Kapitel 4: ṛgvede 2.4 · huve vaḥ sudyotmānaṃ suvṛktiṃ viśāmagnimatithiṃ suprayasam
Anruf des Agni, des Gastes der Sippen
Preis Agnis als Gast der Sippen, der von den Bhṛgus und Göttern unter den Menschen eingesetzt wurde; dann Schilderung seiner Flamme im Wald und in den Kräutern (Verse 4 bis 7) mit vielen Vergleichen. Die Verse 4 bis 7 sind syntaktisch und lexikalisch schwierig (hiyāna, dhakṣu, jujurvān, atasān, yuṣṇan) und nur mit Vorbehalt übersetzt.
huve vaḥ sudyotmānaṃ suvṛktiṃ viśāmagnimatithiṃ suprayasam / mitra iva yo didhiṣāyyo bhūd deva ādeve jane jātavedāḥ
Ich rufe euch den gut Leuchtenden, den mit schönem Lobpreis Bedachten, den Agni, Gast der Sippen, den gut Genährten, / der wie Mitra zu ergreifen [zu gewinnen] war, den Gott im götterfernen Volk: Jātavedas.
Diesen setzten, ihn verehrend, die Bhṛgus zweifach in den gemeinsamen Sitz der Wasser, bei den Sippen des Āyu. / Er soll über alles die Übermacht gewinnen, Agni der Götter, der Wanderer mit den schnellen Rossen [?].
agniṃ devāso mānuṣīṣu vikṣu priyaṃ dhuḥ kṣeṣyanto namitram / sa dīdayaduśatīrūrmyā ā dakṣāyyo yo dāsvate dama ā
Agni haben die Götter in den menschlichen Sippen als Lieben eingesetzt, wie einen Freund, weil sie sich niederlassen wollten. / Er leuchtete, die Verlangenden mit Wogen [Flammen] [?], der Kundige, der dem Spendenden im Haus [zu Diensten steht].
asya raṇvā svasyeva puṣṭiḥ sandṛṣṭirasya hiyānasya dakṣoḥ / vi yo bharibhradoṣadhīṣu jihvāmatyo na rathyo dodhavīti vārān
Seine ist die erfreuliche, wie die eigene Nährkraft; sein, des Brennenden, ist das Gesicht [Aussehen], der sich erregt [?], / der die Zunge in den Kräutern ausbreitet, wie ein Ross vor dem Wagen schüttelt er die Schweife [?]. [Anm.: hiyānasya dhakṣoḥ = „des Angetriebenen, Brennenden“; unsicher. vārān = Schweife oder Bündel.]
ā yan me abhvaṃ vanadaḥ panantośigbhyo nāmimīta varṇam / sa citreṇa cikite raṃsu bhāsā jujurvān yo muhurā yuvā bhūt
Als er mir Unsichtbares [?], der Holzverzehrende, hin ... [zunehmend] brannte, hat er die Farbe von Verlangenden nicht angetastet [?]. / Er wurde mit wechselndem Glanz erkannt in den Freuden, der Vergreiste, der gleich wieder jung wurde. [Anm.: dunkle Verse; pananta amimīta unklar.]
Wort für Wort
ā
hin (Präverb)
yat
als, wenn
me
mir (Dat.)
abhvam
Nichtiges, Schwaches, Ungeheures [?] (Akk. Sg.)
vanadaḥ
Holzverzehrender (Nom. Sg.)
pananta
sie priesen/bewunderten (3. Pl. Med.) [?]
uśik-bhyaḥ
von den Verlangenden (Abl. Pl.)
na
nicht
amimīta
er hat nicht angetastet/verändert [?] (Aor. 3. Sg. Med.)
ā yo vanā tātṛṣāṇo na bhāti vārṇa pathā rathyevasvānīt / kṛṣṇādhvā tapū raṇvaściketa dyauriva smayamāno nabhobhiḥ
Der in die Wälder hin sich wie ein Durstiger zeigt, wie Wasser [fließt], wie ein Wagenlenker auf dem Weg erklingt, / mit schwarzer Bahn, glühend, erfreulich, ist er erkannt worden, wie der Himmel lächelnd mit den Wolken. [Anm.: „schwarzspuriger“ Agni: die schwarze Brandspur; kṛṣṇādhvā fest.]
sa yo vyasthādabhi dakṣadurvīṃ paśurnaiti svayuragopāḥ / agniḥ śociṣmānatasānyuṣṇan kṛṣṇavyathirasvadayan na bhūma
Er, der sich ausgebreitet hat, hat die Weite verbrannt; er geht wie ein Tier, ohne Hirten, sich selbst antreibend. / Agni, flammend, ungehemmt, den Ansturm vertreibend [?], schwarze Pein bringend, hat er wie die Erde nicht mit [Speise] gesüßt [?]. [Anm.: Deutung des Schlusses sehr unsicher.]
nū te pūrvasyāvaso adhītau tṛtīye vidathe manma śaṃsi / asme agne saṃyadvīraṃ bṛhantaṃ kṣumantaṃ vājaṃ svapatyaṃrayiṃ dāḥ
Jetzt wird bei deiner Hilfe, der du der Frühere bist, beim Nachsinnen, in der dritten Versammlung ein Gedanke gesprochen. / Uns, Agni, gib einen Reichtum mit Helden, groß, kraftreich, kraftbringend, mit guter Nachkommenschaft.
Wie die Gṛtsamadas mit dir, Agni, das Verborgene gewinnend, die Späteren überwinden mögen; / gute Helden, Bedränger der Feindseligen, [mögen sie es sein]; den Preisenden, dem Sänger, gib dies Lebenskraft-Gut. [Anm.: „die Späteren“ (uparān) = wohl Rivalen; syuḥ von √as „sie sollen sein/gewesen sein“ (?) mit abhi „überlegen“.]