Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 17

Hymne 17.1 Preis der Erde (I)

satyaṃ bṛhad ṛtam ugraṃ dīkṣā tapo / brahma yajñaḥ pṛthivīṃ dhārayanti | / sā no bhūtasya bhavyasya patny / uruṃ lokaṃ pṛthivī naḥ kṛṇotv / asaṃbādhaṃ madhyato mānaveṣu ||

Wahrheit, Hohes, Rechtsordnung, Gewaltiges, Weihe, Askese, Brahman und Opfer tragen die Erde. / Sie, die Herrin über das Gewesene und das Künftige, die Erde, soll uns weiten Raum schaffen, / [einen Raum] ohne Bedrängnis inmitten der Menschen.

yasyā udyataḥ pravataḥ samaṃ bahu / nānāvīryā oṣadhīr yā bibharti | / pṛthivī naḥ prathatāṃ rādhyatāṃ naḥ ||

Auf der es Höhen, Abhänge und Ebenen in Fülle gibt, / die die Pflanzen von mannigfacher Kraft trägt – / die Erde soll sich für uns ausbreiten, sie soll uns gelingen [wörtlich: gewährt sein].

yasyāṃ samudra uta sindhur āpo / yasyāṃ devā anṛtam anvavindan | / yā bibharti bahudhā prāṇam ejat read prāṇad with K? / sā no bhūmir goṣv aśveṣv apy anne kṛṇotu ||

Auf der Meer und Strom und die Wasser sind, auf der die Götter die Unwahrheit aufspürten, / die den atmenden [Lebenshauch] auf vielerlei Weise trägt, den sich Regenden, / diese Erde soll uns bei Rindern, Rossen und auch bei Nahrung [Gutes] schaffen.

yasyāṃ pūrve pūrvajanā vicakrire / yasyāṃ devā asurān abhyavartayan | / yasyām idaṃ jīvati viśvam ejat / sā no bhūmiḥ pūrvapeye dadhātu ||

Auf der die Früheren, die Urahnen, Werke vollbrachten, auf der die Götter die Asuras niederwarfen, / auf der dieses ganze Lebendige sich regt und lebt – / diese Erde soll uns beim ersten Trunk [Gutes] zuteilen.

yasyāṃ catasraḥ pradiśaḥ pṛthivyāṃ / yasyām annaṃ kṛṣṭayaḥ saṃbabhūvuḥ | / gavām aśvānāṃ vayasaś ca viṣṭhā / bhagaṃ varcaḥ pṛthivī no dadhātu ||

Auf der Erde, wo die vier Himmelsrichtungen sind, auf der die Nahrung und die Ackerbauern [Stämme] entstanden, / [die] Verbreitung von Rindern, Rossen und Vögeln [ist] – / Glück und Glanz soll uns die Erde verleihen.

viśvaṃbharā vasudhānī pratiṣṭhā / hiraṇyavakṣā jagato niveśanīḥ | / vaiśvānaraṃ bibhratī bhūmir agnim / indrarṣabhā draviṇe no dadhātu ||

Alles-Tragende, Schatzspenderin, feste Grundlage, / goldbrüstige, Ruheplatz der Welt: / die Erde, die das Feuer Vaiśvānara trägt, / mit Indra als Stier, soll uns in Reichtum setzen.

yasyām āpaḥ paricarāḥ samānīr / ahorātre apramādaṃ kṣaranti | / sā no bhūmir bhūridhārā payo duhām / atho ukṣatu varcasā ||

Auf der die umherziehenden Wasser gleichmäßig / bei Tag und Nacht unablässig strömen, / diese Erde mit vielen Strömen soll uns Milch melken / und uns mit Glanz besprengen.

yāṃ rakṣanty asvapnā viśvadānīṃ / devā bhūmiṃ pṛthivīm apramādam | / sā no madhu priyaṃ duhām / atho ukṣatu varcasā ||

Die die schlaflosen Götter behüten, die alles Gebende, / die Erde, unablässig wachsam: / sie soll uns Süßes, Liebes melken / und uns mit Glanz besprengen.

yārṇave 'dhi salilam agra āsīd / yāṃ māyābhir anvacaran manīṣiṇaḥ | / yasyāṃ hṛdayaṃ parame vyomant / satyenāvṛtam amṛtaṃ pṛthivyāḥ | / sā no bhūmis tviṣiṃ balaṃ rāṣṭre dadhātu me ||

Die zuerst als Flut, als Wasser im Meer war, der die Weisen mit Zauberkräften nachgingen, / in der das Herz, im höchsten Himmelsraum, / von Wahrheit umhüllt ist, das Unsterbliche der Erde – / diese Erde soll mir im Reich Kraft und Stärke verleihen.

yām aśvināv amimātāṃ / viṣṇur yasyāṃ vicakrame | / indro yāṃ cakra ātmane / anamitrāṃ chacīpatiḥ | / sā no bhūmir vi sṛjatāṃ / mātā putrāya naḥ payaḥ ||

Die die beiden Aśvin vermaßen, / in der Viṣṇu ausschritt, / die Indra für sich zur Feindlosen machte, / der Herr der Śacī: / diese Erde soll uns [ihre] Milch spenden, / wie eine Mutter ihrem Sohn.