Kapitel 11: ṛgvede 2.11 · śrudhī havamindra mā riśaṇyaḥ syāma te dāvane vasūnām
Indra, der Vṛtra-Töter, wird gepriesen und zum Soma gerufen
Preislied an Indra: Bitte um Gehör, Erinnerung an seine Taten (Vṛtra, Dasyus, Vala, Trita) und Einladung zum Somatrunk. Schwierig sind 2.11.8-10 (Berg, Röhre, mānuṣa/ amānuṣa), 11c, 15 und 20.
śrudhī havamindra mā riśaṇyaḥ syāma te dāvane vasūnām / imā hi tvāmūrjo vardhayanti vasūyavaḥ sindhavo na kṣarantaḥ
Höre den Ruf, Indra; wir wollen nicht Geschädigte sein! Möchten wir bei deiner Gabe der Güter [teilhaben]. / Denn diese Kräfte, güterbegehrend, stärken dich wie fließende Ströme.
Du ließest die großen [Wasser] los, Indra, die du strömen ließest, die vielen, die von der Schlange umlagert waren, du Held. / Den Dāsa, der sich unsterblich dünkte, spaltetest du nieder, durch Lobsprüche gestärkt.
uktheṣvin nu śūra yeṣu cākan stomeṣvindra rudriyeṣu ca / tubhyedetā yāsu mandasānaḥ pra vāyave sisrate na śubhrāḥ
In den Lobsprüchen eben, Held, an denen du Gefallen hattest, und in den Preisliedern, Indra, den rudrischen – / dir gehören eben diese, in denen du dich berauschst; sie strömen hervor zu Vāyu, [wie] Glänzende [?].
Wort für Wort
uktheṣu
in den Lobsprüchen (Lok. Pl.)
it
eben, gerade
nu
nun
śūra
Held (Vok.)
yeṣu
an denen (Lok. Pl.)
cākan
hattest/ hatte Gefallen (2./3. Sg. Aor./Perf.) [?]
śubhraṃ nu te śuṣmaṃ vardhayantaḥ śubhraṃ vajraṃ bāhvordadhānāḥ / śubhrastvamindra vāvṛdhāno asme dāsīrviśaḥ sūryeṇa sahyāḥ
Deine strahlende Kampfkraft stärkend, die strahlende Keule in den Armen haltend – / strahlend, du, Indra, bei uns erstarkt: die dämonischen Stämme sind durch die Sonne [mit der Sonne] zu überwältigen.
Den im Verborgenen Gelegten, Versteckten, im Wasser Verhüllten, den listigen Wohnenden – / und die Wasser [und] den Himmel, den Festgehaltenen [?]: die Schlange erschlugst du, Held, mit Heldenkraft.
stavā nu ta indra pūrvyā mahānyuta stavāma nūtanā kṛtāni / stavā vajraṃ bāhvoruśantaṃ stavā harī sūryasya ketū
Ich will nun deine früheren großen [Taten] preisen, Indra, und wir wollen die neuen Taten preisen; / ich will die Keule in den Armen preisen, die verlangende, ich will die beiden Falben preisen, die beiden Zeichen der Sonne.
harī nu ta indra vājayantā ghṛtaścutaṃ svāramasvārṣṭām / vi samanā bhūmiraprathiṣṭāraṃsta parvataścit sariṣyan
Deine beiden Falben, Indra, nach Kraft/ Sieg strebend, ließen einen schmalzträufelnden Ton erklingen; / die Ebenen der Erde breiteten sich auseinander, und selbst der Berg, der [sich] hätte bewegen wollen, kam zur Ruhe.
ni parvataḥ sādyaprayuchan saṃ mātṛbhirvāvaśāno akrān / dūre pāre vāṇīṃ vardhayanta indreṣitāṃ dhamaniṃ paprathan ni
Der Berg wurde niedergesetzt, unablässig; mit den Müttern [?] brüllend kamen sie zusammen. / Fern, jenseits, ihre Stimme stärkend, breiteten sie die von Indra angetriebene Röhre/ Bahn aus, nieder. [Anm.: Bild vom Lösen der Wasser, rätselhaft; ‚Mütter‘ = wohl Wasser/ Ströme (plausibel).]
Indra stieß den großen, im Strom liegenden, zauberkundigen Vṛtra hinaus. / Himmel und Erde erzitterten, sich fürchtend, vor der Keule dieses brüllenden Stiers.
aroravīd vṛṣṇo asya vajro 'mānuṣaṃ yan mānuṣo nijūrvāt / ni māyino dānavasya māyā apādayat papivān sutasya
Es dröhnte die Keule dieses Stiers, als ein Menschlicher den Unmenschlichen niederschmettern wollte [?]; / die Zauberkünste des zauberkundigen Dānava ließ er niederfallen, nachdem er vom Gepressten getrunken hatte. [Anm.: mānuṣa/ amānuṣa unklar – ‚Mensch‘ und ‚Nicht-Mensch‘; Bezug auf Indra bzw. Vṛtra plausibel, nicht sicher.]
Trink, trink nur, Indra, Held, den Soma; berauschen sollen dich die berauschenden gepressten [Säfte]. / Deine beiden Flanken füllend sollen sie [dich] stärken; so gepresst hat der Paura Indra gefördert [?].
Bei dir, Indra, sind wir Sänger geworden [= dir zugehörig]; die Dichtung wollen wir gewinnen, gemäß der Ordnung [dir] dienend. / Hilfe begehrend wollen wir Lobpreis erlangen; bei deiner Gabe möchten wir sogleich Reichtümer haben.
syāma te ta indra ye ta ūtī avasyava ūrjaṃ vardhayantaḥ / śuṣmintamaṃ yaṃ cākanāma devāsme rayiṃ rāsi vīravantam
Wir wollen die Deinen sein, Indra, die wir, deine Hilfe [suchend], Hilfe begehrend und Kraft stärkend, / den kraftvollsten [Gott] begehrten; du, Gott, mögest uns Reichtum geben, männerreichen.
rāsi kṣayaṃ rāsi mitramasme rāsi śardha indra mārutaṃnaḥ / sajoṣaso ye ca mandasānāḥ pra vāyavaḥ pāntyagraṇītim
Gib Wohnstatt, gib uns Freundschaft, gib die marutische Schar, Indra; / und die Einträchtigen, die sich berauschen: die Vāyus [?] schützen die Vorangehende Führung [?].
vyantvin nu yeṣu mandasānastṛpat somaṃ pāhi drahyadindra / asmān su pṛtsvā tarutrāvardhayo dyāṃ bṛhadbhirarkaiḥ
Sie sollen genießen, in denen du dich berauschst; sättige dich, trink den Soma, [unerschütterlich?] [?], Indra. / Uns [hilf] gut in den Kämpfen hinüber, Retter; du hast den Himmel mit hohen Liedern/ Strahlen gestärkt.
bṛhanta in nu ye te tarutrokthebhirvā sumnamāvivāsān / stṛṇānāso barhiḥ pastyāvat tvotā idindra vājamagman
Groß sind fürwahr die, welche dir, Retter, durch Lobsprüche Gunst zu erwerben suchen; / die Streu ausbreitend, mit Wohnstätte versehen, [und] von dir gefördert, sind, Indra, zum Siegespreis gelangt.
Unter den Gewaltigen, Held, sich berauschend, unter den Trikadrukas, trink den Soma, Indra; / in den Bärten [ihn] schüttelnd, erfreut, komm mit den beiden Falben zum Trunk des Gepressten.
Setze die Kraft an, Held, mit der du Vṛtra spaltetest, den Dānu, den Aurṇavābha; / du deckest dem Ārya das Licht auf; der Dasyu wurde von links niedergestreckt, Indra. [Anm.: savyataḥ ‚von der linken Seite‘ – plausibel, Sinn unsicher.]
sanema ye ta ūtibhistaranto viśvā spṛdha āryeṇa dasyūn / asmabhyaṃ tat tvāṣṭraṃ viśvarūpamarandhayaḥ sākhyasya tritāya
Möchten wir gewinnen, die wir durch deine Hilfen alle Gegner überwindend, mit dem Ārya die Dasyus [bezwingen]. / Uns hast du jenen tvaṣṭrischen Viśvarūpa dem Trita aus Freundschaft unterworfen [?].
asya suvānasya mandinastritasya nyarbudaṃ vāvṛdhāno astaḥ / avartayat sūryo na cakraṃ bhinad valamindro aṅgirasvān
Durch diesen gepressten, berauschenden [Trank] des Trita gestärkt, hast du den Arbuda niedergeworfen [?]; / er drehte wie die Sonne das Rad; Indra, mit den Aṅgiras [verbunden], spaltete den Vala. [Anm.: Personenwechsel; astaḥ formal unsicher – PP-Vermerk ‚astari tyastaḥ‘ ist verderbt.]
nūnaṃ sā te prati varaṃ jaritre duhīyadindra dakṣiṇā maghonī / śikṣā stotṛbhyo māti dhag bhago no bṛhad vadema v. s.
Jetzt möge jene freigebige Gabe, Indra, dem Sänger nach [seinem] Wunsch [Milch] spenden; hilf den Preisenden, / unser Glücksanteil möge nicht verbrannt/ vorübergehen [?]. Laut mögen wir sprechen in der Versammlung, gute Männer habend.