Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 17

Hymne 17.10 Skambha (IV): Indra und der Träger der Welt

indre lokā indre tapa / indre 'dhy ṛtam āhitam | / indraṃ tvā vidma pratyakṣaṃ / skambhe sarvaṃ samāhitam ||

In Indra sind die Welten, in Indra die Glut, / in Indra ist die Ordnung eingesetzt. / Indra, dich kennen wir als anschaulich gegenwärtig: / in Skambha ist alles zusammengefügt.

nāma nāmnā johavīmi / purā sūryāt puroṣasaḥ | / yad adaḥ prathamaṃ saṃbabhūva / saha tat svarājyaṃ jagāma / yasmān na param asti bhūtam ||

Name um Name rufe ich an, / vor der Sonne, vor der Morgenröte: / was dort zuerst entstand, / das ging zugleich in eigene Herrschaft ein; / dem gegenüber gibt es kein höheres Wesen.

yasya bhūmiḥ pramāntarikṣam utodaram | / divaṃ yaś cakre mūrdhānaṃ / tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||

Dessen Maß die Erde, der Luftraum auch der Bauch ist, / dessen Haupt er den Himmel gemacht hat: / diesem ältesten Brahman sei Verehrung.

yasya sūryaś cakṣuś / candramāś ca punar navaḥ | / agniṃ yaś cakra āsyaṃ / tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||

Dessen Auge die Sonne / und der stets neue Mond ist, / der das Feuer zu seinem Mund machte: / diesem ältesten Brahman sei Verehrung.

yasya vātaḥ prāṇāpānau / cakṣur aṅgiraso 'bhuvan | Bhatt. bhuvaṃ / diśo yaś cakre prajñānīs / tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||

Dessen Ein- und Ausatem der Wind, / dessen Augen die Aṅgiras wurden, / der die Himmelsrichtungen zu Wahrnehmungsorganen [?] machte: / diesem ältesten Brahman sei Verehrung.

yaḥ śramāt tapaso jāto / lokān sarvān samānaśe | / somaṃ yaś cakre kevalaṃ / tasmai jyeṣṭhāya brahmaṇe namaḥ ||

Der aus Mühe und Askese geboren wurde, / alle Welten erreichte, / der Soma zu seinem [Anteil] allein machte: / diesem ältesten Brahman sei Verehrung.

skambho dādhāra pṛthivīṃ dyām utāmūṃ / skambho dādhārorv antarikṣam | / skambho dādhāra pradiśaḥ ṣaḍ urvīḥ / skambha idaṃ viśvaṃ bhuvanam ā viveśa ||

Skambha hielt die Erde und jenen Himmel, / Skambha hielt den weiten Luftraum, / Skambha hielt die sechs weiten Himmelsrichtungen, / in Skambha ging dieses ganze Weltall ein.

kathaṃ vāto nelayati / kathaṃ na ramate manaḥ | / kim āpaḥ satyaṃ prepsantīḥ / pra caṅkramīti sarvadā || Bhatt. caṃkramiti, emend. caṃkramati

Wie kommt es, dass der Wind nicht [ruhelos] schwankt? / Wie kommt es, dass der Geist nicht ruht? / Was streben die Wasser, wenn sie die Wahrheit erlangen wollen, / dass sie stets fortschreiten?

mahad yakṣaṃ bhuvanasya madhye / tapasi krāntaṃ salilasya pṛṣṭhe | / tasmiṃ chrayante ya u ke ca devā / vṛkṣasya skambhaṃ parita iva śākhāḥ ||

Ein großes Wunder [Yakṣa] inmitten der Welt, / in der Glut schreitend, auf dem Rücken des Wassers: / in ihm suchen Zuflucht die Götter, so viele es gibt, / wie die Äste ringsum den Stamm des Baumes.

yasmai hastābhyāṃ pādābhyāṃ / vācā śrotreṇa cakṣuṣā | / yasmai devā sadā baliṃ / prayacchanti vimite 'mitaṃ / skambhaṃ taṃ brūhi katamaḥ svid eva saḥ ||

Für den mit Händen, Füßen, / Rede, Gehör und Auge / die Götter allzeit die Opferspende / darbringen: der Unermessliche wird [von ihnen] ermessen [?] – / diesen Skambha nenne, wer von ihnen er wohl ist.