Paṭala 3: iti ṣoḍaśanityātantre ślokātmake [?] tṛtīyaṃ paṭalam
3-tes Kapitel: Die Vidyās (Mantras) der sechzehn Nityās, der Elemente und das Opfer-Mantra
Quelle: Tantrarāja-tantra mit dem Kommentar Manoramā des Subhagānandanātha (Tantrik Texts Vol. 8, hrsg. Sadāśiva Miśra, Calcutta 1918, archive.org, OCR). Die OCR-Qualität dieses Bandes ist sehr schlecht (deutlich schlechter als in fruheren Baenden dieses Projekts); zahlreiche Stellen sind nur mit [?] markiert wiedergegeben, insbesondere Ziffern und einzelne Silben. INHALT: Nach zwei knappen Ankuendigungsversen (1-2) und einem ersten kurzen Sechs-Silben-Bija-Komplex, der 'Lalitā-' bzw. 'Tripurasundarī-Vidyā' genannt wird (3-5), reiht das Kapitel der Reihe nach die Vidyās (Mantras) von vierzehn der sechzehn Nityā-Goettinnen der Śrīvidyā-Tradition auf: Kāmeśvarī (6-8, 11 Silben), Bhagamālinī (9-31, ca. 35 Silben), Nityāklinnā (32-34), Bheruṇḍā (35-37), Vahnivāsinī (38-40), Mahāvajreśvarī/'Dūtī' (41-43), (Śiva-)Dūtī (44-46), Tvaritā (47-50), Kulasundarī (51-55), Nityā (56-60), Nīlapatākā (61 f.), Vijayā (61-62 als knapper Ein-Silben-Zusatz? s. Anm.), Sarvamaṅgalā (63), Jvālāmālinī (64-71), Citrā/Vārāhī (72-88, mit Namensliste in 88) und schliesslich Kurukullā (89-95, mit Nennung mehrerer Mantra-Varianten sowie dem 'Ātma-Aṣṭottara'/Prapañcayoga-Mantra). Danach folgen die fuenf Elementen(bhūta)-Mantras (96-98) und ein gemeinsames sechzehnsilbiges Opfer(bali)-Mantra fuer alle sechzehn Nityās (99-100), abgeschlossen durch einen Segensvers (101) und das Kolophon. METHODE DER UEBERSETZUNG: Die weit ueberwiegende Mehrzahl der Verse dieses Kapitels sind keine diskursiven Aussagen, sondern ein Mantroddhāra/kūṭa-Code: feste Decknamen (haṃsa, prāṇa, dāha, ambu, vyāpta, marut, vyoma, nabhas, agni, dharā, bhūḥ, jyā, cara, rasa, sthirā, śūnya, sat, śakti, sva/kha u.a.) bezeichnen einzelne Laute, aus denen die Silben der jeweiligen Vidyā zusammengesetzt werden; Vers 2 erklaert ausdruecklich, dass dieser Code bereits frueher im Tantra (wohl in Paṭala 1) festgelegt wurde. Der Kommentar loest diesen Code Wort fuer Wort in Laute auf (z.B. 'haṃsaḥ - hakāraḥ', 'prāṇaḥ - kakāraḥ'); weisungsgemaess wird dieser aufgeloeste Klartext hier NICHT als Grundlage der Uebersetzung verwendet (nur zur OCR-Klaerung woertlich zitierter Wortformen, vermerkt in notes) - die Verse werden vielmehr so woertlich wie moeglich in ihrer eigenen Decknamen-Sprache wiedergegeben, so dass sie im Deutschen denselben raetselhaften Code-Charakter behalten wie im Original. Wer die tatsaechlich resultierenden Mantra-Silben sucht, muss den Kommentar selbst konsultieren. Die Namen und Silbenzahlen der einzelnen Nityās sowie die abschliessenden Kolophon-Verse sind dagegen klar diskursiv und werden reguloer uebersetzt. Zahlreiche Ziffern (Silbenzahlen, Versnummern) sind durch OCR-Fehler unsicher und in notes vermerkt.
atha ṣoḍaśanityānāṃ kramād vidyās tu ṣoḍaśa | vārāhyādi-kurukullāyā ātmano 'ṣṭāntarasya ca ||1||
bhūtānāṃ ca baleś caiva [?] kramān [...] gu priye | procyate sādhusaṅketa-lipīnāṃ prāgudīritaiḥ ||2||
Nun werden der Reihe nach die sechzehn Vidyās (Mantras) der sechzehn Nityās verkuendet – [die Reihe] von Vārāhī bis Kurukullā [reichend] –, und [die Vidyā] des Selbst (ātman), [naemlich] des Aṣṭāntara [-Mantras] [?].
Und [ebenso werden die Vidyās] der Elemente (bhūta) und des Opfer(bali)[-Mantras] [?] der Reihe nach [gelehrt] [?], o Geliebte – [dies alles] wird verkuendet mittels der schon frueher genannten, wohlbekannten Deck-Schriftzeichen (saṅketa-lipi).
Verse 1-2 stark OCR-geschaedigt; Kernaussage aber klar: Ankuendigung der 16 Nityā-Vidyās, des Aṣṭāntara-Selbst-Mantras (vgl. unten Verse 89-95), der Elementen-Mantras (96-98) und des Bali-Mantras (99-100). 'sādhusaṅketa-lipīnāṃ prāgudīritaiḥ' (2d) besagt ausdruecklich, dass das im Folgenden benutzte Decknamen-System nicht neu erfunden, sondern bereits frueher im Tantra festgelegt wurde (s. Kapitel-Anmerkung zur Methode). Vers 2 Pāda b-c ('kramān...gu priye') im OCR unlesbar verstuemmelt; nur 'kramāt' und die Anrede 'priye' sind einigermassen gesichert, der Rest bleibt [?].
Hṛt, Prāṇa, Ilā, [Haṃsa (?)], Dāha [und] Vahni – diese Gefaehrten (sakhi) [bilden], alle mit dem Bindu [versehen] [?] [sechs Keimsilben].
Durch [die Verbindung von] Anfang und Mitte [des Ha-Lautes] [?], durch [die Silbe] Ahaṃsā [ist] Anfang-und-Mitte [gegeben]; dieselbe [Silbe], um die Grundgestalt (prakṛti) vermehrt, [ist] die dritte; um die endgueltige Māyā [-Silbe vermehrt ist sie] die vierte.
Unter diesen [vier Silben] soll die vierte die letzte/vollendete sein; die drei anderen dienen dem Gelingen (sampad). So ist die Vidyā der Tripurasundarī sachgemaess vollstaendig dargelegt.
Vers 3 ist im OCR fast vollstaendig zerstoert; die sechs Decknamen (hṛt, prāṇa, ilā, [unklar, evtl. haṃsa], dāha, vahni), die je ein Bindu erhalten, sind nur durch woertliche Kommentarzitate gesichert ('hṛt - makāraḥ', 'prāṇaḥ - kakāraḥ', 'ilā - lakāraḥ', 'dāhaḥ - repha', 'vahniḥ - īkāraḥ'; ein sechster Deckname im OCR als 'kaṃsaḥ' erscheint, ist aber unsicher [?]); nur zur OCR-Klaerung der Wortformen herangezogen, nicht zur inhaltlichen Deutung. 'vividhā haṃsabhedena śaśvat tāś ca yathākramam' (2. Halbvers von 3, hier nicht sicher zugeordnet) besagt sinngemaess, dass diese Keimsilben durch Variation des Anfangslautes ('haṃsa-bheda') vervielfacht werden; wegen der Zerstoerung des Verses nicht gesondert wiedergegeben. Verse 4-5 ebenfalls stark beschaedigt (Anfang von Vers 4 im OCR unleserlich, nach Kommentar sinngemaess ergaenzt: 'hasādyayā ādyā madhyā syād ādimadhyam ahaṃsayā'); Sinn: aus einer Grundsilbe werden durch Hinzufuegen weiterer Deckelemente (kūṭa-Silben) nacheinander eine zweite, dritte und vierte Silbe gebildet, deren letzte (turyā) die eigentliche 'Tripurasundarī'-Vidyā bildet, waehrend die drei vorausgehenden Formen dem materiellen Gelingen (sampad) dienen. 'Tripurasundaryāḥ' (Vers 5) im OCR als 'vipurasundaryā' entstellt (v/tr-Verwechslung), Lesung durch Metrum und Sinn gestuetzt. Silbenzahl dieser ersten Vidyā bleibt unsicher [?].
Śuci, verbunden mit Sva, [ist] das erste [Bīja]; das zweite sei [dasselbe wie] bei [der zuvor genannten] Lalitā; danach Śūnya, verbunden mit Agni; [dann] Raya, verbunden mit Vyāpta.
Prāṇa, verbunden mit Rasa und Agni; ein Silbenpaar (granthi), verbunden mit Cara; Nabhas [und] Gotrā, wiederum ebenso, vereinigt mit Dāha.
Ambu sei verbunden mit Cara, und Hṛt vereinigt mit Vana [und] Śakti. Dies ist die Nityā Kāmeśvarī, die Wuensche gewaehrende, elfsilbige [Vidyā].
Kāmeśvarī, die zweite der 16 Nityās, mit ihrer elfsilbigen Vidyā (Verse 6-8). 'lalitā' in 6b bezeichnet nicht eine neue Gottheit, sondern verweist zurueck auf die soeben (3-5) genannte Silbe/Vidyā ('die schon genannte', so der Kommentar). Verse insgesamt schwer beschaedigt; Silbenfolge nach Kommentarangaben grob rekonstruiert, ohne dessen phonetische Aufloesung (s. Kapitelanmerkung) zu uebernehmen.
kāmeśvaryādir ādiḥ syād rasaś cātha sthirā rasaḥ | dharāyuk sacarā paścāt sthirā paścād rasaḥ smṛtaḥ ||9||
sthirā śūnye 'gnisaṃyuktaṃ rasaḥ syāt tad anantaram | sthirā bhūḥ sahitā gotrā sadāho 'gnau rasaḥ sthirā ||10||
nabhaś ca marutā yuktaṃ rasaś ca carasamanvitā | [...] rasaḥ sthirā paścān marutā saha yojitā ||11||
ambu haṃsaś ca sacaro raso 'yaṃ syāt sthirāyutaḥ | sthirā dharājñ [?] vitā haṃso vyāptena ca careṇa ca ||12||
rasaḥ sthirā tato vyāptaṃ bhūyutaṃ śūnyam agniyuk | rasaḥ sthirā tataḥ sāgniḥ granthi[?] jvivuto [?] marut ||13||
rayaḥ śūnyaṃ cāgniyutaṃ dāhaḥ sāmbutaḥ param | rasaḥ sthirāmbu ca viyat svayutaṃ prāṇa eva ca ||14||
Das erste [Glied] sei [der Anfang] wie bei Kāmeśvarī (kāmeśvaryādi); dann Rasa, sodann Sthirā; Rasa vereinigt mit Dharā, dazu Cara; danach Sthirā; danach, so ist ueberliefert, Rasa.
Sthirā, verbunden mit Śūnya und Agni; danach Rasa; Sthirā vereinigt mit Bhū; Gotrā, verbunden mit Dāha und Agni; [dann wieder] Rasa [und] Sthirā.
Nabhas, verbunden mit Marut; Rasa vereinigt mit Cara; [...]; danach Rasa [und] Sthirā, vereinigt mit Marut.
Ambu und Haṃsa, verbunden mit Cara; dieses Rasa sei vereinigt mit Sthirā; Sthirā verbunden mit Dharā [?]; Haṃsa verbunden mit Vyāpta und Cara.
Rasa [und] Sthirā, danach Vyāpta, verbunden mit Bhū [und] Śūnya, verbunden mit Agni; Rasa [und] Sthirā, danach, mit Agni versehen, ein Silbenpaar [?], verbunden mit Marut.
Raya, verbunden mit Śūnya und Agni; Dāha, versehen mit Ambu, danach; Rasa, Sthirā [und] Ambu, [dazu] Viyat, verbunden mit Sva, und ebenso Prāṇa.
Beginn der 35-silbigen Vidyā der dritten Nityā, Bhagamālinī (Verse 9-31, laut Kommentar in 20 Ślokas dargelegt, hier auf mehrere Einheiten verteilt). Diese und die folgenden Verse bestehen fast ausschliesslich aus einer Kette von Decknamen fuer Laute (s. Kapitelanmerkung zur Methode); sie werden hier bewusst in ihrer eigenen Codesprache wiedergegeben, ohne die im Kommentar gegebene Laut-Aufloesung zu uebernehmen. Der OCR-Text ist an vielen Stellen so zerstoert, dass einzelne Woerter nicht zu rekonstruieren waren (mit [...] bzw. [?] markiert); Silbenzuordnung und Versgrenzen folgen so weit moeglich den Kommentar-Lemmata.
Dāha, verbunden mit Agni; Rasa; sodann Sthirā, [naemlich] Kṣmā, vereinigt mit Dāha; und Cara [samt] Jva, der Reihe nach vom dritten [Glied] der vorherigen Vidyā [uebernommen].
Von den Silben (arṇa) [folgt] ein Viererblock: Rasa, danach Sthirā; Hṛt [und] Ambu, verbunden mit Kṣmā; Dāha; Cara sei [dann], und Java, und Hṛt.
Dāha, verbunden mit Ambu und Marut; Vyoman, samt Agni; danach Rasa; Sthirā wiederum, verbunden mit Marut; Śūnya, samt Agni, an Nabhas [angefuegt] [?].
Haṃsa, verbunden mit Vyāpta und Marut; Śūnya, verbunden mit Vyāpta, danach Sva; Dāha [und] Gotrā, verbunden mit Cara, ebenso Dāha, ebenso Raya.
Hṛt [und] Grāsa vereint, Dāha und Raya, verbunden mit Cara; Rasa [und] Sthirā, danach Prāṇa, verbunden mit Rasa und Agni.
Fortsetzung der Bhagamālinī-Vidyā. Vers 17 im Original mit der OCR-Versziffer '10' bezeichnet, Vers 19 mit derselben Ziffer wie Vers 18 ('18') - offensichtliche OCR-Ziffernverwechslungen, hier nach fortlaufender Zaehlung zu 17 bzw. 19 korrigiert. Mehrere Woerter bleiben trotz Kommentarabgleich unsicher [?].
śūnyayugmaṃ carayutaṃ tataḥ pūrvam ataḥ param | śūnyayugmaṃ ca gotrā syād dāhayuktāmbunā caraḥ ||20||
prāṇo rasācarayuto gotrā vyāptam ataḥ param | gotrā dāhamarudyuktā tv ambu vyāptam ato bhavet ||21||
vātaḥ nabhaś ca bhūyuktaṃ vāś careṇa samanvitam | rasaḥ sthirāmbuyutaṃ vāyuyugmaṃ carānvitam ||22||
grāso dharāyutaḥ paścād rasaḥ śaktyā samanvitaḥ | grāso bhūḥ sahito devi rasaḥ vyāptas tataś ca hṛt ||23||
dāhenāmbu ca hṛt paścāt rayo 'mbu marudanvitaḥ | śūnyaṃ ca kevalaṃ bhadre rasaś ca sacarā sthirā ||24||
Ein Śūnya-Paar, verbunden mit Cara; danach das Vorherige, danach das Folgende; wieder ein Śūnya-Paar, und Gotrā, verbunden mit Dāha [und] Ambu, [dann] Cara.
Prāṇa, verbunden mit Rasa und Cara; Gotrā, verbunden mit Vyāpta, danach das Folgende; Gotrā, verbunden mit Dāha und Marut; Ambu sei danach mit Vyāpta verbunden.
Vāta und Nabhas, verbunden mit Bhū; Vāḥ, verbunden mit Cara; Rasa [und] Sthirā, verbunden mit Ambu; ein Vāyu-Paar, verbunden mit Cara.
Grāsa, verbunden mit Dharā, danach Rasa, verbunden mit Śakti; Grāsa, verbunden mit Bhū, o Devī; Rasa, verbunden mit Vyāpta, danach Hṛt.
Dāha, verbunden mit Ambu, dann Hṛt; danach Raya, verbunden mit Ambu und Marut; Śūnya allein, o Gute; und Rasa, verbunden mit Cara [und] Sthirā.
Fortsetzung der Bhagamālinī-Vidyā (Verse 20-24); durchgehend Decknamen-Kette, s. Kapitelanmerkung. Mehrere Bindeglieder ('tataḥ pūrvam ataḥ param' in 20) bleiben in ihrer genauen Bezugnahme unklar [?]; OCR an mehreren Stellen zweifelhaft.
Viyat, verbunden mit Ambu; Dāha, verbunden mit Agni, [dann] Śuci, verbunden mit Sva; auf Bhūmi [folgen] Rasa [und] Kṣmā, verbunden, je um ein [Glied] versetzt (antarita), fuenf [an der Zahl] stehend.
Die dazwischen eingefuegten Keimsilben (bīja), je mit Sva verbunden, [sind] fuenf: sie [sind] der Reihe nach Jyā, [dazu] Cara; Grāsa; Bhū, verbunden mit Nabhas.
Haṃsa, verbunden mit Cara, sei zweifach [zu setzen]; danach Prāṇa, verbunden mit Rasa und Agni; ein Śūnya-Paar, verbunden mit Cara; Dāha, verbunden mit Ambu und Marut.
Vyoman, samt Agni, danach; Rasa, verbunden mit Marut [und] Sthirā; Śūnya, samt Agni, moege man mit Nabhas, verbunden mit Cara, bilden, o Geliebte.
[Vers im OCR weitgehend zerstoert; nur Bruchstuecke lesbar: Ambu, danach ... Nabhas, verbunden mit Marut; Śūnya ... verbunden mit Raya, Dāha, Sva [und] Vahni] [?].
Haṃsa, samt Dāha, verbunden mit Ambu, Rasa, Cara und Sva, sei vereinigt; Haṃsa sei, verbunden mit Dāha und Vahni, als letztes [Glied] genannt.
Mit fuenfunddreissig [Silben] gezaehlt [?] ist dies die Nityā Bhagamālinī, o Hoechste Herrin, die verkuendete, die berauschte Menschen betoert.
Abschluss der Bhagamālinī-Vidyā. Vers 29 im OCR beim Seitenumbruch fast vollstaendig zerstoert (nur wenige Woerter erkennbar); nicht rekonstruierbar, daher als Luecke gekennzeichnet statt geraten. Die Versziffern 29-31 erscheinen im OCR faelschlich als '20','21' (Ziffernvertauschung 2/3 bzw. 0/9); hier nach fortlaufender Zaehlung und Sinn (Abschluss einer mit '9-28' als 'zwanzig Verse' bezeichneten Passage, s. Kommentar) zu 29-31 korrigiert. Silbenzahl '35' laut Kommentar ('pañcatriṃśat'), im Wurzeltext selbst als 'pañcaviṃśat' (25) erscheinend - vermutlich OCR-Verwechslung von viṃśa/triṃśa; nach Kommentar zu 35 korrigiert.
Haṃsa, verbunden mit Dāha, Vahni und Sva, wird als erstes [Bīja] genannt; von Kāmeśvarī [werden] vom dritten [Laut] an eine Achtergruppe von Lauten [uebernommen].
Hṛt, verbunden mit Bhūta (bzw. Bhū); Haṃsa, verbunden mit Marut. [So] ist die elfsilbige Nityā Nityāklinnā verkuendet.
Durch Rezitation (japa) u.a. [dieser Vidyā wird man zum] Schmelzer der Herzen der Frauen wie Feuer [frisch gebutterte Butter schmilzt]; der Sādhaka wird bestaendig schoener als Kandarpa (Kāma, der Liebesgott).
Vierte Nityā, Nityāklinnā (32-34); ihre Vidyā entsteht laut Kommentar teils durch Wiederverwendung der Laute 3-10 aus Kāmeśvarīs Vidyā (oben 6-8). Silbenzahl im Wurzeltext als 'ekādaśa' (11), im einleitenden Kommentar dagegen als 'ekānnadaśa' (9) bezeichnet - Widerspruch im Material selbst, hier ungeloest [?] belassen. Versanfang von 32 im OCR unleserlich [?].
Bhū, verbunden mit Sva, [ist] das erste [Bīja]; Prāṇa, damit verbunden durch Dāha; Rasa, dadurch mit Dāha verbunden, [genannt]; Prāṇa, verbunden mit Dāha, Vana und Sva.
Ka, dadurch mit Dāha verbunden, genannt; Prabhā, verbunden mit Dāha; Jyā, dadurch mit Dāha verbunden, genannt; [dazu] die letzten zwei [Laute] von Nityāklinnā['s Vidyā].
Dies ist die neunsilbige Nityā Bheruṇḍā, die alle Erfolge (siddhi) gewaehrt; wessen [Gedenken] ihrer gedenkt, dessen dreifaches Gift verschwindet augenblicklich.
Fuenfte Nityā, Bheruṇḍā (35-37), neun Silben. Der Kommentar erlaeutert das dreifache Gift (garala) als unbewegliches (Pflanzen wie kārasakara, karavīra), bewegliches (Schlangengift u.ae.) und kuenstliches (z.B. verdorbene Frucht/Kampfer) - eine sachliche Angabe, hier nicht in die Uebersetzung uebernommen, da sie ueber den Wortlaut des Wurzeltexts hinausgeht.
Der Anfang der Bheruṇḍā[-Vidyā] sei hier der Anfang; unmittelbar nach dem Anfang der Nityāklinnā[-Vidyā, folgt] Ambu; Śūnya, verbunden mit Haṃsa und Agni; Ambu, verbunden mit Marut.
Hṛt, verbunden mit Agni; Śūnya, verbunden mit Vyāpta; Śuci, [?] verbunden; Śūnya, verbunden mit Nabhas und Śakti. [So ist die] neunsilbige [Vidyā] verkuendet.
[Dies ist] die Nityā Vahnivāsinī, die alles gewaehrt, die Alles-Verschlingende (viśvaghasmarā); wessen [Gedenken] ihrer gedenkt, dem wird die dreifache Welt untertan.
Sechste Nityā, Vahnivāsinī (38-40), neun Silben; ihre Vidyā setzt sich laut Vers 38 aus dem Anfangslaut der Bheruṇḍā- und dem der Nityāklinnā-Vidyā zusammen. Vers 39 OCR stark beschaedigt (Wort nach 'Śuci' unleserlich [?]).
Der zweite [Laut] der Vahnivāsinī, der vierte der Nityāklinnā, der fuenfte der Anfang von Bhagamālā, der zweite [Laut] der Bheruṇḍā;
der zweite und dritte der Nityāklinnā, der sechste und siebte, der achte und neunte [Laut] danach – dies sei als Anfang genannt.
Die zwoelfsilbige Nityā Mahāvajreśvarī ist [so] verkuendet – sie, die durch die Wildnis, das Meer und grausame Ansammlungen des Leids hindurchtraegt (tāriṇī).
Siebte Nityā, Mahāvajreśvarī (41-43), zwoelf Silben; ihre Vidyā wird ausdruecklich durch Wiederverwendung einzelner Laute aus den vorher genannten Vidyās (Vahnivāsinī, Nityāklinnā, Bhagamālinī, Bheruṇḍā) zusammengesetzt - ein Verweisverfahren, das im Deutschen entsprechend woertlich (Ordnungszahlen) wiedergegeben ist. Einzelne Ordnungszahlen im OCR unsicher [?].
Vajra werde zum Anfang gemacht [?]; danach so viel [wie] verbunden mit Agni; Ambu sei verbunden mit Marut; Gotrā danach verbunden mit Kṣmā;
Raya, verbunden mit Vyāpta, [dann] mit Śuci verbunden – das sei danach; [und] der letzte Laut der Vahnivāsinī. [So] ist die Nityā Dūtī verkuendet.
Die siebensilbige [Vidyā], die aus jeglicher Notlage hindurchtraegt, die die ganze Welt erfreut; śrī [und] ī-Laut [hinzugefuegt], sie bewirkt die Erlangung der Śiva-Natur und gewaehrt alle Erfolge (siddhi).
Achte Nityā, [Śiva-]Dūtī (44-46), sieben Silben. Vers 44 im OCR schwer beschaedigt, mehrere Woerter unsicher [?].
Der Anfang [dieser Vidyā sei] der Anfang der Vahnivāsinī, danach der Anfang der Dūtī; Haṃsa, verbunden mit Dharā und Sva; Tejas, verbunden mit Cara.
Vāyu; Prabhā, verbunden mit Cara; Grāsa, verbunden mit Śakti; Hṛt, mit Raya und Dāha [verbunden]; Vahni sei das achte [Glied], o Geliebte.
Haṃsa, verbunden mit Kṣmā; Grāsa, verbunden mit Cara, [als] zweites [dieser Art wiederholt]; Dyuti, verbunden mit Nāda: [so ist] die Nityā Tvaritā, zwoelfsilbig [beschrieben].
[Sie gewaehrt] Glueck (Lakṣmī), Anmut, Schoenheit, Wissen (vidyā), Reichtum, Gesundheit, Lebenslaenge u.ae., sie stillt Gift und Leid, sie bewirkt alle gewuenschten Ziele.
Neunte Nityā, Tvaritā (47-50), zwoelf Silben; ihre Vidyā uebernimmt laut Vers 47 Anfangslaute aus Vahnivāsinī und Dūtī. Zahlreiche Einzelheiten (z.B. genaue Silbenposition 'aṣṭamam', 'dvitīyakam') bleiben ohne die vom Projekt ausgeschlossene Kommentar-Dekodierung nicht letztlich pruefbar; wo unsicher, ist dies [?] vermerkt.
Ruci, verbunden mit Sva, [ist] das erste [Bīja]; Rasā, verbunden mit Vahni; Prāṇa, das zweite, verbunden mit Sva; und Vana, verbunden mit den Śaktis, [ist] das letzte [Bīja].
So ist die achtsilbige [Vidyā] verkuendet: dies ist die Nityā Kulasundarī; durch blosses Gedenken an sie entsteht Allwissenheit.
Und Haṃsa, verbunden mit Hṛt, Prāṇa, Rasa, Dāha und Ku, wird gemaess der Ueberlieferung mit der Vidyā der Kulasundarī vereinigt.
Die Nityā [namens] Nityā sei [in dieser Form] sechssilbig, versehen mit sechs Kūṭa-Silben, [und] in umgekehrter (pratiloma) und anderer Reihenfolge vervielfacht [zu weiteren Formen], gebildet[?].
Wer sie verehrt, wird als Vollendeter (siddha) ein glueckseliger Himmelswandler (khecara); Bindung und Gnade (nigraha, anugraha) entstehen ihm bestaendig nach eigenem Belieben.
Elfte Nityā, [einfach] 'Nityā' genannt (53-55). Vers 54 beschreibt laut Kommentar ein System von 76 Varianten dieser Vidyā (sechs Grundsilben, jeweils vorwaerts und rueckwaerts mit sechs weiteren Elementen kombiniert); die genaue Kombinatorik wird hier nicht nachvollzogen, da sie nur ueber die kommentarielle Dekodierung erschliessbar ist. 'dāmipratibhir āhatā' unsicher gelesen [?].
Der vorletzte [Laut] der Tvaritā sei der Anfang; Dyuti, verbunden mit Dāha, Cara und Sva; dazu, verbunden mit Dāha und Kṣmā, [das Element] Vajra [?]; das fuenfte danach.
Marut, verbunden mit Sva, [ist] der mittlere Anfang der [Vidyā] der Zehnten (Kulasundarī), der Reihe nach ueberliefert; auf Bhūmi Rasa, verbunden mit Kṣmā; [dann folgt] der Reihe nach das sechste [Element].
Sechs Silben [bilden] das dritte [Segment] der Tvaritā, danach; Durgati, verbunden mit Vāha [und] Cara [und] Sva – [dies ist] ihr Anfang, unmittelbar danach.
So ist die siebzehnsilbige Nityā namens Nīlapatākā verkuendet; sie gewaehrt im Kampf Sieg mit geringem [Aufwand] und Gold[-Erfolg].
Sie bezwingt Vetālas, [daemonische] Voegel, Diener[geister] (ceṭa), Piśācas u.a.; sie bewirkt durch Bindung und Gnade gedeihliche Speise (?), von Kāma [selbst] gepriesen.
Zwoelfte Nityā, Nīlapatākā (56-60), siebzehn Silben; ihre Vidyā setzt sich laut Vers 56-58 aus Silben der vorher genannten Vidyās (Tvaritā, Kulasundarī) zusammen. Verse 56-58 im OCR schwer beschaedigt, mehrere Woerter/Zahlwoerter unsicher [?]. Vers 60 ist reiner Phala-Vers (keine neue Gottheit).
Rasa, Nabhas, sodann Dāha, Vyāpta, Kṣmā, vorangestellt von Vana, verbunden mit Sva – [so] soll die einsilbige Nityā Vijayā gelten.
Bei Umzaeunungen(?), im Kampf, im Wettstreit, im Handel verleiht sie stets den Sieg allein durch [ihr] Gedenken – Vijayā, die den Reichtum der ganzen Welt [verleiht].
Hṛt, Ambu [und] Vana, verbunden mit Sva – [das ist] die Nityā Sarvamaṅgalā; durch diese einsilbige [Vidyā] wird man, vollendet, sogleich ein Himmelswandler (khecara).
Dreizehnte Nityā Vijayā (61-62, ein einziges Bīja/eine Silbe) und vierzehnte Nityā Sarvamaṅgalā (63, ebenfalls eine Silbe). 'vāṭeṣu' (62a) unsicher gelesen [?].
bhūḥ śūnye nabhasā bhūś ca rasaś cātha sthirāmbu ca | rayo 'gninā yuto jyāmbu marudyuktā rasā marut ||64||
nabhaś ca marutā yuktaṃ rasāśūnye 'gnisaṃyute | gotrā careṇa sahitā hy ambu pūrvākṣaraṃ tathā ||65||
ambv agniṃ hṛt sadāhāmbu rasakṣmā-rayahṛtsaṃyuk | haṃsaś ca marutā dāhaḥ prāṇaś ca marutā yutaḥ ||66||
dāhaḥ sāgniḥ prāṇacaro jyā marutsahitā rayaḥ | careṇāmbunā ca gotrā hṛtsāgni jyāmbu rasā saṃyuk ||67||
rayaḥ sāgni jyāmbu rasā punar etad dvayaṃ tataḥ | dāhenānvitaṃ tad dviḥ syāt haṃso dāhamarutsvayuk ||68||
haṃsaś ca dāhavahnisvair dāhakṣmāyutaś ca saḥ | sapta dāhās tato 'syāḥ syur aṣṭamāyās tu pañca vai ||69||
upāntyādhaḥsthitaṃ nīlapatākāyā anantaram | tvaritāntaṃ bheruṇḍā aṣṭamaṃ navamaṃ tathā ||70||
jvālāmālinī nityāsau viṣaṣṭāṅgasamīritā | vadhākarṣaṇasaṃtāpavaśyāvaraṇakarau bhavet ||71||
Bhū, verbunden mit Śūnya, mit Nabhas; und Bhū, dann Rasa, dann Sthirā [und] Ambu; Raya, verbunden mit Agni; Jyā [und] Ambu, verbunden mit Marut; Rasā [und] Marut.
Nabhas, verbunden mit Marut; Rasā, verbunden mit Śūnya und Agni; Gotrā, verbunden mit Cara; und Ambu, ebenso der vorhergehende Laut.
Ambu [und] Agni; Hṛt, samt Dāha, Ambu, Rasa, Kṣmā, Raya [und] Hṛt vereint; Haṃsa, verbunden mit Marut [und] Dāha; Prāṇa, verbunden mit Marut.
Dāha, samt Agni; Prāṇa, verbunden mit Cara; Jyā, verbunden mit Marut; Raya, verbunden mit Cara und Ambu; Gotrā; Hṛt, samt Agni, Jyā, Ambu [und] Rasa vereint.
Raya, samt Agni, Jyā, Ambu [und] Rasa – dieses Paar abermals danach, verbunden mit Dāha, sei zweifach [zu setzen]; Haṃsa, verbunden mit Dāha, Marut und Sva.
Und Haṃsa, verbunden mit Dāha, Vahni und Sva, sowie verbunden mit Dāha und Kṣmā – so [gibt es] sieben [Silben mit] Dāha, von dieser [Vidyā]; der achten [Gruppe] aber [gehoeren] fuenf [an].
[Der Laut,] unmittelbar unter dem vorletzten der Nīlapatākā[-Vidyā] stehend; [sowie] der letzte der Tvaritā; Bheruṇḍā's achter und neunter [Laut], ebenso.
Dies ist die Nityā Jvālāmālinī, mit zweiundsechzig(?) Gliedern verkuendet; sie bewirkt Toetung, Herbeiziehen, Quaelen, Unterwerfung und Bannung.
Fuenfzehnte Nityā, Jvālāmālinī (64-71), zwoelf Silben (dviṣaṭ = 'zweimal sechs'); ihre Vidyā uebernimmt laut Vers 70 mehrere Laute aus vorher genannten Vidyās (Nīlapatākā, Tvaritā, Bheruṇḍā). 'viṣaṣṭāṅga' (71) woertlich 'mit 62 Gliedern' - Zahl unsicher [?], moeglicherweise OCR-Fehler fuer eine andere Zusammensetzung. Verse 66-69 im OCR besonders dicht und an mehreren Stellen nur ueber Kommentarzitate rekonstruierbar.
Vāyu, Prāṇa, Vana [und] Dhva [?] – so besteht die Vidyā der Citrā [?] [...]; sie, die zum Erlangen von Erfolg (siddhi), reichem Getreide und dem eigenen [inneren] Schatz (ātma-nidhi) verhilft.
Kurzer Einzelvers zur sechzehnten Nityā, hier Citrā genannt (== Vārāhī, s. naechste Einheit), offenbar eine knappe Vor-Vidyā vor der eigentlichen, ausfuehrlichen 'Vārāhī'-Vidyā (73-88). Vers im OCR stark beschaedigt, mehrere Woerter nicht rekonstruierbar [?]. Der Kommentar deutet den letzten Ausdruck ('ātmalābhaḥ') als 'Erkenntnis der eigenen wahren Natur' - diese Deutung wird hier nicht uebernommen, da sie ueber den blossen Wortlaut hinausgeht.
Śuci, verbunden mit Sva, danach Śūnya; [dann] Nabhas, Bhū, Rasa [und] Sthirā; danach Ambu; Raya, samt Agni; Mas [und] Ambu; ebenso Raya [beide Male].
Ilā, verbunden mit Agni; diese drei abermals, [dann] Ambu, verbunden mit Marut; Dāha, verbunden mit Marut; Haṃsa, samt Agni – dieses Dreier[-Set] abermals.
Ambu, verbunden mit Dāha und Marut; Haṃsa, sodann verbunden mit Dharā; Nabhas; Tejas, samt Agni, abermals danach; Vāta, verbunden mit Sva.
Toya, verbunden mit Cara, davor; Toya, verbunden mit Agni, danach; Śūnya, verbunden mit Vyāpta und Śuci; Śūnya, verbunden mit Śakti und Nabhas.
Dāha, samt Dharā und Kṣa [?]; Toya, verbunden mit Cara – dies [stehe] vor dem oben genannten Viererblock, danach.
Jyā, verbunden mit Sva und Cara; Rasa, [gestellt] vor sie; Rasa, samt Agni, abermals; von dem genannten Viererblock die letzten drei.
Nabhas, verbunden mit Bhū und auch Cara; Haṃsa [gestellt] vor sie; Haṃsa, samt Agni – dieses vorher [genannte] Dreier[-Set], verbunden mit Hṛdaya und Sva.
Rasa, verbunden mit Cara, davor; verbunden auch mit Agni, Rasā; danach das genannte Dreier[-Set]; Vāta, verbunden mit Dharā, und Nabhas, o Geliebte.
Beginn der 'Vārāhī' genannten, 112-silbigen (dvādaśottaraśata) Hauptvidyā der sechzehnten Nityā (Citrā/Vārāhī; 73-88, laut Kommentar in 16 Ślokas). Aeusserst dichte, formelhafte Decknamen-Kette mit haeufigen Rueckverweisen ('dieses Dreier-/Viererset abermals'); mehrere Woerter im OCR unsicher bzw. nur naeherungsweise rekonstruiert [?].
Prāṇa, verbunden mit Sva, danach; Hṛdaya, verbunden mit Sva, [dann] Rasa; dieses Dreier[-Set], danach verbunden mit Dāha und Ambu.
Gotrā, verbunden mit Dharā, sei, o [Geliebte], verbunden mit Nāda; Java, verbunden [damit]; [je] vor dem mit Dāha [Genannten], vor dem mit Marut [Genannten].
Śūnya, samt Marut und Sva; verbunden mit Dāha und Ambu, Cara; Sparśa, samt Marut und Sva, verbunden mit Dāha und Ambu.
Jyā [und] Agni, verbunden mit Sva; Haṃsa; ebenso Ambu, samt Marut; Hṛdaya, verbunden mit Sva; und Rasa, verbunden mit Sva.
Prāṇa [und] Dāha, verbunden mit Dharā; wiederum diese beiden mit Vahni; Viyat; Ambu, verbunden mit Vāḥ und Dāha; so viel, verbunden mit Vyāpta und Sva.
Die vorher [genannten] verbundenen Gruppen, und Śuci, verbunden mit Sva, ebenso; Sthirā [und] Rasā, verbunden mit Vana und Kha; Dāvī [Doppel-ṭha?]; Haṃsa, verbunden mit Dharā und Kṣa.
Dyuti, samt Nāda, danach; Ambu, verbunden mit Bhūta; und Haṃsa, verbunden mit Marut – [dies ist] die hundertundzehnsilbige Vidyā.
[Sie heisst] Vārāhī, die Fuenfte(?), die Strahlende, Vijayā, Bhadrakaumudī [und] Vārtālī – so ist sie wohlbekannt; sie gewaehrt Bannung (stambhana) u.a. [sowie] alle Wuensche.
Abschluss der Vārāhī-Vidyā (81-87, 110 Silben laut Vers 87 - 'daśottaraśata' = 110, waehrend der einleitende Kommentar 'dvādaśottaraśata' = 112 nennt; Diskrepanz [?] im Material selbst, hier nicht aufgeloest). Vers 88 nennt fuenf Namen derselben Goettin (Vārāhī, Vijayā, Bhadrakaumudī, Vārtālī u.a.) - dies entspricht der Kapitelüberschrift des Drucks ('Citrā-Vārāhī-Nityā'). Die stark komprimierten Verse 81-86 bleiben trotz sorgfaeltiger Rekonstruktion an vielen Stellen unsicher [?]; einzelne Decknamen ('kha', 'kṣa', 'dāvī') sind Verlegenheits-lesungen des stark beschaedigten OCR-Texts.
Prāṇa [und] Dāha, verbunden mit Dharā; wiederum am Anfang, bei Rasa, Marut; Vyāghra, verbunden mit Marut und Śakti; Bhū, verbunden mit Sva – danach dieses Dreier[-Set].
An dessen Anfang aber [steht] ein Rasā-Paar, verbunden mit Cara; verbunden mit Dāha und den zwei Śaktis (Vahni und Śakti), Haṃsa, danach.
Nabhas zweifach, dazu samt Dāha und Ambu; Jyā; Śūnya, verbunden mit Svana; Ambu, danach so viel verbunden; verbunden mit Marut aber Nabhas, o Geliebte.
Śūnya, Vyāghra, [und] Bhū; Haṃsa [bildet] Anfang und Ende – [so] soll ein Dreier von Mantras entstehen; von dessen sechstem bis [zum] fuenften Laut(?) [gerechnet ergibt sich] das Ende; der erste [Mantra] wird [so] genannt.
Der zweite wird verkuendet [als reichend] bis zum elften Laut als Ende; der dritte, fuenfundzwanzigsilbig – so sind die Mantras der Reihe nach genannt.
Bhū, verbunden mit Sva; Haṃsa, verbunden mit Dāha, Vahni und Sva – [das ist] Haṃsaka; Han, [verbunden] mit Māyā und Bhū, [dann] Hṛt; verbunden mit Sva, Haṃsa vereint.
Und der letzte Laut der Kurukullā[-Vidyā] – [dies zusammen] gilt als das Ātma-Aṣṭāntara[-Mantra]; es ist, um alle gewuenschten Ziele zu erreichen, ein leicht erreichbarer Wunschbaum der Goetter (suradruma).
Kurukullās Vidyā (89-93) wird in DREI Laengen angegeben – 7, 13 und 25 Silben (vgl. bereits Vers 1) –, je nachdem, bis zu welchem Laut man die Grundreihe rezitiert; das im Wurzeltext genannte 'sechste bis fuenfte' (92) ist widerspruechlich/unsicher [?] und vermutlich durch OCR-Ziffernfehler entstellt. Verse 94-95 beschreiben danach ein separates 'Selbst-Aṣṭāntara'-Mantra (laut Seitenkopf 'Prapañcayoga-Vidyā' genannt), das den letzten Laut der Kurukullā-Vidyā wiederverwendet. Zahlreiche Einzelworte bleiben unsicher [?].
[Dies geschieht] mit den durch das Deckwort-System schon genannten Lauten, [naemlich mit] Prāṇa, Agni, Ilā [und] Ambā [als] Zweigen (śākhā), verbunden mit den sieben Śakti-Silben.
Es sind die fuenf Elementen(bhūta)-Mantras verkuendet, die alle Ziele zur Vollendung bringen; durch deren blossen Anblick(?) besteht das All mit allem Beweglichen und Unbeweglichen.
[Der erste Laut] steht am Anfang, und ebendort auch die vierzehn anderen [?]; Ambu und Agni [ergeben] Vāḥ, dann Śūnya; Prāṇa, verbunden mit Jala und Raya.
Die fuenf Elementen-Mantras (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Aether) fuer die fuenf Bhūtas, laut Kommentar je 21-silbig (Verse 96-98, sehr komprimiert dargestellt; der Kommentar liefert ein ausfuehrliches geometrisches Diagramm zu ihrer Konstruktion, das hier nicht wiedergegeben wird, da es Kommentarmaterial und nicht Wurzeltext ist). Verse in dieser Einheit besonders stark beschaedigt und lueckenhaft [?]; Vers 96 moeglicherweise nur ein Halbvers, der urspruenglich zu Vers 95 oder 97 gehoert.
Die ersten zwei [Laute des zuvor genannten Selbst-Mantras bilden] den Anfang, und danach der vierzehnte [?]; Rasa, verbunden mit Vyāpta und Māyā, [ist] dessen drittes [und] viertes [Glied]; Rasa, verbunden mit Kṣmā, Raya, verbunden mit Cara, o Hoechste Herrin.
Rasa, verbunden mit Vyāpta und Bhū; Haṃsa, danach verbunden mit Kṣmā; der vorhergehende und der letzte Laut sind hiermit genannt – [dies ist] der sechzehnsilbige Opfer(bali)-Mantra.
So ist die Durchdringung dieser Uebereinkunft (samaya) sachgemaess vollstaendig dargelegt; durch das Nicht-Verlorengehen davon wird die Wesenheit des Geistes dem eigenen Selbst einverleibt.
Vers 99 stellt die Bezuege zum vorher (94-95) genannten Selbst(ātma)-Mantra her, aus dem der gemeinsame, sechzehnsilbige Opfer(bali)-Mantra fuer alle sechzehn Nityās gebildet wird (Abschluss in Vers 100). Vers 99 im OCR stark beschaedigt und ungewoehnlich lang (evtl. urspruenglich zwei ineinandergeschobene Verse, deren Trennung nicht mehr sicher rekonstruierbar ist [?]; die Zaehlung folgt hier dem Kommentar, der diesen ganzen Abschnitt als Vers 99 behandelt). Vers 101 ist der abschliessende Segensvers des Kapitels; danach folgt im Original das Wurzeltext-Kolophon 'iti ṣoḍaśanityātantre ślokātmake [?] tṛtīyaṃ paṭalam' und, kurz danach, das lange Kommentar-Kolophon (Manoramā des Subhagānandanātha, 'nityāvidyāsvarūpa-prakāśanaparaṃ tṛtīyapaṭalaṃ paripūrṇam'). Eine angehaengte Granthasaṃkhyā-Notiz gibt den Umfang dieses Paṭala mit 197 Granthas an. Danach beginnt mit 'atha caturthapaṭalārambhaḥ' unmittelbar Paṭala 4.