Paṭala 19: ṣoḍaśanityāntargate sarvamaṅgalānityāvidyāvidhānaprakāśanaparam ekonaviṃśatipaṭalam
19-tes Kapitel: Die Darlegung der Sarvamaṅgalā-Nityā (Nyāsa, Dhyāna, Kalā-Śaktis und das gewaltige Yantra-System der vierzehnten Nityā)
Quelle: Tantrarāja-tantra mit dem Kommentar Manoramā des Subhagānandanātha, Band II (Paṭala XIX-XXXVI), hrsg. Sadāśiva Miśra, Tantrik Texts, Calcutta: Agamanusandhana Samiti 1926 (archive.org, OCR). Dies ist der neunzehnte Paṭala, der erste dieses Bandes und die unmittelbare Fortsetzung von Band I (Paṭala 1-18); tatsächlich gelesener Zeichenbereich in window.TT2: ca. 143499-182600 (Kapitelanfang und -ende beide durch die charakteristischen Kolophone sicher verifiziert; Kapitel damit ca. 39000 Zeichen lang, deutlich länger als die anfängliche Schätzung nahelegte, aber im vom Orchestrator angegebenen Bereich liegend). Inhalt: Das Kapitel behandelt Sarvamaṅgalā, die vierzehnte der sechzehn Nityā-Göttinnen, deren Wurzel-Vidyā (anders als bei den vorigen Nityās) ausdrücklich einsilbig (ekākṣarā) ist (V.1-3); ihre Dhyāna-Gestalt (zweiarmig, auf einem Lotus mit Toren, Zitrusfrucht und Gabe-Geste) und die Aufzählung der insgesamt zweiunddreißig Umhüllungs-Śaktis in den Blütenblatt-Kreisen ihres Verehrungs-Diagramms (V.4-15); die Weltenhüter an den Toren (V.16-20); ein sehr umfangreiches, zahlentheoretisch geprägtes System von "Buchstaben-Śaktis" - den sechzehn Mond-Kalās, den zwölf Sonnen (Āditya) und den zehn Feuer-Kalās, deren Silben paarweise ("mithuna") mit dem einsilbigen Wurzel-Bīja und den sechzehn Vokalen verbunden werden, wodurch nach Angabe des Kommentars 9216 Vidyā-Formen und daraus wiederum 144 Grund-Yantras sowie insgesamt (laut Kommentar) 13,27,404 Einzel-Yantras entstehen sollen (V.21-46); die praktische Anwendung dieser Yantras in einem neunfeldrigen Diagramm für die sechzehn Mondtage (V.47-59); eine kürzere alternative Verehrungsweise ("laghumantrakriyā") der Kulasundarī/Lalitā in einem Zwölfeck-Cakra zusammen mit den sechzehn Nityās und ihren unterschiedlich langen Vidyās (V.60-76); ein weiteres, sehr großes Feld-Yantra (529 Felder) zur ortsgebundenen dauerhaften Segenswirkung (V.77-90); und abschließend Anwendungen zur Reinigung von früheren Verfehlungen, zur Abwehr von Dämonen und schwarzer Magie sowie eine abschließende Charakterisierung Sarvamaṅgalās als einer alles durchdringenden, mit dem Geruchssinn (ghrāṇa-tattva) verbundenen Wirklichkeit (V.91-101). Die OCR-Qualität dieser Ausgabe ist durchgehend sehr schlecht, in den zahlenintensiven Passagen (V.21-46, 70-80) jedoch besonders katastrophal, da Devanāgarī-Ziffern und lange Sanskrit-Zahlwörter fast systematisch verstümmelt sind; alle genannten Groß-Zahlen (576, 9216, 144, 1327404, 529 u.a.) sind daher mit Vorsicht zu lesen und wurden, wo möglich, aus den im Kommentar in Prosa wiederholten Zahlwörtern rekonstruiert, bleiben aber unsicher und sind mit [?] gekennzeichnet. Ebenso sind zahlreiche der aufgezählten Śakti-Namen (insbesondere V.10-15, 22-28) nur mit Vorbehalt rekonstruierbar. Rekonstruktion folgt durchgehend dem erkennbaren Anuṣṭubh-Metrum und den zahlreichen, im Kommentar wörtlich vorweggenommenen bzw. paraphrasierten Formulierungen. Am Ende des Kapitels: kurzes Wurzeltext-Kolophon, danach das lange Kommentar-Kolophon mit Nennung Subhagānandanāthas und der Manoramā; unmittelbar danach beginnt im Quelltext bereits Paṭala 20 (Jvālāmālinī, die fünfzehnte Nityā), was die Kapitelgrenze zusätzlich bestätigt.
Nun [höre]: Diejenige unter den sechzehn Nityās, die als die vierzehnte bezeichnet wird - ihre Vidyā ist, wie gesagt, einsilbig (ekākṣarā); sie [heißt] Sarvamaṅgalā, „die allseitig Segnende".
[Ich verkünde] die Abfolge ihres Nyāsa, die Vorschrift ihrer Dhyāna (Meditationsvorstellung), die Śaktis, die in [den] Umhüllungen [ihres Verehrungs-Diagramms] stehen, die Ordnung der Verehrung und ihre Vollendung (sādhana) sowie die Anwendungen (viniyoga) und dergleichen, der Reihe nach.
Mit der Silbe der Wurzel-Vidyā, abgewandelt durch lange Vokale, [vollziehe man] den sechsgliedrigen [Nyāsa]; jene [Silben], durch diesen [langen] Vokal abgewandelt, setze man an ihren [jeweiligen sechs] Stellen ein, bis hin zum Geist [als sechstem Glied].
[Ihre Dhyāna-Gestalt:] golden-strahlend, mit Perlen und Rubinen geschmückt, mit rubingeschmückter Krone, das Herz [der Verehrenden] stets mit erneuter Freude erfüllend [?].
Vers 1: 'ekākṣarā' (einsilbig) - dies erklärt sich rückwirkend aus dem gesamten Kapitel: Sarvamaṅgalās Wurzel-Bīja ist, anders als bei den vorigen mehrsilbigen Nityā-Vidyās, ein einziges Bīja, das dann mit zahllosen Vokal- und Konsonantenreihen kombiniert wird (V.21ff.). Vers 3: Der Kommentar zitiert das Wurzel-Bīja ausdrücklich als aus 's' + 'v' + Bindu zusammengesetzt (etwa 'svaṃ'), das dann durch sechs verschiedene lange Vokale variiert auf die sechs Aṅga-Stellen (Herz, Scheitel, Śikhā, Kavaca, Auge, Waffe bzw. hier abweichend beschrieben: Herz, Kopf, Śikhā, Kavaca/Sinnesorgane, Mund, Geist) verteilt wird; die genaue Zuordnung der sechs Stellen ist im OCR nur bruchstückhaft erhalten und mit [?] versehen. Vers 4 zweite Hälfte ('pratyagrahṛdayābharām') unsicher rekonstruiert.
Zweiarmig, auf ihrem eigenen Sitz in dem Lotus mit acht und sechzehn Blütenblättern [thronend], von Glanz erfüllt [?], [in einem Bereich] mit vier Toren.
Eine Zitrusfrucht (mātuluṅga) hält sie in ihrer rechten Lotoshand; mit der linken gewährt sie ihren eigenen Verehrern Reichtum und dergleichen.
Ringsum umgeben von Śaktis, die ihr selbst gleichen, und begleitet von weiteren sechsundsiebzig [Śaktis], die nach [ihren jeweiligen] Silben benannt sind.
In [magischen] Anwendungen wird sie zu anderen Zeiten mit [nur] wenigen der genannten Śaktis der täglichen Verehrung [dargestellt] [?] - höre, Göttin der Götter, [nun] jene Śaktis, die in der [Blütenblatt-]Umhüllung der Nityā stehen.
Bhadrā, Bhavānī, Bhavyā, Viśālākṣī, Suvismitā, Karuṇā, Kamalā [und] Kalyā - [diese acht] verehre man im achtblättrigen [Lotus].
Vers 5: 'aṣṭaṣoḍaśadalāhve' (im Achter- und Sechzehner-Blatt genannt) sowie 'prabhayopetām' unsicher rekonstruiert; der Kommentar beschreibt ein Diagramm mit innerem 32-blättrigem, dann 16-blättrigem, dann 8-blättrigem Lotus, umgeben von einem Quadrat mit vier Toren in den vier Richtungen. Vers 7: Die 76 weiteren Śaktis sind identisch mit den in V.21-31 aufgezählten 38 Silbenpaaren (16 Mond-Kalās + 12 Sonnen + 10 Feuer-Kalās = 38 Paare = 76 Silben). Vers 8 stark verderbt, Sinn aus Kontext erschlossen.
Kalā, Pūriṇī, Nityā, Amṛtā, Jīvitā, Dayā, Aśokā, Amalā, Pūrṇā, Puṇyā, Bhāgyā [und] Abhyudyatā [?] -
- Vivekā, Vibhavā, Viśvā [und] Vitatā, im [den vollen Kreis von sechzehn ergänzenden] Achter-Paar (aṣṭayugma) - [diese] Śaktis, unermesslich [an Zahl bzw. Wirkung], verehre man im sechzehnblättrigen [Lotus], im Uhrzeigersinn, der Reihe nach.
Kāminī, Khecarī, Sarvā, Purāṇā, Parameśvarī, Gaurī, Śivā, Ameyā, Vimalā, Vijayā [und] Parā -
- Pavitrā, Padminī, Divyā, Viśveśī, Śivavallabhā, Aśeṣarūpā, Ānandā, Svabhāvajā [und] Aninditā [?] -
- Varadā, Vākpradā, Vāgī, Vividhā, Vaidikavigrahā [?], Vidyā, Vāgīśvarī, Sandhyā, Saṃyatā und Sarasvatī -
- [sowie schließlich] Nirmalā und Dānarūpā verehre man im zweifachen Sechzehner[-Lotus, d.h. im 32-blättrigen]; die Namen all dieser [Śaktis] sind, der Reihe nach, ihrem [jeweiligen] Sinngehalt entsprechend gebildet (anvartha).
Diese Einheit zählt insgesamt 32 Śakti-Namen für die beiden äußeren Lotus-Kreise auf: 12 (V.10) + 4 (V.11a) = 16 Namen für den 16-blättrigen Lotus; 11 (V.12) + 9 (V.13) + 10 (V.14) + 2 (V.15a) = 32 Namen für den 32-blättrigen Lotus (Zählung durch den Kommentar jeweils ausdrücklich bestätigt: 'dvādaśaśaktināmāni', 'ekādaśaśaktināmāni', 'navaśaktināmāni', 'daśaśaktināmāni'). Einzelne Namen (V.10 Ende, V.13 'svabhāvajām', V.14 'vaidikavigrahām') sind wegen extremer OCR-Zerstörung unsicher und mit [?] markiert; die Gesamtstruktur (32+16+8 = alle Blütenblätter mit Einzelnamen belegt) ist jedoch durch den Kommentar gesichert.
Die mit Brahmā beginnenden, als Weltenhüter (lokapāla) bezeichneten Śaktis verehre man an den Toren; in den vier [Zwischen-]Richtungen, beginnend im Westen, [verehre man außerdem] die vier [Gottheiten] von [gesondert] genannter Gestalt.
Das doppelte Bali-Opfer und das Homa vollziehe man mit dem Abschluss wie zuvor; man rezitiere täglich [ihr Mantra] tausendmal.
Man vollende die Vidyā durch [eine Rezitation im Umfang von] zweiunddreißig Lakh [3.200.000] [?]; das Homa vollziehe man im Zehntel dieser [Zahl], mit Speise und Ghee, oder mit Ghee [allein].
So soll der, dessen Vidyā vollendet ist, die genannten [Riten] vollständig ausführen; werden die Anwendungen anders [ausgeführt], entsteht Fruchtlosigkeit und Schande.
Nachdem man sie so, in der genannten Reihenfolge, mit Hingabe verehrt und [die Vidyā] vollendet hat, vollziehe man danach die [dem Zweck jeweils entsprechenden] segensreichen, zum Segen bereiten [Riten].
Vers 16: Der Kommentar erläutert, dass hiermit die acht Mütter (aṣṭamātṛkā, Brahmī u.a.) als die acht Lokapāla-Śaktis an den (paarweise besetzten) vier Toren gemeint sind, dazu vier weitere Wächtergottheiten (analog zu Vaṭuka/Gaṇapati/Durgā/Kṣetrapāla in anderen Kapiteln) in den vier Zwischenrichtungen. Vers 18 Zahl ('dvātriṃśallakṣa' = 3.200.000) unsicher, da OCR an dieser Stelle stark zerstört.
Für den Zweck der [magischen] Anwendung will ich nun die Buchstaben-Śaktis verkünden, Göttin - höre, Geliebte: jene [Śaktis] der Mātṛkā (des Alphabets) in Gestalt von Mond, Sonne und Feuer, [der Reihe nach].
Amṛtā, Mānadā, Pūṣā, Tuṣṭi, Puṣṭi, Dhṛti, Rati, Śaśinī, Candrikā, Kānti, Jyotsnā, Śrī, Prīti [und] Aṅgadā,
Pūrṇā, Pūrṇāmṛtā [und] Kāmadāyinī - diese sechzehn sind die Kalās (Digitationen) des Mondes, vergleichbar den Wunschbäumen (kalpadruma).
Tāpinī [Dīpanī?], Dhūmrā, Marīci, Jvālinī, Ruci, Jvalantī, Bhogadā, Viśvā, Bodhinī, Dhāraṇī [und] Vasā [?] -
- diese sind, der Reihe nach, als die Śaktis der zwölf Sonnen (Āditya) [bzw. der Feuer-Kalās] erklärt; ihre Aussprache [erfolgt] mit den Buchstaben von 'bha' bis 'ḍa', in umgekehrter Reihenfolge.
Diese Einheit zählt die klassischen sechzehn Mond-Kalās (V.22-23, Standardliste wie z.B. Amṛtā, Mānadā, Pūṣā... auch in anderen Śrīvidyā-Texten belegt) und die Feuer-Kalās (V.24) auf. Vers 24 enthält im OCR mehr Namen als die im Kommentar genannten zehn Feuer-Kalās; die genaue Abgrenzung der zehn ist unsicher, mit [?] markiert. Vers 25 'dvādaśabhānugāḥ' ('den zwölf Sonnen zugehörig') unsicher - möglicherweise bezieht sich der Vers bereits auf die im folgenden Vers genannten zwölf Āditya-Namen; die Buchstabenreihe bha-ḍa (rückläufig) wird laut Kommentar den zehn Feuer-Kalās zugeordnet.
Dhātā, Aryamā, Mitra, Varuṇa, Bhaga (der 'Glückhafte'), Vivasvān, Indra, Pūṣā, Arka, Parjanya, der [ihm] unmittelbar Folgende,
Tvaṣṭṛ und Viṣṇu - so werden, der Reihe nach, die zwölf Sonnen (Āditya) genannt, deren Körper aus den Buchstaben von 'ka' bis 'ṭha' bestehen, allgegenwärtig, Gewährer jeder Vollendung (siddhi).
Dhūmrārci, Ujjvalā, Jvālinī, Visphuliṅginī, Suśrī, Surūpā, Kapilā, sowie [das Paar] Havyavahā und Kavyavahā -
- [dies sind] die zehn Śaktis, die aus den Buchstaben von 'ya' bis 'kṣa' bestehen; die Namen dieser zehn sind bereits im Vāsanā-Kapitel genannt worden, o Śivā.
Von den Buchstaben 'ka' bis 'kṣa' [d.h. dem ganzen Alphabet] gibt es also zweiundzwanzig Paare [zwölf Sonnen- und zehn Feuer-Silben, doppelt genommen] [?]; diese verehre man vorschriftsgemäß, in allen [entsprechenden Stellen].
Von den Vokalen aber, da sie eigenständig (svatantra) sind, gibt es ebenso [eigene] Śaktis; ihre Namen werden als Formen bezeichnet, die dem [jeweiligen Vokal-]Namen entsprechen.
Vers 26-27: Die klassischen zwölf Āditya-Namen (Dhātṛ, Aryaman, Mitra, Varuṇa, Bhaga, Vivasvat, Indra, Pūṣan, Arka/Sūrya, Parjanya, Tvaṣṭṛ, Viṣṇu) sind ein feststehender Kanon und daher mit vergleichsweise hoher Sicherheit rekonstruiert, trotz starker OCR-Verzerrung der Einzelnamen. Vers 28: acht (nicht zehn) Namen explizit lesbar; die fehlenden zwei zur vollen Zahl zehn möglicherweise in 'havyakavyavahe' als eigenständiges Paar mitgezählt. Vers 30 stark verderbt und in der Wortfolge unsicher rekonstruiert.
mithunāny eva [uktāni] viṃśatiḥ krameṇa vai | tāni saṃpūjya tattejastrayātmani jale śive ||32||
proktāni devatārūpāṇy āvāhyābhyarcya taijasaiḥ [?] | abhiṣiktāt tat tejastrayaṃ devyātmatā bhavet ||33||
vātādyamayosamāyāntaiḥ [?] ṣaṭsaptatiyutaiḥ śataiḥ [?] pañcabhir yojayen nityāṃ vidyāṃ tāṃ sarvamaṅgalām ||34||
tatas tasyā balasthāne svarān ṣoḍaśa yojayet | tataḥ sahasre navabhir dviśatena ca ṣoḍaśa [?] ||35||
rūpāṇi nityāvidyāyā jñāyante parameśvari | tais tv anyāni prayogāṃs tu phalāni ca vadāmi te ||36||
Diese Paarungen (mithuna) also, zwanzig an der Zahl, der Reihe nach genannt - nachdem man sie [einzeln] verehrt hat, [rufe man sie an] in dem Wasser, das die Wesenheit der dreifachen Glut (Mond, Sonne, Feuer) in sich trägt, o Śivā.
Nachdem man die genannten Gottheitsgestalten [in dieses Wasser] herbeigerufen und mit ihrem jeweiligen Glanz verehrt hat - durch die daraus folgende Besprengung wird jene dreifache Glut mit der Göttin selbst wesensgleich (devyātmatā).
Mit den [bereits genannten Silben-Paaren], zusammen fünfhundertsechsundsiebzig [576] an der Zahl [?], verbinde man die Nityā-Vidyā Sarvamaṅgalā.
Dann füge man an ihrer 'Bala'-Stelle die sechzehn Vokale hinzu; dadurch [ergeben sich] neuntausendzweihundertsechzehn [9216] [?].
So werden, o höchste Herrin, [diese] Formen der Nityā-Vidyā bekannt; mit ihnen [verkünde ich] nun die Anwendungen und ihre Früchte.
Verse 32-36 sind zahlentheoretisch extrem dicht und die OCR-Ziffern fast durchweg unsicher. Der Kommentar bestätigt jedoch ausdrücklich die Grundstruktur: 38 Silbenpaare (16 Mond-Kalās + 12 Āditya + 10 Feuer-Kalās, je verdoppelt = 76 Silben, vgl. V.7) werden mit dem einsilbigen Wurzel-Bīja kombiniert (576 = wahrscheinlich 76 × ca. 7,6 oder eine andere Kombinatorik, im Kommentar als 'ṣaṭsaptatyadhikapañcaśata' - '576' - explizit genannt), danach mit den 16 Vokalen multipliziert, was laut Kommentar 9216 ('ṣoḍaśadviśatādhikanavasahasra') Vidyā-Formen ergibt. Alle diese Zahlen sind mit Vorbehalt zu lesen und im Original nur aus der Kommentarprosa (nicht aus den Wurzelversen selbst) sicher zu erschließen.
Nachdem man auf diese Weise dieses Silbenpaar (die Wurzel-Vidyā mit den 9216 Formen) [in der Mitte] angelegt hat, zeichne man außen ein Sechseck; außerhalb davon einen achtblättrigen Lotus, und außerhalb davon wiederum einen Dreier-Kreis.
Nachdem man dies gemacht hat, setze man in der genannten Reihenfolge die Silbencluster (kūṭa) der Vidyā ein; in der Mitte schreibe man [die Silbe] zusammen mit dem [Namen des] Zielobjekts (sādhya), [und] außen [ebenso].
In den äußeren Ecken [des Sechsecks] schreibe man dann je vier [Silben]; auf den acht Blütenblättern schreibe man je fünf [Silben].
Im Zwischenraum der beiden äußeren Kreise schreibe man sorgfältig die [gesamte] Mātṛkā (das Alphabet), versehen mit Māyā (Bindu/Visarga), in rückläufiger und vorwärtslaufender Richtung, zusammen mit ihrem eigenen [Bīja].
[Auf dem Nityā-Yantra] schreibe man außen, im Uhrzeigersinn, überall [die entsprechenden Silben] [?].
So entstehen Yantras, aus jenen Silbenclustern, je nach Buchstaben-Variation; einhundertvierundvierzig [144] [an der Zahl entstehen so, der Reihe nach].
Ebenso schreibe man der Reihe nach die weiteren genannten Silbencluster; in der Mitte zusammen mit dem [Sādhya-]Namen, und die übrigen ringsherum.
Konstruktion eines Grund-Yantras (Sechseck, Achtblatt-Lotus, drei Kreise) nach demselben Bauprinzip wie die Kāma-Yantras in Paṭala 7 von Band I; aus der Kombination der vielen Silbencluster entstehen laut Vers 42 144 solche Yantras. Vers 41 Pāda a im Kommentar nur bruchstückhaft erhalten, mit [?] markiert.
[Die Gesamtzahl dieser Yantras beträgt] dreizehn Lakh [dazu] siebenundzwanzigtausend [und] vierhundert [1.327.400] [?], der Zahl nach.
So entstehen, Göttin, die Yantras, durch die diese Sarvamaṅgalā [verehrt wird]; ebenso gibt es für [jede der übrigen] Nityās je eigene, gesonderte Yantras.
Daher gibt es durch diese [Yantras] nichts Unerreichbares, zu keiner Zeit und an keinem Ort; wer könnte auch nur einen Bruchteil dessen, was in ihnen [an Wissen] liegt, vollständig zu Ende sagen?
Da diese [Yantras] wesenhaft aus den neun 'Nāthas' bestehen, teile man sie neunfach und [dann] sechzehnfach, o Göttin, und vollziehe [so] ihre [praktische] Anwendung.
Nachdem man ein Neunfeld-Diagramm mit einer geräumigen mittleren Anordnung angefertigt hat, verehre man die Nāthas, [jeweils] von Osten beginnend bis zur Mitte verbunden, in dieser Reihenfolge.
Welche Handlung auch immer erwünscht ist, die wende man unter ihnen an; sei es im Haus oder im Freien, man verehre [dies] für die vorgeschriebene Anzahl von Tagen.
Vers 44 enthält die Gesamtzahl aller aus dem System entstehenden Yantras; der Kommentar nennt ausdrücklich 'trayodaśalakṣaṃ caturuttaraśatādhikasaptaviṃśatisahasrottaram' = 13,27,404, was von der hier aus dem stark verderbten Wurzelvers rekonstruierten Zahl (1.327.400) geringfügig abweicht - beide Zahlen sind mit [?] markiert, da die OCR an dieser Stelle keine sichere Entscheidung erlaubt. Vers 47 'navakramaiḥ' unsicher. Verse 48-49 bilden im Original einen einzigen Śloka, der in der Ausgabe mit der Doppel-Nummer "48.49" gekennzeichnet ist; hier der Klarheit halber auf zwei Verszeilen mit getrennten Nummern aufgeteilt.
Wenn dann das Erwünschte erreicht ist, rufe man die Gottheiten in sich selbst zurück; danach wasche man [das Yantra ab] und werfe jenes Wasser an der Torschwelle o.ä. aus [?].
Ebenso sind die weiteren Yantras, der Reihe nach genannt, anzuwenden; man wende [sie] auf die erwünschten Anliegen an, der Reihe nach, o Śivā.
Bei ihnen allen, versehen mit ihrer jeweils höheren [Silben-]Zahl, gilt eben diese Regel: durch dieses Verfahren gelingen sämtliche friedvollen (saumya) Handlungen.
Zur Unterwerfung, zur Erlangung von Wissen, zur Befriedung jedes Hindernisses; ebenso zur Erlangung von Gesundheit, zur Befriedung von Krankheitsschmerz;
zum Sieg, zur Errettung aus jeglicher Notlage, zur Weihe (abhiṣeka); zum Schutz aller [Lebewesen] verehre man [die Gottheit] unter diesen [Yantras], jeweils der Reihe nach entsprechend.
Zur Mehrung von Elefanten, Pferden, Rindern, Eseln und Kamelen, von Büffeln; zur Befriedung der durch Krankheit bei ihnen entstehenden Unruhe, jeweils entsprechend.
Katalog der Wirkungen (niyoga) der zuvor beschriebenen Yantras, im Stil vergleichbar dem entsprechenden Katalog in Paṭala 7 (Band I). Einzelheiten von V.51 und V.53 im OCR unsicher.
Neun angefertigte Yantras verehre man, jedes an seinem Ort, [als] die Heilvolle (Śivā); bei den jeweils zugeordneten Aufgaben, zum Zweck ihrer jeweiligen Erreichung.
Sechzehn solcher, je mit neun Umhüllungen versehener [Diagramme], von der genannten Form, [zugeordnet] den [sechzehn Mond-]Tagen, beginnend mit dem ersten - dort [verehre man] Sarvamaṅgalā.
Man verehre [sie] zur Erlangung des Erwünschten; am ersten [Tag] gebe man alles [dar]. So [wirkt] diese [Verehrung], durch Anbetung und Rezitation, als Bewirkerin großer Vollendung (siddhi).
Und [nun] will ich dir, Heilvolle, die 'Kurz-Mantra-Prozedur' verkünden - eine Verehrung, die jedes Ziel erreicht, vollständig, doch nicht übermäßig ausgedehnt.
Ich will dir, Göttin, die geheime Verehrung verkünden, die noch vor Göttern, Ṛṣis, Siddhas, Gandharvas, Yakṣas und den vorzüglichsten Himmelsfrauen [rangiert] - höre, Bezaubernde.
Mit der Vidyā der Kulasundarī, nach vorangehendem Hand- und Gliedmaßen-Nyāsa, [sie] verehrt habend, richte man [zunächst] einen Sitz (pīṭha) her und darauf ein Cakra.
Mit Sandel, Aloeholz, Kampfer, Rocanā oder anderen Flüssigkeiten - mit einer davon verehre man dort [die Śaktis] in der genannten, gebührenden Weise.
Nachdem man [das Cakra] auf Edelsteinen o.ä. gezeichnet und geweiht hat, verehre man [es]; von den beiden Maßen des Kreises, Länge und Breite, [verwende man] ein Viertel [als weiteres Maß].
Beschreibung eines Neunfeld-Diagramms (je 9 Unter-Yantras) für die 16 Mondtage, gefolgt vom Übergang zur 'laghumantrakriyā', einer kürzeren Verehrungsform der Kulasundarī/Lalitā mittels eines eigens konstruierten Kreis- bzw. Zwölfeck-Cakra.
Nachdem man einen Kreis gezogen hat, setze man Markierungen darauf und ziehe durch sie Linien (Fäden); dadurch entsteht, in Abständen entlang des Umfangs verlaufend, das Zwölfeck [?].
An deren Knotenpunkten und in der Mitte forme man ein Kreispaar; in dessen Mitte forme man die Yoni [dreieckig], wie [traditionell] gelehrt.
Wie zuvor verehre man drei Nityās in [diesen inneren] Ecken, im Uhrzeigersinn; die anderen zwölf verehre man in den zwölf [äußeren] Ecken, der Reihe nach, zwölf an der Zahl.
Von vorn beginnend, im Uhrzeigersinn, nach der Regel, die mit den Zwölf beginnt, mit den fünfzehn [Nityās] [?]; mit dem bloßen siebensilbigen [Mantra] verehre man Kulasundarī Lalitā [in der Mitte].
Konstruktion des Zwölfeck-Cakras (dvādaśāra-cakra) für die kürzere Verehrungsform; im Zentrum steht Lalitā/Kulasundarī mit ihrem siebensilbigen Mantra, umgeben von den übrigen fünfzehn Nityās in den zwölf äußeren und drei inneren Ecken. Verse 65 und 68 im OCR teilweise unsicher.
nityānāṃ lalitādyānāṃ ṣoḍaśānāñ ca nāmabhiḥ | nityāsaptākṣarair yuktaiḥ pūjāsu sarvadā ||69||
tābhiḥ ṣoḍaśavidyābhir nityās tāḥ ṣoḍaśārcayet | tadvidyākṣarasaṃkhyāntu śṛṇu vakṣye yathākramam ||70||
prathamāyāñ ca saptamyā vidyā syāt ṣoḍaśākṣarī | dvitīyāyāś caturthyāḥ syāc caturdaśabhir akṣaraiḥ ||71||
tṛtīyāyāñ cāṣṭamyā daśamyāś ca daśapañcakam | dvādaśyāś ca caturdaśyāḥ pañcadaśyāḥ krameṇa vai ||72||
pañcamyāñ ca navasyāś ca trayodaśyās trayodaśī | ekādaśyās tu saptākṣā ṣoḍaśyā navākṣaraiḥ ||73||
asmin narcayec cakre caturviṃśatibhis tathā | saviṃśatiśatā vidyā japet tāstāś ca vidhivat ||74||
anyā viṃśat saptaśataṃ ādyavidyāś ca pūjanam | āsāṃ pūjājapādiṣu ādyaśabdaś ca samīritam ||75||
etal laghuprakāreṇa yantraṃ sarvārthadāyakam | tena tantroktam akhilaṃ mantraṃ mantraṃ vadāmy aham [?] ||76||
Mit den Namen der sechzehn Nityās, angefangen bei Lalitā, verbunden mit den siebensilbigen Nityā-[Mantras] - [so verehre man sie] stets in den [entsprechenden] Verehrungen.
Mit diesen sechzehn Vidyās verehre man jene sechzehn Nityās; höre nun die Silbenzahl ihrer jeweiligen Vidyā, die ich der Reihe nach verkünden werde.
Bei der ersten und der siebten [Nityā] hat die Vidyā sechzehn Silben; bei der zweiten und der vierten sind es vierzehn Silben.
Bei der dritten und der achten, sowie bei der zehnten, [sind es] fünfzehn; bei der zwölften, der vierzehnten und der fünfzehnten, der Reihe nach ebenso [fünfzehn bzw. eine andere Zahl] -
- bei der fünften, der neunten und der dreizehnten [sind es] dreizehn; bei der elften aber sieben, bei der sechzehnten neun Silben.
In diesem Cakra verehre man ferner mit [Vidyās] von vierundzwanzig [Silben]; einhundertzwanzig solcher Vidyās gibt es, die man alle vorschriftsgemäß rezitiere.
Es gibt noch weitere siebenhundertzwanzig 'Ādyā'-Vidyās, [ebenfalls] zur Verehrung; bei deren Anbetung, Rezitation usw. wird eben das Wort 'ādya' (die 'Erst-'/Grund-Vidyā) [dafür] gebraucht.
Dies ist, nach der kurzen Methode, ein Yantra, das jedes Ziel gewährt; dadurch verkünde ich, Mantra für Mantra, das ganze im Tantra Gelehrte.
Aufzählung der unterschiedlichen Silbenzahlen der Vidyās der sechzehn Nityās (7, 16, 14 usw., in Paarungen geordnet), gefolgt von zwei weiteren Vidyā-Klassen (120 vierundzwanzigsilbige und 720 sogenannte 'Ādyā'-Vidyās) zur ergänzenden Verehrung im selben Zwölfeck-Cakra. Die genauen Silbenzahlen einzelner Nityā-Paare (V.72) sind wegen OCR-Schäden nur ungefähr rekonstruierbar.
Dieses [Yantra] ist zweifach gelehrt, nach dem Unterschied von 'Feld-Form' (koṣṭha) und 'Ecken-Form' (koṇa); die Konstruktion und Anwendung der Ecken-Form [folgt] weiter unten, o Śivā.
Von diesen beiden will ich nun vorschriftsgemäß das Feld-Yantra verkünden, durch dessen Erlangung der Übende, im Erreichen des Erwünschten, einer Himmelsfrau gleich wird.
Durch vierundzwanzig Linien in den Richtungen Ost-West und Nord-Süd [entstehen] fünfhundertneunundzwanzig [529] Felder.
In den Ecken lösche (reinige) man mit je sechs [Linien] sechzig Felder, wie zuvor; unter den übrigen sind zweihundertvierundsechzig [?] 'Vajra'-Felder (rautenförmige Felder).
Darin [zeichne] man zunächst Dreiecke in den vier Richtungen, je vier; nachdem man [dies] im Feld angelegt hat, von unten zur Mitte, von außen beginnend, im Uhrzeigersinn -
- fortschreitend nach innen schreibe man [die Namen] von Citrā bis Lalitā [die sechzehn Nityā-Namen]; im verbleibenden mittleren [Bereich] schreibe man die vierundzwanzig Silbenfragmente [von Lalitās Mantra].
Lalitā, entstanden aus der vierfachen Teilung ihrer Silben, verbunden mit [ihrer] Namens-Śakti, zusammen mit dem [Namen des] Sādhya in ihrem Innersten - [diese] schreibe man, von der mittleren Ecke ausgehend.
Nachdem man so alles auf drei[erlei Material wie] Stein, Metall usw. gezeichnet hat, stelle man es an einem beliebigen Ort auf und verehre es zur Erlangung des Erwünschten.
In welcher Gegend dies aufgestellt ist, dort entsteht, bis zu einem Yojana [Umkreis], nur Segenreiches; von Unheil kann dort keine Rede sein.
Beschreibung eines sehr großen, feldbasierten Yantras (529 Felder) mit den Namen der sechzehn Nityās und der Vidyā Lalitās in der Mitte, zur dauerhaften ortsgebundenen Segenswirkung. Die genaue Anzahl der 'Vajra'-Felder in Vers 80 ist wegen OCR-Verzerrung unsicher.
Und im Verehrungs-Cakra schreibe man in jede Ecke deren [der sechzehn Nityās] Namen; in der Mitte schreibe man Lalitā, zusammen mit dem [Namen des] Sādhya in ihrem Innersten.
Im äußersten (Feuer-)Kreis [schreibe man] die Mātṛkā (das Alphabet) und stelle jenes Cakra auf der Erde auf; auch dadurch [entsteht] wie zuvor die Wirkung, dass an dem Ort, [wo es steht], nichts Unheilvolles sein kann.
Wenn man darauf überall jene Vidyā Sarvamaṅgalā geschrieben hat, in der Mitte versehen mit den Silben des [Namens des] Sādhya, stelle man [es] auf, zur Erlangung ihrer Wirkung.
Sei es das zuvor verwendete Vajra-Yantra oder [das] im Zwölfeck-[Cakra], o Śivā - nachdem man es in einem mit der Rinde des zugehörigen [Ritual-]Baumes gefüllten Wasserkrug aufgestellt hat,
und die Vidyā vorschriftsgemäß rezitiert hat, besprenge man [sich] mit den segensreichen Wassern; insbesondere zur Befriedung allen Unheils in den drei [zurückliegenden] Geburten.
Fortsetzung der Anwendungen des Feld- und des Zwölfeck-Yantras: Aufstellung im Freien zur Ortssegnung, oder in einem geweihten Wasserkrug zur persönlichen Besprengung (abhiṣeka).
[Und dies dient] zur Wiederherstellung früheren Wohlstands, zur Befriedung [von Übeln] durch Planeten und Krankheit; ich [verkünde] dir, Göttin der Götter, ferner noch eine andere Anwendung, die alles reinigt:
[Sie wirkt wie] ein Wald-Feuer, das die Armut verzehrt, wie das Untermeer-Feuer (vaḍavānala), das die Glut der Sünde [verbrennt], wie eine Sonne, die die Finsternis austrocknet, wie ein Mondaufgang über dem Ozean der Zufriedenheit.
Die aus den genannten Silben zusammengefügte, ewige Vidyā rezitiere man gesammelten Geistes und schweigend, und verehre [die Göttin] mit duftenden Blüten.
Man bringe Wasserspenden dar mit heilvollen Wassern, die aus zum Meer fließenden Flüssen stammen; mit duftendem, reinem Sesam u.a. bereite man vorschriftsgemäß den Opferaltar (sthaṇḍila) [?].
Nachdem man einen mit dem Mantra gefüllten Krug aufgestellt und das Ganze in der genannten Reihenfolge mit Hingabe einmal vollständig rezitiert hat, wird man durch diese Besprengung [daraus] -
- augenblicklich von Leiden durch Diebe, schwarze Magie (abhicāra) und dergleichen befreit; [selbst] Bhūtas, Pretas, Piśācas und andere [Dämonen, so schrecklich sie sind,] [fliehen].
Vers 92: viererlei bildhafte Vergleiche für die reinigende Wirkung dieser Anwendung (Armut, Sünde, Unwissenheit, Unzufriedenheit werden je durch ein Naturbild - Feuer, Untermeerfeuer, Sonne, Mond - überwunden); im OCR nur ungefähr rekonstruierbar. Vers 96 Pāda 4 unsicher/im OCR abgebrochen, Fortsetzung siehe folgende Einheit.
Kumāras, Guhyakas, Vīras und die schrecklichen Ḍākinīs und dergleichen - [all diese] fliehen, augenblicklich erschrocken, sogleich anderswohin.
Indem man in das Wasser eines zum Meer fließenden Flusses eintaucht und darin verweilt - durch dieses Untertauchen wird man von [den Folgen] früherer Geburten und dergleichen befreit.
Ebenso [wirkt es] durch das Ghee-Opfer (homa) und durch Wasserspenden mit reinem Wasser; so wird Sarvamaṅgalā, die alles Heil gewährt, [dadurch vollends] erlangt.
Denen, die [sie] ihrem Namen gemäß verehren, [gewährt sie] aus Gnade die Frucht, sich verneigend [d.h. bereitwillig] [?]; stets durch rasche Gunst, und auch durch das Entstehen von Freude.
„Eine alldurchdringende Wesenheit, bestehend aus dem Prinzip des Geruchs (ghrāṇa-tattva)" - so wird [sie] zu Recht bezeichnet; die Erkenntnis von ihr [besteht darin, dass] der Geist mit jenem Prinzip als dem eigenen Selbst vereint wird [?].
So ist, innerhalb [des Abschnitts] der sechzehn Nityās, der neunzehnte Paṭala vollständig [abgeschlossen].
Vers 96-97: Grenze zwischen den Versen im OCR unsicher, da ein Halbvers offenbar verlorenging; hier nach Sinn und Metrum rekonstruiert (Verse zählen Dämonentypen auf, die durch die Anwendung vertrieben werden). Vers 101 'ghrāṇatattvamayī vyāptiḥ' - ungewöhnliche abschließende Charakterisierung Sarvamaṅgalās als einer mit dem Geruchssinn/-element verbundenen alldurchdringenden Wirklichkeit; Deutung unsicher, da die Formulierung im Kontext der sonstigen Nityā-Kapitel isoliert steht und im OCR stark beschädigt ist, mit [?] markiert. Nach diesem Vers folgt im Quelltext das kurze Wurzeltext-Kolophon ('iti ṣoḍaśanityāntargate ekonaviṃśatipaṭalaḥ paripūrṇaḥ' - 'So ist, im Rahmen der sechzehn Nityās, der neunzehnte Paṭala vollständig'), danach das lange Kommentar-Kolophon: 'iti ... Subhagānandanāthena viracitāyāṃ Manoramākhyāyāṃ vyākhyāyāṃ sarvamaṅgalānityāvidyāvidhānaprakāśanaparaḥ ekonaviṃśapaṭalaḥ paripūrṇaḥ' ('So ist in der von Subhagānandanātha verfassten Manoramā-Kommentar, [in dem Abschnitt], der die Anweisungen zur Sarvamaṅgalā-Nityā-Vidyā darlegt, der neunzehnte Paṭala vollständig'). Unmittelbar danach beginnt im Quelltext Paṭala 20 mit 'atha ṣoḍaśanityāsu yā proktā tu pañcadaśī... jvālāmālinyudāhṛtā' (Jvālāmālinī), was die Kapitelgrenze bestätigt.