Kapitel 20: ṛgvede 2.20 · vayaṃ te vaya indra viddhi ṣu ṇaḥ pra bharāmahe vājayurna ratham
Indra, junger Freund und Burgenbrecher
Anrufung Indras als hilfreicher Freund und Held (Vṛtratöter, Burgenbrecher); v. 5-6 enthalten mythologische Anspielungen (Aṅgiras, Aśna, Dāsa), die nur teilweise klar sind.
vayaṃ te vaya indra viddhi ṣu ṇaḥ pra bharāmahe vājayurna ratham / vipanyavo dīdhyato manīṣā sumnamiyakṣantastvāvato nṝn
Wir bringen dir, Indra, Lebenskraft dar [Anm.: vayaḥ, 'Nahrung, Lebenskraft']; kenne uns wohl; wie einer, der Kraftpreis sucht, seinen Wagen. / Bewundernd, im Geist sinnend, Gunst erstrebend bei Männern wie dir.
tvaṃ na indra tvābhirūtī tvāyato abhiṣṭipāsi janān / tvamino dāśuṣo varūtetthādhīrabhi yo nakṣati tvā
Du, Indra, bist mit deinen Hilfen der Schützer der zu dir strebenden Leute im Beistand. / Du bist Herr und Schirmer des Gabenbringers; der recht Gesinnte, der zu dir gelangt (den schützt du).
sa no yuvendro johūtraḥ sakhā śivo narāmastu pātā / yaḥ śaṃsantaṃ yaḥ śaśamānamūtī pacantaṃ ca stuvantaṃca praṇeṣat
Der junge, vielgerufene Indra sei uns Freund, gnädig, der Männer Beschützer, / der den Rezitierenden, den sich Mühenden mit Hilfe, den Kochenden und den Lobenden voranführen möge.
Ihn preise ich, Indra, ihn lobe ich, an dem sie früher gewachsen und stark geworden sind. / Er möge den Wunsch nach Gütern erfüllen, als Kommender, dem Brahman-Erstrebenden, dem Menschen der neuen Zeit.
Er, der an den Lobsprüchen der Aṅgiras Gefallen fand, hat als Beter/Brahman [?] angetrieben, Indra, den Weg suchend; / die Morgenröten mit der Sonne raubend, gepriesen, durchbohrte er des Aśna alte (Burgen/Werke) [?]. [Anm.: unsicher.]
sa ha śruta indro nāma deva ūrdhvo bhuvan manuṣe dasmatamaḥ / ava priyamarśasānasya sāhvāñchiro bharad dāsasya svadhāvān
Er, berühmt mit dem Namen Indra, der Gott, war für den Menschen aufrecht, der Wundersamste. / Er, der Bezwinger, trug das eigene Haupt des Arśasāna, des Dāsa, herab, der Eigenkraft besitzende [?].
sa vṛtrahendraḥ kṛṣṇayonīḥ purandaro dāsīrairayad vi / ajanayan manave kṣāmapaśca satrā śaṃsaṃ yajamānasya tūtot
Er, der Vṛtratöter Indra, der Burgenbrecher, trieb die Dāsī, die dunkel Entstammten, auseinander. / Er erzeugte für Manu die Erd-Wasser [?], und trieb allzeit das Lob des Verehrenden an.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vṛtra-hā
Vṛtratöter (Nom. Sg.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
kṛṣṇa-yonīḥ
dunkler Herkunft (Akk. Pl. f.)
puram-daraḥ
Burgenbrecher (Nom. Sg.)
dāsīḥ
die Dāsī, Feindinnen (Akk. Pl.) [Anm.: unsicher, ob wörtlich Frauen]
Ihm wurde das Kräftige zugestanden, allzeit, dem Indra von den Göttern, bei der Flutgewinnung. / Als sie ihm den Keil in beide Arme legten, erschlug er die Dasyus und überwand die ehernen Burgen.
nūnaṃ sā ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: nūnam sā te prati varam jaritre duhīyat indra dakṣiṇā maghonī śikṣa stotṛ-bhyaḥ mā ati dhak bhagaḥ naḥ bṛhat vadema vidathe su-vīrāḥ]
Jetzt möge diese deine Gabe, Indra, die der Gabenreichen, dem Sänger den erwünschten Wunsch melken [?] / hilf den Preissängern; nicht soll uns der Anteil (Glücksgabe) verbrennen [?] [Anm.: mā ati dhak, √dah, unsichere Deutung] / laut mögen wir in der Versammlung sprechen, reich an guten Männern.