Paṭala 18: iti ṣoḍaśanityātantreṣu ślokādimate 'ṣṭādaśaḥ paṭalaḥ paripūrṇaḥ parāmṛṣṭaḥ
18. Kapitel: Vorschriften zu Glied-Einsetzung, Meditation, Verehrung und siegverleihenden Yantras der Vijayā-Nityā
Quelle: Tantrarāja-tantra mit dem Kommentar Manoramā des Subhagānandanātha, hrsg. Sadāśiva Miśra, Tantrik Texts Vol. 8, Calcutta 1918, archive.org (tantrarajatantra01mishuoft), OCR. Dies ist das letzte Kapitel von Band I (Paṭala 1-18 von insgesamt 36). Laut Kommentar behandelte das vorangehende 17. Kapitel die 12. Nityā Nīlapatākā; dieses 18. Kapitel behandelt die 13. Nityā Vijayā (vidyā bereits in Paṭala 3 gelehrt): Einsetzung ihrer Silben an den Körpergliedern (aṅga-/kara-nyāsa, 1-4), zwei Meditationsbilder (für rituelle Anwendung bzw. für den täglichen Kult, 5-10), Aufbau eines Verehrungs-Maṇḍalas mit ihren Begleitmächten in Karree, Achteck und zwei Lotusblütenkränzen (11-25), ein sehr umfangreicher Abschnitt über Kriegs- und Feindbezwingungs-Rituale (Homa mit bestimmten Blüten/Hölzern an bestimmten Wochentagen und Mondtagen, 26-54), silben-basierte Yantras aus 81, 9, 100 und weiteren Feldern für Sieg, Schutz vor Dämonen, Fieberheilung, Städtebefestigung und Bannung feindlicher Heere (55-100), abschließend ein zusammenfassender Vers (101) und das Kolophon. Die OCR-Qualität ist in diesem Kapitel besonders schlecht, gerade bei den technischen Ritual- und Yantra-Angaben (Pflanzennamen, Zahlenangaben, Mantra-Silben); zahlreiche Einzelheiten bleiben trotz sorgfältiger Rekonstruktion aus Metrik, Kommentar-Zitaten und Sinnzusammenhang unsicher und sind mit [?] gekennzeichnet. Mehrere Verszahlen der Ausgabe sind offensichtliche Ziffern-OCR-Fehler (Verwechslung der Devanagari-Ziffern 2/3 bzw. 6/9 u.ä.) und wurden nach der fortlaufenden Zählung 1-101 korrigiert; dies ist jeweils in den notes vermerkt.
Nun, von den sechzehn Nityās diejenige, die als die dreizehnte genannt wurde [d.h. Vijayā] – empfange, du Kluge, deren rituelle Anwendung (vidhāna); die Vidyā (das Mantra) selbst wurde dir bereits früher [im dritten Paṭala] mitgeteilt.
Ihre Glieder (aṅga), die Einsetzung der Silben (akṣara-nyāsa), Meditation und Verehrung (dhyāna, arcana) von ihr zusammen mit ihren Kräften (śakti), sowie die Anwendung ihrer Yantras will ich, siegverleihend, verkünden.
Mit den vier Konsonanten der Vidyā, jeweils mit einem langen Vokal versehen, bilde man die vierfache [Einsetzung]; mit den übrigen zwei [Konsonanten] das Paar – so bilde man die sechs Glieder (ṣaḍaṅga) an Händen und Körper.
An den Erkenntnisorganen, beginnend beim Gehör, sowie im Geist (citta), setze man [die Silben der Wurzel-Vidyā] der Reihe nach ein; anderswo wende man [die ganze Vidyā] durchdringend (vyāpaka) an [?].
Vers 1: 'prājña' (m.) im OCR ist als Vokativ zur (weiblichen) Devī unpassend; gelesen als fem. 'prājñe'. 'trayodaśī' (die Dreizehnte = Vijayā) nach Kommentar ('tatra trayodaśī vijayā nityā ity arthaḥ'), die OCR-Buchstabenfolge an dieser Stelle ist stark verderbt. Vers 2: die stark entstellte OCR-Lesart wurde korrigiert zu 'dhyānārcane 'sya' nach ausdrücklichem Kommentarhinweis ('dhyānārce iti dvitīyādivacanam' – nur zur OCR-Klärung verwendet); 'tadyantraviniyogāṃś ca' ebenso durch Kommentarzitat gestützt. Verse 3-4: technische Nyāsa-Anweisung (Einsetzung der einzelnen Mantra-Silben der Vijayā-Vidyā an Händen/Körperteilen); die genauen Silben der Wurzel-Vidyā sind im Kommentar nur bruchstückhaft und widersprüchlich als IAST-Fragmente zitierbar (etwa bhau/mo/rū/vai bzw. bham/ram/yam/jam/om-artige Reste), daher hier nicht rekonstruiert und mit [?] versehen; der Ritualsinn (Nyāsa an vier+zwei Konsonanten, dann an Sinnesorganen und Geist, zuletzt durchdringend) ist aber gesichert.
Fünfgesichtig, zehnarmig, an jedem Gesicht dreiäugig, geschmückt mit der auf der leuchtenden Krone gesetzten Mondsichel;
mit allem Schmuck versehen, strahlend im gelben Gewand, von einem Glanz gleich der aufgehenden Sonnenscheibe, mit reinem Lächeln;
Muschelhorn, Schild und Bogen, ein Messer (kartarī) in den linken Händen; Diskus, dazu Elefantenstachel, Schwert, Pfeil und Zitrusfrucht (mātuluṅga) [in den rechten Händen] –
diese [hält sie] in ihren rechten Händen; bei ritueller Anwendung (prayoga) [erscheint sie] furchterregend, bei der [täglichen] Verehrung (upāsana) dagegen sehr sanft [?] und auf einem Löwen sitzend;
bei der Schlacht [und ihrer Verehrung zu diesem Zweck ist sie] ringsum von Begleitmächten (śakti) umgeben, die auf Tigern reiten; bei der [gewöhnlichen] Verehrung und den übrigen Anwendungen [sitzt sie dagegen] in bequemer Sitzhaltung (sukhāsana).
Auch die glanzvollen Begleiterinnen (śrī) sind bei der [gewöhnlichen] Verehrung mit der bequemen Sitzhaltung versehen; alle diese göttlichen [Gestalten haben] die gleiche Form, das gleiche Gesicht, die gleichen Hände und Waffen [wie die Hauptgöttin].
Fünfgesichtig/zehnarmig/dreiäugig nach Kommentar ('pañcavaktrāvasthānaṃ nīlapatākāyāḥ proktaprakāreṇa... daśabhujā sam iti ca tadvat... trilocanām'). Vers 7: Zuordnung der Waffen auf linke/rechte Hände unsicher rekonstruiert; 'mātuluṅga' (Zitrusfrucht, eine übliche ikonographische Beigabe) für eine stark verderbte OCR-Lesart. Vers 8: 'atisaumyām' Vermutung für eine unlesbare OCR-Stelle; Sinn (Gegensatz furchterregend/sanft je nach Ritualzweck) durch Kommentar gestützt. Verse 8-10 laut Kommentar: zwei verschiedene Meditationsbilder für Kriegs-Anwendung (bhīmadarśana, Tiger-Begleiterinnen) und für tägliche Verehrung bzw. andere (z.B. vaśya-)Anwendungen (sukhāsana, auch für die Begleiterinnen).
Nachdem man ein doppeltes Karree (caturasra) angefertigt hat, geschmückt mit vier Toren, versehen mit einem Achtblatt (aṣṭadala), verehre man dieses wie zuvor.
Innerhalb davon, nachdem man ein Achteck (aṣṭakoṇa) mit je zwei Doppelkreisen dazwischen angefertigt hat, [errichte man] innerhalb davon ebenso einen Lotus mit sechzehn Blütenblättern.
Mit drei[fachem Kreis] einen Achtblatt-Lotus anfertigend, rufe man sie [die Göttin] dorthin herbei; sie, verbunden mit ihren jeweiligen Kräften (śakti), verehre man ordnungsgemäß mit den [üblichen] Kultgaben (upacāra).
Mit Feuer und geklärter Butter, oder mit Sesam und Reiskörnern, vollziehe man das tägliche Feueropfer; man leiste ein zweifaches Opfermahl (bali) und vollende auch die [übrige] Verehrung [?].
Die fünfzehn Nityās außer Lalitā, die vortrefflichen Frauengestalten, sind [je] mit einer Mondphase (candrakalā) verbunden; sie [Lalitā] aber gilt als aus jenen [Kalās insgesamt] bestehend – [selbst ohne eigene einzelne Kalā].
Mit den in der Mitte des siebensilbigen Māyā-[Mantras] stehenden Namen verehre man [die Umgebenden]; die im Umkreis (āvaraṇa) [des Maṇḍalas] befindlichen Kräfte (śakti) haben deren [d.h. der Hauptgöttin] Gestalt.
Aufbau des Verehrungs-Maṇḍalas: äußeres Karree mit vier Toren und Achtblatt (11), Achteck (12), innerer Lotus mit 16 Blättern (12), weiterer Achtblatt-Lotus in der Mitte für die Hauptgöttin (13). Vers 15 nach Kommentar ('lalitā tu sarvatithimayatvād anavacchinnā... tena tasyāś candrakalārāhityam'): Lalitā gilt als Summe/Ursache aller 16 Kalās und hat daher keine eigene, abgegrenzte Mondphase, anders als die übrigen 15 Nityās. Vers 14 'pūjāṃ' Vermutung für eine stark verderbte OCR-Lesart nahe 'prajāṃ'; Vers 16 'māyāsaptākṣara' (siebensilbiges Māyā-Mantra) unsicher rekonstruiert aus einer entsprechend anklingenden, aber entstellten OCR-Lesart.
An den Spitzen [der Blütenblätter], im Uhrzeigersinn (pradakṣiṇa), verehre man all diese [Kräfte] an ihren [jeweiligen Plätzen]; ihre Namen der Reihe nach höre – ich will sie ordnungsgemäß verkünden.
Die Verehrung der Nityā [selbst, d.h. der Hauptgöttin Vijayā] [reicht] bis zum [und findet statt im] Karree; im innerhalb befindlichen Achteck verehre man die [im Folgenden] genannten Gestalten [?] –
Jayā und Vijayā, Durgā, Bhadrā und auch Bhadrakarī, Kṣemā und Kṣemakarī, die Nityā [selbst] – [diese acht] verehre man im Achteck mit Hingabe.
Innerhalb davon, in den sechzehn Blütenblättern, verehre man ringsum die sechzehn Kräfte, jene, versehen mit Duftstoffen, Blumen und anderen [Gaben], mit Hingabe:
Vidārikā, Vipravaghnī [?], Viśvā, Viśvavibhedikā, Vīrā, Vikledinī [?], Vidyā, Vinodā mit anmutiger Gestalt;
Vītaśokā, Viṣamīvā [?], Vipulā, Vijayapradā, Vibhavā, Vividhā, Viprā [?] – [alle] versehen mit der genannten Gestalt.
Innerhalb davon, an den [innersten] acht Blütenblättern, verehre man ringsum die acht Kräfte in der genannten Reihenfolge mit Duftstoffen und anderen [Gaben]; [der Verehrer] werde hingabevoll gesinnt.
Aufbau der Umkreis-Verehrung (āvaraṇapūjā): Achteck mit 8 Namen (19: nur 7 Eigennamen plus 'nityā selbst' als achte Stelle gezählt, OCR evtl. lückenhaft), 16-blättriger Lotus mit 16 'vi-'Namen (21-22, durchgehend alliterierend auf 'vi-', was strukturell gesichert ist auch wo Einzelnamen unsicher sind), innerster Achtblatt-Lotus mit weiteren 8 Kräften (23, Namen nicht genannt bzw. im OCR verloren). Mehrere Einzelnamen (Vipravaghnī, Vikledinī, Viṣamīvā, Viprā) sind aus stark verderbtem OCR nur mit Vorbehalt rekonstruiert und mit [?] versehen; die Silbenfolge 'vi-' selbst ist gesichert.
Manoharā und Maṅgalā, Madoddhatā [?], Manasvinī, Māninī [?], Madhurā, Māyā und Mohinī – [diese acht Kräfte verehre man] mit der genannten Gestalt.
Wer die [Göttin] so durch Verehrung, Rezitation, Meditation, Feueropfer und [tägliche] Andacht mit steter Hingabe verehrt und dadurch [ihrer] mächtig wird [?], der wird von allen Seiten glücklich.
Nach der genannten Silbenfolge rezitiere der Verständige die Vidyā hunderttausendmal (lakṣa); nachdem er das Feueropfer mit roten Lotusblüten dargebracht hat, versehen mit dem daraus entstandenen vollendeten Mantra (siddhamantra).
Der Mantra-Kundige vollziehe [danach erst] die [besonderen] Anwendungen nach der Vorschrift für Feueropfer und Opferhandlung, durch Rezitation, auch durch Askese und durch Verehrung, wie es sich gebührt.
Mit roten und weißen Lotusblüten, roten und weißen Wasserlilien (kairava) [und] blauen Lotusblüten (utpala) [?], mit der duftenden Śephālikā-Blüte sowie mit den drei Süßstoffen (Honig, Zucker, Butter) – so ist die Vorschrift.
Durch das Feueropfer an den sieben Wochentagen vollziehe man [es] mit den genannten sieben [Blumensorten]; auch für das jeweilige Herrscherpaar des genannten Wochentags, eben aus jenem Maṇḍala heraus.
Letzte Gruppe von acht Umkreis-Kräften, durchgehend alliterierend auf 'ma-' (24) – wie schon bei den 'vi-'Namen zuvor ein gesichertes Strukturmerkmal, auch wo Einzelnamen (Madoddhatā, Māninī) unsicher bleiben. Ab Vers 26 beginnt der lange Abschnitt über Rezitations- und Opferpraxis zur Erlangung der Vidyā-Wirksamkeit (v.a. für kriegerische Zwecke, bis Vers 54). Vers 28: Zuordnung der sieben Blütenarten zu den sieben Wochentagen im Kommentar nur pauschal bestätigt, Einzelheiten (welche Blüte zu welchem Tag) hier nicht sicher rekonstruierbar.
vijayaṃ samavāpnoti samare indrayuddhake [?] | mallayuddhe ca vāde ca dyūtajaye 'pi ca ||30||
vyavahāreṣu sarveṣu jayam āpnoti niścitam | caturaṅgulajaiḥ [?] puṣpair homāt saṃstambhayed aram [?] ||31||
tathaiva karṇikāroṣṭhaiḥ [?] punnāgotthair namerujaiḥ [?] | campakaiḥ śatapatraiś ca [?] gajaiḥ [?] māgadhodbhavaiḥ [?] ||32||
prāgvad vāreṣu jātyādikramāt puṣpaṃ tu saptabhiḥ | proktāsu stambhanaṃ śatror bhaṅgo vā bhavati dhruvam [?] ||33||
śatror unmūlanaṃ [?] vahnau tatsamidbhis tu homataḥ | sarpiṣājyāhutābhis te praṇamanty eva pādayoḥ [?] ||34||
khadyakāṣṭhānale [?] svalpaiḥ [?] puṣpaphalair api | samidbhir juhuyāt samyag vāre śrāddhanapūrvakam [?] ||35||
Er erlangt den Sieg im Kampf – im Streit um die Herrschaft (Indra-Kampf) [?], im Ringkampf, in der Disputation und auch im Sieg beim Würfelspiel.
In allen Rechtsstreitigkeiten (vyavahāra) erlangt er gewiss den Sieg; mit vier Finger[breit] gewachsenen Blüten [?] lähme er durch das Feueropfer sogleich [den Feind].
Ebenso mit Karṇikāra-Blüten [?], mit Punnāga- und Nameru-Blüten [?], mit Campaka- und Lotus-Blüten [?] und mit in Magadha wachsenden [Blüten, Pflanzenart unklar] [?].
Wie zuvor, an den [sieben] Wochentagen, nach der Reihenfolge der Geburt [d.h. der Zuordnung] usw., mit den genannten sieben Blüten: die Lähmung (stambhana) des Feindes oder seine Zerschlagung tritt gewiss ein.
Die Entwurzelung des Feindes [erfolgt] im Feuer durch das Opfer mit dessen [des dem Feind zugeordneten Baumes] Brennholz; durch Opfergüsse mit geklärter Butter und Öl fallen sie [die Feinde] ihm sogar zu Füßen.
Im Feuer aus [einem bestimmten, unsicheren] Holz [?], mit wenigen [?] Blüten und auch Früchten, mit Brennholz opfere man ordnungsgemäß an dem [jeweiligen] Wochentag, vorausgegangen von der Verehrung [des Wochentagsherrn] [?].
Verse 31 und 37 (unten) tragen im OCR die Ziffern 21 bzw. 27, was nach der fortlaufenden Zählung (voriger Vers 30, folgender 32) eindeutige Ziffernfehler (Verwechslung der Devanagari-Ziffern 2/3) sind; hier zu 31 korrigiert. Dieser ganze Abschnitt (30-48) listet Pflanzen/Hölzer für Feuerrituale (homa) zur Feindbezwingung (stambhana, māraṇa/unmūlana) an bestimmten Wochentagen; die botanischen Einzelbezeichnungen (Karṇikāra, Punnāga, Nameru, Campaka, 'māgadhodbhava' u.a.) sind durch die extrem schlechte OCR-Qualität in diesem Abschnitt größtenteils nur unsicher rekonstruierbar und mit [?] versehen, der rituelle Grundsinn (Blüten-/Holz-Homa an Wochentagen zur Feind-Lähmung) ist jedoch durchgehend gesichert.
Des Feindes vierfache Streitmacht möge Krankheit und dergleichen befallen [?]; dadurch möge diesem [Verehrer] der Sieg zuteilwerden, oder sie [die feindliche Streitmacht] werde gar zerschlagen.
An einem [bestimmten] Tag, mit einem [besonderen, im OCR unklaren Holz] entfacht, [brenne] das Feuer mit dessen Scheiten; mit Blättern, Blüten, Früchten, Stängeln und auch Wurzeln opfere man der Reihe nach.
Mit dem Ghee einer Kuh von der Farbe der aufgehenden [Sonne] mit rotbraunem Kalb besprengt, aus dem Maṇḍala heraus, gewandt zur Richtung des Feindes, [opfere man] in die Feuergrube nach Vorschrift.
Er flieht, von Krankheit geplagt, oder unterwirft sich, von Furcht ergriffen – der Feind, mag er auch mit voller Streitmacht und mit Tapferkeit und Stolz ausgestattet sein.
Im Feuer aus Palāśa-Holz, mit dessen fünf Teilen (Blatt, Blüte, Frucht, Stängel, Wurzel) und deren Ghee-Opfergüssen, geschieht durch das Opfer am Montag [der Sieg] wie zuvor, ohne Zweifel.
Im Feuer aus Khadira-Holz, mit dessen fünf Teilen und deren Ghee-Opfergüssen, erlangt er durch das Opfer am Dienstag dies ganz gewiss.
Im Feuer aus Apāmārga-[Holz] [?] opfere man ebenso mit dessen Brennholz; am Mittwoch mit dem Ghee einer weißen [Kuh] samt Kalb.
Vers 37 im OCR mit Ziffer 27 (Ziffernfehler 2/3, siehe oben zu 31) zu 37 korrigiert. Vers 40 im OCR mit unsinniger Ziffernfolge 460 zu 40 korrigiert (Reihenfolge 39→40→41 eindeutig). Fortsetzung der Wochentags-Homa-Liste: Palāśa/Montag, Khadira/Dienstag, Apāmārga/Mittwoch; die übrigen Wochentage folgen in 46-48. Einzelne Pflanzennamen und Beiwörter bleiben wegen der Textverderbnis unsicher [?].
proktaphalasiddhir bhavaty eva ca tadanyathā [?] | tac ca vāreṣu te janma pūrvam eva hi tatkriyā ||43||
sarvatra proktahomārcājapamantrādikarmasu | tattannityārcanaṃ tattadvāreśadvayapūjanam ||44||
vidhāya paścāt kāryāṇi kuryāt samāhitaḥ | śīghraṃ tatphalasiddhiś ca bhavaty evānyathānyathā ||45||
pippalāgnau gurau vāre tadaṅgaiḥ tadghṛtānvitaiḥ [?] | juhuyāt tayā tatphalāptis tadinaiḥ syād asaṃśayam ||46||
udumbarāgnau guruje [?] vāre homaṃ taddravyaiḥ [?] | tatsiktair vidhivat tathā tadinais tac ca sidhyati ||47||
śamīvalkais tadulyaṃ [?] tu juhuyāt kṛṣṇagoghṛtaiḥ | tadināt tatphalāni syur iti vāreṣu saptasu ||48||
vijayo 'bhihitaḥ samyag havanāt tithibhedataḥ [?] | vijayaṃ śṛṇu deveśi kathayāmi krameṇa te ||49||
Der genannte Erfolg tritt eben ein, und ebenso auch der gegenteilige [Effekt, je nach Ausrichtung des Rituals] [?]; und dies [geschieht] an den [jeweiligen] Wochentagen, deren Entstehung [d.h. Wirkung] eben von der zuvor [beschriebenen] Handlung [abhängt].
Überall, bei den genannten Handlungen von Feueropfer, Verehrung, Rezitation, Mantra usw., [geht voraus] die jeweilige Verehrung der Nityā [selbst und] die Verehrung des jeweiligen Wochentags-Herrenpaares.
Nachdem man dies vollzogen hat, führe man danach [erst] die [eigentlichen Rituale] aus, gesammelten Sinnes; rasch tritt dann der Erfolg ein – andernfalls [tritt er] je nachdem [nicht ein].
Im Feuer aus Pippala-Holz, mit dessen [fünf] Teilen und deren Ghee, opfere man am Donnerstag; die Erlangung jenes Erfolges an jenen Tagen ist damit ohne Zweifel.
Im Feuer aus Udumbara-Holz [vollziehe man] am Donnerstag [wiederum, Variante] das Feueropfer mit dessen Substanzen; damit besprengt, ordnungsgemäß, gelingt dies ebenso an jenen Tagen.
Mit der Rinde des Śamī-Baumes, ebenso [mit dessen Teilen], opfere man mit dem Ghee einer schwarzen Kuh; von jenem Tag an treten jene Erfolge ein – so [gilt es] an den sieben Wochentagen.
Der Sieg wurde so richtig durch das Opfer, nach der Unterscheidung der Wochentage, dargelegt. Nun höre [den Sieg] durch die Unterscheidung der Mondtage (tithi), Herrin der Götter; ich werde ihn dir der Reihe nach mitteilen.
Verse 44 im OCR mit vertauschter Ziffer 54 (statt 44) zu 44 korrigiert. Verse 46-48 schließen die Wochentagsliste ab: Pippala/Udumbara/Donnerstag, Śamī/Freitag(?) – die genaue Wochentagszuordnung für 47-48 bleibt wegen Textverderbnis teils unsicher. Vers 49 markiert den Übergang vom Wochentags- zum Mondtags-(tithi-)basierten Ritualabschnitt (50ff.).
pratipattithim ārabhya pañcamyantakrameṇa vai | śālyodanakamudraiś ca yavamāṣaiś ca homataḥ ||50||
mahiṣājyaghṛtais tābhis tithibhiḥ samavāpnuyāt | ṣaṣṭhādi ca daśamyantam ajābhavaghṛtais tathā ||51||
prāgukto niṣṭuṣair homāt prāguktaphalam āpnuyāt | tadūrdhvaṃ pañcadaśyante samastaiś ca tiladvayaiḥ ||52||
sitānnaiḥ pāyasaiḥ siktair ekādaśyās tu ghṛtais tathā ||53||
evaṃ nakṣatrodyadvahnais [?] tadghṛtāhutaiḥ | havanād api tatprāptir bhavaty eva na saṃśayaḥ ||54||
Beginnend mit dem ersten Mondtag (pratipad) bis zum fünften der Reihe nach, durch das Feueropfer mit gekochtem Reis, Mungbohnen, Gerste und schwarzen Bohnen (māṣa),
mit Büffel-Ghee, erlangt man [den Erfolg] an jenen Mondtagen; und vom sechsten bis zum zehnten [Mondtag] ebenso mit dem Ghee der Ziegenmilch.
Der zuvor genannte [Erfolg wird erlangt] durch das Opfer mit ungeschältem [Getreide]; darüber hinaus, bis zum fünfzehnten [Mondtag], mit allem zusammen [genannten] und beiden [Arten] Sesam,
mit weißem gekochtem Reis, mit Milchreis [oder] besprengt, ab dem elften [Mondtag] aber mit Ghee, ebenso.
Ebenso erfolgt, durch Feuer, die nach den [jeweiligen] Mondhäusern (nakṣatra) entzündet werden [?], mit deren Ghee-Opfergüssen, auch durch das Opfer jene Erlangung ohne Zweifel.
Vers 53 im OCR mit wiederholter (doppelter) Ziffer 52 (wie Vers 52) versehen – eindeutiger Zählfehler, hier zu 53 korrigiert; die zweite Vershälfte von 53 ist im Quelltext nicht klar von Vers 54 abgegrenzt und bleibt fragmentarisch. Fortsetzung der Mondtag-Homa-Liste (Zutaten je nach Tithi-Gruppe 1-5, 6-10, 11-15) parallel zur vorangehenden Wochentagsliste; Übergang zu einem knappen Hinweis auf Nakṣatra-bezogenes Opfer in 54.
vidyāyāṃ prāgvad varṇāni pañca yuñjyāt svarais tathā | aśītyakṣarataḥ [?] tair yantrāṇi śṛṇu priye ||55||
prāk pratyak dakṣiṇodak ca daśasūtranipātanāt | ekāśītipadāni syus teṣu tāni likhet kramāt ||56||
madhyakoṣṭhe 'bhidhāṃ kṛtvā prāguktavidhinā yutam | ślokoktaṃ ca rekhāgraṃ [?] tv āvāhyābhipūjya tām ||57||
upāsīta puro vidyāṃ japaṃ nityaṃ samācaret | vidyākramaṃ tu yantre yajet tatphalam āpnuyāt ||58||
In der Vidyā verbinde man wie zuvor fünf Konsonanten ebenso mit den [sechzehn] Vokalen; aus den [dadurch entstehenden] achtzig Silben [gebildet], höre nun mit diesen die Yantras, Liebe.
Nach Osten, Westen, Süden und Norden, durch das Einschlagen von zehn Fäden (sūtra), entstehen einundachtzig Felder; in diese schreibe man jene [Silben] der Reihe nach.
Nachdem man im Mittelfeld den Namen [des Ziels] eingetragen hat, versehen mit dem zuvor genannten Verfahren, und die in der Strophe genannten Linien-Enden [?], rufe man sie [die Göttin] herbei und verehre sie.
Man verehre die Vidyā zunächst [im täglichen Ritus], vollziehe die Rezitation täglich; die Silbenfolge der Vidyā aber verwende man auch beim Yantra [im rituellen Einsatz] – so erlangt man jenen Erfolg.
Beginn des ersten großen Yantra-Abschnitts: ein 81-Felder-Yantra (9×9) aus den 80 (5 Konsonanten × 16 Vokale) Silben der Vidyā plus Mittelfeld für den Namen des Ziels. Technische Details der Linienführung (57) bleiben wegen Textverderbnis unsicher [?].
Nach Osten, Westen, Süden und Norden, durch das Einschlagen von vier Fäden, entstehen hier neun Felder, höchste Herrin.
In jedem einzelnen von ihnen zeichne man einen Achtblatt-Lotus; in ihnen, in der Samenkapsel des mittleren [Haupt-]Lotus, schreibe man [den folgenden Namen] hinein.
Jene Vidyā, den Namen [des Ziels] enthaltend, [schreibe man] in jene Richtung [d.h. dorthin], in den Achtblatt[-Lotus]; in ihnen, beginnend [an einer Stelle], schreibe man die acht [Silben], ebenso mit Sandelholz(-Paste) usw.
In der Samenkapsel aber mit dem Namen [und einem Bīja] [?]; außerhalb davon die acht [Silben], ebenso in den [übrigen] acht [Lotussen]; nachdem man so in den acht [Lotussen] geschrieben hat, mit den anwachsenden Mātṛkā-Silben [?] –
mit [ihnen] in rückläufiger und vorläufiger Reihenfolge, versehen mit dem Māyā-[Bīja] und dem Bindu, schreibe man am Rand, im doppelten Karree, an der Spitze des Yantra.
Nachdem man [das Yantra] so, in der Größe von zwei Handspannen [mit neun Feldern], angefertigt hat, stelle man einen [Wasser-]Kumbha darauf, [beschriftet] mit der Vidyā [?], gefüllt mit Wasser [versetzt] mit Kräutern, wie zuvor.
Vers 59 im OCR mit Ziffer 56 (Wiederholung von 56) versehen – eindeutiger Zählfehler (Kontext: neuer Abschnitt nach 58, vor 60), hier zu 59 korrigiert. Zweites Yantra: ein Neun-Felder-Yantra mit je einem Achtblatt-Lotus pro Feld (insgesamt neun Lotusse), für einen abschließenden Weihwasser-Ritus (Kumbha-Abhiṣeka, fortgesetzt in 65ff.). Die genaue Silben-Verteilung (60-63) ist wegen starker OCR-Verderbnis nur im Ritualprinzip, nicht in jedem Detail gesichert; mehrere Wörter mit [?] versehen.
Nachdem man [den Kumbha] verehrt und die Vidyā zehntausendmal (ayuta) nach Vorschrift damit rezitiert hat, besprenge man [den Betroffenen mit jenem Wasser]; er wird von seinen Nöten befreit und wird glücklich.
Der Sieg möge von allen Seiten eintreten, auch in jenen genannten sieben [Kampfarten]; bei der Bedrängnis durch die neun Planeten [oder durch] Feinde, bei allseitigem Entstehen von Leid,
beim Beginn einer Schlacht, zur Erlangung von Ruhm und Erfolg, oder zur Erlangung eines Sohnes, zur Erlangung des Gewünschten – bei diesen drei Anlässen vollziehe man [die Besprengung].
Nachdem man dieses Yantra mit Ockerfarbe auf ein Tuch gezeichnet hat, rufe man die Göttin herbei, verehre sie und rezitiere die Vidyā ebenso zehntausendmal.
Fortsetzung des Kumbha-Abhiṣeka-Ritus: Zweck ist allgemeiner Erfolg/Sieg in den zuvor (30) genannten sieben Kampfarten sowie bei Planeteneinfluss, Nachkommenwunsch u.a. Ab Vers 68 folgt ein weiteres, auf Tuch gezeichnetes Yantra.
So bringt man, [je nach Zahl der Wiederholungen] [?], nach sieben Nächten oder mehr, [den Betreffenden] unter seine Macht – sei es ein König, eine Frau, [gewöhnliche] Sterbliche oder alle anderen Lebewesen.
Nachdem man [das Yantra] auf ein kurkumagelbes Tuch gezeichnet hat, [stelle man es] in einen Krug oder zwischen zwei Schalen, lege es in eine Wand oder an den eigenen Schlafplatz.
Nachdem man es verehrt hat, vollziehe man täglich zu den [beiden] Dämmerungszeiten (sandhyā) die Rezitation mit der Vidyā tausendmal; binnen der genannten Zeit lähme man jeden Feind vollständig [?].
[Man lähme] Feinde, [ihren] Zorn und Groll, sowie ihr übelwollendes Tun, ebenso Rechtsstreit, krankheitsbedingtes Bemühen, Disputation, Rede, Absicht und Wut [der Gegner].
Dieses [Yantra], nachdem man es mit den zuvor genannten wohlriechenden Substanzen [Sandelholz, Moschus, Safran, vgl. achtes Kapitel] gezeichnet hat, verehre man täglich zu den Dämmerungszeiten, [und] rezitiere damit tausendmal.
Durch die Anwendung zur genannten Zeit erlangt man reichlichen Wohlstand; nun will ich ein weiteres, unvergängliches [?] Yantra von höchster Erhabenheit verkünden.
Wie zuvor, durch das Einschlagen von sieben [bzw. vierzehn] Fäden, teile man ebenso [das Feld] ein; es entstehen neunundsechzig Felder, zusammen mit weiteren, genau hundert.
Vers 69 im OCR mit unlesbarer, verstümmelter Ziffer versehen, nach Zählung (68 zu 70) zu 69 korrigiert. Dieser Abschnitt (69-74) beschreibt ein Vaśīkaraṇa-/Stambhana-Yantra auf gelbem Tuch zur Unterwerfung von Personen bzw. zur Lähmung von Feinden und ihren Handlungen; ab 74 Ankündigung eines weiteren, größeren Yantras (75ff., hundert Felder).
caturaśrakoṇakoṣṭhāni mārjayet saikaviṃśatim | madhye ca sambhavaty evāśītikoṣṭhaṃ yathāvidhi ||76||
caturdikṣu vilikhitatrikoṇāny ekakoṣṭhataḥ | sarvamadhyasthakoṣṭhaṃ ca caturdikṣv agrataḥ tathā ||77||
vidyāṃ nāmodarāṃ kṛtvā prāgvad varṇāṃs tu saṃlikhet | etad agracatuṣkasya sparśāc [?] tricaturaśrakam [?] ||78||
vidhāya tu vilikhen mātṛkāṃ prāgvidhānataḥ | ekena vajrayantreṇa vijayā vijayapradā ||79||
etat prokteṣu saṃlikhya sthāpayet proktarūpataḥ | vijayaṃ samavāpnoti prokteṣv api ca saptasu ||80||
An den vier Ecken lösche (verschmelze) man je einundzwanzig Felder; in der Mitte entstehen ordnungsgemäß eben achtzig Felder.
In den vier Richtungen zeichne man aus je einem Feld heraus Dreiecke; ebenso das ganz mittlere Feld in den vier Richtungen, an dessen Spitze.
Nachdem man die Vidyā, den Namen [des Ziels] enthaltend, [in die Mittelfelder geschrieben hat], schreibe man wie zuvor die [übrigen] Silben; durch die Berührung dieser vier Spitzen [entsteht] das dreifache Karree [?].
Nachdem man dies vollzogen hat, schreibe man die Mātṛkā(-Buchstabenreihe) nach dem zuvor genannten Verfahren; mit diesem einen Vajra-Yantra ist Vijayā siegverleihend.
Nachdem man dieses [Yantra] auf die genannten [Materialien] gezeichnet und in der genannten Weise aufgestellt hat, erlangt man den Sieg, auch in jenen genannten sieben [Kampfarten].
Vers 79 im OCR mit einem zusätzlichen unlesbaren Zeichen hinter der Ziffer versehen (kein eigentlicher Zählfehler). Drittes Yantra: ein Hundert-Felder-Vajra-Yantra (aus dem 81-Felder-Quadrat durch Verschmelzen der Eckfelder zu Dreiecken gewonnen), das eigentliche 'Vajrayantra' der Vijayā, dessen genaue geometrische Konstruktion (76-78) wegen Textverderbnis nur im Grundprinzip, nicht in jedem Einzelschritt gesichert ist.
vilikhyāpūrvaphalakṛttaṃ [?] yantraṃ kucandanaiḥ [?] | japārādhanasaṃsiddhaṃ sthāpayec chūnyaveśmasu ||81||
deśe vā tatra dinabhūr [?] vardhate ghore 'ñcalā [?] | piśācā rākṣasāḥ kṛtyā vetālāḥ syur na tatra vai ||82||
palāśaphalakāṣṭhe tu vilikhya tad yathāvidhi | sthāpayed yatra kutrāpi tatra brāhmaṇāspadam [?] ||83||
pūrvoktasthāpanād rājadhānyāṃ [?] bhavati susthirā | vaṭe vilikhya khananāt pattanaṃ bhavati dhruvam ||84||
udumbare vidhāyaitat sthāpanād acireṇa vai | āhitānāśrayaṃ sthānaṃ bhavaty eva na saṃśayaḥ ||85||
vajrasya dikvikoṇāntarālāt kuryāt triśūlakam [?] | dāhavyāpte [?] svasaṃyuktaṃ likhet tacchṛṅgamadhyayoḥ ||86||
taṃ saṃsthāpya gadinaṃ [?] vidyājaptvā vibhūtinā | bhālasthe nābhijaṅghena [?] tam āviśya gado vadet ||87||
Nachdem man das Yantra, das beispiellosen Erfolg [gewährt] [?], mit gutem Sandelholz [?] gezeichnet und durch Rezitation und Verehrung vollendet hat, stelle man es in leerstehenden Häusern auf.
An jenem Ort werden Piśācas, Rākṣasas, Kṛtyās (Zauberwesen) und Vetālas nicht [mehr] sein.
Nachdem man es aber auf ein Holzstück der Palāśa-Frucht ordnungsgemäß gezeichnet hat, stelle man es auf, wo auch immer; dort [entsteht] eine Stätte der Brahmanen [?].
Durch die zuvor genannte Aufstellung wird eine Königsstadt sehr fest [beständig]; zeichnet man es auf einen Banyan-Baum und gräbt [ihn] ein, wird [der Ort] gewiss zu einer [blühenden] Stadt.
Wenn man dies auf einem Udumbara-Feigenbaum anbringt und aufstellt, wird der Ort binnen kurzem gewiss unangreifbar, ohne Zweifel.
Aus dem Zwischenraum der Diagonalen des Vajra[-Yantra] bilde man einen Dreizack (triśūla); [darin], durchdrungen von den Feuer[-Silben] [?], versehen mit dem eigenen [Bindu], schreibe man [die entsprechenden Silben] zwischen dessen Spitzen.
Nachdem man diesen [Dreizack] beim Kranken aufgestellt und die Vidyā mit heiliger Asche (vibhūti) rezitiert hat, [berühre man ihn] an Stirn, Nabel und Schenkel; dann verlässt die Krankheit ihn, und man verkünde [dies].
Anwendungen des Vajra-/Triśūla-Yantras: Dämonenschutz für Häuser (81-82), Städtebefestigung/-gründung (83-85), Krankheitsheilung mittels eines aus dem Yantra abgeleiteten Dreizack-Diagramms und heiliger Asche (86-87). Zahlreiche Einzelheiten (Materialbezeichnungen, genaue Silben) bleiben wegen der Textverderbnis unsicher und sind mit [?] markiert.
sākṣāt kārayet karmasyāpavāpanakramaṃ [?] yathā | grahabhūtapiśācādyā āśu vidrāvayanti [?] vai ||88||
tad eva dāsavat tasya vaśe bhavati tadbalāt | yad etad likhitaṃ sandhyābhyarcya sthāpayet kvacit ||89||
rājño gṛhe tasya rājan mā sṛjanti [?] na cāvayam [?] | vyāghre gajānāṃ vāhānāṃ nava kṛtvā navadalair api [?] ||90||
kṣetreṣu [?] sthāpitāny etāny arcayen nityaśas tathā | dviṣāṃ [?] madhye ca tatraiva rogāḥ kṣayaḥ pareritāḥ [?] ||91||
bādhituṃ [?] taṃ tu te naiva śaktāḥ syus tatprabhāvataḥ | candracandanakāśmīraiḥ ālipyābhinnapaṭe [?] ||92||
abhyarcya vidyayā japtvā taṃ paṭam ārtasya [?] śāyayet | dāhajvarārtam acirān mucyate tajjvareṇa saḥ ||93||
Man vollziehe unmittelbar das Verfahren zur Beseitigung [der Übel], wie es der Handlung entspricht [?]; Planetengeister, Bhūtas, Piśācas und dergleichen weichen sogleich [oder: werden vertrieben] [?].
Eben dieser [Gegner] wird durch dessen [des Yantras] Kraft ihm dienstbar wie ein Sklave; wer immer dieses [Yantra] gezeichnet, zur Dämmerungszeit verehrt und irgendwo aufstellt –
im Haus jenes Königs, o König, entstehen [solche Übel] nicht, und auch nicht bei uns [?]; bei Tigern [oder gegen Tiger, zum Schutz von] Elefanten [und anderen] Reittieren, nachdem man neun [Yantras], auch mit je neun Blütenblättern, angefertigt hat,
an [neun] Stätten aufgestellt, verehre man diese ebenso täglich; inmitten der Feinde und ebendort [werden] von anderen ausgesandte Krankheiten [und] Verfall [abgewehrt] [?].
Sie [die Feinde] vermögen ihn durch dessen Macht überhaupt nicht zu schädigen; [man bestreiche das Yantra] mit Mondstein, Sandelholz und Safran auf ungeteiltem Tuch [?].
Nachdem man [das Yantra] verehrt und mit der Vidyā rezitiert hat, lege man dieses Tuch dem Leidenden auf; der von brennendem Fieber Geplagte wird binnen kurzem von jenem Fieber befreit.
Vers 90 im OCR mit unlesbarem, verstümmeltem Zeichen versehen, nach Zählung zu 90 korrigiert; Vers 91 im OCR mit Ziffer 61 (Verwechslung der Devanagari-Ziffern 6/9), zu 91 korrigiert. Fortsetzung der Yantra-Anwendungen: Schutz vor Geistwesen, Unterwerfung, Schutz von Königshaus/Nutztieren an neun Stätten, Abwehr feindlicher Zauberkrankheiten, Heilung von Fieber durch ein besprengtes Tuch.
Auch bei anderen Krankheiten verfahre man ebenso zu deren Befreiung; in Schlachten gegen große Heerscharen [Feindesmengen] [?] wird dieses Yantra angewendet.
An der [Kriegs-]Trommel und anderen Instrumenten zeichne man es ebenso auf [?]; oder [selbst] durch einen Bedürftigen [ausgeführt] [?], rufe man in dessen Mitte die [Göttin] herbei und verehre sie.
Um den Sieg durch Vijayā zu erlangen, ziehe man [damit gerüstet] aus [?]; das feindliche Heer flieht schon beim Hören jenes [Trommel-]Klangs.
Die zehn Himmelsrichtungen, von Furcht erschüttert, wenden sich [dem Feind] niemals [wieder] zu; zu lebensgünstigen Zeiten [?] wird dieses Yantra angefertigt.
Verse 97 im OCR mit unlesbarem, verstümmeltem Zeichen versehen, nach Zählung zu 97 korrigiert. Anwendung des Yantras auf Kriegstrommeln zur Schlachtfeld-Wirkung (94-97); mehrere Einzelheiten (Bedeutung von 'daridreṇa', genaue Zeitangabe in 97) bleiben unsicher.
Nachdem man [dieses Yantra] am Hals des [Trägertiers oder -instruments, unklar] [?] befestigt hat, setze man es danach ein; vor dieser [seiner] Wucht [?] fliehen [die Feinde] in die zehn Richtungen.
Selbst unter den Unsterblichen [den Göttern] erlangt man damit [?] von allen Seiten den Sieg; nichts Unerreichbares gibt es durch dieses Vajra-Yantra, Pārvatī.
Man meditiere auf das genannte Yantra des Feindes, oder auf die Vidyā in roter Gestalt [gedacht] [?]; eben dadurch wird er [der Feind] ihm dienstbar wie ein Sklave, durch dessen Kraft.
So sind diese Herrlichkeiten der Vijayā-Nityā verkündet worden. „Die Durchdringung, die aus dem Lebensprinzip (jīva-tattva) besteht“ – so wurde [dies] richtig dargelegt. Weil dies im Geist nicht fruchtlos bleibt, wird jenes Prinzip zu seinem eigenen Selbst gemacht [verwirklicht].
So endet, in den Lehren über die sechzehn Nityās, gemäß der als Ślokādi-Rezension bekannten [Fassung], das achtzehnte Kapitel, vollständig behandelt.
Verse 98 und 99 im OCR mit unlesbaren, verstümmelten Ziffern versehen, nach fortlaufender Zählung korrigiert; Vers 93 trug im OCR ebenfalls die verwechselte Ziffer 63 (Devanagari 6/9 vertauscht), oben bereits zu 93 korrigiert. Vers 101 ist ein formelhafter Schlussvers, der (bis auf den Namen der jeweiligen Nityā) fast wortgleich auch am Ende des vorangehenden 17. Kapitels erscheint – offenbar eine feste Abschlussformel dieser Ausgabe für die einzelnen Nityā-Kapitel; daher sind Wortlaut und Aussage trotz der schweren Textverderbnis mit einiger Sicherheit rekonstruierbar. Die Wurzeltext-Kolophonzeile (nach Vers 101, vor dem hier nicht übersetzten Kommentar-Kolophon) wurde am Ende dieser letzten Einheit übersetzt, wie vom Aufgabenformat gefordert. Damit endet Paṭala 18 und zugleich Band I des Tantrarāja-Tantra (Zeichen 552342 bis Textende 582727 in window.TT1, gemäß der ungefähren Bereichsangabe im Auftrag; das eigentliche Kapitel begann tatsächlich erst bei Zeichen ca. 555810, da Paṭala 17 länger war als interpoliert).