Paṭala 24: ṣoḍaśanityādhyānaprapañcaprakāśanaparaṃ caturviṃśaṃ paṭalam
24. Kapitel: Die vielfältigen Meditationsbilder (Dhyānas) der sechzehn Nityās und ihre magischen Anwendungen
Quelle: Tantrarāja-Tantra, Band II, mit dem Kommentar Manoramā des Subhagānandanātha, hrsg. Sadāśiva Miśra, Tantrik Texts, Calcutta: Agamanusandhana Samiti 1926 (archive.org, OCR). Der 24. Paṭala schließt an die im 23. Kapitel behandelte Vārāhī an und lehrt die vielfältigen Dhyānas (Meditationsbilder) der sechzehn Nityās: zunächst Farb- und Elementzuordnungen (rot/weiß/schwarz je nach Zweck; die fünf Elemente Erde-Wasser-Feuer-Wind-Äther mit ihren Guṇas, Farben und Wirkbereichen, V.3-11), dann eine Systematik von Gesichts- und Armzahlen nach dem Muster der Quadratzahlen 1 bis 100 sowie die Einbettung der 15 Begleit-Nityās als 'Glieder' der zentralen Lalitā (V.12-18); es folgen die subtile (sūkṣma) Cakra-Meditation (V.19-22) und ein langer Katalog spezieller Kampf-Dhyānas mit unterschiedlichen Waffen-, Gesichts- und Armzahlen (2- bis 200-armig) zum Erringen militärischer Siege (V.23-68), Schutz-Dhyānas vor Dämonen, Räubern und Gefahren (V.69-73), wohlwollende ein- bis zweiarmige Reittier-Dhyānas (Pferd, Elefant, Wagen) für Reichtum, Königsgunst und Landgewinn (V.74-93), eine kriegstechnische Anwendung mit bemalten Bannern und Musikinstrumenten zur Feindvertreibung (V.94-96) und schließt mit der sūkṣma-Meditation am zentralen Kanal (nāḍī) für Vollendete und Praktizierende sowie einem knappen, vedantisch anmutenden Schlussvers über die Durchdringung (vyāpti) der Göttin mit dem Absoluten (V.97-101). Die OCR-Qualität dieses Kapitels ist außerordentlich schlecht, mit zahlreichen zerrissenen Wörtern, häufigen Zahlenverwechslungen und irrtümlich doppelt vergebenen Versziffern in der Quelle (u.a. bei V.14/15, V.29, V.39, V.54/55, V.59); die Verse wurden daher fortlaufend durchgezählt statt den OCR-Ziffern blind zu folgen. Besonders unsicher bleiben trotz Rekonstruktion aus Metrik und Kontext die Tier- und Vogelnamen der Reittier-Kataloge (V.38-40, V.88) sowie mehrere technische Zahlenangaben zu Gesichts-/Armzahlen (V.45-67); diese Stellen sind durchgehend mit [?] markiert. Der tatsächlich gefundene Zeichenbereich des Kapitels (von der Überschrift 'caturviṃśapaṭalam' bis zum Kolophon) liegt bei ca. 330256-360550 im window.TT2-String und weicht damit von der ursprünglichen Schätzung des Orchestrators (320000-361171) insofern ab, als das Kapitel deutlich später beginnt als angenommen (das vorausgehende 23. Kapitel reicht bis ca. 330250); die Endgrenze war hingegen zutreffend.
Nun werde ich die vielfältigen Meditationsbilder (dhyāna) der sechzehn Nityās verkünden, o Weise, die wie wunscherfüllende Himmelsbäume wirken, für alle erwünschten Ziele.
Jede einzelne von ihnen soll man im Verhältnis von Haupt- und Nebengottheit (aṅga-aṅgin) mit ihrer jeweiligen Schar von Begleit-Śaktis vergegenwärtigen, bei sämtlichen Anwendungen, äußerlich wie innerlich, o Geliebte.
Für magischen Erfolg, für den Erwerb des Sieges und für das Gelingen von Unterwerfung (vaśya) und Anziehung (ākarṣaṇa) sind alle [Nityās] in roter Gestalt mit rotem Schmuck zu visualisieren.
Für den Erwerb von Wissen (vidyā), für Besänftigung (śānti) und Gedeihen (puṣṭi) [visualisiere man sie] mondgleich, kampferfarben [d.h. weiß]; für Vertreibung (uccāṭana), Vernichtung und Bezwingung (nigraha) hingegen stelle man sie sich schwarz vor.
Oder aber man denke sie sich, zur Erreichung der genannten und weiterer Ziele, allesamt begleitet von Śaktis, deren Gestalt und Farbe der ihrigen jeweils gleicht.
OCR an mehreren Stellen sehr unsicher (Subjektsergänzungen in eckigen Klammern erschlossen aus dem Kommentar, der hier zur Klärung der Wurzeltext-Lesung herangezogen wurde, nicht als Deutungsgrundlage).
Aus den Elementen, angefangen mit der Erde, jeweils einzeln mit den Eigenschaften (guṇa), angefangen mit Sattva, verbunden, entsteht, ausgehend von Verbindungen zu einem, zwei usw. Anteilen, eine Vielfalt von Farben und Gestalten dieser Kräfte.
Unzählbar sind sie an Zahl — wer könnte sie vollständig aufzählen, wer sie vollständig anhören? Daher gebe ich dir nur einiges davon.
Furchterregend gestaltet und gelb gefärbt sind die [Kräfte] der Erde, sie alle bewirken Lähmung (stambhana); die des Wassers hingegen, von Sattva-Natur, werden alle als weiß gestaltet gelehrt.
Sie alle verleihen Wissen, Frieden, Ruhm, Aufstieg und Glück und gewähren Erlösung; die des Feuers hingegen, von Rajas-Natur, sind alle mit roter Gestalt versehen.
Sie gewähren Unterwerfung, Anziehung, Frieden, Ruhm, Glück und Sieg; die in Windgestalt, rauchfarben, bewirken alle Vertreibung (uccāṭana) und Ähnliches.
Die des Äthers (nabhas), blau gefärbt, gelten für Tötung (māraṇa) und Vernichtung. Höre nun, Pārvatī, die Anordnung ihrer Gesichter, Arme und Körper.
Einige haben ein Gesicht, andere vier, wieder andere neun, andere sechzehn, manche sogar fünfundzwanzig Gesichter.
Wieder andere haben sechsunddreißig Gesichter, an anderer Stelle neunundvierzig, andere vierundsechzig, ebenso einundachtzig oder hundert Gesichter.
Vv.8-11 ordnen den fünf Elementen (Erde, Wasser, Feuer, Wind, Äther) je eine Farbe, einen Guṇa und einen Wirkbereich zu, wobei sich die Beschreibungen jeweils über Vershälften hinweg fortsetzen (durch den Kommentar erschlossen). V.12-13 zählen zehn Gesichtszahlen auf, die den Quadratzahlen 1,4,9,16,25,36,49,64,81,100 entsprechen; mehrere Zahlwörter im OCR stark entstellt, nach Zählmuster rekonstruiert.
Da ihre Zahl an Gesichtern und Armen unbegrenzt zu wünschen ist [?], wurde von mir dennoch nur einiges an Gesichts- und Armzahlen aufgezeigt.
Weil sie Name und Form übersteigt, hat sie unendliche Gestalt; nach deinem Wunsch mögen diese [Kräfte] vielfältige Formen annehmen.
Die erste ist Lalitā, die anderen fünfzehn sind [ihre] Glieder (aṅga); in dieser Eigenschaft, Glied Lalitās zu sein, sind sie alle Erscheinungsformen ihres eigenen Selbst.
Daher sind alle diese, bis zu ihrem jeweiligen Ende, [zugleich] ihre Dienerinnen und jeweils mit der ihnen eigenen Farbe, Waffengestalt und ihrem Reittier versehen.
So auch, umgeben von der ihnen eigenen Schar von Śaktis — dies sind, o Herrin, die groben (sthūla) Unterscheidungen ihrer Meditationsformen, wie sie gelehrt wurden.
V.14 im OCR doppelt mit Versziffer 14 markiert (Zählfehler der Quelle); nach Zählung als V.14/15 aufgeteilt. V.16-18 beschreiben die hierarchische Einbettung der 15 begleitenden Nityās als 'Glieder' (aṅga) der zentralen Lalitā.
sūkṣmarūpāṇi ca tathā kathayāmi tavānaghe | yena te sādhakāḥ sarvaṃ vāñchitaṃ prāpnuyuḥ kṣaṇāt ||19||
lokeṣvādhārapadmeṣu lohitātmakavigrahām | vibhāvya tejonicaye tasyāṃ bindau ca cintayet ||20||
tena sarvaṃ samabhīṣṭaṃ tu samavāpnotyayatnataḥ | pūjātarpaṇahomādirahitaṃ bhāvanena vai ||21||
parasmāttu dhyānamuktamakhaṇḍātmavimarśataḥ | nirvātadīpasaṃkāśamātmanātmasamīkṣaṇāt ||22||
Auch die subtilen (sūkṣma) Formen werde ich dir nun verkünden, o Makellose, wodurch die Praktizierenden augenblicklich alles Gewünschte erlangen.
In den Basis-Lotusblüten (ādhāra-padma) der [verschiedenen] Bereiche stelle man sich eine rote Gestalt vor; man visualisiere sie in einer Ansammlung von Glanz (tejas) und denke sie sich in jenem [zentralen] Punkt (bindu).
Dadurch erlangt man mühelos alles Erwünschte, allein durch diese Vorstellung (bhāvanā), ohne Verehrung, Opferspende, Feueropfer und dergleichen.
Darüber hinaus wurde eine [noch höhere] Meditation gelehrt, bestehend im Innewerden des ungeteilten Selbst: einer Lampe im windstillen Raum gleich, erlangt durch die Betrachtung des Selbst durch sich selbst.
Durch die grobe (sthūla) Form der Meditation erreiche der Praktizierende stets, mit rechter Sorgfalt, das jeweils gewünschte Ziel, sei es günstig oder ungünstig.
Der Vollendete (siddha) hingegen erlangt durch die subtile (sūkṣma) Form der Meditation alles Erwünschte; er erreicht die höhere Form, das eigentliche Ziel, zum Gelingen der [magischen] Übung.
Denn hierbei, o Göttin, große Herrin, ergibt sich je nach Anwendung durch die zwei Formen der Meditation, die grobe und die subtile, ein unterschiedliches Zusammenspiel von Wirkungen.
Ihre jeweiligen Waffen in den Händen werde ich dir nun, große Herrin, vollständig und der Reihe nach verkünden.
Bei zweiarmiger Gestalt seien die Hände, links und rechts, in Gabe- und Schutzgeste (varada, abhaya); bei vierarmiger [kommen] Schlinge (pāśa) und Elefantenstachel (aṅkuśa) [hinzu]; bei sechsarmiger Bogen und Pfeil (cāpa, sāyaka).
Bei achtarmiger Gestalt [kommen] Schild und Schwert hinzu, bei zehnarmiger Keule und Dreizack — dies gilt für die Waffen in den übrigen, freien Händen, je nach Wunsch bezüglich ihrer Form, Zahl und dergleichen.
In welcher Gestalt auch immer der Praktizierende sich die Göttin vorstellt, o Göttin, so tritt sie vor ihn und beschützt ihn mit Sorgfalt.
Bei friedvollen Handlungen sind sie alle mit lächelndem Gesicht und Augen darzustellen; bei grausamen Taten hingegen furchterregend in Augen und Gesicht.
Bei günstigen Handlungen sollen sie sitzend oder auf ihrem Reittier stehend dargestellt werden; bei ungünstigen Anwendungen hingegen stets in anderer [Weise, kampfbereit].
Mit Armreifen, Oberarmspangen und mit juwelenbesetzten Fingerringen geschmückt, erstrahlen sie alle, bekleidet mit göttlichen Gewändern.
Mehrere Attribute in V.30-31 aus dem knappen, stark beschädigten Kommentar erschlossen (dort eckig markiert).
Mit Halsketten, Halsschmuck, juwelenbesetzten Ringen, Fußreifen und dergleichen, aus neun Edelsteinen gefertigt, sind sie alle an ihren Gliedern geschmückt.
So weit das allgemeine Meditationsbild von ihnen, o große Herrin; die besonderen Formen werde ich nun für die jeweiligen Anwendungen verkünden.
Auf Elefant, Pferd oder Wagen reitend, in himmlischen Flugwagen (vimāna) weilend, auf einem Löwen sitzend, auf Tiger oder Garuḍa (tārkṣya) reitend — so sollen sie stets vergegenwärtigt werden.
[Diese Formen dienen] zum Erlangen des Sieges in Schlachten, zum Schutz des Königreichs und dergleichen, sowie auf gefährlichen Waldwegen, die von Dämonen, Räubern und Schlangen heimgesucht sind.
Man meditiere über all diese Gottheiten, umgeben von all ihren Śaktis, sei es einzeln oder gesamt — gewiss wird man dadurch glücklich.
Auf Affe, Bär, Esel, Löwe und ähnlichen [Tieren] reitend, sollen sie bei Vertreibungszaubern (uccāṭana) alle erdgebunden (bhauma) und äußerst furchterregend vergegenwärtigt werden.
Die Tiernamen in V.38 (Affe, Bär, Esel, Löwe) sind wegen schwerer OCR-Korruption teils unsicher rekonstruiert.
Auf Reiher, Eule, Brachvogel, Blauhäher und ähnlichen [Vögeln als Reittieren] [?] — bei grausamen Handlungen sollen sie alle voll furchtbarer Waffen vergegenwärtigt werden [?].
Auf Nashorn/Schwerttier, Schakal, Stachelschwein [?], Wildrind, Hirsch oder Pferd reitend — so stelle sich der Praktizierende sie alle bei geringfügigen (kṣudra) Handlungen vor.
Auf Piśāca- oder Vetāla-Dämonen [reitend] sollen sie alle bei Tötungszauber (māraṇa) vergegenwärtigt werden. So wurden die unterschiedlichen Wirkungen entsprechend der Verschiedenheit der Reittiere dargelegt.
Alle diese, mit einem Händepaar für Feuer und Wind ausgestattet, zweiäugig, einantlitzig, [wild und] furchterregend gestaltet [seien vorzustellen].
Wie sie die Schar der Feinde verbrennen, so seien sie zu vergegenwärtigen, umgeben von ihren eigenen Śaktis, umringt von an schrecklichem Gebrüll sich erfreuenden [Wesen] [?].
Rasch wird man Sieger durch die Vernichtung des feindlichen Heeres — sei es durch dessen Flucht, Auflösung, Niederlage oder durch den Fall zu Füßen [des Feindes].
V.39-40 (Vogel- und Tiernamen) und V.43 wegen extrem schlechter OCR nur teilweise sicher rekonstruierbar; unsichere Wörter mit [?] markiert.
Geschmückt mit Schwert, achtarmig, mit einem großen Schild versehen — so vergegenwärtigt, erlangt man rasch den Sieg, entsprechend der genannten Reihenfolge.
Neunköpfig und mit der doppelten Anzahl an Armen, furchterregend gestaltet — mit den linken Händen eine Reihe von Bögen, mit den anderen Schwerter [haltend], so sind sie bekannt.
Indem man das gesamte feindliche Heer mit von Pfeilen durchbohrten Leibern und die Erde von Blutströmen [bedeckt] visualisiert, erlangt man den erstrebten Sieg.
Oder aber, mit neun Händen einen Schild, mit den übrigen ein Schwert tragend, [visualisiere man sie], wie sie mit Schwerthieben das aus vier Truppengattungen bestehende feindliche Heer zerschlägt.
Indem man sich den Sieg vorstellt inmitten furchterregender Gestalt, [umgeben von] Kriegselefanten, im Getümmel von Fußvolk, Pferden, Wagen und dem Lärm der Kampfinstrumente, erlangt man ihn.
Mühelos erlangt man [den Sieg] wie zuvor, gemäß der genannten Ordnung; oder aber, mit neun Händen, mit Keulen in den linken wie den anderen [Händen].
Furchterregend, mit Krallen in den Händen in der Schlacht — indem man sich vorstellt, wie sie damit das aus vier Truppenteilen bestehende Heer zerreißen, erlangt man den Sieg.
Ebenso, indem man sie sich vorstellt, wie sie mit Speer- und Beilhieben die Streitmacht in alle Richtungen niederstrecken, wird man eben gemäß der genannten Ordnung auf dem Schlachtfeld zum Sieger.
Ebenso, wenn man sie sich vorstellt, wie sie mit einer Reihe von Dolchen die feindliche Macht erschlagen, wird man in der haarsträubenden Schlacht zum Sieger.
Oder, mit Schlaf und Finsternis in den Händen, wie sie die feindliche Streitmacht betören — dies vergegenwärtigend erlangt man gewiss den Sieg in der Schlacht.
Oder mit sieben Piśāca-Dämonen in den Händen, wie sie das Heer verschlingen — dies vergegenwärtigend erlangt man den Sieg in der Schlacht, daran besteht kein Zweifel.
Oder mit Schlinge und Messer, wie sie das Heer in der Schlacht erschlagen — dies vergegenwärtigend erlangt man den Sieg gemäß der genannten Ordnung.
Und wenn man sich vorstellt, wie sie mit Elefantenstachel und Säge die feindliche Macht augenblicklich zerreißen, wird man im Kampfgetümmel ganz gewiss zum Sieger.
Und wenn man sich beständig vorstellt, wie sie mit Pflug und Stößel die feindliche Streitmacht schlagen, erlangt man durch die Macht dieser Meditation den Sieg im Krieg.
Ebenso [visualisiere man] die sechzehnantlitzigen [Formen] mit zweiunddreißig Armen, wie sie wie zuvor das feindliche Heer zermalmen, und rezitiere dabei [die Vidyā].
Oder man visualisiere sie fünfundzwanzigantlitzig mit fünfzig Armen, wie sie mit elf verschiedenen Waffenarten die feindliche Macht erschlagen.
OCR-Versziffern in diesem Abschnitt mehrfach fehlerhaft doppelt (z.B. V.54/55 im Original fälschlich als '44' erscheinend, V.59 als Dublette von '58'); nach fortlaufender Zählung korrigiert.
Indem man dies vergegenwärtigt, erlangt der Mensch stets den Sieg in der Schlacht; ebenso verehre man sie, verbunden mit dieser Vergegenwärtigung, zur gegebenen Zeit mit Hingabe.
Man stelle sich die Göttinnen mit sechsundzwanzig Antlitzen und siebzig Armen vor, ebenso andere, versehen mit zehnfachen Waffenformen.
[Man stelle sich vor] die neunundvierzig-antlitzigen [Göttinnen], versehen mit der doppelten Anzahl an Händen, wie sie so die Feinde schlagen — dies vergegenwärtigend erlangt man den Sieg.
Die vierundsechzig-gesichtigen Göttinnen, versehen mit der doppelten Anzahl an Händen, wie sie im Krieg schlagen — der Sieg ist dadurch gewiss.
Die einundachtzig-gesichtigen Göttinnen, versehen mit einer entsprechenden Vervielfachung an Armen — mit solchen Waffen sich vorstellend, wird man im Krieg zum Sieger.
Die hundertantlitzigen [Göttinnen], mit der doppelten Anzahl [d.h. zweihundert] Armen, versehen mit [vielfachen] Waffenpaaren — dies vergegenwärtigend erlangt man den Sieg in der Schlacht, und zwar durch diese sechzehn [Nityā-Formen].
So, ausgestattet mit Gesichtern und Armen in vielfältiger äußerer Form, ebenso mit Scharen von Anhängerinnen [?], deren Hände in wirrer Ordnung [Waffen halten] [?].
Unzählige Śaktis gibt es, die dem Praktizierenden das Ersehnte gewähren; so stelle man sie sich vor bei ungestümen Schlachten, in Bedrängnissen und dergleichen.
V.66-67 (genaue Zahlenangaben und Beiwörter) wegen extremer OCR-Korruption teils nur aus dem Kommentar erschlossen und unsicher; mit [?] markiert.
Wer diese Göttinnen vergegenwärtigt, entrinnt rasch Gefahren — sei es ein Mensch, ein Gott, ein Rākṣasa, ein Yakṣa, ein Kinnara oder eine Schlange.
Sei es ein Piśāca, ein Preta, ein Siddha oder ein Dānava — wer beständig an sie denkt, erleidet gewiss niemals eine Niederlage.
Vor Räubern, vor Löwen, im Wald, auf gefährlichem Bergpfad, angesichts zweierlei Art von entstandenen Feinden, in Not oder in Furcht vor dem König —
in geringfügigen Nöten, in Bedrängnis durch Bhūta-Geister, Epilepsiedämonen oder Rākṣasas, in Bedrängnis durch Scharen von Piśācas, Ḍākinīs oder Brahmarākṣasas —
und auch in allen anderen, selbst weitreichenden und großen Nöten: durch beständiges Gedenken überwindet man durch die Macht dieser Meditation alle Gefahren.
Einantlitzig und zweiarmig, das vom Praktizierenden Ersehnte tragend, mit Sandalen versehen kommen sie herbei, geschmückt mit allem Schmuck.
Rings umgeben von ihnen gleichenden Śaktis, singend und tanzend, mit Waldblumengirlanden geschmückt.
Wer sie vergegenwärtigt, erlangt rasch alles Unvergleichliche — alle sechzehn [Nityās zusammen]; nichts in der Welt ist unerreichbar durch die Meditation über sie, o große Herrin.
Auf geschmückten Pferden reitend, ebenso begleitet von ihnen gleichenden Śaktis — wer sie sich vorstellt, wie sie singen, bringt [den anderen] durch diese Vergegenwärtigung in seine Gewalt.
Ebenso auf Elefanten reitend, ebenso von Śaktis umgeben, inmitten einer Schar von dem Gesang hingegebenen Frauen [einer Sippe] —
dies vergegenwärtigend erlangt man beständigen, vom König geachteten Reichtum (Lakṣmī), versehen mit mancherlei Genüssen und von bekanntem eigenem Glanz.
Ebenso auf Wagen fahrend, ebenso von Śaktis umgeben, ebenso begleitet von einer dem Gesang hingegebenen Schar von Śaktis —
dies vergegenwärtigend erlangt ein König das Land, nämlich das Reich seiner Feinde; so [erlangt man] durch diese dreifache Meditation [auf Pferd, Elefant und Wagen] unvergleichliches Glück und Ruhm.
Im Bananenhain, im einsamen Wald, dort sie sich ebenso vergegenwärtigend, kommen sie, ihre Füße in Sandalen, zusammen mit ihren eigenen Śaktis herbei.
Nachdem man ein [magisches] Diagramm (maṇḍala) errichtet hat oder die Vidyā rezitierend, trete man dann [in den Hain] ein; wer dies erreicht, erlangt Genüsse in der Welt, solange sein Leben währt.
Im Betelnusshain sich ebenso vorstellend, erlangt man mühelos einen Schatz; ebenso auch in Hainen von Campaka-, Punnāga-, Nameru- und Vakula-Bäumen.
Ebenso in Mādhavī-Lauben sie sich vorstellend, erlangt man Reichtum — vom König, aus eigenem Vermögen oder von anderswoher —, wodurch man lange glücklich sein wird.
An der Meeresküste, in Wäldern, sie ebenso mit jenem Sinn vergegenwärtigend, erlangt man unschätzbare Edelsteine durch die Macht dieser Meditation.
An Meeresmündungen, inmitten von Flüssen, in Baumgärten, sie sich ebenso vorstellend, erlangt man Gold von höchster Güte in unzählbarer Menge.
Im Bananenwald sie sich vorstellend, erlangt man schöne Frauen, reich an Schönheit, Jugend und Wesensart, von Liebe ergriffen, schlanken Leibes [?].
Indem er sie, auf Pferden reitend, an den genannten Orten vergegenwärtigt, macht der Mensch den König sich untertan in Denken, Reden und Handeln.
An diesen Orten sie, auf Elefanten reitend, sich vorstellend, unterwirft man sich Frauen, Männer, Könige und insbesondere alle Lebewesen auf der Welt.
Ebenso, an diesen Orten die Göttinnen, wie zuvor beschrieben auf Wagen fahrend, sich vorstellend, erlangt man das Gewünschte und wird von Fesseln und dergleichen befreit.
Man male die hundertantlitzigen [Göttinnen] mit der doppelten Anzahl an Armen samt ihren Waffen sowie das Gewünschte deutlich auf neun Tücher.
Diese stelle man von der Mitte bis zum Rand in drei [Reihen] auf, [dargestellt] mit Wagen, Elefanten und Pferden, versehen mit Sichtschirmen (tiraskaraṇī).
V.88 (Beschreibung der erwünschten Frauen) wegen OCR-Schäden unsicher; letztes Beiwort mit [?] markiert.
Diese zeige man, dem feindlichen Heer zugewandt, deutlich vor: die mit dem Vajra-Zeichen bemalten Feldzeichen, zusammen mit großen Trommeln, kleinen Trommeln und Glück verheißenden Instrumenten.
Indem man sie anschlägt und mit Muschelhörnern, Kāhala-Trompeten und dergleichen ertönen lässt, flieht der Feind, dem Vajra-Zeichen gegenüber, sogleich geschlagen davon.
Jenes Heer wird sich danach gewiss niemals mehr entgegenstellen. So, o Makellose, wurden dir sämtliche Meditationsbilder vollständig verkündet.
Durch die subtile (sūkṣma) Meditation entsteht die Frucht für Vollendete (siddha) und Praktizierende (sādhaka); daher höre, ich werde diese Methode verkünden, die alles Ersehnte bewirkt.
Am Ursprung der [zentralen] Nāḍī eine Lichtgestalt visualisierend, die dem höchsten Herrn gleicht, und darin die Form des Zieles (sādhya), passend zum eigenen Wunsch —
erlangt man alles Gewünschte, sei es günstig oder ungünstig; ebenso kann man sich diese [Lichtgestalt] innerhalb der Suṣumnā auf- und absteigend vorstellen.
Dadurch erlangt man durch die Macht dieser Meditation vollständig sein eigenes Ziel; sowohl der Praktizierende als auch der Vollendete — doch nur diesen beiden verleiht sie den entsprechenden Erfolg.
Es wurde zu Recht gelehrt, dass ihre Durchdringung von Natur aus jenem [Höchsten] gleicht; durch das Auflösen dieser Besonderung im Bewusstsein wird jenes Prinzip (tattva) zum eigenen Selbst gemacht.
Damit ist im Tantra der sechzehn Nityās, das aus Ślokas besteht, das vierundzwanzigste Kapitel vollendet.
V.101 im OCR ohne lesbare Versziffer, aus fortlaufender Zählung erschlossen. Das lange Kommentar-Kolophon (Nennung Subhagānandanāthas und der Manoramā) sowie der nachfolgende Grantha-saṃkhyā-Vers ('in diesem 24. Kapitel gibt es keine Yantras; der Kommentarumfang beträgt 216 [Einheiten]') sind gemäß Aufgabenstellung nicht mit übersetzt.