athāto vyādhisamuddeśīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Aufzählung der Krankheiten erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Sutrasthana
Das vierundzwanzigste Kapitel, „Über die Aufzählung der Krankheiten“ (*vyādhisamuddeśa*), unterscheidet zunächst chirurgisch und medikamentös zu behandelnde Krankheiten und entfaltet dann ein siebengliedriges Ursachenschema – von den durch Zeugung, Geburt oder Doṣa-Störung bedingten bis zu den durch Zusammenstoß, Zeit, Schicksal oder die eigene Natur (Hunger, Alter, Tod) verursachten –, das den drei Leidensarten seelisch, durch äußere Wesen und durch göttliche Mächte bedingt zugeordnet wird. Grundlegend ist die Feststellung, dass alle Krankheiten letztlich in *Vāta*, *Pitta* und *Kapha* wurzeln, so wie alle Schöpfung in *sattva*, *rajas* und *tamas*; für jedes einzelne Körpergewebe von *rasa* bis Same werden charakteristische Krankheiten benannt. Ein kurzer philosophischer Exkurs erörtert schließlich das Verhältnis der Doṣa zu Fieber und anderen Krankheiten anhand des Gleichnisses von Wolke, Blitz und Regen.
| Ursache | Erläuterung | Leidensart |
|---|---|---|
| Zeugungsursprung | Fehler in Samen und Menstrualblut, z.B. Hautkrankheiten, Hämorrhoiden | seelisch bedingt |
| Geburt | Fehlverhalten der Mutter, z.B. Hinken, angeborene Blindheit, Taubheit, Stottern | seelisch bedingt |
| Doṣa-Störung | akute Erkrankungen, falsche Ernährung und falsches Verhalten | seelisch bedingt |
| Zusammenstoß | Schwächerer trifft auf Stärkeren, z.B. durch Waffen oder wilde Tiere | durch äußere Wesen bedingt |
| Zeit | Kälte, Hitze, Wind, Regen, Sonnenglut, je nach Jahreszeit | durch göttliche Mächte bedingt |
| Schicksal | Feindschaft der Götter, Verwünschung, magische Praktiken, Dämonen | durch göttliche Mächte bedingt |
| Eigene Natur | Hunger, Durst, Altern, Tod, Schlaf | durch göttliche Mächte bedingt |
| Gewebe (dhātu) | Beispielhafte Krankheiten |
|---|---|
| rasa | Appetitlosigkeit, Fieber, Herzbeschwerden, Blutarmut, Abmagerung, vorzeitige Falten und graues Haar |
| Blut | Hautkrankheiten, Wanderröte, Muttermale, Milzleiden, Abszesse, Gulma, Hämorrhoiden, raktapitta |
| Fleisch | Eiterungen an After, Mund und Penis; Zungengeschwülste; Rachenmandelentzündung; Kropf; Skrofeln |
| Fettgewebe | Knoten, Wucherungen, Kropf, Fettsucht, übermäßiges Schwitzen |
| Knochen | überzähliges Knochenwachstum, überzählige Zähne, Knochenschmerz |
| Knochenmark | Dunkelsehen, Ohnmacht, Schwindel, angeborene Augenleiden |
| Samen | Impotenz, übermäßige Erregbarkeit, Samensteine, Samenharnfluss |
| Haut / Ausscheidungsorgane | Hautkrankheiten; Verstopfung sowie übermäßiges oder unregelmäßiges Abgehen |
athāto vyādhisamuddeśīyamadhyāyaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Aufzählung der Krankheiten erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari gesagt hat.
dvividhāstu vyādhayaḥśastrasādhyāḥ snehādikriyāsādhyāśca tatra śastrasādhyeṣu snehādikriyā na pratiṣidhyate snehādikriyāsādhyeṣu śastrakarma na kriyate
Die Krankheiten sind zweifacher Art: solche, die durch das Messer (*śastra*, das scharfe Operationsinstrument) zu behandeln sind, und solche, die durch Ölbehandlung (*sneha*, die Ölanwendung) und ähnliche Maßnahmen zu behandeln sind. Bei den durch das Messer zu behandelnden wird die Öl- und ähnliche Behandlung nicht ausgeschlossen; bei den durch Öl- und ähnliche Maßnahmen zu behandelnden aber wird kein chirurgischer Eingriff vorgenommen.
asmin punaḥ śāstre sarvatantrasāmānyāt sarveṣāṃ vyādhīnāṃ yathāsthūlamavarodhaḥ kriyate prāgabhihitaṃ tadduḥkhasaṃyogā vyādhaya iti tacca duḥkhaṃ trividham ā-dhyātmikam āghibhautikam ādhidaivikamiti tattu saptavidhe vyādhāvupani-patati te punaḥ saptavidhā vyādhayaḥ tadyathāādibalapravṛttāḥ janmabalapravṛttāḥ doṣabalapravṛttāḥ saṃghātabalapravṛttāḥ kālabalapravṛttāḥ daivabalapravṛttāḥ svabhāvabalapravṛttā iti
In diesem Werk jedoch wird, da es allen Lehrsystemen gemeinsam ist, für alle Krankheiten in groben Zügen eine Übersicht gegeben. Wie schon gesagt wurde: Krankheiten sind Verbindungen mit Leid; und dieses Leid ist dreifach – seelisch bedingt (*ādhyātmika*), durch äußere Wesen bedingt (*ādhibhautika*) und durch göttliche Mächte bedingt (*ādhidaivika*). Dieses fällt wiederum unter sieben Arten von Krankheit; diese sieben sind: die aus dem Zeugungsursprung wirkenden, die aus der Geburt wirkenden, die durch die Doṣas wirkenden, die durch Zusammenstoß wirkenden, die durch die Zeit wirkenden, die durch das Schicksal wirkenden und die aus der eigenen Natur wirkenden.
tatra ādibalapravṛttā ye śukraśoṇitadoṣānvayāḥ kuṣṭhārśaḥprabhṛtayaḥ te'pi dvi-vidhāḥmātṛjāḥ pitṛjāśca janmabalapravṛttā ye māturapacārāt paṅgujātyandha-badhiramūkaminminavāmanaprabhṛtayo jāyante te'pi dvividhā rasakṛtāḥ dauhṛdāpa-cārakṛtāśca doṣabalapravṛttā ye ātaṅkasamutpannā mithyāhārācārakṛtāśca te'pi dvividhāḥāmāśayasamutthāḥ pakvāśayasamutthāśca punaśca dvividhāḥ śārīrā mānasāśca ta ete ādhyātmikāḥ
Von diesen sind die aus dem Zeugungsursprung wirkenden jene, die mit einem Fehler in Samen (*śukra*) und Menstrualblut (*śoṇita*) zusammenhängen, wie Hautkrankheiten und Hämorrhoiden (*arśas*, die Hämorrhoiden) und dergleichen; auch sie sind zweifacher Art, von der Mutter und vom Vater herrührend. Die aus der Geburt wirkenden sind jene, die durch ein Fehlverhalten der Mutter entstehen, wie Hinken, angeborene Blindheit, Taubheit, Stummheit, Stottern, Zwergwuchs und dergleichen; auch sie sind zweifacher Art, durch den Körpersaft (*rasa*, die Körperflüssigkeit) verursacht und durch Missachtung der Schwangerschaftsgelüste verursacht. Die durch die Doṣas wirkenden sind jene, die aus akuten Erkrankungen entstehen oder durch falsche Ernährung und falsches Verhalten verursacht werden; auch sie sind zweifacher Art, aus dem unverdauten Magen (*āmāśaya*) entstehende und aus dem verdauten Magen (*pakvāśaya*) entstehende, und wiederum zweifacher Art, körperlich und seelisch. Diese alle zählen zu den seelisch bedingten Krankheiten.
saṃghātabalapravṛttā ya āgantavo durbalasya balavadvigrahāt te'pi dvividha śaḥstrakṛtā vyālakṛtāśca ete ādhibhautikāḥ
Die durch Zusammenstoß wirkenden sind jene von außen kommenden, die entstehen, wenn ein Schwächerer mit einem Stärkeren zusammenstößt; auch sie sind zweifacher Art, durch Waffen verursacht und durch wilde Tiere verursacht. Diese zählen zu den durch äußere Wesen bedingten Krankheiten.
kālabalapravṛttā ye śītoṣṇavātavarṣātapaprabhṛtinimittāḥ te'pi dvividhā vyā-pannartukṛtā avyāpannartukṛtāśca daivabalapravṛtā ye devadrohādabhiśaptakā atharvaṇakṛtā upasargajāśca te'pi dvividhāḥvidyudaśanikṛtāḥ piśācādikṛtāśca punaśca dvividhāḥsaṃsargajā ākasmikāśca svabhāvabalapravṛttā ye kṣutpipāsājarāmṛ-tyunidrā prabhṛtayāḥ te'pi dvividhāḥkālajā akālajāśca tatra parirakṣaṇakṛtāḥ kālajāḥ aparirakṣaṇakṛtā akālajāḥ ete ādhidaivikāḥ atra sarvavyādhyavarodhaḥ
Die durch die Zeit wirkenden sind jene, die durch Kälte, Hitze, Wind, Regen, Sonnenglut und dergleichen verursacht werden; auch sie sind zweifacher Art, durch eine gestörte Jahreszeit und durch eine ungestörte Jahreszeit verursacht. Die durch das Schicksal wirkenden sind jene, die durch Feindschaft der Götter, durch Verwünschung, durch magische Praktiken oder durch Heimsuchungen entstehen; auch sie sind zweifacher Art, durch Blitzschlag verursacht und durch Dämonen und dergleichen verursacht, und wiederum zweifacher Art, durch Zusammentreffen entstehend und plötzlich entstehend. Die aus der eigenen Natur wirkenden sind jene wie Hunger, Durst, Altern, Tod, Schlaf und dergleichen; auch sie sind zweifacher Art, zeitgemäß und nicht zeitgemäß entstehend. Dabei sind die zeitgemäßen jene, die trotz Vorsorge eintreten, die nicht zeitgemäßen jene, die durch fehlende Vorsorge entstehen. Diese zählen zu den durch göttliche Mächte bedingten Krankheiten. Hiermit ist die Übersicht über alle Krankheiten gegeben.
sarveṣāṃ ca vyādhīnāṃ vātapittaśleṣmāṇa eva mūlaṃ talliṅgatvāddṛṣṭaphalatvā-dāgamācca yathā hi kṛtsnaṃ vikārajātaṃ viśvarūpeṇāvasthitaṃ sattvarajastamāṃsi na vyatiricyante evameva kṛtsnaṃ vikārajātaṃ viśvarūpeṇāvasthitamavyatiricya vātapittaśleṣamāṇo vartante doṣadhātumala saṃsargādāyatanaviśeṣānnimittataścaiṣāṃ vikalpaḥ doṣa dūṣiteṣvatyarthaṃ dhātuṣu saṃjñārasajo'ya śoṇitajo'ya māṃsajo'ya medojo'ya asthijo'yamajjajo'ya śukrajo'ya vyādhiriti
Bei allen Krankheiten aber liegt die Wurzel einzig in Wind (*vāta*, der Wind-Doṣa), Galle (*pitta*, der Gallen-Doṣa) und Schleim (*kapha*, der Schleim-Doṣa) – weil sie deren Merkmale tragen, weil ihre Wirkung sichtbar ist und weil es die Überlieferung bezeugt. So wie die gesamte Vielfalt der Schöpfung, in mannigfaltiger Form bestehend, nicht über *sattva*, *rajas* und *tamas* hinausgeht, ebenso geht die gesamte Vielfalt der Krankheitserscheinungen, in mannigfaltiger Form bestehend, nicht über Wind, Galle und Schleim hinaus. Aus der Verbindung von Doṣa, Gewebe (*dhātu*) und Ausscheidungsstoffen (*mala*, die Ausscheidungsstoffe) sowie je nach dem besonderen Sitz und der besonderen Ursache ergeben sich ihre Unterschiede: Werden die Gewebe durch die Doṣas stark verdorben, entsteht eine Krankheit, die aus dem Empfindungssinn, aus dem Körpersaft, aus dem Blut, aus dem Fleisch, aus dem Fett, aus dem Knochen, aus dem Knochenmark oder aus dem Samen hervorgeht.
tatra annāśraddhārocakāvipākāṅgamardajvarahṛllāsatṛptigauravahṛtpāṇḍurogamārgo-parodhakārśyavairasyāṅgasādākālajavalīpalitadarśanaprabhṛtayo rasadoṣajā vi-kārāḥ kuṣṭhavisarpapiḍakāmaśakanīlikātilakālakanyacchavyaṅgandre luptaplī-havidra dhigulmavātaśoṇitārśo'budāṅgamardāsṛgdara raktapittaprabhṛtayo raktadoṣajāḥ gudamukhameḍhrapākāścā aghimāṃsārbudārśo'dhijihvopajihvopakuśagalaśuṇḍikā-lajīmāṃsasaṃghātauṣṭhaprakopagalagaṇḍagaṇḍamālāprabhṛtayo māṃsadoṣajāḥ granthivṛ-ddhigala gaṇḍārbudamedojauṣṭhaprakopama dhume hātisthaulyātisvedaprabhṛtayo medo-doṣajāḥ adhyasthyadhidantāsthitodaśūlakunakha prabhṛtayo'sthidoṣajāḥ tamoda-rśanamūrcchābhramaparvasthūlamūlārurjanmanetrābhiṣyandaprabhṛtayo majjadoṣajāḥ klaibyā-praharṣaśukrāśmarīśukramehaśukradoṣādayaśca taddoṣāḥ tvagdoṣāḥ saṅgo'tipravṛttira-yathāpravṛttirvā malāyatanadoṣāḥ indri yāṇāmapravṛttirayathāpravṛttirvendri yāyatanadoṣāḥ ityeṣa samāsa ukt vistaraṃ nimittāni caiṣāṃ pratirogaṃ vakṣyāmaḥ
Appetitlosigkeit gegenüber der Nahrung, Geschmacksverlust, schlechte Verdauung, Gliederschmerz, Fieber (*jvara*, das Fieber), Übelkeit, Sättigungsgefühl, Schweregefühl, Herzbeschwerden, Blutarmut (*pāṇḍuroga*), Verstopfung der Körperkanäle, Abmagerung, Geschmacklosigkeit, Erschlaffung der Glieder sowie vorzeitiges Auftreten von Falten und grauem Haar und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung des Körpersaftes entstehen. Hautkrankheiten, Wanderröte, Pusteln, Warzen, blaue Flecken, Muttermale, schwarze Flecken, Leberflecke, Gesichtsflecken, Krätzeartiges, Haarausfall, Milzleiden, Abszesse (*vidradhi*, der Abszess), Geschwülste (*gulma*), windbedingtes Blutleiden, Hämorrhoiden, Tumoren (*arbuda*), Gliederschmerz und Blutungsleiden (*raktapitta*) und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung des Blutes entstehen. Eiterungen an After, Mund und Penis, Geschwülste im Fleisch, Tumoren, Hämorrhoiden, Zungengeschwülste, Zäpfchenleiden, Rachenmandelentzündung, Kehlkopfgeschwulst, Verwachsungen im Fleisch, Lippenentzündung, Kropf und Skrofeln und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung des Fleisches entstehen. Knoten, Wucherungen, Kropf, Geschwülste, fettbedingte Lippenentzündung, Fettsucht, übermäßige Beleibtheit und übermäßiges Schwitzen und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung des Fettgewebes entstehen. Überzähliges Knochenwachstum, überzählige Zähne, Knochenschmerz und Krallennägel und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung der Knochen entstehen. Dunkelsehen, Ohnmacht, Schwindel, Schmerzen an Gelenken und großen Muskelpartien, angeborene Augenleiden und Augenkatarrh und dergleichen sind Krankheiten, die aus einer Störung des Knochenmarks (*majjā*) entstehen. Impotenz, übermäßige Erregbarkeit, Samensteine, Samenharnfluss und Samenstörungen und dergleichen sind Krankheiten des Samens. Hautkrankheiten sind Störungen der Haut; Verstopfung sowie übermäßiges oder unregelmäßiges Abgehen sind Störungen der Ausscheidungsorgane; Ausbleiben oder unregelmäßiges Funktionieren der Sinnesorgane sind Störungen der Sinnesorgan-Sitze. Dies ist im Überblick dargelegt; die Ursachen dieser Krankheiten im Einzelnen werden wir Krankheit für Krankheit darlegen.
bhavati cātra kupitānāṃ hi doṣāṇāṃ śarīre paridhāvatām yatra saṅgaḥ khavaiguṇyādvyādhistatropajāyate
Und hierzu gilt: Wenn die erregten Doṣas im Körper umherwandern und irgendwo, wo ein Körperkanal (*srotas*) gestört ist, ins Stocken geraten, entsteht dort eine Krankheit.
bhūyo'tra jijñāsyaṃ kiṃ vātādīnāṃ jvarādīnāṃ ca nityaḥ saṃśleṣaḥ paricchedo vā iti yadi nityaḥ saṃśleṣaḥ syāttarhi nityāturāḥsarva eva prāṇinaḥ syuḥ athāpyanyathā vātādīnāṃ jvarādīnā ca anyatra vartamānānāmanyatra liṅgaṃ na bhavati iti kṛtvā yaducyate vātādayo jvarādīnāṃ mūlānīti tanna atrocyate doṣān pratyākhyāya jvarādayo na bhavanti atha ca na nityaḥsiṃbandhaḥ yathāhi vidyudvātāśanivarṣāṇyākāśaṃ pratyākhyāya na bhavanti satyapyākāśe kadācinna bhavanti atha ca nimittata-stata evotpattiriti taraṅgabudbudādayaścodakaviśeṣā eva vātādīnāṃ jvarādīnāṃ ca nāpyevaṃ saṃśleṣo na paricchedaḥ śāśvatikaḥ atha ca nimittata evotpattiriti
Hier ist noch weiter zu fragen: Besteht zwischen Wind und den übrigen Doṣas einerseits und Fieber und den übrigen Krankheiten andererseits eine ständige Verbindung oder eine zeitweilige Trennung? Wäre die Verbindung ständig, so wären alle Lebewesen ständig krank. Wäre es andererseits so, dass, wenn Wind und die übrigen Doṣas an einem Ort sind, an einem anderen Ort kein Symptom von Fieber und den übrigen Krankheiten auftritt, so würde man sagen, Wind und die übrigen seien die Wurzel von Fieber und den übrigen Krankheiten; das trifft hier aber nicht zu. Ohne die Doṣas entstehen Fieber und die übrigen Krankheiten nicht, und dennoch besteht keine ständige Verbindung. So wie Blitz, Wind, Donner und Regen ohne den Raum nicht entstehen, obwohl der Raum vorhanden ist, doch nicht immer auftreten, und dennoch eben aus jener Ursache heraus entstehen – wie Wellen und Blasen besondere Erscheinungsformen des Wassers sind –, so verhält es sich auch mit Wind und den übrigen Doṣas und mit Fieber und den übrigen Krankheiten: Weder besteht eine ständige Verbindung noch eine ewige Trennung, und dennoch entstehen sie eben aus jener Ursache heraus.
bhavati cātra vikāraparimāṇaṃ ca saṃkhyā caiṣāṃ pṛthak pṛthak vistareṇottare tantre sarvābādhāśca vakṣyate
Und hierzu gilt: Das Ausmaß der Krankheitserscheinungen und ihre jeweilige Zahl werden wir ausführlich im weiteren Werk darlegen, ebenso alle Leiden.