark austrocknend, werden nur unter Beschwerden verdaut und erregen *vāta*.
rucipradāścaiva sudurjarāśca sarve smṛtā vaidalikāstu śimbāḥ kaṭurvipāke kaṭukaḥ kaphaghno vidāhibhāvādahitaḥ kusumbhaḥ
Sie fördern den Appetit, gelten jedoch alle als schwer verdaulich; unter den Hülsenfrüchten zählen sie zu den Schotengewächsen. Kusumbha ist scharf im *vipāka*, beseitigt *kapha*, ist jedoch wegen seiner brennenden Wirkung unzuträglich.
uṣṇā'tasī svādurasā'nilaghnī pittolbaṇā syāt kaṭukā vipāke pāke rase cāpi kaṭuḥ pradiṣṭaḥ siddhārthakaḥ śoṇitapittakopī
Lein ist heiß, wohlschmeckend, besänftigt *vāta*, vermehrt jedoch *pitta* stark und ist scharf im *vipāka*; weißer Senf gilt als scharf sowohl in Geschmack als auch *vipāka* und erregt Blut und *pitta*.
tīkṣṇoṣṇarūkṣaḥ kaphamārutaghna stathāguṇaścāsitasarṣapo'pi anārtavaṃ vyādhihatamaparyāgatameva ca abhūmijaṃ navaṃ cāpi na dhānyaṃ guṇavat smṛtam
Er ist scharf, heiß und trocken und beseitigt *kapha* und *vāta*; von gleicher Beschaffenheit ist auch schwarzer Senf. Getreide, das außerhalb seiner Jahreszeit reift, von Krankheit befallen, noch nicht ausgereift, nicht auf dem Feld gewachsen oder frisch geerntet ist, gilt nicht als eigenschaftsreich.
navaṃ dhānyamabhiṣyandi laghu saṃvatsaroṣitam vidāhi guru viṣṭambhi virūḍhaṃ dṛṣṭidūṣaṇam
Frisches Getreide verursacht Verschleimung, ist aber leicht verdaulich; ein Jahr gelagertes Getreide verursacht Brennen und ist schwer verdaulich und blähend; angekeimtes Getreide schädigt die Sehkraft.
śālyādeḥ sarṣapāntasya vividhasyāsya bhāgaśaḥ kālapramāṇasaṃskāramātrāḥ saṃparikīrtitāḥ
Für all diese vielfältigen Körner, von *śāli* bis Senf, wurden so, Gruppe für Gruppe, Erntezeit, Maß und Zubereitung dargelegt.
iti kudhānyavargaḥ atha māṃsavargaḥ ata ūrdhvaṃ māṃsavargānupadekṣyāmaḥ tadyathājaleśayā ānūpā grāmyāḥ kravyabhuja ekaśaphā jāṅgalāśceti ṣaṇmāṃsavargā bhavanti eteṣāṃ vargāṇāmuttarottarā pradhā-natamāḥ te punardvividhā jāṅgalā ānūpāśceti tatra jāṅgalavargo'ṣṭavidhaḥ ta-dyathājaṅghālā viṣkirāḥ pratudā guhāśayāḥ prasahāḥ parṇamṛgā bileśayā grāmyāśceti teṣāṃ jaṅghālaviṣkirau pradhānatamau
So endet die Gruppe der Minderkörner. Nun folgt die Gruppe der Fleischsorten. Im Weiteren wollen wir die Gruppe der Fleischsorten lehren, und zwar: Wassertiere, Sumpftiere, Haustiere, Raubtiere, Einhufer und Wildtiere des trockenen Landes — so gibt es sechs Fleischgruppen. Von diesen Gruppen ist jeweils die folgende der vorhergehenden überlegen. Sie gliedern sich wiederum in zwei Arten, Jāṅgala- und Ānūpa-Tiere. Die Jāṅgala-Gruppe umfasst acht Arten, nämlich: Langbeinige, Scharrvögel, Hackvögel, Höhlenbewohner, Krallentiere, Baumtiere, Erdlochbewohner und Haustiere. Von ihnen sind die Langbeinigen und die Scharrvögel die vorzüglichsten.
tāveṇahariṇarkṣakuraṅgakarālakṛtamālaśarabhaśvadaṃṣṭrāpṛṣatacāruṣkaramṛgamātṛkāprabhṛtayo jaṅghālā mṛgāḥ kaṣāyā madhurā laghavo vātapittaharāstīkṣṇā hṛdyā bastiśodhanāśca
Zu den langbeinigen Wildtieren zählen: Eṇa, Hariṇa, Ṛkṣa, Kuraṅga, Karāla, Kṛtamāla, Śarabha, Śvadaṃṣṭra, Pṛṣata, Cāruṣkara, Mṛgamātṛkā und andere; sie sind herb-süß, leicht verdaulich, beseitigen *vāta* und *pitta*, sind scharf, herzstärkend und reinigen die Harnblase.
kaṣāyamadhuro hṛdyaḥ pittāsṛkkapharogahā saṃgrāhī rocano balyasteṣāmeṇo jvarāpahaḥ
Unter ihnen ist Eṇa herb-süß, herzstärkend, heilt *pitta*-, Blut- und *kapha*-Erkrankungen, wirkt stopfend, appetitanregend, kräftigend und fiebersenkend.
madhuro madhuraḥ pāke doṣaghno'naladīpanaḥ śītalo baddhaviṇmūtraḥ sugandhirhariṇo laghuḥ
Hariṇa ist süß, auch im *vipāka* süß, beseitigt die *doṣa*, entfacht das Verdauungsfeuer, ist kühlend, bewirkt festen Stuhl- und Harngang, wohlriechend und leicht verdaulich.
eṇaḥ kṛṣṇastayorjñeyo hariṇastāmra ucyate yo na kṛṣṇo na tāmraśca kuraṅgaḥ so'bhidhīyate
Von diesen beiden ist Eṇa als schwarz zu erkennen, Hariṇa wird als kupferfarben bezeichnet; wer weder schwarz noch kupferfarben ist, wird Kuraṅga genannt.
śītā'sṛkpittaśamanī vijñeyā mṛgamātṛkā sannipātakṣayaśvāsakāsahikkārucipraṇut
Mṛgamātṛkā ist als kühl und blut- und *pitta*-besänftigend zu erkennen; sie vertreibt Sannipāta-Fieber, Schwindsucht, Atemnot, Husten, Schluckauf und Appetitlosigkeit.
lāvatittirikapiñjalavartīravartikāvartakanaptṛkāvārtīkacakorakalaviṅkamayū-rakrakaropacakrakukkuṭasāraṅgaśatapatrakutittirikuruvāhakayavālakaprabhṛtayastryāhalā viṣkirāḥ
Zu den Scharrvögeln zählen: Lāva, Tittiri, Kapiñjala, Vartīra, Vartikā, Vartaka, Naptṛkā, Vārtīka, Cakora, Kalaviṅka, Mayūra, Krakara, Upacakra, Kukkuṭa, Sāraṅga, Śatapatraka, Kuruvāhaka, Yavālaka und andere.
laghavaḥ śītamadhurāḥ kaṣāyā doṣanāśanāḥ saṃgrāhī dīpanaścaiva kaṣāyamadhuro laghuḥ lāvaḥ kaṭuvipākaśca sannipāte tu pūjitaḥ
Sie sind leicht verdaulich, kühl-süß, herb und beseitigen die *doṣa*; Lāva insbesondere ist stopfend, verdauungsfördernd, herb-süß, leicht verdaulich, scharf im *vipāka* und wird besonders bei Sannipāta-Fieber geschätzt.
īṃṣadguruṣṇamadhuro vṛṣyo medhāgnivardhanaḥ tittiriḥ sarvadoṣaghno grāhī varṇaprasādanaḥ
Tittiri ist leicht schwer verdaulich, heiß und süß, aphrodisisch, mehrt Verstand und Verdauungsfeuer, beseitigt alle *doṣa*, wirkt stopfend und klärt den Teint.
raktapittaharaḥ śīto laghuścāpi kapiñjalaḥ kaphottheṣu ca rogeṣu mandavāte ca śasyate
Kapiñjala beseitigt Blut und *pitta*, ist kühl und leicht verdaulich, und wird bei *kapha*-bedingten Krankheiten und bei mildem *vāta* empfohlen.
hikkāśvāsānilaharo viśeṣādgauratittiriḥ vātapittaharā vṛṣyā medhāgnibalavardhanāḥ
Der graue Tittiri beseitigt besonders Schluckauf, Atemnot und *vāta*; die verwandten Vögel dieser Art beseitigen *vāta* und *pitta*, sind aphrodisisch und mehren Verstand, Verdauungsfeuer und Kraft.
laghavaḥ krakarā hṛdyāstathā caivopacakrakāḥ kaṣāyaḥ svādulavaṇastvacyaḥ keśyo'rucau hitaḥ
Krakara und ebenso Upacakraka sind leicht verdaulich und herzstärkend; herb-süß-salzig, gut für die Haut und das Haar, sind sie bei Appetitlosigkeit zuträglich.
mayūraḥ svaramedhāgnidṛkśrotrendri yadārḍhyakṛt snigdhoṣṇo'nilahā vṛṣyaḥ svedasvarabalāvahaḥ
Der Pfau festigt Stimme, Verstand, Verdauungsfeuer sowie die Sinnesorgane von Auge und Ohr, ist ölig, heiß, besänftigt *vāta*, ist aphrodisisch und fördert Schweiß, Stimme und Kraft.
bṛṃhaṇaḥ kukkuṭo vanyastadvadgrāmyo gurustu saḥ vātarogakṣayavamīviṣamajvaranāśanaḥ
Das Fleisch des wilden Hahns ist kräftigend, ebenso das des Haushahns, doch dieser ist schwerer verdaulich; es beseitigt *vāta*-Erkrankungen, Schwindsucht, Erbrechen und unregelmäßiges Fieber.
kapotapārāvatabhṛṅgarājaparabhṛtakoyaṣṭikakuliṅgagṛhakuliṅgagokṣveḍakaḍiṇḍi-māṇavakaśatapatrakamātṛnindakabhedāśiśukasārikāvalgulīgiriśālaṭvālaṭṭūṣakasugṛhākhañjarīṭahārītadātyūhaprabhṛtayaḥ pratudāḥ
Zu den Hackvögeln zählen: Kapota, Pārāvata, Bhṛṅgarāja, Parabhṛtaka, Koyaṣṭika, Kuliṅga, Gṛhakuliṅga, Gokṣveḍaka, Ḍiṇḍimāṇavaka, Śatapatraka, Mātṛnindaka, Bhedāśi, Śuka, Sārikā, Valgulī, Giriśāla, Ṭvāla, Ṭṭūṣaka, Sugṛhā, Khañjarīṭa, Hārīta, Dātyūha und andere.
kaṣāyamadhurā rūkṣāḥ phalāhārā marutkarāḥ pittaśleṣmaharāḥ śītā baddhamūtrālpavarcasaḥ
Sie sind herb-süß, trocken, ernähren sich von Früchten, erregen *vāta*, beseitigen *pitta* und *kapha*, sind kühl und bewirken festen Harngang und spärlichen Stuhlgang.
sarvadoṣakarasteṣāṃ bhedāśī maladūṣakaḥ kaṣāyasvādulavaṇo guruḥ kāṇakapotakaḥ
Unter ihnen erregt Bhedāśi, der Kotfresser, alle *doṣa*; Kāṇakapotaka, die einäugige Taube, ist herb-süß-salzig und schwer verdaulich.
raktapittapraśamanaḥ kaṣāyaviśado'pi ca vipāke madhuraścāpi guruḥ pārāvataḥ smṛtaḥ
Pārāvata gilt als blut- und *pitta*-besänftigend, herb und klärend, im *vipāka* auch süß, aber schwer verdaulich.
kuliṅgo madhuraḥ snigdhaḥ kaphaśukravivardhanaḥ raktapittaharo veśmakuliṅgastvatiśukralaḥ
Kuliṅga ist süß, ölig und mehrt *kapha* und Samen; Veśmakuliṅga, der Haussperling, beseitigt Blut und *pitta* und mehrt Samen besonders stark.
siṃhavyāghravṛkatarakṣvṛkṣadvīpimārjāraśṛgālamṛgervārukaprabhṛtayo guhāśayāḥ
Zu den Höhlenbewohnern zählen: Löwe, Tiger, Wolf, Hyäne, Bär, Leopard, Katze, Schakal, Mṛgervāruka und andere.
madhurā guravaḥ snigdhā balyā mārutanāśanāḥ uṣṇavīryā hitā nityaṃ netraguhyavikāriṇām
Sie sind süß, schwer verdaulich, ölig, kräftigend und beseitigen *vāta*; heiß in ihrer Wirkkraft, sind sie stets zuträglich bei Störungen von Augen und Geschlechtsteilen.
kākakaṅkakuraracāṣabhāsaśaśaghātyulūkacilliśyenagṛdhraprabhṛtayaḥ prasahāḥ
Zu den Krallentieren zählen: Krähe, Kaṅka, Kurara, Cāṣa, Bhāsa, Śaśaghātin, Ulūka, Cilli, Śyena, Gṛdhra und andere.
ete siṃhādibhiḥ sarve samānā vāyasādayaḥ rasavīryavipākeṣu viśeṣācchoṣiṇe hitāḥ
Diese, angefangen bei der Krähe, gleichen in Geschmack, Wirkkraft und *vipāka* alle den Löwenartigen und sind besonders bei Auszehrung zuträglich.
madgumūṣikavṛkṣaśāyikāvakuśapūtighāsavānaraprabhṛtayaḥ parṇamṛgāḥ
Zu den Baumtieren zählen: Madgu, Mūṣika, Vṛkṣaśāyikā, Vakuśa, Pūtighāsa, Vānara und andere.
madhurā guravo vṛṣyāścakṣuṣyāḥ śoṣiṇe hitāḥ sṛṣṭamūtrapurīṣāśca kāsārśaḥśvāsanāśanāḥ
Sie sind süß, schwer verdaulich, aphrodisisch, gut für die Augen, bei Auszehrung zuträglich, lösen Harn und Stuhl und beseitigen Husten, Hämorrhoiden und Atemnot.
śvāvicchalyakagodhāśaśavṛṣadaṃśalopākalomaśakarṇakadalīmṛgapriṃyakājagara sarpa mūṣikanakulamahābabhruprabhṛtayo bileśayāḥ
Zu den Erdlochbewohnern zählen: Śvāvidh, Śalyaka, Godhā, Śaśa, Vṛṣadaṃśa, Lopāka, Lomaśakarṇa, Kadalīmṛga, Priṃyaka, Ajagara, Sarpa, Mūṣika, Nakula, Mahābabhru und andere.
varcomūtraṃ saṃhataṃ kuryurete vīrye coṣṇāḥ pūrvavat svādupākāḥ vātaṃ hanyuḥ śleṣmapitte ca kuryuḥ snigdhāḥ kāsaśvāsakārśyāpahāśca
Sie bewirken festen Stuhl- und Harngang, sind heiß in der Wirkkraft, wie zuvor wohlschmeckend im *vipāka*, beseitigen *vāta*, erregen jedoch *kapha* und *pitta*, sind ölig und beseitigen Husten, Atemnot und Abmagerung.
kaṣāyamadhurasteṣāṃ śaśaḥ pittakaphāpahaḥ nātiśītalavīryatvādvātasādhāraṇo mataḥ
Unter ihnen ist der Hase herb-süß und beseitigt *pitta* und *kapha*; da seine Wirkkraft nicht allzu kühlend ist, gilt er als für *vāta* neutral.
godhā vipāke madhurā kaṣāyakaṭukā smṛtā vātapittapraśamanī bṛṃhaṇī balavardhanī
Godhā gilt als herb-scharf, im *vipāka* süß, besänftigt *vāta* und *pitta*, ist kräftigend und mehrt die Kraft.
śalyakaḥ svādupittaghno laghuḥ śīto viṣāpahaḥ priṃyako mārute pathyo'jagarastvarśasāṃ hitaḥ
Śalyaka ist wohlschmeckend, beseitigt *pitta*, ist leicht verdaulich, kühl und giftvertreibend; Priṃyaka ist bei *vāta*-Erkrankungen zuträglich, und Ajagara ist bei Hämorrhoiden hilfreich.
durnāmāniladoṣaghnāḥ kṛmidūṣīviṣāpahāḥ cakṣuṣyā madhurāḥ pāke sarpā medhāgnivardhanāḥ
Schlangen beseitigen Hämorrhoiden und *vāta*-Erkrankungen, vertreiben pathogene Mikroorganismen, verdorbenes Blut und Gift, sind gut für die Augen, im *vipāka* süß und mehren Verstand und Verdauungsfeuer.
darvīkarā dīpakāśca teṣūktāḥ kaṭupākinaḥ madhurāścāticakṣuṣyāḥ sṛṣṭaviṇmūtramārutāḥ
Unter ihnen gelten die Hutschlangen als verdauungsfördernd und scharf im *vipāka*; die übrigen sind süß, besonders gut für die Augen und lösen Stuhl, Harn und *vāta*.
aśvāśvataragokharoṣṭrabastorabhramedaḥ pucchakaprabhṛtayo grāmyāḥ
Zu den Haustieren zählen: Pferd, Maultier, Rind, Esel, Kamel, Ziege, Schaf, Medaḥpucchaka und andere.
grāmyā vātaharāḥ sarve bṛṃhaṇāḥ kaphapittalāḥ madhurā rasapākābhyāṃ dīpanā balavardhanāḥ
Alle Haustiere beseitigen *vāta*, sind kräftigend, mehren *kapha* und *pitta*, sind süß in Geschmack und *vipāka*, fördern das Verdauungsfeuer und mehren die Kraft.
nātiśīto guruḥ snigdho mandapittakaphaḥ smṛtaḥ chagalastvanabhiṣyandī teṣāṃ pīnasanāśanaḥ
Ziegenfleisch gilt als nicht übermäßig kühl, schwer verdaulich, ölig, mit mildem Einfluss auf *pitta* und *kapha*; es verursacht unter ihnen keine Verschleimung und beseitigt Schnupfen.
bṛṃhaṇaṃ māṃsamaurabhraṃ pittaśleṣmāvahaṃ guru medaḥpucchodbhavaṃ vṛṣyamaurabhrasadṛśaṃ guṇaiḥ
Schaffleisch ist kräftigend, mehrt *pitta* und *kapha*, ist schwer verdaulich; das aus dem Fettschwanz stammende Fleisch ist aphrodisisch und dem Schaffleisch in seinen Eigenschaften gleichwertig.
śvāsakāsapratiśyāyaviṣamajvaranāśanam śramātyagnihitaṃ gavyaṃ pavitramanilāpaham
Rindfleisch beseitigt Atemnot, Husten, Schnupfen und unregelmäßiges Fieber, ist zuträglich bei Erschöpfung und übermäßig starkem Verdauungsfeuer, ist reinigend und besänftigt *vāta*.
aurabhravatsalavaṇaṃ māṃsamekaśaphodbhavam alpābhiṣyandyayaṃ vargo jāṅgalaḥ samudāhṛtaḥ
Das Fleisch der Einhufer ist salzig wie Schaffleisch und verursacht wenig Verschleimung. Damit ist die Gruppe der Jāṅgala-Tiere dargelegt.
dūre janāntanilayā dūre pānīyagocarāḥ ye mṛgāśca vihaṅgāśca te'lpābhiṣyandino matāḥ
Wildtiere und Vögel, die fern von menschlichen Siedlungen wohnen und fern von Gewässern ihr Weideland haben, gelten als wenig verschleimend.
atīvāsannanilayāḥ samīpodakagocarāḥ ye mṛgāśca vihaṅgāśca mahābhiṣyandinastu te
Wildtiere und Vögel hingegen, die ganz nah bei Siedlungen wohnen und in der Nähe von Gewässern weiden, verursachen starke Verschleimung.
ānūpavargastu pañcavidhaḥ tadyathākūlacarāḥ plavāḥ koṣasthāḥ pādino matsyāśceti
Die Gruppe der Sumpftiere umfasst fünf Arten, nämlich: Uferbewohner, Schwimmvögel, Muscheltiere, Kriechtiere und Fische.
tatra gajagavayamahiṣarurucamarasṛmararohitavarāhakhaṅgi gokarṇakāla pucchako dra nyaṅkvaraṇyagavayaprabhṛtayaḥ kūlacarāḥ paśavaḥ
Zu den Uferbewohnern zählen: Elefant, Gavaya, Büffel, Ruru, Camara, Sṛmara, Rohita, Varāha, Khaḍgin, Gokarṇa, Kālapucchaka, Dranyaṅku, Waldbüffel und andere.
vātapittaharā vṛṣyā madhurā rasapākayoḥ śītalā balinaḥ snigdhā mūtralāḥ kaphavardhanāḥ
Sie beseitigen *vāta* und *pitta*, sind aphrodisisch, süß in Geschmack und *vipāka*, kühlend, kräftigend, ölig, harntreibend und mehren *kapha*.
virūkṣaṇo lekhanaśca vīryoṣṇaḥ pittadūṣaṇaḥ svādvamlalavaṇasteṣāṃ gajaḥ śleṣmānilāpahaḥ
Unter ihnen ist Elefantenfleisch stark austrocknend, schabend, heiß in der Wirkkraft, verdirbt *pitta*, ist süß-sauer-salzig und beseitigt *kapha* und *vāta*.
gavayasya tu māṃsaṃ hi snigdhaṃ madhurakāsajit vipāke madhuraṃ cāpi vyavāyasya tu vardhanam
Das Fleisch des Gavaya ist ölig, süß, heilt Husten, ist auch im *vipāka* süß und mehrt das sexuelle Verlangen.
snigdhoṣṇamadhuro vṛṣyo mahiṣastarpaṇo guruḥ nidrā puṃstvabalastanyavardhano māṃsadārḍhyakṛt
Büffelfleisch ist ölig, heiß und süß, aphrodisisch, nährend, schwer verdaulich, fördert Schlaf, Manneskraft, Kraft und Muttermilch und festigt das Fleisch des Körpers.
rurormāṃsaṃ samadhuraṃ kaṣāyānurasaṃ smṛtam vātapittopaśamanaṃ guru śukravivardhanam
Das Fleisch des Ruru-Hirsches gilt als süß mit herbem Nebengeschmack, besänftigt *vāta* und *pitta*, ist schwer verdaulich und mehrt den Samen.
tathā camaramāṃsaṃ tu snigdhaṃ madhurakāsajit vipāke madhuraṃ cāpi vātapittapraṇāśanam
Ebenso ist das Fleisch des Camara ölig, süß, heilt Husten, ist auch im *vipāka* süß und vertreibt *vāta* und *pitta*.
sṛmarasya tu māṃsaṃ ca kaṣāyānurasaṃ smṛtam vātapittopaśamanaṃ guru śukravivardhanam
Das Fleisch des Sṛmara gilt ebenfalls als süß mit herbem Nebengeschmack, besänftigt *vāta* und *pitta*, ist schwer verdaulich und mehrt den Samen.
svedanaṃ bṛṃhaṇaṃ vṛṣyaṃ śītalaṃ tarpaṇaṃ guru śramānilaharaṃ snigdhaṃ vārāhaṃ balavardhanam
Schweinefleisch fördert das Schwitzen, ist kräftigend, aphrodisisch, kühlend, nährend, schwer verdaulich, ölig, beseitigt Erschöpfung und *vāta* und mehrt die Kraft.
kaphaghnaṃ khaṅgipiśitaṃ kaṣāyamanilāpaham pitryaṃ pavitramāyuṣyaṃ baddhamūtraṃ virūkṣaṇam
Nashornfleisch beseitigt *kapha*, ist herb und besänftigt *vāta*, ist bei den Ahnenriten geeignet, reinigend, lebensverlängernd, bewirkt festen Harngang und wirkt austrocknend.
gokarṇamāṃsaṃ madhuraṃ snigdhaṃ mṛdu kaphāvaham vipāke madhuraṃ cāpi raktapittavināśanam
Das Fleisch des Gokarṇa ist süß, ölig, mild, mehrt *kapha*, ist auch im *vipāka* süß und vertreibt Blut- und *pitta*-Störungen.
haṃsasārasakrauñcacakravākakurarakādambakāraṇḍavajīvañjīvakabakabalākāpu-ṇḍarīkaplavaśarārīmukhanandīmukhamadgūtkrośakācākṣamallikākṣaśuklākṣapu-ṣkaraśāyikākonālakāmbukukkuṭikāmegharāvaśvetavāralaprabhṛtayaḥ plavāḥ saṃghātacāriṇaḥ
Zu den in Schwärmen ziehenden Schwimmvögeln zählen: Haṃsa, Sārasa, Krauñca, Cakravāka, Kuraraka, Kādamba, Kāraṇḍava, Jīvañjīvaka, Baka, Balākā, Puṇḍarīka, Plava, Śarārīmukha, Nandīmukha, Madgu, Utkrośaka, Cākṣa, Mallikākṣa, Śuklākṣa, Puṣkaraśāyikā, Konālaka, Ambukukkuṭikā, Megharāva, Śvetavārala und andere.
raktapittaharāḥ śītāḥ snigdhā vṛṣyā marujjitaḥ sṛṣṭamūtrapurīṣāśca madhurā rasapākayoḥ
Sie beseitigen Blut- und *pitta*-Störungen, sind kühlend, ölig, aphrodisisch, besänftigen *vāta*, lösen Harn und Stuhl und sind süß in Geschmack und *vipāka*.
gurūṣṇamadhuraḥ snigdhaḥ svaravarṇabalapradaḥ bṛṃhaṇaḥ śukralasteṣāṃ haṃso vātavikāranut
Unter ihnen ist die Gans schwer verdaulich, heiß und süß, ölig, verleiht Stimme, Teint und Kraft, ist kräftigend, mehrt den Samen und beseitigt *vāta*-Störungen.
śaṅkhaśaṅkhanakaśuktiśambūkabhallūkaprabhṛtayaḥ kośasthāḥ
Zu den Muscheltieren zählen: Śaṅkha, Śaṅkhanaka, Śukti, Śambūka, Bhallūka und andere.
kūrmakumbhīrakarkaṭakakṛṣṇakarkaṭakaśiśumāraprabhṛtayaḥ pādinaḥ
Zu den Kriechtieren zählen: Kūrma, Kumbhīra, Karkaṭaka, Kṛṣṇakarkaṭaka, Śiśumāra und andere.
śaṅkhakūrmādayaḥ svādurasapākā marunnudaḥ śītāḥ snigdhā hitāḥ pitte varcasyāḥ śleṣmavardhanāḥ
Śaṅkha, Kūrma und die übrigen sind wohlschmeckend in Geschmack und *vipāka*, vertreiben *vāta*, sind kühlend, ölig, bei *pitta* zuträglich, fördern den Stuhlgang und mehren *kapha*.
kṛṣṇakarkaṭakasteṣāṃ balyaḥ koṣṇo'nilāpahaḥ śuklaḥ sandhānakṛt sṛṣṭaviṇmūtro'nilapittahā
Unter ihnen ist Kṛṣṇakarkaṭaka kräftigend, leicht heiß und besänftigt *vāta*; die weiße Sorte fördert die Wundheilung, löst Stuhl und Harn und besänftigt *vāta* und *pitta*.
matsyāstu dvividhā nādeyāḥ sāmudrā śca
Fische gibt es in zwei Arten: Flussfische und Meeresfische.
tatra nādeyāḥrohitapāṭhīnapāṭalārājīvavarmigomatsya kṛṣṇamatsyavāguñjāramuralasahasradaṃṣṭraprabhṛtayaḥ
Zu den Flussfischen zählen: Rohita, Pāṭhīna, Pāṭala, Rājīva, Varmin, Gomatsya, Kṛṣṇamatsya, Vāguñjāra, Murala, Sahasradaṃṣṭra und andere.
nādeyā madhurā matsyā guravo mārutāpahāḥ raktapittakarāścoṣṇā vṛṣyāḥ snigdhālpavarcasaḥ
Flussfische sind süß, schwer verdaulich, besänftigen *vāta*, erregen jedoch Blut und *pitta*, sind heiß, aphrodisisch, ölig und bewirken spärlichen Stuhlgang.
kaṣāyānurasasteṣāṃ śaṣpaśaivālabhojanaḥ rohito mārutaharo nātyarthaṃ pittakopanaḥ
Unter ihnen hat Rohita, der sich von jungem Gras und Algen ernährt, einen herben Nebengeschmack, besänftigt *vāta* und erregt *pitta* nicht übermäßig.
pāṭhīnaḥ śleṣmalo vṛṣyo nidrā luḥ piśitāśanaḥ dūṣayedra ktapittaṃ tu kuṣṭharogaṃ karotyasau muralo bṛṃhaṇo vṛṣyaḥ stanyaśleṣmakarastathā
Pāṭhīna, der sich fleischlich ernährt, mehrt *kapha*, ist aphrodisisch und macht schläfrig; er verdirbt jedoch Blut und *pitta* und verursacht Hautkrankheiten. Murala ist kräftigend und aphrodisisch und fördert ebenso Muttermilch und *kapha*.
sarastaḍāgasaṃbhūtāḥ snigdhāḥ svādurasāḥ smṛtāḥ mahāhradeṣu balinaḥ svalpe'mbhasyabalāḥ smṛtāḥ
Fische aus Seen und Teichen gelten als ölig und wohlschmeckend; in großen Wasserbecken sind sie kräftig, in wenig Wasser gelten sie als kraftlos.
timitimiṅgilakuliśapākamatsyanirulanandivāralakamakaragargakaracandrakama-hāmīnarājīvaprabhṛtayaḥ sāmudrāḥ
Zu den Meeresfischen zählen: Timi, Timiṅgila, Kuliśa, Pākamatsya, Nirula, Nandivāralaka, Makara, Gargakara, Candraka, Mahāmīna, Rājīva und andere.
sāmudrā guravaḥ snigdhā madhurā nātipittalāḥ uṣṇā vātaharā vṛṣyā varcasyāḥ śleṣmavardhanāḥ
Meeresfische sind schwer verdaulich, ölig, süß, erregen *pitta* nicht übermäßig, sind heiß, besänftigen *vāta*, sind aphrodisisch, fördern den Stuhlgang und mehren *kapha*.
balāvahā viśeṣeṇa māṃsāśitvāt samudra jāḥ samudra jebhyo nādeyā bṛṃhaṇatvādguṇottarāḥ
Meeresfische verleihen, weil sie sich von Fleisch ernähren, besonders viel Kraft; gegenüber den Meeresfischen sind die Flussfische durch ihre kräftigende Wirkung überlegen an Eigenschaften.
teṣāmapyanilaghnatvāccauṇṭyakaupyau guṇottarau snigdhatvāt svādupākatvāttayorvāpyāguṇādhikāḥ
Unter ihnen sind wiederum Cauṇṭyaka und Kaupya wegen ihrer *vāta*-besänftigenden Wirkung überlegen; und unter diesen beiden ist der aus stehendem Wasser stammende wegen seiner Öligkeit und seines wohlschmeckenden *vipāka* noch eigenschaftsreicher.
nādeyā guravo madhye yasmāt pucchāsyacāriṇaḥ sarastaḍāgajānāṃ tu viśeṣeṇa śiro laghu
Flussfische sind in der Körpermitte am schwersten, da sie sich mit Schwanz und Maul fortbewegend gegen die Strömung halten; bei den aus Seen und Teichen stammenden Fischen hingegen ist besonders der Kopf leicht verdaulich.
adūragocarā yasmāttasmādutsodapānajāḥ kiṃcinmuktvā śirodeśamatyarthaṃ guravastu te
Da sie sich nur in unmittelbarer Nähe aufhalten, sind die aus Brunnen und kleinen Wasserstellen stammenden Fische, mit Ausnahme des Kopfbereichs, überaus schwer verdaulich.
adhastādguravo jñeyā matsyāḥ sāgarasaṃbhavāḥ urovicaraṇātteṣāṃ pūrvamaṅgaṃ laghu smṛtam
Bei den aus dem Meer stammenden Fischen sind die unteren Teile als schwerer verdaulich zu erkennen; da sie sich mit der Brust fortbewegen, gilt bei ihnen der vordere Körperteil als leicht verdaulich.
ityānūpo mahāṣyandī māṃsavarga udīritaḥ
Damit ist die stark verschleimende Gruppe der Sumpf-Fleischsorten dargelegt.
tatra śuṣkapūtivyādhiviṣasarpahatadigdhaviddhajīrṇakṛśabā lānāmasātmyacā-riṇāṃ ca māṃsānyabhakṣyāṇi yasmādvigatavyāpannā pahatapariṇatālpāsaṃpūrṇavīryatvāddoṣakarāṇi bhavanti ebhyo'nyeṣāmupādeyaṃ māṃsamiti
Dabei ist das Fleisch von getrockneten, verfaulten, kranken, an Gift oder Schlangenbiss gestorbenen, mit Gift bestrichenen oder durchbohrten, alten, abgemagerten oder jungen Tieren sowie von Tieren, die sich unzuträglich ernähren, ungenießbar; denn da es verdorben, faulig, geschädigt, überreif oder von unvollständiger, geringer Wirkkraft ist, verursacht es Störungen der *doṣa*. Genießbar ist demnach nur das Fleisch außer diesen.
arocakaṃ pratiśyāyaṃ guru śuṣkaṃ prakīrtitam viṣavyādhihataṃ mṛtyuṃ bālaṃ chardiṃ ca kopayet
Getrocknetes Fleisch gilt als appetithemmend, schnupfenerregend und schwer verdaulich; das Fleisch von durch Gift oder Krankheit getöteten Tieren kann den Tod verursachen, und das Fleisch junger Tiere kann Erbrechen hervorrufen.
kāsaśvāsakaraṃ vṛddhaṃ tridoṣaṃ vyādhidūṣitam klinnamutkleśajananaṃ kṛśaṃ vātaprakopaṇam
Das Fleisch alter Tiere verursacht Husten und Atemnot und erregt alle drei *doṣa*; Fleisch von kranken Tieren ist verdorben, feuchtes Fleisch erregt Übelkeit, und das Fleisch abgemagerter Tiere erregt *vāta*.
striyaścatuṣpātsu pumāṃso vihaṅgeṣu mahāśarīreṣvalpaśarīrāḥ alpaśarīreṣu mahā-śarīrāḥ pradhānatamāḥevamekajātīyānāṃ mahāśarīrebhyaḥ kṛśaśarīrāḥ pradhānatamāḥ
Bei Vierfüßlern sind die Weibchen, bei Vögeln die Männchen die vorzüglichsten; bei großwüchsigen Tieren sind die kleinwüchsigen, bei kleinwüchsigen Tieren die großwüchsigen Exemplare am vorzüglichsten; ebenso gelten innerhalb derselben Art gegenüber den großwüchsigen die schlankeren Tiere als am vorzüglichsten.
sthānādikṛtaṃ māṃsasya gurulāghavamupadekṣyāmaḥ tathadyāraktādiṣu śukrānteṣu dhātuṣūttarottarā gurutarāḥ tathā sakthiskandhakroḍaśiraḥpādakarakaṭīpṛṣṭhacarmakaleyakayakṛdantrāṇi
Nun wollen wir lehren, wie sich Schwere und Leichtigkeit des Fleisches nach Körperregion und anderen Merkmalen bestimmen: So sind unter den Geweben, angefangen bei Blut bis hin zum Samen, jeweils die nachfolgenden schwerer verdaulich als die vorhergehenden; ebenso nimmt die Schwere zu bei Schenkel, Schulter, Brustkorb, Kopf, Fuß, Hand, Hüfte, Rücken, Haut, Milz, Leber und Eingeweiden.
śiraḥ skandhaṃ kaṭī pṛṣṭhaṃ sakthinī cātmapakṣayoḥ guru pūrvaṃ vijānīyāddhātavastu yathottaram
Von Kopf, Nacken, Hüfte, Rücken und den beiden Schenkeln auf der eigenen Körperseite soll man wissen, dass unter den Geweben jeweils das zuerst genannte schwerer ist als das nachfolgende.
sarvasya prāṇino dehe madhyo gururudāhṛtaḥ pūrvabhāgo guruḥ puṃsāmadhobhāgastu yoṣitām
Im Körper jedes Lebewesens gilt die Körpermitte als schwer; bei männlichen Wesen ist der vordere Körperteil schwer, bei weiblichen der untere Teil.
urogrīvaṃ vihaṅgānāṃ viśeṣeṇa guru smṛtam pakṣotkṣepātsamo dṛṣṭo madhyabhāgastu pakṣiṇām
Bei Vögeln gelten Brust und Hals als besonders schwer; durch das Heben der Flügel erscheint der mittlere Teil der Vögel als ausgeglichen, mittelschwer.
atīva rūkṣaṃ māṃsaṃ tu vihaṅgānāṃ phalāśinām bṛṃhaṇaṃ māṃsamatyarthaṃ khagānāṃ piśitāśinām
Das Fleisch früchtefressender Vögel ist überaus trocken, das fleischfressender Vögel dagegen äußerst kräftigend.
matsyāśināṃ pittakaraṃ vātaghnaṃ dhānyacārinām jalajānūpajā grāmyā kravyādaikaśaphāstathā
Das Fleisch fischfressender Vögel erregt *Pitta* (den Hitze- bzw. Feuer-Doṣa, einen der drei Körpersäfte), das körnerfressender besänftigt *Vāta* (den Wind- bzw. Bewegungs-Doṣa). Dazu kommen Wasser- und Sumpftiere, Haustiere, fleischfressende Raubtiere und Einhufer.
prasahā bilavāsāśca ye ca jaṅghālasaṃjñitāḥ pratudā viṣkirāścaiva laghavaḥ syuryathottaram alpābhiṣyandinaścaiva yathāpūrvamato'nyathā
Ferner gibt es Räuber, Höhlenbewohner und die sogenannten Langbeinigen, Picker und Scharrvögel; sie werden in dieser Reihenfolge leichter, und ebenso nimmt ihre Neigung, Verschleimung zu verursachen, in derselben Reihenfolge ab, während es in umgekehrter Richtung anders ist.
pramāṇādhikāstu svajātāvalpasārā guravaśca sarvaprāṇināṃ sarvaśarīrebhyaḥ pra-dhānatamā bhavanti yakṛtpradeśavartinastānādadītā pradhānālābhe madhyamavayaskaṃ sadyaskamakliṣṭamupādeyaṃ māṃsamiti
Innerhalb der eigenen Art sind größere Tiere ärmer an Kraftstoff und schwerer verdaulich. Von allen Körperteilen sämtlicher Lebewesen gilt der Bereich um die Leber als der bei weitem wichtigste; diesen soll man wählen. Ist der wichtigste Teil nicht erhältlich, soll man Fleisch von mittlerem Alter, frisch geschlagen und unverdorben, verwenden.
bhavati cātra caraḥ śarīrāvayavāḥ svabhāvo dhātavaḥ kriyā liṅgaṃ pramāṇaṃ saṃskāro mātrā cāsmin parīkṣyate
Hierzu gibt es einen Merkvers: Lebensraum, Körperteile, Wesensart, Gewebe, Tätigkeit, Kennzeichen, Größe, Zubereitung und Menge - all dies ist beim Fleisch zu prüfen.
iti māṃsavargaḥ atha phalavargaḥ ata ūrdhvaṃ phalānyupadekṣyāmaḥ tadyathādāḍimāmalakabadarakolakarkandhusau-vīrasiñcitikāphalakapitthamātuluṅgāmrāmrā taka karamarda priyālanāraṅgajambī-ralakucabhavyapārāvatavetraphalaprācīnāmalakatintiḍīka nīpakośāmrāmlī kāprabhṛtīni
Damit endet der Abschnitt über das Fleisch. Nun folgt der Abschnitt über die Früchte. Im Weiteren werden wir die Früchte darlegen, nämlich Dāḍima (Granatapfel), Āmalaka, Badara, Kola-Karkandhu, Sauvīra, Siñcitikā, die Frucht des Kapittha, Mātuluṅga (Zitronatzitrone), Āmra (Mango), Āmrātaka, Karamarda, Priyāla, Nāraṅga (Orange), Jambīra, Lakuca, Bhavya, Pārāvata, die Frucht des Vetra, Prācīnāmalaka, Tintiḍīka, Nīpa, Kośāmra, Amlīkā und ähnliche.
amlāni rasataḥ pāke gurūṇyuṣṇāni vīryataḥ pittalānyanilaghnāni kaphotkleśakarāṇi ca
Sie sind im Geschmack sauer, im *Vipāka* (der Wirkung, die eine Speise nach abgeschlossener Verdauung entfaltet) schwer und ihrer Kraft nach heiß; sie erregen *Pitta*, besänftigen *Vāta* und lassen *Kapha* (den Schleim- bzw. Struktur-Doṣa) aufwallen.
kaṣāyānurasaṃ teṣāṃ dāḍimaṃ nātipittalam dīpanīyaṃ rucikaraṃ hṛdyaṃ varcovibandhanam
Unter ihnen hat der Granatapfel einen herben Nebengeschmack, erregt *Pitta* nicht übermäßig, regt das Verdauungsfeuer an, macht Appetit, stärkt das Herz und hemmt den Stuhlgang.
dvividhaṃ tattu vijñeyaṃ madhuraṃ cāmlameva ca tridoṣaghnaṃ tu madhuramamlaṃ vātakaphāpaham
Man unterscheidet ihn in zwei Arten, süß und sauer. Der süße besänftigt alle drei *Doṣa* (die Körpersäfte *Vāta*, *Pitta* und *Kapha*), der saure *Vāta* und *Kapha*.
amlaṃ samadhuraṃ tiktaṃ kaṣāyaṃ kaṭukaṃ saram cakṣuṣyaṃ sarvadoṣaghnaṃ vṛṣyamāmalakīphalam
Die Frucht des Āmalaka ist sauer, zugleich süß, bitter, herb und scharf, wirkt abführend, stärkt die Augen, besänftigt alle *Doṣa* und wirkt aphrodisierend.
hanti vātaṃ tadamlatvāt pittaṃ mādhuryaśaityataḥ kaphaṃ rūkṣakaṣāyatvāt phalebhyo'bhyadhikaṃ ca tat
Sie vertreibt *Vāta* durch ihre Säure, *Pitta* durch ihre Süße und Kühle und *Kapha* durch ihre Trockenheit und Herbheit - und übertrifft darin alle anderen Früchte.
karkandhukolabadaramāmaṃ pittakaphāvaham pakvaṃ pittānilaharaṃ snigdhaṃ samadhuraṃ saram
Die Karkandhu-, Kola- und Badara-Jujube erregen unreif *Pitta* und *Kapha*, reif dagegen besänftigen sie *Pitta* und *Vāta*; sie sind dann ölig, zugleich süß und abführend.
purātanaṃ tṛṭśamanaṃ śramaghnaṃ dīpanaṃ laghu sauvīraṃ badaraṃ snigdhaṃ madhuraṃ vātapittajit
Die gelagerte Jujube stillt den Durst, vertreibt Erschöpfung, regt das Verdauungsfeuer an und ist leicht; die Sauvīra-Jujube ist ölig, süß und besänftigt *Vāta* und *Pitta*.
kaṣāyaṃ svādu saṃgrāhi śītaṃ siñcitikāphalam āmaṃ kapitthamasvaryaṃ kaphaghnaṃ grāhi vātalam
Die Frucht der Siñcitikā ist herb, wohlschmeckend, stopfend und kühlend. Die unreife Kapittha-Frucht schadet der Stimme, vertreibt *Kapha*, wirkt stopfend und erregt *Vāta*.
kaphānilaharaṃ pakvaṃ madhurāmlarasaṃ guru śvāsakāsāruciharaṃ tṛṣṇāghnaṃ kaṇṭhaśodhanam
Reif besänftigt sie *Kapha* und *Vāta*, schmeckt süß-sauer und ist schwer; sie vertreibt Atemnot, Husten und Appetitlosigkeit, stillt den Durst und reinigt den Rachen.
laghvamlaṃ dīpanaṃ hṛdyaṃ mātuluṅgamudāhṛtam tvak tiktā durjarā tasya vātakrimikaphāpahā
Die Zitronatzitrone gilt als leicht, sauer, verdauungsanregend und herzstärkend; ihre Schale ist bitter, schwer verdaulich und vertreibt *Vāta*, Würmer und *Kapha*.
svādu śītaṃ guru snigdhaṃ māṃsaṃ mārutapittajit medhyaṃ śūlānilacchardikaphārocakanāśanam
Ihr Fruchtfleisch ist wohlschmeckend, kühlend, schwer und ölig, besänftigt *Vāta* und *Pitta*, fördert den Geist und vertreibt Stechschmerz, *Vāta*, Erbrechen, *Kapha* und Appetitlosigkeit.
dīpanaṃ laghu saṃgrāhi gulmārśoghnaṃ tu kesaram śūlājīrṇavibandheṣu mande'gnau kaphamārute
Die Faser der Mangofrucht regt das Verdauungsfeuer an, ist leicht und stopfend und vertreibt Bauchgeschwulst und Hämorrhoiden; bei Stechschmerz, Verdauungsstörung, Stuhlverhaltung, schwachem Verdauungsfeuer sowie bei *Kapha* und *Vāta*
arucau ca viśeṣeṇa rasastasyopadiśyate pittānilakaraṃ bālaṃ pittalaṃ baddhakesaram
und besonders bei Appetitlosigkeit wird ihr Saft empfohlen. Die unreife Mango erregt *Pitta* und *Vāta*, die mit fester, gebundener Faser erregt *Pitta*.
hṛdyaṃ varṇakaraṃ rucyaṃ raktamāṃsabalapradam kaṣāyānurasaṃ svādu vātaghnaṃ bṛṃhaṇaṃ guru
Die reife Mango ist herzstärkend, verbessert den Teint, macht Appetit und mehrt Blut, Fleisch und Kraft; sie hat einen herben Nebengeschmack, ist wohlschmeckend, besänftigt *Vāta*, wirkt kräftigend und ist schwer.
pittāvirodhi saṃpakvamāmraṃ śukravivardhanam bṛṃhaṇaṃ madhuraṃ balyaṃ guru viṣṭabhya jīryati
Die vollreife Mango steht *Pitta* nicht entgegen, mehrt den Samen, kräftigt auf, ist süß, kraftgebend und schwer; sie verdaut sich erst nach einer Phase der Stauung.
āmrātakaphalaṃ vṛṣyaṃ sasnehaṃ śleṣmavardhanam tridoṣaviṣṭambhakaraṃ lakucaṃ śukranāśanam
Die Frucht des Āmrātaka wirkt aphrodisierend, ist ölig und mehrt *Kapha*; der Lakuca erregt alle drei *Doṣa*, verursacht Stauung und mindert den Samen.
amlaṃ tṛṣāpahaṃ rucyaṃ pittakṛt karamardakam vātapittaharaṃ vṛṣyaṃ priyālaṃ guru śītalam
Die Karamarda ist sauer, stillt den Durst, macht Appetit und erregt *Pitta*; der Priyāla besänftigt *Vāta* und *Pitta*, wirkt aphrodisierend, ist schwer und kühlend.
hṛdyaṃ svādu kaṣāyāmlaṃ bhavyamāsyaviśodhanam pittaśleṣmaharaṃ grāhi guru viṣṭambhi śītalam
Der Bhavya ist herzstärkend, wohlschmeckend, herb-sauer und reinigt den Mund; er besänftigt *Pitta* und *Kapha*, wirkt stopfend, ist schwer, staut und kühlt.
pārāvataṃ samadhuraṃ rucyamatyagnivātanut garadoṣaharaṃ nīpaṃ prācīnāmalakaṃ tathā
Der Pārāvata ist zugleich süß, macht Appetit und lindert übermäßiges Verdauungsfeuer sowie *Vāta*; der Nīpa und ebenso der Prācīnāmalaka heben die schädliche Wirkung von Gift auf.
vātāpahaṃ tintiḍīkamāmaṃ pittabalāsakṛt grāhyuṣṇaṃ dīpanaṃ rucyaṃ saṃpakvaṃ kaphavātanut
Die Tamarinde vertreibt *Vāta*; unreif erregt sie *Pitta* und *Kapha*, wirkt zugleich stopfend, ist heiß, verdauungsanregend und appetitmachend; reif besänftigt sie *Kapha* und *Vāta*.
tasmādalpāntaraguṇaṃ kośāmraphalamucyate amlīkāyāḥ phalaṃ pakvaṃ tadvadbhedi tu kevalam
Die Frucht des Kośāmra gilt der Tamarinde in ihren Eigenschaften nur wenig unähnlich; die reife Frucht der Amlīkā ist ebenso, wirkt jedoch zusätzlich abführend.
amlaṃ samadhuraṃ hṛdyaṃ viśadaṃ bhaktarocanam vātaghnaṃ durjaraṃ proktaṃ nāraṅgasya phalaṃ guru
Die Frucht der Orange gilt als sauer, zugleich süß, herzstärkend, klärend, appetitanregend und *Vāta* besänftigend, ist jedoch schwer verdaulich und gewichtig.
tṛṣṇāśūlakaphotkleśacchardiśvāsanivāraṇam vātaśleṣmavibandhaghnaṃ jambīraṃ guru pittakṛt erāvataṃ dantaśaṭhamamlaṃ śoṇitapittakṛt
Die Jambīra-Frucht wehrt Durst, Stechschmerz, Aufwallen von *Kapha*, Erbrechen und Atemnot ab und löst die durch *Vāta* und *Kapha* verursachte Stuhlverhaltung, ist aber schwer und erregt *Pitta*. Die Erāvata-Frucht stumpft die Zähne ab, ist sauer und erregt Blut und *Pitta*.
kṣīravṛkṣaphalajāmbavarājādanatodanaśītaphalatindukabakuladhanvanāśmantakā śvakarṇaphalguparūṣakagāṅgerukīpuṣkaravartibilvabimbīprabhṛtīni
Nun folgen die Früchte der Milchbäume, Jambū, Rājādana, Todana, Śītaphala, Tinduka, Bakula, Dhanvana, Aśmantaka, Aśvakarṇa, Phalgu, Paruṣaka, Gāṅgerukī, Puṣkaravarti, Bilva, Bimbī und ähnliche.
phalānyetāni śītāni kaphapittaharāṇi ca sraṃgāhakāṇi rūkṣāṇi kaṣāyamadhurāṇi ca
Diese Früchte sind kühlend, besänftigen *Kapha* und *Pitta*, wirken teils ausscheidungsfördernd, teils stopfend, sind trocken sowie herb und süß.
kṣīravṛkṣaphalaṃ teṣāṃ guru viṣṭambhi śītalam kaṣāyaṃ madhuraṃ sāmlaṃ nātimārutakopanam
Unter ihnen ist die Frucht der Milchbäume schwer, staut, kühlt, ist herb, süß und leicht sauer, ohne *Vāta* übermäßig zu erregen.
atyarthaṃ vātalaṃ grāhi jāmbavaṃ kaphapittajit snigdhaṃ svādu kaṣāyaṃ ca rājādanaphalaṃ guru
Die Jambū-Frucht erregt *Vāta* sehr stark, wirkt stopfend und besänftigt *Kapha* und *Pitta*; die Frucht des Rājādana ist ölig, wohlschmeckend, herb und schwer.
kaṣāyaṃ madhuraṃ rūkṣaṃ todanaṃ kaphavātajit amloṣṇaṃ laghu saṃgrāhi snigdhaṃ pittāgnivardhanam
Der Todana ist herb, süß und trocken und besänftigt *Kapha* und *Vāta*; der Śītaphala ist sauer-heiß, leicht, stopfend und ölig und stärkt *Pitta* und das Verdauungsfeuer.
āmaṃ kaṣāyaṃ saṃgrāhi tindukaṃ vātakopanam vipāke guru saṃpakvaṃ madhuraṃ kaphapittajit
Der unreife Tinduka ist herb, stopfend und erregt *Vāta*; im *Vipāka* ist er schwer, reif dagegen süß, und er besänftigt *Kapha* und *Pitta*.
madhuraṃ ca kaṣāyaṃ ca snigdhaṃ saṃgrāhi bākulam sthirīkaraṃ ca dantānāṃ viśadaṃ phalamucyate
Die Frucht des Bakula gilt als süß, herb, ölig, stopfend, festigend für die Zähne und klärend.
sakaṣāyaṃ himaṃ svādu dhānvanaṃ kaphavātajit tadvadgāṅgerukaṃ vidyādaśmantakaphalāni ca
Die Frucht des Dhanvana ist herb, kühlend und wohlschmeckend und besänftigt *Kapha* und *Vāta*; ebenso soll man es von der Gāṅgerukī und den Früchten des Aśmantaka wissen.
viṣṭambhi madhuraṃ snigdhaṃ phalgujaṃ tarpaṇaṃ guru atyamlamīṣanmadhuraṃ kaṣāyānurasaṃ laghu
Die Frucht des Phalgu wirkt stauend, süß, ölig, sättigend und ist schwer; der Paruṣaka ist stark sauer, leicht süß, mit herbem Nebengeschmack und leicht verdaulich.
vātaghnaṃ pittajanamāmaṃ vidyāt paruṣakam tadeva pakvaṃ madhuraṃ vātapittanibarhaṇam
Man wisse, dass der unreife Paruṣaka *Vāta* besänftigt und *Pitta* erzeugt; derselbe ist reif süß und unterdrückt *Vāta* und *Pitta*.
vipāke madhuraṃ śītaṃ raktapittaprasādanam pauṣkaraṃ svādu viṣṭambhi balyaṃ kaphakaraṃ phalam
Im *Vipāka* ist er süß und kühlend und klärt Blut und *Pitta*. Die Frucht der Puṣkaravarti ist wohlschmeckend, stauend, kraftgebend und erregt *Kapha*.
kaphānilaharaṃ tīkṣṇaṃ snigdhaṃ saṃgrāhi dīpanam kaṭutiktakaṣāyoṣṇaṃ bālaṃ bilvamudāhṛtam
Die unreife Bilva-Frucht gilt als scharf, herb, bitter und heiß, besänftigt *Kapha* und *Vāta*, ist durchdringend, ölig, stopfend und verdauungsanregend.
vidyāttadeva saṃpakvaṃ madhurānurasaṃ guru vidāhi viṣṭambhakaraṃ doṣakṛt pūtimārutam
Dieselbe Frucht soll man reif als süß im Nebengeschmack, schwer, brennend, stauend, die *Doṣa* erregend und Blähungen verursachend erkennen.
bimbīphalaṃ sāśvakarṇaṃ stanyakṛt kaphapittajit tṛḍdāhajvarapittāsṛkkāsaśvāsakṣayāpaham
Die Frucht der Bimbī und ebenso die des Aśvakarṇa fördern die Muttermilch, erregen *Kapha* und *Pitta* und vertreiben Durst, Brennen, Fieber, *Pitta*, Blutandrang, Husten, Atemnot und Auszehrung.
tālanālikerapanasamocaprabhṛtīni
Nun folgen die Frucht der Palmyrapalme, die Kokosnuss, die Jackfrucht, die Frucht der Moca-Banane und ähnliche.
svādupākarasānyāhurvātapittahāṇi ca balapradāni snigdhāni bṛṃhaṇāni himāni ca
Man sagt, dass sie im Geschmack und im *Vipāka* süß sind, *Vāta* und *Pitta* besänftigen, Kraft geben, ölig, kräftigend und kühlend sind.
phalaṃ svādurasaṃ teṣāṃ tālajaṃ guru pittajit tadbījaṃ svādupākaṃ tu mūtralaṃ vātapittajit
Unter ihnen ist die Frucht der Palmyrapalme wohlschmeckend, schwer und besänftigt *Pitta*; ihr Samen ist süß im *Vipāka*, harntreibend und besänftigt *Vāta* und *Pitta*.
nālikeraṃ guru snigdhaṃ pittaghnaṃ svādu śītalam balamāṃsapradaṃ hṛdyaṃ bṛṃhaṇaṃ bastiśodhanam
Die Kokosnuss ist schwer, ölig, *Pitta* besänftigend, wohlschmeckend und kühlend; sie gibt Kraft und Fleisch, ist herzstärkend, kräftigend und reinigt die Harnblase.
panasaṃ sakaṣāyaṃ tu snigdhaṃ svādurasaṃ guru maucaṃ svādurasaṃ proktaṃ kaṣāyaṃ nātiśītalam raktapittaharaṃ vṛṣyaṃ rucyaṃ śleṣmakaraṃ guru
Die Jackfrucht ist zugleich herb, ölig, wohlschmeckend und schwer; die Frucht der Moca-Banane gilt als wohlschmeckend, herb, nicht allzu kühlend, besänftigt Blut und *Pitta*, wirkt aphrodisierend und appetitanregend, erregt jedoch *Kapha* und ist schwer.
drā kṣākāśmaryamadhūkapuṣpakharjūraprabhṛtīni
Nun folgen die Weintraube, die Kāśmarya-Frucht, die Blüte des Madhūka-Baumes, die Dattel und ähnliche.
raktapittaharāṇyāhurgurūṇi madhurāṇi ca teṣāṃ drā kṣā sarā svaryā madhurā snigdhaśītalā
Man sagt, dass sie Blut und *Pitta* besänftigen, schwer und süß sind. Unter ihnen wirkt die Weintraube abführend, stärkt die Stimme, ist süß, ölig und kühlend.
raktapittajvaraśvāsatṛṣṇādāhakṣayāpahā hṛdyaṃ mūtravibandhaghnaṃ pittāsṛgvātanāśanam
Sie vertreibt Blutandrang, *Pitta*, Fieber, Atemnot, Durst, Brennen und Auszehrung, ist herzstärkend, löst Harnverhaltung und beseitigt *Pitta*, Blut und *Vāta*.
keśyaṃ rasāyanaṃ medhyaṃ kāśmaryaṃ phalamucyate kṣatakṣayāpahaṃ hṛdyaṃ śītalaṃ tarpaṇaṃ guru
Die Frucht der Kāśmarya gilt als haarfördernd, verjüngend und geistesfördernd; sie vertreibt Wunden und Auszehrung, ist herzstärkend, kühlend, sättigend und schwer.
rase pāke ca madhuraṃ khārjūraṃ raktapittanut bṛṃhaṇīyamahṛdyaṃ ca madhūkakusumaṃ guru vātapittopaśamanaṃ phalaṃ tasyopadiśyate
Die Dattel ist im Geschmack und im *Vipāka* süß und beseitigt Blutandrang und *Pitta*. Die Blüte des Madhūka-Baumes ist kräftigend, dem Herzen jedoch nicht zuträglich, und schwer; von ihrer Frucht wird gesagt, dass sie *Vāta* und *Pitta* besänftigt.
vātāmākṣoḍābhiṣukaniculapicunikocakorumāṇaprabhṛtīni
Nun folgen die Vātāma-Mandel, die Walnuss, Abhiṣuka, Nicula, Picu, Nikoca, Korumāṇa und ähnliche.
pittaśleṣmaharāṇyāhuḥ snigdhoṣṇāni gurūṇi ca bṛṃhaṇānyanilaghnāni balyāni madhurāṇi ca
Man sagt, dass sie *Pitta* und *Kapha* besänftigen, ölig, heiß und schwer sind, kräftigend, *Vāta* besänftigend, kraftgebend und süß.
kaṣāyaṃ kaphapittaghnaṃ kiṃcittiktaṃ rucipradam hṛdyaṃ sugandhi viśadaṃ lavalīphalamucyate
Die Frucht der Lavalī gilt als herb, *Kapha* und *Pitta* besänftigend, leicht bitter, appetitanregend, herzstärkend, wohlriechend und klärend.
vasiraṃ śītapākyaṃ ca sāruṣkaranibandhanam viṣṭambhi durjaraṃ rūkṣaṃ śītalaṃ vātakopanam
Der Vasira ist im *Vipāka* kühlend und mit der Āruṣkara-Frucht verwandt; er staut, ist schwer verdaulich, trocken, kühlend und erregt *Vāta*.
vipāke madhuraṃ cāpi raktapittaprasādanan erāvataṃ dantaśaṭhamamlaṃ śoṇitapittakṛt
Im *Vipāka* ist er jedoch süß und klärt Blut und *Pitta*. Die Erāvata-Frucht stumpft die Zähne ab, ist sauer und erregt Blut und *Pitta*.
śītaṃ kaṣāyaṃ madhuraṃ ṭaṅkaṃ mārutakṛdguru snigdhoṣṇaṃ tiktamadhuraṃ vātaśleṣmaghnamaiṅgudam
Der Ṭaṅka ist kühlend, herb und süß, erregt jedoch *Vāta* und ist schwer; die Ingudi-Frucht ist ölig, heiß, bitter-süß und besänftigt *Vāta* und *Kapha*.
śamīphalaṃ guru svādu rūkṣoṣṇaṃ keśanāśanam guru śleṣmātakaphalaṃ kaphakṛnmadhuraṃ himam
Die Frucht der Śamī ist schwer, wohlschmeckend, trocken, heiß und schädigt das Haar; die Frucht des Śleṣmātaka ist schwer, erregt *Kapha*, ist süß und kühlend.
karīrākṣikapīlūni tṛṇaśūnyaphalāni ca svādutiktakaṭūṣṇāni kaphavātaharāṇi ca
Karīra, Akṣīka, Pīlu und die Früchte des Tṛṇaśūnya sind wohlschmeckend-bitter-scharf und heiß und besänftigen *Kapha* und *Vāta*.
tiktaṃ pittakaraṃ teṣāṃ saraṃ kaṭuvipāki ca tīkṣṇoṣṇaṃ kaṭukaṃ pīlu sasnehaṃ kaphavātajit
Unter ihnen ist der Karīra bitter, erregt *Pitta*, wirkt abführend und ist im *Vipāka* scharf; die Pīlu-Frucht ist durchdringend, heiß, scharf und ölig und besänftigt *Kapha* und *Vāta*.
āruṣkaraṃ tauvarakaṃ kaṣāyaṃ kaṭupāki ca uṣṇaṃ kṛmijvarānāhamehodāvartanāśanam kuṣṭhagulmodarārśoghnaṃ kaṭupāki tathaiva ca
Die Āruṣkara-Frucht ist adstringierend-herb und im *Vipāka* scharf sowie heiß; sie vertreibt pathogene Mikroorganismen, Fieber, Blähungssucht, Harnkrankheiten und Aufwärtsdrang der Winde und, da im *Vipāka* scharf, ebenso Hautkrankheiten, Bauchgeschwulst, Bauchwassersucht und Hämorrhoiden.
karañjakiṃśukāriṣṭaphalaṃ jantupramehanut aṅkolasya phalaṃ visraṃ guru śleṣmaharaṃ himam
Die Frucht des Karañja, Kiṃśuka und Ariṣṭa vertreibt Würmer und Harnkrankheiten; die Frucht des Aṅkola riecht ranzig, ist schwer, besänftigt *Kapha* und kühlt.
rūkṣoṣṇaṃ kaṭukaṃ pāke laghu vātakaphāpaham tiktamīṣadviṣahitaṃ viḍaṅgaṃ kṛmināśanam
Sie ist trocken, heiß, im *Vipāka* scharf, leicht und besänftigt *Vāta* und *Kapha*. Die Viḍaṅga-Frucht ist bitter, leicht giftig und vertreibt pathogene Mikroorganismen.
vraṇyamuṣṇaṃ saraṃ medhyaṃ doṣaghnaṃ śophakuṣṭhanut kaṣāyaṃ dīpanaṃ cāmlaṃ cakṣuṣyaṃ cābhayāphalam
Sie ist wundheilend, heiß, abführend, geistesfördernd, besänftigt die *Doṣa* und vertreibt Schwellungen und Hautkrankheiten. Die Frucht der Abhayā ist herb, verdauungsanregend, sauer und augenstärkend.
bhedanaṃ laghu rūkṣoṣṇaṃ vaisvaryakrimināśanam cakṣuṣyaṃ svādupākyākṣaṃ kaṣāyaṃ kaphapittajit
Sie wirkt abführend, ist leicht, trocken, heiß und vertreibt Stimmstörungen und Würmer. Die Akṣa-Frucht ist augenstärkend, süß im *Vipāka*, herb und besänftigt *Kapha* und *Pitta*.
kaphapittaharaṃ rūkṣaṃ vaktrakledamalāpaham kaṣāyamīṣanmadhuraṃ kiṃcit pūgaphalaṃ saram
Sie besänftigt *Kapha* und *Pitta*, ist trocken und beseitigt Mundnässe und Unreinheit. Die Betelnuss ist herb, leicht süß und wirkt in geringem Maße abführend.
jātīkośo'tha karpūraṃ jātīkaṭukayoḥ phalam kakkolakaṃ lavaṅgaṃ ca tiktaṃ kaṭu kaphāpaham
Dazu die Muskatblüte, Kampfer, die Frucht der Muskatnuss und des Kaṭuka, Kakkola und die Gewürznelke - sie sind bitter, scharf und vertreiben *Kapha*.
laghu tṛṣṇāpahaṃ vaktrakledadaurgandhyanāśanam satiktaḥ surabhiḥ śītaḥ karpūro laghu lekhanaḥ
Sie sind leicht, stillen den Durst und beseitigen Mundnässe und üblen Geruch. Der Kampfer ist zudem bitter, wohlriechend, kühlend, leicht und auszehrend.
tṛṣṇāyāṃ mukhaśoṣe ca vairasye cāpi pūjitaḥ latākastūrikā tadvacchītā bastiviśodhanī
Er wird bei Durst, Mundtrockenheit und Geschmacksverlust geschätzt. Der Moschus der Ranke ist ebenso kühlend und reinigt die Harnblase.
priyālamajjā madhuro vṛṣyaḥ pittānilāpahaḥ baibhītako madakaraḥ kaphamārutanāśanaḥ
Der Kern der Priyāla-Frucht ist süß, aphrodisierend und vertreibt *Pitta* und *Vāta*; der Kern der Baibhītaka-Frucht macht berauscht und beseitigt *Kapha* und *Vāta*.
kaṣāyamadhuro majjā kolānāṃ pittanāśanaḥ tṛṣṇācchardyanilaghnaśca tadvadāmalakasya ca
Der Kern der Kola-Jujube ist herb-süß, beseitigt *Pitta*, stillt Durst und Erbrechen und besänftigt *Vāta*; ebenso verhält es sich mit dem Kern der Āmalaka-Frucht.
bījapūrakaśamyākamajjā kośāmrasaṃbhavaḥ svādupāko'gnibaladaḥ snigdhaḥ pittānilāpahaḥ
Der Kern der Bījapūraka-Zitrusfrucht, der Śamyāka-Frucht und der aus dem Kośāmra gewonnene Kern sind süß im *Vipāka*, stärken das Verdauungsfeuer und die Kraft, sind ölig und vertreiben *Pitta* und *Vāta*.
yasya yasya phalasyeha vīryaṃ bhavati yādṛśam tasya tasyaiva vīryeṇa majjānamapi nirdiśet
Welche Kraft auch immer eine Frucht besitzt, mit ebendieser Kraft soll man auch ihren Kern kennzeichnen.
phaleṣu paripakvaṃ yadguṇavattadudāhṛtam bilvādanyatra vijñeyamāmaṃ taddhi guṇottaram grāhyuṣṇaṃ dīpanaṃ taddhi kaṣāyakaṭutiktakam
Unter den Früchten gilt allgemein die vollreife als die an guten Eigenschaften reichere; nur bei der Bilva-Frucht ist es anders - dort ist die unreife die an Eigenschaften überlegene, denn sie ist stopfend, heiß, verdauungsanregend, herb, scharf und bitter.
vyādhitaṃ kṛmijuṣṭaṃ ca pākātītamakālajam varjanīyaṃ phalaṃ sarvamaparyāgatameva ca
Jede Frucht, die krank, wurmbefallen, überreif, nicht zur rechten Zeit gereift oder noch nicht voll ausgereift ist, ist gänzlich zu meiden.
iti phalavargaḥ atha śākavargaḥ śākānyata ūrdhvaṃ vakṣyāmaḥ tatra puṣpaphalālābukālindakaprabhṛtīni
Damit endet der Abschnitt über die Früchte. Nun folgt der Abschnitt über das Gemüse. Im Weiteren werden wir über das Gemüse sprechen; dazu gehören Blüte und Frucht des Flaschenkürbis, des Kālindaka und ähnliches.
pittaghnānyanilaṃ kuryustathā mandakaphāni ca sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi svādupākarasāni ca
Sie besänftigen *Pitta*, erregen jedoch *Vāta*, mäßigen *Kapha*, fördern den Abgang von Harn und Stuhl und sind im Geschmack wie im *Vipāka* süß.
pittaghnaṃ teṣu kūṣmāṇḍaṃ bālaṃ madhyaṃ kaphāvaham śuklaṃ laghūṣṇaṃ sakṣāraṃ dīpanaṃ bastiśodhanam
Unter ihnen besänftigt der junge Kūṣmāṇḍa-Kürbis *Pitta*, der mittelreife erregt *Kapha*; der weiße Kūṣmāṇḍa ist leicht, heiß, alkalisch, verdauungsanregend und reinigt die Harnblase.
sarvadoṣaharaṃ hṛdyaṃ pathyaṃ cetovikāriṇām dṛṣṭiśukrakṣayakaraṃ kālindaṃ kaphavātakṛt
Er besänftigt alle *Doṣa*, ist herzstärkend und zuträglich bei Geistesstörungen. Der Kālinda mindert Sehkraft und Samen und erregt *Kapha* und *Vāta*.
alāburbhinnaviṭkā tu rūkṣā gurvyatiśītalā tiktālāburahṛdyā tu vāminī vātapittajit
Der Flaschenkürbis löst den Stuhl, ist trocken, schwer und sehr kühlend; der bittere Flaschenkürbis dagegen ist dem Herzen unzuträglich, erregt Erbrechen und besänftigt *Vāta* und *Pitta*.
trapusairvārukarkārukaśīrṇavṛntaprabhṛtīni
Nun folgen die Gurke, Ervāruka, Karkāru, Śīrṇavṛnta und ähnliches.
svādutiktarasānyāhuḥ kaphavātakarāṇi ca sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi raktapittaharāṇi ca
Man sagt, dass sie im Geschmack süß-bitter sind, *Kapha* und *Vāta* erregen, den Abgang von Harn und Stuhl fördern und Blut und *Pitta* besänftigen.
bālaṃ sanīlaṃ trapusaṃ teṣāṃ pittaharaṃ smṛtam tatpāṇḍu kaphakṛjjīrṇamamlaṃ vātakaphāpaham
Unter ihnen gilt die junge, noch grüne Gurke als *Pitta* besänftigend; dieselbe erregt, wenn sie fahlgelb geworden ist, *Kapha*, und besänftigt, wenn sie überreif und sauer geworden ist, *Vāta* und *Kapha*.
ervārukaṃ sakarkāru saṃpakvaṃ kaphavātakṛt sakṣāraṃ madhuraṃ rucyaṃ dīpanaṃ nātipittalam
Der Ervāruka und ebenso der Karkāru erregen reif *Kapha* und *Vāta*, sind alkalisch, süß, appetitanregend und verdauungsanregend, ohne *Pitta* übermäßig zu erregen.
sakṣāraṃ madhuraṃ caiva śīrṇavṛntaṃ kaphāpaham bhedanaṃ dīpanaṃ hṛdyamānāhāṣṭhīlanullaghu
Der Śīrṇavṛnta ist ebenfalls alkalisch und süß, vertreibt *Kapha*, wirkt abführend, verdauungsanregend, herzstärkend, löst Blähungssucht und Verhärtungen und ist leicht.
pippalīmaricaśṛṅgaverārdra kahiṅgujīrakakustumburujambīrasumukhasurasārjakabhū-stṛṇasugandhakakāsamardakakālamālakuṭherakakṣavakakharapuṣpaśigrumadhuśigrupha-ṇijjhakasarṣaparājikākulāhalāvagutthagaṇḍīratilaparṇikāvarṣābhūcitrakamūlakalaśunakalāyapalāṇḍuprabhṛtīni
Nun folgen der Langpfeffer, der Pfeffer, der frische Ingwer, Hing, Kreuzkümmel, Koriander, die Jambīra-Frucht, Sumukha, Surasa, Arjaka, Bhūstṛṇa, Sugandhaka, Kāsamardaka, Kālamāla, Kuṭheraka, Kṣavaka, Kharapuṣpa, der Meerrettichbaum, der süße Meerrettichbaum, Phaṇijjhaka, Senfsamen, Rājikā, Kulāhala, Avagutthā, Gaṇḍīra, Tilaparṇikā, Varṣābhū, Citraka, die Rettichwurzel, Knoblauch sowie Erbse und Zwiebel und ähnliches.
kaṭūnyuṣṇāni rucyāni vātaśleṣmaharāṇi ca kṛtānneṣūpayujyante saṃskārārthamanekadhā
Sie sind scharf, heiß, appetitanregend und besänftigen *Vāta* und *Kapha*; sie werden zubereiteten Speisen auf vielerlei Weise zur Würzung beigegeben.
teṣāṃ gurvī svāduśītā pippalyādrā kaphāvahā śuṣkā kaphānilaghnī sā vṛṣyā pittāvirodhinī
Unter ihnen ist der frische Langpfeffer schwer, wohlschmeckend, kühlend und erregt *Kapha*; getrocknet dagegen besänftigt er *Kapha* und *Vāta*, wirkt aphrodisierend und steht *Pitta* nicht entgegen.
svādupākyārdra maricaṃ guru śleṣmapraseki ca kaṭūṣṇaṃ laghu tacchuṣkamavṛṣyaṃ kaphavātajit
Der frische Pfeffer ist süß im *Vipāka*, schwer und lässt *Kapha* herabfließen; getrocknet ist er scharf, heiß, leicht, nicht aphrodisierend und besänftigt *Kapha* und *Vāta*.
nātyuṣṇaṃ nātiśītaṃ ca vīryato maricaṃ sitam guṇavanmaricebhyaśca cakṣuṣyaṃ ca viśeṣataḥ
Der weiße Pfeffer ist seiner Kraft nach weder allzu heiß noch allzu kühlend, an Eigenschaften dem schwarzen Pfeffer überlegen und besonders augenstärkend.
nāgaraṃ kaphavātaghnaṃ vipāke madhuraṃ kaṭu vṛṣyoṣṇaṃ rocanaṃ hṛdyaṃ sasnehaṃ laghu dīpanam
Der getrocknete Ingwer besänftigt *Kapha* und *Vāta*, ist im *Vipāka* süß, im Geschmack scharf, aphrodisierend, heiß, appetitanregend, herzstärkend, ölig, leicht und verdauungsfördernd.
kaphānilaharaṃ svaryaṃ vibandhānāhaśūlanut kaṭūṣṇaṃ rocanaṃ hṛdyaṃ vṛṣyaṃ caivārdra kaṃ smṛtam
Der frische Ingwer gilt ebenso als *Kapha* und *Vāta* besänftigend, stimmfördernd und vertreibt Stuhlverhaltung, Blähungssucht und Stechschmerz; er ist scharf, heiß, appetitanregend, herzstärkend und aphrodisierend.
laghūṣṇaṃ pācanaṃ hiṅgu dīpanaṃ kaphavātajit kaṭu snigdhaṃ saraṃ tīkṣṇaṃ śūlājīrṇavibandhanut
Hing ist leicht, heiß, verdauungsfördernd und regt das Verdauungsfeuer an, besänftigt *Kapha* und *Vāta*, ist scharf, ölig, abführend, durchdringend und vertreibt Stechschmerz, Verdauungsstörung und Stuhlverhaltung.
tīkṣṇoṣṇaṃ kaṭukaṃ pāke rucyaṃ pittāgnivardhanam kaṭu śleṣmānilaharaṃ gandhāḍhyaṃ jīrakadvayam
Die beiden Kreuzkümmelarten sind durchdringend, heiß, im *Vipāka* scharf, appetitanregend, stärken *Pitta* und das Verdauungsfeuer, sind scharf, besänftigen *Kapha* und *Vāta* und reich an Aroma.
kāravī karavī tadvadvijñeyā sopakuñcikā bhakṣyavyañjanabhojyeṣu vividheṣvavacāritā
Ebenso sind Kāravī und Karavī zu verstehen, ebenso Upakuñcikā; sie werden bei vielerlei Speisen, Würzmitteln und Gerichten verwendet.
ādrā kustumbarī kuryāt svādusaugandhyahṛdyatām sā śuṣkā madhurā pāke snigdhā tṛḍdāhanāśanī
Frischer Koriander verleiht Wohlgeschmack, Wohlgeruch und stärkt das Herz; getrocknet ist er im *Vipāka* süß, ölig und vertreibt Durst und Brennen.
doṣaghnī kaṭukā kiṃcit tiktā srotoviśodhanī jambīraḥ pācanastīkṣṇaḥ kṛmivātakaphāpahaḥ
Er besänftigt die *Doṣa*, ist leicht scharf und bitter und reinigt die Körperkanäle. Die Jambīra-Frucht wirkt verdauungsfördernd, durchdringend und vertreibt pathogene Mikroorganismen, *Vāta* und *Kapha*.
surabhirdīpano rucyo mukhavaiśadyakārakaḥ kaphānilaviṣaśvāsakāsadaurgandhyanāśanaḥ
Sie ist wohlriechend, verdauungsanregend, appetitanregend, klärt den Mund und vertreibt *Kapha*, *Vāta*, Gift, Atemnot, Husten und üblen Geruch.
pittakṛt pārśvaśūlaghnaḥ surasaḥ samudāhṛtaḥ tadvattu sumukho jñeyo viśeṣādgaranāśanaḥ
Surasa gilt als *Pitta* erregend und als Vertreiber von Flankenschmerz; ebenso ist Sumukha zu verstehen, der besonders die schädliche Wirkung von Gift beseitigt.
kaphaghnā laghavo rūkṣāstīkṣṇoṣṇāḥ pittavardhanāḥ kaṭupākarasāścaiva surasārjakabhūstṛṇāḥ
Surasa, Arjaka und Bhūstṛṇa besänftigen *Kapha*, sind leicht, trocken, durchdringend, heiß, stärken *Pitta* und sind im Geschmack wie im *Vipāka* scharf.
madhuraḥ kaphavātaghnaḥ pācanaḥ kaṇṭhaśodhanaḥ viśeṣataḥ pittaharaḥ satiktaḥ kāsamardakaḥ
Der Kāsamardaka ist süß, besänftigt *Kapha* und *Vāta*, fördert die Verdauung, reinigt den Rachen, ist bitter und besänftigt besonders *Pitta*.
kaṭuḥ sakṣāramadhuraḥ śigrustikto'tha picchilaḥ madhuśigruḥ sarastiktaḥ śophaghno dīpanaḥ kaṭuḥ
Der Meerrettichbaum ist scharf, alkalisch und süß sowie bitter und schleimig; der süße Meerrettichbaum wirkt abführend, ist bitter, vertreibt Schwellungen, ist verdauungsanregend und scharf.
vidāhi baddhaviṇmūtraṃ rūkṣaṃ tīkṣṇoṣṇameva ca tridoṣaṃ sārṣapaṃ śākaṃ gāṇḍīraṃ veganāma ca
Er verursacht Brennen, hemmt Stuhl und Harn, ist trocken, durchdringend und heiß. Das Senfgemüse, der Gāṇḍīra und das sogenannte Vega-Gemüse erregen alle drei *Doṣa*.
citrakastilaparṇī ca kaphaśophahare laghū varṣābhūḥ kaphavātaghnī hitā śophodarārśasām
Citraka und Tilaparṇī sind beide leicht und vertreiben *Kapha* und Schwellungen; Varṣābhū besänftigt *Kapha* und *Vāta* und ist zuträglich bei Schwellungen, Bauchwassersucht und Hämorrhoiden.
kaṭutiktarasā hṛdyā rocanī vahnidīpanī sarvadoṣaharā laghvī kaṇṭhyā mūlakapotikā
Die junge Rettichpflanze ist im Geschmack scharf-bitter, herzstärkend, appetitanregend, regt das Verdauungsfeuer an, besänftigt alle *Doṣa*, ist leicht und zuträglich für den Rachen.
mahattadguru viṣṭambhi tīkṣṇamāmaṃ tridoṣakṛt tadeva snehasiddhaṃ tu pittanut kaphavātajit
Der ausgewachsene Rettich ist schwer, staut, ist durchdringend und erregt roh alle drei *Doṣa*; derselbe, in Öl zubereitet, vertreibt *Pitta* und besänftigt *Kapha* und *Vāta*.
tridoṣaśamanaṃ śuṣkaṃ viṣadoṣaharaṃ laghu viṣṭambhi vātalaṃ śākaṃ śuṣkamanyatra mūlakāt
Getrocknet besänftigt er alle drei *Doṣa*, beseitigt die schädliche Wirkung von Gift und ist leicht. Getrocknetes Gemüse dagegen erregt, außer beim Rettich, *Vāta* und wirkt stauend.
puṣpaṃ ca patraṃ ca phalaṃ tathaiva yathottaraṃ te guravaḥ pradiṣṭāḥ teṣāṃ tu puṣpaṃ kaphapittahantṛ phalaṃ nihanyāt kaphamārutau tu
Blüte, Blatt und Frucht des Rettichs gelten der Reihe nach als je schwerer; von ihnen vertreibt die Blüte *Kapha* und *Pitta*, die Frucht dagegen besänftigt *Kapha* und *Vāta*.
snigdhoṣṇatīkṣṇaḥ kaṭupicchilaśca guruḥ saraḥ svādurasaśca balyaḥ vṛṣyaśca medhāsvaravarṇacakṣurbhagnāsthisandhānakaro rasonaḥ
Der Knoblauch ist ölig, heiß, durchdringend, scharf und schleimig, schwer, abführend und im Geschmack süß, kraftgebend und aphrodisierend, und er fügt Verstand, Stimme, Teint, Sehkraft sowie gebrochene Knochen wieder zusammen.
hṛdro gajīrṇajvarakukṣiśūlavibandhagulmārucikāsaśophān durnāmakuṣṭhānalasādajantusamīraṇaśvāsakaphāṃśca hanti
Er ist herzstärkend und vertreibt Verdauungsstörung, Fieber, Bauchschmerz, Stuhlverhaltung, Bauchgeschwulst, Appetitlosigkeit, Husten und Schwellungen sowie Hämorrhoiden, Hautkrankheiten, Mattigkeit, Würmer, *Vāta*, Atemnot und *Kapha*.
nātyuṣṇavīryo'nilahā kaṭuśca tīkṣṇo gururnātikaphāvahaśca balāvahaḥ pittakaro'tha kiṃcit palāṇḍuragniṃ ca vivardhayettu
Die Zwiebel ist ihrer Kraft nach nicht allzu heiß, besänftigt *Vāta*, ist scharf, durchdringend, schwer, erregt *Kapha* nicht übermäßig, gibt Kraft, erregt jedoch etwas *Pitta* und stärkt das Verdauungsfeuer.
snigdho ruciṣyaḥ sthiradhātukārī balyo'tha medhākaphapuṣṭidaśca svādurguruḥ śoṇitapittaśastaḥ sapicchilaḥ kṣīrapalāṇḍuruktaḥ
Die Milchzwiebel gilt als ölig, appetitanregend, gewebefestigend, kraftgebend, verstandes- und kaphafördernd, süß, schwer, für Blut und *Pitta* zuträglich und schleimig.
kalāyaśākaṃ pitaghnaṃ kaphaghnaṃ vātalaṃ guru kaṣāyānurasaṃ caiva vipāke madhuraṃ ca tat
Das Erbsengemüse besänftigt *Pitta* und *Kapha*, erregt *Vāta*, ist schwer, hat einen herben Nebengeschmack und ist im *Vipāka* süß.
cuccūyūthikātaruṇījīvantībimbītikānadīndīvarabhillātakacchagalāntrīvṛkṣādanīphañjīśālmalīśeluvanaspatiprasavaśaṇakarbudārakovidāraprabhṛtīni
Nun folgen Cuccū, Yūthikā, Taruṇī, Jīvantī, Bimbī, Tikā, Nadīndīvara, Bhillātaka, Chagalāntrī, Vṛkṣādanī, Phañjī, Śālmali, Selu, Vanaspati, Prasava, Śaṇaka, Karbudāra, Kovidāra und ähnliche.
kaṣāyasvādutiktāni raktapittaharāṇi ca kaphaghnānyanilaṃ kuryuḥ sraṃgāhīṇi laghūni ca
Sie sind herb-süß-bitter, besänftigen Blut und *Pitta* sowie *Kapha*, erregen jedoch *Vāta*, wirken teils ausscheidungsfördernd, teils stopfend und sind leicht.
laghuḥ pāke ca jantughnaḥ picchilo vraṇināṃ hitaḥ kaṣāyamadhuro grāhī cuccūsteṣāṃ tridoṣahā
Unter ihnen ist Cuccū leicht im *Vipāka*, wurmvertreibend, schleimig, zuträglich bei Wunden, herb-süß, stopfend und besänftigt alle drei *Doṣa*.
cakṣuṣyā sarvadoṣaghnī jīvantī samudāhṛtā vṛkṣādanī vātaharā phañjī tvalpabalā matā
Jīvantī gilt als augenstärkend und alle *Doṣa* besänftigend; Vṛkṣādanī besänftigt *Vāta*, während Phañjī als wenig kräftig gilt.
kṣīravṛkṣotpalādīnāṃ kaṣāyāḥ pallavāḥ smṛtāḥ śītāḥ saṃgrāhiṇaḥ śastā raktapittātisāriṇām
Die jungen Triebe der Milchbäume, der Lotosgewächse und ähnlicher gelten als herb, kühlend, stopfend und werden bei Blutandrang, *Pitta* und Durchfall empfohlen.
punarnavāvaruṇatarkāryurubūkavatsādanībilvaśākaprabhṛtīni
Nun folgen Punarnavā, Varuṇa, Tarkārī, Urubūka, Vatsādanī, das Blattgemüse der Bilva-Pflanze und ähnliches.
uṣṇāni svādutiktāni vātapraśamanāni ca teṣu paunarnavaṃ śākaṃ viśeṣācchophanāśanam
Sie sind heiß, süß-bitter und besänftigen *Vāta*; unter ihnen vertreibt das Punarnavā-Gemüse besonders Schwellungen.
taṇḍulīyakopodakā'śvabalācillīpālaṅkyāvāstūkaprabhṛtīni
Nun folgen Taṇḍulīyaka, Upodakā, Aśvabalā, Cillī, Pālaṅkyā, Vāstūka und ähnliches.
sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi sakṣāramadhurāṇi ca mandavātakaphānyāhū raktapittaharāṇi ca
Man sagt, dass sie den Abgang von Harn und Stuhl fördern, alkalisch und süß sind, *Vāta* und *Kapha* nur mäßig erregen und Blut und *Pitta* besänftigen.
madhuro rasapākābhyāṃ raktapittamadāpahaḥ teṣāṃ śītatamo rūkṣastaṇḍulīyo viṣāpahaḥ
Unter ihnen ist Taṇḍulīyaka im Geschmack und im *Vipāka* süß, vertreibt Blutandrang, *Pitta* und Rauschzustände, ist am stärksten kühlend, trocken und beseitigt Gift.
svādupākarasā vṛṣyā vātapittamadāpahā upodakā sarā snigdhā balyā śleṣmakarī himā
Upodakā ist im Geschmack und im *Vipāka* süß, aphrodisierend und vertreibt *Vāta*, *Pitta* und Rauschzustände; sie wirkt abführend, ist ölig, kraftgebend, erregt jedoch *Kapha* und ist kühlend.
kaṭurvipāke kṛmihā medhāgnibalavardhanaḥ sakṣāraḥ sarvadoṣaghno vāstūko rocanaḥ saraḥ
Vāstūka ist im *Vipāka* scharf, vertreibt pathogene Mikroorganismen, stärkt Verstand, Verdauungsfeuer und Kraft, ist alkalisch, besänftigt alle *Doṣa*, macht Appetit und wirkt abführend.
cillī vāstūkavajjñeyā pālaṅkyā taṇḍulīyavat vātakṛdbaddhaviṇmūtrā rūkṣā pittakaphe hitā śākamāśvabalaṃ rūkṣaṃ baddhaviṇmūtramārutam
*Cillī* ist wie *Vāstūka* zu verstehen, *Pālaṅkī* wie *Taṇḍulīya*: Sie erregen *vāta* (das Windprinzip), hemmen Stuhl und Harn, sind trocken und für *pitta* (das Gallenprinzip) und *kapha* (das Schleimprinzip) zuträglich. Das Gemüse *Aśvabala* ist trocken und hemmt Stuhl, Harn und *vāta*.
maṇḍūkaparṇīsaptalāsuniṣaṇṇakasuvarcalāpippalīguḍūcīgojihvā kākamācī-papunnāḍāvalgujasatīnabṛhatīkaṇṭakārikā phalapaṭolavārtākakāravellaka-kaṭukikākebukorubūkaparpaṭakakirātatiktakarkoṭakāriṣṭakośātakīvetrakarī-rāṭarūṣakārkapuṣpīprabhṛtīni
*Maṇḍūkaparṇī*, *Saptalā*, *Suniṣaṇṇaka*, *Suvarcalā*, *Pippalī*, *Guḍūcī*, *Gojihvā*, *Kākamācī*, *Papunnāḍa*, *Avalguja*, *Satīna*, *Bṛhatī*, *Kaṇṭakārikā*, *Phalapaṭola*, *Vārtāka*, *Kāravellaka*, *Kaṭukikā*, *Kebuka*, *Rubūka*, *Parpaṭaka*, *Kirātatikta*, *Karkoṭaka*, *Ariṣṭaka*, *Kośātakī*, *Vetrakarīra*, *Āṭarūṣaka*, *Arkapuṣpī* und andere.
raktapittaharāṇyāhurhṛdyāni sulaghūni ca kuṣṭhamehajvaraśvāsakāsāruciharāṇi ca
Man sagt, sie beseitigen *raktapitta* (Blutungsstörungen durch *pitta*), sind herzstärkend und sehr leicht verdaulich; sie heilen Hautkrankheiten (*kuṣṭha*), Harnleiden (*meha*), Fieber (*jvara*), Atemnot (*śvāsa*), Husten (*kāsa*) und Appetitlosigkeit (*aruci*).
kaṣāyā tu hitā pitte svādupākarasā himā laghvī maṇḍūkaparṇī tu tadvadgojihvikā matā
Adstringierend, doch bei *pitta* zuträglich, süß in der *vipāka* (Nachverdauung, die Wirkung nach der Verdauung), kühlend und leicht ist *Maṇḍūkaparṇī*; ebenso gilt *Gojihvikā*.
avidāhī tridoṣaghnaḥ saṃgrāhī suniṣaṇṇakaḥ avalgujaḥ kaṭuḥ pāke tiktaḥ pittakaphāpahaḥ
Nicht brennend, alle drei *doṣas* (die Körpersäfte *vāta*, *pitta* und *kapha*) besänftigend und stopfend ist *Suniṣaṇṇaka*; *Avalguja* ist scharf in der *vipāka*, bitter und beseitigt *pitta* und *kapha*.
īṣattiktaṃ tridoṣaghnaṃ śākaṃ kaṭu satīnajam nātyuṣṇaśītaṃ kuṣṭhaghnaṃ kākamācyāstu tadvidham
Leicht bitter und alle *doṣas* besänftigend ist das Gemüse *Satīna*, scharf, weder zu heiß noch zu kalt, und heilt Hautkrankheiten; ebenso ist *Kākamācī* beschaffen.
kaṇḍūkuṣṭhakṛmighnāni kaphavātaharāṇi ca phalāni bṛhatīnāṃ tu kaṭutiktalaghūni ca
Die Früchte der *Bṛhatī* sind scharf, bitter und leicht; sie heilen Juckreiz, Hautkrankheiten und pathogene Mikroorganismen (*kṛmi*) und beseitigen *kapha* und *vāta*.
kaphapittaharaṃ vraṇyamuṣṇaṃ tiktamavātalam paṭolaṃ kaṭukaṃ pāke vṛṣyaṃ rocanadīpanam
*Paṭola* beseitigt *kapha* und *pitta*, ist wundheilend, heiß, bitter, mindert *vāta* nicht, ist scharf in der *vipāka*, aphrodisierend und regt Appetit und Verdauung an.
kaphavātaharaṃ tiktaṃ rocanaṃ kaṭukaṃ laghu vārtākaṃ dīpanaṃ proktaṃ jīrṇaṃ sakṣārapittalam tadvat karkoṭakaṃ vidyāt kāravellakameva ca
*Vārtāka* ist bitter, beseitigt *kapha* und *vāta*, ist appetitanregend, scharf und leicht; gereift wirkt es mit Salzsäure (*kṣāra*) jedoch *pitta*-erregend. Ebenso sind *Karkoṭaka* und *Kāravellaka* zu verstehen.
āṭarūṣakavetrāgraguḍūcīnimbaparpaṭāḥ kirātatiktasahitāstiktāḥ pittakaphāpahāḥ
*Āṭarūṣaka*, junge *Vetra*-Sprossen, *Guḍūcī*, *Nimba*, *Parpaṭa* und *Kirātatikta* sind zusammen bitter und beseitigen *pitta* und *kapha*.
kaphāpahaṃ śākamuktaṃ varuṇaprapunāḍayoḥ rūkṣaṃ laghu ca śītaṃ ca vātapittaprakopaṇam
Das Gemüse von *Varuṇa* und *Prapunnāḍa* beseitigt *kapha*; es ist trocken, leicht, kühl und erregt *vāta* und *pitta*.
dīpanaṃ kālaśākaṃ tu garadoṣaharaṃ kaṭu kausumbhaṃ madhuraṃ rūkṣamuṣṇaṃ śleṣmaharaṃ laghu
*Kālaśāka* ist appetitanregend und scharf und beseitigt Giftschäden (*garadoṣa*); *Kausumbha* ist süß, trocken, heiß, leicht und beseitigt *kapha*.
vātalaṃ nālikāśākaṃ pittaghnaṃ madhuraṃ ca tat grahaṇyarśovikāraghnī sāmlā vātakaphe hitā uṣṇā kaṣāyamadhurā cāṅgerī cāgnidīpanī
Das Gemüse *Nālikā* erregt *vāta*, ist süß und beseitigt *pitta*; es heilt Störungen der Verdauungskraft (*grahaṇī*) und Hämorrhoiden (*arśas*) und ist, mit Säure vermischt, für *vāta* und *kapha* zuträglich. *Aṅgerī* ist heiß, adstringierend-süß und regt das Verdauungsfeuer (*agni*) an.
loṇikājātukatriparṇikāpattūrajīvakasuvarcalāḍuḍurakaku tumbakakuṭhiñjarakuntalikākuraṇṭikāprabhṛtayaḥ
*Loṇikā*, *Jātuka*, *Triparṇikā*, *Pattūra*, *Jīvaka*, *Suvarcalā*, *Aḍuḍura*, *Kutumbaka*, *Kuṭhiñjaraka*, *Kuntalikā*, *Kuraṇṭikā* und ähnliche.
svādupākarasāḥ śītāḥ kaphaghnā nātipittalāḥ lavaṇānurasā rūkṣāḥ sakṣārā vātalāḥ sarāḥ
Diese sind süß in der *vipāka*, kühl, beseitigen *kapha* und erregen *pitta* nicht sehr; im Nachgeschmack salzig, trocken, mit Salzsäure versehen, erregen sie *vāta* und wirken abführend.
svādutiktā kuntalikā kaṣāyā sakuraṇṭikā saṃgrāhi śītalaṃ cāpi laghu doṣāpahaṃ tathā rājakṣavakaśākaṃ tu śaṭīśākaṃ ca tadvidham
Süß-bitter ist *Kuntalikā*, adstringierend ebenso *Kuraṇṭikā*, stopfend, kühl und leicht, die *doṣas* beseitigend; ebenso sind das Gemüse *Rājakṣavaka* und das Gemüse *Śaṭī* beschaffen.
svādupākarasaṃ śākaṃ durjaraṃ harimanthajam bhedanaṃ madhuraṃ rūkṣaṃ kālāyamativātalam
Das aus *Harimantha* gewonnene Gemüse ist süß in der *vipāka*, schwer verdaulich, abführend und süß, aber trocken; *Kālāya* erregt *vāta* sehr stark.
sraṃsanaṃ kaṭukaṃ pāke laghu vātakaphāpaham śophaghnamuṣṇavīryaṃ ca patraṃ pūtikarañjajam
Das Blatt aus *Pūtikaraña* ist abführend, scharf in der *vipāka*, leicht, beseitigt *kapha* und *vāta* und heilt Schwellungen (*śopha*); es ist heiß in der Wirkkraft (*vīrya*).
tāmbūlapatraṃ tīkṣṇoṣṇaṃ kaṭu pittaprakopaṇam sugandhi viśadaṃ tiktaṃ svaryaṃ vātakaphāpaham
Das Betelblatt (*Tāmbūlapatra*) ist durchdringend und heiß, scharf, erregt *pitta*, ist wohlriechend, klärend, bitter, stimmfördernd und beseitigt *vāta* und *kapha*.
sraṃsanaṃ kaṭukaṃ pāke kaṣāyaṃ vahnidīpanam vaktrakaṇḍūmalakledadaurgandhyādiviśodhanam
Es wirkt abführend, ist scharf in der *vipāka* und adstringierend, regt das Verdauungsfeuer an und reinigt von Mundjucken, Schmutz, Feuchtigkeit und üblem Geruch.
atha puṣpavargaḥ kovidāraśaṇaśālmalīpuṣpāṇi madhurāṇi madhura vipākāni raktapittaharāṇi ca vṛṣāgastyayoḥ puṣpāṇi tiktāni kaṭuvipākāni kṣayakāsāpahāni ca
Die Blüten von *Kovidāra*, *Śaṇa* und *Śālmalī* sind süß und süß in der *vipāka*; sie beseitigen *raktapitta*. Die Blüten von *Vṛṣa* und *Agastya* sind bitter, scharf in der *vipāka* und heilen Schwindsucht (*kṣaya*) und Husten.
āgastyaṃ nātiśītoṣṇaṃ naktāndhānāṃ praśasyate
*Agastya* ist weder sehr kalt noch sehr heiß und wird bei Nachtblindheit empfohlen.
karīrakusumāni kaṭuvipākāni vātaharāṇi sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi ca
Die Blüten von *Karīra* sind scharf in der *vipāka*, beseitigen *vāta* und fördern den Abgang von Harn und Stuhl.
raktavṛkṣasya nimbasya muṣkakārkāsanasya ca kaphapittaharaṃ puṣpaṃ kuṣṭhaghnaṃ kuṭajasya ca
Die Blüte des Roten Baumes (*Raktavṛkṣa*), des *Nimba*, des *Muṣkaka* und des *Ārkāsana* beseitigt *kapha* und *pitta*; ebenso heilt die Blüte des *Kuṭaja* Hautkrankheiten.
satiktaṃ madhuraṃ śītaṃ padmaṃ pittakaphāpaham madhuraṃ picchilaṃ snigdhaṃ kumudaṃ hlādi śītalam tasmādalpāntaraguṇe vidyāt kuvalayotpale
Bitter-süß und kühl ist der Lotos (*Padma*); er beseitigt *pitta* und *kapha*. Süß, schleimig und ölig ist die Seerose (*Kumuda*), erfrischend und kühl. Mit geringem Unterschied in der Wirkung sind danach *Kuvalaya* und *Utpala* zu verstehen.
sindhuvāraṃ vijānīyāddhimaṃ pittavināśanam mālatīmallike tikte saurabhyāt pittanāśane
*Sindhuvāra* gilt als kühl und *pitta*-vernichtend; *Mālatī* und *Mallikā* sind bitter und vernichten durch ihren Wohlgeruch *pitta*.
sugandhi viśadaṃ hṛdyaṃ bākulaṃ pāṭalāni ca śleṣmapittaviṣaghnaṃ tu nāgaṃ tadvacca kuṅkumam
Wohlriechend, klärend und herzerfreuend sind *Bakula* und die *Pāṭalā*-Blüten; *kapha*, *pitta* und Gift beseitigt *Nāga*, ebenso *Kuṅkuma* (Safran).
campakaṃ raktapittaghnaṃ śītoṣṇaṃ kaphanāśanam kiṃśukaṃ kaphapittaghnaṃ tadvadeva kuraṇṭakam
*Campaka* beseitigt *raktapitta*, ist kühl-heiß und vernichtet *kapha*; *Kiṃśuka* beseitigt *kapha* und *pitta*, ebenso *Kuraṇṭaka*.
yathāvṛkṣaṃ vijānīyāt puṣpaṃ vṛkṣocitaṃ tathā madhuśigrukarīrāṇi kaṭūni śleṣmaharāṇi ca
Wie der Baum beschaffen ist, so soll man auch seine Blüte verstehen. *Madhuśigru* und *Karīra* sind scharf und beseitigen *kapha*.
kṣavakakulevaravaṃśakarīraprabhṛtīni kaphakarāṇi sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi ca
*Kṣavaka*, *Kulevara*, junger *Vaṃśakarīra* (Bambussproß) und ähnliche erzeugen *kapha* und fördern den Abgang von Harn und Stuhl.
kṣavakaṃ kṛmilaṃ teṣu svādupākaṃ sapicchalam visyandi vātalaṃ nātipittaśleṣmakaraṃ ca tat
*Kṣavaka* unter ihnen begünstigt pathogene Mikroorganismen, ist süß in der *vipāka* und schleimig, macht feucht, erregt *vāta*, erregt aber *pitta* und *kapha* nicht sehr.
veṇoḥ karīrāḥ kaphalā madhurā rasapākataḥ vidāhino vātakarāḥ sakaṣāyā virūkṣaṇāḥ
Die Sprossen des Bambus (*Veṇu*) erzeugen *kapha*, sind süß im Geschmack und in der *vipāka*, brennend, *vāta*-erzeugend, adstringierend und stark austrocknend.
udbhidāni palālekṣukarīṣaveṇukṣitijāni tatra palālajātaṃ madhuraṃ madhuravi-pākaṃ rūkṣaṃ doṣapraśamanaṃ ca ikṣujaṃ madhuraṃ kaṣāyānurasaṃ kaṭupākaṃ śītalaṃ ca ta-dvadevoṣṇaṃ kārīṣaṃ kaṣāyaṃ vātakopanaṃ ca veṇujātaṃ kaṣāyaṃ vātakopanaṃ ca bhūmijaṃ guru nātivātalaṃ bhūmitaścāsyānurasaḥ
Spontan entstehende Stoffe (*udbhida*) entstehen aus Stroh, Zuckerrohr, Kuhdung, Bambus und Erde. Das aus Stroh Entstandene ist süß, süß in der *vipāka*, trocken und besänftigt die *doṣas*; das aus Zuckerrohr Entstandene ist süß, im Nachgeschmack adstringierend, scharf in der *vipāka* und kühl; ebenso ist das aus Dung Entstandene heiß, adstringierend und erregt *vāta*; das aus Bambus Entstandene ist adstringierend und erregt *vāta*; das aus der Erde Entstandene ist schwer, erregt *vāta* nicht sehr und trägt einen erdigen Nachgeschmack.
piṇyākatilakalkasthūṇikāśuṣkaśākāni sarvadoṣaprakopaṇāni
Ölkuchenbrei aus Sesam, *Sthūṇika* und getrocknetes Gemüse erregen alle *doṣas*.
viṣṭambhinaḥ smṛtāḥ sarve vaṭakā vātakopanāḥ siṇḍākī vātalā sādrā ruciṣyā'naladīpanī
Alle Küchlein (*Vaṭaka*) gelten als verstopfend und *vāta*-erregend; *Siṇḍākī* erregt *vāta*, ist mit Sauerrahm jedoch appetitfördernd und regt das Verdauungsfeuer an.
viḍbhedi guru rūkṣaṃ ca prāyo viṣṭambhi durjaram sakaṣāyaṃ ca sarvaṃ hi svādu śākamudāhṛtam puṣpaṃ patraṃ phalaṃ nālaṃ kandāśca guravaḥ kramāt
Stuhlbrechend, schwer und trocken, meist verstopfend und schwer verdaulich, dazu adstringierend – all das gilt allgemein für süßes Gemüse: Blüte, Blatt, Frucht, Stängel und Wurzelknolle werden dabei der Reihe nach schwerer.
karkaśaṃ parijīrṇaṃ ca kṛmijuṣṭamadeśajam varjayet patraśākaṃ tadyadakālavirohi ca
Man vermeide hartes, überreifes, von Würmern befallenes und ortsfremdes Blattgemüse sowie solches, das außerhalb seiner Jahreszeit sprießt.
atha kandavargaḥ kandānata ūrdhvaṃ vakṣyāmaḥvidārīkanda śatāvarībisamṛṇāla śṛṅgāṭaka kaśe-rukapiṇḍālukamadhvālukahastyālukakāṣṭhālu kaśaṅkhā lukaraktālukendīvarotpalakandaprabhṛtīni
*Vidārīkanda*, *Śatāvarī*, *Bisa* (Lotoswurzel), *Mṛṇāla*, *Śṛṅgāṭaka*, *Kaśeru*, *Piṇḍāluka*, *Madhvāluka*, *Hastyāluka*, *Kāṣṭhāluka*, *Kaśaṅkhāluka*, *Raktāluka*, die Knolle von *Indīvara* und *Utpala* und ähnliche.
raktapittaharāṇyāhuḥ śītāni madhurāṇi ca gurūṇi bahuśukrāṇi stanyavṛddhikarāṇi ca
Man sagt, sie beseitigen *raktapitta*, sind kühl, süß, schwer, fördern den Samen und mehren die Muttermilch.
madhuro bṛṃhaṇo vṛṣyaḥ śītaḥ svaryo'timūtralaḥ vidārīkando balyaśca pittavātaharaśca saḥ
Süß, aufbauend (*bṛṃhaṇa*), aphrodisierend (*vṛṣya*), kühl, stimmfördernd und stark harntreibend ist die *Vidārī*-Knolle; sie ist kräftigend und beseitigt *pitta* und *vāta*.
vātapittaharī vṛṣyā svādutiktā śatāvarī mahatī caiva hṛdyā ca medhāgnibalavardhinī
*Vāta* und *pitta* beseitigend, aphrodisierend, süß-bitter ist *Śatāvarī*; die große Art ist zudem herzerfreuend und mehrt Gedächtnis, Verdauungsfeuer und Kraft.
grahaṇyarśovikāraghnī vṛṣyā śītā rasāyanī kaphapittaharāstiktāstasyā evāṅkurāḥ smṛtāḥ
Sie heilt Störungen der Verdauungskraft und Hämorrhoiden, ist aphrodisierend, kühl und verjüngend (*rasāyana*); ihre Sprossen gelten als bitter und beseitigen *kapha* und *pitta*.
avidāhi bisaṃ proktaṃ raktapittaprasādanam viṣṭambhi durjaraṃ rūkṣaṃ virasaṃ mārutāvaham
Nicht brennend heißt die Lotoswurzel (*Bisa*); sie klärt *raktapitta*, ist aber verstopfend, schwer verdaulich, trocken, geschmacklos und *vāta*-bringend.
gurū viṣṭambhiśītau ca śṛṅgāṭakakaśerukau piṇḍālukaṃ kaphakaraṃ guru vātaprakopaṇam
*Śṛṅgāṭaka* und *Kaśeru* sind schwer, verstopfend und kühl; *Piṇḍāluka* erzeugt *kapha*, ist schwer und erregt *vāta*.
surendra kandaḥ śleṣmaghno vipāke kaṭu pittakṛt veṇoḥ karīrā guravaḥ kaphamārutakopanāḥ
Die *Surendra*-Knolle beseitigt *kapha*, ist scharf in der *vipāka* und erzeugt *pitta*; die Sprossen des Bambus sind schwer und erregen *kapha* und *vāta*.
sthūlasūraṇamāṇakaprabhṛtayaḥ kandā īṣatkaṣāyāḥ kaṭukā rūkṣā viṣṭambhino guravaḥ kaphavātalāḥ pittaharāśca
*Sthūla-Sūraṇa*, *Māṇaka* und ähnliche Knollen sind leicht adstringierend, scharf, trocken, verstopfend, schwer, erregen *kapha* und *vāta* und beseitigen *pitta*.
mānaṇikiṃ svādu śītaṃ ca guru cāpi prakīrtitam sthūlakandastu nātyuṣṇaḥ sūraṇo gudakīlahā
*Māṇaka* gilt als süß, kühl und zugleich schwer; die *Sthūla*-Knolle ist nicht sehr heiß, und *Sūraṇa* heilt Hämorrhoidalknoten.
kumudotpalapadmānāṃ kandā mārutakopanāḥ kaṣāyāḥ pittaśamanā vipāke madhurā himāḥ
Die Knollen von *Kumuda*, *Utpala* und *Padma* erregen *vāta*, sind adstringierend, besänftigen *pitta*, sind süß in der *vipāka* und kühl.
varāhakandaḥ śleṣmaghnaḥ kaṭuko rasapākataḥ mehakuṣṭhakṛmiharo balyo vṛṣyo rasāyanaḥ
Die *Varāha*-Knolle beseitigt *kapha*, ist scharf im Geschmack der *vipāka*, heilt Harnleiden, Hautkrankheiten und pathogene Mikroorganismen, ist kräftigend, aphrodisierend und verjüngend.
tālanārikelakharjūraprabhṛtīnāṃ mastakamajjānaḥ
Das Mark im Wipfel von Palme (*Tāla*), Kokospalme (*Nārikela*), Dattelpalme (*Kharjūra*) und ähnlichen
svādupākarasānāhū raktapittaharāṃstathā śukralānanilaghnāṃśca kaphavṛddhikarānapi
so sagt man, ist süß in der *vipāka* und beseitigt *raktapitta*, fördert zudem den Samen und mindert *vāta*, mehrt aber auch *kapha*.
bālaṃ hyanārtavaṃ jīrṇaṃ vyādhitaṃ krimibhakṣitam kandaṃ vivarjayet sarvaṃ yo vā samyaṅna rohati
Man vermeide jede Knolle, die jung und unreif, überaltert, krank, von Würmern befallen ist oder die nicht richtig ausgewachsen ist.
atha lavaṇavargaḥ atha lavaṇānisaindhavasāmudra viḍasauvarcalaromakaudbhidaprabhṛtīni yathottaramu-ṣṇāni vātaharāṇi kaphapittakarāṇikaṭupākīni yathāpūrvaṃ snigdhāni svādūni sṛṣṭamūtrapurīṣāṇi ceti
Nun zu den Salzen: *Saindhava* (Steinsalz), *Sāmudra* (Meersalz), *Viḍa*, *Sauvarcala*, *Romaka* und *Audbhida* (Erdsalz) und ähnliche sind der Reihe nach zunehmend heiß, beseitigen *vāta*, erzeugen *kapha* und *pitta* und sind scharf in der *vipāka*; in umgekehrter Reihenfolge sind sie ölig, süß und fördern den Abgang von Harn und Stuhl.
cakṣuṣyaṃ saindhavaṃ hṛdyaṃ rucyaṃ laghvagnidīpanam snigdhaṃ samadhuraṃ vṛṣyaṃ śītaṃ doṣaghnamuttamam
*Saindhava* ist augenfördernd, herzerfreuend, appetitfördernd, leicht, regt das Verdauungsfeuer an, ist ölig, süßlich, aphrodisierend, kühl und das beste, *doṣa*-beseitigende Salz.
sāmudraṃ madhuraṃ pāke nātyuṣṇamavidāhi ca bhedanaṃ snigdhamīṣacca śūlaghnaṃ nātipittalam
*Sāmudra* ist süß in der *vipāka*, nicht sehr heiß, nicht brennend, leicht abführend und ölig, lindert Koliken (*śūla*) und erregt *pitta* nicht sehr.
sakṣāraṃ dīpanaṃ sūkṣmaṃ śūlahṛdro ganāśanam rocanaṃ tīkṣṇamuṣṇaṃ ca viḍaṃ vātānulomanam
Mit Salzsäure versehen, verdauungsanregend und fein wirkt es gegen Koliken und Herzleiden; *Viḍa* ist appetitfördernd, scharf, heiß und fördert den Abgang von *vāta*.
laghu sauvarcalaṃ pāke vīryoṣṇaṃ viśadaṃ kaṭu gulmaśūlavibandhaghnaṃ hṛdyaṃ surabhi rocanam
*Sauvarcala* ist leicht in der *vipāka*, heiß in der Wirkkraft, klärend, scharf, beseitigt *Gulma* (Bauchgeschwulst), Koliken und Verstopfung, ist herzerfreuend, wohlriechend und appetitfördernd.
romakaṃ tīkṣṇamatyuṣṇaṃ vyavāyi kaṭupāki ca vātaghnaṃ laghuvisyandi sūkṣmaṃ viḍbhedi mūtralam
*Romaka* ist scharf, sehr heiß, den Beischlaf fördernd, scharf in der *vipāka*, beseitigt *vāta*, ist leicht befeuchtend, fein, stuhlbrechend und harntreibend.
laghu tīkṣṇoṣṇamutkledi sūkṣmaṃ vātānulomanam satiktaṃ kaṭu sakṣāraṃ vidyāllavaṇamaudbhidam
Leicht, scharf, heiß, feuchtigkeitserzeugend, fein und den Abgang von *vāta* fördernd, bitter-scharf und mit Salzsäure versehen – so ist das Erdsalz (*Audbhida*) zu verstehen.
kaphavātakrimighnaṃ ca lekhanaṃ pittakopanam dīpanaṃ pācanaṃ bhedi lavaṇaṃ guṭikāhvayam
Es beseitigt *kapha*, *vāta* und Würmer, wirkt auszehrend und erregt *pitta*; verdauungsanregend, verdauungsfördernd und abführend ist das Salz namens *Guṭikā*.
ūṣasūtaṃ vālukailaṃ śailamūlākarodbhavam lavaṇaṃ kaṭukaṃ chedi vihitaṃ kaṭu cocyate
*Ūṣasūta*, *Vāluka*, *Aila*, am Fuß der Berge entstehend – dieses Salz ist scharf und schneidend; man nennt es scharf zubereitet.
yavakṣārasvarjikākṣāroṣakṣārapākimaṭaṅkaṇakṣāraprabhṛtayaḥ gulmārśograhaṇīdoṣaśarkarāśmarināśanāḥ kṣārāstu pācanāḥ sarve raktapittakarāḥ sarāḥ
*Yavakṣāra*, *Svarjikākṣāra*, *Ūṣakṣāra*, *Pākimakṣāra*, *Maṭaṅkaṇakṣāra* und ähnliche Alkalisalze (*kṣāra*) beseitigen *Gulma*, Hämorrhoiden, Störungen der Verdauungskraft und Blasensteine; alle Alkalisalze sind verdauungsfördernd, abführend und erzeugen *raktapitta*.
jñeyau vahnisamau kṣārau svarjikāyāvaśūkajau śukraśleṣmavibandhārśogulmaplīhavināśanau
Man kennt *Svarjikā*- und *Yavaśūka*-Alkalisalz als dem Verdauungsfeuer gleichkommend; sie beseitigen Samenverstopfung, *kapha*-Verstopfung, Hämorrhoiden, *Gulma* und Milzleiden.
uṣṇo'nilaghnaḥ prakledī coṣakṣāro balāpahaḥ medoghnaḥ pākimaḥ kṣārasteṣāṃ bastiviśodhanaḥ
Heiß, *vāta*-beseitigend, feuchtigkeitserzeugend ist das *Ūṣa*-Alkalisalz, es mindert die Kraft; das *Pākima*-Alkalisalz beseitigt Fettgewebe (*medas*) und reinigt die Harnblase (*basti*).
virūkṣaṇo'nilakaraḥ śleṣmaghnaḥ pittadūṣaṇaḥ agnidīptikarastīkṣṇaṣṭaṅkaṇaḥ kṣāra ucyate
Stark austrocknend, *vāta*-erzeugend, *kapha*-beseitigend, *pitta*-verderbend und das Verdauungsfeuer entfachend – so wird das scharfe *Maṭaṅkaṇa*-Alkalisalz bezeichnet.
suvarṇaṃ svādu hṛdyaṃ ca bṛṃhaṇīyaṃ rasāyanam doṣatrayāpahaṃ śītaṃ cakṣuṣyaṃ viṣasūdanam
Gold (*Suvarṇa*) ist süß, herzerfreuend, aufbauend, verjüngend, beseitigt die drei *doṣas*, ist kühl, augenfördernd und giftvernichtend.
rūpyamamlaṃ saraṃ śītaṃ sasnehaṃ pittavātanut tāmraṃ kaṣāyaṃ madhuraṃ lekhanaṃ śītalaṃ saram
Silber (*Rūpya*) ist sauer, abführend, kühl, ölig und beseitigt *pitta* und *vāta*; Kupfer (*Tāmra*) ist adstringierend, süß, auszehrend, kühl und abführend.
satiktaṃ lekhanaṃ kāṃsyaṃ cakṣuṣyaṃ kaphavātajit vātakṛcchītalaṃ lohaṃ tṛṣṇāpittakaphāpaham
Bitter-adstringierend und auszehrend ist Bronze (*Kāṃsya*), augenfördernd und beseitigt *kapha* und *vāta*; Eisen (*Loha*) ist bei *vāta* unangenehm, kühl und beseitigt Durst, *pitta* und *kapha*.
kaṭu krimighnaṃ lavaṇaṃ trapu sīsaṃ ca lekhanam muktāvidrumavajrendra vaidūryasphaṭikādayaḥ
Scharf und wurmvernichtend sind Zinn (*Trapu*) und Blei (*Sīsa*), auszehrend; Perle, Koralle, Diamant, der Indra-Edelstein, Katzenauge (*Vaidūrya*), Bergkristall (*Sphaṭika*) und ähnliche.
cakṣuṣyā maṇayaḥ śītā lekhanā viṣasūdanāḥ pavitrā dhāraṇīyāśca pāpmālakṣmīmalāpahāḥ
Diese Edelsteine sind augenfördernd, kühl, auszehrend und giftvernichtend, rein und tragbar und beseitigen Sünde, Unglück und Makel.
iti lavaṇādivargaḥ dhānyeṣu māṃseṣu phaleṣu caiva śākeṣu cānuktamihāprameyāt āsvādato bhūtaguṇaiśca matvā tadādiśeddra vyamanalpabuddhiḥ
Was hier bei Getreide, Fleisch, Früchten und Gemüse nicht genannt wurde, das möge der Kundige nach der Fülle der Beispiele, nach Geschmack und den Eigenschaften der Substanzen erschließen und dementsprechend beurteilen.
ṣaṣṭikā yavagodhūmā lohitā ye ca śālayaḥ mudgāḍhakīmasūrāśca dhānyeṣu pravarāḥ smṛtāḥ
*Ṣaṣṭika*-Reis, Gerste, Weizen, roter *Śāli*-Reis sowie Mungbohnen, *Āḍhakī* und Linsen gelten als die besten unter den Getreidearten.
lāvatittirisāraṅgakuraṅgaiṇakapiñjalāḥ mayūravarmikūrmāśca śreṣṭhā māṃsagaṇeṣviha
Wachtel, Rebhuhn, *Sāraṅga*, Antilope, Gazelle, *Pinjala*, Pfau, *Varmi* und Schildkröte sind hier die besten unter den Fleischarten.
dāḍimāmalakaṃ drā kṣā kharjūraṃ saparūṣakam rājādanaṃ mātuluṅgaṃ phalavarge praśasyate
Granatapfel, *Amalaka*, Weintraube, Dattel mit *Parūṣaka*, *Rājādana* und Zitronatzitrone werden unter den Früchten gepriesen.
satīno vāstukaścuccūcillīmūlakapotikāḥ maṇḍūkaparṇī jīvantī śākavarge praśasyate
*Satīna*, *Vāstuka*, *Cuccu*, *Cillī*, Rettich (*Mūlaka*) und *Potikā*, *Maṇḍūkaparṇī* und *Jīvantī* werden unter dem Gemüse gepriesen.
gavyaṃ kṣīraṃ ghṛtaṃ śreṣṭhaṃ saindhavaṃ lavaṇeṣu ca dhātrīdāḍimamamleṣu pippalī nāgaraṃ kaṭau
Kuhmilch und Kuhghee sind die besten unter den Milchprodukten, *Saindhava* unter den Salzen, *Dhātrī* (*Amalaka*) und Granatapfel unter den sauren Dingen, *Pippalī* und Ingwer unter den scharfen Dingen.
tikte paṭolavārtākaṃ madhure ghṛtamucyate kṣaudraṃ pūgaphalaṃ śreṣṭhaṃ kaṣāye saparūṣakam
*Paṭola* und *Vārtāka* gelten unter den bitteren Dingen, Ghee unter den süßen Dingen als die besten; Honig und Betelnuss sind die besten unter den adstringierenden Dingen, ebenso *Parūṣaka*.
śarkarekṣuvikāreṣu pāne madhvāsavau tathā parisaṃvatsaraṃ dhānyaṃ māṃsaṃ vayasi madhyame
Zucker unter den Zuckerrohrprodukten, unter den Getränken Honigwein und *Āsava*; ein Jahr gelagertes Getreide und Fleisch von Tieren mittleren Alters sind bekömmlich.
aparyuṣitamannaṃ tu saṃskṛtaṃ mātrayā śubham phalaṃ paryāgataṃ śākamaśuṣkaṃ taruṇaṃ navam
Nicht länger als eine Nacht gestandene, richtig zubereitete und maßvoll genossene Speise, reife Frucht, nicht getrocknetes, junges und frisches Gemüse – all das ist zuträglich.
atha kṛtānnavargaḥ ataḥ paraṃ pravakṣyāmi kṛtānnaguṇavistaram lājamaṇḍo viśuddhānāṃ pathyaḥ pācanadīpanaḥ
Nun werde ich im Weiteren die Eigenschaften der zubereiteten Speisen (*kṛtānna*) ausführlich darlegen. Der Reisschleim ohne Körner (*Lājamaṇḍa*) ist bei Gereinigten zuträglich, verdauungsfördernd und appetitanregend.
vātānulomano hṛdyaḥ pippalīnāgarāyutaḥ svedāgnijananī laghvī dīpanī bastiśodhanī
Er fördert den Abgang von *vāta*, ist herzerfreuend; mit *Pippalī* und Ingwer versehen erzeugt er Schweiß und Verdauungsfeuer, ist leicht, appetitanregend und reinigt die Harnblase.
kṣuttṛṭśramaglāniharī peyā vātānulomanī vilepī tarpaṇī hṛdyā grāhiṇī balavardhanī
Er beseitigt Hunger, Durst, Erschöpfung und Mattigkeit; der Reisschleim mit Körnern (*Peyā*) fördert den Abgang von *vāta*; der dickere Reisschleim (*Vilepī*) ist stärkend, herzerfreuend, stopfend und kraftmehrend.
pathyā svādurasā laghvī dīpanī kṣuttṛṣāpahā hṛdyā saṃtarpaṇī vṛṣyā bṛṃhaṇī balavardhanī
Zuträglich, süß im Geschmack, leicht, verdauungsanregend, beseitigt Hunger und Durst, ist herzerfreuend, kräftigend, aphrodisierend, aufbauend und kraftmehrend.
śākamāṃsaphalairyuktā vilepyamlā ca durjarā sikthairvirahito maṇḍaḥ peyā sikthasamanvitā
Mit Gemüse, Fleisch und Früchten versehen ist die *Vilepī* sauer und schwer verdaulich; ohne Körner heißt sie *Maṇḍa*, mit Körnern versehen *Peyā*.
vilepī bahusikthā syādyavāgūrviraladra vā viṣṭambhī pāyaso balyo medaḥkaphakaro guruḥ
Die *Vilepī* hat viele Körner und ist dickflüssig, der *yavāgū* (der Reisschleim, die Reisgrütze) hat wenige Körner und ist flüssig und verstopfend; der Milchreis (*Pāyasa*) ist kräftigend, erzeugt Fett und *kapha* und ist schwer.
kaphapittakarī balyā kṛśarā'nilanāśanā dhautastu vimalaḥ śuddho manojñaḥ surabhiḥ samaḥ
Der Mungbohnenbrei (*Kṛśarā*) erzeugt *kapha* und *pitta*, ist kräftigend und beseitigt *vāta*. Gewaschener Reis ist rein, sauber, angenehm, wohlriechend und ausgewogen.
svinnaḥ suprasrutastūṣṇo viśadastvodano laghuḥ adhauto'prasruto'svinnaḥ śītaścāpyodano guruḥ
Gedünsteter, gut abgetropfter, heißer und klarer Reis ist leicht; ungewaschener, nicht abgetropfter, nicht gedünsteter und kalter Reis dagegen ist schwer.
laghuḥ sugandhiḥ kaphahā vijñeyo bhṛṣṭataṇḍulaḥ snehairmāṃsaiḥ phalaiḥ kandairvidalāmlaiśca saṃyutāḥ
Leicht, wohlriechend und *kapha*-beseitigend ist gerösteter Reis. Mit Ölen, Fleisch, Früchten, Knollen und säuerlichen Hülsenfrüchten versehene Speisen
guravo bṛṃhaṇā balyā ye ca kṣīropasādhitāḥ susvinno nistuṣo bhṛṣṭa īṣat sūpo laghurhitaḥ
sind schwer, aufbauend und kräftigend, ebenso die in Milch gekochten. Gut gedünstete, von der Spelze befreite, leicht geröstete Suppe (*Sūpa*) ist leicht und zuträglich.
svinnaṃ niṣpīḍitaṃ śākaṃ hitaṃ syāt snehasaṃskṛtam asvinnaṃ sneharahitamapīḍitamato'nyathā
Gedünstetes und ausgepresstes, mit Öl zubereitetes Gemüse ist zuträglich; ungedünstetes, ölfreies und nicht ausgepresstes Gemüse ist es dagegen nicht.
māṃsaṃ svabhāvato vṛṣyaṃ snehanaṃ balavardhanam snehagorasadhānyāmlaphalāmlakaṭukaiḥ saha
Fleisch ist von Natur aus aphrodisierend, ölig und kraftmehrend; zusammen mit Öl, Milchprodukten, sauren Getreideerzeugnissen, sauren Früchten und Scharfem
siddhaṃ māṃsaṃ hitaṃ balyaṃ rocanaṃ bṛṃhaṇaṃ guru tadeva gorasādānaṃ surabhidra vyasaṃskṛtam
zubereitetes Fleisch ist zuträglich, kräftigend, appetitfördernd, aufbauend und schwer; ebenso das mit Milchprodukten zubereitete, wohlriechende und schmackhafte.
vidyātpittakaphodre kī balamāṃsāgnivardhanam pariśuṣkaṃ sthiraṃ snigdhaṃ harṣaṇaṃ prīṇanaṃ guru
Man wisse: Bei *pitta*- und *kapha*-Störungen des Bauches (*udara*) mehrt es Kraft, Fleisch und Verdauungsfeuer; ganz ausgetrocknetes, festes, öliges Fleisch erfreut und erquickt, ist aber schwer.
rocanaṃ balamedhāgnimāṃsaujaḥśukravardhanam tadevolluptapiṣṭatvādulluptamiti pācakāḥ
Es ist appetitfördernd, mehrt Kraft, Gedächtnis, Verdauungsfeuer, Fleisch, Vitalenergie (*ojas*) und Samen; die Köche nennen es „*Ulluptaka*“, weil es von der Hülle befreit ist.
pariśuṣkaguṇairyuktaṃ vahnau pakvamato laghu tadeva śūlikāprotamaṅgāraparipācitam
Mit den Eigenschaften des ganz Ausgetrockneten versehen und im Feuer gegart, ist es dabei leicht; dasselbe, am Spieß gesteckt und über Glut gegart
jñeyaṃ gurutaraṃ kiṃcit pradigdhaṃ gurupākataḥ ulluptaṃ bharjitaṃ piṣṭaṃ prataptaṃ kandupācitam
gilt als etwas schwerer, mit schwererer *vipāka*, wenn es mit Fett bestrichen ist. *Ulluptaka*: geröstet, zerstampft, stark erhitzt, im Topf gegart
pariśuṣkaṃ pradigdhaṃ ca śūlyaṃ yaccānyadīdṛśam māṃsaṃ yattailasiddhaṃ tadvīryoṣṇaṃ pittakṛdguru
ganz ausgetrocknetes, mit Fett bestrichenes, am Spieß gegartes und ähnliches Fleisch sowie in Öl gegartes Fleisch ist heiß in der Wirkkraft, erregt *pitta* und ist schwer.
laghvagnidīpanaṃ hṛdyaṃ rucyaṃ dṛṣṭiprasādanam anuṣṇavīryaṃ pittaghnaṃ manojñaṃ ghṛtasādhitam
Leicht, verdauungsanregend, herzerfreuend, appetitfördernd, die Sehkraft klärend, nicht heiß in der Wirkkraft und *pitta*-beseitigend, angenehm ist das in Ghee zubereitete.
prīṇanaḥ prāṇajananaḥ śvāsakāsakṣayāpahaḥ vātapittaśramaharo hṛdyo māṃsarasaḥ smṛtaḥ
Erfreuend, lebenskraftspendend, es beseitigt Atemnot, Husten und Schwindsucht, lindert *vāta*, *pitta* und Erschöpfung – so gilt die Fleischbrühe (*Māṃsarasa*) als herzerfreuend.
smṛtyojaḥsvarahīnānāṃ jvarakṣīṇakṣatorasām bhagnaviśliṣṭasandhīnāṃ kṛśānāmalparetasām
Für jene, denen Gedächtnis, Vitalenergie und Stimme fehlen, für Fieberkranke, Ausgezehrte und an der Brust Verletzte
āpyāyanaḥ saṃhananaḥ śukrado balavardhanaḥ sa dāḍimayuto vṛṣyaḥ saṃskṛto doṣanāśanaḥ
für Menschen mit gebrochenen und verrenkten Gelenken, für Abgemagerte und an Samenmangel Leidende ist sie stärkend, festigend, samenfördernd und kraftmehrend; mit Granatapfel zubereitet ist sie aphrodisierend und beseitigt die *doṣas*.
prīṇanaḥ sarvabhūtānāṃ viśeṣānmukhaśoṣiṇām kṣuttṛṣṇāpaharaḥ śreṣṭhaḥ saurāvaḥ svāduśītalaḥ
Erfreuend für alle Wesen, besonders für jene mit trockenem Mund, beseitigt sie Hunger und Durst; die beste ist die aus Vögeln (*Saurava*) gewonnene, süß und angenehm kühl.
yanmāṃsamuddhṛtarasaṃ na tat puṣṭibalāvaham viṣṭambhi durjaraṃ rūkṣaṃ virasaṃ mārutāvaham
Fleisch, dem die Brühe entzogen wurde, bringt weder Nährkraft noch Kraft; es ist verstopfend, schwer verdaulich, trocken, geschmacklos und *vāta*-bringend.
dīptāgnīnāṃ sadā pathyaḥ khāniṣkastu paraṃ guruḥ māṃsaṃ nirasthi susvinnaṃ punardṛṣadi peṣitam
Für Menschen mit starkem Verdauungsfeuer ist es stets zuträglich; das *Khāniṣka*-Fleisch jedoch ist besonders schwer. Fleisch ohne Knochen, gut gedünstet und dann auf dem Mahlstein zerrieben
pippalīśuṇṭhimaricaguḍasarpiḥsamanvitam ekadhyaṃ pācayet samyagvesavāra iti smṛtaḥ
zusammen mit *Pippalī*, Ingwer, Pfeffer, Zuckerrohrmelasse (*Guḍa*) und Ghee gut vermengt gekocht – das nennt man *Vesavāra*.
vesavāro guruḥ snigdho balyo vātarujāpahaḥ kaphaghno dīpano hṛdyaḥ śuddhānāṃ vraṇināmapi
*Vesavāra* ist schwer, ölig, kräftigend, beseitigt *vāta*-Schmerzen und *kapha*, ist verdauungsanregend und herzerfreuend, auch für Gereinigte und Wundkranke.
jñeyaḥ pathyatamaścaiva mudgayūṣaḥ kṛtākṛtaḥ sa tu dāḍimamṛdvīkāyuktaḥ syādrā gaṣāḍavaḥ
Als das bekömmlichste gilt die Mungbohnen-*yūṣa* (Suppe, Brühe), ob zubereitet oder unzubereitet; mit Granatapfel und Weintraube versehen heißt sie *Rāgaṣāḍava*.
ruciṣyo laghupākaśca doṣāṇāṃ cāvirodhakṛt masūramudgagodhūmakulatthalavaṇaiḥ kṛtaḥ
Sie ist appetitfördernd, leicht in der *vipāka* und widerspricht den *doṣas* nicht; mit Linsen, Mungbohnen, Weizen, *Kulattha*-Bohnen und Salz zubereitet
kaphapittāvirodhī syādvātavyādhau ca śasyate mṛdvīkādāḍimairyuktaḥ sa cāpyukto'nilārdite
widerspricht sie *kapha* und *pitta* nicht und wird bei *vāta*-Erkrankungen empfohlen; mit Weintraube und Granatapfel versehen wird sie auch bei *vāta*-Leiden genannt.
rocano dīpano hṛdyo laghupākyupadiśyate paṭolanimbayūṣau tu kaphamedoviśoṣiṇau
Appetitfördernd, verdauungsanregend, herzerfreuend, leicht in der *vipāka* wird sie bezeichnet; die *yūṣa* aus *Paṭola* und *Nimba* trocknet *kapha* und Fettgewebe aus.
pittaghnau dīpanau hṛdyau kṛmikuṣṭhajvarāpahau śvāsakāsapratiśyāyaprasekārocakajvarān
Sie beseitigen *pitta*, regen die Verdauung an und sind herzerfreuend, heilen pathogene Mikroorganismen, Hautkrankheiten und Fieber; sie beseitigen Atemnot, Husten, Schnupfen, Speichelfluss, Appetitlosigkeit und Fieber.
hanti mūlakayūṣastu kaphamedogalagrahān kulatthayūṣo'nilahā śvāsapīnasanāśanaḥ
Die Rettich-*yūṣa* beseitigt *kapha*, Fettgewebe und Halsverschluss; die *Kulattha*-*yūṣa* beseitigt *vāta*, Atemnot und chronischen Schnupfen.
tūṇīpratūṇīkāsāśmagulmamedaḥ kaphāpahaḥ dāḍimāmalakairyūṣo hṛdyaḥ saṃśamano laghuḥ
Sie heilt Erstickungshusten, Blasensteine, *Gulma* und *kapha*-bedingtes Fettgewebe; die *yūṣa* aus Granatapfel und *Amalaka* ist herzerfreuend, besänftigend und leicht.
prāṇāgnijanano mūrcchāmedoghno vātapittajit mudgāmalakayūṣastu grāhī pittakaphe hitaḥ
Sie belebt Vitalkraft und Verdauungsfeuer, beseitigt Ohnmacht und Fettgewebe, lindert *vāta* und *pitta*; die Mungbohnen-*Amalaka*-*yūṣa* ist stopfend und für *pitta* und *kapha* zuträglich.
yavakolakulatthānāṃ yūṣaḥ kaṇṭhyo'nilāpahaḥ sarvadhānyakṛtastadvadbṛhaṇaḥ prāṇavardhanaḥ
Die *yūṣa* aus Gerste, Jujube und *Kulattha* ist gut für den Hals und beseitigt *vāta*; ebenso ist die aus allen Getreidearten zubereitete aufbauend und lebenskraftmehrend.
khaḍakāmbalikau hṛdyau tathā vātakaphe hitau balyaḥ kaphānilau hanti dāḍimāmlo'gnidīpanaḥ
*Khaḍa* und *Āmbalika* sind herzerfreuend und für *vāta* und *kapha* zuträglich, kräftigend und beseitigen *kapha* und *vāta*; der säuerliche Granatapfel-Trank regt das Verdauungsfeuer an.
dadhyamlaḥ kaphakṛdbalyaḥ snigdho vātaharo guruḥ takrāmlaḥ pittakṛt prokto viṣaraktapradūṣaṇaḥ
Der saure Joghurt-Trank erzeugt *kapha*, ist kräftigend, ölig, *vāta*-beseitigend und schwer; der saure Buttermilch-Trank (*Takra*) erregt *pitta* und verdirbt, wie gesagt, Gift und Blut.
khaḍāḥ khaḍayavāgvaśca ṣākhiḍivāḥ pānakāni ca evamādīni cānyāni kriyante vaidyavākyataḥ
*Khaḍa*, *Khaḍayavāgū* und die verschiedenen *Śākhiḍi*-Getränke sowie Fruchtgetränke (*Pānaka*) und ähnliche werden nach der Anweisung des Arztes bereitet.
asnehalavaṇaṃ sarvamakṛtaṃ kaṭukairvinā vijñeyaṃ lavaṇasnehakaṭukaiḥ saṃyutaṃ kṛtam
Alles ohne Öl, Salz und Scharfes gilt als „unzubereitet“; mit Salz, Öl und Scharfem versehen gilt es als „zubereitet“.
atha gorasadhānyāmlaphalāmlairamlitaṃ ca yat yathottaraṃ laghu hitaṃ saṃskṛtāsaṃskṛtaṃ rasam
Nun zu dem, was mit Milchprodukten, Getreideprodukten und sauren Früchten gesäuert ist: der Reihe nach wird es leichter und zuträglicher, ob zubereitet oder unzubereitet.
dadhimastvamlasiddhastu yūṣaḥ kāmbalikaḥ smṛtaḥ tilapiṇyākavikṛtiḥ śuṣkaśākaṃ virūḍhakam
Der aus saurer Buttermilch gekochte Suppen-Trank heißt *Kāmbalika*; Ölkuchen aus Sesam, getrocknetes Gemüse und wieder aufgequollenes Gemüse
siṇḍākī ca gurūṇi syuḥ kaphapittakarāṇi ca tadvacca vaṭakānyāhurvidāhīni gurūṇi ca
sowie *Siṇḍākī* sind schwer und erzeugen *kapha* und *pitta*; ebenso sagt man, dass die Küchlein (*Vaṭaka*) brennend und schwer sind.
laghavo bṛṃhaṇā vṛṣyā hṛdyā rocanadīpanāḥ tṛṣṇāmūrcchābhramacchardiśramaghnā rāgaṣāḍavāḥ
Leicht, aufbauend, aphrodisierend, herzerfreuend, appetitfördernd und verdauungsanregend beseitigen die *Rāgaṣāḍava*-Gerichte Durst, Ohnmacht, Schwindel, Erbrechen und Erschöpfung.
rasālā bṛṃhaṇī balyā snigdhā vṛṣyā ca rocanī snehanaṃ guḍasaṃyuktaṃ hṛdyaṃ dadhyanilāpaham
*Rasālā* ist aufbauend, kräftigend, ölig, aphrodisierend und appetitfördernd; mit Zuckerrohrmelasse versehen ist es ölig und herzerfreuend, und der Joghurt-Trank beseitigt *vāta*.
saktavaḥ sarpiṣā'bhyaktāḥ śītavāripariplutāḥ nātidra vā nātisāndrā mantha ityupadiśyate
Sattu, mit Ghee bestrichen und mit kaltem Wasser übergossen, weder zu flüssig noch zu dickflüssig, wird *Mantha* genannt.
manthaḥ sadyobalakaraḥ pipāsāśramanāśanaḥ sāmlasnehaguḍo mūtrakṛcchrodāvartanāśanaḥ
*Mantha* bringt sofortige Kraft und beseitigt Durst und Erschöpfung; mit Säure, Öl und Zuckerrohrmelasse versehen beseitigt es Harnbeschwerden und Verstopfung mit Windstau (*udāvarta*).
śarkarekṣurasadrā kṣāyuktaḥ pittavikāranut drā kṣāmadhūdakayutaḥ kapharoganibarhaṇaḥ
Mit Zucker, Zuckerrohrsaft und Weintraube versehen beseitigt der Fruchttrank *pitta*-Störungen; mit Weintraube und Honigwasser versehen vernichtet er *kapha*-Krankheiten.
vargatrayeṇopahito maladoṣānulomanaḥ gauḍamamlamanamlaṃ vā pānakaṃ guru mūtralam
Versehen mit der Dreiergruppe der Früchte fördert er den Abgang von Stuhl-*doṣas*; der Trank aus Rohzucker, sauer oder nicht sauer, ist schwer und harntreibend.
tadeva khaṇḍamṛdvīkāśarkarāsahitaṃ punaḥ sāmlaṃ satīkṣṇaṃ sahimaṃ pānakaṃ syānniratyayam
Derselbe, mit Kandiszucker, Weintraube und Zucker versehen sowie sauer, scharf und kühl gemacht, ist als Fruchttrank ohne Gefahr.
mārdvīkaṃ tu śramaharaṃ mūrcchādāhatṛṣāpaham parūṣakāṇāṃ kolānāṃ hṛdyaṃ viṣṭambhi pānakam
Der Trank aus Weintrauben (*Mārdvīka*) beseitigt Erschöpfung, Ohnmacht, Brennen und Durst; der Trank aus *Parūṣaka* und Jujube ist herzerfreuend, aber verstopfend.
dra vyasaṃyogasaṃskāraṃ jñātvā mātrāṃ ca sarvataḥ pānakānāṃ yathāyogaṃ gurulāghavamādiśet
Wer die Verbindung und Zubereitung der Stoffe sowie das rechte Maß aller Getränke kennt, soll ihre Schwere oder Leichtigkeit jeweils angemessen bestimmen.
iti kṛtānnavargaḥ atha bhakṣyavargaḥ vakṣyāmyataḥ paraṃ bhakṣyān rasavīryavipākataḥ bhakṣyāḥ kṣīrakṛtā balyā vṛṣṇā hṛdyāḥ sugandhinaḥ
Im Folgenden werde ich die festen Speisen nach Geschmack, Wirkkraft und Verdauungswirkung beschreiben. Aus Milch bereitete Speisen sind kräftigend, aphrodisierend, herzstärkend und wohlriechend.
adāhinaḥ puṣṭikarā dīpanāḥ pittanāśanāḥ teṣāṃ prāṇakarā hṛdyā ghṛtapūrāḥ kaphāvahāḥ
Sie verursachen kein Brennen, nähren den Körper, entfachen das Verdauungsfeuer und beseitigen das *pitta* (das Feuer-Doṣa). Unter ihnen sind die ghṛtapūras, mit Ghee gefüllte Gebäcke, lebenskräftigend und herzerfreuend, mehren jedoch das *kapha* (das Schleim-Doṣa).
vātapittaharā vṛṣyā guravo raktamāṃsalāḥ bṛṃhaṇā gauḍikā bhakṣyā guravo'nilanāśanāḥ
Sie vertreiben *vāta* (das Wind-Doṣa) und *pitta*, wirken aphrodisierend, sind schwer verdaulich und mehren Blut und Fleisch. Die gauḍika-Süßspeisen aus Rohrzucker wirken aufbauend, sind schwer, beseitigen jedoch das *vāta*.
adāhinaḥ pittaharāḥ śukralāḥ kaphavardhanāḥ madhuśīrṣakasaṃyāvāḥ pūpā ye te viśeṣataḥ
Sie verursachen kein Brennen, beseitigen das *pitta*, mehren den Samen und lassen das *kapha* ansteigen – dies gilt besonders für madhuśīrṣaka, saṃyāva und die pūpa-Fladen.
guravo bṛṃhaṇāścaiva modakāstu sudurjarāḥ rocano dīpanaḥ svaryaḥ pittaghnaḥ pavanāpahaḥ
Modaka-Küchlein sind schwer und nährend, jedoch nur schwer verdaulich; sie regen den Appetit an, entfachen das Verdauungsfeuer, sind der Stimme zuträglich, beseitigen das *pitta* und vertreiben das *vāta*.
gururmṛṣṭataraścaiva saṭṭakaḥ prāṇavardhanaḥ hṛdyaḥ sugandhirmadhuraḥ snigdhaḥ kaphakaro guruḥ
Saṭṭaka ist noch schwerer und reichhaltiger; es stärkt die Lebenskraft, erfreut das Herz, ist wohlriechend, süß, ölig, schwer verdaulich und vermehrt das *kapha*.
vātāpahastṛptikaro balyo viṣyanda ucyate bṛṃhaṇā vātapittaghnā bhakṣyā balyāstu sāmitāḥ
Es vertreibt das *vāta*, macht satt und kräftigt, gilt aber als verstopfend (viṣyanda). Aus feinem Weizenmehl (sāmita) bereitete Speisen sind aufbauend, beseitigen *vāta* und *pitta* und stärken den Körper.
hṛdyāḥ pathyatamāsteṣāṃ laghavaḥ phenakādayaḥ mudgādivesavārāṇāṃ pūrṇā viṣṭambhino matāḥ
Von ihnen sind die leichten phenaka-Gebäcke und ähnliche am herzerfreulichsten und bekömmlichsten. Die mit Mungbohnen und anderem gefüllten vesavāra-Speisen gelten, wenn ganz gefüllt, als verstopfend.
vesavāraiḥ sapiśitaiḥ saṃpūrṇā gurubṛṃhaṇāḥ pālalāḥ śleṣmajananāḥ śaṣkulyaḥ kaphapittalāḥ
Mit Fleisch gefüllte vesavāra-Speisen sind schwer und nährend; pālala-Gerichte erzeugen *kapha*, und śaṣkulī-Küchlein vermehren *kapha* und *pitta*.
vīryoṣṇāḥ paiṣṭikā bhakṣyāḥ kaphapittaprakopaṇāḥ vidāhino nātibalā guravaśca viśeṣataḥ
Aus Mehl bereitete Speisen sind von heißer Wirkkraft, reizen *kapha* und *pitta*, verursachen Brennen, verleihen wenig Kraft und sind besonders schwer verdaulich.
vaidalā laghavo bhakṣyāḥ kaṣāyāḥ sṛṣṭamārutāḥ viṣṭambhinaḥ pittasamāḥ śleṣmaghnā bhinnavarcasaḥ
Aus zerteilten Hülsenfrüchten bereitete Speisen sind leicht, herb, fördern den Abgang von Blähungen, wirken jedoch etwas verstopfend, halten das *pitta* im Gleichgewicht, beseitigen das *kapha* und lockern den Stuhl.
balyā vṛṣyāstu guravo vijñeyā māṣasādhitāḥ kūrcikāvikṛtā bhakṣyā guravo nātipittalāḥ
Aus Urdbohnen (māṣa) zubereitete Speisen sind, wie man wissen sollte, kräftigend, aphrodisierend und schwer. Aus kūrcikā, geronnener Milch, bereitete Speisen sind ebenfalls schwer, steigern das *pitta* jedoch nur wenig.
virūḍhakakṛtā bhakṣyā guravo'nilapittalāḥ vidāhotkleśajananā rūkṣā dṛṣṭipradūṣaṇāḥ
Aus gekeimtem Getreide (virūḍhaka) bereitete Speisen sind schwer, vermehren *vāta* und *pitta*, verursachen Brennen und Übelkeit, sind austrocknend und schädigen die Sehkraft.
hṛdyāḥ sugandhino bhakṣyā laghavo ghṛtapācitāḥ vātapittaharā balyā varṇadṛṣṭiprasādanāḥ
In Ghee gegarte Speisen sind herzerfreulich, wohlriechend, leicht, beseitigen *vāta* und *pitta*, stärken den Körper und verbessern Hautfarbe und Sehkraft.
vidāhinastailakṛtā guravaḥ kaṭupākinaḥ uṣṇā mārutadṛṣṭighnāḥ pittalāstvakpradūṣaṇāḥ
In Öl bereitete Speisen verursachen Brennen, sind schwer, wirken nach der Verdauung scharf, sind heiß und beseitigen zwar das *vāta*, schaden aber der Sehkraft, vermehren das *pitta* und schädigen die Haut.
phalamāṃsekṣuvikṛtitilamāṣopasaṃskṛtāḥ bhakṣyā balyāśca guravo bṛṃhaṇā hṛdayapriyāḥ
Mit Früchten, Fleisch, Zuckerrohrerzeugnissen, Sesam und Urdbohnen zubereitete Speisen sind kräftigend, schwer, aufbauend und dem Herzen angenehm.
kapālāṅgārapakvāstu laghavo vātakopanāḥ supakvāstanavaścaiva bhūyiṣṭhaṃ laghavo matāḥ
Auf Scherben oder Kohlen gegarte Speisen sind leicht, reizen jedoch das *vāta*; gut durchgegarte und dünne Speisen hingegen gelten meist als leicht.
sakilāṭādayo bhakṣyā guravaḥ kaphavardhanāḥ kulmāṣā vātalā rūkṣā guravo bhinnavarcasaḥ
Speisen mit kilāṭa, eingedickter Milch, und Ähnlichem sind schwer und vermehren das *kapha*; kulmāṣa-Brei reizt das *vāta*, ist austrocknend, schwer und lockert den Stuhl.
udāvartaharo vāṭyaḥ kāsapīnasamehanut dhānolumbāstu laghavaḥ kaphamedoviśoṣaṇāḥ
Die vāṭya-Speise lindert den Udāvarta, die krankhafte Aufwärtsbewegung der Winde, und wirkt gegen Husten, Schnupfen und Harnleiden. Die dhānolumba-Gerichte aus geröstetem Getreide sind leicht und trocknen *kapha* und Fettgewebe aus.
śaktavo bṛṃhaṇā vṛṣyāstṛṣṇāpittakaphāpahāḥ pītāḥ sadyobalakarā bhedinaḥ pavanāpahāḥ
Śaktu, geröstetes Gerstenmehl, ist aufbauend, aphrodisierend und beseitigt Durst, *pitta* und *kapha*; als Getränk verabreicht, verleiht es sogleich Kraft, wirkt abführend und vertreibt das *vāta*.
gurvī piṇḍī kharā'tyarthaṃ laghvī saiva viparyayāt śaktūnāmāśu jīryeta mṛdutvādavalehikā
Zu einer festen Kugel geformt ist es sehr schwer, in aufgelockerter Form dagegen leicht. Als weiche avalehikā-Zubereitung, als Löffelmus, verdaut sich Śaktu wegen seiner Weichheit rasch.
lājāśchardyatisāraghnā dīpanāḥ kaphanāśanāḥ balyāḥ kaṣāyamadhurā laghavastṛṇmalāpahāḥ
Lāja, geröstetes Reispuffgetreide, stillt Erbrechen und Durchfall, entfacht das Verdauungsfeuer, beseitigt das *kapha*, kräftigt, schmeckt herb-süß, ist leicht und vertreibt Durst und Unreinheiten.
tṛṭchardidāhagharmārtinudastatsaktavo matāḥ raktapittaharāścaiva dāhajvaravināśanāḥ
Sie lindern Durst, Erbrechen, Brennen und Hitzebeschwerden – als solche gilt auch das aus Lāja bereitete Mehl; zudem beseitigt es Blutungsleiden durch *pitta* und heilt Brennen und Fieber.
pṛthukā guravaḥ snigdhā bṛṃhaṇāḥ kaphavardhanāḥ balyāḥ sakṣīrabhāvāttu vātaghnā bhinnavarcasaḥ
Pṛthuka, der Flachreis, ist schwer, ölig, aufbauend und vermehrt das *kapha*; zusammen mit Milch genossen wirkt es kräftigend, beseitigt das *vāta* und lockert den Stuhl.
saṃdhānakṛt piṣṭamāmaṃ tāṇḍulaṃ kṛmimehanut sudurjaraḥ svāduraso bṛṃhaṇastaṇḍulo navaḥ
Rohes, zu Mehl vermahlenes Korn wirkt bindend, und Reis im Allgemeinen wirkt gegen pathogene Mikroorganismen und Harnleiden. Frisch geernteter Reis ist schwer verdaulich, von süßem Geschmack und aufbauend.
sandhānakṛnmehaharaḥ purāṇastaṇḍulaḥ smṛtaḥ dra vyasaṃyogasaṃskāravikārān samavekṣya ca
Alter Reis dagegen gilt als bindend und als Mittel gegen Harnleiden. Hat man so die Verbindungen, Zubereitungen und Umwandlungen der Stoffe betrachtet…
yathākāraṇamāsādya bhoktṝṇāṃ chandato'pi vā anekadra vyayonitvācchāstratastān vinirdiśet
…so soll man, je nach den Umständen oder auch nach der Vorliebe der Essenden, da Speisen aus vielerlei Stoffen entstehen, diese nach der Lehrtradition genau bestimmen.
iti bhakṣyavargaḥ ataḥ sarvānupānānyupadekṣyāmaḥ amlena kecidvihatā manuṣyā mādhuryayoge praṇayībhavanti tathā'mlayoge madhureṇa tṛptāsteṣāṃ yatheṣṭaṃ pravadanti pathyam
Manche Menschen, die saurer Geschmack abstößt, gewinnen ihn lieb, sobald er mit Süße verbunden wird; ebenso werden solche, die der Süße überdrüssig sind, durch Säure wieder angeregt. Für sie soll man als bekömmlich erklären, wonach ihr eigenes Verlangen steht.
śītoṣṇatoyāsavamadyayūṣaphalāmladhānyāmlapayorasānām yasyānupānaṃ tu hitaṃ bhavedyattasmai pradeyaṃ tviha mātratā tat
Von kaltem oder heißem Wasser, von āsava-Gärgetränken, Wein, Suppe, saurer Frucht, saurem Getreidewasser, Milch und Fleischsäften – welches *anupāna* (das Begleitgetränk) einem Menschen jeweils zuträglich ist, das soll ihm gereicht werden, und zwar im rechten Maß.
vyādhiṃ ca kālaṃ ca vibhāvya dhīrairdra vyāṇi bhojyāni ca tāni tāni sarvānupāneṣu varaṃ vadanti maighyaṃ yadambhaḥ śucibhājanastham
Nachdem die Weisen Krankheit, Jahreszeit sowie die jeweiligen Stoffe und Speisen bedacht haben, erklären sie unter allen *anupāna*-Getränken das reine, in sauberem Gefäß aufbewahrte Regenwasser für das beste.
lokasya janmaprabhṛti praśastaṃ toyātmakāḥ sarvarasāśca dṛṣṭāḥ saṅkṣepa eṣo'bhihito'nupāneṣvataḥ paraṃ vistarato'bhidhāsye
Seit Anbeginn der Welt wird das Wasser gepriesen, und alle Säfte gelten letztlich als von Wasser durchdrungen. Damit ist über die *anupāna*-Getränke das Wesentliche in Kürze gesagt; im Folgenden werde ich es ausführlich darlegen.
uṣṇodakānupānaṃ tu snehānāmatha śasyate ṛte bhallātakasnehāt snehāttauvarakāttathā
Warmes Wasser als *anupāna* empfiehlt man zu öligen Zubereitungen (sneha), ausgenommen zu Bhallātaka-Öl und zu Tauvaraka-Öl.
anupānaṃ vadantyeke taile yūṣāmlakāñjikam śītodakaṃ mākṣikasya piṣṭānnasya ca sarvaśaḥ
Manche empfehlen zu Öl saure Suppe oder kāñjika, den vergorenen Reisschleim, als *anupāna*; kaltes Wasser hingegen zu Honig und stets zu mehlhaltigen Speisen.
dadhipāyasamadyārtiviṣajuṣṭe tathaiva ca kecit piṣṭamayasyāhuranupānaṃ sukhodakam
Ebenso bei Beschwerden durch Dickmilch, durch übermäßigen Milchreis, durch Weinvergiftung oder durch Gift; manche nennen für mehlhaltige Speisen mildwarmes Wasser als angenehmes *anupāna*.
payo māṃsaraso vā'pi śālimudgādibhojinām yuddhādhvātapasaṃtāpaviṣamadyarujāsu ca
Milch oder Fleischbrühe eignet sich für die, welche Reis- und Mungbohnengerichte zu sich nehmen, sowie bei Beschwerden durch Kampf, Wegstrapazen, Sonnenglut, Gift oder Wein.
māṣāderanupānaṃ tu dhānyāmlaṃ dadhimastu vā madyaṃ madyocitānāṃ tu sarvamāṃseṣu pūjitam
Zu Urdbohnengerichten und Ähnlichem passt saures Getreidewasser oder Buttermilch als *anupāna*; Wein gilt als das geschätzte *anupāna* zu allen Fleischspeisen für Weingewohnte.
amadyapānāmudakaṃ phalāmlaṃ vā praśasyate kṣīraṃ gharmādhvabhāṣyastrīklāntānāmamṛtopamam
Für Menschen, die keinen Wein trinken, empfiehlt sich Wasser oder saurer Fruchtsaft. Milch gleicht Nektar für alle, die von Hitze, Reisen, vielem Reden oder ehelichem Verkehr erschöpft sind.
surā kṛśānāṃ sthūlānāmanupānaṃ madhūdakam nirāmayānāṃ citraṃ tu bhuktamadhye prakīrtitam
Surā, das Reisbier, ist das *anupāna* für Magere, Honigwasser für Fettleibige. Für Gesunde gilt eine bunte Auswahl während der Mahlzeit als geeignet.
snigdhoṣṇaṃ mārute pathyaṃ kaphe rūkṣoṣṇamiṣyate anupānaṃ hitaṃ cāpi pitte madhuraśītalam
Bei *vāta*-Störungen ist ein öliges, warmes Getränk bekömmlich, bei *kapha*-Störungen ein trockenes, warmes; bei *pitta*-Störungen erweist sich ein süßes, kühles *anupāna* als zuträglich.
hitaṃ śoṇitapittibhyaḥ kṣīramikṣurasastathā arkaśeluśirīṣāṇāmāsavāstu viṣārtiṣu
Milch und Zuckerrohrsaft sind heilsam bei Blutungsleiden durch *pitta*. Bei Vergiftungen wirken die Gärgetränke aus Arka, Śelu und Śirīṣa heilsam.
ataḥ paraṃ tu vargāṇāmanupānaṃ pṛthak pṛthak pravakṣyāmyanupūrveṇa sarveṣāmeva me śṛṇu
Im Folgenden werde ich für jede Gruppe einzeln und der Reihe nach das passende *anupāna* beschreiben; höret mir über sie alle zu.
tatra pūrvaśasyajātānāṃ badarāmlaṃ vaidalānāṃ dhānyāmlaṃ jaṅghālānāṃ dhanvajānāṃ ca pippalyāsavaḥ viṣkirāṇāṃ kolabadarāsavaḥ pratudānāṃ kṣīravṛkṣāsavaḥ guhā-śayānāṃ kharjūranālikerāsavaḥ prasahānāmaśvagandhāsavaḥ parṇamṛgāṇāṃ kṛṣṇaga-ndhāsavaḥ bileśayānāṃ phalāsavaḥ ekaśaphānāṃ triphalāsavaḥ anekaśaphānāṃ khadirāsavaḥ kūlacarāṇāṃ śaṅgāṭakakaśerukāsavaḥ kośavāsināṃ pādināṃ ca sa eva plavānāmikṣurasāsavaḥ nādeyānāṃ matsyānāṃ mṛṇālāsavaḥ sāmudrā ṇāṃ mātuluṅgāsavaḥ amlānāṃ phalānāṃ padmotpalakandāsavaḥ kaṣāyāṇāṃ dāḍimave-trāsavaḥ madhurāṇāṃ trikaṭukayuktaḥ khaṇḍāsavaḥ tālaphalādīnāṃ dhānyāmlaṃ ka-ṭukānāṃ dūrvānalavetrāsavaḥ pippalyādīnāṃ śvadaṃṣṭrāvasukāsavaḥ kūṣmāṇḍādīnāṃ dārvīkarīrāsavaḥ cuccaprubhṛtīnāṃ lodhrāsavaḥ jīvantyādīnāṃ triphalāsavaḥ ku-sumbhaśākasya sa eva maṇḍūkaparṇyādīnāṃ mahāpañcamūlāsavaḥ tālamastakādīnāmamlaphalāsavaḥ saindhavādīnāṃ surāsava āranālaṃ ca toyaṃ ca sarvatreti
Dabei gilt: Für Speisen aus altem Getreide eignet sich Badara-Sauerfrucht als Begleitgetränk; für Speisen aus zerteilten Hülsenfrüchten das saure Getreidewasser (dhānyāmla); für langbeinige Tiere und Wüstentiere das Pippalī-Gärgetränk; für scharrende Vögel das Kola-Badara-Gärgetränk; für pickende Vögel das Gärgetränk der Milchbäume; für höhlenbewohnende Tiere das Dattel-Kokos-Gärgetränk; für reißende Raubtiere das Aśvagandhā-Gärgetränk; für laubfressende Wildtiere das Kṛṣṇagandhā-Gärgetränk; für grabende Höhlentiere ein Frucht-Gärgetränk; für Einhufer das Triphalā-Gärgetränk; für Vielhufer das Khadira-Gärgetränk; für Uferbewohner das Śṛṅgāṭaka-Kaśeruka-Gärgetränk; für Schalentiere und Watvögel, ebenso für Schwimmvögel, das Zuckerrohrsaft-Gärgetränk; für Flussfische das Lotusstängel-Gärgetränk; für Meeresfische das Mātuluṅga-Zitronen-Gärgetränk; für saure Früchte das Lotus-Seerosen-Wurzel-Gärgetränk; für herbe Früchte das Granatapfel-Vetiver-Gärgetränk; für süße Früchte das mit den drei Scharfstoffen versetzte Khaṇḍa-Zuckergärgetränk; für Tālaphala und Ähnliches das saure Getreidewasser; für scharfe Speisen das Dūrvā-Anala-Vetiver-Gärgetränk; für Pippalī und Ähnliches das Śvadaṃṣṭrā-Vasuka-Gärgetränk; für Kūṣmāṇḍa und Ähnliches das Dārvī-Karīra-Gärgetränk; für Cucca und Ähnliches das Lodhra-Gärgetränk; für Jīvantī und Ähnliches das Triphalā-Gärgetränk, ebenso für das Kusumbha-Gemüse; für Maṇḍūkaparṇī und Ähnliches das Gärgetränk der fünf großen Wurzeln; für Tālamastaka und Ähnliches das Gärgetränk saurer Früchte; für Saindhava-Salz und Ähnliches das Surā-Gärgetränk; und überall eignen sich zudem saures Reiswasser (āranāla) und einfaches Wasser.
bhavanti cātra sarveṣāmanupānānāṃ māhendraṃ toyamuttamam sātmyaṃ vā yasya yattoyaṃ tattasmai hitamucyate
Unter all diesen *anupāna*-Getränken gilt Regenwasser als das beste; doch welches Wasser einem Menschen von je gewohnt ist, das gilt für ihn als das zuträglichste.
uṣṇaṃ vāte kaphe toyaṃ pitte rakte ca śītalam doṣavadguru vā bhuktamatimātramathāpi vā
Bei *vāta*- und *kapha*-Störungen trinke man warmes Wasser, bei *pitta*- und Blutleiden kaltes; ebenso wenn eine dem *doṣa* (den Körpersäften) entsprechende schwere Speise oder eine übermäßige Menge gegessen wurde…
yathoktenānupānena sukhamannaṃ prajīryati rocanaṃ bṛṃhaṇaṃ vṛṣyaṃ doṣasaṃghātabhedanam
…so verdaut sich die Speise bei richtig gewähltem *anupāna* mühelos; dieses regt den Appetit an, baut auf, wirkt aphrodisierend und löst Ansammlungen der *doṣas* auf.
tarpaṇaṃ mārdavakaraṃ śramaklamaharaṃ sukham dīpanaṃ doṣaśamanaṃ pipāsācchedanaṃ param
Es sättigt, macht geschmeidig, beseitigt Erschöpfung und Mattigkeit, ist wohltuend, entfacht das Verdauungsfeuer, besänftigt die *doṣas* und stillt vor allem den Durst.
balyaṃ varṇakaraṃ samyaganupānaṃ sadocyate tadādau karśayetpītaṃ sthāpayenmadhyasevitam
Ein richtig gewähltes *anupāna* gilt stets als kräftigend und hautfarbeverbessernd. Zu Beginn der Mahlzeit getrunken, macht es schlank; in der Mitte der Mahlzeit genommen, hält es das Gleichgewicht.
paścātpītaṃ bṛṃhayati tasmādvīkṣya prayojayet sthiratāṃ gatamaklinnamannamadra vapāyinām
Nach der Mahlzeit getrunken, wirkt es dagegen aufbauend und mästend. Man soll es daher mit Bedacht einsetzen. Bei denen, die zur Speise keine Flüssigkeit trinken, bleibt die Nahrung fest, ohne durchnässt zu werden.
bhavatyābādhajananamanupānamataḥ pibet na pibecchvāsakāsārto roge cāpyūrdhvajatruge
Fehlt es jedoch ganz, wird es zur Ursache von Beschwerden; darum soll man es trinken. Wer an Atemnot oder Husten leidet oder an einer Krankheit oberhalb der Schlüsselbeine, sollte davon absehen.
kṣatoraskaḥ prasekī ca yasya copahataḥ svaraḥ pītvā'dhvabhāṣyādhyayanageyasvapnānna śīlayet
Wer eine verletzte Brust, vermehrten Speichelfluss oder eine geschädigte Stimme hat, sollte nach dem Trinken weder wandern noch viel sprechen, weder rezitieren noch singen noch sich dem Schlaf hingeben.
pradūṣyāmāśayaṃ taddhi tasya kaṇṭhorasi sthitam syandāgnisādacchardyādīnāmayāñjanayedbahūn
Denn dies würde den Magen sowie das in Kehle und Brust Befindliche in Mitleidenschaft ziehen und zahlreiche Leiden hervorrufen, angefangen bei Ausfluss, geschwächtem Verdauungsfeuer und Erbrechen.
gurulāghavacinteyaṃ svabhāvaṃ nātivartate tathā saṃskāramātrānnakālāṃścāpyuttarottaram
Diese Überlegung zu Schwere und Leichtigkeit tritt jedoch nicht über die Eigennatur des Stoffes hinaus, ebensowenig über Zubereitung, Menge und Essenszeit, die in dieser Reihenfolge an Gewicht zunehmen.
mandakarmānalārogyāḥ sukumārāḥ sukhocitāḥ jantavo ye tu teṣāṃ hi cinteyaṃ parikīrtyate
Für Menschen mit geringer körperlicher Betätigung, schwachem Verdauungsfeuer und zarter Gesundheit, für Zartbesaitete und an Bequemlichkeit Gewöhnte – für sie gilt diese sorgfältige Abwägung als notwendig.
balinaḥ kharabhakṣyā ye ye ca dīptāgnayo narāḥ karmanityāśca ye teṣāṃ nāvaśyaṃ parikīrtyate
Für die Kräftigen hingegen, die auch grobe Kost vertragen, für Menschen mit lodernd starkem Verdauungsfeuer und für die stets körperlich Tätigen ist diese Rücksichtnahme nicht unbedingt erforderlich.
ityanupānavargaḥ athāhāravidhiṃ vatsa vistareṇākhilaṃ śṛṇu āptāsthitamasaṃkīrṇaṃ śuci kāryaṃ mahānasam
Nun, mein Kind, höre ausführlich die gesamte Regel der Nahrungsaufnahme. Eine Küche soll von vertrauenswürdigen Leuten geführt werden, nicht überfüllt und sauber sein.
tatrāptairguṇasaṃpannaṃ bhakṣyamannaṃ susaṃskṛtam śucau deśe susaṃguptaṃ samupasthāpayedbhiṣak
Dort sollen vertrauenswürdige Personen Speisen und Süßspeisen zubereiten, die mit guten *guṇa* (Eigenschaften) ausgestattet und wohlbereitet sind; der Arzt soll dafür sorgen, dass sie an einem sauberen, gut bewachten Ort dargeboten werden.
viṣaghnairagadaiḥ spṛṣṭaṃ prokṣitaṃ vyajanodakaiḥ siddhairmantrairhataviṣaṃ siddhamannaṃ nivedayet
Erst wenn die Speise mit giftvernichtenden Heilmitteln berührt, mit besprengtem Wasser bestrichen und durch wirkkräftige Mantras von jeglichem Gift befreit worden ist, soll sie als fertig zubereitet dargereicht werden.
vakṣyāmyataḥ paraṃ kṛtsnāmāhārasyopakalpanām ghṛtaṃ kārṣṇāyase deyaṃ peyā deyā tu rājate
Im Folgenden werde ich die gesamte Anordnung der Mahlzeit beschreiben. Ghee soll man in einem eisernen Gefäß reichen, den Reisschleim hingegen in einem silbernen.
phalāni sarvabhakṣyāṃśca pradadyādvai daleṣu tu pariśuṣkapradigdhāni sauvarṇeṣu prakalpayet
Früchte und alle festen Speisen soll man auf Blättertellern reichen; getrocknete und mit Zuckerguss überzogene Süßigkeiten hingegen auf goldenen Gefäßen anrichten.
pradra vāṇi rasāṃścaiva rājateṣūpahārayet kaṭvarāṇi khaḍāṃścaiva sarvāñchaileṣu dāpayet
Flüssige Zubereitungen und Säfte soll man in silbernen Gefäßen darreichen; scharf-saure kaṭvara-Speisen und khaḍa-Würzsaucen sollen sämtlich in steinernen Schalen gereicht werden.
dadyāttāmramaye pātre suśītaṃ suśṛtaṃ payaḥ pānīyaṃ pānakaṃ madyaṃ mṛnmayeṣu pradāpayet
Gut gekühlte, gut aufgekochte Milch reiche man in einem kupfernen Gefäß; Trinkwasser, Fruchtgetränke und Wein hingegen in irdenen Gefäßen.
kācasphaṭikapātreṣu śītaleṣu śubheṣu ca dadyādvaidūryacitreṣu rāgaṣāḍavasaṭṭakān
In gläsernen und kristallenen Gefäßen, kühl und ansprechend, sowie in mit Beryll verzierten Schalen soll man rāga-Würzspeisen, den ṣāḍava-Relish und saṭṭaka reichen.
purastādvimale pātre suvistīrṇe manorame sūdaḥ sūpaudanaṃ dadyāt pradehāṃśca susaṃskṛtān
Vorne, in einem makellosen, geräumigen und ansprechenden Gefäß, soll der Koch die Linsensuppe mit Reis sowie wohlbereitete pradeha-Zubereitungen reichen.
phalāni sarvabhakṣyāṃśca pariśuṣkāṇi yāni ca tāni dakṣiṇapārśve tu bhuñjānasyopakalpayet
Früchte, alle festen Speisen sowie getrocknete Speisen soll man dem Essenden zur rechten Seite anordnen.
pradra vāṇi rasāṃścaiva pānīyaṃ pānakaṃ payaḥ khaḍān yūṣāṃśca peyāṃśca savye pārśve pradāpayet
Flüssige Zubereitungen, Säfte, Trinkwasser, Fruchtgetränke, Milch, khaḍa-Würzsaucen, Suppen und Reisschleim soll man ihm zur linken Seite reichen.
sarvān guḍavikārāṃśca rāgaṣāḍavasaṭṭakān purastāt sthāpayet prājño dvayorapi ca madhyataḥ
Alle Zuckerrohrsüßigkeiten sowie rāga-, ṣāḍava- und saṭṭaka-Speisen soll der Kundige vorn und auch zwischen beiden Seiten platzieren.
evaṃ vijñāya matimān bhojanasyopakalpanām bhoktāraṃ vijane ramye niḥsaṃpāte śubhe śucau
Kennt der Kluge so die rechte Anordnung der Mahlzeit, soll er den Essenden an einem stillen, angenehmen, abgeschiedenen, günstigen und sauberen Ort platzieren…
sugandhapuṣparacite same deśe ca bhojayet viśiṣṭamiṣṭasaṃskāraiḥ pathyairiṣṭai rasādibhiḥ
…an einem mit duftenden Blumen geschmückten, ebenen Ort, und ihm Speisen reichen, die durch erlesene, angenehme Zubereitung, durch Bekömmlichkeit und beliebte Würzsäfte ausgezeichnet sind.
manojñaṃ śuci nātyuṣṇaṃ pratyagramaśanaṃ hitam pūrvaṃ madhuramaśnīyānmadhye'mlalavaṇau rasau
Die Speise sei ansprechend, sauber, nicht zu heiß, frisch zubereitet und bekömmlich. Zuerst esse man Süßes, in der Mitte der Mahlzeit Saures und Salziges…
paścāccheṣān rasān vaidyo bhojaneṣvavacārayet ādau phalāni bhuñjīta dāḍimādīni buddhimān
…und danach die übrigen Geschmacksrichtungen – so soll der Arzt die Reihenfolge der Mahlzeit anordnen. Ganz zu Beginn esse der Kluge Früchte, allen voran den Granatapfel.
tataḥ peyāṃstato bhojyān bhakṣyāṃścitrāṃstataḥ param ghanaṃ pūrvaṃ samaśnīyāt kecidāhurviparyayam
Danach folgen die Reisschleime, dann die eigentlichen Speisen, danach die vielfältigen Süß- und Nebenspeisen. Manche jedoch sagen, man solle zuerst Festes essen – also die umgekehrte Reihenfolge.
ādāvante ca madhye ca bhojanasya tu śasyate niratyayaṃ doṣaharaṃ phaleṣvāmalakaṃ nṛṇām
Die Āmalaka-Frucht unter den Früchten gilt für den Menschen zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Mahlzeit gleichermaßen als empfehlenswert, da sie unbedenklich ist und die *doṣas* beseitigt.
mṛṇālabisaśālūkakandekṣuprabhṛtīni ca pūrvaṃ yojyāni bhiṣajā na tu bhukte kadācana
Lotusfasern, Lotusstängel, śālūka-Wurzeln, andere Knollengewächse und Zuckerrohr soll der Arzt stets vor der Mahlzeit verordnen, niemals aber danach.
sukhamuccaiḥ samāsīnaḥ samadeho'nnatatparaḥ kāle sātmyaṃ laghu snigdhamuṣṇaṃ kṣipraṃ dra vottaram
Bequem und aufrecht sitzend, den Körper gerade gehalten, ganz der Speise zugewandt, esse man zur rechten Zeit gewohnte, leichte, ölige, warme Kost zügig und mit reichlich Flüssigkeit.
bubhukṣito'nnamaśnīyānmātrāvadviditāgamaḥ kāle prīṇayate bhuktaṃ sātmyamannaṃ na bādhate
Wer hungrig ist, esse in rechtem Maß und in Kenntnis der Lehrtradition. Zur rechten Zeit gegessen erfreut die Speise, und gewohnte Kost schadet nicht.
laghu śīghraṃ vrajet pākaṃ snigdhoṣṇaṃ balavahnidam kṣipraṃ bhuktaṃ samaṃ pākaṃ yātyadoṣaṃ dra vottaram
Leichte Speise wird rasch verdaut; ölige und warme Speise verleiht Kraft und stärkt das Verdauungsfeuer. Rasch gegessene, reichlich mit Flüssigkeit versehene Kost erfährt eine gleichmäßige, doṣafreie Verdauung.
sukhaṃ jīryati mātrāvaddhātusāmyaṃ karoti ca atīvāyatayāmāstu kṣapā yeṣvṛtuṣu smṛtāḥ
In rechtem Maß gegessen, verdaut sie sich mühelos und stellt das Gleichgewicht der Körpergewebe her. In jenen Jahreszeiten, in denen die Nächte bekanntlich besonders lang sind…
teṣu tatpratyanīkāḍhyaṃ bhujjīta prātareva tu yeṣu cāpi bhaveyuśca divasā bhṛśamāyatāḥ
…soll man in dieser Zeit reichlich am frühen Morgen essen, mit Speisen, die der Jahreszeit entgegenwirken. Sind hingegen die Tage besonders lang…
teṣu tatkālavihitamaparāhṇe praśasyate rajanyo divasāścaiva yeṣu cāpi samāḥ smṛtāḥ
…so wird in dieser Zeit die zu jener Stunde vorgeschriebene Mahlzeit für den Nachmittag empfohlen. In den Jahreszeiten aber, in denen Tag und Nacht als gleich lang gelten…
kṛtvā samamahorātraṃ teṣu bhuñjīta bhojanam nāprāptātītakālaṃ vā hīnādhikamathāpi vā
…soll man, Tag und Nacht als gleich behandelnd, seine Mahlzeit einnehmen – weder zu früh noch zu spät, weder zu wenig noch zu viel.
aprāptakālaṃ bhuñjānaḥ śarīre hyalaghau naraḥ tāṃstān vyādhīnavāpnoti maraṇaṃ vā niyacchati
Wer isst, bevor die rechte Zeit gekommen ist, während der Körper noch nicht wieder leicht geworden ist, zieht sich mancherlei Krankheiten zu oder findet gar den Tod.
atītakālaṃ bhuñjāno vāyunopahate'nale kṛcchrādvipacyate bhuktaṃ dvitīyaṃ ca na kāṅkṣati
Wer isst, nachdem die rechte Zeit bereits verstrichen ist, dessen Verdauungsfeuer wird vom *vāta* geschwächt; die gegessene Speise verdaut sich nur mühsam, und nach einer zweiten Mahlzeit verlangt es ihn nicht.
hīnamātramasaṃtoṣaṃ karoti ca balakṣayam ālasyagauravāṭopasādāṃśca kurute'dhikam
Eine zu geringe Nahrungsmenge erzeugt Unzufriedenheit und Kraftverlust und ruft in verstärktem Maße Trägheit, Schwere, Blähbauch und Erschöpfung hervor.
tasmāt susaṃskṛtaṃ yuktyā doṣairetairvivarjitam yathoktaguṇasaṃpannamupaseveta bhojanam
Deshalb soll man Nahrung zu sich nehmen, die auf rechte Weise wohlbereitet, von diesen Fehlern frei und mit den genannten *guṇas* ausgestattet ist.
vibhajya doṣakālādīn kālayorubhayorapi acokṣaṃ duṣṭamutsṛṣṭaṃ pāṣāṇatṛṇaloṣṭavat
Nachdem man *doṣa*, Tageszeit und Ähnliches bei beiden Mahlzeiten bedacht hat, meide man unreine, verdorbene oder weggeworfene Speise ebenso wie Stein, Stroh oder Erdklumpen.
dviṣṭaṃ vyuṣitamasvādu pūti cānnaṃ vivarjayet cirasiddhaṃ sthiraṃ śītamannamuṣṇīkṛtaṃ punaḥ
Speise, die einem zuwider ist, die über Nacht gestanden hat, geschmacklos oder verdorben ist, meide man; ebenso lange zuvor gekochte, fest gewordene, kalte Speise, auch wenn sie erneut erwärmt wurde.
aśāntamupadagdhaṃ ca tathā svādu na lakṣyate yadyat svādurataṃ tattadvidadhyāduttarottaram
Solche Speise ist innerlich nicht ausgeglichen und gleichsam angebrannt, ihr guter Geschmack tritt nicht hervor. Was sich hingegen als schmackhafter erweist, das reiche man in aufsteigender Folge.
prakṣālayedadbhirāsyaṃ bhuñjānasya muhurmuhuḥ viśuddhe rasane tasya rocate'nnamapūrvavat
Man spüle dem Essenden immer wieder den Mund mit Wasser aus; ist seine Zunge gereinigt, schmeckt ihm die Speise wieder wie beim ersten Bissen.
svādunā tasya rasanaṃ prathamenātitarpitam na tathā svādayedanyattasmāt prakṣālyamantarā
Seine Zunge, vom ersten schmackhaften Bissen bereits völlig gesättigt, empfindet die nächste Speise nicht mehr ebenso wohlschmeckend; darum spüle man den Mund zwischendurch aus.
saumanasyaṃ balaṃ puṣṭimutsāhaṃ harṣaṇaṃ sukham svādu saṃjanayatyannamasvādu ca viparyayam
Schmackhafte Speise erzeugt gute Laune, Kraft, Nährung, Tatendrang, Freude und Wohlbefinden; geschmacklose Speise bewirkt das Gegenteil.
bhuktvā'pi yat prārthayate bhūyastat svādu bhojanam aśitaścodakaṃ yuktyā bhuñjānaścāntarā pibet
Speise, nach der man noch verlangt, obwohl man schon gegessen hat, ist wahrhaft schmackhaft. Wer gegessen hat, trinke danach maßvoll Wasser, und wer noch isst, trinke zwischendurch ein wenig.
dantāntaragataṃ cānnaṃ śodhanenāharecchanaiḥ kuryādanirhṛtaṃ taddhi mukhasyāniṣṭagandhatām
Speisereste zwischen den Zähnen entferne man behutsam mit einem Reinigungsstäbchen; bleiben sie unentfernt, verursachen sie unangenehmen Mundgeruch.
jīrṇe'nne vardhate vāyurvidagdhe pittameva tu bhuktamātre kaphaścāpi tasmādbhukteritaṃ kapham
Ist die Speise vollständig verdaut, mehrt sich das *vāta*; während der Verdauung, das *pitta*; unmittelbar nach dem Essen jedoch das *kapha*. Deshalb sagt man, das *kapha* entstehe gleich nach der Mahlzeit.
dhūmenāpohya hṛdyairvā kaṣāyakaṭutiktakaiḥ pūgakaṅkolakarpūralavaṅgasumanaḥphalaiḥ
Man vertreibe es durch Räucherung oder durch herzerfreuende, herbe, scharfe und bittere Mittel wie Areka-Nuss, Kaṅkola, Kampfer, Gewürznelke und die Frucht des Sumanas…
phalaiḥ kaṭukaṣāyairvā mukhavaiśadyakārakaiḥ tāmbūlapatrasahitaiḥ sugandhairvā vicakṣaṇaḥ
…oder mit scharf-herben, den Mund reinigenden Früchten, zusammen mit dem Betelblatt und wohlriechenden Stoffen – so handle der Kundige.
bhuktvā rājavadāsīta yāvadannaklamo gataḥ tataḥ pādaśataṃ gatvā vāmapārśvena saṃviśet
Nach dem Essen sitze man wie ein König, bis die durch das Essen verursachte Mattigkeit vergangen ist; dann gehe man hundert Schritte und lege sich auf die linke Seite.
śabdānrūpānrasān gandhān sparśāṃśca manasaḥ priyān bhuktavānupaseveta tenānnaṃ sādhu tiṣṭhati
Nach dem Essen widme man sich Klängen, Anblicken, Geschmäckern, Düften und Berührungen, die dem Gemüt angenehm sind; dadurch setzt sich die Speise gut.
śabdarūparasā gandhāḥ sparśāścāpi jugupsitāḥ aśucyannaṃ tathā bhuktamatihāsyaṃ ca vāmayet
Widerliche Klänge, Anblicke, Geschmäcker, Düfte und Berührungen ebenso wie unter solchen Umständen gegessene unreine Speise und übermäßiges Lachen können Erbrechen auslösen.
śayanaṃ cāsanaṃ vā'pi necchedvā'pi dra vottaram nāgnyātapau na plavanaṃ na yānaṃ nāpi vāhanam
Man sollte nach dem Essen weder übermäßig liegen oder sitzen noch zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen, sich auch nicht Feuer oder praller Sonne aussetzen, nicht schwimmen und weder Wagen noch Reittier besteigen.
na caikarasasevāyāṃ prasajyeta kadācana śākāvarānnabhūyiṣṭhamamlaṃ ca na samācaret
Man sollte sich niemals dem ausschließlichen Genuss eines einzigen Geschmacks hingeben, auch keine Kost pflegen, die überwiegend aus Gemüse und minderwertigem Getreide besteht, sowie übermäßig saure Speise meiden.
ekaikaśaḥ samastān vā nādhyaśnīyādra sān sadā prāgbhukte tvavivikte'gnau dvirannaṃ na samācaret
Man sollte die Geschmäcker weder einzeln noch alle zugleich im Übermaß genießen; und solange die vorige Mahlzeit noch nicht eindeutig verdaut und das Verdauungsfeuer noch nicht beruhigt ist, nehme man keine zweite Mahlzeit ein.
pūrvabhukte vidagdhe'nne bhuñjāno hanti pāvakam mātrāguruṃ pariharedāhāraṃ dra vyataśca yaḥ
Wer isst, während die zuvor gegessene Speise erst unvollständig verdaut ist, schädigt das Verdauungsfeuer. Man meide Nahrung, die entweder durch ihre Menge oder durch die Art des Stoffes schwer ist.
piṣṭānnaṃ naiva bhujjīta mātrayā vā bubhukṣitaḥ dviguṇaṃ ca pibettoyaṃ sukhaṃ samyak prajīryati peyalehyādyabhakṣyāṇāṃ guru vidyādyathottaram
Ein Hungriger esse mehlhaltige Speise nur in maßvoller Menge und trinke doppelt so viel Wasser dazu; dann verdaut sie sich mühelos und vollständig. Unter Trankspeise, Lecktrank und den übrigen Süßspeisen gilt: jede folgende ist schwerer als die vorhergehende.
gurūṇāmardhasauhityaṃ laghūnāṃ tṛptiriṣyate dra vottaro dra vaścāpi na mātrāgururiṣyate
Bei schweren Speisen empfiehlt sich, sich nur bis zur Hälfte zu sättigen, bei leichten Speisen volle Sättigung. Überwiegend flüssige oder ganz flüssige Nahrung gilt hinsichtlich der Menge nicht als schwer.
dra vāḍhyamapi śuṣkaṃ tu samyagevopapadyate viśuṣkamannamabhyastaṃ na pākaṃ sādhu gacchati
Selbst trockene Speise wird, sofern reichlich Flüssigkeit hinzukommt, ordentlich verdaut. Gewohnheitsmäßig sehr trocken gegessene Speise hingegen gelangt nicht zu guter Verdauung.
piṇḍīkṛtamasaṃklinnaṃ vidāhamupagacchati srotasyannavahe pittaṃ paktau vā yasya tiṣṭhati
Zu einem festen Klumpen verdichtete, nicht durchfeuchtete Speise gerät in Gärung, wenn sich das *pitta* im speiseführenden Kanal oder während der Verdauung festsetzt.
vidāhi bhuktamanyadvā tasyāpyannaṃ vidahyate śuṣkaṃ viruddhaṃ viṣṭambhi vahnivyāpadamāvahet
Wird gärungserregende oder andersartig ungeeignete Speise gegessen, so gerät bei diesem Menschen auch die nachfolgende Speise in Gärung. Trockene, unverträgliche oder verstopfende Speise stört das Verdauungsfeuer.
āmaṃ vidagdhaṃ viṣṭabdhaṃ kaphapittānilaistribhiḥ ajīrṇaṃ kecidicchanti caturthaṃ rasaśeṣataḥ
Manche unterscheiden die *ajīrṇa* (die Verdauungsstörung) in drei Formen, entsprechend den drei *doṣas* – *kapha*, *pitta* und *vāta*: das āma, das Unverdautbleiben, das vidagdha, das Vergären, und das viṣṭabdha, das Verstopfen; hinzu komme eine vierte Form, verursacht durch zurückbleibenden, nicht aufgenommenen Speisesaft.
atyambupānādviṣamāśanādvā saṃdhāraṇāt svapnaviparyayācca kāle'pi sātmyaṃ laghu cāpi bhuktamannaṃ na pākaṃ bhajate narasya
Durch übermäßiges Trinken von Wasser, durch unregelmäßiges Essen, durch das Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse oder durch gestörten Schlaf verdaut sich die Speise eines Menschen nicht richtig, selbst wenn sie gewohnt, leicht und zur rechten Zeit gegessen wurde.
īrṣyābhayakrodhaparikṣatena lubdhena śugdainyanipīḍitena pradveṣayuktena ca sevyamānamannaṃ na samyak pariṇāmameti
Speise, die von Neid, Furcht oder Zorn Erschütterten, von Habgierigen, von Kummer und Elend Geplagten oder von Hass Erfüllten eingenommen wird, verwandelt sich nicht richtig.
mādhuryamannaṃ gatamāmasaṃjñaṃ vidagdhasaṃjñaṃ gatamamlabhāvam kiṃcidvipakvaṃ bhṛśatodaśūlaṃ viṣṭabdhamānaddhaviruddhavātam
Speise, die noch süß schmeckt, nennt man āma; hat sie einen sauren Charakter angenommen, nennt man sie vidagdha; ist sie nur teilweise verdaut, mit heftig stechenden Schmerzen, Blähung sowie blockiertem, gestautem *vāta*, so nennt man sie viṣṭabdha.
udgāraśuddhāvapi bhaktakāṅkṣā na jāyate hṛdgurutā ca yasya rasāvaśeṣeṇa tu saprasekaṃ caturthametat pravadantyajīrṇam
Auch nach klarem Aufstoßen entsteht kein Verlangen nach Speise, und es besteht ein Schweregefühl in der Brust, verbunden mit vermehrtem Speichelfluss, verursacht durch zurückbleibenden, unverdauten Speisesaft – dies nennt man die vierte Form der *ajīrṇa*.
mūrcchā pralāpo vamathuḥ prasekaḥ sadanaṃ bhramaḥ upadra vā bhavantyete maraṇaṃ cāpyajīrṇataḥ
Ohnmacht, Wirrreden, Erbrechen, vermehrter Speichelfluss, Erschöpfung und Schwindel sind die Begleiterscheinungen; aus der *ajīrṇa* kann sogar der Tod folgen.
tatrāme laṅghanaṃ kāryaṃ vidagdhe vamanaṃ hitam viṣṭabdhe svedanaṃ pathyaṃ rasaśeṣe śayīta ca
Bei āma soll man Fasten anwenden, bei vidagdha ist Erbrechen heilsam, bei viṣṭabdha ist Schwitztherapie zuträglich, und bei der Form mit zurückbleibendem Speisesaft soll man sich niederlegen und ruhen.
vāmayedāśu taṃ tasmāduṣṇena lavaṇāmbunā kāryaṃ vā'naśanaṃ tāvadyāvanna prakṛtiṃ bhajet
Deshalb löse man rasch mit heißem Salzwasser Erbrechen aus, oder man verordne Fasten, bis der Betroffene zu seinem natürlichen Zustand zurückkehrt.
laghukāyamataścainaṃ laṅghanaiḥ samupācaret yāvanna prakṛtisthaḥ syāddoṣataḥ prāṇatastathā
Danach behandle man diesen Menschen, dessen Körper leicht geworden ist, mit weiteren Fastenmaßnahmen, bis er hinsichtlich der *doṣas* und der Lebenskraft wieder seinen natürlichen Zustand erreicht hat.
hitāhitopasaṃyuktamannaṃ samaśanaṃ smṛtam bahu stokamakāle vā tajjñeyaṃ viṣamāśanam
Speise, die bekömmliche und unbekömmliche Bestandteile vereint, aber in gebührendem Maß gegessen wird, nennt man ausgewogenes Essen (samaśana); wird sie hingegen zu viel, zu wenig oder zur falschen Zeit eingenommen, so gilt dies als unregelmäßiges Essen (viṣamāśana).
ajīrṇe bhujyate yattu tadadhyaśanamucyate trayametannihantyāśu bahūnvyādhīnkaroti vā
Isst man, während die vorherige Speise noch unverdaut, noch im Zustand der *ajīrṇa*, im Magen verweilt, so nennt man dies adhyaśana, das Aufeinanderessen. Diese drei fehlerhaften Essformen können einen Menschen rasch zugrunde richten oder zahlreiche Krankheiten hervorrufen.
annaṃ vidagdhaṃ hi narasya śīghraṃ śītāmbunā vai paripākameti taddhysya śaityena nihanti pittamākledibhāvācca nayatyadhastāt
Bei vergorener Speise im Menschen führt kaltes Wasser rasch zur vollständigen Verdauung; durch seine Kühle bezwingt es das *pitta*, und durch seine befeuchtende Wirkung führt es die Speise nach unten ab.
vidahyate yasya tu bhuktamātre dahyeta hṛtkoṣṭhagalaṃ ca yasya drā kṣābhayāṃ mākṣikasaṃprayuktāṃ līḍhvā'bhayāṃ vā sa sukhaṃ labheta
Wer sofort nach dem Essen unter Gärung leidet und dem Herz, Bauch und Kehle brennen, dem verschafft das Auflecken von Weintrauben und Myrobalanen, mit Honig vermengt, oder von Myrobalanen allein Linderung.
bhavedajīrṇaṃ prati yasya śaṅkā snigdhasya jantorbalino'nnakāle prātaḥ saśuṇṭhīmabhayāmaśaṅko bhuñjīta saṃprāśya hitaṃ hitārthī
Wer, obwohl kräftig und wohlgenährt, zur Essenszeit Sorge vor einer *ajīrṇa* hegt, der esse am Morgen unbesorgt getrockneten Ingwer mit Myrobalanen und nehme danach, wenn ihm an seinem Wohl gelegen ist, die zuträgliche Mahlzeit ein.
svalpaṃ yadā doṣavibaddhamāmaṃ līnaṃ na tejaḥpathamāvṛṇoti bhavatyajīrṇe'pi tadā bubhukṣā yā mandabuddhiṃ viṣavannihanti
Ist nur eine geringe Menge unverdauten, mit *doṣa* gebundenen und anhaftenden Stoffes vorhanden, ohne den Weg des Verdauungsfeuers zu versperren, so kann selbst im Zustand der *ajīrṇa* Hunger aufkommen; diesem nachzugeben, tötet den Unbedachten wie Gift.
ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi guṇānāṃ karmavistaram karmabhistvanumīyante nānādra vyāśrayā guṇāḥ
Im Folgenden werde ich die Wirkungen der *guṇas* ausführlich darlegen. An ihren Wirkungen erkennt man die *guṇas*, die in den verschiedenen Stoffen enthalten sind.
hlādanaḥ stambhanaḥ śīto mūrcchātṛṭsvedadāhajit uṣṇastadviparītaḥ syātpācanaśca viśeṣataḥ
Das Kalte wirkt erfrischend und bindend und überwindet Ohnmacht, Durst, Schweißausbruch und Brennen. Das Heiße wirkt entgegengesetzt und fördert insbesondere die Verdauung.
snehamārdavakṛt snigdho balavarṇakarastathā rūkṣastadviparītaḥ syādviśeṣāt stambhanaḥ kharaḥ
Das Ölige bewirkt Geschmeidigkeit und Weichheit und verleiht ebenso Kraft und gute Hautfarbe. Das Trockene wirkt entgegengesetzt; das Raue wirkt besonders zusammenziehend und bindend.
picchilo jīvano balyaḥ sandhānaḥ śleṣmalo guruḥ viśado viparīto'smāt kledācūṣaṇaropaṇaḥ
Das Schleimige wirkt belebend, kräftigend und wundheilend, vermehrt das *kapha* und ist schwer. Das Klare wirkt entgegengesetzt; es trocknet Feuchtigkeit aus, entzieht Nässe und fördert die Wundheilung.
dāhapākakarastīkṣṇaḥ srāvaṇo mṛduranyathā sādopalepabalakṛdgurustarpaṇabṛṃhaṇaḥ
Das Scharfe verursacht Brennen und Eiterung und fördert den Ausfluss; das Weiche wirkt entgegengesetzt. Das Schwere erzeugt Mattigkeit und Belag, verleiht jedoch Kraft und wirkt sättigend und aufbauend.
laghustadviparītaḥ syāllekhano ropaṇastathā daśādyāḥ karmataḥ proktāsteṣāṃ karmaviśeṣaṇaiḥ
Das Leichte wirkt entgegengesetzt, es reduziert Überschüssiges und fördert ebenfalls die Heilung. So sind diese ersten zehn Eigenschaften nach ihren Wirkungen beschrieben worden, jeweils durch ihre besonderen Effekte gekennzeichnet.
daśaivānyān pravakṣyāmi dravādīṃstānnibodha me dravaḥ prakledanaḥ sāndraḥ sthūlaḥ syādbandhakārakaḥ
Nun werde ich die zehn übrigen Eigenschaften beschreiben, beginnend mit dem Flüssigen – so vernimm sie von mir. Das Flüssige wirkt befeuchtend; das Dichte ist grobstofflich und bewirkt Bindung.
ślakṣṇaḥ picchilavajjñeyaḥ karkaśo viśado yathā sukhānubandhī sūkṣmaśca sugandho rocano mṛduḥ
*Ślakṣṇa* (das Glatte) wirkt wie *picchila* (das Schleimige), *karkaśa* (das Raue) wie *viśada* (das Klare, Nicht-Schleimige); ferner sind zu nennen: das *sukhānubandhī* (das angenehm Nachwirkende), das *sūkṣma* (das Feine), das *sugandha* (das Wohlriechende), das *rocana* (das den Appetit Anregende) und das *mṛdu* (das Weiche).
durgandho viparīto'smāddhṛllāsārucikārakaḥ saro'nulomanaḥ prokto mando yātrākaraḥ smṛtaḥ
*Durgandha* (das Übelriechende) ist das Gegenteil davon und verursacht Übelkeit sowie Appetitlosigkeit; das *sara* (das Bewegliche) wird als *anulomana* (das den Ausscheidungsfluss Fördernde) bezeichnet, das *manda* (das Langsame, Milde) gilt als das, was den Lebensgang gemächlich in Gang hält.
vyavāyī cākhilaṃ dehaṃ vyāpya pākāya kalpate vikāsī vikasannevaṃ dhātubandhān vimokṣayet
Das *vyavāyī* (das Durchdringende) erfasst zunächst den ganzen Körper, ehe es der Verdauung anheimfällt; das *vikāsī* (das Auflösende) hingegen löst, indem es sich ausbreitet, die Bindungen der *dhātu* (Körpergewebe).
āśukārī tathā'śutvāddhāvatyambhasi tailavat sūkṣmastu saukṣmyāt sūkṣmeṣu srotaḥsvanusaraḥ smṛtaḥ
Das *āśukārī* (das Schnellwirkende) eilt aufgrund seiner Raschheit wie Öl auf Wasser durch den Körper; das *sūkṣma* aber dringt kraft seiner Feinheit in die feinsten Kanäle (*srotas*) ein.
guṇā viṃśatirityevaṃ yathāvatparikīrtitāḥ saṃpravakṣyāmyataścordhvamāhāragatiniścayam
Damit sind die zwanzig *guṇa* (Eigenschaften) der Reihe nach vollständig dargelegt. Nun will ich im Folgenden den genauen Weg der Nahrung durch den Körper darlegen.
pañcabhūtātmake dehe hyāhāraḥ pāñcabhautikaḥ vipakvaḥ pañcadhā samyagguṇān svānabhivardhayet
Da der Körper aus den fünf Elementen besteht, besteht auch die Nahrung aus den fünf Elementen; wird sie ordnungsgemäß auf fünffache Weise verdaut, so vermehrt sie in jedem Gewebe dessen eigene Eigenschaften.
avidagdhaḥ kaphaṃ pittaṃ vidagdhaḥ pavanaṃ punaḥ samyagvipakvo niḥsāra āhāraḥ paribṛṃhayet
Unverdaute Nahrung vermehrt *kapha*, die noch in Verdauung befindliche *pitta*, die überverdaute wiederum *vāta* (*pavana*) – die drei Doṣas; die recht verdaute Nahrung dagegen kräftigt den Körper, nachdem sie ihren Nährsaft (*sāra*) abgegeben hat.
viṇmūtramāhāramalaḥ sāraḥ prāgīrito rasaḥ sa tu vyānena vikṣiptaḥ sarvān dhātūn pratarpayet
Kot und Urin sind der Abfall (*mala*) der Nahrung; der zuvor erwähnte Nährsaft ist der *rasa* (die Essenz der Nahrung). Dieser aber, von *vyāna*-Wind im Körper verteilt, nährt sämtliche *dhātu*.
kaphaḥ pittaṃ malaḥ kheṣu svedaḥ syānnakharoma ca netraviṭ tvakṣu ca sneho dhātūnāṃ kramaśo malāḥ
*Kapha*, *pitta*, der Ausfluss in den Körperöffnungen, der Schweiß, Nägel und Haare, der Augenausfluss und das Hautfett sind der Reihe nach die Abfallstoffe der sieben Gewebe.
divā vibuddhe hṛdaye jāgrataḥ puṇḍarīkavat annamaklinnadhātutvādajīrṇe'pi hitaṃ niśi
Tagsüber, wenn der Mensch wach ist, öffnet sich das Herz wie eine Lotusblüte; da dadurch die Gewebe nicht aufgeweicht werden, ist tagsüber gegessene Nahrung selbst dann noch zuträglich, wenn sie bis in die Nacht hinein unverdaut bleibt.
hṛdi saṃmīlite rātrau prasuptasya viśeṣataḥ klinnavisrastadhātutvādajīrṇe na hitaṃ divā
Nachts hingegen, zumal wenn der Mensch schläft, schließt sich das Herz wie eine Lotusblüte; da dadurch die Gewebe aufgeweicht und schlaff werden, ist nachts gegessene Nahrung, wenn sie unverdaut bleibt, selbst tagsüber nicht mehr zuträglich.
imaṃ vidhiṃ yo'numataṃ mahāmunernṛparṣimukhyasya paṭheddhi yatnataḥ sa bhūmipālāya vidhātumauṣadhaṃ mahātmanāṃ cārhati sūrisattamaḥ
Wer diese von dem großen Weisen, dem Ersten der königlichen Seher, gebilligte Lehre mit Eifer studiert, der ist als bester der Gelehrten würdig, sowohl einem König als auch anderen hochherzigen Menschen Heilmittel zu verordnen.