Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 17

Hymne 17.35 Der Zugochse als Weltganzes

athāhīnā āśvatthir abravīn / na tād brāhmaṇaṃ nindāni yād enam aśṛṇon / ned iṣṭāpūrtena vi bhavānīti ||

Da sprach Ahīna Āśvatthi: „Ich will einen Brahmanen nicht tadeln, seit ich ihn hörte – damit ich nicht um Opfer- und Wohltatverdienst [iṣṭāpūrta] komme.“

kṛtyā vā eṣā manuṣyeṣu carati / yad anaḍvān yad anaḍudvratī ||

Eine Kṛtyā [Schadenszauber] ist dies wahrlich, die unter den Menschen umgeht: der Zugochse und der, der das Zugochsen-Gelübde übt.

ya evaṃ viduṣo 'sādhu kīrtayati- / -iṣṭam evāsya pūrtaṃ māyāṃ saṃ vṛkte ||

Wer so von einem Wissenden Schlechtes sagt: dessen Opfer, Verdienst [und] Zauberkraft nimmt [der Wissende] an sich.

indro vā agre asureṣv anaḍudvratam acarat Bhatt. vāgre / teṣām iṣṭaṃ pūrtaṃ māyāṃ saṃvṛktānindraṃ hy enam ||

Indra übte einst unter den Asuras das Zugochsen-Gelübde. Deren Opfer, Verdienst, Zauberkraft nahm er an sich – denn [sie hielten] ihn für einen Nicht-Indra [?].

so 'naḍuho vahe 'kramata / sarvām̐l lokān prājānāt ||

Er trat an das Ziehen [Gespann] der Zugochsen heran; er erkannte alle Welten.

yāv asya pūrvapādau tau pūrvapakṣau / yāv aparapādau tāv aparapakṣau ||

Seine beiden Vorderfüße sind die vorderen Halbmonate, seine beiden Hinterfüße die hinteren Halbmonate.

yāv asyauṣṭhau tau puroḍāśau Bhatt. asyoṣṭḥau / ye nāsike tau sruvau ||

Seine beiden Lippen sind die Opferkuchen, seine beiden Nasenlöcher die beiden Opferlöffel.

ye asyākṣau tau sūryācandramasau / ye nimeṣās tāny ahorātrāṇi / yāni vakṣaṇāni te sūryasya raśmayaḥ saḥ (…) ||

Seine beiden Augen sind Sonne und Mond; die Wimperschläge sind die Tage und Nächte; die Flanken sind die Strahlen der Sonne; er [, der …].

droṇakalaśaḥ śiraḥ somo rājā mastiṣkaḥ ||

Das Droṇa-Gefäß [Somatrog] ist der Kopf, König Soma das Gehirn.

ye asya śṛṅge tad ṛtaṃ satyam ||

Seine beiden Hörner: das sind Ordnung [ṛta] und Wahrheit [satya].

dhruvaṃ vā ṛtaṃ satyaṃ tasmād ete dhruve ||

Fest [dhruva] sind ja Ordnung und Wahrheit; deshalb sind diese beiden fest.

dhruvam eva rtaṃ satyam anu prati tiṣṭhati / yaḥ (…) || see 17.27.4b

Fest steht er zu Ordnung und Wahrheit hin, wer, so wissend, das Gelübde des Zugochsen trägt.